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Sarah_Knorr

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Veröffentlicht am 16.02.2020

Ein grandioser Abschluss!

Die Tochter des Wolfs
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Klappentext:

Sie ist seine Tochter und Erbin. Doch was das wirklich bedeutet, kann sie noch gar nicht ermessen.

Seit Jahrhunderten kontrollieren die Diener von Clerres die Weißen Propheten und sind durch ...

Klappentext:

Sie ist seine Tochter und Erbin. Doch was das wirklich bedeutet, kann sie noch gar nicht ermessen.

Seit Jahrhunderten kontrollieren die Diener von Clerres die Weißen Propheten und sind durch deren Weissagungen zu großer Macht gelangt. Doch die nächste Weiße Prophetin ist Biene, die Tochter des Assassinen Fitz. Selbst Folter kann ihren Willen nicht brechen, denn sie weiß, dass ihr Vater nichts unversucht lassen wird, um sie zu finden. Und sie hat Recht. Fitz ist bereits auf dem Weg, und nicht einmal Drachen können ihn aufhalten …



Meine Bewertung:

Zum Cover: Das Cover gefällt mir wirklich, wirklich sehr und es wirkt ein wenig magisch. Außerdem ist das Cover noch interessanter, da es nicht voller Details gestaltet worden ist. Die Schriftart des Buchtitels erinnert mich an das Mittelalter. Optisch ist auch dieser Band an die beiden Trilogien ("Die Chronik der Weitseher", "Das Erbe der Weitseher") sowie dem ersten und zweitem Band dieser Trilogie angepasst. Der Hintergrund wirkt wie ein Tuch, was an einer Stelle zerrissen wurde. In der Mitte des Covers befindet sich ein goldener Wolf.

Zum Inhalt: Man folgt auch in diesem Teil den Abenteuern von Fitz und seiner Tochter Biene. Der ehemalige königliche Assassine Fitz Weitseher folgt der Spur seiner Tochter Biene, die von den Dienern von Clerres entführt wurde. Diese Diener kontrollieren seit Jahrhunderten die Weißen Propheten und sind durch deren Weissagungen zu großer Macht gelangt. Biene ist die nächste Weiße Prophetin, und der Geheimbund setzt alles daran, auch sie unter seine Kontrolle zu bringen. Doch Fitz's Verfolgungsjagd wird jedoch empfindlich verzögert.

Zum Schreibstil: Der Schreibstil von der Autorin Robin Hobb ist bildgewaltig, emotional und einfach nur großartig! Dieser Schreibstil konnte mich erneut wieder von der ersten Seite an überzeugen! Sie fesselt einen mit der detailreichen Beschreibung der Umgebung, den Charakteren und der Situationen. Die Erzählung bettet sich in den Gesamtkontext ein. Auch wenn Hobb immer wieder im Großen und Ganzen die Zusammenhänge erklärt, sind meiner Meinung nach dennoch Kenntnisse aus den beiden vorhergehenden Trilogien zwingend erforderlich. Als Leser steigt man schon wieder lückenlos in die Handlung ein und auch an Spannung fehlt es in diesem Band nicht. In diesem letzten Band sind die Charaktere wie schon von der Autorin gewohnt, sehr detailreich und gut beschrieben, sodass man sich gut in sie hineinversetzten kann. Beim Lesen hatte ich immer das Gefühl alle Charaktere persönlich zu kennen. Zudem gibt es ein großes Wiedersehen mit allen alten Bekannten und vielen Elementen der vorhergehenden Bücher. Jeder Charakter hat etwas ganz besonderes an sich, sie sind alle unterschiedlich und jeder macht aus seine Art und Weise neugierig. Bei diesem Abschlussband erkennt man, wie sehr sich die Autorin Robin Hobb und ihre Welt um Fitz Weitseher entwickelt haben und wie die Charaktere zusammenwirken und nun ein schlüssiges Bild abliefern. Auch diese Trilogie hat ein schönes Innenband, welches eine Karte der Sechs Provinzen zeigt. Dieser Band ist in insgesamt 50. Kapitel unterteilt, wobei jedes Kapitel einen eigenen Titel hat, wodurch man als Leser bereits weiß, was thematisch passiert wird.



Mein Fazit:

Seit dem ersten Teil der Buchreihe um Fitz, die mit der Chronik der Weitseher ihren Anfang nahm, bin ich ein großer Fan der Buchreihe um Fitz. Es ist wirklich außerordentlich beachtlich, wie Robin Hobb ihre Erzählung mit diesem Band weiter steigern kann und jeder Band besser ist, wie sein Vorgänger. Umso trauriger ist es, dass dies nun der Abschlussband ist.

Dementsprechend gebe ich diesem tollen Band 5 von 5 Sterne und spreche eine klare Leseempfehlung aus!

Danke an das Bloggerportal und dem Penhaligon - Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2020

Zwei unterschiedliche Leben, aber eine Person...

Die andere Welt
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Klappentext:

Louise und Louis haben alles gemeinsam, bis auf eines: ihr Geschlecht. Beide wachsen zu willensstarken jungen Menschen heran, verlieben sich, träumen davon, Romane zu schreiben – und verlieren ...

Klappentext:

Louise und Louis haben alles gemeinsam, bis auf eines: ihr Geschlecht. Beide wachsen zu willensstarken jungen Menschen heran, verlieben sich, träumen davon, Romane zu schreiben – und verlieren in einer dramatischen Nacht viel zu früh das Vertrauen ins Leben. Dreizehn Jahre später können beide nicht mehr vor der Vergangenheit davonlaufen und kehren in die Heimat zurück. Was denkt und fühlt Louise, was Louis? Wie verlaufen zwei Wege, die mit nur einem Unterschied beginnen? Einfühlsam erkundet Julie Cohen in ihrem vielschichtigen Roman, wie das Geschlecht unser Leben und unsere Identität bestimmt.



Meine Bewertung:

Zum Cover: Das Cover gefällt mir sehr und macht direkt Lust auf mehr. Zusehen ist ein lila Hintergrund mit drei Wolken. Das herausstechende Element aber sind die zwei Libellen, wobei eines pink und golden ist, das andere aber blau.

Zum Inhalt: Louis und Louise Alder haben die selben Eltern und sind zudem beide im Jahre 1979 geboren, jedoch sind sie keine Zwillinge. Die Eltern, Peggy und Irving, bekommen ein einziges Kind, das sie Lou nennen - die Kurzform von Louise und Louis. Cohen entwirft eine Geschichte, in der Lou einmal als Mädchen und einmal als Junge zur Welt kommt. Es handelt sich dennoch um ein und dieselbe Person, die sich nur durch das Geschlecht unterscheidet. Beide Lou's wachsen im selben Umfeld, in identischen familiären Verhältnissen und mit den gleichen Freunden auf. Zudem kehren beide ihrer Heimatstadt, Casablanca, nach einem dramatischen Ereignis den Rücken. Dreizehn Jahre später müssen sich beide der Vergangenheit stellen und wieder nach Casablanca zurückkehren. Welche Auswirkungen das Geschlecht auf das Leben eines Kindes und späteren Erwachsenen, auf die Eltern, aber auch auf die Freunde hat, wird in diesem Roman thematisiert.

Zum Schreibstil: Die Autorin Julie Cohen hat einen angenehmen, einfühlsamen und melancholischen Schreibstil. Die Geschichte von Louise und Louis handelt im Jahre 2010 und erzählt in Rückblenden, was sich von 1979 bis 1997 ereignet hat. Dabei wird die Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, bei denen es rückblickend in die Vergangenheit geschaut wird. Die Wechsel sind jeweils mit dem Namen der Person, die gerade im Zentrum steht, als auch mit der entsprechenden Jahresangabe gekennzeichnet. Da Louise und auch Louis in der jeweiligen Handlung allerdings als Lou bezeichnet werden, ist es besonders wichtig zunächst konzentriert zu lesen, um den Überblick zu behalten. Julie Cohen schafft es dabei, die Protagonisten und Handlungsorte so detailliert zu beschreiben, dass man diese mühelos vor Augen hat. Man merkt direkt, dass weder Louise noch Louis im Jahre 2010 glücklich sind und beide mit ihrer Vergangenheit hadern. Dabei wird nicht von zu Beginn an verraten, was vor dreizehn Jahren geschehen ist und weshalb beide Casablanca im Jahre 1997 verlassen haben. Der Spannungsbogen wurde nach einigen Seiten aufgebäumt und bis zum Schluss gehalten. Der Einstieg verlief etwas gemächlich: anfangs war es etwas schwer herauszufinden, was nun eigentlich vor sich ging und vor allem die verschiedenen Leben mit den Szenarien auseinander zu halten. Nichtsdestotrotz sorgt der einfühlsame Schreibstil der Autorin dafür, dass man sich in der Geschichte wohl fühlt und somit das Geschehen interessiert verfolgt. Ein guter Leseverlauf wurde durch eine einfühlsame Erzählweise und vor allem durch einen flüssigen und leichten Schreibstil, kurzen Sätzen, Absätzen sowie Dialogen ermöglicht. Insgesamt besteht dieser Roman aus 45. Kapiteln.



Mein Fazit:

Mit diesem Roman möchte die Autorin Julie Cohen aufzeigen, dass das Geschlecht eines Menschen unterschiedliche Lebensläufe entwickelt. Beim Lesen wurde ich oft zum Nachdenken angeregt. Es zeigt sich, wie selbst die kleinste Entscheidung das eigene Leben, sowie das Leben anderer beeinflussen kann.
Diese Gegenüberstellung ist außergewöhnlich und hebt sich durch die Idee, ein und dieselbe Person einmal als Mädchen und andererseits als Junge zu betrachten, aus der Masse hervor. Nach einem eher gemächlichen Einstieg, nimmt die Handlung dennoch an Fahrt auf!

Dementsprechend gebe ich diesem Roman 4,5 von 5 Sternen und spreche eine Leseempfehlung aus!


Danke an das Bloggerportal und dem Diana - Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.01.2020

Wie weit darf ein Künstler gehen, um sein Werk zu vollenden?

Das geschwärzte Notizbuch
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Klappentext:

Um das perfekte Drehbuch zu bekommen, entführt der manisch brillante Regisseur Santiago den renommierten Autor Pablo. Er sperrt ihn ein. Fünf Jahre lang. In einem kargen dunklen Raum. Nichts ...

Klappentext:

Um das perfekte Drehbuch zu bekommen, entführt der manisch brillante Regisseur Santiago den renommierten Autor Pablo. Er sperrt ihn ein. Fünf Jahre lang. In einem kargen dunklen Raum. Nichts soll Pablo vom Schreiben ablenken. Ein Meisterwerk entsteht. Und eine von Abhängigkeit, Abscheu und Faszination geprägte Beziehung zweier genialer Künstler.



Meine Bewertung:

Zum Cover: Das Cover gefällt mir sehr gut! Es ist thematisch der Handlung des Romanes angepasst. So erkennt man eigentlich nicht viel: das Cover stellt ein liniertes Blatt dar, das komplett geschwärzt ist und nur ein paar Bruchteile wie beispielsweise einzelne Buchstaben oder Punkte beim näheren Hinsehen erkennen lässt. Der Autorname, der Titel des Romanes und das Genre sind die einzigen "größeren" Elemente, die nicht geschwärzt worden.

Zum Inhalt: Um das perfekte Drehbuch zu bekommen, entführt der Regisseur Santiago den renommierten Autor Pablo. Dieser wird für fünf ganze Jahre in einem dunklen Kellerraum eingesperrt. Innerhalb dieser Zeit entwickelt sich eine Beziehung, die auf beiden Seiten Obsession und gegenseitige Abhängigkeit hervorruft. Der Debütroman vom Oscar-prämierten Drehbuchautor Nicolás Giacobone thematisiert Größenwahn, Abhängigkeit und vor allem die Kunst des Schreibens. Als Leser erhält man interessante Einblicke in den Prozess des Schreibens eines Drehbuches sowie die Rolle des Autors dahinter.

