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Veröffentlicht am 09.09.2020

Eine wahre Geschichte, die berührt und nachdenklich macht

Letzte Spur Berlin
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Ohne etwas über das Buch zu wissen hat mich das Cover sofort angesprochen. Es fiel mir in einigen Beiträgen auf Instagram auf....das hat mich dann neugierig gemacht und ich wollte wissen, was es damit ...

Ohne etwas über das Buch zu wissen hat mich das Cover sofort angesprochen. Es fiel mir in einigen Beiträgen auf Instagram auf....das hat mich dann neugierig gemacht und ich wollte wissen, was es damit auf sich hat. Wer ist dieser sympathische Herr auf dem Cover und worum geht es?

Worum geht es:

Wie bereits erwähnt, das Cover ist sehr ansprechend und perfekt gewählt. Es zeigt Mehdi Karbassion, den Papa vom Autor, Marty Karbassion.
Mehdi ist seit 1988 verschwunden. Die Story zeigt verschiedene Stationen und beginnt mit seiner Kindheit im Iran. Die Flucht nach Deutschland und die Jahre danach....bis zu dem Tag, als er den Grenzübergang Bornholmer Straße in die damalige DDR passierte und nicht mehr zurück kam.
Im Leben von Mehdi Karbassion ist sehr viel passiert, vieles hat ihn geprägt und verändert.... ihn zu dem Menschen gemacht, der eines Tages seine Familie und sein altes Leben zurück ließ.....zum zweiten Mal.
Das erste Mal musste er alles zurück lassen, als er den Iran verließ.
Mehr will ich zu den Ereignissen im Buch jetzt nicht verraten, man sollte es auf jeden Fall selbst lesen.
Das Buch ist größtenteils aus der Sicht von Mehdi geschrieben. Erst am Ende wechselt es in die Ich-Form des Autors.

Meine Meinung:

Mir hat die Geschichte sehr sehr gut gefallen.....es war eine emotionale, tragische und teilweise auch lustige Reise durch das Leben von Mehdi Karbassion.
Toll erzählt und umgesetzt von seinem Sohn, Marty.....anhand von Mehdis Aufzeichnungen, Tagebüchern und Zeitzeugen.
Dieses Buch ist etwas ganz besonderes....es ist wunderbar, großartig und wunderschön....

Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen, es hat sich flüssig gelesen...so wie ich es mag. Man spürt besonders am Schluss, als aus der Sicht von Marty geschrieben wurde, wie sehr er seinen Papa vermisst. Ich kann das so sehr verstehen...mein Papa ist bereits 1997 verstorben....er fehlt immer....
Die letzten Seiten beinhalten viele alte Fotos von Mehdi, was ich auch sehr schön fand.

Hier ein Zitat (mit freundlicher Genehmigung von Marty Karbassion) aus einem Tagebucheintrag von Mehdi Karbassion, er schrieb diese Zeilen als er in Deutschland ankam....

„Ich bin immer ruhig geblieben, trotz all dem, was ich in meinem Leben erleiden musste. Ich habe immer versucht die Fassade zu bewahren und die Traurigkeit in meinem Herzen zu verstecken. So ist mein Leben, immer in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Das ganze Leid und den Schmerz zu ertragen hindert mich daran, dem Leben etwas Positives zu entnehmen. Wie lange kann ein Herz das alles ertragen, ohne aufhören zu schlagen? Wie kann eine so empfindliche Seele, die immer Schreckliches ertragen musste, standhalten und nicht verrückt werden? Wie kann ein Mensch, der immer auf etwas Besseres gehofft hat und es wahrscheinlich nie erfahren wird, noch am Ball bleiben? Wie kann man mit dem Dämon der Armut und des Hungers überhaupt noch die Fähigkeit besitzen über etwas nachzudenken? Über freudige Momente, die man nie erleben wird oder über eine Zukunft, die noch dunkler sein wird als die Vergangenheit.“
Auszug aus
Letzte Spur Berlin
Marty Karbassion
Dieses Material ist urheberrechtlich geschützt. ©️Marty Karbassion


Auch wenn am Ende die große Frage weiter im Raum steht....“wo ist Mehdi und was ist aus ihm geworden?“....ist die Story trotzdem spannend und unterhaltsam.
Wie schon auf der letzten Seite des Buches erwähnt....Zitat: „Die Suche geht weiter...“
Ich wünsche Marty von ganzem Herzen, dass seine Suche eines Tages den großen, entscheidenden Durchbruch bringt. Dann hoffe ich auf eine Fortsetzung mit der Aufklärung.

Fazit:

Dieses Buch sollte unbedingt Beachtung finden. Meiner Ansicht nach wäre es auch ein super Filmstoff....gerade diese mysteriösen Umstände, die Spannung und das offene Ende wären perfekt für eine dramatische Handlung nach wahren Begebenheiten.
Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung an alle, die gut erzählte, spannende, traurige und vor allem wahre Geschichten lieben.
Mich hat die Geschichte von Mehdi nachdenklich gemacht...
Es ist ein Buch, das einen so schnell nicht mehr loslässt.
Danke Marty, dass du nicht aufgegeben hast.
Von mir gibt es volle fünf Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2020

Spannend und großartig erzählt

Das Licht am Ende
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Worum geht es?

Helena zieht in eine abgelegene Waldhütte. Es gibt zwei Nachbarn auf der Lichtung....Anuk und Salim.
Die drei werden zu Freunden und nach einigen merkwürdigen Ereignissen erfährt man nach ...

Worum geht es?

Helena zieht in eine abgelegene Waldhütte. Es gibt zwei Nachbarn auf der Lichtung....Anuk und Salim.
Die drei werden zu Freunden und nach einigen merkwürdigen Ereignissen erfährt man nach und nach mit welcher Vergangenheit jeder zu kämpfen hat.
Manch eine Vergangenheit scheint es in die Gegenwart geschafft zu haben.

Ich möchte hier gar nicht mehr zum Inhalt verraten....das würde zu sehr spoilern und etwas von der Spannung nehmen.

Das Cover ist wunderschön und hat mir bereits gefallen, bevor ich Einzelheiten zum Buch kannte. Perfekt gewählt!

Meine Meinung:

Es hieß vorher, der Schreibstil wäre speziell....für mich war er großartig und genau richtig! Diese Story hätte mit keinen anderen Worten erzählt werden können.
Ich kam sehr schnell in die Geschichte rein und konnte mich in die Protagonistin hineinversetzen. Ich habe nach Worten gesucht, um zu beschreiben wie ich diesen Schreibstil empfinde...
Ich würde ihn bildlich, detailliert und intensiv nennen...man ist Teil der Gefühlswelt von Helena...man spürt ihre komplexen Empfindungen, ihre Angst, ihren Schmerz und ihre Freude...ich konnte dadurch sehr schnell Verständnis und Mitgefühl für sie aufbringen....

Die Kapitel waren von der Länge her genau richtig. Nach den ersten Seiten war ich sofort in der Story gefangen.
Selbst wenn ich nicht gelesen habe, hat mich die Geschichte beschäftigt und ich habe mich gefragt, was wird mit Helena passieren? Wird ihre Vergangenheit sie einholen? Was passiert noch alles auf dieser Lichtung? Wer oder was steckt dahinter?
Das Buch hat sich flüssig gelesen, keine unnötigen Längen. Alles war wichtig für die Geschichte....jedes Wort war perfekt gewählt.
Mit jeder Seite hat sich die Spannung gesteigert und in meinem Kopf spielte sich ein Film ab....Ich war ebenfalls auf der Lichtung....bei jedem Knacken und Knarren in der Hütte war ich bei Helena...
Es war ein Auf und Ab....emotional und immer mit der Hoffnung, dass alles gut wird...
Zum Ende hin war ich dann sprachlos...
Das Licht am Ende....ich habe es gesehen...
Aber wie sieht es mit Helena, Anuk und Salim aus? Wird es für die drei auch ein Licht am Ende geben? Wer auch immer meinen Text hier gelesen hat, sollte es selbst heraus finden.

Fazit:

Die Geschichte hat mich umgehauen...großartig und irgendwie auch speziell....einfach richtig gut!
Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die spannende Psychothriller lieben.
Von mir gibt es 5 von 5 Sternen

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere