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Veröffentlicht am 12.09.2017

Ein Muss für jeden Fantasy-Fan

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
4 0

Dieses wunderbare Buch entführt uns die geheimnisvolle Welt von Paramythia.

Sam ist ein Dieb, doch er möchte keiner mehr sein. Am Anfang der Geschichte erledigt er seinen letzten Raubzug und kehrt seinem ...

Dieses wunderbare Buch entführt uns die geheimnisvolle Welt von Paramythia.



Sam ist ein Dieb, doch er möchte keiner mehr sein. Am Anfang der Geschichte erledigt er seinen letzten Raubzug und kehrt seinem alten Leben dann den Rücken. Er möchte gerne in der Garde des Weißen Königs dienen, der über die Stadt Mythia herrscht. Durch eine List gelingt es ihm unter einem falschen Namen als Soldat angenommen zu werden. Er wird jedoch nicht wie erhofft der Truppe zugewiesen, die den Weißen König beschützt, sondern nach Paramythia geschickt. Paramythia ist die Stadt der Bücher, die unterhalb der Erdoberfläche unter dem Palast liegt und so groß sein soll wie Mythia selbst, vielleicht sogar noch größer. Dort soll Sam das Marduk-Tor bewachen, welches in das Herz Paramythias führt.
Sam denkt, dass er dort vor Langeweile sterben wird, denn was soll schon groß passieren, zwischen den abertausenden von Büchern? Aber das Gegenteil tritt ein und schon sehr bald läuft er magischen Wesen über den Weg, die nicht alle freundlich gesinnt sind, und entdeckt große Geheimnisse, die er zu lösen versucht. Dort lernt er viele neue Personen kennen, die ihm dabei helfen und zur Seite stehen und so nimmt die Geschichte voller Abenteuer, Gefahren, Kämpfe, Fluchten und Magie ihren Lauf.

Sam, mit vollem Namen Samir, war mir von Anfang an sehr sympathisch. Durch ein Ereignis in der Vergangenheit möchte er nicht mehr zu der Diebesbande gehören, die bis dato seine Familie war. Er hat sich ein anderes Leben für sich vorgestellt und lässt sein altes hinter sich. Das hat mir sehr imponiert, denn man selbst möchte manchmal auch gerne einfach alles hinter sich lassen und ganz von vorne anfangen. Es erfordert sehr viel Mut dies zu tun und es hat mir gefallen, dass Sam diesen Schritt gemacht hat. Dabei ist er sich selbst manchmal aber doch nicht so sicher ob er sein altes Leben als Dieb komplett ablegen kann. Insgesamt kam er mir sehr zielstrebig vor, neugierig, unerschrocken und seinen wenigen neu gewonnenen Freunden gegenüber loyal. Ich habe ihn im Laufe der Geschichte sehr ins Herz geschlossen.

„Kaum drei Tag in Scharlachrot, und du weißt nicht mehr, was du bist, Sam, schalt er sich. Ein Wächter oder ein Dieb? Vielleicht keines von beidem“ S. 147

Durch einen Zufall begegnet er der Dienerin Kani, die er erst für einen Feind hält. Doch schnell wird klar, dass beide dem Rätsel der Bücherstadt auf den Grund gehen wollen, stellen sich den Gefahren ab da gemeinsam und erleben ein großes Abenteuer. Sie entdecken viele Geheimnisse und können auch einige davon lüften, doch auch viele Fragen bleiben offen, die hoffentlich in den beiden Folgebänden beantwortet werden.

„Ein Dieb, eine belesene Dienerin und ein Büchernarr, die es zusammen mit einer Gruppe tödlicher Fabelwesen aufnehmen wollten.“ S. 313

Kani hat leider, obwohl sie auch Protagonistin ist, eine etwas eher zurückhaltende Rolle erhalten und stand nicht so im Vordergrund wie Sam. Auch andere Charaktere nehmen leider eine etwas kleinere Rolle ein und rücken in den Hintergrund, obwohl sie wichtig für den Verlauf der Geschichte sind. Das fand ich sehr schade und hoffe, dass sich das im zweiten Band ändern wird. Auch Kani und manch andere Charaktere sind leider nicht so tiefgängig und auch nicht so facettenreich, doch trotzdem authentisch, dargestellt.

Das Buch liest sich flüssig und leicht weg, auch wenn meiner Meinung nach immer mal wieder ein paar Wiederholungen in der Wortwahl vorkamen.
Man wird durch den bildhaften und illustrativen Schreibstil von Akram El-Bahay in die Welt von Paramythia gezogen. Zwischendurch meinte ich wirklich in mitten der riesigen Bücherhallen und -gänge in der unterirdischen Bibliothek zu stehen, den Geruch von altem Papier in der Nase zu haben und das Flüstern der Buchseiten zu hören. Die orientalischen Einflüsse, die Akram El-Bahay verwendet hat, lassen die Geschichte um Mythia und die Bücherstadt noch mystischer und märchenhafter wirken. Ich wurde verzaubert und mitten in die magische Welt der Bücherstadt gerissen.

„Sam hatte das Gefühl, er würde sich im Inneren eines gewaltigen Tieres mit einem Herz aus Papier befinden. Ein Herz, dessen Schlag aus dem Rascheln von Buchseiten bestand.“ S.29

Das Cover hat mir von Anfang an sehr gefallen. Es wirkt überaus geheimnisvoll und auch ein wenig düster. Es verspricht zudem eine spannende Abenteuergeschichte mit reichlich Mysterien und Gefahren. Und genau das erhält man beim Lesen. Auch finde ich es sehr schön, dass am Ende des Buches eine Verbindung zum Cover hergestellt wird und erklärt wird warum das Buch, das dort abgebildet ist, so aussieht wie es aussieht.

Vielen Dank an diesem Punkt an den Bastei-Lübbe Verlag und das Team der Lesejury, dass ich die Möglichkeit bekommen habe dieses Buch im Rahmen der Leserunde lesen zu dürfen! Es hat sehr viel Spaß gemacht sich mit den anderen Lesern auszutauschen und zu spekulieren!

Fazit:

Der Auftaktband der neuen Trilogie von Akram El-Bahay ist ein Muss für jeden Fantasy-Fan.
Man wird ab Seite eins in eine mystische Welt voller Abenteuer und Gefahren (und natürlich Bücher ) gezogen, die einen sehr lange nicht mehr loslässt. Auch wenn mir ein zwei Dinge nicht so gefallen haben, empfehle ich dieses Buch sehr gerne weiter und warte gespannt darauf, dass die beiden Folgebände erscheinen werden. Von mir erhält „Bücherstadt – Die Bibliothek der flüsternden Schatten 4 Sterne.

Veröffentlicht am 31.05.2018

Schöner, fantasievoller Auftakt - trotz des zähen Einstiegs

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen
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Auf Empfehlung einer lieben Bloggerfreundin habe ich mich vor ein paar Wochen auch an Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen von Sarah J. Maas getraut. Dieses Romantasybuch hat schon so viele Leser ...

Auf Empfehlung einer lieben Bloggerfreundin habe ich mich vor ein paar Wochen auch an Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen von Sarah J. Maas getraut. Dieses Romantasybuch hat schon so viele Leser begeistert, weswegen ich auch mit einer gewissen Erwartung mit dem Lesen angefangen habe.

Der Klappentext verrät nicht wirklich viel über den Inhalt …
Die junge Feyre lebt in ärmlichen Verhältnissen und versucht ihren Vater und ihre Schwestern irgendwie am Leben zu halten. Um nicht zu verhungern geht sie jagen und tötet dabei einen Wolf. Doch das war kein gewöhnlicher Wolf, sondern ein Fae in Tiergestalt. Als Strafe für seinen Tod wird sie ins Reich der Fae entführt und darf fortan nie wieder in das Reich der Menschen zurückkehren. Dort ist nichts wie es scheint und Feyre sieht sich einigen Gefahren gegenüber. Und nicht nur ihr Herz ist in Gefahr - um die Welt, wie sie sie kennt nicht zu verlieren, muss sie ihre große Liebe retten.

