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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2019

Wohlfühlhörbuch mit Herz und Humor.

Meistens kommt es anders, wenn man denkt
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Glück in der Liebe? Kennt Nele nur vom Hörensagen. Die Männer in ihrem Leben haben sich bisher immer als Mistkerle entpuppt. Deshalb konzentriert sie sich ab sofort nur noch auf ihren neuen Job in der ...

Glück in der Liebe? Kennt Nele nur vom Hörensagen. Die Männer in ihrem Leben haben sich bisher immer als Mistkerle entpuppt. Deshalb konzentriert sie sich ab sofort nur noch auf ihren neuen Job in der angesagten PR-Agentur M und T. Ihr Auftrag: Die Umfragewerte des Bürgermeisterkandidaten Rüdiger Hoffmann-Klasing mittels einer Imagekampagne in die Höhe zu treiben. Leichter gesagt als getan, denn RHK, wie er intern genannt wird, ist eine ziemlich harte Nuss. Zum Glück ist Nele ja Profi und liebt Herausforderungen.
Alles liefe super, wenn ihr Chef Claas nur nicht immer so für Herzklopfen sorgen würde. Aber eine Beziehung mit dem Chef geht gar nicht, denn was würden nur die Kollegen sagen?
Und als wäre das nicht schon schlimm genug, bittet ihr Bruder Lenni, der das Downsyndrom hat, sie auch noch darum, ihm bei Job- und Wohnungssuche zu helfen. Neles Eltern sind von seinen Plänen allerdings wenig begeistert. Doch Nele kann nicht Nein sagen und erhält außerdem auch Hilfe von unerwarteter Seite, was ihr Gefühlskarussell erst so richtig in Schwung bringt...
„Meistens kommt es anders, wenn man denkt“ ist mein erstes Hörbuch von Petra Hülsmann. Ihre Vorgängerromane habe ich alle gelesen. Die Sprecherin Nana Spier (u.a. Synchronstimme von Drew Barrymore) hat meiner Meinung nach eine angenehme und passende Stimme. Sie verleiht allen Figuren stimmlich etwas ganz eigenes, sodass man die verschiedenen Charaktere beim Hören gut auseinander halten kann. Der Stil der Autorin ist locker und leicht verständlich. Für mich sind die Dialoge sehr authentisch. Die Geschichte ist einfach zum Wohlfühlen und liest bzw. hört sich für zwischendurch gut weg.
Die Figuren wirken sehr lebensnah und die Protagonistin Nele war mir von Anfang an sympathisch. Wer „Wenn's einfach wär, würds jeder machen“ gelesen bzw. gehört hat, kennt Nele auch schon. Sie ist sehr liebenswert, intelligent, ehrlich, aber eben auch ganz normal. Ich denke, frau kann sich gut mit ihr identifizieren.
Mein heimlicher „Star“ in der Story ist ihr Bruder Lenni. Ich finde es toll, wie die Autorin das Thema Downsyndrom mit eingebracht hat. Gerade die Szenen mit Nele und Lenni finde ich oft witzig, aber auch sehr emotional, sodass manchmal auch eine Träne beim Hören floss. Auch die Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet.
Natürlich gibt es (Achtung: Spoiler) zum Schluss ein Happy End, das muss in diesem Genre ja schließlich auch so sein. Aber der Weg ist das Ziel. Und Nele und Claas auf diesem Weg zu begleiten, hat jede Menge Spaß gemacht. Dennoch ist es der Autorin gelungen, zum Ende hin noch ein paar klischeefreie Überraschungen und Wendungen einzubauen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte.
Das Cover finde ich auch wieder sehr ansprechend gestaltet. Jung, bunt und ein bisschen frech. Es passt auf jeden Fall zur Geschichte bzw. zu Nele.
Fazit: „Meistens kommt es anders, wenn man denkt“ ist ein locker-leichter, aber angenehm klischeefreier Liebesroman, der durchaus auch die ernsten Seiten des Lebens beleuchtet. Letztendlich ist Petra Hülsmann aber wieder ein absoluter Wohlfühlroman gelungen. Für Fans der Autorin und des Genres ein absolutes Muss!

  • Cover
  • Geschichte
  • Humor
  • Figuren
  • Stimme
Veröffentlicht am 12.03.2021

Interessante Geschichtsstunde

Geteilte Träume
1

Die 18-jährige Ingke fällt aus allen Wolken, als sie durch Zufall erfährt, dass sie nicht die leibliche Tochter ihrer Ärzte-Eltern ist. Sie wurde ihre Mutter weggenommen, weil diese einen Fluchtversuch ...

Die 18-jährige Ingke fällt aus allen Wolken, als sie durch Zufall erfährt, dass sie nicht die leibliche Tochter ihrer Ärzte-Eltern ist. Sie wurde ihre Mutter weggenommen, weil diese einen Fluchtversuch aus der DDR unternommen hatte. Auf der Suche nach Antworten zu ihrer wahren Herkunft kann sie aber weiterhin auf die Hilfe ihrer Adoptivfamilie zählen. Und lernt so viel über die DDR und dass fast jeder ihrer Verwandten ein Päckchen mit sich herum trägt.
Mit „Geteilte Träume“ hat Ulla Mothes einen spannenden Familienroman geschrieben, der viele interessante Einblicke in das Leben der DDR und dem Nachkriegsdeutschland gibt. Mit der Hauptprotagonistin Ingke bin ich zwar bis zum Schluss nicht 100 Prozent warm geworden, doch der Roman steckt voller interessanter Charaktere, die mir beim Lesen ans Herz gewachsen sind. Anfangs fiel es mir nicht leicht, bei der Fülle an Figuren den Überblick zu behalten. Auf den letzten Seiten des Buches findet sich aber ein Stammbaum, der hilft Die Erlebnisse einiger Figuren sind teilweise erschütternd und regen zum Nachdenken an. Sicherlich hat es all diese Dinge und Verbrechen durch die Stasi gegeben, dennoch hatte ich den Eindruck, dass das Bild der DDR recht einseitig negativ dargestellt wurde. Zumindest meine Verwandten, die diese Zeit noch selbst erlebt haben, verbinden eher positive Erinnerungen mit ihrem Leben dort. Doch das hängt sicher auch von den Erfahrungen ab, die man damals so gemacht hat. Die Autorin nutzt verschiedene Zeitebenen in ihrem Roman, was mir persönlich gut gefällt und für Spannung sorgt. Was mir auch sehr gut gefiel, war der familiäre Zusammenhalt, zumindest, was die Beerenhainer Familie angeht.

Alles in allem hat mir „Geteilte Träume“ sehr gut gefallen und Lust gemacht auf weitere Bücher, die sich um das Leben in der DDR drehen. Wer sich für Familiendramen mit historischem Hintergrund interessiert, sollte hier zugreifen.

  • Cover
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Thema
Veröffentlicht am 25.06.2019

Spannung pur

Girl on the Train - Du kennst sie nicht, aber sie kennt dich.
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Jeden Tag pendelt Rachel Watson nach London und jeden Tag kommt sie am Haus von Jason und Jess vorbei – in Rachels Vorstellung das perfekte Paar, obwohl sie die beiden gar nicht persönlich kennt. Deshalb ...

Jeden Tag pendelt Rachel Watson nach London und jeden Tag kommt sie am Haus von Jason und Jess vorbei – in Rachels Vorstellung das perfekte Paar, obwohl sie die beiden gar nicht persönlich kennt. Deshalb überlegt sie sich einfach selbst eine Biografie für die beiden, inkl. Namen. Sie selbst ist geschieden, ihr Ex-Mann neu verheiratet und frisch gebackener Vater, der mit seiner Familie immer noch in dem Haus lebt, das er damals mit Rachel gekauft und eingerichtet hat. Ein Umstand, der es Rachel, die Alkoholikerin ist, nicht gerade leichter macht, wieder auf die Beine zu kommen.

Trost findet sie lediglich in der Vorstellung, dass es die wahre Liebe in Form von Jason und Jess eben doch gibt. Bis sie eines Tages vom Zug aus etwas beobachtet, was ihre Welt ins Wanken bringt...

Eigentlich bin ich gar kein großer Thriller-Fan, aber mein Mann war von „Girl on the train“ so begeistert, dass ich doch neugierig wurde. Und ich wurde nicht enttäuscht!

Die Geschichte wird aus der Perspektive dreier Frauen erzählt – Rachel, Anna (die neue Frau von Rachels Ex-Mann) und Meghan. Dabei nimmt Rachels Sichtweise den größten Raum ein.
In Rückblenden erfährt der Leser, wie es zu Rachels Alkoholsucht kam und wie ihre Ehe in die Brüche ging. Aufgrund ihrer Sucht kommt es bei Rachel öfters zu Blackouts. So auch in der Nacht (Vorsicht, Spoiler) als Meghan verschwindet. Spätestens jetzt geht das Rätselraten los: Was ist ihr zugestoßen? Lebt sie noch? Und, falls nicht, wer hat sie auf dem Gewissen?

Dabei legt die Autorin so viele falsche Fährten und überrascht mit unerwarteten Wendungen, dass man bis zum Schluss gefesselt bleibt. Ich habe während des Lesens sicherlich jeden der Protagonisten einmal verdächtigt. Der Wechsel der Perspektiven erhöht dabei noch den Spannungsbogen, da die Kapitel dadurch teilweise mit Clifhangern enden. Ich finde die Geschichte wirklich spannend und habe das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Dabei sind mir viele der Figuren nicht einmal sympathisch. Ausnahme ist Rachel, die aufgrund ihrer Sucht und der Tatsache, dass sie nicht von ihrem Ex-Mann los kommt, wirklich in einer ganz miesen Situation ist. Die Autorin hat das Alkoholproblem wirklich authentisch dargestellt. Es gab Momente, da hätte ich Rachel am liebsten geschüttelt, da sie sich bewusst in Situationen begeben hat, die ihr gefährlich werden könnten. Manche ihrer Handlungen waren für mich nur schwer nach zu vollziehen. Dennoch habe ich mit ihr mitgefiebert. Gemeinsam mit ihr kommt der Leser des Rätsels Lösung Schritt für Schritt näher bis zum spannungsgeladenem Finale.

Fazit: „Girl on the train“ fesselt durch eine spannende Erzählweise und hält für die Leser so einige Überraschungen bereit. Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen.

Veröffentlicht am 04.05.2021

Hatte mehr erwartet

Hollywood Love Story
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Schauspieler Liam Wright, der aufgrund seines jugendlichen Aussehens und Benehmens in Hollywood den Spitznamen „Peter Pan“ erhalten hat, würde kaum ohne seine Haushaltshilfe und beste Freundin Shelby Carter ...

Schauspieler Liam Wright, der aufgrund seines jugendlichen Aussehens und Benehmens in Hollywood den Spitznamen „Peter Pan“ erhalten hat, würde kaum ohne seine Haushaltshilfe und beste Freundin Shelby Carter klar kommen. Sie kümmert sich um alles und hält ihn in der Spur. Irgendwann merkt Liam, dass Shelby mehr für ihn ist als eine gute Freundin. Doch um sie zu erobern, muss er erst einmal erwachsen werden. Gar nicht so leicht für den Sonnyboy, der bisher nur in den Tag hinein gelebt hat. Wird er es schaffen, Shelbys Herz zu erobern?

Cover und Schreibstil haben mir ganz gut gefallen. Die Geschichte wird überwiegend aus Liams Perspektive geschrieben. Ein paar Kapitel gewähren aber auch einen Anblick in Shelbys Gefühlswelt. Während ich Shelby recht sympathisch fand, erschien Liam mir mit seinen 28 Jahren wirklich noch sehr unreif.

Es dauert eine Weile, bis die Geschichte in Gang kommt, es gibt nicht viele spannende Wendungen und der Roman hat den längsten Epilog, den ich je gelesen habe.
Hin und wieder musste ich beim Lesen sehr schmunzeln, die Frotzeleien zwischen den beiden Protagonisten sind anfangs sehr amüsant. Etwas mehr Spannung hätte der Geschichte aber gut getan. Interessante Themen wie der Umgang der Paparazzi mit VIPs wurden kurz angerissen, hier hätte man meiner Meinung nach etwas mehr rausholen können.

Ich hatte mir dank Cover und Klappentext mehr vom Roman erwartet, wurde aber insgesamt ganz gut unterhalten.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 05.09.2020

Nett für zwischendurch

Weil alles jetzt beginnt
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Evvie möchte sich von ihrem Mann trennen und packt gerade die Koffer in den Wagen, als sie die Nachricht von seinem Tod erhält. Jetzt wird sie von allen für eine trauernde Witwe gehalten, da sie niemandem, ...

Evvie möchte sich von ihrem Mann trennen und packt gerade die Koffer in den Wagen, als sie die Nachricht von seinem Tod erhält. Jetzt wird sie von allen für eine trauernde Witwe gehalten, da sie niemandem, nicht einmal ihrem besten Freund Andy, je erzählt hat, was für ein narzisstischer Tyrann ihr Mann war. Dann tritt Dean in ihr Leben: Der ehemalige Baseballstar leidet unter seinem plötzlichen Karriere-Aus und mietet sich bei Evvie ein, um ein bisschen Ruhe vor der New Yorker Presse zu haben. Beide sind sich einig: Deans Karriere und Evvies Ehe sind Tabuthemen. Allerdings dauert es nicht sehr lange, bis sie die Regel brechen...

Das Buch ist im personalen Erzählstil geschrieben und beschriebt sowohl Evvies als auch Deans Sicht der Dinge. Der Schreibstil der Autorin liest sich meiner Meinung nach leicht und flüssig. Die Geschichte ist in vier grobe Abschnitte eingeteilt, beginnend mit dem Herbst, Winter, Frühling und Sommer. Die Figuren finde ich sympathisch, obwohl Evvie mir teilweise zu aufdringlich war; sie mischt sich gerne ungefragt in anderer Leute Leben ein. Auch die Nebenfiguren sind gut gezeichnet, allen voran Evvies alleinerziehender bester Freund Andy.
Die Beziehung zwischen den beiden Hauptprotagonisten baut sich sehr langsam und zaghaft auf, was ich als ganz angenehm empfand. Beide Figuren tragen einigen Ballast mit sich herum, den sie jeder für sich im Laufe der Story aufarbeiten. Es ist keine klassische Liebesgeschichte, aber dafür eine recht realistische, wie ich finde. Es geht um zwei Menschen, die mit ihrer Vergangenheit fertig werden bzw. mit diese abschließen müssen, bevor sie einen Neuanfang wagen können. Besonders Evvie macht im Laufe der Handlung eine starke Entwicklung durch, was mir gut gefallen hat. Allerdings habe ich so manche ihrer Handlungsweisen nicht ganz nachvollziehen können.

Insgesamt passiert nicht so wahnsinnig viel, es gibt kaum wahre Höhepunkte oder Wendungen. Das Ende ist (Achtung, Spoiler) nicht so romantisch, wie man es vielleicht von anderen Liebesgeschichten her kennt und hat mich teilweise etwas enttäuscht. Überhaupt waren die Zeitsprünge im Buch nicht immer ganz nachvollziehbar, das Ende erschien mir etwas erzwungen.
Insgesamt hat mir »Weil alles jetzt beginnt« ein paar nette Lesestunden beschert, allerdings hat mir das Prickeln zwischen den Hauptprotagonisten ein bisschen gefehlt. Für zwischendurch aber ganz nett.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl