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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.11.2020

Bewegende Familiengeschichte

Das Geburtstagsfest
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Ein Buch, welches mich wirklich überrascht hat. Es war fesselnd, traurig und aufwühlend zu gleich. Die Autorin hat einen so guten Schreibstil, dass man sehr schnell in die Geschichte hineingezogen wurde. ...

Ein Buch, welches mich wirklich überrascht hat. Es war fesselnd, traurig und aufwühlend zu gleich. Die Autorin hat einen so guten Schreibstil, dass man sehr schnell in die Geschichte hineingezogen wurde. Die Zeit- und Ortssprünge wurden erleichtert durch die Überschriften, was ich gut fand. Die Geschichte spielt in Österreich im Jahr 2016 und in Kambodscha in den 70er bis 90er Jahre. Erzählt wird die Geschichte von Tevi und Kim, zwei kambodschanischen Kindern, die beide die dunkle Zeit der Roten Khmer überlebt haben.

Kim Mey wird 50 und seine eigenen Kinder haben ihn zum Geburtstag ein Wiedersehen mit Tevi Gardiner geschenkt. Doch statt purer Freude über dieses Wiedersehen erleben sie Angst, Wut und Trauer. Sie erfahren Dinge von ihrem Vater, die sie überraschen und ihn in einem anderen Licht erscheinen lassen. Die Autorin lässt ihre Hauptcharaktere gedanklich wieder in ihre Kindheit zurückgehen. Dabei erleben sie noch einmal die einzelnen Stationen ihres Lebens und decken dabei so manche Lüge auf. Dieses langsame Entblättern lässt den Leser immer mehr in das Leben der beiden Charaktere eintauchen. Ab und an musste ich das Buch bei Seite legen, um die Gelesene sacken zu lassen. Am Ende des Buches wurde die Entwicklung von Kambodscha und dessen Politik im Laufe der Jahrhunderte beschrieben, was ich sehr hilfreich fand, um die Geschichte besser verstehen zu können.

Die Autorin erzählt sehr detailliert von den Gräueltaten der Roten Khmer. Wer bei Gewalt- und Folterszenen getriggert wird, sollte das Buch nicht lesen, denn diese werden im Zusammenhang mit der Roten Khmer, der Flucht der Kinder und der Tötung der Familien sehr deutlich beschrieben.

Veröffentlicht am 22.11.2020

Der bisher schwächste Band aus dieser Serie

Kaltes Gold
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Ich lese gern die Romane von Cilla und Rolf Börjlind und so freute ich mich, dass es nun nach langer (Warte-)Zeit eine Fortsetzung von Olivia und Tom gab.

Wer die Krimireihe noch nicht kennt, sollte tatsächlich ...

Ich lese gern die Romane von Cilla und Rolf Börjlind und so freute ich mich, dass es nun nach langer (Warte-)Zeit eine Fortsetzung von Olivia und Tom gab.

Wer die Krimireihe noch nicht kennt, sollte tatsächlich mit dem ersten Band starten, um die Zusammenhänge besser verstehen zu können. Das Autorenpaar gibt nicht allzu viele Rückblicke, so dass man die Beziehungen und deren Problematiken nur schwer nachvollziehen kann, wenn man die vorherigen Bände nicht kennt.

Tom Stilton kehrt aus Thailand zurück und Olivia Rönning ist verliebt. Beides Tatsachen, die diese Geschichte bzw. die Ermittlungen leider etwas ausbremsen. Zwar finde ich die Einblicke in die privaten Begebenheiten von Ermittlern gut, aber wenn sie den Fall fast abdrängen, wird es auch mir zu viel. Gerade die etwas schwierige Beziehungsgeschichte von Olivia und Lukas war mir zu dominant. Der eigentliche Fall wird durch die Einschübe der privaten Geschichten immer wieder unterbrochen und damit auch in die Länge gezogen. Die Spannung ging dadurch zwischenzeitlich etwas verloren.

Der eigentliche Fall war eigentlich interessant und hätte, aus meiner Sicht, mehr Aufmerksamkeit bekommen sollen. Die Verwicklungen mit den Ermittlungen aus der Vergangenheit (an der auch Olivias Vater beteiligt war), der Angriff auf Olivia Rönning und die düstere Atmosphäre, in die der Fall eingebettet wurde, waren wieder gelungen. Auch das langsame Lösen des Falls (wie ein Rätsel) und die vielen kleinen Wendungen, welche die Ermittler zum Umdenken zwangen, waren, wie bei den anderen Fällen, sehr gut.

Schon aus diesem Grund würde ich noch einen weiteren Fall (sofern es einen geben wird) wieder lesen. In der Hoffnung, dass dann die Balance zwischen Krimi/Fall und privaten Problemen wieder passt.

Veröffentlicht am 18.11.2020

Spannende Geschichte, gut gelesen

Schattenwege
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Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich ein (Hör-)Buch von
Arnaldur Indriðason gelesen bzw. gehört habe und trotzdem war es wie immer. Sehr schnell hörte ich mich in die Geschichte ein (auch dank des ...

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich ein (Hör-)Buch von
Arnaldur Indriðason gelesen bzw. gehört habe und trotzdem war es wie immer. Sehr schnell hörte ich mich in die Geschichte ein (auch dank des guten Sprechers Walter Kreye) und verfolgte die Ermittlungen der Polizei mit Interesse. Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge. Die eine Handlung führt uns in die Zeit des zweiten Weltkrieges und die andere Handlung findet in der heutigen Zeit statt. Der Mord an einen alten Mann wirft Fragen auf, besonders als alte Dokumente zu einem Mordfall bei ihm gefunden werden. Die Ermittlerin holt sich Hilfe bei den pensionierten Polizisten Konráð und dieser stürzt sich in den Fall. Langsam trägt Konráð Schicht für Schicht den alten Staub ab und findet immer mehr Ungereimtheiten und unbeachtete Puzzleteile. Parallel erfährt man, wie die Ermittlungen in dem alten Fall in den 40iger Jahren stattfanden und mit welchen Problemen die Polizei damals zu kämpfen hatte.

Die Sprünge zwischen den Ermittlungen hätte man etwas besser trennen bzw. kennzeichnen können. So musste man beim Zuhören schon genau darauf achten, in welchem Fall man sich gerade befindet.

Insgesamt ist es aber wieder ein spannender und beklemmender Fall gewesen. Die Verwicklungen und die Verbindungen bis in die heutige Zeit waren wieder gelungen und interessant.

Das nächste Hörbuch von Arnaldur Indriðason liegt schon auf dem SUB bereit.

Veröffentlicht am 15.11.2020

3-4 Sterne für diese schwer zu lesende, aber interessante Geschichte

Bären füttern verboten
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Rachel Elliott hat eine Geschichte geschrieben, die mit eigenwilligen und doch sehr realistischen Charakteren ausgestattet ist. Die Charaktere sind stark und schwach zugleich. Sie verzweifeln und rappeln ...

Rachel Elliott hat eine Geschichte geschrieben, die mit eigenwilligen und doch sehr realistischen Charakteren ausgestattet ist. Die Charaktere sind stark und schwach zugleich. Sie verzweifeln und rappeln sich wieder auf. Sie schleppen alle ein Paket an Sorgen, unverarbeiteter Vergangenheit und innere Trauer mit sich und doch versuchen sie ihrem Leben etwas abzuringen – einen Sinn, etwas Glück und Liebe. Die Schicksale dieser wunderbaren Charaktere werden im Laufe der Geschichte miteinander verbunden, aber der Weg dahin ist nicht so einfach.

Der Schreibstil von der Autorin ist nicht so einfach zu lesen. Anfangs habe ich nicht wirklich durchschauen können, wer mit wem und warum. Dazu kam, dass auch mal ein Hund aus seiner Sicht etwas erzählte und so die Verwirrung noch etwas größer wurde. Bei diesem Buch muss man sich die Zeit nehmen und einiges am Stück lesen. Für zwischendurch ein paar Seiten (in der Bahn oder Mittagspause) ist dieses Buch weniger geeignet, denn man benötigt einige Zeit bis man in die Geschichte eintauchen kann. Während des Lesens stellte sich bei mir immer wieder eine Art von Traurigkeit ein, denn die Charaktere sind so realistisch und nah, dass man mit ihnen mitleidet und vor allem hofft man, dass es ihnen zum Ende zu besser gehen wird.

Ich mochte die Geschichte, obwohl sie schwerer zu lesen war als andere Bücher. Dafür hatte sie spannende Charaktere, die Tiefgang und starke Emotionen hatten. Es ist, aus meiner Sicht, eine Geschichte, die danach ruft, zweimal gelesen zu werden, um wirklich alles wahr- und aufnehmen zu können, was die Geschichte zu bieten hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2020

Leider wieder nur Schema F

Die kleine Patisserie in Paris
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Es ist ein Liebesroman. Der darf wohl vorhersehbar, kitschig, klebrig-süß und gut oberflächlich sein. Der darf das.

Aber trotzdem hätte ich mich gefreut, wenn die Autorin aus ihrem Schema F - Liebesstrickmuster ...

Es ist ein Liebesroman. Der darf wohl vorhersehbar, kitschig, klebrig-süß und gut oberflächlich sein. Der darf das.

Aber trotzdem hätte ich mich gefreut, wenn die Autorin aus ihrem Schema F - Liebesstrickmuster ausgebrochen wäre. So wusste man leider schon nach wenigen Seiten, wie es weitergehen wird. Also musste nun die kleine Patisserie alles herausreißen und das war einfach zu viel für diesen kleinen Ort. Die Patisserie und seine Besucher waren leider etwas blass und wenig ansprechend und so schafften sie es nicht mich komplett zu überzeugen. Einzig Marcel mit seiner leicht arroganten Art, die er leider zum Ende zu immer mehr verliert, hat mir gut gefallen.

Ansonsten hat die Autorin jede Menge Klischees, besonders bei der Beziehung zwischen Sebastian und Nina, in die Geschichte gepackt und diese leider auch über viele Seiten gezogen. Ich glaube eine Kürzung um etliche Seiten hätte der Geschichte gut getan. So fühlte ich mich manchmal wie in einem Kreisverkehr, in dem man die Ausfahrt verpasst hat und unfreiwillig noch eine Runde drehen muss.