Dramatisch und wendungsreich
Das WochenendeMax und Annie eröffnen einen Glampingplatz und laden ihre alten Studienfreunde mitsamt ihren Familien ein, um diesen vor Eröffnung zu testen und mal wieder Zeit zusammen zu verbringen. Doch relativ schnell ...
Max und Annie eröffnen einen Glampingplatz und laden ihre alten Studienfreunde mitsamt ihren Familien ein, um diesen vor Eröffnung zu testen und mal wieder Zeit zusammen zu verbringen. Doch relativ schnell entpuppt sich die 20-jährige Freundschaft zwischen den Männern als nicht so gefestigt, als diese auf die Kinder aufpassen sollen und sie sie prompt aus den Augen verlieren. Mit der Suche nach den Kindern abgelenkt, bekommt jedoch keiner die wirkliche Bedrohung mit, die aus einer ganz anderen Richtung kommt.
Der Prolog beginnt direkt dramatisch und zeigt dem Leser, mit welcher schrecklichen Szene sie konfrontiert werden. Jedoch lässt die Autorin einen im Unklaren, um welche Personen es sich handelt, und beginnt von vorne zu erzählen.
Zitat S. 11:
„Es gibt keinen Ausweg. Sie kann nirgendwohin.
Sie macht die Augen zu, breitet die Arme aus, ganz weit, als hätte sie Flügel, um sich in die Lüfte zu erheben und sich dem Vogel weit über ihr anzuschließen. Mit einem letzten, tiefen Atemzug bewegt sie sich vorwärts in die Leere hinein. Ob Sturz oder Flug – ihr ist jetzt alles egal.“
Nach einer kurzen Vorstellung, mit welchen Paaren und Kindern wir es hier zu tun haben, ändert sich recht schnell die Atmosphäre, als bereits am ersten Abend Auseinandersetzungen auftreten.
Die Autorin geht hier thematisch auf traumatisierte Kinder ein und welche Schwierigkeiten im Alltag auftreten, was ich persönlich sehr interessant fand. Die Emotionen sind hier sehr gut dargestellt und sorgen bereits für ein unterschwelliges Brodeln.
Die Kapitel werden abwechselnd durch die verschiedenen Protagonisten rückblickend erzählt, denn mittlerweile ist das Wochenende bereits vorüber und die Polizei ist involviert und befragt alle Teilnehmer, da eine Person vermisst wird.
Hier weiß Hannah Richell die Ahnungslosigkeit des Lesers gut zu nutzen. Mit einigen Wendungen und spannenden Vorkommnissen begreift man erst zum Schluss, auf wen sich die anfangs geschriebenen Worte bezogen und wer hier eigentlich wirklich in Gefahr ist.
Parallel zum Print habe ich das Hörbuch gehört. Die beiden Sprecher, Anne Düe und Günther Harder, haben grundsätzlich einen guten Job gemacht. Mir haben die Stimmfarben, Betonungen und Pausen gefallen, sodass ich mich völlig der Story hingeben konnte.
Fazit: Ein spannender Thriller mit wendungsreichem Plot. Mir hat vor allem die Themenauswahl (Mobbing, Trauma usw.) gefallen. Das hat Richell gut rübergebracht. Ich kann das Buch daher uneingeschränkt empfehlen.