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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.09.2023

Unausgegoren

The Romeo & Juliet Society, Band 1 - Rosenfluch
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Beim Lesen des Klappentextes war ich schon verwirrt und habe mich gefragt, ob diese Geschichte wirklich Sinn machen kann. Dann habe ich mir aber eingeredet, dass der Verlag sich schon was dabei gedacht ...

Beim Lesen des Klappentextes war ich schon verwirrt und habe mich gefragt, ob diese Geschichte wirklich Sinn machen kann. Dann habe ich mir aber eingeredet, dass der Verlag sich schon was dabei gedacht hat, dieses Buch rauszubringen und ich wollte dem ganzen wenigstens eine Chance geben.
Leider hat sich aber mein erster Eindruck nur bestätigt und für mich war die ganze Geschichte einfach nur unlogisch und total erzwungen. Das jede Menge populäre Tropes bedient werden und diverse Klischees nahezu abgeklappert werden, kann ich ja noch verzeihen.
Aber dieser unausgegorene Plot mit einem Welt - und Magie Aufbau, der überhaupt keinen Sinn macht, keiner Logik folgt und richtiggehend an den Haaren herbeigezogen wirkt, hat mich beim Lesen echt genervt.
Die Autorin kann schreiben, dafür gibt es von mir Punkte, aber das war es schon, denn selbst die Charaktere sind bestenfalls erträglich. Für mich war es das mit der Trilogie.

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Veröffentlicht am 22.08.2023

Guter Einstieg in Asian Fantasy

Das Mädchen, das in den Wellen verschwand
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Axie Ohs Debütroman „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand" basiert lose auf der koreanischen Folklore-Erzählung „Shim Cheong, die gute Tochter“, in welcher eine junge Frau sich opfert, um einen Meeresgott ...

Axie Ohs Debütroman „Das Mädchen, das in den Wellen verschwand" basiert lose auf der koreanischen Folklore-Erzählung „Shim Cheong, die gute Tochter“, in welcher eine junge Frau sich opfert, um einen Meeresgott zu besänftigen. Unter diesen Motiven verbindet die Autorin etliche typische Versatzstücke der asiatischen Mythologie zu einer gelungenen, zeitlosen Geschichte um Werte wie Liebe und Freundschaft, Opferbereitschaft und Mut, Loyalität und Güte.

Für ihre Erzählung wählt die Autorin allerdings die Ich-Form, so dass es nicht schwerfällt, sich in die Protagonistin, die 16-jährige Mina, hineinzuversetzen. Wenngleich die Nebencharaktere weniger ausführlich ausgearbeitet sind, so ist dies bei den weiteren Hauptfiguren besser gelungen. Deswegen und auch dank des sehr leichten und flüssigen, dem Kontext entsprechenden Schreibstils, kann man der Handlung gut folgen. Es entwickelt sich eine nachvollziehbare Geschichte, bei der wiederum Geschichten eine wichtige Rolle spielen – vergleichbar mit unseren deutschen Fabeln sind oft sprechende Tiere und mystische Figuren involviert und am Ende steht eine Moral, die für den Fortgang der Erzählung wichtig ist und für Mina Entscheidungshilfen bedeuten.

Wie in vielen Erzählungen, die im asiatischen Raum bzw. dessen Mythologie angesiedelt sind, spielen die Werte Gehorsamkeit, bedingungslosen Liebe zu Familienmitgliedern und ebenso bedingungslose Loyalität zu und von Freunden eine bedeutende Rolle. Sie beeinflussen auch hier die Protagonistin entscheidend, und sie löst ihre selbstgewählte Aufgabe -die Rettung ihrer ureigenen Welt mit allem, was ihr wichtig ist- indem sie auf ihre innere Stimme hört und ihrem Herzen folgt. Dabei wächst sie trotz aller (zu erwartender Schwierigkeiten) über sich selbst hinaus und wird am Ende für alle Mühen belohnt.

Im Grunde handelt es sich hier also um eine relativ einfache, aber sehr gut ausgearbeitete Geschichte mit Moral und Happy End. Es gelingt der Autorin wirklich gut, einen mitzunehmen in eine dem Europäer vermutlich weniger vertraute Welt, die in dieser Form wohl nur in der Mythologie des asiatischen Sprachraumes und seiner Folklore zu finden ist. Also keine klassische Young Adult High Fantasy, aber perfekt dem Zeitgeist entsprechend und für Jugendliche aufbereiteter Stoff aus der Untergruppe der Märchen, Sagen und eben folkloristischen Erzählungen.
Wenn man sich unter dieser Prämisse auf die Geschichte einlässt, wird man angenehm und gut unterhalten, und bestimmt lernt man am Ende sogar noch etwas.

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Veröffentlicht am 20.08.2023

Wichtig

Die Davenports – Liebe und andere Vorfälle
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4 junge, schwarze Frauen beginnen sich zu emanzipieren und verlieben sich dabei.
Für mich war der erste Punkt, die Emanzipation, dabei viel interessanter zu lesen und der Liebesdrams Anteil hätte gerne ...

4 junge, schwarze Frauen beginnen sich zu emanzipieren und verlieben sich dabei.
Für mich war der erste Punkt, die Emanzipation, dabei viel interessanter zu lesen und der Liebesdrams Anteil hätte gerne etwas geringer ausfallen dürfen. Klar, das ist es wahrscheinlich, was die Leute zum Lesen bringt, damit überhaupt die Chance besteht, diese wichtige Message zu vermitteln, aber mir war es einfach etwas too mich. Dafür war der historische Hintergrund wirklich gut umgesetzt und der Kontrast zwischen glamourösen Bällen und den Zuständen in der Gesellschaft war wirklich erschreckend und hat das Lesen spannend gemacht.
Insgesamt war der Spannungsbogen zwar eher flach, aber es ging ja auch mehr um das ganze hin und her dazwischen.
Die Charaktere haben mir eigentlich gut gefallen, jede der 4 Frauen hatte etwas, womit man sich identifizieren konnte und waren recht sympathisch. Für mich hätte sie auch gerne mehr Ecken und Kanten haben dürfen.
Letztlich ist dies ein wichtiges Buch, das einem die echte Geschichte auf intensive Art nahe bringt und etwas wachrüttelt.

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Lesenswert

Icebreaker
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Eines vorneweg: Ich lese normalerweise keine Romance Romane und habe auch mit dem Thema Sport noch nicht wirklich was gelesen. Deshalb war das für mich ziemliches Neuland und ich kann keine Aussagen darüber ...

Eines vorneweg: Ich lese normalerweise keine Romance Romane und habe auch mit dem Thema Sport noch nicht wirklich was gelesen. Deshalb war das für mich ziemliches Neuland und ich kann keine Aussagen darüber treffen, wie originell die Geschichte wirklich war und wie sehr sie sich von anderen Büchern dieses Genres abhebt.

Aber ich kann sagen, dass ich das Lesen sehr genossen habe. Die Charaktere waren alle, ob Haupt- oder Nebenfigur, authentisch und vielschichtig gestaltet, was wirklich ein Genuss war und dafür gesorgt hat, dass man richtig mitfiebern konnte.

Außerdem war die Handlung sehr abwechslungsreich und es wurden viel wichtige Themen angeschnitten, u.a. Essstörungen, was mir sehr gefallen hat. Dazu hat der lockere, emotionale Schreibstil mich konsequent an der Geschichte gehalten, dass ich einfach immer nur weiterlesen wollte.

Die Dynamiken zwischen den Hauptfiguren hat mir ebenso gefallen, insbesondere da eine wirklich schöne, gesunde Beziehung einer toxischen gegenübergestellt wurde und so mal verdeutlicht wird, wie Menschen eigentlich miteinander umgehen sollten.

Deswegen kann ich dies Buch uneingeschränkt empfehlen, es macht wirklich Spaß beim Lesen, man nimmt etwas mit und kann eine schöne Zeit mit den Charakteren verbringen. Und der Spice kommt auch nicht zu kurz ;)

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Veröffentlicht am 24.07.2023

Wunderbar

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 2)
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Der neue Roman von Petra Aicher setzt die Erlebnisse eines ungleichen Ermittler-Duos vor dem Hintergrund des frühen 20. Jahrhunderts fort. Anna Zech, mittlerweile gut etablierte Assistentin am gerichtsmedizinischen ...

Der neue Roman von Petra Aicher setzt die Erlebnisse eines ungleichen Ermittler-Duos vor dem Hintergrund des frühen 20. Jahrhunderts fort. Anna Zech, mittlerweile gut etablierte Assistentin am gerichtsmedizinischen Institut in München und Freiherr Friedrich von Weynand, verarmter aber reich verheirateter bayrischer Adeliger bzw. sein Alter Ego, Klatschreporter Fritz Nachtwey, geraten erneut in einen spannenden Krimi.
Als zu Beginn des 1. Weltkriegs im Münchner Künstlerviertel Schwabing erst ein totes Neugeborenes und etwas später eine schwangere junge Frau tot aufgefunden werden, machen sich Anna, inzwischen gut in ihrem Leben in der Großstadt etabliert, und der immer noch unglücklich verheiratete, sein Doppelleben führende Friedrich daran, diese scheinbar zusammenhanglosen Fälle aufzudecken. Sie stoßen dabei auf Geschehnisse, die nicht nur ein mehr als schlechtes Bild des Umgangs mit den damals als Verbrecher geltenden queeren Menschen werfen, sie enthüllen auch die tragischen und verblüffenden Hintergründe eines Selbstmordes.
Auch das Privatleben der beiden Protagonisten kommt nicht zu kurz und bietet wieder wunderbare Einblicke in die damalige Klassengesellschaft, kommen Anna und Friedrich doch aus völlig verschiedenen Kreisen. Trotzdem vertieft sich die Freundschaft, die den gängigen Konventionen widerspricht. Und dann ist da auch noch Anna's jüngere, bei ihr lebende Schwester, deren Besuch einer höheren Mädchenschule von einer Freundin Friedrichs gesponsert wird, die dem „biedermeierlichen" Verhalten ihrer Schwester wenig abzugewinnen vermag…
Dies alles schildert die Autorin sehr kenntnisreich, mit leisem Humor und bildhafter Sprache, so dass man wunderbar mitten in's Geschehen eintauchen kann. Solide Fakten und anschauliche Beschreibungen mit leichten Ausflügen in münchner Mundart lassen den Leser teilhaben an der Entwicklung einer unkonventionellen Freundschaft, die trotz aller Gegensätze Bestand hat. Dabei entsteht wie nebenbei ein faszinierendes Sittenbild des frühen 20. Jahrhunderts, mit allen menschlichem Höhen und Tiefen, verbunden mit einer sehr spannenden Kriminalgeschichte.
Diese sehr gelungene Mischung aus Historie und Krimi ist uneingeschränkt empfehlenswert!

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