Zum Schreibstil: Der Schreibstil von Nicolás Giacobone ist authentisch und eigenartig, und doch schwer zu kauen. Die Handlung des Romanes wird aus der Ich-Perspektive des eingesperrten Autors Pablo in Form von Notizbucheinträgen wiedergegeben. Zu Beginn viel es mir nicht gerade leicht in die Handlung beziehungsweise die Notizen hineinzufinden, denn diese bieten keinerlei chronologische oder thematische Struktur und so fehlte ein roter Faden, dem ich folgen konnte. Es ist nicht immer einfach Pablo zu folgen, denn der Schreibstil ist durchaus gewöhnungsbedürftig! Pablo springt stark in verschiedenen Ebenen und Zeiten herum, er schreibt einfach seine Geschichte auf, wie sie ihm gerade in den Sinn kommt. Nicolás Giacobone schafft es sprachlich widerzuspiegeln, wie sich eine Person entwickelt, wenn diese fünf Jahre lang von der Außenwelt in einem dunklen Kellerraum eingesperrt ist. Anhand des Schreibstils erkennt man, wie wirr und wahnsinnig Pablo wird. Es werden Bewusstseinsinhalte einfach in ungeregelter Folge wiedergegeben, einzelne Szenen werden sehr detailliert beschrieben. Zudem stellt sich Pablo wiederholt selber Fragen und führt viele Monologe, in denen er sich selbst belügt. Seine Gedankengänge sind sehr sprunghaft. Gleichzeitig gibt es viele Wiederholungen, welche die Monotonie von Pablo im Keller spürbar machen sollen. Er fügt sich seinem Schicksal und macht den Eindruck als würde er nichts dagegen tun können, aber andererseits merkt man an, dass auch er genauso besessen von der Idee eines perfekten Drehbuches ist. Über Santiago erfährt man nicht viel, weil er auch nicht viel über sich selber preisgibt. Dementsprechend erfährt man alles nur einseitig. Das Buch ist in insgesamt sieben Kapitel gegliedert.



Mein Fazit:

Dieser Debütroman des Oscar-Preisträgers Nicolás Giacobone ist ein Roman, der eigenartig ist. Als Leser springt man zu Beginn in eine unstrukturierte Handlung herein, welche zunächst sicherlich zu Orientierungsschwierigkeiten führt. Aber im Verlauf der Geschichte muss man als Leser versuchen, sich mit der fremden Art und Weise von Pablo zu identifizieren, um den Schreibstil zu verstehen. Sobald dies geschieht, wird dieser Roman einen begeistern können.

Dementsprechend gebe ich diesem Roman insgesamt 4 von 5 Sterne.


Danke an das Bloggerportal und dem Heyne - Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.01.2020

Wenn ein aufkeimender Religionsstreit zwei Familien zu Fall bringen soll..

Tränen der Erde
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Klappentext:

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, Anno Domini 1606. Der Schatten des drohenden Dreißigjährigen Krieges legt sich wie ein Leichentuch über das Reich. In der Reichsstadt Schwäbischwerd ...

Klappentext:

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, Anno Domini 1606. Der Schatten des drohenden Dreißigjährigen Krieges legt sich wie ein Leichentuch über das Reich. In der Reichsstadt Schwäbischwerd leben zwei angesehene Familien, die eng miteinander befreundet sind. Die katholischen Heidfeldts und die protestantischen Ackermanns scheinen alles zu teilen: Geschäft, Wohlstand und Liebe. Sie haben Macht und Einfluss, doch gleichzeitig werden sie bedroht von Neidern, die sie im aufkommenden Religionsstreit zu Fall bringen wollen. Niemand ahnt, dass sie mit einem niederträchtigen Verrat den Grundstein für ihr Vermögen gelegt haben. Während der Sturm des Krieges sich ankündigt, geraten die beiden Familien in einen Strudel aus Intrigen, Macht und Leidenschaft ...



Meine Bewertung:

Zum Cover: Das Cover gefällt mir sehr. Es ist in zwei Elementen gestaltet. Das erste, was man als Betrachter sieht, ist die Frau, die tatsächlich 3/4 des Covers einnimmt. Diese ist nicht dem Betrachter direkt zugewandt, sondern blickt nach rechts. Ihre Hände hat sie auf dem Rücken verschränkt. Zudem trägt sie ein Kleid, was typisch nach Mittelalter schreit und doch nach höherem Stand wirkt, aber auch ihre Haare sind typisch Mittelalter. Es wirkt generell so, als ob die Frau vor einem Fenster stehen würde und das Geschehen beobachtet. Das zweite Element wirkt nicht dominant und ist doch sehr wichtig. Im unteren Teil des Covers erkennt man eine Landschaft, wahrscheinlich die Reichsstadt Schwäbischwerd. Es wirkt nicht wie ein typisches Landschaftsbild, denn zusehen sind Rauchschwaden.

Zum Inhalt: In der Reichsstadt Schwäbischwerd leben im Jahre 1606 zwei angesehene Familien, die eng miteinander befreundet sind. Die katholischen Heidfeldts und die protestantischen Ackermanns unterstützen sich, wo immer es nötig ist. Niemand ahnt auch nur etwas von ihrer gemeinsamen Vergangenheit, einer Vergangenheit, welches den Grundstein für das Vermögen beider Familien gelegt haben. Beide Familien haben Macht und Einfluss, werden gleichzeitig von Neidern bedroht, die im aufkeimenden Religionsstreit beide Familien zu Fall bringen wollen. Beide Familien geraten jener in einen Strudel aus Intrigen, Missgunst, Macht und Leidenschaft.

Zum Schreibstil: Der Schreibstil des Autorenduos hat mir sehr gut gefallen. Dieser war sehr lebendig, angenehm und authentisch, konnte dementsprechend so schnell überzeugen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den Hauptcharakteren hin und her, wodurch man als Leser einen sehr guten Überblick erhält und sich auch sehr gut in die Protagonisten hineinversetzen konnte. Das Duo Zach und Bauer hat es verstanden, ihre Charaktere abwechslungsreich zu gestalten. Es gab nicht nur schwarz und weiß, denn jeder Charakter hatte kleine Geheimnisse, die bewahrt werden sollten. Jeder Charakter wurde gut beschrieben, ihre Schwächen und Stärken gut ausgearbeitet. Es wurde aber nicht nur das Familienleben beider Familien näher beschrieben, sondern auch das historische Setting. Die Atmosphäre der Zeit wurde gut eingefangen. Als Leser bekommt man schöne Einblicke, wie kleine Streitereien größere Unglücke erzeugen können, wie der Streit um beide Religionen zu einem Krieg führen kann, aber vor allem auch wie Menschen aufgrund ihrer Religion beurteilt wurden. Die Familien Heidfeldt und Ackermann bilden die Grundlage, um das Geschehen vor dem Dreißigjährigen Krieg. Die historische Begebenheit hat mich begeistern können, was nicht in allen historischen Romanen gelingt. Dieser sehr realistische Eindruck ließ mich sehr gut in die Handlung eintauchen, sodass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Der Spannungsbogen wurde von Beginn an gehalten und reißt einen total mit, denn bis zum Schluss wusste ich nicht, in welche Richtung die Handlung gehen würde. Ein guter Leseverlauf wurde durch eine lebhafte Erzählweise und vor allem durch einen flüssigen und leichten Schreibstil, kurzen Sätzen, Absätzen sowie lustigen Dialogen ermöglicht. Fremde Begriffe werden direkt auf jeder Seite gekennzeichnet und in einer Fußnote erklärt. Damit man die Familien gut auseinanderhalten kann, steht gleich zu Beginn ein Personenregister der Hauptcharaktere sowie sonstiger Charakteren. Zudem gibt es im Innband jeweils ein Stammbaum zu den Heidfeldts und Ackermanns. Auch bevor man die Geschichte beginnt, gibt es von den Autoren eine kurze Zusammenfassung darüber, was der Dreißigjähriger Krieg war und welche Folgen dieser hatte. Insgesamt besteht dieser Roman aus 23. Kapiteln, welche als Titel eine Ortsangabe samt Datum haben.



Mein Fazit:
Dieser Roman des Autorenduos, Bastian Zachs und Matthias Bauers, ist ein spannender, abwechslungsreicher und authentischer Roman über die schicksalshaften Jahre vor dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges. "Tränen der Erde" überzeugt durch einen tollen Schreibstil, eines interessanten Inhalts, aber vor allem die sehr authentische historische Begebenheit, dessen Atmosphäre man beim Lesen spüren konnte.

Dementsprechend gebe ich diesem Roman 5 von 5 Sternen und spreche eine Leseempfehlung aus!




Danke an das Bloggerportal und dem Heyne - Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2019

Über die Macht des geschriebenen Wortes..

Alles, was wir sind
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Klappentext:

Es geht um Liebe.
Es geht um uns.

Der Kalte Krieg zieht auf, und Worte werden zu Waffen. Olga Iwinskaja, Geliebte des großen Boris Pasternak, wird verhaftet. In Moskau will man verhindern, ...

Klappentext:

Es geht um Liebe.
Es geht um uns.

Der Kalte Krieg zieht auf, und Worte werden zu Waffen. Olga Iwinskaja, Geliebte des großen Boris Pasternak, wird verhaftet. In Moskau will man verhindern, dass Pasternaks Roman Doktor Shiwago erscheint, doch Olga hält an ihrer Liebe zu Boris fest.
Zugleich will die CIA mit einer einzigartigen Waffe den Widerstand in der Sowjetunion wecken – mit Literatur, mit Doktor Shiwago. Für die Mission wird die junge Irina angeworben und von der Agentin Sally ausgebildet. Es beginnt eine gefährliche Hetzjagd auf ein Buch, das den Lauf der Welt verändern soll.

Eine große Geschichte über geheime Heldinnen, die Kraft der Literatur und – die Liebe.



Meine Bewertung:

Zum Cover: Das Cover gefällt mir wirklich gut, da es ohne zahlreichen Details auskommt und doch so vieles über die Handlung preisgibt. Zu sehen ist in der Mitte des Covers eine Art Loch, wodurch man als Betrachter ein Paar sieht, welche die Hände ineinander geschlungen haben, vertraut wirken und einen gemeinsamen Weg gehen. Dabei ist das Paar schwarz-weiß gehalten. Das Cover passt sehr gut zum Klappentext!

Zum Inhalt: Der Roman spielt zur Zeit des Kalten Krieges in Moskau. Boris Pasternak hat ein Buch "Doktor Schiwago" geschrieben, welches die Oktoberrevolution in der Sowjetunion beinhaltet. Mit diesem Buch ist die sowjetische Regierung nicht einverstanden und möchte eine Veröffentlichung des Buches unbedingt verhindern. Somit macht sie nicht nur Pasternak das Leben schwer, sondern auch seiner Geliebten Olga Iwinskaja. Diese wird von dem sowjetischen Geheimdienst verhaftet und befragt, sowie anschließend in ein Straflager gesteckt. Erst Jahre später kommt sie zu ihrer Familie und zu ihrem Geliebten Boris zurück. Zugleich ist auch die USA an diesem Buch interessiert, um in der Sowjetunion durch Literatur den Widerstand zu wecken. Dafür wird die junge Irina, welche in der Sowjetunion geboren wurde, aber nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihrer Mutter in die USA ausgewandert ist, angeworben und von der Agentin Sally ausgebildet. Dieses Buch beinhaltet Freundschaft, Liebe, Spionage und viel Spannung. Es zeigt zudem, wie ein Roman für zwei Großmächte hochinteressant werden kann.

Zum Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin Lara Prescott ist flüssig, detailreich, bildhaft und lebendig. Die Handlung des Romans wird abwechselnd aus der Perspektive der USA und der Sowjetunion geschildert, aber später auch von unterschiedlichen Charakteren beziehungsweise Charaktergruppen. Dementsprechend fand ich es zu Beginn schwer in die Geschichte reinzukommen. Der Roman wird meistens aus der Ich-Perspektive einiger Personen, vorwiegend liegt der Fokus eher auf Irina und Sally, erzählt, aber auch aus der Wir-Perspektive der Stenotypistinnen. Jeder Charakter, aus dessen Sichtweise Berichtet wurde, bekommt einen eigenen Titel. Aber es wird auch aus der Sichtweise von Olga erzählt, die mit Boris eher als Randfigur fungierten. Der westliche Part über die Praktiken des amerikanischen Geheimdienstes ist lebendig und nachvollziehbar, auch wenn es schwer ist zu erkennen, was tatsächlich historisch belegt und was reine Fiktion ist. Die Geschichte aus dem „Osten“ wird u.a. aus der Sicht Pasternaks Geliebten Olga erzählt. So entstand ein abwechslungsreicher Perspektivenwechsel, der die Handlung interessant und unterhaltsam macht. Zwar geht die Autorin dadurch nicht tiefer auf eine der einzelnen Protagonisten ein, erzeugt aber ein kompletteres Gesamtbild und stärkt die Blickwinkel aus mehreren Richtungen. Die Charaktere sind für dieses Buch sehr spannend gewählt worden und zudem ganz unterschiedlich, oft auch außergewöhnlich. Der Sprachstil passt alles in einem gut zur Geschichte. Insbesondere schafft er es zu Beginn die Bestrafung Olgas recht detailliert zu beschreiben sowie ihren Aufenthalt im Straflager so lebendig zu erscheinen, dass man meint, man wäre dabei gewesen. Zum Ende hin wird zudem auch deutlich, dass das Lebensende von Boris Pasternak zeigt, wie schwierig das Leben eines Regimekritikers und seiner Unterstützter zur damaligen Zeit in der UdSSR war. Es ist der Autorin außerdem auch gelungen die Lebensgeschichte des Autors gekonnt und fiktiv wiederzugeben. Es wirkt authentisch und durch die Gegenwart, in der der Roman unter der Hand quasi von Hand zu Hand weitergegeben wird, ist wirklich interessant und verbreiten dadurch echte Spannung. Der Roman stützt sich auf einen Klassiker der Weltliteratur. Der Roman Doktor Schiwago wurde 1956 fertiggestellt und durfte wegen seiner scheinbar kritischen Darstellung der Oktoberrevolution in der Sowjetunion nicht veröffentlicht werden. Er erschien erstmals in italienischer Übersetzung im November 1957. Die Autorin hat jahrelang intensive Recherche hierzu betrieben, was leider nicht vollkommen in ihrem Buch rüberkommt. Der Roman ist insgesamt in einen Prolog, 28. Kapitel, einen Epilog sowie Anmerkungen der Autorin und der Übersetzerin gegliedert.



Mein Fazit:

Dieser Roman ist kein atemraubender Agententhriller um den Kalten Krieg, sondern die Geschichte um den bekannten, aber in der Sowjetunion hoch umstrittenen und verbotenen Roman „Dr. Shiwago“. Die Autorin hat für ihren Roman jahrelang recherchiert, jedoch wird Vieles nur angedeutet und kommt bei mir so an, als ob bei der Recherche zu diesem Buch einige Lücken nicht gefüllt werden konnten und daher einfach weggelassen wurden. Ich finde es schade, dass das eigentliche Thema nur so kurz behandelt wurde.

Dementsprechend gebe ich diesem Roman 4 von 5 Sternen und spreche dennoch eine Leseempfehlung aus!


Danke an vorablesen.de und dem Rütten & Loening Berlin Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere