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Veröffentlicht am 06.12.2024

Dramatisch und wendungsreich

Das Wochenende
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Max und Annie eröffnen einen Glampingplatz und laden ihre alten Studienfreunde mitsamt ihren Familien ein, um diesen vor Eröffnung zu testen und mal wieder Zeit zusammen zu verbringen. Doch relativ schnell ...

Max und Annie eröffnen einen Glampingplatz und laden ihre alten Studienfreunde mitsamt ihren Familien ein, um diesen vor Eröffnung zu testen und mal wieder Zeit zusammen zu verbringen. Doch relativ schnell entpuppt sich die 20-jährige Freundschaft zwischen den Männern als nicht so gefestigt, als diese auf die Kinder aufpassen sollen und sie sie prompt aus den Augen verlieren. Mit der Suche nach den Kindern abgelenkt, bekommt jedoch keiner die wirkliche Bedrohung mit, die aus einer ganz anderen Richtung kommt.

Der Prolog beginnt direkt dramatisch und zeigt dem Leser, mit welcher schrecklichen Szene sie konfrontiert werden. Jedoch lässt die Autorin einen im Unklaren, um welche Personen es sich handelt, und beginnt von vorne zu erzählen.

Zitat S. 11:
„Es gibt keinen Ausweg. Sie kann nirgendwohin.
Sie macht die Augen zu, breitet die Arme aus, ganz weit, als hätte sie Flügel, um sich in die Lüfte zu erheben und sich dem Vogel weit über ihr anzuschließen. Mit einem letzten, tiefen Atemzug bewegt sie sich vorwärts in die Leere hinein. Ob Sturz oder Flug – ihr ist jetzt alles egal.“

Nach einer kurzen Vorstellung, mit welchen Paaren und Kindern wir es hier zu tun haben, ändert sich recht schnell die Atmosphäre, als bereits am ersten Abend Auseinandersetzungen auftreten.

Die Autorin geht hier thematisch auf traumatisierte Kinder ein und welche Schwierigkeiten im Alltag auftreten, was ich persönlich sehr interessant fand. Die Emotionen sind hier sehr gut dargestellt und sorgen bereits für ein unterschwelliges Brodeln.

Die Kapitel werden abwechselnd durch die verschiedenen Protagonisten rückblickend erzählt, denn mittlerweile ist das Wochenende bereits vorüber und die Polizei ist involviert und befragt alle Teilnehmer, da eine Person vermisst wird.

Hier weiß Hannah Richell die Ahnungslosigkeit des Lesers gut zu nutzen. Mit einigen Wendungen und spannenden Vorkommnissen begreift man erst zum Schluss, auf wen sich die anfangs geschriebenen Worte bezogen und wer hier eigentlich wirklich in Gefahr ist.

Parallel zum Print habe ich das Hörbuch gehört. Die beiden Sprecher, Anne Düe und Günther Harder, haben grundsätzlich einen guten Job gemacht. Mir haben die Stimmfarben, Betonungen und Pausen gefallen, sodass ich mich völlig der Story hingeben konnte.

Fazit: Ein spannender Thriller mit wendungsreichem Plot. Mir hat vor allem die Themenauswahl (Mobbing, Trauma usw.) gefallen. Das hat Richell gut rübergebracht. Ich kann das Buch daher uneingeschränkt empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Eine bedrückende Fortsetzung

Die Totgeglaubte (Haven 4)
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Die Story wird wie in den Teilen zuvor auch wieder abwechselnd aus der Sicht von Cyrus und Evie erzählt. Ich liebe die Verbindung der beiden zueinander einfach! Jeder ist für den anderen da, ohne darum ...

Die Story wird wie in den Teilen zuvor auch wieder abwechselnd aus der Sicht von Cyrus und Evie erzählt. Ich liebe die Verbindung der beiden zueinander einfach! Jeder ist für den anderen da, ohne darum gebeten zu werden oder eine Gegenleistung zu erwarten. In der heutigen Zeit leider nicht selbstverständlich, daher haben diese beiden eine echte Vorzeigefreundschaft.

Robotham greift das Thema Migration in diesem Band bewusst auf und baut darum eine erschreckend reale Story. Ehrlich gesagt war mir diese direkte Konfrontation, überflutet von den Bildern aus den immer noch gegenwärtigen Nachrichten, hin und wieder echt zu viel. Für die Entwicklung von Evie und Cyrus ist die Geschichte allerdings unabdingbar.

Cyrus hat mir mal wieder sehr imponiert. Sein Beschützerinstinkt war ausgeprägter denn je, denn wenn es um Evies Wohlergehen geht, lässt er einfach alles stehen und liegen. Und Evie ist in diesem Teil tatsächlich sein großes Sorgenkind. So ist es nicht nur ihre körperliche Gesundheit, die Anlass zur Sorge bereitet, sondern vielmehr ihr lange unterdrücktes Kindheitstrauma. Im Laufe der Geschichte öffnet sie sich Stück für Stück und gibt Erlebnisse ihrer Kindheit preis. Zusammen mit Cyrus versucht sie, ihre damalige Flucht zu rekonstruieren und stößt dabei auf furchtbare Erinnerungen...

Der Schreibstil von Robotham ist mitreißend und gerade in diesem Teil sehr bedrückend. Ich hatte durchgehend ein flaues Gefühl im Magen, weil mich die Ereignisse so sehr berührt haben. Gewalttätige Schlepper, verzweifelte Migranten, gekenterte Boote, ertrunkene Menschen - all das hat der Autor so real verpackt, dass mir die Tränen in den Augen standen.

Fazit: Eine bedrückende Fortsetzung, emotional, mitreißend, authentisch. Wer Cyrus und Evie schon ins Herz geschlossen hat wie ich, der wird auch hier wieder voll begeistert sein.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Millie in Bestform!

Sie wird dich finden
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Meine Lieblingshaushälterin ist zurück! Und zu meiner Überraschung ist sie auf einmal so brav geworden. Mittlerweile hat sie mit ihrem Ehemann Enzo zwei wundervolle Kinder und ist gerade in ein neues Haus ...

Meine Lieblingshaushälterin ist zurück! Und zu meiner Überraschung ist sie auf einmal so brav geworden. Mittlerweile hat sie mit ihrem Ehemann Enzo zwei wundervolle Kinder und ist gerade in ein neues Haus eingezogen. Alles scheint perfekt – wären da nicht die Nachbarn vom nebenan...

Suzette ist eine aufgetakelte und hochnäsige Person, die mit ihrem Mann und ganz wichtig – ohne Kinder – in dem prunkvollen Nachbarhaus lebt. Millie ist es schon nach kurzer Zeit leid, wie Suzette sich Enzo an den Hals schmeißt. Doch sie hält sich zurück, auch wenn es ihr unheimlich schwerfällt. Als Suzettes Ehemann plötzlich mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden wird, fällt der Verdacht schnell auf Enzo. Millies Einsatz ist gefragt! Obwohl sie sich geändert hat, muss sie alles tun, um diesmal ihre eigene Familie zu retten…

Ich bin ja so traurig, dass wird nun am Ende der Trilogie angekommen sind, und weiß noch gar nicht, wie es mit mir weitergehen soll ohne Millie! Diese Reihe war einfach gigantisch und auch der dritte Teil konnte mich vollends überzeugen. In vier Teilen erzählt McFadden die Geschichte, und auch wenn Millie diesmal eher im Hintergrund agiert, geht es dennoch um ihre Familie, die sie mit aller Kraft beschützen muss.

Der Schreibstil von McFadden ist gewohnt mitreißend und überaus fesselnd. Schon nach wenigen Seiten war ich voll drin in der Handlung und habe die Geschehnisse mit brennender Neugier verfolgt. Die geschickt eingebauten Plottwists haben bei mir ordentlich für Nervenkitzel gesorgt und die Perspektivwechsel zwischen Millie und ihrer Tochter Ada fand ich sehr gelungen. Da ich Millie ja schon kannte, habe ich sie immer wieder im Verdacht gehabt und ihr alles Mögliche zugetraut. Wer kann´s mir auch verübeln?

Zum Ende hin ging es Schlag auf Schlag. Für mich gab es keine Chance, das Buch auch nur kurz aus der Hand zu legen, so sehr war ich gefangen in diesem Strudel, den die Autorin in Gang gesetzt hat. Einerseits neugierig auf den Ausgang, habe ich auch wehmütig die letzten Seiten durchgeblättert, weil ich einfach nicht wollte, dass Millies Geschichte nun tatsächlich zu Ende geht. Doch so großartig wie sie angefangen hat, so grandios endet sie auch!

Fazit: Diesem finalen Band habe ich so sehr entgegengefiebert und bin nun echt traurig, dass es tatsächlich vorbei ist mit den Geschichten rund um die hilfsbereite Millie. McFadden hat hier alles richtig gemacht und die Reihe grandios enden lassen. Mach´s gut, liebe Millie, ich werde dich wirklich vermissen!

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Genial, witzig und ausgeklügelt!

How to murder your Boss – McMasters Handbuch zum Morden
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Sind wir mal ehrlich: Jeder von uns hatte schon mindestens einmal richtig gemeine Gedanken und hat seinem Gegenüber was Schlimmes an den Hals gewünscht. Normal, oder? Und genau diese Gedanken greift Rupert ...

Sind wir mal ehrlich: Jeder von uns hatte schon mindestens einmal richtig gemeine Gedanken und hat seinem Gegenüber was Schlimmes an den Hals gewünscht. Normal, oder? Und genau diese Gedanken greift Rupert Holmes hier auf und begleitet drei Menschen bei der Ausführung eines Mordes. Er hat hierfür ein Lehrbuch der besonderen Art geschaffen, und was soll ich sagen – ich bin begeistert davon!

Mich hat das Setting extrem neugierig gemacht. Eine luxuriöse Hochschule, deren Standort nicht einmal die Studenten selbst kennen. Das hat ziemlich coole Dark Academia Vibes und erinnert ein wenig an Hogwarts, Krabat und School for Good and Evil.

Der Autor beschreibt die Morde detailliert von den Plänen bis hin zur Umsetzung und lässt dabei keine Fragen unbeantwortet. Auf unterschiedliche Arten sorgen seine drei Studenten letztendlich für das Ableben ihrer Auserwählten und wir Leser dürfen ihnen dabei Schritt für Schritt über die Schulter schauen. Der perfekte Mord ist sozusagen ihre Abschlussarbeit. Sollten sie scheitern, ist das ihr eigener sicherer Tod. Diesen Gedanken im Hinterkopf und die Details der perfiden Vorbereitungen haben mich ganz besonders fasziniert. Man merkt deutlich, dass dieses Werk Holmes am Herzen lag und seine Begeisterung ist direkt auf mich übergeschwappt.

Bereits das Vorwort hat mich direkt angesprochen und zum Schmunzeln gebracht.

"Sie haben sich also entschlossen, einen Mord zu begehen. Glückwunsch. Schon durch den Kauf dieses Buches haben Sie den wichtigen ersten Schritt hin zu einem erfolgreichen Tötungsdelikt unternommen und können stolz auf sich sein."

Ich hatte so richtig Lust, weiterzulesen und zu erfahren, was mir der Autor alles erzählen möchte.

Sein Schreibstil ist teilweise nüchtern und sachlich, ohne ins Langweilige abzudriften. Ich mochte den schwarzen Humor, der sich durch die Handlung selbst und auch noch durch den Epilog zog. Ich finde auch, dass man sich für dieses Buch Zeit nehmen sollte. Es ist also keine schnelle Lektüre für zwischendurch, denn dafür hat Holmes gesorgt. Und wer möchte schon einen Autor enttäuschen, der sich mit so einem Thema überhaupt befasst? Ich nicht!

Fazit: Eine schwarzhumorige Geschichte, die uns in ein Thema einführt, über das die meisten von uns noch nie gründlich nachgedacht haben. Doch diese Schritt-für-Schritt-Anleitung lässt einen einfach nicht mehr los. Genial, witzig und ausgeklügelt!

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Genialer Reihenauftakt

Die Frau des Serienkillers
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Also, wenn dieser Auftakt nicht einschlägt wie eine Granate, dann weiß ich auch nicht. Denn was Alice Hunter uns hier präsentiert, ist kaum in Worte zu fassen, so sehr hat mich die Geschichte umgehauen. ...

Also, wenn dieser Auftakt nicht einschlägt wie eine Granate, dann weiß ich auch nicht. Denn was Alice Hunter uns hier präsentiert, ist kaum in Worte zu fassen, so sehr hat mich die Geschichte umgehauen. Aber alles der Reihe nach.

Es gibt nur zwei Perspektiven in dieser Story - die von Tom und Beth. Während wir von Tom nur hin und wieder etwas erfahren, weil er sich im Gefängnis befindet, öffnet Beth ihr Herz und plaudert munter aus dem Nähkästchen. Zunächst geschockt über die Nachricht, dass ihr Mann als Mörder angeklagt wird, taut Beth immer mehr auf und gibt Informationen preis, die mir letztendlich die Schuhe ausgezogen haben. Was für eine krasse Wendung!

Beth ist eine großartige Protagonistin. Ich mochte ihre unbeschwerte Art sehr gerne und fand sie als Mutter unglaublich liebevoll. Man merkt schnell, dass Familie für sie alles bedeutet. Und trotz der Anschuldigungen gegen ihren Mann, versteckt sie sich nicht, sondern lebt mutig ihr Leben weiter. Dafür habe ich sie total bewundert. Doch je mehr Details über Tom ans Tageslicht kommen, umso mehr verändert sich Beth. So sehr, dass ich ab einem gewissen Zeitpunkt gar nicht mehr unterscheiden konnte, ob sie ihre Rolle der ahnungslosen Ehefrau nur spielt oder ob eine perfide Taktik dahintersteckt.

Ich habe den fesselnden Schreibstil geliebt und mich von der Autorin förmlich durch die Seiten peitschen lassen. Ständig kommen neue Details ans Licht, die mich fasziniert haben und dementsprechend meine Neugier steigerten. Je näher ich dem Ende kam, desto mehr verfiel ich in Schnappatmung, denn ich konnte kaum verarbeiten, was ich gelesen habe. Eine grandiose Wendung wartet hier auf den Leser und sorgt für jede Menge Kopfkino.

Fazit: Ein genialer Reihenauftakt, dessen Fortsetzung ich jetzt schon entgegenfiebere. Tolle Charaktere und eine wendungsreiche Story machen dieses Buch zu einem echten Pageturner. Unbedingt lesen!

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