Düsteres und bittersüßes Highlight
NocticadiaNocticadia ist wie ein geflüstertes Geheimnis aus der Dunkelheit: verführerisch, unheimlich und unmöglich zu ignorieren. Kaum hat man die ersten Seiten aufgeschlagen, steht man schon Seite an Seite mit ...
Nocticadia ist wie ein geflüstertes Geheimnis aus der Dunkelheit: verführerisch, unheimlich und unmöglich zu ignorieren. Kaum hat man die ersten Seiten aufgeschlagen, steht man schon Seite an Seite mit Lilia Vespertine, deren Wissensdurst und unerschütterlicher Wille sie an einen Ort führt, der nach Antworten duftet – und nach Tod. Die abgeschiedene Dracadia Universität erhebt sich zwischen Nebelschwaden und alten Mauern wie ein Grab aus Wissen, das sich nur jenen öffnet, die bereit sind, den Preis zu zahlen.
Keri Lake erschafft eine packende Atmosphäre, die einem im Nacken sitzt: Kerzenlicht im Labor, merkwürdige Krankheitssymptome, Gerüchte über Menschen, die einfach verschwinden – und dazwischen eine Studentin, die genau dorthin sticht, wo niemand will, dass man sticht. Denn dort lehrt der Mann, dessen Name in ehrfürchtigem Flüstern fällt: Devryck Bramwell, »Doctor Death«, Experte für alles, was im Verborgenen kriecht und sich vermehrt.
Zwischen dem undurchschaubaren Professor und der beharrlichen Studentin knistert es gefährlich – eine Spannung, die sich in jedem ihrer Wortduelle auflädt wie ein Sturm, der nicht zögert zuzuschlagen. Während sich die beiden tiefer in ein Geflecht aus parasitären Rätseln, verschleierten Wahrheiten und unheiligen Entdeckungen wagen, verschwimmen die Grenzen zwischen Wissenschaft und Wahnsinn – und zwischen Pflicht und Verlangen. Je näher Lilia der Wahrheit kommt, desto weniger kann sie dem Mann misstrauen, der sie am meisten anzieht … und der am meisten zu verbergen scheint.
Was Nocticadia so unvergesslich macht, ist diese perfekte Symbiose aus Dark Academia, Gothic-Horror und bittersüßer Romantik. Es ist zugleich verstörend und wunderschön, abstoßend und anziehend, brutal und doch voller Herzschlag. Die Spannung baut sich langsam auf, bis sie in einem Finale explodiert, das einem noch lange nach dem Umblättern der letzten Seite in den Knochen steckt. Wahnsinn!
Fazit: Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen – und es hat mich von innen heraus aufgefressen. Wer düstere Geschichten liebt, die nicht nur gelesen, sondern erlebt werden wollen, sollte sich unbedingt in die Schatten von Dracadia wagen. Ein Highlight!