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Veröffentlicht am 04.04.2020

Kriegsbräute

Über uns der Himmel, unter uns das Meer
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Jojo Moyes hat es wieder geschafft: "Über uns der Himmel, unter uns das Meer", ist so packend, dass ich die Nacht durchgelesen habe.
Zu Beginn: eine alte Dame ist genervt von einer anstrengenden Reise, ...

Jojo Moyes hat es wieder geschafft: "Über uns der Himmel, unter uns das Meer", ist so packend, dass ich die Nacht durchgelesen habe.
Zu Beginn: eine alte Dame ist genervt von einer anstrengenden Reise, von ihrer wenig rücksichtsvollen Enkelin (die ich auch gleich nicht leiden mochte) und erleidet einen Schock beim Anblick eines alten Flugzeugträgers. Warum? Erinnerungen stellen sich ein...
1946: Über 600 Australische Kriegbräute wollen zu ihren Englischen Männern. Mangels geeigneten Schiffen gehen sie auf eine für sechs Wochen geplante Reise auf eben diesen Flugzeugträger. Mit 1000 Männern ,19 Flugzeugen und einem unwilligen Kapitän. Konfliktpotenzial ohne Ende.
Im Mittelpunkt stehen Margaret, Avice, Francis und zunächst Jean. Sie finden sich in einer gemeinsamen Kajüte wieder. Unterschiedlichere Charaktere lassen sich kaum finden. Alle kann ich dank Frau Moyes Erzählkunst leibhaftig vor mir sehen. Jede hat ihre Geschichte, und jede wird genial erzählt. Zwei der Damen waren mir auf Anhieb sympathisch. Die Reise dauert; das gibt viel Zeit, den Alltag an Bord, die Hochs und Tiefs zu erzählen.
Sehr authentisch wirkt der Plot dadurch, dass Jojo Moyes Großmutter auf diesem Schiff gereist ist. Auch die Einbeziehung von Zeugenberichten, historischen Zeitungsartikeln und Tagebuchauszügen lässt den Leser mitten im Geschehen sein.
Das ist wieder ein Pageturner, der wohl keinen Leser unberührt zurücklässt.

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Die Bibliothek in der Satteltasche

Eine Handvoll Worte
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Tief im Süden Kentuckys, in der Mitte der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts... platzt die eigenwillige Engländerin Alice in die konservative Gesellschaft einer spießbürgerlichen Szenerie. Um der Enge ...

Tief im Süden Kentuckys, in der Mitte der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts... platzt die eigenwillige Engländerin Alice in die konservative Gesellschaft einer spießbürgerlichen Szenerie. Um der Enge ihres Elternhauses zu entfliehen, folgte sie ihrem nach kurzer Bekanntschaft geheirateten Mann in eine vermeintlich völlig andere Welt. Ja, die Landschaft war eine völlig andere, die Erwartungen an sie aber sind die gleichen wie daheim: ein untergeordnetes, dem Mann gefälliges Leben als rechtlose Ehefrau zu führen. Todunglücklich schließt Alice sich den Satteltaschenbibliothekarinnen, die regelmäßig Bücher zu den entlegenen Behausungen in den Bergen bringen, an. Kann sie hier Erfüllung und Freundschaft finden?
Wieder hat Jojo Moyes einen Roman geschrieben, der fasziniert und bezaubert. Vor dem historischen Hintergrund des WPA-Programms der Packhorse Library (1935-1943), mit welchem mehr als 100000 Landbewohner mit Büchern versorgt wurden, hat sie ein wunderbares Bild von Alice und ihren sowohl engagierten als auch liebenswerten Mitkämpferinnen gezeichnet. Margery- was für eine streitbare und sympathische Frau. Beth, schlagfertig und lustig, Izzy, kämpferisch und tapfer, Sophia- ach, auch sie ein Juwel und die vielen anderen, die wir in diesem Buch kennenlernen, werden lebensecht und authentisch beschrieben. Natürlich auch die männlichen Vertreter, egal ob profitorientiert, altmodisch, um ihre Vormachtstellung ringend oder aber als gefühlvolle, partnerschaftliche Protagonisten - alle kommen vor. Rassenkonflikte werden genauso wenig ausgespart wie die gnadenlose Ausbeutung von Mensch und Landschaft.
Die Gefühle beim Lesen schlagen hoch, Mitleid, Freude, Anerkennung, Wut, Trauer; alles wird durchlebt.
Wunderbares aus dem Hause Rowohlt. Muss man lesen.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

In der Welt der fünf Monde

Shadow Tales - Das Licht der fünf Monde
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Lelani beobachtet häufig die fünf Monde am nächtlichen Himmel. An ihrem 18. Geburtstag öffnet sich endlich das geheimnisvolle Silberamulett, welches sie schon trug, seitdem sie als Baby einer Kräuterfrau ...

Lelani beobachtet häufig die fünf Monde am nächtlichen Himmel. An ihrem 18. Geburtstag öffnet sich endlich das geheimnisvolle Silberamulett, welches sie schon trug, seitdem sie als Baby einer Kräuterfrau in einem winzigen Dorf übergeben wurde. In einer Vision sieht sie eine wunderschöne Dame, die sie zu sich ruft. Ihr bester Freund Haze wird sie auf ihrer Reise begleiten. Jedoch nicht nur er, sondern ein wunderschöner Jüngling gesellt sich ungefragt zu ihnen. Dass er damit einen Auftrag ausführt, verrät er nicht.
Auf der zweiten Erzählebene erfährt man die Gedanken der High Lady, der skrupellosen Herrscherin. Diese Abschnitte sind schwülstig und langweilig.
Abenteuerlich geht die Reise von Lelani, Haze und Kyran voran. Egal, ob Blutwölfe, Räuber, Kelpies - gefährliche Situationen müssen gemeistert werden. Wer erweist sich als Freund, wer als Feind? Wer verfügt über Sonnen- und wer über Mondmagie? Und wie wird sie genutzt?
Isabell May hat eine teils märchenhafte Fantasy geschrieben. Die kursiven Abschnitte hätten gern weniger Raum einnehmen können, dafür würde mehr eingesetzte Magie und weitere Prüfungen der Helden die Geschichte belebt haben. Alles deutet auf eine Fortsetzung der Story hin. Schön wären neue, interessante Charaktere und weniger romantisierender Schmäh.

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Veröffentlicht am 30.03.2020

Gefunden und verloren

Rendezvous in zehn Jahren
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Valerie tröstet sich nach ihrer Scheidung mit einem Wochenendtrip nach Amsterdam. In einem Café trifft sie Ted. Man flirtet ein wenig und beschließt, sich in genau zehn Jahren am selben Ort zu treffen. ...

Valerie tröstet sich nach ihrer Scheidung mit einem Wochenendtrip nach Amsterdam. In einem Café trifft sie Ted. Man flirtet ein wenig und beschließt, sich in genau zehn Jahren am selben Ort zu treffen. Telefonnummern werden nicht getauscht, ein großer Fehler, denn... Amor hat bei beiden heftig zugeschlagen! Beide bemerken das unmittelbar nach dem Abschied und machen sich mehr oder wenig zaghaft auf die Suche nacheinander. Da sie in München wohnt, fährt er dorthin zum Oktoberfest und will seine Traumfrau dort aufspüren. Zur selben Zeit sucht Valerie in Amsterdam. Ds kann nicht klappen! Es geht schief, was nur schief gehen kann. Beide geben nicht so schnell auf, es folgen weitere unglückliche Zufälle. Ein Jahr erfolgloser Suche vergeht, auch ein zweites. Vielleicht sollten sie aufgeben und auf das vereinbarte Treffen in zehn Jahren hoffen? Wer würde so lange warten wollen?
Judith Pinnow hat eine romantische Geschichte geschrieben, voll von Sehnsucht, Wünschen, Träumen. Sowohl Ted als auch Valerie sind sehr sympathisch, ihre Freunde auch, nur mit einer Person konnte ich so gar nicht warm werden.
Gut und leicht zu lesende Unterhaltung aus dem Ullstein Verlag, Aufmunterndes an trüben Tagen.

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Veröffentlicht am 27.03.2020

Es wird besser, ganz bestimmt

Heute nicht
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Es gibt so Tage... da haben es Bär, Löwe, Krokodil und andere Tiere schwer. Alle durchleben Situationen, in denen nichts klappen will oder nichts gefällt. Egal, ob kein Wasser im Pool ist, das Eis kleckert, ...

Es gibt so Tage... da haben es Bär, Löwe, Krokodil und andere Tiere schwer. Alle durchleben Situationen, in denen nichts klappen will oder nichts gefällt. Egal, ob kein Wasser im Pool ist, das Eis kleckert, der Bauch piekt oder man schlafen soll und so gar nicht müde ist - diese Situationen kennt der Nachwuchs gut und kann sich in die Tiere hineinversetzen, steht mit seinem Kummer nicht allein. Aber: wenn heute nichts läuft, dann vielleicht morgen? Bunte, frohe Zeichnungen der eben noch betrübten Tiere machen Mut, stimmen fröhlich und optimistisch. Fahrt zum Meer, lecker Himbeereis, Besuch mit Kuchen - morgen ist bestimmt alles besser. Sehr tröstlich! Kindgerecht, verständnisvoll, farbig kommt das Buch von Timon und Julian Meyer daher. Witzige und gereimte kurze Texte runden alles sehr gut ab. Mein Krümel mag es.
Verlegt vom Diogenes Verlag.

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