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Veröffentlicht am 09.04.2018

Leider zu klischeehaft

Eine Liebe in Apulien
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Violas Leben ist gerade etwas aus den Fugen geraten, nachdem sie ihren Job verloren hat und ihre Beziehung in die Brüche gegangen ist. Daher trifft der plötzliche Tod ihrer Großmutter Adele sie völlig ...

Violas Leben ist gerade etwas aus den Fugen geraten, nachdem sie ihren Job verloren hat und ihre Beziehung in die Brüche gegangen ist. Daher trifft der plötzliche Tod ihrer Großmutter Adele sie völlig unvorbereitet. Sie macht sich Vorwürfe, da sie die alte Dame schon seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hat. Umso verwunderter ist sie, dass Adele ihr ihren alten Gutshof in Apulien vererbt. Die Masseria ist in keinem guten Zustand, wirkt sehr heruntergekommen und vernachlässigt. Doch Viola, als gelernte Innenarchitektin, hat sofort viele Ideen, wie sie dem Gutshof wieder zu altem Glanz verhelfen kann. Sie entscheidet sich, zu bleiben und macht sich hoch motiviert ans Werk. Aber Irgendjemanden scheint es ein Dorn im Auge zu sein, dass die Masseria einen neuen Eigentümer hat und Viola muss einige Anschläge auf ihr neues Zuhause verkraften. Und damit nicht genug, denn Viola verliebt sich in den gut aussehenden Bauarbeiter Aris, der ihr auf der Masseria helfend zur Seite steht. Doch Aris ist leider bereits in festen Händen und fühlt sich seiner Verlobten verpflichtet, da er sich die Schuld daran gibt, dass diese im Rollstuhl sitzt.
Das Buch hat sich eigentlich sehr schnell gelesen und die Masseria wurde wunderbar bildhaft beschrieben, dass ich ein wirklich paradiesisches und idyllisches Bild vor Augen hatte.
Aber die Geschichte an sich wirkte auf mich eher wie eine italienische Seifenoper. Irgendwie wurde mit jeder handelnden Person ein Klischee bedient. Die Autorin hat versucht, den Personen einen speziellen Charakter einzuhauchen, was aber in jedem Fall übertrieben wurde. Deshalb konnte ich auch zu keiner Person eine Verbindung ausbauen oder sie als symphytisch empfinden. Das machte das Buch und die Geschichte sehr unglaubhaft. Dazu kam noch, dass durch viele unnötige Sätze und Kommentare der Fluss der Geschichte teilweise kurzzeitig leicht unterbrochen wurde. Ich hatte den Eindruck, dass Viola permanent am Duschen war, bzw. ihre Körperpflege sehr in den Vordergrund gerückt wurde. Ich hatte schon überlegt, die Äußerungen diesbezüglich mal zu zählen. Allerdings hätte ich dafür nochmal von vorn lesen müssen und danach stand mir wirklich nicht der Sinn.
Das Buch war eine nette Unterhaltung für Zwischendurch. Aber ob man das Buch nun gelesen hat oder nicht, ist eigentlich egal. Schade, denn die Geschichte hätte durchaus mehr Potential gehabt.

Veröffentlicht am 03.04.2018

Einfach nur schockierend

Das Haus der verlorenen Kinder
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Loshavn in Norwegen, 1941: in diesem beschaulichen Fischdörfchen scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Doch eines Tages werden plötzlich deutsche Wehrmachtssoldaten hier stationiert. Diese bringen ...

Loshavn in Norwegen, 1941: in diesem beschaulichen Fischdörfchen scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Doch eines Tages werden plötzlich deutsche Wehrmachtssoldaten hier stationiert. Diese bringen das Leben der Bewohner gehörig durcheinander. Auch das der besten Freundinnen Lisbet und Oda. Denn beide verlieben sich in einen deutschen Soldaten und werden kurz darauf schwanger. Doch beide Männer wurden kurzerhand an die Ostfront versetzt und wissen erst einmal von ihren Vaterfreuden nichts. Beide Frauen wurden aber von ihren Familien verstoßen, da ein uneheliches Kind, erst recht eines vom Feind, eine Schande war. Doch die deutsche Regierung ließ diese jungen, schwangeren Frauen nicht einfach links liegen, sondern boten ihnen eine Unterkunft in einem der vielen Heime, für die sogenannten "Deutschemädchen". Doch war das wirklich Glück im Unglück?

Jahrzehnte später sucht die junge Waise Marie nach ihren Wurzeln. Ein altes Foto und ein Tagebuch, welches sie über Umwege erreichten, führen sie nach Wiesbaden in ein Pflegeheim, wo sie ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Dort lernt sie die 84jährige Betty kennen und freundet sich mit ihr an. Beide fühlen sich sofort miteinander verbunden. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnt keine von Beiden, dass dieses Verbundenheitsgefühl kein Zufall ist...

Mich hat dieses Buch ungemein gefesselt und ich wollte es teilweise gar nicht mehr aus der Hand legen. Das Schicksal von Lisbet und Oda hat mich tief berührt und schockiert.

Das Buch behandelt eine sehr schwierige Thematik. Nicht nur, dass es während des zweiten Weltkrieges spielt, sondern es handelt von den sogenannten "Deutschenkindern" und dem damit verbundenen Lebensborn-Verein. Bislang hatte ich beide Bezeichnungen noch nie gehört und war entsprechend entsetzt und fragte mich, ob es solche Heime tatsächlich gegeben hat und was dort wirklich geschehen ist.

Die Person der Oda hat zwar eigentlich nur eine Nebenrolle gespielt, aber ihr Schicksal hat mich fast mit am meisten berührt, da durch sie uns ihre Geschichte die "Rassenunterschiede" auf besonders grausame Art verdeutlich wurden.

Dieses dunkle Kapitel der deutschen Geschichte hat mich völlig entsetzt und mich dazu angeregt, selbst Recherchen anzustellen. Und diese zeigten mir wieder einmal, dass die Machenschaften der SS immer noch bis in die heutige Zeit reichen und tiefe Wunden hinterlassen.

Die Spannung des Buches, bezüglich des Zusammenhangs zwischen der Gegenwart und Vergangenheit, war zwar nicht wirklich vorhanden, da dem Leser sehr schnell klar wird, in welcher Verbindung alle handelnden Personen zueinander stehen, dennoch wollte man unbedingt wissen, welche Umstände dazu geführt haben, dass Marie und Betty sich erst so spät kennen lernen sollten.

Ich habe mir bereits ein weiteres Buch der Autorin gekauft und bin schon jetzt sehr gespannt darauf. Für "Das Haus der verlorenen Kinder" spreche ich eine ganz klare Leseempfehlung aus und vergebe 5 von 5 Punkten!

Veröffentlicht am 22.03.2018

Andeutungen verliefen im Sande

Lavendelstürme
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Das Leben von Saskia Wagner ist gerade nicht leicht. Ihr Job als Journalistin wurde ihr gekündigt und sie realisiert, dass die Beziehung zu ihrem Freund nicht so ist, wie es sein sollte. Sie ist nicht ...

Das Leben von Saskia Wagner ist gerade nicht leicht. Ihr Job als Journalistin wurde ihr gekündigt und sie realisiert, dass die Beziehung zu ihrem Freund nicht so ist, wie es sein sollte. Sie ist nicht mehr bereit, als persönliche Haushälterin für ihren Freund zu fungieren und packt deshalb eines Tages ihre Sachen und flüchtet zu ihrer Freundin. Dort fällt ihr ein Prospekt in die Hände, welches ein idyllisches Weingut in der Provence zeigt. Dort wird eine Aushilfe für die Saison gesucht. Saskia überlegt nicht lange und bewirbt sich auf die Stelle und hat Glück, denn sie wird eingestellt. Doch ihre Ankunft in der Provence läuft anders als gedacht, denn die Menschen, die ihr begegnen, reagieren erschrocken und abweisend auf sie. Auch ihre neuen Arbeitgeber reagieren ablehnend. Saskia kann sich darauf keinen Reim machen...! Dennoch fühlt sie sich zu ihrem Arbeitgeber Jean-Luc Rougeon hingezogen und auch ihn scheint die neue, schöne Angestellte doch nicht ganz kalt zu lassen. Aber nicht jeder ist von dieser aufkeimenden Romanze begeistert. Jean-Lucs Cousine und der Bruder seiner verstorbenen Frau wollen diese Verbindung mit allen Mitteln unterbinden. Und konfrontieren Saskia mit der Vergangenheit der Familie Rougeon, welche Saskia zutiefst schockieren und sie an Jean-Lucs Beweggründen seiner Zuneigung zu ihr zweifeln lassen.
Dies war mein zweite Buch von Margot S. Baumann und ich habe das Lesen wieder sehr genossen. Auch dieses Buch war eine locker, leichte Lektüre für Zwischendurch, die Fernweh aufkommen lässt. Sehr bildhaft waren die Schauplätze des Buches beschrieben und machten Lust auf Urlaub und ein kühles Glas Wein mit Blick über die Weinberge.
Leider muss ich in der Bewertung für dieses Buch aber dennoch ein Pünktchen abziehen. Es wurden gelegentlich eventuelle Entwicklungen im Verlauf der Geschichte angedeutet, die dann aber nicht weiter verfolgt wurden, sondern irgendwie im Sande verliefen. Das machte die Geschichte nicht ganz rund und man fragt sich am Ende des Buches: Was war eigentlich damit! So etwas finde ich sehr schade. Aber dennoch freue ich mich schon auf das nächste Buch von Margot S. Baumann.

Veröffentlicht am 14.03.2018

Leider nicht ganz rund

Im Spiegel ferner Tage
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Der Leser lernt in diesem Buch zwei junge Frau kennen.
Alice lebt im Jahr 1932, wohnt noch bei ihren Eltern, geht aber in einem Büro als Sekretärin arbeiten, um ihren Eltern finanziell unter die Arme zu ...

Der Leser lernt in diesem Buch zwei junge Frau kennen.
Alice lebt im Jahr 1932, wohnt noch bei ihren Eltern, geht aber in einem Büro als Sekretärin arbeiten, um ihren Eltern finanziell unter die Arme zu greifen. Sie verliebt sich in einen verheirateten Mann und wird von ihm schwanger. Da dies zur damaligen Zeit noch als große Schande galt, beschließt Alices Mutter, Alice für die Dauer der Schwangerschaft fortzuschicken. Sie schickt Alice auf ein altes Gut in einem einsames Tal, wo sie selbst damals aufgewachsen ist. Die Haushälterin des alten Gutes ist eine alte Bekannte von Alices Mutter und soll sich um Alice kümmern. Kaum, dass Alice auf dem Gut angekommen ist, wird sie mit der düsteren Vergangenheit des Gutes konfrontiert. Sie spürt, dass hier einmal etwas tragisches geschehen sein muss und beginnt, den damaligen Geschehnissen auf den Grund zu gehen.
Während der Leser erlebt, wie Alice beginnt diverse Puzzleteile zusammen zu setzen, darf er in einem zweiten Erzählstrang in die Geschichte der jungen Elizabeth eintauchen. Elizabeth hatte es nicht leicht in ihrem Leben. Sie letzte im Jahre 1898 und ihre vorrangige Aufgabe war es, einem großen Haushalt vorzustehen, an der Seite ihres vermögenden Ehemannes zu strahlen und einen Erben auf die Welt zu bringen. Doch Elizabeth bekommt eine Tochter und alle weiteren Schwangerschaften enden in Fehlgeburten. Elizabeth hatte außerdem den Hang, nach ihren Schwangerschaften an Depressionen zu leiden und wurde deswegen schon auf unterschiedliche Arten behandelt. Zur Zeit der Erzählung ist Elizabeth wieder schwanger...
Beide Geschichten waren glaubhaft und sehr emotional dargestellt. Die Autorin konnte die Ängste und Sorgen, mit denen sich beide jungen Frauen auseinandersetzen mussten, anschaulich schildern. In beiden Geschichten blieb das Ende das ganze Buch über hoffen und man wusste nicht, was das Schicksal für beide Frauen bereit hält.
Dennoch blieben am Ende diesen Buches ein paar wenige Fragen bei mir offen. Die Autorin hatte gelegentlich im Buch eine düstere, unheimlich und übernatürliche Stimmung beschrieben...am Ende scheint die aber lediglich Alices Einbildung entsprungen zu sein, was ich als nicht ganz rund empfinde. Außerdem hatte ich zeitweise Probleme, die Beziehungen und Verbindungen innerhalb der verschiedenen Generationen und handelnden Personen zu verstehen. Ich weiß nicht, ob ich lediglich wichtige Details überlesen habe oder ob die Verbindungen tatsächlich nicht konkret dargelegt worden sind.
Aus diesen zwei Gründen, muss ich leider einen Punkt abziehen, für ein Buch, das mich ansonsten sehr gefesselt und auch berührt hat.

Veröffentlicht am 12.02.2018

Leider etwas übertrieben

Böse Schwestern
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Nachdem ich ja bereits "Glücksmädchen" gelesen hatte und doch recht angetan von dem Buch war, habe ich mich auf "Böse Schwestern" sehr gefreut.
Der Kriminalreporterin Ellen Tamm hängt der Fall des vermissten ...

Nachdem ich ja bereits "Glücksmädchen" gelesen hatte und doch recht angetan von dem Buch war, habe ich mich auf "Böse Schwestern" sehr gefreut.
Der Kriminalreporterin Ellen Tamm hängt der Fall des vermissten Mädchens (aus dem Buch "Glücksmädchen") noch sehr nach und ihr wurde nahe gelegt, sich auszuruhen und zu erholen. Aus diesem Grund kehrt Ellen in ihre alte Heimat zurück, wo sie wieder bei ihrer Mutter einzieht, die auf Schloss Örelo wohnt. Allerdings soll sie dort nicht zur Ruhe kommen, denn kaum ist Ellen in dem kleinen Ort angekommen, wird sie schon mit dem nächsten Mordfall konfrontiert, dem sie sich sofort beruflich annimmt. Und auch Ellens Vergangenheit holt sie wieder ein. Denn Ellens Zwillingsschwester Elsa ist vor vielen Jahren durch einen vermeidlichen Unfall ums Leben gekommen, was Ellen nach wie vor keine Ruhe lässt.
Neben dem Handlungsstrang von Ellen gibt es noch weitere Personen, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Die jungen Familienmütter Alexandra und Hanna.
Zuerst scheinen die Handlungsstränge ohne großen Zusammenhang nebenher zu laufen. Aber Kapitel für Kapitel kristallisiert sich dann ein schrecklicher und erschreckender Zusammenhang heraus. Auch scheinen diese Frauen in irgendeinem Zusammenhang mit der ermordeten jungen Frau zu stehen. Aber der Leser wird hier sehr lang im Ungewissen gelassen. Dazu kommen noch viele andere Nebenhandlungen und Nebenpersonen, die auch eine große Rolle in dem Mordfall spielen könnten. Und obwohl sich Ellen eigentlich ausruhen und beruflich kürzer treten sollte, steigert sie sich immer mehr in den Fall der ermordeten jungen Frau hinein und stochert sogar in dem eigentlich abgeschlossenen Fall ihrer verstorbenen Schwester wieder herum und bringt sich selbst in große Gefahr.
Im Großen und Ganzen hat mir das Buch ganz gut gefallen. Eine Steigerung zum vorhergehenden Buch war es allerdings nicht. Zeitweise fand ich es von der Handlung sogar etwas zu dick aufgetragen und unrealistisch übertrieben.
Ich bin wegen meiner Bewertung hin und her gerissen. Auf der einen Seite hat sich das Buch wirklich flüssig gelesen und eine gewisse Spannung war da, da man einfach so lange im dunkeln tappte, wer der Mörder war. Außerdem war die Auflösung davon dann wirklich verblüffend. Das Ende in Bezug auf Ellens eigene Vergangenheit wird offen gelassen und deutet auf eine Fortsetzung hin. Allerdings blieben aber leider auch viele Fragen den Fall betreffend bei mir offen, wo ich mir noch eine Erklärung / Aufklärung gewünscht hätte. Aus diesem Grund kann ich hierfür leider nur 3 von 5 Punkten geben.