„Die Musik, das waren Tamlins Finger auf meiner Haut, die Goldsprenkel in seinen Augen, das zarte Lächeln auf seinen Lippen, das leise, raue Kichern seiner Stimme, wenn er mir die drei Worte ins Ohr flüsterte. S.431

Ich muss ja sagen, dass ich kein Fan vom deutschen Cover bin. Die Farbgebung ist zwar wunderschön und besonders bei der Hardcover-Ausgabe ist dieser durchsichtige Schutzumschlag mit den darauf gedruckten Ästen und Rosen etwas Besonderes, doch das Gesamtbild übt auf mich – warum auch immer – keinen Reiz aus. Doch man soll den Inhalt eines Buches nicht nach seinem Äußeren beurteilen, denn das ist mal gar nicht so schlecht.

Die Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail und authentisch gestaltet. Dies gilt für die Nebencharaktere, wie auch für die Protagonisten. Bei Feyres „Reise“ ins Reich der Fae lernt der Leser die Fae Tamlin und Lucien kennen, die einen zu Beginn etwas abschrecken und einem aber Seite für Seite mehr ans Herz wachsen. Ganz besonders Lucien habe ich mit seiner neckischen Art in mein Herz geschlossen.
Die Beziehung, die Feyre zu ihrer Familie hat, wird sehr innig beschrieben. Doch zu Feyre an sich konnte ich keine große Verbindung aufbauen. Sie wird von der Autorin als starke und selbstbewusste Frau beschrieben. Aber genau das habe ich am Anfang nicht immer in ihr gesehen. Da das Buch aus der Sicht von Feyre in der Ich-Perspektive geschrieben ist, erhält man als Leser eigentlich einen ziemlich guten Einblick in Feyres Gefühls- und Gedankenwelt. Mir war Feyre an einigen Stellen jedoch zu gleichgültig und zu teilnahmslos. In meinen Augen fehlte ihr in wichtigen Situationen einfach die nötige Eigeninitiative und auch das Selbstbewusstsein für sich einzustehen, denn sie hat sich – wenn ich das so sagen darf – ein bisschen herumschubsen lassen.

„Unbedeutend, in der Tat, ich war unbedeutend für sie, unbedeutend angesichts ihrer Macht. So unbedeutend wie die verblassten, abblätternden Malereien in meinem alten Zuhause.“ S. 84

Durch den angenehmen Schreibstil von Sarah J. Maas bin ich wirklich gut ins das Buch rein gekommen. Alles wird sehr detailliert und illustrativ beschrieben und man kann sich alle Schauplätze so bildlich vorstellen als ob man selbst im Buch wäre. Und das Buch hat mir am Anfang auch sehr gut gefallen, doch ab dem Punkt wo Feyre entführt wird, wird die Handlung schleppend. Dies zieht sich bis ungefähr zur Hälfte des Buches. Ich war schon kurz davor es abzubrechen, weil irgendwie nichts passiert ist und ich ein wenig gelangweilt war.
Aber ab da nimmt die Handlung richtig Fahrt auf. Ein Ereignis überschlägt das nächste und ab diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Spannungsbogen verläuft somit nicht gleichmäßig und beschränkt sich zum größten Teil auf die letzte Hälfte des Buches. Auch das Ende hat mich ein wenig nachdenklich zurück gelassen, denn man könnte denken, dass die Geschichte hiermit abgeschlossen ist. Es gibt keinen richtigen Cliffhanger und man wird als Leser nicht dazu animiert sich sofort den zweiten Band zu holen.

Fazit:

Die Welt, die Sarah J. Maas hier geschaffen hat ist wirklich faszinierend und zieht einen in ihren Bann. Mit ihrem tollen illustrativen Schreibstil hat die Autorin eine aufregende Welt voller Gefahren und Geheimnisse und authentischen Charakteren geschaffen. Gänzlich konnte mich Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen nicht überzeugen, dafür gab es einfach ein, zwei Charakter- und Handlungsschwächen zu viel. Und dennoch werde ich mir den zweiten Band Das Reich der sieben Höfe – Flammen und Finsternis holen. Ich bin einfach gespannt, was jetzt noch kommen soll. Da es noch Luft nach oben gibt, vergebe ich ganz knappe 4 Schmetterlinge.

Veröffentlicht am 27.02.2018

Ein mitreißender Auftakt!

Save Me
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Letztes Jahr habe ich die Again-Reihe von Mona Kasten verschlungen. Diese Reihe hat mich mitgerissen und ich habe mich dort in die Figuren und auch den lockeren Schreibstil von Mona verliebt. Deshalb war ...

Letztes Jahr habe ich die Again-Reihe von Mona Kasten verschlungen. Diese Reihe hat mich mitgerissen und ich habe mich dort in die Figuren und auch den lockeren Schreibstil von Mona verliebt. Deshalb war ich natürlich total aus dem Häuschen, als ich erfahren habe, dass es eine neue Reihe von ihr geben wird. SAVE ME ist der Auftaktband der Maxton Hall Reihe und ich habe mich schon so sehr auf das Buch gefreut und sofort in das traumhafte Cover verliebt.

In diesem Buch dreht sich alles um die beiden Protagonisten Ruby und James. Ruby Bell hat das Glück durch ein Stipendium auf das Maxton Hall College gehen zu dürfen. Dieser Ort strotzt nur so vor Macht, Geld und Ruhm, doch das könnte Ruby nicht weniger interessieren. Sie möchte einfach unsichtbar bleiben, ihr letztes Schuljahr hinter sich bringen und dann ihren großen Traum wahr machen und nach Oxford gehen.
Doch, wie sollte es anders sein, bleibt Rubys Leben nicht friedlich, denn sie sieht etwas, dass sie nicht hätte sehen sollen und so zieht sie die Aufmerksamkeit von James Beaufort auf sich. Denn ihr Wissen könnte den Ruf seiner Familie zerstören und diese möchte er unbedingt beschützen. Und so prallen zwei vollkommen unterschiedliche Welten aufeinander - das hat ordentlich Konfliktpotenzial!

„Ich bin so lange still, dass es bei jeder anderen Person mit Sicherheit unangenehm geworden wäre, aber James und ich - ich glaube, wir könnten einander stundenlang schweigend ansehen, nur um zu versuchen, einen Blick hinter die Mauer des jeweils anderen zu erhaschen.“ Ruby S. 194

Ruby habe ich gleich von Anfang an in mein Herz geschlossen. Sie ist eine absolut ehrlich Haut und ein totaler Familienmensch. Sie liebt ihre Schwester und ihre Eltern über alles und würde alles für diese tun. Außerdem ist die perfekt organisiert und durchstrukturiert, was mich ein wenig an mich selbst erinnert. Sehr bewundernswert fand ich, dass Ruby ganz genau weiß, was sie möchte und entschlossen ihre Ziele verfolgt um genau da hin zu kommen, wo sie hin möchte. Um ihren Traum von Oxford zu verwirklichen arbeitet sie wirklich hart.

James hingegen ist das genaue Gegenteil. Wie sollte es auch anders sein, jede gute New-Adult Geschichte braucht auch einen Bad-Boy und dieser wird hier verkörpert von James Beaufort. Ein reicher Junge mit einem sehr einflussreichen Namen, der sich seine Zeit mit Partys, Frauen und Drogen vertreibt. James lernt man als sehr unsympathischen Charakter kennen, als arrogant und selbstgefällig, der weiß, dass er immer das bekommt, was er möchte. Denn mit Geld kann man alles erreichen.
Doch da hat er nicht mit Ruby gewettet. Sie legt keinen Wert auf Geld oder die Macht, die manche Menschen haben und kann James absolut nicht ausstehen. So eine wie sie hat James noch nie kennen gelernt und genau das macht Ruby auch so interessant für ihn. Er misstraut ihr zwar, wird aber immer neugieriger darauf, was ihre Absichten sein mögen oder was für eine Art Mensch sie ist.

„Mit einem Mal wird mir etwas ganz deutlich bewusst:
Ich kann James Beaufort nicht bloß nicht ausstehen.
Ich verabscheue ihn. Ihn und alles wofür er steht.“
Ruby S. 42

Dadurch, dass die Handlung kapitelweise immer abwechselnd mal aus der Sicht von Ruby, dann wieder aus der Sicht von James in der Ich-Perspektive, geschildert wird, lernt man den wahren James Stück für Stück kennen und kann Blicke hinter seine selbstgefällige Fassade werfen. Ich fand es sehr schön, dass der Leser nach und nach erfährt, warum James so ist wie er ist. Zum Schluss ist er mir doch sympathisch geworden.

Die Nebencharaktere sind alle wunderbar tiefgründig und liebevoll ausgearbeitet. Sie fügen sich fantastisch in die Handlung mit ein und bereichern diese. Bei jedem merkt man, dass er eine andere individuelle Persönlichkeit hat und seinen eigenen Platz in der Geschichte. James Freunde, aber auch Ember, Rubys Schwester, oder Lin, Rubys beste Freundin, stellen einen wichtigen Teil des Buches dar und sind bedeutend für den Verlauf der Handlung. Durch sie werden die Geschehnisse in die eine oder andere Richtung gelenkt. Zwar sind alle Charaktere dieses Mal alle etwas jünger, als in der Again-Reihe, doch das tut dem überhaupt keinen Abbruch.

Mona hat wieder gekonnt große Gefühle in Worte gepackt und zu Papier gebracht, sodass wir Leser wieder richtig mitfiebern können. Einzig und allein das Ende hat mir nicht so gefallen und ich fand es etwas zu künstlich herbeigeführt und zu dramatisiert. Aber es bildet auch einen unglaublichen Cliffhänger, der es einem unmöglich macht den nächsten Band nicht gleich in die Hand nehmen zu wollen.

„Plötzlich scheint er nicht mehr nur durch mich hindurchzusehen – er sieht direkt in mich hinein. In seinem Blick ist ein Feuer, das sich in mich brennt und mir einen Schauer über meinen Körper jagt." Ruby S. 102

Interessant war, mit zu verfolgen, wie sich die beiden Protagonisten, die sich am Anfang überhaupt nicht ausstehen konnten, langsam annähern und kennen lernen und es erst schrittweise und vorsichtig anfängt zu knistern. Natürlich gibt es zwischendurch immer wieder heikle Situation und reichlich Konfliktpotenzial, aber das hat das Ganze nur umso unterhaltsamer gemacht. Bei manchen Situationen habe ich allerdings gedacht, dass die Erzählsicht nicht ganz passend war. Es wäre glaube ich ganz gut gewesen manche Umstände lieber aus James und nicht aus Rubys Sicht zu schildern. Aber das ist nur ein kleiner Minuspunkt.

An dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Danke an das Team der Lesejury und an den LYX-Verlag, dass ich an der Leserunde zu diesem Buch teilnehmen durfte!

Fazit:

SAVE ME ist der Auftaktband der neuen Reihe von Mona Kasten und etwas für jeden, der gute New-Adult Bücher mag. Zwar habe ich ein, zwei kleine Kritikpunkte, aber die Geschichte von Ruby und James hat mich mitgerissen und ich freue mich schon sehr auf Band zwei, der im Mai im LYX-Verlag erscheinen wird. Von mir gibt es vier Sterne.

Veröffentlicht am 02.11.2017

Poetischer Wortzauber ohne roten Faden

Bird and Sword
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Vorab möchte ich mich herzlich beim LYX-Verlag und dem Team der Lesejury bedanken, dass ich an der Leserunde zu „Bird and Sword“ teilnehmen durfte. Ich habe es sehr genossen mich mit den anderen Lesern ...

Vorab möchte ich mich herzlich beim LYX-Verlag und dem Team der Lesejury bedanken, dass ich an der Leserunde zu „Bird and Sword“ teilnehmen durfte. Ich habe es sehr genossen mich mit den anderen Lesern auszutauschen.

Von der Autorin Amy Harmon hatte ich schon viel gehört, aber noch nie etwas gelesen. Umso gespannter war ich nun als ich den Auftaktband der neuen Reihe von ihr in den Händen hielt und konnte es nicht erwarten mit dem Lesen anzufangen.

„Ihm hatte man jedes Wort gegeben, das er brauchte, mir aber hatte man jedes Wort genommen. Ich wollte sie wiederhaben. Alle.“ S. 76

In diesem romantischen Fantasy Buch muss die Protagonistin Lark als kleines Mädchen mit ansehen, wie ihre Mutter vom König des Landes Jeru hingerichtet wird. Während ihres letzten Atemzugs verflucht sie den König und seinen Sohn und nimmt Lark ihre Stimme und somit auch die Macht der Worte, die in Lark wohnt.
Jahre später ist der Sohn des damaligen Königs an der Macht und kommt an den Hof von Lord Corvyn, Larks Vater, um ihn daran zu erinnern, dass er die Pflicht hat das Land und seinen König im Kampf gegen die Volgar, diese grausamen Kreaturen, zu unterstützen. Damit Lord Corvyn seine Pflicht auch wirklich erfüllt, nimmt König Tiras Lark als Pfand und Geisel mit auf sein Schloss, wo sie in einen Turm gesperrt wird. Lark ist seit dem Tod ihrer Mutter stumm und hat nie wieder ein Wort über die Lippen gebracht. Da sie jedoch auch nicht lesen und schreiben kann, kann sie sich nicht verständigen. Tiras ist gar nicht so kaltherzig wie er sich nach außen gibt und öffnet sich Lark Stück für Stück. Er bringt ihr das Lesen und Schreiben bei und bald wird klar, dass Lark mehr für Tiras ist, als eine bloße Gefangene.

Da Lark stumm ist, nimmt sie ihre Umgebung und die Menschen auf eine ganz andere intensive und interessante Weise wahr. Sie hat eine empathische Verbindung zur Natur und den Tieren und ist eine sehr gutmütige Person, obwohl man ihr nicht immer wohlgesonnen ist.
Weil sie nicht auf die Weise kommunizieren kann wie andere Menschen hält man sie für einfältig und dumm, doch das genaue Gegenteil ist der Fall - Lark ist wissbegierig und willensstark.
Dadurch, dass die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht der stummen Lark geschildert ist, hatte ich viele innere Monologe erwartet, aber diese sind weitestgehend nicht vorhanden.
Auch, wenn Lark eine sehr angenehme Persönlichkeit ist, konnte ich mich die meiste Zeit leider nicht mit ihr identifizieren oder mit ihr mitfühlen und manche ihrer Handlungen auch nicht nachvollziehen. Obwohl sie eine starke Persönlichkeit hat, wirkt sie teilweise sehr passiv und macht einfach das, was ihr befohlen wird.

„Ich streifte mit den Fingerspitzen über die Raue Rinde eines Baumes und spürte, wie er mich grüßte, obwohl es mehr eine Empfindung als ein Wort war.“ S. 22

Ich habe lange gebraucht im mit König Tiras einigermaßen warm zu werden. Er ist zu Anfang sehr egozentrisch und kühl. Lark soll ihm du Diensten sein und zu gefallen haben, da er der König ist und das hat ihn mir sehr unsympathisch gemacht. Seine Handlungen zeigen immer wieder, dass er zwischen seiner anscheinenden Zuneigung zu Lark und seinen Pflichten als König hin und her schwankt. Man hat lange das Gefühl, dass er Lark nur für seine Zwecke und zu seinem Vorteil benutzt und sie ausnutzt.
Die Liebesgeschichte zwischen Lark und Tiras wird immer mal wieder angedeutet, doch ein richtiges Knistern konnte ich nicht spüren.

„Ich redete mir ein, dass Tiras mir nichts bedeutete, sein Leid mich nichts anging. Seltsamerweise war er jedoch inzwischen eine Art Retter für mich geworden, denn er eröffnete mir neue Welten, obwohl er mich einsperrte.“ S.133

Insgesamt spielt die Magie der Worte und was für eine Macht Worte haben können in diesem Buch auf verschiedenste Weisen eine Rolle. Amy Harmon spielt hier auf eine faszinierende Weise mit Worten und deren Bedeutung, was mir gut gefallen hat.
Der Schreibstil von Amy Harmon ist sehr bildhaft und poetisch - vieles wird in einfachen kleinen Sätzen erklärt. Und doch fehlten mir oft detaillierte Beschreibungen der Landschaften, Orte oder auch der Figuren und der dazugehörige nötige Tiefgang. Viele emotionale und meiner Meinung auch wichtige Szenen werden mit ein paar Sätzen abgetan, die eigentlich mehrerer Seiten bedurft hätten. Auch werden einige Male große Zeitspannen in einen Satz gepackt obwohl es sehr interessant und wahrscheinlich auch wichtig gewesen wäre, was in genau diesen Zeitspannen passiert. Konflikte spitzen sich kaum zu, weshalb sich über die gesamte Handlung kein richtiger Spannungsbogen aufbauen kann.

Es gibt viele Dinge, die mir einfach gefehlt haben: Hintergrundinformationen zum Land und der Geschichte von Jeru und der anderen Ländereien, Tiefgang in der Beziehung zwischen Tiras und Lark, die Authentizität der Protagonisten und Nebencharaktere und an vielen Stellen die Emotionalität, die bei vielen Szenen dazugehören sollte. Manche Dinge waren einfach zu vorhersehbar, was der Geschichte einen Abbruch tut.

Leider muss ich sagen, dass ich insgesamt enttäuscht von „Bird and Sword“ bin. Der Anfang des Buches war wirklich sehr gut und hat mich mitgerissen, doch ab ungefähr einem Drittel des Buches konnte ich keinen richtigen roten Faden mehr erkennen und es hat mich nicht weiter gepackt.
Die Idee von einer stummen Protagonistin mit magischen Fähigkeiten und der Macht der Worte, die sich ihren Weg erkämpfen muss, ist eine ganz wunderbare Idee, die viel Potenzial hat, meiner Meinung nach aber nicht richtig umgesetzt wurde.

Fazit:

Der Auftaktband „Bird and Sword“ von Amy Harmon hat mich zu Anfang sehr fasziniert, doch ab einem bestimmten Punkt konnte mich die Handlung nicht mehr fesseln. Mir fehlte teilweise der rote Faden und die Charaktere hatten meiner Meinung nach nicht genug Tiefgang. Die Idee einer stummen Protagonistin, die Macht über Worte und Magie hat finde ich absolut faszinierend, konnte meiner Meinung nach nicht richtig umgesetzt werden und hätte mehr ausgebaut werden müssen.
Ich habe den teilweise einfachen, aber sehr poetischen Schreibstils von Amy Harmon genossen, aber auch viele Kritikpunkte. Deshalb gebe ich an dieser Stelle nur 2 ½ Sterne.

Veröffentlicht am 13.08.2018

Genial einfach kochen

Tasty
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+Rezensionsexemplar+

Bereits im Dezember letzten Jahres ist die Originalausgabe des Tasty Kochbuchs mit dem Titel Tasty – latest & greatest erschienen. Im Juli 2018 war nun endlich soweit! Unter dem Titel ...

+Rezensionsexemplar+

Bereits im Dezember letzten Jahres ist die Originalausgabe des Tasty Kochbuchs mit dem Titel Tasty – latest & greatest erschienen. Im Juli 2018 war nun endlich soweit! Unter dem Titel Tasty – Das Original – Genial einfach kochen mit den beliebtesten Tasty-Rezepten wurde das Kochbuch im Verlag Südwest in deutscher Sprache veröffentlicht und das große Kochen konnte beginnen.

Eigentlich jeder, der gerne kocht (also mich eingeschlossen), kennt sie: die Tasty-Videos von Buzz-Feed, in denen schnell und einfache Rezepte für die tägliche Anwendung in zwei bis drei Minuten Clips gezeigt werden. Erst gab es diese nur auf Englisch, aber schnell wurden diese Videos mit Untertiteln in vielen verschiedenen Sprachen versehen, so z.B. auch deutsch, spanisch oder japanisch. Auf der Website werden immer noch neue Rezepte präsentiert und abgefahrene, sowie leichte Speisen vorgestellt. Werft doch selbst einmal einen Blick drauf: https://tasty.co/

Als das Buch auf Englisch erschien, war ich kurz davor es mir zu kaufen. Von den vielen Videos, die ich gesehen habe, habe ich viele verschiedene Rezepte ausprobiert, mir umständlich alle Zutaten und Schritte aufgeschrieben, indem ich die Videos immer wieder angehalten habe. Doch der Hauptgrund, warum ich mir das Buch dann doch nicht geholt habe, war, dass ich es zu umständlich fand alle amerikanischen Maßeinheiten (lbs, oz) ins „Deutsche“ (kg, ml) zu übersetzen. Also habe ich es dann gelassen. Umso glücklicher war ich nun, als es hieß, dass das Tasty-Buch nun auch auf Deutsch herausgebracht wird – und somit auch mit den landestypischen Maßeinheiten!

