Spannend konstruierter Krimi auf zwei Zeitebenen mit verschiedenen Ermittlern
Finsteres HerzMendt und Elling stoßen bei ihren Ermittlungen auf das Mädchen Sarah, zusammen landen sie schließlich in einem sicheren Haus für Zeugen. Dort geht jedoch etwas gewaltig schief, was dazu führt, dass zwei ...
Mendt und Elling stoßen bei ihren Ermittlungen auf das Mädchen Sarah, zusammen landen sie schließlich in einem sicheren Haus für Zeugen. Dort geht jedoch etwas gewaltig schief, was dazu führt, dass zwei neue Ermittler den Fall übernehmen und herausfinden müssen, was genau passiert ist.
Für mich war es der erste Fall des Ermittlerduos, daher habe ich kurz gebraucht, um bei all den Personen und Namen durchzublicken, jedoch war dies schnell kaum noch ein Problem.
Man sollte jedoch generell darauf eingestellt sein, das Buch konzentriert zu lesen, da im weiteren Verlauf doch viele Zeugen, Kollegen und Verdächtige ihren Auftritt haben.
Auch wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt: Wir verfolgen gleichzeitig die ursprüngliche Ermittlung von Mendt und Elling sowie die neue Ermittlung, in der sich die Ermittler auf ihre Spuren begeben. Dies kann eventuell kurz verwirrend sein, ich habe mich aber schnell daran gewöhnt und mochte diesen besonderen Erzählstil sehr. Dazu beigetragen haben auch die vielen Perspektivwechsel, zwischendurch erlebt man die Handlung immer wieder auch mal aus der Sicht von anderen Beteiligten und erhält so einen tiefen Einblick in das Geschehen, ohne dass zu viel verraten wird.
Generell konnte ich super mitspekulieren und es hat großen Spaß gemacht zu sehen, wie sich nach und nach sämtliche Puzzleteile logisch zusammenfügten.
Anstatt ein reines Gut gegen Böse abzuliefern, hat der Autor hier verschiedenste Parteien ins Rennen geschickt, was zu interessanten Verwicklungen führt und den eigenen Moralkompass herausfordert.
Aber auch abseits von den Verbrechen fühlte ich mich gut unterhalten, denn zwischendurch gibt es immer wieder Abschnitte, in denen wir das Privatleben und die Familien der Ermittler kennenlernen. Die Charaktere wurden dadurch noch viel authentischer und ich habe mich ihnen auf menschlicher Ebene noch näher gefühlt und einige schnell ins Herz geschlossen.
Ein weiteres Highlight: Der Krimi spielt Ende 2006/Anfang 2007, was zu vielen lustigen kleinen Anspielungen führt, die für die damalige Zeit sinnvoll erschienen, über die wir heute jedoch lachen - so ein IPhone hat bestimmt keinen Erfolg, nicht wahr?
Insgesamt eine wirklich tolle Mischung aus spannendem Kriminalfall, authentischen Charakteren mit berührenden Momenten und einer geschickt konstruierten Geschichte.