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Veröffentlicht am 24.09.2025

Alter Mythos, neue Version.

Psyche und Eros
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Für das Buch habe ich mich zunächst wegen des Tropes "Griechische Mythologie" interessiert. Auch das Cover ist ansprechend gestaltet, mit kleinen Verweisen auf die Protagonisten des Buches, zum Beispiel ...

Für das Buch habe ich mich zunächst wegen des Tropes "Griechische Mythologie" interessiert. Auch das Cover ist ansprechend gestaltet, mit kleinen Verweisen auf die Protagonisten des Buches, zum Beispiel Eros Pfeile oder der Schmetterling. Die Buchdeckel sind komplett in Gold gehalten, was ich persönlich besonders schön finde. Ich habe schon einige Buch aus dieser Nische gelesen, die Liebesgeschichte von Psyche und Eros war jedoch bisher noch nicht darunter. Das Buch ist sowohl aus Psyches als auch Eros Sicht geschrieben. Zu Beginn war ich besonders an Eros Kapiteln interessiert, wie McNamara es wohl schaffen wird, die Gedanken und Gefühle eines Gottes zugänglich zu machen. Trotz meiner Vorbehalte, war ich positiv überrascht. Beide Hauptcharaktere sind leicht zu mögen und zu verstehen. Der ganze Roman ist sehr schnelllebig, es treten vielerlei Probleme in kürzester Zeit auf, deren Lösungen aber beinahe ebenso schnell. Das gibt einem das Gefühl jede Menge Abenteuer auf 440 Seiten zu erleben, ohne dass eine Szene zu langwierig erscheint. Ich fand es super, dass die Autorin die Geschichte derart abgewandelt hat, dass der Trojanische Krieg und deren Hauptakteure ebenfalls einen Platz in diesem Buch bekommen haben. Auch die zwei Figuren Iphigenie und Atalanta waren interessante Nebencharaktere. Alles in allem hatte der Roman alles was man sich von einem solchen wünscht: Liebe, Götter, Krieg und die wichtige Frage "was zeichnet wahres Heldentum aus".

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Zwei Geschichten, eine Verbindung

Die verlorene Tochter
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Vergangenheit 1938
Estée hat ein Ziel, Ballerina an der renommierten Scala in Mailand zu werden.
Felix ist der Sohn einer angesehenen Bäckerfamilie, bereits fest eingeplant in den Familienbetrieb. Als ...

Vergangenheit 1938
Estée hat ein Ziel, Ballerina an der renommierten Scala in Mailand zu werden.
Felix ist der Sohn einer angesehenen Bäckerfamilie, bereits fest eingeplant in den Familienbetrieb. Als die beiden zufällig aufeinander treffen, ist nichts mehr wie es vorher war und beider Leben gerät aus den Fugen.

Gegenwart
Lily hat eine neue Arbeitsstelle in Italien. Auf dem Weingut der Familie Rossi möchte Sie als Kellermeisterin das Erbe ihres verstorbenen Vaters ehren und die Produktion des dortigen Schaumweins erlernen. Kurz vor ihrer Abreise gelangt Lily überraschend in den Besitz eines Erbstücks ihrer Großmutter. Eine kleine Holzschachtel, deren Inhalt sich lediglich auf ein italienisches Rezept sowie einen Zeitungsausschnitt über eine Ballettaufführung an der La Scala in Mailand aus dem Jahr 1946 beschränkt.
Es scheint als wäre ihre Liebe zur Weinernte nicht Lilys einzige Verbindung zu Italien.

Der Roman folgt Lily auf einer Reise durch Italien und begleitet sie auf den Spuren ihrer Wurzeln. Soraya Lane schafft es schnell, durch ihren bildlichen Schreibstil, die Orte aus dem Roman sowie deren Figuren nahe zu bringen und mir ein vertrautes Gefühl zu verschaffen, als wäre ich schon einmal dort gewesen. Besonderes bei Lilys Emotionen fühlt man mit. Trotz der allgegenwärtigen Trauer über den Verlust ihres Vaters, den Wunsch diesen stolz zu machen und deren gemeinsamen Traum zu verwirklichen, findet Lily über den Roman hinweg ihren Weg auch ihren individuellen Bedürfnissen und Wünschen Raum zu geben, sich zu öffnen und neue Menschen, sowie eine neue Liebe in ihr Leben zu lassen.

Die Geschichte von Estee und Felix behandelt nicht weniger schwierige Themen, doch kann man als Leser kaum das Buch zur Seite legen, da man so mit den Charakteren mitfühlt, dass man wissen möchte wie es für sie ausgeht.

Ich habe den Sprung der Kapitel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sehr genossen. Es sind zwei tolle Geschichten, die zwar von Liebe geprägt sind, aber weit mehr zu bieten haben, als eine simple Love Story.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Familiengeheimnisse auf Kuba

Die vermisste Tochter
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Endlich geht die achtteilige Saga weiter. Wie schon in Band Eins der Serie "Die verlorene Tochter" bekommt eine junge Frau, hier Claudia, einen Brief von einer Londoner Anwaltskanzlei, welche um ein Treffen ...

Endlich geht die achtteilige Saga weiter. Wie schon in Band Eins der Serie "Die verlorene Tochter" bekommt eine junge Frau, hier Claudia, einen Brief von einer Londoner Anwaltskanzlei, welche um ein Treffen bittet. Bei diesem bekommt Claudia eine Schatulle überreicht, darin Hinweise auf ihre Großmutter und -vater. Kurzer Hand macht sich Claudia auf die Reise nach Kuba, um den Spuren ihrer Großmutter nachzugehen.

Wie bereits im ersten Band findet sich die Protagonistin immer wieder vor Rätseln und Hürden. Um endlich die ganze Wahrheit über ihre Familie und deren Geschichte zu erfahren, muss Claudia diese Schritt für Schritt, Puzzleteil für Puzzleteil aufdecken. Das schafft sie nicht zu letzt durch die Hilfe eines bestimmten Mannes, den sie auf ihrer Reise kennenlernt.

Mir hat das Buch sehr gefallen. Es orientiert sich stark am Stil des ersten Bandes. Für alle also, denen das erste Buch gefallen hat, eine klare Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Der Wert der Erinnerungen

Memoria
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In ferner Zukunft sind Waldbrände an der Tagesordnung. Als eben so einer Harriets Zugfahrt unterbricht, wird das Leben der jungen Frau schnell auf den Kopf gestellt. Sie rettet einer älteren Dame das Leben, ...

In ferner Zukunft sind Waldbrände an der Tagesordnung. Als eben so einer Harriets Zugfahrt unterbricht, wird das Leben der jungen Frau schnell auf den Kopf gestellt. Sie rettet einer älteren Dame das Leben, in dem sie dieser in letzter Sekunde aus ihrem brennenden Haus hilft und sie im Auto aus der Gefahrenzone fährt. Es gibt nur ein Problem: Eigentlich kann Harriet gar kein Auto fahren und warum kennt die alte Frau Harriets Namen?

Das Buch beginnt sofort spannend und mit der Zeit sammeln sich immer weitere Ungereimtheiten an. Als Leser ist es besonders interessant, dass sich zu Beginn keinerlei Verbindungen zwischen den aufwallenden Erinnerungsstücken und Harriets tatsächlichem Leben finden lassen. Erst mit Harriets Reise in die Vergangenheit, ihrem Heimort München, ergeben sich neue Bilder. Ich habe stetig Theorien in meinem Kopf erstellt und immer wieder verworfen, das Rätseln um Harriets Leben gefiel mir ausgesprochen gut. Dabei hält sich Zoë Beck nicht an Ausschweifungen, langen Charakter- oder Landschaftsbeschreibungen auf, trotzdem hat man ein schnell ein gewissen Bild vor Augen wie ein zukünftiges Deutschland in diesem Roman aussieht. Auch Harriets Gefühle und Gedanken sind nachvollziehbar und decken sich oft mit jenen des Lesers. Der Rhythmus der Buches ist sehr schnell, was der Tiefe der Geschichte aber nicht schadet. Das unterschwellige Thema, Erinnerungen und geistiges Gedankengut und deren Manipulation und Veränderung durch Fremdeinwirkung und künstliche Intelligenz, macht das Buch zu dem höchst aktuell und regt zum Nachdenken an.

Ich finde das Buch und dessen Thema extrem interessant und habe es in kürzester Zeit gelesen. Auch wenn der Roman seinen Abschluss findet, hätte ich mich gefreut die Figuren noch eine Weile begleiten zu können.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Lenoras Geheimnis

Hope's End
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Kit, eine junge Pflegekraft aus ärmlichen Verhältnissen, nimmt nach einem Jahr Suspendierung eine Stelle auf Hope’s End an.
Das Anwesen liegt abgelegen an Steilklippen und hat eine dunkle Vergangenheit. ...

Kit, eine junge Pflegekraft aus ärmlichen Verhältnissen, nimmt nach einem Jahr Suspendierung eine Stelle auf Hope’s End an.
Das Anwesen liegt abgelegen an Steilklippen und hat eine dunkle Vergangenheit. Vor knapp 50 Jahren soll dessen Besitzerin, als damals 17 Jährige, hier auf brutale Weise ihre eigenen Eltern und ihre Schwester ermordet haben. Seither beteuerte, die in die Tage gekommene, gebrechliche Frau ihre Unschuld und lebt zurückgezogen auf dem einstigen Familiensitz. Noch nie hat Lenora über die Ereignisse an jenem Abend gesprochen, bis sie auf Kit trifft. Dieser möchte sie endlich anvertrauen, was damals wirklich geschehen ist, mit Hilfe ihrer Schreibmaschine, denn Lenora ist seit einem Schlaganfall nur auf diesem Wege zur Kommunikation fähig.

Der Thriller holt einen gleich auf den ersten Seiten ab und steigt ohne Umschweife ins Geschehen ein, in dem Kit eröffnet wird, dass sie das Geheimnis erfahren soll. Ich hatte bis dahin noch kein Buch von Riley Sager gelesen und war daher sehr gespannt, wie sich seine Bücher lesen, besonders nach dem Hype um dieses Buch auf Tik Tok.
Hope‘s End liest flüssig und man kann dem Geschehen schnell folgen, auch wenn mir nicht klar geworden ist, warum Lenora ausgerechnet Kit nach all der langen Zeit ihre Geschichte anvertraut. Das Buch nimmt einen auf zwei Zeitebenen mit, der Vergangenheit in Form von Lenoras Schreinmaschinentextes und der Gegenwart. Dabei schafft es Sager ständig neue Wendungen und Überraschungen zu offenbaren, was einen als Leser stets zum Weiterlesen animiert. An dieser Stelle kann leider nicht zu viel verraten werden ohne zu spoilern. Ich finde aber , dass das Buch einem einen mystisch, grausigen Vibe gibt, der ideal für alle Thriller Fans ist und sich perfekt für eine Lektüre an verregneten Tagen eignet.

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