Zuallererst besticht das Buch durch sein buntes und flippiges Cover und springt einem sofort ins Auge. Es ist genau, wie der Inhalt frisch und jung gehalten. Man merkt gleich, dass es auf jung oder jung gebliebenes Publikum ausgerichtet ist, denn im Vorwort und in der Einführung wird mehrmals erwähnt, dass man gerne in Gesellschaft kochen soll und nicht nur sein Essen fotografieren sollte, um es dann auf bspw. Instagram zu posten.

Der Inhalt ist eingeteilt in neun Kapitel (Party / Landküche / Süßes / Klassiker / Vegetarisch / Die Besten / Aus aller Welt / Trendiges / Bälle & Ringe) und enthält für jeden etwas Passendes. Am Anfang eines jeden Kapitels wird noch einmal aufgelistet, welche Rezepte alle in diesem Kapitel gezeigt werden, was die Orientierung vereinfacht. Genauso gibt es am Ende des Buches auch noch ein Register, falls man ein ganz bestimmtes Rezept schnell finden möchte.

Die meisten Zutaten in den Rezepten sind in jedem Supermarkt einfach zu erwerben oder bereits im Haushalt zu finden. Nur bei einigen benötigt man spezielle Geräte, die wahrscheinlich nicht jeder zu Hause hat, wie z.B. eine Eismaschine. Natürlich habe ich schon ein paar Rezepte ausprobiert, darunter z.B. das Schokoladeneis, das mit nur drei Zutaten hergestellt werden kann und das ganze ohne Eismaschine! Ebenso ausprobiert habe ich mich am Ratatouille und am Hühnchen Tikka Masala. Die einzelnen Schritte sind einfach, kurz und bündig erklärt und alles ist leicht nachzukochen. Was mich lediglich zu Beginn etwas irritiert hat, ist die Auflistung der Zutaten. Es werden nicht einfach nur die einzelnen Zutaten aufgelistet, die man für das Gericht benötigt, sondern auch, in welchem Zustand sich diese befinden müssen. Z.B. Zwiebel, gewürfelt – Hähnchen, gebraten und zerkleinert. Somit werden viele Schritte im eigentlichen Text nicht mehr beschrieben, sondern schon in dieser Auflistung abgehandelt. Das spart Wörter und Seitenzahlen, bedeutet aber auch, dass man als Koch etwas Vorarbeit leisten muss, bevor man sich dem Text widmen kann.

Dass in manchen Rezepten Fertigprodukte in der Zutatenliste auftauchen, hat mich etwas gestört. Wenn ich koche, dann möchte ich persönlich wenige bis gar keine Fertigprodukte verwenden, weil ich meinem Körper etwas Gutes tun möchte und zudem wissen möchte, was alles in meinem fertigen Gericht drin ist. Dennoch tauchen in einigen Zutatenlisten z.B. Fertigteige auf, obwohl man einen Kuchen- oder Keksteig auch ganz einfach selbst machen kann. Geschuldet ist dies wahrscheinlich dem amerikanischen Einfluss und dem Umstand, dass das Essen schnell fertig sein soll. Auch fehlt bei ausnahmslos allen Rezepten eine Nährwerttabelle (Fett-, Kohlenhydrate-Anteil, etc.) und auch eine Zeitangabe, wie lange die Zubereitung des Gerichtes in Anspruch nehmen wird.

Passend zu den meisten (leider nicht alle) Rezepten gibt es ein farblich poppiges Foto der fertigen Speise, das Lust darauf macht gleich in die Küche zu rennen und alles Mögliche zu zaubern. Wirklich hilfreich sind auch einige illustrative Anleitungen, bei der mit Fotos Schritt für Schritt gezeigt wird, wie etwas zuzubereiten ist.

Fazit:

Tasty – Das Original fasst die beliebtesten Tasty-Rezepte aller Zeiten in einem Buch zusammen und besticht mit bunten Bildern, einfachen und originellen Rezepten und einem jugendlichen Charme. Wer mal etwas anderes als „das Übliche“ auf den Tisch zaubern, zusammen mit Freunden kochen oder seine Gäste beeindrucken möchte, der gerät hier an das richtige Buch. Man bekommt richtig Lust gleich in der Küche loszulegen. Lediglich einen kleinen Abzug gibt es bei mir, da mir einige grundsätzliche Informationen gefehlt haben. 4 Schmetterlinge!