Düstere Magie trifft auf verbotene Obsession
The Arcane Arts"The Arcane Arts" zieht einen mit einem düsteren Prolog sofort in seinen Bann und entfaltet anschließend eine Geschichte, in der Wissen gefährlicher sein kann als jede Waffe. Zwischen den alten Mauern ...
"The Arcane Arts" zieht einen mit einem düsteren Prolog sofort in seinen Bann und entfaltet anschließend eine Geschichte, in der Wissen gefährlicher sein kann als jede Waffe. Zwischen den alten Mauern der Newlyn Universität verschwimmen Moral, Macht und Magie immer mehr, während eine Studentin nicht nur Antworten sucht, sondern bereit ist, dafür jede Grenze zu überschreiten.
Vor allem das Dark-Academia-Setting lebt von seiner bedrückenden Atmosphäre. Alles fühlt sich durchdacht und faszinierend an, vor allem die verbotene Gedankenkontrolle, die weit mehr ist als nur ein magisches Gimmick. Gerade dieser wissenschaftliche Blick auf Magie hebt das Buch angenehm von vielen anderen Romantasy-Titeln ab.
Die Dynamik zwischen Ellsbeth und Professor Rawlins sorgt dabei für reichlich Spannung. Ihre Schlagabtausche, die E-Mails und das spürbare Knistern gehören zu den stärksten Momenten des Buches. Gleichzeitig bleibt die Beziehung ein zweischneidiges Schwert: Das Machtgefälle, der Altersunterschied und die moralischen Grenzen werden zwar immer wieder angesprochen, wirken stellenweise jedoch erstaunlich schnell überwunden. Genau hier empfand ich die Entwicklung als wenig glaubwürdig.
Auch der eigentliche Ausgangspunkt der Geschichte gerät zwischendurch etwas in den Hintergrund. Das Rätsel um Ellsbeths Schwester beginnt unglaublich stark und weckt hohe Erwartungen, muss sich aber lange Zeit den romantischen und sinnlichen Momenten unterordnen. Schade, denn immer dann, wenn die Handlung den Fokus wieder auf die dunklen Konsequenzen verbotener Magie legt, entfaltet das Buch seine größte Stärke und entwickelt echten Sog.
Der flüssige Schreibstil macht das Lesen leicht, die wechselnden Perspektiven funktionieren gut und besonders die eingestreuten Nachrichten verleihen den Figuren eine unterhaltsame Dynamik. Gegen Ende laufen viele Handlungsstränge überzeugend zusammen und sorgen für einen Abschluss, der überrascht und noch lange nachhallt.
Fazit: "The Arcane Arts" ist eine atmosphärische Mischung aus Dark Academia, verbotener Magie, Thriller und Romance. Nicht jede Entscheidung wirkt überzeugend und die Liebesgeschichte drängt das spannendere Mysterium zeitweise etwas zu sehr in den Hintergrund. Wer moralisch graue Figuren, gefährliche Experimente und Geschichten liebt, in denen Neugier schnell zur Obsession wird, sollte diesem Buch trotzdem eine Chance geben.