Kriegsbräute
Über uns der Himmel, unter uns das MeerJojo Moyes hat es wieder geschafft: "Über uns der Himmel, unter uns das Meer", ist so packend, dass ich die Nacht durchgelesen habe.
Zu Beginn: eine alte Dame ist genervt von einer anstrengenden Reise, ...
Jojo Moyes hat es wieder geschafft: "Über uns der Himmel, unter uns das Meer", ist so packend, dass ich die Nacht durchgelesen habe.
Zu Beginn: eine alte Dame ist genervt von einer anstrengenden Reise, von ihrer wenig rücksichtsvollen Enkelin (die ich auch gleich nicht leiden mochte) und erleidet einen Schock beim Anblick eines alten Flugzeugträgers. Warum? Erinnerungen stellen sich ein...
1946: Über 600 Australische Kriegbräute wollen zu ihren Englischen Männern. Mangels geeigneten Schiffen gehen sie auf eine für sechs Wochen geplante Reise auf eben diesen Flugzeugträger. Mit 1000 Männern ,19 Flugzeugen und einem unwilligen Kapitän. Konfliktpotenzial ohne Ende.
Im Mittelpunkt stehen Margaret, Avice, Francis und zunächst Jean. Sie finden sich in einer gemeinsamen Kajüte wieder. Unterschiedlichere Charaktere lassen sich kaum finden. Alle kann ich dank Frau Moyes Erzählkunst leibhaftig vor mir sehen. Jede hat ihre Geschichte, und jede wird genial erzählt. Zwei der Damen waren mir auf Anhieb sympathisch. Die Reise dauert; das gibt viel Zeit, den Alltag an Bord, die Hochs und Tiefs zu erzählen.
Sehr authentisch wirkt der Plot dadurch, dass Jojo Moyes Großmutter auf diesem Schiff gereist ist. Auch die Einbeziehung von Zeugenberichten, historischen Zeitungsartikeln und Tagebuchauszügen lässt den Leser mitten im Geschehen sein.
Das ist wieder ein Pageturner, der wohl keinen Leser unberührt zurücklässt.