Profilbild von Recensio

Recensio

Lesejury Star
offline

Recensio ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Recensio über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2025

Spannend, unterhaltsam und voller guter Ideen

Aqua obscura
0

Normalerweise meide ich Anthologien eher, weil mir bei den meisten Kurzgeschichten die Tiefe fehlt. Hier hat mich zum einen das Cover fasziniert, zum anderen die Autor/innen, die vertreten sind.

Auf ...

Normalerweise meide ich Anthologien eher, weil mir bei den meisten Kurzgeschichten die Tiefe fehlt. Hier hat mich zum einen das Cover fasziniert, zum anderen die Autor/innen, die vertreten sind.

Auf knapp 200 Seiten bekommen wir hier mehr geboten, als ich tatsächlich erwartet hatte. 17 Geschichten voller Abenteuer, Geheimnissen und Figuren, die so abwechslungsreich gestaltet wurden, dass es zu keiner Zeit langweilig wurde. Dieses Werk strotzt nur so vor kreativen Ideen, und man merkt jeder einzelnen Story an, dass sich der/die Verfasser/in im schriftstellerischen Handwerk heimisch fühlt. Der Clou hierbei ist, dass sich alles rund ums Wasser dreht. So finden wir Geschichten, die im, am, unter und auf ebenjenem Element angesiedelt sind.

Bei Anthologien ist es klar, dass einem nicht jede Erzählung gleich gut gefällt, mich hat jedoch überrascht, wie oft man meinen persönlichen Geschmack getroffen hat. Die Leserschaft erwartet eine kunterbunte Sammlung von faszinierenden Geschöpfen, die einen zum Gruseln oder Schmunzeln bringen.

"Allein stehe ich an der Spitze des Turmes, während um mich herum die schwarze See zu pulsieren beginnt. Groteske Gliedmaßen erheben sich aus den Tiefen und bringen das Wasser zum Schäumen. Ein unbändiges Rauschen hallt durch die eiskalte Luft." (Zitat aus: Der schwarze Turm)

Die schwarz-weißen Illustrationen peppen das Ganze positiv auf.

Auch für jene Leser/innen, die überlicherweise weniger zu Anthologien greifen, ist diese Lektüre eine Empfehlung. Die Kurzgeschichten sind kurzweilig, unterhaltsam, spannend und voller guter Ideen. Mir hat das Buch tolle Lesemomente beschert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2025

Magie, Drama, Abenteuer - wohin man auch schaut.

Heartless Hunter. Der rote Nachtfalter, Band 1
0

Es herrscht Ausnahmezustand, denn die Jagd auf die Hexen ist eröffnet. Plötzlich sind alle auf sich selbst gestellt, sowohl Familien als auch Freunde haben sich gegeneinander gewandt und liefern sich gegenseitig ...

Es herrscht Ausnahmezustand, denn die Jagd auf die Hexen ist eröffnet. Plötzlich sind alle auf sich selbst gestellt, sowohl Familien als auch Freunde haben sich gegeneinander gewandt und liefern sich gegenseitig ans Messer. Zu groß ist die Gefahr, als „Hexensympathisanten“ abgestempelt zu werden. Einfaches Spiel für die Hexenjäger der Blutwache, wie Gideon – sollte man zumindest meinen. Allerdings kann es auch ganz anders kommen, wie uns Ciccarelli hier auf mythische Weise erzählt.

Rune ist eine wundervolle und beeindruckende Protagonistin. Ihr Charakter ist sehr authentisch dargestellt und hat erkennbare menschliche Züge. Auch ihr passieren Fehler, die sie hinnimmt, und sie macht mutig weiter, obwohl sie jede Menge Schmerz in sich trägt. Dass Gideon in ihr Leben getreten ist, war auf lange Sicht gesehen das Beste, was ihr passieren konnte. Ein nach außen hin willensstarker und anmutiger Mann, der ebenfalls eine verletzliche Seite hat. Ich habe die Annäherung der beiden mit großer Neugier und Herzflattern verfolgt. Die Anziehung der beiden war stets greifbar und hatte einfach etwas Magisches.

Die Autorin hat mich direkt in ihren Bann gezogen und an ihr Werk gefesselt. Ob es an der angespannten Atmosphäre lag oder an den unerwarteten Wendungen, die Ciccarelli hervorragend eingebaut hat – ich war rundum begeistert. Für mich eine wunderbare und abenteuerliche Liebesgeschichte, die mich mitten ins Herz getroffen hat. Der flüssige und bildgewaltige Schreibstil hat mich das Buch fast in einem Rutsch verschlingen lassen.

Henriette Schreurs als Sprecherin gefiel mir gut. Sie hat eine angenehme (wenn auch teilweise recht monotone) Stimme und setzt Betonungen gezielt, ohne dass diese zu übertrieben wirken.

