Auftakt richtig gut gelungen
Die Chemie des Verbrechens - Die FährteMay ist ausgebildete DNA-Forensikerin, hat dann aber noch ein Jurastudium angeschlossen und will nun ihr forensisches Wissen auch bei der Verteidigung ihrer Mandanten einbringen. Leider sind lukrative ...
May ist ausgebildete DNA-Forensikerin, hat dann aber noch ein Jurastudium angeschlossen und will nun ihr forensisches Wissen auch bei der Verteidigung ihrer Mandanten einbringen. Leider sind lukrative Fälle bei ihr im Moment noch immer Mangelware, so dass sie mit allen Mitteln das Mandat von Start-UP-Millionärs Ruben Rickleffs bekommen will, der des Mordes angeklagt ist….
An Anfang fand ich May als Juristin nicht sehr überzeugend. Sie schafft es das Rickliffs-Mandat zu erhalten, hat aber immer wieder so große Selbstzweifel und so wenig Erfolg in den einzelnen Verhaftungs- und Verhandlungsschritten, dass ich schon die Verurteilung von Ruben vor Augen hatte. Das ändert sich aber grundlegend. Maya wächst mit dieser Aufgabe. Sehr interessant fand ich auch die Figur des Detektivs Tarek Loman. So hart wie er nach außen hin scheint, ist er nicht und nachdem die anfänglichen Befindlichkeiten aus dem Weg geräumt waren, hat er mit Maya ein perfektes Team gebildet. Sie finden immer mehr interessante Informationen zum Tod von Ute Pusch, der immerhin bereits vor 18 geschah.
Für mich war es stilistisch perfekt angelegt, dass nicht nur Maya und Tarek immer nur Teile des Geschehens erkennen, genau wie ich als Leser. Immer wieder gibt die Autorin kleine Einblicke, was in der Mordnacht passiert ist. Dabei geht sie wohldosiert vor, so dass der wahre Ablauf des Abends gedanklich lange im Nebel und die Spannung erhalten bleibt. Mir hat der Krimi mit wachsenden Lesefortschritt immer besser gefallen. Vor allen habe ich die Autorin bewundert, wie tief sie sich hierfür in die Materie der Forensik und der Strafverteidigung eingearbeitet hat. Von mir gibt’s 4,5 Lese-Sterne.