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Veröffentlicht am 15.01.2020

Zwei parallel erzählte Geschichten mit so vielen Ähnlichkeiten

Die Frauen von Skagen
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Zwei parallel erzählte Geschichten mit so vielen Ähnlichkeiten - die eine spielt in der Gegenwart, die andere im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts - und trotzdem so verschieden. Die noch kindliche Marie, ...

Zwei parallel erzählte Geschichten mit so vielen Ähnlichkeiten - die eine spielt in der Gegenwart, die andere im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts - und trotzdem so verschieden. Die noch kindliche Marie, ausgestattet mit reihenweise Privilegien und einer Gesellschafterin namens Asta im gleichen Alter, will nichts anderes tun als zu malen. Zu jeder Tageszeit kann sie an nichts anderes denken und hat nur den Wunsch eine Malerin zu werden. Parallel dazu lernen wir Vibeke kennen, die den großen Wunsch hat, eine Kunsthochschule zu besuchen und ihren Traum wahr werden zu lassen. Beide Väter sind komplett dagegen. Marie solle lieber heiraten und Vibeke in die Farbenfabrik des Vaters einsteigen. Beide können auf ganz unterschiedliche Art ihren Kopf durchsetzen, jedoch bewegen sich die Parallelen ab diesem Zeitpunkt leider stark auseinander. Marie trifft auf Peder Severin Krøyer, kurz Sören, einen der wohl berühmtesten Künstler Dänemarks zu dieser Zeit, und möchte mit ihm Liebe und Malleidenschaft verbinden. Das perfekte Paar möchte man meinen, jedoch immer auch dabei: Asta. Beide Geschichten haben eine starke Parallele vorzuweisen und hierbei handelt es sich um den wundervollen Ort Skagen.

Stina Lund präsentiert uns in ihrem Roman äußerst toughe (junge) Frauen, die an ihrer Leidenschaft anfangs festhalten. Die gesellschaftliche Abneigung gegen den Beruf und auch die Berufung zur Malerin begegnet uns in beiden Zeitsträngen. Die Väter als starke Figuren sind gegen die Wünsche und trotzdem schaffen sie es sich irgendwann von ihnen diesbezüglich loszusagen. Maries Leben findet zudem fast ausschließlich mit Asta im Schlepptau statt. Zuerst als Gesellschafterin verpflichtet und danach als fester Bestandteil in ihrem Leben, auf den sie immer wieder zurückgreift.

Die Autorin hat mich mit ihren starken Charakteren umgehauen! Der Roman ist vollgepackt mit Emotionen aller Art und ließ mich wie einmal durchgekaut und wieder ausgespuckt zurück - im positivsten Sinne. Astas Ehrgeiz und Außenseiterrolle rief bei mir starkes Mitgefühl herbei und ließ mich doch oftmals mit dem Kopf schütteln. Auch Marie möchte man einerseits manchmal zur Vernunft rufen und andererseits möchte man sie im Arm wiegen sowie ihr zuflüstern, dass alles gut werden wird. Besonders die Geschichte der Vergangenheit hat mich besonders berührt. Die Emotionen gingen von überschäumender Lebenslust bis hin zu Trübsinnigkeit kurz vorm Selbstmord. Besonders Sören, Maries Ehemann, tritt hier die Rolle des fanatischen Künstlers an und fasziniert durch seine überbordenden Ausbrüche. Auch die Kameradschaftlichkeit unter den Künstlern - hierbei werden einige fast schon familiäre Freundschaftsbeziehungen beschrieben - beeinflussten mich als Leser sehr und schafften eine unendlich natürliche Stimmung. Die Autorin hat das Beisammensein in der Künstlerkolonie meiner Meinung nach perfekt, klischeefrei und fast unnachahmlich eingefangen.

Die Geschichte der Gegenwart läuft etwas weniger dramatisch ab, jedoch findet man als Leser immer wieder kleine Parallelen zur anderen Story, was äußerst spannend war. Auch Vibeke erschien mir immer wieder äußerst kindlich und naiv, trotzdem fühlt man mit ihr mit. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich auch eine ganz besondere Verbindung zu ihrer Mutter, die eine ganz eigene Dynamik hat. Die Verwandlung durch Skagen war auch hier fast greifbar zuspüren.

Alle Charaktere waren für mich authentisch. In diesem Buch gibt es keine flache Persönlichkeit, sondern Menschen mit intensiven Wünschen, Lebenszielen und allerlei Emotionen. Charakterschwächen werden gepflegt und nicht versteckt, genau das fand ich außerordentlich toll.

Der Ort Skagen war mir bis zu diesem Buch unbekannt. Die Beschreibungen sind jedoch unglaublich schön und haben mein Interesse stark geweckt. Zudem weiß die Autorin wie sie für den Leser ganz anschaunliche Bilder gestalten kann und nutzt dies äußerst gekonnt immer wieder.

Ich wollte das Buch einfach nicht mehr zur Seite legen. Die Charaktere und deren Geschichte haben mich so sehr gefesselt, dass ich mich regelrecht in ihren verloren habe und in der Zeit des Nicht-Lesens meine Gedanken immer wieder zur Geschichte glitten. Ich war regelrecht unruhig und musste die Geschichte beenden.

Obwohl ich mir das Ende etwas "bombastischer" gewünscht hätte, zumindest in Bezug auf Vibekes Handlungsstrang, möchte ich dem Buch trotzdem die bestmögliche Bewertung geben. Auch Leser, die nicht kunstaffin sind, dürfen ohne Bedenken zu diesem Buch greifen, denn die Autorin hat es geschafft dem Leser auch ohne Vorwissen die Künstlerumgebung anschaulich nahezubringen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2020

Eher witzig als ernst zu nehmend / Verschenktes Potential

Dragon Hunter Diaries - Drachenküssen leicht gemacht
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Thaisas Arbeit als Wissenschaftlerin in einem Antiquariat erstreckt sich auf vielerlei Bereiche, das Dechiffrieren alter Texte, der Verkauf und auch das dazugehörige Verschicken der Waren. Ein gerade erst ...

Thaisas Arbeit als Wissenschaftlerin in einem Antiquariat erstreckt sich auf vielerlei Bereiche, das Dechiffrieren alter Texte, der Verkauf und auch das dazugehörige Verschicken der Waren. Ein gerade erst neu erstandenes Manuskript ohne scheinbar große Bedeutung wird ungesehen zu einem horrenden Preis verkauft. Der Käufer: Archer Andras, der sich bereits nachts unerlaubt Zutritt verschafft um seinen Neuerwerb an sich zu bringen, jedoch kommt ihm Thaisa dazwischen und begibt sich dadurch in großen Schlamassel. Sie konnte auch nicht wissen, dass Archer das Oberhaupt der Sturmdrachen ist und er sich von da an stark zu ihr hingezogen fühlt, soweit, dass er sie als seine Gefährtin bezeichnet. Obwohl das eigentlich genug wäre, versucht auch Archers Bruder, auch ein Drache, Thaisa in seine Hände zu bekommen, denn auch er will das Manuskript übersetzt haben und dem Geheimnis eines starken Amulettes auf die Spur kommen.

Obwohl es sich bei diesem Buch um den zweiten Band Dragon Hunter Diaries Reihe handelt, hat man auch ohne den Vorband kein Problem der Geschichte zu folgen. Katie MacAlister platziert die Protagonisten nur in der "gleichen Welt" und erklärt eventuell nötiges Wissen während dem Handlungsverlauf.

Leider muss ich bereits jetzt anmerken, dass ich von der Geschichte eher enttäuscht wurde. Die Autorin brachte bereits Bestseller heraus und ist wohl bekannt, jedoch kam mir der Schreibstil oftmals einfach nur unbeholfen und stark laienhaft vor. Während dem Lesen schob ich vieles auf eine schlechte Übersetzung ins Deutsche - was definitiv bei einigen Stellen auch der Fall ist - jedoch fiel mir des öfteren auf, dass z.B. eine Person auf etwas reagiert, man sich wundert, was das nun soll, und einige Zeilen später erst der Grund dazu genannt wird. Die Reihenfolge genau umzustellen wäre für das Verständnis weitaus sinnvoller gewesen. Zudem wurden auch eher umgangssprachliche Ausdrücke im Text verwendet, die meinen Lesefluss ganz gehörig stoppten.

Insgesamt mochte ich die Charaktere schon. Mir gefiel vor allem, dass Thaisa als eher eigenständige Person und vor allem auch starke Frau präsentiert wird. Zum Schluss hin wird dieser Aspekt zwar etwas schwächer, trotzdem möchte ich ihn positiv hervorheben. Archer war weniger zugänglich und in seinen Aktionen teilweise nicht ganz nachvollziehbar. Wenn man die Geschichte jedoch zu Ende liest, erklärt sich die ein oder andere Situation im Buchverlauf, jedoch ist der Schluss ein einziges Chaos und komplett aus der Luft gegriffen. Natürlich handelt es sich hier um das Fantasy Genre, trotzdem muss das "Ergebnis" der Geschichte doch einigermaßen nachvollziehbar gestaltet sein und das ist hier eben nicht der Fall. Zusätzlich wird etwa das letzte Viertel der Handlung so sehr durchgehetzt und führte bei mir immer öfter zu Kopfschütteln. Wenn der Leser dann die komplette Geschichte Revue passieren lässt, bemerkt er dann auch noch starke Widersprüche die Logik betreffend, die der Autorin doch hätten auffallen müssen.
Insgesamt hätte die Geschichte jedoch einen sehr spannenden Lesespaß versprochen, driftete jedoch oftmals gewaltig in den Comedy-Bereich ab.

Das mit dem Humor muss ich wohl etwas genauer erläutern. Wie es bei diesen Büchern üblich ist, gibt es einige konkretere "Liebesszenen" im Verlauf. Diese hier sind sprachlich gesehen so lustig gestaltet, dass ich oftmals laut auflachen musste. Für mich waren es eher Szenen zum Lachen, als dass ich rot geworden wäre - naja, vielleicht vor lauter Lachen. Auch die Schmacht-Szenen konnte ich nicht ganz ernst nehmen. Dementsprechend sind Thaisa und Archer für mich auch kein Traumpaar, trotzdem haben sie mich doch irgendwie unterhalten.
Auch einige Nebencharaktere waren eher schräg als ernst zu nehmen.

Kurz gefasst: die Geschichte wirkt lückenhaft, besonders das Ende und konnte dadurch auch von mir nicht ganz nachvollzogen werden. Auch insgesamt wirkt vieles nicht komplett von der Autorin durchdacht und brachte dementsprechend leider nur sehr durchschnittliches Lesevergnügen. Im Gedächtnis wird mir diese Story wahrscheinlich nicht bleiben.

  • Gefühl
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2020

Durchschnittlicher geht nicht

Flirting with Fire
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Vorweg möchte ich betonen, dass ich dieses Buch leider für den durchschnittlichsten Prototypen eines Liebesromans halte, so als hätte sich das Autoren-Duo Piper Rayne vorgenommen, das typischste Standardwerk ...

Vorweg möchte ich betonen, dass ich dieses Buch leider für den durchschnittlichsten Prototypen eines Liebesromans halte, so als hätte sich das Autoren-Duo Piper Rayne vorgenommen, das typischste Standardwerk für den Büchermarkt zu entwerfen. Bitte versteht mich nicht falsch, denn das muss nicht unbedingt etwas Schlechtes bedeuten, jedoch war die Handlung einfach nur vorausschaubar.

Die ehemals "hässliche" Maddie ist seit Schulzeiten in den ach so heißen Mauro verliebt. Als dann für einen wohltätigen Zweck eine Bachelor-Versteigerung stattfindet und Mauro als Feuerwehrmann daran teilnimmt, ersteigert Maddies Freundin den ehemaligen Quarterback im Namen von Maddie. Bei diesem Date erkennt er jedoch seine frühere Klassenkameradin nicht, hat sich jedoch bei seinem beiden Brüdern erkundigt, trotzdem läuft das Date einfach nur schlecht. Maddie denkt natürlich, dass sie dadurch nun endlich mit ihrer Schwärmerei abschließen kann, doch plötzlich kommt ihr der Hottie beruflich in die Quere. Sie saniert alte, heruntergekommene Häuser und Mauro hat sich vorgenommen, auch in dieses Geschäft einzusteigen um ein paar Dollar neben seinem Hauptberuf als Feuerwehrmann dazu zu verdienen.

An für sich klingt die Geschichte ja recht ansprechend, was sie auch durchaus beim Lesen war. Das verliebte hässliche Entlein mausert sich zur richtig heißen Erwachsenen, kämpft jedoch immer noch mit ihren Komplexen. Ihr Schwarm wirkt natürlich durch seinen sozialen und durchaus körperbetonten Beruf als Feuerwehrmann noch "sexier". Die Autoren liefern zudem ein paar Frotzeleien, viele Unsicherheiten und Selbstzweifel, eine gehörige Prise an flirty Gesprächen, jedoch kam nichts Unvorhergesehenes. Ich wusste als Leserin andauernd wie es weitergehen wird. Wann kommt nun die große Probe für ihre ganz frische Liebe? Achja, da taucht sie schon auf in Form der verwitweten Frau seines toten Arbeitskollegen. Ein bisschen Herzschmerz, Trauer und Angst um die große Liebe. Von außen mischen die Verwandten und Freunde noch ein bisschen mit.
Keine Überraschung! Keine tolle Wendung! Komplette Standardgeschichte!

Natürlich sind die zwei irgendwie süß miteinander und man freut sich als Leser auch mit, trotzdem blieb ich extrem enttäuscht zurück.
Schlau wie die Autoren sind, gibt es natürlich auch noch zwei heiße italienische Brüder - einer Polizist, der andere Rettungssanitäter - und passend dazu zwei Freundinnen auf Maddies Seite. Die nächsten beiden Bände sind somit bereits geschickt eingefädelt und werden wohl nicht den Weg in mein Bücherregal finden, da ich leider vom gleichen Storyaufbau ausgehe.

Erzähltechnisch war alles voll in Ordnung. Sprachlich war alles eher einfach gehalten und das Buch lässt sich innerhalb kürzester Zeit "runterlesen".

Leider kann ich nicht mehr als 3 Sterne für diese Durschnitts-Geschichte hergeben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2020

Unzumutbarer Stimmungskiller

Schöne Bescherung, Schatz
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Es tut mir schrecklich leid, jedoch konnte ich dieses Buch nicht zu Ende lesen. Thomas Müller über 162 Seiten beim Nörgeln und pessimistischen Dummschwätzen zu begleiten ist mir einfach nicht möglich.
Der ...

Es tut mir schrecklich leid, jedoch konnte ich dieses Buch nicht zu Ende lesen. Thomas Müller über 162 Seiten beim Nörgeln und pessimistischen Dummschwätzen zu begleiten ist mir einfach nicht möglich.
Der Protagonist wälzt sich in seinem eigenen Leid das ihm die Welt jährlich immer und immer wieder auferlegt, nämlich die ach so fröhliche Weihnachtszeit. Er schleppt sich von einer für ihn schrecklichen Situation zur anderen und hält mich seiner negativen Meinung nicht hinter dem Berg. Letztendlich sind ihm alle anderen Leute ein Dorn im Auge und belasten ihn mit ihrer vielleicht sogar dreist fröhlichen Art.
Thomas Müller, der sich selbst im Text am liebsten einfach Müller nennt, ist ein Unsympath sondersgleichen und war für mich in seiner überspitzten Außenseiterrolle einfach unerträglich. Das Cover und auch der Klappentext ließen für mein Verständnis ein humorvolles Buch erahnen, was sich jedoch für mich komplett falsch herausstellte. Die Thematik drängt einen eher in die Depression und bescherte mir Kopfschmerzen vom angewiderten Kopfschütteln beim Lesen. Wer zur Weihnachtszeit der größte Nörgler mit der schlechtesten Stimmung sein möchte, der solle sich doch bitte vorher diesem Buch widmen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2020

Perfekt nach Band 1

Träume & Hoffnung
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Das Prequel habe ich nach Band 1, also "Gold und Schatten", gelesen und empfand es als perfekte Vertiefung zu Maéls Geschichte. Man darf nicht vergessen, dass diese Kurzgeschichte kostenlos angeboten wird ...

Das Prequel habe ich nach Band 1, also "Gold und Schatten", gelesen und empfand es als perfekte Vertiefung zu Maéls Geschichte. Man darf nicht vergessen, dass diese Kurzgeschichte kostenlos angeboten wird - man muss sie nicht lesen um sowohl Band 1 oder auch Band 2 zu verstehen. Insbesondere als Einstieg in die komplette Thematik würde ich sie sowieso nicht empfehlen, da man meiner Meinung nach bereits einen bestimmten Bezug zu Maél haben sollte.
Auch Hermes Vergangenheit wird näher beleuchtet und ließ ihn mich etwas anders sehen als nur durch die Szenen im 1. Buch.
Für mich wurde in diesem Prequel großen Wert auf die Gefühlswelt von Maél gelegt. Einerseits wirkt er nach Außen hin ausgeglichen, trotzdem ist er rastlos und seine Suche lässt ihn einfach nicht los. Seine Unruhe konnte ich gut nachvollziehen und konnte dadurch auch sein Zusammentreffen mit Livia mehr wertschätzen sowieso seine Gefühle besser einordnen.
Für mich war es ein äußerst zufriedenstellender Zusatz zum 1. Band der Dilogie und feuerte meine Vorfreude zu Band 2, den ich mittlerweile auch gelesen habe, noch mehr an.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere