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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2025

Interessante Welt mit arabischem Flair

We hunt the Flame
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Während Zafira im verfluchten Wald des Arz wilde Tiere jagt, um ihr Dorf zu versorgen, macht der Kronprinz Nasir als Assassine Jagd auf die Feinde seines Vaters. In einer Welt, in der Krieg droht und der ...

Während Zafira im verfluchten Wald des Arz wilde Tiere jagt, um ihr Dorf zu versorgen, macht der Kronprinz Nasir als Assassine Jagd auf die Feinde seines Vaters. In einer Welt, in der Krieg droht und der Arz immer mehr Land verschluckt, begeben sie sich auf gefährliche Missionen, die sie zu Feinden machen und die Welt verändern können. Erzählt wird die Geschichte aus ihren Perspektiven, was ich als angenehm empfunden habe, da man so beide ganz gut kennenlernt.

Die Welt hat mir gut gefallen, mithilfe einer Karte kann man sich die verschiedenen Kalifate direkt vorstellen. Diese werden im Laufe der Handlung dann auch weiterhin charakterisiert. Auch die arabische Atmosphäre fand ich gelungen, jedoch hätte ich mir teilweise hier noch ein bisschen mehr Details gewünscht. Viele Wörter dieser Sprache finden Einzug in den Text, jedoch ist die Bedeutung nicht immer direkt ohne Glossar ersichtlich - zu Beginn ein wenig ungewohnt, aber trägt im Ganzen zur Stimmung bei.

Während der Start noch relativ aufregend ist, wird es danach erstmal eine Weile ruhiger und man hat Gelegenheit, die Charaktere und die Welt näher kennenzulernen. Dieser Aufbau gefällt mir grundsätzlich, hier hatte er jedoch zwischendurch auch manchmal kleinere Längen.
Die Rätsel um die Geschichte der Welt fand ich spannend, auch die politischen Aspekte der Handlung waren interessant. Zafira als starke Frau in einem Land mit wenigen Frauenrechten beinhaltet gefühlt auch eine Botschaft für unsere Realität.
Hervorheben mag ich zuletzt noch die Sprache, diese war wirklich schön und hat mir Freude beim Lesen bereitet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2025

Die Menschlichkeit am Ende der Menschheit

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Turton erschafft in "Der letzte Mord am Ende der Welt" eine spannende dystopische Welt, in der es um nicht weniger als das Überleben der Menschheit geht.
Ein tödlicher Nebel hat alles bis auf eine kleine ...

Turton erschafft in "Der letzte Mord am Ende der Welt" eine spannende dystopische Welt, in der es um nicht weniger als das Überleben der Menschheit geht.
Ein tödlicher Nebel hat alles bis auf eine kleine Insel verschluckt, lediglich eine Barriere schützt die letzten 122 Überlebenden. Durch einen Mord droht diese Barriere jedoch deaktiviert zu werden - und der Countdown zum Entlarven des Täters läuft.

Die erschaffene Welt fand ich gut ausgearbeitet, schon nach wenigen Seiten wollte ich immer mehr erfahren. Eine Karte zu Beginn hilft super bei der Visualisierung, vieles wird aber noch zusätzlich ausführlich beschrieben. So spielt sich das Leben der Dorfbewohner hauptsächlich in einem heruntergekommenen Militärstützpunkt ab und ist von Einfachheit geprägt: Gemeinsame Mahlzeiten und Feste, verschiedene Berufe zum Erhalt des täglichen Lebens, gesellschaftliche Vorgaben.
Hierzu im Kontrast steht die Welt der verbliebenen Wissenschaftler, die aus einer Zeit hochmodernen Technik stammen. Eine echt spannende Mischung, genau wie die Genres des Buchs: Es ist kein klassischer Krimi, aber dabei mindestens genauso spannend. Statt nur über den Täter zu rätseln, sammeln sich auch zahlreiche Fragen über diese Welt, die Neugier lässt die Seiten nur so dahinfliegen.

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Abi, einer KI, die die Gedanken jedes Bewohners lesen kann. Diese tritt aber meistens in den Hintergrund, sodass man die Handlung indirekt über einzelne Charaktere verfolgt. Hier war eine bunte Mischung an Charakteren gegeben und auch ihre Beziehungen zueinander kamen nicht zu kurz.
Die Kapitellänge habe ich als genau richtig empfunden, auch der Schreibstil war angenehm zu lesen.
Für Fans von dystopischen Welten nur zu empfehlen!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2025

Nichts ist, wie es scheint

Deep Fake
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Kannst du deinen Augen noch trauen, wenn sie dir ein Nacktvideo zeigen, das du niemals aufgenommen hast?
Kannst du deinen Freunden noch trauen, wenn du sie zwanzig Jahre nicht mehr gesehen hat?
Kannst ...

Kannst du deinen Augen noch trauen, wenn sie dir ein Nacktvideo zeigen, das du niemals aufgenommen hast?
Kannst du deinen Freunden noch trauen, wenn du sie zwanzig Jahre nicht mehr gesehen hat?
Kannst du deiner Erinnerung noch trauen...?

Auf der Suche nach Antworten begleiten wir die Lehrerin Mira, die ausgelöst von einem Deep Fake mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird und in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Besonders spannend fand ich hierbei den Erzählstil: Abwechselnd verfolgen wir die Handlung in der Gegenwart mit Mira und erleben gleichzeitig die Vergangenheit in Form von Tagebucheinträgen. Beide Seiten nähern sich langsam einander an und fügen immer mehr Puzzleteile zusammen. Dabei kann man super mitspekulieren, wie alles zusammenhängt, was damals passiert ist und wer für die Videos verantwortlich ist.
Die Autorin versteht es dabei gekonnt, den Leser in die Irre zu führen und beim Lesen auch ein wenig paranoid zu machen: Der Verdacht springt permanent hin und her und doch ist man im Grunde genau wie Mira recht ahnungslos. Meine eigenen Theorien waren manchmal zutreffend, wurden dann jedoch wieder komplett über den Haufen geworfen, was dazu führte, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.
Zwischendurch gab es zwar auch kleinere Abschnitte, die sich ein wenig gezogen haben, dies hat sich aber in Grenzen gehalten.

Das Thema des Buches ist momentan ja hochaktuell, dafür fande ich es ganz gut umgesetzt, besonders, dass es im schulischen Umfeld auftaucht. Insofern kann es auf spannende Art auch ein wenig über diese aktuelle Problematik aufklären.
Schnell wird aber auch klar, dass die Technik hier eher zweitrangig ist und die Beziehungen der Charaktere im Vordergrund stehen. Diese wurden authentisch umgesetzt, mit den passenden Emotionen: fragiles Vertrauen, Unsicherheiten, Wut, Trauer und dem Wunsch nach Zugehörigkeit. Über manche Charaktere regt man sich auf, manche wachsen einem echt ans Herz.
Was mir auch sehr gefallen hat: Man merkt bei den Freunden, dass sie erwachsen geworden sind, aber erkennt auch gleichzeitig ihr damaliges Teenager-Ich in ihnen, ohne dass es unpassend wirkt.
Insgesamt eine super spannende Suche nach der Wahrheit mit vielen Überraschungen und einem wichtigen Thema!

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  • Spannung
Veröffentlicht am 20.02.2025

Spannendes Abenteuer mit Mythologie, Freundschaft und Romance

If the Moon Triumphs
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Lilith und Marek verbindet nicht mehr als eine gemeinsame Nacht - bis er sich am nächsten Tag plötzlich in einen Wolf verwandelt und Lilith ihre Magie benutzen muss, um ihn aufzuhalten. Dabei wollte sie ...

Lilith und Marek verbindet nicht mehr als eine gemeinsame Nacht - bis er sich am nächsten Tag plötzlich in einen Wolf verwandelt und Lilith ihre Magie benutzen muss, um ihn aufzuhalten. Dabei wollte sie eigentlich keine Hexe mehr sein, doch schnell steht nicht mehr nur Mareks Leben auf dem Spiel, sondern das Schicksal der gesamten Menschheit.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, die Geschichte ließ sich sehr flüssig lesen, immer wieder dachte ich mir "nur noch ein Kapitel schnell".
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Lilith, die ich größtenteils auch als Erzählerin mochte, besonders ihre leicht sarkastische Art. Der Anfang ist recht rasant und baut schnell Spannung auf, dafür gibt es im späteren Verlauf eher langsamere Stellen, teils positiv, teils ein wenig negativ. Schön sind hierbei beispielweise die emotionalen Momente und Gespräche der Freunde, ein Teil der Reise zieht sich hingegen.
Das Buch entwickelt sich genau wie die Charaktere im Verlauf auch weiter, das was mir am Anfang gefehlt hat, wird später gut aufgebaut, wie z.B. Beschreibungen der Handlungsorte. Ein wenig ausbaufähig wäre noch die Einbeziehung der Gesellschaft in die Handlung, dies geschieht zwar in einer Szene ganz gut, bleibt ansonsten aber eher im Hintergrund.

Glänzen kann das Buch hingegen mit der Darstellung der Freundschaft in der Heldengruppe: Hier werden Marek und Lilith noch von ihren besten Freunden Dario und Morgana begleitet und die beiden sind absolute Goldstücke! Man merkt richtig, dass die Geschichte eine Liebeserklärung an die Freundschaft sein soll, immer wieder gibt es berührende Gespräche und Szenen, die mich teilweise emotional echt mitgenommen haben, teils sogar mehr als die eigentliche Liebesgeschichte.

Auch der mythologische Aspekt war interessant, eine spannende Mischung aus nordischer Mythologie, Göttern, Werwölfen, Hexen und Magie. Ich konnte gut mitfiebern und spekulieren, wie alles zusammenhängt, wurde zwischendurch aber trotzdem auch immer wieder mal überrascht. Ein paar Kleinigkeiten habe ich jedoch nicht komplett verstanden am Ende bzw. warum manche Personen so gehandelt haben.
Insgesamt aber eine echt unterhaltsame Geschichte mit tollen Freundschaften und einer spannenden Reise zur Rettung der Welt!

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Schöne Ideen, Umsetzung schwächelt

The Stars are Dying
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Astraea lebt in einer Welt voller magischer Geschöpfe: Vampire, Fae, Celestials und mehr. Doch statt diese Welt zu erkunden, ist sie angeblich zu ihrem eigenen Schutz gefangen, bis sie sich mit der Hilfe ...

Astraea lebt in einer Welt voller magischer Geschöpfe: Vampire, Fae, Celestials und mehr. Doch statt diese Welt zu erkunden, ist sie angeblich zu ihrem eigenen Schutz gefangen, bis sie sich mit der Hilfe von Nyte schließlich befreit und eine gefährliche Reise beginnt.
Während die Gestaltung des Buches wunderschön ist und komplett überzeugt, habe ich mich mit dem Inhalt doch teilweise etwas schwergetan.
Die Ideen fand ich super, eine spannende Fantasy-Welt mit vielen verschiedenen Geschöpfen, ein Turnier mit Rätseln und kreativen Prüfungen, dazu noch Romance, was will man mehr.
Leider hätte die Umsetzung doch etwas mehr Schliff vertragen können.

Zunächst fand ich den Einstieg sehr verwirrend und habe recht lange gebraucht, bis ich in die Geschichte reingefunden habe.
Generell gab es immer wieder mal Stellen, die komisch formuliert waren oder die ich doppelt lesen musste. Der Schreibstil hat mir besonders dadurch auch nicht immer zugesagt, manchmal hatte ich Probleme zu verfolgen, was passiert.
Auch das Pacing war noch etwas unausgereift: Manche Abschnitte zogen sich sehr in die Länge und hätten auch kürzer sein können, bei anderen hätte man sich mehr Kontext oder Handlung gewünscht.

Die Charaktere waren okay, aber ich konnte irgendwie keine Bindung zu ihnen aufbauen, sie waren nicht ganz greifbar für mich. Ich habe mich beim Lesen mehr wie ein neutraler Betrachter gefühlt und konnte nie richtig in die Geschichte abtauchen. Dabei war die Liebesgeschichte eigentlich nicht schlecht, wenn auch recht langsam, und auch coole Nebencharaktere gab es einige.
Trotz allem bin ich auf den nächsten Band gespannt, viele Probleme lassen sich ja schon leicht durch ein besseres Lektorat lösen.

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