Fazit: Magie, Drama, Abenteuer - wohin man auch schaut. Dieser Fantasyroman hat einfach alles, was man von diesem Genre erwartet. Aus Feinden werden Freunde und aus Freundschaft eine magische Liebesgeschichte, die übrigens mit einem fiesen Cliffhanger endet, der neugierig auf Band 2 macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.04.2025

Spannend, unterhaltsam, kreativ - typisch Fox!

Devil's Kitchen
0

Engine 99 ist eine Feuerwehrtruppe, die nicht nur Feuer löscht, sondern auch geplant legt, um ungestört Raubgänge zu erledigen.
Als Bens Freundin Luna und ihr Sohn jedoch verschwinden, verdächtigt der ...

Engine 99 ist eine Feuerwehrtruppe, die nicht nur Feuer löscht, sondern auch geplant legt, um ungestört Raubgänge zu erledigen.
Als Bens Freundin Luna und ihr Sohn jedoch verschwinden, verdächtigt der Feuerwehrmann seine Kollegen, damit zu tun zu haben, und opfert für Lunas Rettung alles.

Die private Ermittlerin Andy schleust sich unter die Männer und ist auf der Suche nach Beweisen zu Lunas Verbleib. Im Gegenzug überführt sie die Truppe aber auch der Raubüberfälle. Ein gefährlicher Auftrag, wie sich bald rausstellt.

Candice Fox ist bekannt für ihre starken weiblichen Figuren. So ist auch Andy taff, unerschrocken und perfekt ausgebildet für diese Undercover-Arbeit.

Zitat S. 157:
»Ich glaube, du bist eine Irre.« Ben riss die Schranktür auf und schob Kartons in die Regale. »Du bist ein Adrenalinjunkie. Das Risiko der verdeckten Ermittlung ist ein großer Spaß für dich, deswegen hast du die Schraube noch ein bisschen angezogen und damit das Leben anderer Menschen gefährdet. Wenn du als Undercover-Hirnchirurgin arbeiten müsstest, würdest du das auch machen? Würdest du dich in Delaware ausbilden lassen und kurz danach Patienten aufschneiden?«

Aber es gibt auch eine gefühlvolle Seite, die immer wieder durchblitzt - vor allem was Andys Vergangenheit betrifft. Die Autorin versteht es, dem Leser die Hintergründe der Protagonisten durch Rückblicke und interessante Dialoge nahe zu bringen. Keiner der hier erwähnten Personen ist nur gut oder böse dargestellt, was jedem eine ganz besondere Tiefe verleiht.

Die Story ist detailreich, komplex und bietet jede Menge Spannung, die zum Schluss fulminant endet. Allerdings ohne Happy End. Nach dem letzten Absatz könnte ich mir durchaus eine Fortsetzung vorstellen. Aber auch das mag ich besonders an Fox' Geschichten: Alles ist möglich.

Fazit: Sehr empfehlenswerte Story für Spannungsliebhaber und/oder (freiwillige) Feuerwehrleute. Candice Fox geht für mich immer.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2025

Fulminanter Reihenauftakt voller Geheimnisse, Intrigen und jeder Menge Spice

Ruthless Creatures
0

Vor fünf Jahren hätte Natalie ihre große Liebe David heiraten sollen. Doch bevor es überhaupt dazu kommt, verschwindet David spurlos. Heute, fünf Jahre später, lebt Natalie immer noch in der Ungewissheit, ...

Vor fünf Jahren hätte Natalie ihre große Liebe David heiraten sollen. Doch bevor es überhaupt dazu kommt, verschwindet David spurlos. Heute, fünf Jahre später, lebt Natalie immer noch in der Ungewissheit, was mit ihrem Verlobten passiert ist, und hofft auf seine Rückkehr. Ihre beste Freundin Sloane führt sie an ihrem eigentlich fünften Hochzeitstag zu einem Mädelsabend aus, bei dem sie auf den attraktiven Kage trifft. Obwohl er direkt gefährlich auf Natalie wirkt, spürt sie dennoch eine gewisse Anziehung. Es kommt wie es kommen muss und Natalie lässt sich auf ein riskantes Spiel mit ihm ein, das ihr ganzes Leben verändern wird…

Die Story wird hauptsächlich aus Sicht von Natalie erzählt. Eine wirklich außergewöhnliche Protagonistin, die sich von der zurückgelassenen und gebrochenen Verlobten zu einer mutigen und selbstwussten Frau entwickelt. Dabei entdeckt sie verborgene Eigenschaften an sich, die sie gerade im Umgang mit Kage und anderen bösen Männern definitiv gebrauchen kann. Ihre Entwicklung mitzuerleben, fand ich super interessant und war am Ende richtig stolz auf die Frau, die aus ihr geworden ist.

Mit Kage hat J. T. Geissinger sich selbst übertroffen. Was für ein Mann! Auch er ist in der Vergangenheit verletzt worden und hat meiner Meinung nach nur auf eine Frau wie Natalie gewartet, die ihn heilt. Doch Kage ist unglaublich autoritär und besitzergreifend. Damit muss Natalie erst einmal zurechtkommen, wobei ich sie bewundert habe, wie oft sie sich ihm widersetzt und ihn in seine Schranken gewiesen hat. Dennoch hat sie sich ihm hingegeben und ihm die sexuelle Führung überlassen. Und mal ganz ehrlich, wer von uns hätte das nicht getan? Kage ist einfach ein Hottie!!!

Der Schreibstil ist bildgewaltig und hat mich direkt zu Beginn an die Handlung gefesselt. Nicht nur, dass die Autorin die düstere Atmosphäre perfekt auffängt, nein, ihre Mischung aus einer brutalen Mafia-Geschichte gekoppelt mit dunkler Leidenschaft hat mein Herz höherschlagen lassen. Geissinger weiß genau, wie sie ihre Dark Romance-Liebhaber erreicht und sorgt mit prickelnden Sexeinlagen für den nötigen Nervenkitzel. Aber auch Wortwitz kommt bei ihr nicht zu kurz, wie wir gerade in den Dialogen zwischen Natalie und Sloane erfahren.

Fazit: Ein fulminanter Reihenauftakt voller Geheimnisse, Intrigen und jeder Menge Spice. Entwicklungsreiche Charaktere, prickelnde Szenen und ein Cliffhanger am Ende von Band 1 machen definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.04.2025

Coole Horror-Snacks für zwischendurch

SHINING IN THE DARK
0

Ein Roman von Stephen King? Happy. Ein Buch, wo nicht nur er, sondern auch Poe, Keene, Chizmar und Lindqvist dran beteiligt sind? Nochmal happy. Als ich die erste Ankündigung vom Buchheim Verlag gesehen ...

Ein Roman von Stephen King? Happy. Ein Buch, wo nicht nur er, sondern auch Poe, Keene, Chizmar und Lindqvist dran beteiligt sind? Nochmal happy. Als ich die erste Ankündigung vom Buchheim Verlag gesehen hab, war ich sofort hin und weg. Das Cover ist genauso cool gestaltet worden wie bei den Originalausgaben. A little Shining in the Dark (krasser Übergang, oder?).

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der bekannten King-Fanseite »Lilja's Library - The World of Stephen King« präsentiert deren Gründer Hans-Åke Lilja diese herrlich-schaurige Horror-Anthologie. Zugegeben: Kurzgeschichten sind nicht so meins. Normalerweise. Wenn sich aber so viele namhafte Horror-Autoren versammeln, muss ich das Ding einfach lesen. Ein bisschen gewundert hab ich mich über die Tatsache, dass hier nur Männer dabei sind, denn es gibt durchaus Frauen, die das Genre ebenso perfekt drauf haben/hatten. Wie beispielsweise Shirley Jackson und Darcy Coates, um nur zwei zu nennen. Aber sei's drum.

Mir haben fast alle Geschichten gefallen - die eine mehr, die andere weniger. Besonders stach für mich die Story »Internet« von Jack Ketchum hervor, in der es um Cassandra und Andrew geht, die sich in einem Single Chat kennenlernen. Man plaudert, man wird privater, man verliebt sich - bis es schließlich zu einem Treffen kommen soll. Anhand von Tagebucheinträgen erfahren wir, warum Andrew Angst vor dem Treffen hat und welche Wünsche (die naive) Cassandra äußert. Diese Story strotzt nur so vor Klischees, auch wenn es ebenjenen nicht an Authentizität mangelt, denn ich kann mir gut vorstellen, dass es so oder so ähnlich im echten Leben ablaufen kann. Gruselig! Und das Ende hat mich einfach gekillt. Mit dem kleinen Schocker hab ich nicht gerechnet.

Natürlich ist auch der Horror-Altmeister himself vertreten ... und ich traue mich gar nicht, es auszuschreiben, aber seine Geschichte »Der blaue Kompressor« war für mich die schwächste von allen. Ich konnte mit dem Thema rein gar nichts anfangen, fand die Figuren (Mrs. Leighton, eine adipöse Frau, und Gerald Nately, ein Mann, der sich vor ihr ekelt und sie in seinem Manuskript verewigt) langweilig ausgearbeitet und den Erzählstil hier einfach seltsam. Die eigentliche Handlung wird immer wieder unterbrochen von (sozusagen) Randbemerkungen, die den Lesefluss enorm störten. Einzig bei der Stelle, wo der Typ seiner Story einen Namen gegeben hat, musste ich lachen. Darauf kann ich jetzt leider nicht näher eingehen, sonst verrate ich womöglich zu viel.

Fazit: Wer Bock auf kleine Horror-Snacks zwischendurch hat, ist mit diesem Werk bestens bedient. Man kann es immer wieder zur Seite legen und findet schnell wieder rein. Die Kurzgeschichten sind abwechslungsreich und (überwiegend) unterhaltsam. Ist definitiv einen Blick wert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere