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Veröffentlicht am 21.10.2019

Zu viele Rezepte für besondere Anlässe / Aufwand eher hoch

Frühstück & Brunch
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Normalerweise bin ich immer richtig begeistert von den GU Küchenratgebern, jedoch dieses Mal eher zwiegespalten.

Aber zuerst einmal von Anfang an. Auch mit diesem Buch kann wieder die "GU Kochen Plus"-App ...

Normalerweise bin ich immer richtig begeistert von den GU Küchenratgebern, jedoch dieses Mal eher zwiegespalten.

Aber zuerst einmal von Anfang an. Auch mit diesem Buch kann wieder die "GU Kochen Plus"-App genutzt werden, wer z.B. die Rezepte auf dem Handy sammeln möchte oder sich Einkaufslisten zusammenstellen möchte.
Anmerkungen, wie etwa, dass die Backzeit je nach Herdmodell variieren kann, finde ich super und auch vor allem für Kochlaien hilfreich.
Auch auf vegetarische Gerichte wird gesondert durch das "Schwarze Blatt"-Symbol hingewiesen.

Insgesamt gefällt es mir sehr, dass auf unterschiedlichste Frühstücks-Typen eingegangen wird. Ob herzhaft oder eher süß, deftig oder aber auch etwas leichter, man findet passende Rezepte.

Die Zutaten sind meiner Meinung nach recht leicht zu bekommen. Man bekommt den Großteil ganz normal im Supermarkt oder aber vieles auch im Discounter.
Auch wenn ich noch nicht jedes Rezept ausprobiert habe, erscheinen mir die Mengenangaben der Zutaten recht passend für die angegebene Personenanzahl. Das stört mich nämlich oft bei anderen Kochbüchern, dass die Portionen extrem variieren, egal ob zu viel oder zu wenig für den "normalen" Hunger.
Genauso sind auch die Zeitangaben realistisch gewählt. Vor allem ist es mir auch wichtig, wenn gesonderte Zeiten, wie etwa Quellzeiten, mit angegeben werden! Wenn ich etwas bereits am Abend zuvor herrichten muss, möchte ich auch, dass mir das in der Hektik nicht zu spät auffällt.

Es werden auch "modernere" Zutaten in den Rezepten aufgegriffen, wie etwa Mandelmilch oder allgemein Milchersatzprodukte.

Wer gerne zum Frühstück nur etwas trinkt, bekommt auch hierzu Vorschläge.

Wie von den GU Ratgebern gewohnt, sind die Kochanleitungen kurz und prägnant gehalten. Sie sind sehr gut verständlich und gut nachvollziehbar.

Von den Küchenutensilien her sollte man wohl doch etwas mehr als die gewöhnliche Studentenküche besitzen. Man benötigt Auflaufformen, einen Pürierstab und auch bestenfalls eine Küchenmaschine die mit Teig klar kommt. Kochanfänger könnten diesbezüglich vielleicht Probleme haben.

Mich persönlich stört etwas, dass sehr viele Rezepte eher aufwendiger ausgelegt sind. Oftmals muss man die Ruhezeiten eines Teiges mit einberechnen. Ich kann somit diese Rezepte sowieso nur am Wochenende ausprobieren, da unter der Woche hierzu einfach die Zeit fehlt.
Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich z.B. Marmeladenrezepte im Buch erwartet hätte; eher nicht. Es gehört für mich irgendwie nicht so zum alltäglichen Frühstück-Zubereiten.
Gleiches gilt auch für das Rezept von einem Apfelkuchen. Solch ein Gericht gehört für mich eher zum Nachmittagskaffee, aber nicht auf den Frühstückstisch. Für den French-Toast-Auflauf gibt es jedoch wieder die volle Punktzahl! Ein weiteres Beispiel wären die im Buch erwähnten Suppen, die meiner Meinung nach schon eher sehr deftig und mehr für die Winterzeit daher kommen.
Manche Rezepte bzw. Gerichte sehe ich eher zwiegespalten, finde sie zwar im Allgemeinen ansprechend, aber unpassend für das Buch-Thema.

Die kurzen Infos zu Kaffee und Tee waren meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig. Die Tipps zu einem Brunch Buffet fand ich hilfreicher.

Viele der Rezepte sind für mich persönlich einfach nicht für den Alltag konzipiert. Ich werde sie vielleicht mal zu besonderen Anlässen ausprobieren, was jedoch leider nicht allzu oft der Fall sein wird. Modernere Frühstücksrezepte, die vielleicht sogar bereits am Abend davor vorbereitet werden können, hätten mir besser gefallen.

Veröffentlicht am 21.10.2019

Marzipanus steht für Chaos

Das Marzi rettet die Tortentiere
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Mina Winnipu backt für ihr Leben gerne und erschafft dabei das Marzi. Das Marzi, ein kleiner Marzipanmaulwurf mit dem Namen Marzipanus Maulwurfshaugus von Mawurfungshausen, konnte nur durch die Vorhersehung ...

Mina Winnipu backt für ihr Leben gerne und erschafft dabei das Marzi. Das Marzi, ein kleiner Marzipanmaulwurf mit dem Namen Marzipanus Maulwurfshaugus von Mawurfungshausen, konnte nur durch die Vorhersehung des Marzipan-Orakels durch eine Verkettung von Gegebenheiten das Licht der Welt erblicken. Seine neue "Besitzerin" Mina findet ihn einfach nur toll und will ihn deshalb vor allen aus Sicherheitsgründen verstecken. Da das Marzi jedoch einige, ihm eher unbekannte Aufgaben zu erledigen hat, wie etwa zu helfen, ist der Schlamassel nicht fern. Auf Mina zu hören ist definitiv nicht seine beste Stärke.

Das kleine Anhängsel bringt sich selbst und teilweise auch Mina immer wieder Ärger ein. Der kleine Maulwurf ist äußerst neugierig und auch forsch, so dass er wenig für Minas Ansagen übrig hat. Witzigerweise kommt er immer mit einem blauen Auge davon und die Szenerien werden eher zur Komödie als zur Tragödie. Wir fanden es toll, dass die Freundschaft so innig zwischen Mina, dem Marzi und dann auch noch der besten Freundin Lizzi ist. Sie sind einander nicht böse, sondern achten eher aufeinander und nehmen die Probleme einander ernst.
Jedoch hat der kleine Maulwurf auch einiges an Unruhe in die Geschichte gebracht. Wir fanden es an manchen Stellen nicht extrem spannend, sondern eher ein bisschen anstrengend, da das Marzi nur Chaos zu verursachen scheint. Seine Wortneubildungen fanden wir aber oft sehr lustig.
Auch Minas extreme Selbstständigkeit (für ein Mädchen in der 2. Klasse) fanden wir etwas unrealistisch. Sie scheint regelmäßig das komplette Umfeld mit Gebäck zu versorgen, das sie natürlich komplett selbständig herstellt. Insgesamt schienen uns die Eltern wenig präsent. Natürlich ist es eine fiktive Geschichte, trotzdem war es etwas auffällig.
Thematisch gesehen war es jedoch schön zu lesen, dass sich die Autorin das Thema Schulmobbing vorgenommen hat und auch wirklich toll umgesetzt hat. Bereits Grundschulkinder kommen mit diesem Thema in Kontakt.

Die Illustrationen waren uns etwas zu leichtfertig gestaltet. Man erkennt alles, jedoch sind viele Sachen eher "auf die Schnelle" und mit wenigen Strichen angedeutet, als detailliert ausgearbeitet. Mein Sohn bevorzugt detailliertere Bilder in den Büchern, weshalb er diese hier leider nicht allzu lange angesehen hat, was eher untypisch für ihn ist.

Was mich als Mutter etwas gestört hat, waren die eher englisch-basierten Namen. Dieses Problem habe ich oft bei Kinderbüchern und kann einfach nicht nachvollziehen, warum die Namen nicht leicht verändert werden. Ein Leseanfänger wird nicht wissen, wie man Lizzi oder Harriet aussprechen sollte. Ich finde, das macht es für die Kinder nur unnötig schwieriger. Auch den Familiennamen "Winnipu" fand ich stark angelehnt an die bekannte Bärenfigur und eher nicht so toll.

Veröffentlicht am 20.10.2019

Wo findet man die beste Gute-Nacht-Geschichte?

Der kleine Siebenschläfer: Eine Schnuffeldecke voller Gutenachtgeschichten
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Der kleine Siebenschläfer bekommt heute noch Übernachtungsbesuch. Ganz aufgeregt hüpft er hin und her, denn die kleine Haselmaus bleibt heute über Nacht. Ein kuscheliges Bett wird hergerichtet, jedoch ...

Der kleine Siebenschläfer bekommt heute noch Übernachtungsbesuch. Ganz aufgeregt hüpft er hin und her, denn die kleine Haselmaus bleibt heute über Nacht. Ein kuscheliges Bett wird hergerichtet, jedoch kann die Haselmaus ohne eine Gutenachtgeschichte auf keinen Fall einschlafen. Da sein Freund jedoch keine zu erzählen hat, macht er sich, wie es sich für gute Freunde gehört, auf den Weg eine zu suchen. Ob die Waldbewohner wohl die gewünschte Geschichte dem Siebenschläfer erzählen können?

Zu erst einmal möchte ich betonen, dass ich es super finde, dass auch einmal eher unbekannte Tiere die Hauptperson spielen dürfen. Mein Sohn kannte Siebenschläfer noch nicht, so dass er bereits bei den ersten Seiten eine neue Info lernen durfte.
Es ist wirklich niedlich dem kleinen Siebenschläfer durch den Wald zu folgen. Ganz selbstständig stapft er los und ist guten Mutes eine tolle Gutenachtgeschichte zu finden. Hierbei trifft er natürlich auf die unterschiedlichsten Tiere. Diesen muss er meist erst einmal helfen. Ein Igel traut sich nicht so recht einen Hügel hinunter zu rollen, ein wirklich süßer Biber hat Zahnschmerzen und bei der Vogelhochzeit wird die Hochzeitstorte geklaut. Die unterschiedlichsten Waldbereiche wurden thematisch mit aufgegriffen, seien es nun die Bäume als Szenerie, eine Waldlichtung oder aber auch ein Teich. Unsere Kinder lernen somit auch den Wald besser kennen. Gleiches gilt natürlich auch für die unterschiedlichsten Tiere.
Die Tiere helfen sich auch untereinander, was ich ganz nett fand. Auch dem Siebenschläfer muss letztendlich noch geholfen werden und das mit dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe", so wie wir es ja eigentlich auch oft mit unseren Kindern machen sollten, anstatt die Aufgabe gleich selbst zu übernehmen. So wurde unterbewusst auch auf pädagogischer Ebene dazugelernt.
Die Tiere haben auch alle ihre eigene Persönlichkeit. Auch die einzelnen Geschichten sind sehr individuell und können empathisch gut von den Kindern nachempfunden werden. Der Frosch ist etwa verliebt und dadurch wahnsinnig durcheinander und tollpatschig, sowie ein anderes Tier kommt ganz neu in den Wald gekrochen, da es sich verirrt hat und muss nun herzlich in die große Waldfamilie mit aufgenommen werden.

Ob oder auch wie der Siebenschläfer nun zu einer Geschichte oder vielleicht besser noch, einer Gutenachtgeschichte, kommt, müsst ihr selbst nachlesen.

Mein Sohn fand die einzelnen Szenarien sehr spannend und hat mit dem kleinen Siebenschläfer mitgefiebert. Auch mit den anderen Tieren hat er mit gelitten oder musste herzhaft lachen.

Zum Vorlesen sind auch die recht kurzen Abschnitte ideal. Auch wenn das Kind schon fast zu spät ins Bett kommt, ist eigentlich immer noch ein Abschnitt möglich.
Die Illustrationen haben uns auch sehr gut gefallen, da sie richtig schön bunt und ausdrucksstark sind. Zudem haben sie meinem Sohn geholfen, die Tiere sofort zuzuordnen und auch die Geschichte noch einmal vertieft wahrzunehmen. Über ein paar mehr Bilder hätten wir uns jedoch auch sehr gefreut.

Sprachlich war es für meinen Sohn auch ganz gut nachzuvollziehen. Da sehr viele Dialoge im Buch sind, lassen sich diese auch super vorlesen und machen auch dem Vorlesenden Spaß.

Veröffentlicht am 15.10.2019

Was wäre, wenn...?! Stell dir dein Leben als Mann vor

Im nächsten Leben werd ich Mann!
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Zuerst einmal muss ich wohl zugeben, dass mir Frau Regensburg bis zu diesem Buch als Komikerin leider gar nicht bekannt war. Das liegt wohl aber daran, dass ich viele Comedy Sendungen meide, da mir diese ...

Zuerst einmal muss ich wohl zugeben, dass mir Frau Regensburg bis zu diesem Buch als Komikerin leider gar nicht bekannt war. Das liegt wohl aber daran, dass ich viele Comedy Sendungen meide, da mir diese oft zu plump ausfallen. Frau Regensburg hat mich nun aber definitiv ködern können, so dass ich wohl auch die Comedy Welt mal nach ihr scannen werde.


Frauen tendieren ja oft zu den "was wäre, wenn..." Fragen. Ich gehöre da definitiv dazu. Frau Regensburg hat es jedoch in ihrem Buch eindeutig perfektioniert. Ganze 15 Themen, die aus dem Leben gegriffen sind, werden angesprochen und auch irgendwie bewertet, ob sich Männer in diesen "Disziplinen" nicht doch etwas besser anstellen beziehungsweise das Leben einfach leichter angehen.

Besonders lachen musste ich etwa beim wunderbar beschriebenen Bikini-Shopping von Mirja Regensburg, das sich über quälende Stunden, unzählige Anproben und auch nicht so kompetente Beratungen hinzog, bis sie letztendlich genau den nahm, den sie im ersten Laden natürlich zu allererst anprobiert hatte. Genauso sah ich mich bildlich vor mir, umgeben von Schubladen voller Duschgel und Shampoos, und trotzdem am mit mir selbst reden, dass ich wohl bald wieder eine Fahrt zum Drogeriemarkt unternehmen sollte.

Mirja beschreibt diese alltäglichen Szenen wirklich toll und auch realistisch. Ich hatte beim Lesen nicht das Gefühl, dass sie absichtlich übertreibt um die Pointen noch mehr hervorzuheben. Mir fielen eigentlich immer wieder Frauen, die ich kenne, ein, die wirklich so oder zumindest so ähnlich leben oder eben reagieren. Bei den teils gegenübergestellten Aktionen der Männer musste ich auch oft sehr schmunzeln und Frau Regensburg zustimmen.


Ihr Humor ist nicht gewollt, sondern wirkt ganz natürlich. Man hat nicht schon viele Zeilen davor das Gefühl, dass sie jetzt auf genau das hinaus will, wie es bei einigen anderen Comedians der Fall ist. Genau das wäre nämlich eher das Gegenteil von unterhaltsam und witzig und auf Dauer einfach nur anstrengend. Bei Mirja scheint das eher natürlich zu kommen und oft packt sie die Pointen in kleine Nebensätze, ohne diese mit einem Paukenschlag hervorzuheben. Genau dann lacht man doch aber oft am lautesten.


Sie spricht auch Themen an, die eher ernster sind. Ihren Appell, dass sich Frauen im Job definitiv mehr zumuten und nicht immer nur das herausheben sollten, was sie denn angeblich nicht können, fand ich ganz toll! Hier sollten wir uns definitiv eine Scheibe von den Männern abschneiden.


Sie zeigt auch, wie z.B. andere Leute Frauen wahrnehmen. Gehen wir etwa alleine essen, sind Kellner & Co. mehr als nur verwirrt. Andere Restaurantgäste bemitleiden einen regelrecht. Bei einem Mann würde man wohl eher denken, dass es sich um einen Geschäftsmann handle, der sich ein nettes Abendessen gönnt.


Es ist toll, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt und zudem auch nicht wertend vorgeht. Sie schildert wunderbar die irrwitzigsten Situationen und beleuchtet auf ganz tolle Art und Weise unseren Alltag.


Ich muss zugeben, dass ich eher nicht sehr viel von diesem Buch erwartet habe. Es hat mich aber vollkommen überzeugt und mich so viel lachen lassen wie schon seit langem nicht mehr. Wer mal wieder genüsslich lachen möchte, egal ob über sich selbst oder vielleicht auch die Aktionen anderer, der sollte sich das Buch gönnen oder es auch einer Freundin schenken.

Veröffentlicht am 12.10.2019

Wenn man sich als Leser veräppelt fühlt

Never Too Close
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Mir ist bewusst, dass meine 2 Sterne Bewertung nicht jedem zusagt, trotzdem kann ich bei bestem Willem diesem Buch keine bessere Bewertung geben.

Ich versuche keine Szenen zu spoilern, dennoch wird meine ...

Mir ist bewusst, dass meine 2 Sterne Bewertung nicht jedem zusagt, trotzdem kann ich bei bestem Willem diesem Buch keine bessere Bewertung geben.

Ich versuche keine Szenen zu spoilern, dennoch wird meine Bewertung einige Bereiche etwas detaillierter auffassen, wie es in anderen Rezensionen so der Fall ist.

Ein kurzer Blick in die Geschichte:
Violette, die noch sehr junge Modedesignstudentin, zieht nach Paris, wo sie nach kürzester Zeit bereits zwei Mitbewohner bekommt, nämlich ihre beste Freundin und Kommilitonin und ihren besten Freund Loan, der bei ihrem Ersteinzug noch ihr Nachbar war. Loan und Vio wirken wie unzertrennlich, sie schläft auch ganz auf platonischer Ebene mit in seinem Bett und er hat ihr Haustier mehr oder weniger adoptiert. Klingt eher ungewöhnlich, oder? Scheint aber zu funktionieren. Als die jedoch noch unberührte Violette Loan bittet, ihr auf ganz freundschaftlicher Ebene die Jungfräulichkeit zu nehmen, gerät die ganze Freundschaft etwas ins Wanken.

Auf den ersten Moment klang diese Geschichte für mich recht ansprechend und auch die Komplikationen konnte man sich schon bildlich vorstellen. Ich war somit recht angetan. Jedoch hat sich für mich bereits nach keinen 50 Seiten die Geschichte schon so gezogen!
Violette ist eine sehr lebensfrohe, aus sich herausgehende Person die so rein gar nichts für sich behalten kann. Zudem soll sie extrem scharf aussehen und setzt ihre Reize ganz gekonnt in Szene. Trotzdem scheint es so wahnsinnig schwer für sie zu sein, entjungfert zu werden. Nicht einmal von der Disco will einer mit ihr mitgehen. Das passte für mich beim Lesen einfach nicht zusammen! Um ehrlich zu sein, ich kam mir wirklich ALT vor! Welche gutaussehende Frau empfindet denn ihre Jungfräulichkeit als Bürde?
Naja, hier also für mich schon einmal die ersten Dinge, die für mich irgendwie nicht zusammenpassten. Leider zog sich das durch die ganze Geschichte.

Vielleicht mal kurz die netteren Dinge zum Buch:
Loan und Violette gehen teilweise wirklich süß miteinander um. Es gibt auch einige sehr romantische Stellen. Zudem ist der Zusammenhalt im Freundeskreis sehr groß, was ich immer befürworte und deswegen auch besonders hervorheben möchte. Loan selbst wirkte auf mich bis auf einige Ausnahmen eigentlich auch recht sympathisch auf mich. Er wirkt insgesamt mehr im Leben verankerter, ernsthafter und oftmals auch ziemlich weise. Trotzdem liefert die Autorin auch bei seinem Charakter einige heftige Schnitzer.

Was mich sehr gestört hat, ist die doch sehr extreme Manipulation durch die Autorin. Sie wählt ihre Charaktere eher nach Stereotypen aus und zieht dies sehr stringent durch. Loan ist der "Gutmensch", natürlich Feuerwehrmann, hilft allen und verliert eigentlich kein böses Wort über andere. Violette ist die eher durchgeknallte Labertasche, die für mich etwas zu naiv dargestellt wird. Ihre beste Freundin hat gefühlt jeden Abend einen anderen Mann im Bett und wird auch im Buch mit dem Wort "Schl'''''" betitelt. Das fand ich einfach nur unterstes Niveau. Sie lässt sich auch immer äußerst unfreundlich über andere Personen aus, insbesondere andere Frauen, und kommt meiner Meinung nach äußerst schlecht weg. Sie muss auch recht zum Schluss für eine Dummheit von Violette den Kopf hinhalten, so dass Vio ihren "Heiligenschein" behalten darf. Auch Vios boyfriend wird recht schnell zum Poser abgestempelt und die Autorin drängt dem Leser fast schon auf, ihn nicht zu mögen. Er hatte jedoch meiner Meinung nach oft die "normalsten" Weltansichten.

Von Anfang an weiß man auch eigentlich, wo die ganze Geschichte hin führt. Ich wurde nicht wirklich überrascht. Die Autorin schmeißt einem zwar noch sehr aufwühlende Szenen vor die Füße, an der eigentlichen Geschichte ändert sich jedoch nichts. Es führt recht stringent auf ein Happy End zu. Wie dieses nun ausfällt, muss man lesen...oder aber auch nicht.

Das Liebesdreieck ist zwar da, jedoch auch eigentlich nicht interessant, da Loan und Vio sowieso bereits wie ein altes Ehepaar zusammen leben. Ich denke, ihr könnt euch denken, was ich meine.

Ab ca. der Hälfte des Buches oder eventuell 2/3 packt die Autorin die Geschichte noch einmal so richtig voll. So langweilig und zäh wie Kaugummi der erste Buchteil war, umso rasanter wird es dann. Mir kam es so vor, als hätte die Autorin eine Liste zum Abhaken neben sich und musste so viel davon unterbringen wie nur möglich. Oh, vielleicht könnte eine Person sterben...check....große Trauer....check...Dramatik á la Hollywood...check....viele Missverständnisse...check.....Vio hält bei einer wirklich wichtigen Sache mal über Monate den Mund (wieder so ein extremes Antiverhalten zum bisherigen Charakterverlauf)...check...eine und ein Ex machen ganz viel Ärger ...check. Ich konnte nur noch mehr den Kopf schütteln.

Sprachlich orientiert sich die Autorin meiner Meinung nach eher am unteren Niveau. Anspruchsvolle Formulierungen sind nicht zu finden. Ich musste eher über einige Formulierungen herzlich lachen, da sich für meinen Geschmack die Autorin einfach nur lächerlich gemacht hat. Eine Stelle habe ich nun extra noch einmal gesucht: "Eine unerklärliche Alchemie entweicht unseren umschlungenen Körpern." Ich hoffe so sehr, dass es sich hierbei um eine schlechte Übersetzung handelt, denn diese wirklich ungeschickte und falsche Verwendung von Alchemie kann man doch gar nicht ernst nehmen. Es gab noch andere Stellen dieser Art im Buch.

Mein größer Aufreger bezüglich dieser Geschichte ist der komplett unangebrachte Humor der Autorin, die diesen auf den Hauptcharakter Vio projiziert. Wer seine Charaktere Witze über Pädophilie machen lässt, gehört meiner Meinung nach nicht publiziert! Violette soll ein Sympathieträger sein und hat für mich bei dieser Szene alle Sympathie die ich für sie zuvor hatte verloren! Loan findet ihren Witz auch noch ausgesprochen lustig.
Wer schlimme Taten an Kindern witzig findet und dies als gesprächstauglich empfindet, hat in so einem Buch nichts zu suchen. Ich bin regelrecht schockiert, dass diese Szene vom Verlag so abgenickt wurde. Es ist mir wirklich ein Rätsel. Ich habe auch viel darüber nachgedacht, was denn auch die Autorin dazu getrieben hat und komme einfach auf keinen grünen Nenner. Vielleicht findet sie sich so selbst cool. Sprachlich greift sie sowieso gerne zu sehr jugendlichen Ausdrücken. Hier fühlte ich mich definitiv wieder als zu alt, ja...zu alt für diesen Sch''''.

Was zeigt das Buch nun eigentlich? Eine Liebesgeschichte, die nur auf einen Punkt zulaufen kann und das bereits von Anfang an. Ein paar Verwirrungen auf dem Weg. Sehr einseitige Charaktere, die bei passenden Szenen dann doch plötzlich komplett gegen ihre Gewohnheit agieren und das auch noch auf sehr unrealistische Art und Weise. Das musste die Autorin wohl so machen, denn sonst wäre die Geschichte einfach nur komplett langweilig ausgefallen.

Achja, die beiden schrecklichen Kindheitsgeschichten der beiden Hauptcharaktere habe ich ja fast vergessen. Naja, sie werden von der Autorin auch nur so lange aktuell gehalten, wie sie diese halt für die Geschichte brauchte. Zum Schluss sind diese Ereignisse auch nur abgehakte Stichpunkte auf der Liste der Autorin.

Wie man an meiner Rezension erkennt, sind die 2 Sterne schon richtig hoch gegriffen und äußerst kulant. Für den Pädophilenwitz müsste man das Buch eigentlich auf 0 Sterne setzen.