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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2026

Wo Leuchtpilze scheinen und kleine Leser träumen

Herr Hütchen sagt Gute Nacht - Neue Einschlaf-Geschichten aus dem Wald
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Bereits zum zweiten Mal zieht Herr Hütchen mit seinen Leuchtpilzen durch den Wald und stellt sicher, dass alle Tiere gut einschlafen können. Dies macht er auf eine so herzallerliebste und wunderbare Art ...

Bereits zum zweiten Mal zieht Herr Hütchen mit seinen Leuchtpilzen durch den Wald und stellt sicher, dass alle Tiere gut einschlafen können. Dies macht er auf eine so herzallerliebste und wunderbare Art und Weise, dass ich dieses Buch nur von ganzen Herzen weiterempfehlen kann.

Wie eigentlich jedes Mal bei einem Buch aus dem Baumhaus Verlag hat mich bereits die Haptik und Optik des Buches überzeugt. Es ist wie gewohnt hochwertig verarbeitet, hat ein angenehmes Format und ein ansprechendes Design. Besonders gut gefällt mir, dass ein Lesebändchen enthalten ist.

Der kleine Leser und ich kannten das erste Buch von Herrn Hütchen nicht als wir dieses hier zu lesen begannen. Wir durften aber sofort feststellen, dass dies kein Problem ist. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.
Gleich zu Beginn gibt es eine sehr süße Einführung in der erklärt wird, was Eichelmännchen und -weibchen sind, wie sie entstehen und was ihre Aufgabe ist. Danach gibt es noch einige Worte zu unserem speziellen Eichelmännchen Herrn Hütchen und seinem Freund und Arbeitskollegen dem Weckkäfer Klickklack.

Katrin Pokahr und Barbara Scholz haben hier wirklich ein außergewöhnliches Kinderbuch erschaffen. Die Illustrationen sind stimmungsvoll und wunderschön. Sie ergänzen den Text auf eine großartige Art und Weise und unterstreichen den hochwertigen Charakter des Buches.
Für uns haben die Geschichten genau die optimale Länge und sind weder zu kurz noch zu lang. Älteren Kindern könnten die Geschichten vielleicht ein wenig zu kurz sein. Meiner Meinung nach ist es aber immer besser, wenn man noch eine zweite Geschichte lesen darf, als wenn man mitten in einer Geschichte oder einem Kapitel aufhören muss, weil dies zu lang ist.

Die behandelten Themen in den einzelnen Kapiteln sind perfekt auf die Zielgruppe des Buches abgestimmt. Die Kinder können die Sorgen, Ängste und Probleme der Tiere nachvollziehen und lernen durch Herrn Hütchen Strategien wie sie mit diesen Dingen umgehen. Ein besonderes Highlight für uns ist das Gute Nacht Lied von Herrn Hütchen, dass am Ende jedes Kapitels gesungen wird. Bereits am zweiten Tag hat der kleine Leser das Lied mit mir zusammen gesungen und liebt es sehr. Die Einschlaf-Checkliste finde ich auch eine wundervolle Idee und kommt bei uns auch sehr oft zum Einsatz.

Die Altersempfehlung des Buches ist mit ab 5 Jahren angegeben. Meiner Meinung nach kann das Buch aber auch bereits mit deutlich jüngeren Kindern gelesen werden, wenn sie bereits Erfahrungen mit längeren Geschichten haben. Der kleine Leser ist knapp drei Jahre alt und liebt die Geschichten um Herrn Hütchen sehr. Seitdem wir das Buch haben, muss ich jeden Abend ein Kapitel daraus vorlesen. Und natürlich haben wir uns auch bereits das andere Buch von Herrn Hütchen gekauft.
Für mich ist dies das mit Abstand beste Gute Nacht Buch das ich bis dato gefunden habe. Daher möchte ich es allen empfehlen, die auf der Suche nach dem perfekten Buch für die Einschlafbegleitung sind.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Veränderte Zeit, veränderte Herzen

You and Me - Die zweite erste Liebe
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So ziemlich jeder hat wahrscheinlich schon einmal darüber nachgedacht, wie anders sein Leben wäre, wenn er oder sie sich in der Vergangenheit anders verhalten hätte. Mit genau dieser Frage beschäftigt ...

So ziemlich jeder hat wahrscheinlich schon einmal darüber nachgedacht, wie anders sein Leben wäre, wenn er oder sie sich in der Vergangenheit anders verhalten hätte. Mit genau dieser Frage beschäftigt sich das Autorenduo Emlyn Rees und Josie Lloyd in diesem interessanten Mix aus Liebes- und Science-Fiction Roman.

Jules und Adam entdecken durch Zufall, dass sie im Besitz einer Zeitmaschine sind und mit Hilfe alter Mixtapes, die sich gegenseitig geschenkt haben, in die Vergangenheit reisen können. Wie erwartet sind beide ganz begeistert davon und zögern nicht die Zeitmaschine zu nutzen. Natürlich stellen sie klare Regeln auf und versprechen sich, dass sie nur beobachten, aber nicht in die Vergangenheit eingreifen. Doch beide können dem Verlangen Kleinigkeiten zu verändern nicht widerstehen und schon bald ist ihr Leben nicht mehr das, was es einmal war.

Bei diesem Buch muss man sich phasenweise sehr konzentrieren, um nicht den Faden zu verlieren. Die Zeitebene wechselt ständig hin und her, was bei einem Buch über Zeitreisen nicht wirklich verwunderlich ist. Zusätzlich ändert sich aber auch die Erzählperspektive, da die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Adam und Jules erzählt wird. Mir persönlich sind all diese Übergänge leichtgefallen und ich finde auch, dass das Autorenduo dies sehr gut gelöst hat.

Der Schreib- und Erzählstil ist angenehm und lässt sich leicht lesen bzw. in meinem Fall hören. Gelesen wird das Hörbuch von Christiane Marx und Oliver Kube. Erstere kannte ich bereits von einem anderen Hörbuch und wusste daher bereits, dass mir ihre Stimme und die Art wie sie liest sehr gut gefällt. Oliver Kube war für mich eine bis dato noch unbekannte Stimme. Bereits nach wenigen Minuten wusste ich aber, dass ich dieses Hörbuch genießen werde können. Seine Stimme hat mich verzaubert und das Zusammenspiel der beiden hat einfach wunderbar funktioniert. Ein absoluter Hörgenuss.

Das Buch hat mich an vielen Stellen emotional stark berührt und nachdenklich zurückgelassen. Auch Tage, nachdem ich das Hörbuch abgeschlossen habe, denke ich noch über einige Szenen aus dem Buch nach. Für mich ist es auf jeden Fall ein Roman, der einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. Dies ist eine positive Überraschung, da ich einen eher leichten Liebesroman erwartet habe und keinen komplexen Roman über Multiversen.

Ich möchte diesen Roman all jenen ans Herz legen die Gedankenspiele zu der Frage „Was wäre, wenn“ mögen und kein Problem mit der Multiversum Theorie haben.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Ein berührendes Buch über Einsamkeit und Zusammenhalt

Vom Gespenst, das nicht allein sein wollte
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Bereits das Äußere des Buches hat sowohl den kleinen Leser als auch die Erwachsenen im Haus überzeugt. Das Buch ist hochwertig verarbeitet, das Format ist gut gewählt und die Illustration am Cover ist ...

Bereits das Äußere des Buches hat sowohl den kleinen Leser als auch die Erwachsenen im Haus überzeugt. Das Buch ist hochwertig verarbeitet, das Format ist gut gewählt und die Illustration am Cover ist ansprechend. Die Farbgebung des Coverbildes ist ein wenig düster und gedeckt, dies passt meiner Meinung nach aber sehr gut zum Gesamtkonzept des Buches.

Die Illustrationen im Buch sind wie erwartet im gleichen Stil wie das Cover. Die Bilder sind detailreich und es macht Spaß diese zu betrachten. Auf den ersten Blick kann man bereits die wesentlichen Dinge erkennen. Nimmt man sich allerdings ein wenig mehr Zeit, kann man die vielen Kleinigkeiten entdecken, die sich in den Bildern verstecken.

Schriftart und -größe des Textes finde ich sehr passend gewählt. Das Zusammenspiel zwischen Text und Bilder ist sehr ausgewogen und leicht lesbar. Aufgrund der relativ großen Schriftgröße und des eher einfach gehaltenen Textes ist dieses Buch meiner Meinung nach auch sehr gut für Leseanfänger geeignet. So können zum Beispiel die älteren Kinder ihren jüngeren Geschwistern das Buch vorlesen.

Die Handlung des Buches ist durchdacht und auch für Kinder leicht nachvollziehbar. Die Emotionen und Gedanken des Gespenstes und seiner tierischen Freunde sind für die Kinder verständlich. Da Buch hat eine Altersempfehlung von ab 3 Jahren. Der kleine Leser ist noch etwas jünger und konnte der Geschichte dennoch sehr gut folgen. Hierbei muss ich aber dazusagen, dass er bereits viel Erfahrung mit Büchern dieser Länge hat. Für Kinder, die eher an kurze Bücher gewöhnt sind, könnte die Textlänge eventuell ein herausfordernd sein.

Das Alleinsein bzw. Einsamkeit wird in dem Buch sehr gut thematisiert. Phasenweise ist das Buch ein wenig traurig, aber in einem der Altersklasse entsprechenden Niveau. Autor Gareth Ryans hat das Thema wirklich sehr gut eingefangen und dargestellt.

Dieses feinfühlige, emotionale und herzerwärmende Buch ist wirklich eine Bereicherung für jedes Kinderbuchregal. Wer auf der Suche nach einem Buch zum Thema Freunde finden und/oder der Angst vor dem Alleinsein ist sollte sich unbedingt dieses hier anschauen. Der kleine Leser und ich können das Buch wirklich von ganzem Herzen weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Poetisch, liebevoll, stimmungsvoll – ein Kinderbuch, das berührt

Sagst du mir, was Freundschaft ist?
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Meine bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass man mit Büchern aus dem Baumhaus Verlag nichts falsch machen kann. Ganz im Gegenteil, denn der Verlag steht für liebevoll gestaltete, hochwertig verarbeitete ...

Meine bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass man mit Büchern aus dem Baumhaus Verlag nichts falsch machen kann. Ganz im Gegenteil, denn der Verlag steht für liebevoll gestaltete, hochwertig verarbeitete und durchdachte Kinderbücher. Insbesondere gilt dies für Bücher mit dem Erfolgsduo Michael Engler und Joëlle Tourlonias. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass es von den beiden ein neues Buch gibt und wie erwartet, sind sowohl der kleine Leser wie auch die großen Leser im Haushalt begeistert.

Für uns ist es nicht das erste Abenteuer der beiden ungleichen Freunde Hase und Igel. Daher wussten wir bereits, worauf wir uns einlassen. Die Reihe, die es bereits seit 10 Jahren gibt, enthält mittlerweile unzählige Bücher. Alle Bücher können dabei aber unabhängig voneinander gelesen werden.
Die Freundschaft von Hase und Igel ist wichtiger Bestandteil der Reihe, in diesem Buch ist sie aber noch dazu das zentrale Thema. Dabei geht es um die Frage, was es eigentlich bedeutet, befreundet zu sein und was eine Freundschaft ausmacht. Zu diesem Thema äußern sich nicht nur unsere beiden Lieblingsprotagonisten, sondern diverse Tiere des Waldes werden zu dieser Frage befragt. Wie erwartet sind die Antworten der Tiere kindgerecht formuliert und decken die verschiedenen Aspekte von Freundschaft ab.

Zum Hervorheben ist hierbei die wundervoll poetische Sprache von Michael Engler, die sowohl kleine als auch große Herzen höherschlagen lässt. Seine Ausdrucksweise und Wortwahl sind manchmal ein wenig ungewöhnlich für Kinderbücher. Die eine oder andere Formulierung war für den kleinen Leser auf Anhieb nicht verständlich und ich musste sie erklären. Dies sehe ich allerdings als Vorteil, da sich so der Wortschatz des kleinen Lesers spielerisch erweitert.

Das Buch strahlt eine unglaubliche Ruhe aus und es macht viel Spaß in die Geschichte einzutauchen und die Bilder zu betrachten. Die Illustrationen von Joëlle Tourlonias sind auch in diesem Band wieder wunder- und stimmungsvoll. Ihre Vorliebe für gedeckte Farben mag zu Beginn ein wenig verwundern, allerdings merkt man schnell, dass das Gesamtkonzept einfach perfekt ist. Wieder einmal ist Ocker einer der dominierenden Farben, vor allem bezüglich der Hintergründe. Man könnte glauben, dass die Bilder dadurch farblos und blass wirken, aber das genaue Gegenteil ist der Fall. Besonders gut gefallen mir die vielen kleinen Details. Dazu gehören auch Nebencharaktere wie die Maus und das Rotkehlchen, die in der eigentlichen Handlung zwar nicht vorkommen, in den Bildern aber ihre eigene Geschichte bekommen.

Für mich vereint dieses Buch alle Dinge, die mir bei einem Kinderbuch wichtig sind. Eine ansprechende Handlung, eine niedliche und doch realistische Darstellung der Tiere, eine starke und gefühlvolle Botschaft, die auf Augenhöhe der Zielgruppe vermittelt wird und wunderschöne, aussagekräftige Illustrationen.
Daher möchte ich dieses Buch allen Personen ans Herz legen die auf der Suche nach einem Kinderbuch zum Thema Freundschaft sind.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Die leise Schönheit des Briefromans – und meine Mühe, sie zu hören

Die Briefeschreiberin
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Selten ist es mir so schwergefallen, eine mittelmäßige Bewertung für ein Buch abzugeben. Denn das Buch ist im Grunde wirklich interessant und auch handwerklich gut umgesetzt. Meine durchwachsene Bewertung ...

Selten ist es mir so schwergefallen, eine mittelmäßige Bewertung für ein Buch abzugeben. Denn das Buch ist im Grunde wirklich interessant und auch handwerklich gut umgesetzt. Meine durchwachsene Bewertung des Buches liegt eher daran, dass ich zu dem Medium Briefroman keinen richtigen Zugang gefunden habe.

In der letzten Zeit habe ich einige Romane gelesen, die sich auf die eine oder andere Art und Weise mit dem Thema Briefschreiben beschäftigen. Darunter „Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen“ und „Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand“. Beide haben mich restlos begeistert und mit großer Freude habe ich mich auf diesen Roman gestürzt. Der große Unterschied zwischen diesem Buch und den oben angeführten ist allerdings die Art der Erzählung. Hierbei handelt es sich um einen Briefroman, während die anderen beiden Romane sind, in denen zusätzlich Briefe abgedruckt sind.

Sybil van Antwerp ist eine interessante Protagonistin und ich habe ihr Leben sehr gerne verfolgt. Es war spannend zu verfolgen mit wem sie alles postalisch oder selten auch elektronisch kommuniziert und welche Dinge ausgetauscht werden. Dabei geht es einerseits natürlich um mehr oder weniger kleine Alltagsdinge und Belanglosigkeiten, aber andererseits werden hier auch wichtige oder schwerwiegende Themen angesprochen, wie Krankheiten, der Tod, Fehlgeburten oder Politik.
Die Personen mit denen Sybil kommuniziert decken eine breite Altersspanne ab und dementsprechend unterschiedlich ist auch der Schreibstil der Briefe die Sybil als Antwort bekommt. Da es sich um eine Vielzahl von Personen handelt war ich sehr froh, dass die Autorin ein Personenverzeichnis am Ende des Buches eingefügt hat.

Wie anfangs bereits erwähnt, habe ich keinen richtigen Zugang zu dem Buch gefunden und fand es abschnittsweise langatmig und wenig ereignisreich. Ich denke aber, dass ich dies der Autorin Virgina Evans nur bedingt anlasten kann, sondern die Schuld eher bei mir suchen muss. Ich konnte den Roman nämlich nicht in einem Rutsch durchlesen, sondern war gezwungen das Lesen immer wieder zu unterbrechen. Manchmal nur für ein paar Stunden, teilweise aber auch für ein paar Tage. Dadurch habe ich immer wieder den Faden verloren und wusste nicht mehr an wen Sybil gerade einen Brief verfasst.

Virgina Evans Debütroman ist ein tiefgründiger und feinfühliger Roman, dem man wirklich die Aufmerksamkeit schenken muss, die er verdient. Es ist definitiv kein Buch für Zwischendurch, sondern es sollte mit Respekt und Würde behandelt werden.
Ich möchte abschließend noch einmal betonen, dass es sich hierbei um kein schlechtes Buch handelt und ich es auf jeden Fall weiterempfehlen möchte. Viele kleine Faktoren haben bei mir dazu geführt, dass ich das Leseerlebnis nur bedingt genießen konnte. Ich denke aber, dass dieses feinfühlige und tiefgründige Buch in den Händen von den richtigen Personen, die auch das Medium Briefroman zu schätzen wissen, große Freude bereiten wird.

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