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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.08.2018

Großartig, brillant, aber böse

Todeskäfig (Ein Sayer-Altair-Thriller 1)
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Großartig, brillant, aber böse ist der Killer, der die Tochter des Gouverneurs entführt und getötet hat. Special Agent Sayer Altair, eigentlich Neurowissenschaftlerin, wird auf ihn angesetzt. Ihr Partner, ...

Großartig, brillant, aber böse ist der Killer, der die Tochter des Gouverneurs entführt und getötet hat. Special Agent Sayer Altair, eigentlich Neurowissenschaftlerin, wird auf ihn angesetzt. Ihr Partner, der sympathische Vic, steht ihr hilfreich und loyal zur Seite. Das tun nicht alle, der beigeordnete Profiler arbeitet egozentrisch, der einflussreiche Gouverneur konterkariert selbstherrlich die Ermittlungen durch Weitergabe von Informationen.
Schwer, das Motiv des Killers zu erforschen. Er schockt seine Opfer mit antiken Zwillingsmorden, sperrt sie in Käfige und setzt sie unter Drogen. Warum? Ein weiteres Mädchen wird entführt, Ermittler werden getötet oder verletzt. Interne Unterlagen werden gefälscht, falsche Spuren gelegt. Gibt es Gemeinsamkeiten mit anderen, allerdings längst aufgeklärten Serienmorden?
Sayer stößt bei ihren parallel laufenden Forschungsarbeiten auf unglaubliche Fakten. Kann man Serienmörder anhand von Auffälligkeiten im Gehirn erkennen?
Ellison Cooper hat einen durchaus spannenden Thriller geschrieben. Ihre Agentin ist sympathisch, die beschriebenen Fälle faszinierend. „ Der Todeskäfig“ aus dem Ullstein Verlag liest sich interessant und bietet gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 06.08.2018

Alice‘ Weg

Ein Song bleibt für immer
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Alice hat Mukoviszidose. Die Begleiterscheinungen, viele Krankenhausaufenthalte, tägliche anstrengende Übungen, den Spott der Mitschüler wegen verformter Finger und Extra-Essen meistert sie willensstark ...

Alice hat Mukoviszidose. Die Begleiterscheinungen, viele Krankenhausaufenthalte, tägliche anstrengende Übungen, den Spott der Mitschüler wegen verformter Finger und Extra-Essen meistert sie willensstark und mit Humor. Dabei helfen Eltern, Bruder, Freunde, Ärzte und Therapeuten. Auf diese kann sie sich verlassen. Nicht hilfreich: Freund Philipp. Sehr unsympathisch.
Dann trifft sie Tom. Liebe auf den ersten Blick. Er macht keinen Rückzieher, als er von der Krankheit erfährt.
Alice` zweiter großer Wunsch: Sängerin zu werden. Geht das? Gibt der Arzt sein OK? Lässt sich ein Musikproduzent überzeugen?
Kampf, immer wieder Kampf mit der Krankheit. Alice‘ Lebenswille ist stark, ihre Energie scheint unerschütterlich, ihr Ehrgeiz ist enorm. Sie riskiert alles, um Erfolg zu haben. „ Ich möchte, dass etwas von mir bleibt. ... Meine Musik wird weiterleben, ....“ Das ist ihr Motto. Ihre Familie und Tom sind starke Stützen. Aber sie haben auch ihre Probleme. Die Mutter gibt alles für Alice und tut das gern. Tagebuch-Einschübe aus mütterlicher Sicht berühren sehr.
Das Schreckenswort Transplantation nimmt konkrete Gestalt an. Allein die Vorstellung: Lungen- Herz-Lebertransplantation - der blanke Horror. Zumal Erfolg nicht garantiert ist, im Gegenteil. Dennoch: Alice verliert sie ihr Mitgefühl für ihre Freunde nicht, hilft engagiert bei Problemen. Und möchte anderen eine Freude machen. Stark.
Nach einer wahren Geschichte. Faszinierend und sensibel geschrieben. Die Personen sind realistisch dargestellt, das macht das Buch umso lesenswerter. Ein Appell, nie aufzugeben. Bewundernswert.

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Veröffentlicht am 26.07.2018

Spannung hoch 3

Ein Teil von ihr
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Karin Slaughter ist ihrem Ruf als Königin der Spannung gerecht geworden. Gleich zu Beginn dieses Thrillers steigt der Adrenalinspiegel: ein Amokschütze tötet zwei Frauen und will seine Mordphantasie fortsetzen. ...

Karin Slaughter ist ihrem Ruf als Königin der Spannung gerecht geworden. Gleich zu Beginn dieses Thrillers steigt der Adrenalinspiegel: ein Amokschütze tötet zwei Frauen und will seine Mordphantasie fortsetzen. Laura stellt sich schützend vor ihre Tochter, entwaffnet den Attentäter und tötet ihn. Im Video eines Zeugen sieht sie dabei so aus, als ob sie es lächelnd täte. Ihre Tochter Andrea ist verstört, das hat sie ihrer Mutter, einer 55-jährigen beliebten Logopädin, nicht zugetraut. Sowohl ihre Mutter als auch ihr Stiefvater drängen sie dazu, jede Aussage zu verweigern und das Haus ihrer Mutter sofort zu verlassen. In der folgenden Nacht wird ihre Mutter überfallen und gefoltert. Andrea greift ein. In Folge muss sie fliehen, wird von ihrer Mutter mit überraschend präzisen Angaben und Vorräten ausgestattet und beginnt ihre gefährliche Tour zu einem vermeintlich sicheren Ort. Die Fragen, die sich aufdrängen und die Vorgänge, die dann ablaufen, sind ungeheuerlich. Wer ist Laura wirklich? Zwei Erzählstränge meisterhaft verwoben, Spannung auf gleichbleibend hohem Niveau und immer neue Enthüllungen lesen sich unglaublich packend. Anarchie, Manipulation, Liebe, Eifersucht, Skrupellosigkeit- alles kommt vor. ?Ein Teil von ihr? aus dem Harper Collins Verlag ist perfekte Lektüre für jeden Fan von spannungsgeladenen Thrillern.

Veröffentlicht am 26.07.2018

Elternsprecherin der anderen Art

Die Elternsprecherin
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Jen hat eine folgenreiche Aufgabe übernommen: sie ist überredet worden, Elternsprecherin in der Vorschulklasse ihres drittgeborenen Kindes zu werden. Diese Aufgabe kennt sie aus der Schulzeit ihrer älteren ...

Jen hat eine folgenreiche Aufgabe übernommen: sie ist überredet worden, Elternsprecherin in der Vorschulklasse ihres drittgeborenen Kindes zu werden. Diese Aufgabe kennt sie aus der Schulzeit ihrer älteren Töchter. Mit Elan und mehr als couragiert macht sie sich an die Arbeit. Zunächst allerdings verschreckt sie einige Eltern durch forsche Ansagen und Drohaufrufe zur gefälligen Mitwirkung mit Androhung schrecklicher Folgen. Absolut nötig, denn die oft nur aufs eigene, geniale Kind fokussierte Elternschaft erweist sich als schwierig. Herrlich, wie Laurie Gelman verschiedenste Charaktere vorstellt und wirklichkeitsnah ungeheuerliche Forderungen und Verhaltensweisen von Helikoptereltern beschreibt. Der Mailverkehr zwischen Elternsprecherin, Erziehungsberechtigten und Lehrerin liest sich amüsant. Nie, nie würde ich einen solchen Job übernehmen. Oder? Man erfährt doch sooo spannende, streng geheime Dinge. Drumherum gibt es Freundschaft, Liebe, Schlammrennen und diverse Fettnäpfchen, die auch Jens Alltag bereit hält. Wer erfahren möchte, wie die Arbeit einer Elternsprecherin aussehen kann, sollte sich unbedingt dieses Buch aus dem Mira Taschenbuch-Verlag als unterhaltsamen Lesestoff beschaffen.

Veröffentlicht am 25.07.2018

Operation gelungen, aber was passiert danach?

Der Horror der frühen Medizin
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Volksbelustigung oder Lehrveranstaltung? Beides waren die Operationen im 19. Jahrhundert. Die Unglücklichen, die operiert wurden - bei vollem Bewusstsein übrigens- überlebten das selten und wenn, starben ...

Volksbelustigung oder Lehrveranstaltung? Beides waren die Operationen im 19. Jahrhundert. Die Unglücklichen, die operiert wurden - bei vollem Bewusstsein übrigens- überlebten das selten und wenn, starben sie oft an den Folgen vielfach benutzter Instrumente, eitriger Verbandsstoffe, Schmutz oder Schock. Unvorstellbar die Qualen bei der Entfernung eines zwei Kilogramm schweren Tumors am Unterkiefer ohne Betäubung. Welch Riesenfortschritt, als die Narkose angewendet wurde.
Joseph Lister, ein junger Mann beobachtete genau, suchte Ursachen, forschte unermüdlich, assistierte bei Amputationen oder Leichenschauen. Seine Vorbilder und teilweise Protegés waren Berühmtheiten ihrer Zeit, Liston, Syme, Skarpey. Sie führten Ausschneidungen von Ellbogen- und Kniegelenken durch, Mastektomien, eine Vielzahl anderer Eingriffe.
Was Linster keine Ruhe ließ: die Operierten starben in großer Zahl an Gangrän, Entzündungen, Sepsis. Unzählige Gewebeuntersuchungen, Experimente und Versuche brachten ihn zu erstaunlichen Erkenntnissen und Erfolgen. Sogar Queen Victoria zählte zu seinen Patienten! Aber: einige medizinischen Größen fühlten sich überfahren. Gegner seiner Erkenntnisse machten ihm die Arbeit schwer.
Lindsey Fitzharris schildert ausführlich Leben und Werk eines Chirurgen, der Bedeutendes in der Medizingeschichte geleistet hat. Eine enorme Vielzahl an Details und belegten Ereignissen aus Listers Wirken wird vor dem Leser ausgebreitet. Fakten, die durch Anekdoten und wirkliche Fälle aufgelockert werden. Interessant.