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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2017

Ein Muss für jeden Fantasy-Fan

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
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Dieses wunderbare Buch entführt uns die geheimnisvolle Welt von Paramythia.

Sam ist ein Dieb, doch er möchte keiner mehr sein. Am Anfang der Geschichte erledigt er seinen letzten Raubzug und kehrt seinem ...

Dieses wunderbare Buch entführt uns die geheimnisvolle Welt von Paramythia.



Sam ist ein Dieb, doch er möchte keiner mehr sein. Am Anfang der Geschichte erledigt er seinen letzten Raubzug und kehrt seinem alten Leben dann den Rücken. Er möchte gerne in der Garde des Weißen Königs dienen, der über die Stadt Mythia herrscht. Durch eine List gelingt es ihm unter einem falschen Namen als Soldat angenommen zu werden. Er wird jedoch nicht wie erhofft der Truppe zugewiesen, die den Weißen König beschützt, sondern nach Paramythia geschickt. Paramythia ist die Stadt der Bücher, die unterhalb der Erdoberfläche unter dem Palast liegt und so groß sein soll wie Mythia selbst, vielleicht sogar noch größer. Dort soll Sam das Marduk-Tor bewachen, welches in das Herz Paramythias führt.
Sam denkt, dass er dort vor Langeweile sterben wird, denn was soll schon groß passieren, zwischen den abertausenden von Büchern? Aber das Gegenteil tritt ein und schon sehr bald läuft er magischen Wesen über den Weg, die nicht alle freundlich gesinnt sind, und entdeckt große Geheimnisse, die er zu lösen versucht. Dort lernt er viele neue Personen kennen, die ihm dabei helfen und zur Seite stehen und so nimmt die Geschichte voller Abenteuer, Gefahren, Kämpfe, Fluchten und Magie ihren Lauf.

Sam, mit vollem Namen Samir, war mir von Anfang an sehr sympathisch. Durch ein Ereignis in der Vergangenheit möchte er nicht mehr zu der Diebesbande gehören, die bis dato seine Familie war. Er hat sich ein anderes Leben für sich vorgestellt und lässt sein altes hinter sich. Das hat mir sehr imponiert, denn man selbst möchte manchmal auch gerne einfach alles hinter sich lassen und ganz von vorne anfangen. Es erfordert sehr viel Mut dies zu tun und es hat mir gefallen, dass Sam diesen Schritt gemacht hat. Dabei ist er sich selbst manchmal aber doch nicht so sicher ob er sein altes Leben als Dieb komplett ablegen kann. Insgesamt kam er mir sehr zielstrebig vor, neugierig, unerschrocken und seinen wenigen neu gewonnenen Freunden gegenüber loyal. Ich habe ihn im Laufe der Geschichte sehr ins Herz geschlossen.

„Kaum drei Tag in Scharlachrot, und du weißt nicht mehr, was du bist, Sam, schalt er sich. Ein Wächter oder ein Dieb? Vielleicht keines von beidem“ S. 147

Durch einen Zufall begegnet er der Dienerin Kani, die er erst für einen Feind hält. Doch schnell wird klar, dass beide dem Rätsel der Bücherstadt auf den Grund gehen wollen, stellen sich den Gefahren ab da gemeinsam und erleben ein großes Abenteuer. Sie entdecken viele Geheimnisse und können auch einige davon lüften, doch auch viele Fragen bleiben offen, die hoffentlich in den beiden Folgebänden beantwortet werden.

„Ein Dieb, eine belesene Dienerin und ein Büchernarr, die es zusammen mit einer Gruppe tödlicher Fabelwesen aufnehmen wollten.“ S. 313

Kani hat leider, obwohl sie auch Protagonistin ist, eine etwas eher zurückhaltende Rolle erhalten und stand nicht so im Vordergrund wie Sam. Auch andere Charaktere nehmen leider eine etwas kleinere Rolle ein und rücken in den Hintergrund, obwohl sie wichtig für den Verlauf der Geschichte sind. Das fand ich sehr schade und hoffe, dass sich das im zweiten Band ändern wird. Auch Kani und manch andere Charaktere sind leider nicht so tiefgängig und auch nicht so facettenreich, doch trotzdem authentisch, dargestellt.

Das Buch liest sich flüssig und leicht weg, auch wenn meiner Meinung nach immer mal wieder ein paar Wiederholungen in der Wortwahl vorkamen.
Man wird durch den bildhaften und illustrativen Schreibstil von Akram El-Bahay in die Welt von Paramythia gezogen. Zwischendurch meinte ich wirklich in mitten der riesigen Bücherhallen und -gänge in der unterirdischen Bibliothek zu stehen, den Geruch von altem Papier in der Nase zu haben und das Flüstern der Buchseiten zu hören. Die orientalischen Einflüsse, die Akram El-Bahay verwendet hat, lassen die Geschichte um Mythia und die Bücherstadt noch mystischer und märchenhafter wirken. Ich wurde verzaubert und mitten in die magische Welt der Bücherstadt gerissen.

„Sam hatte das Gefühl, er würde sich im Inneren eines gewaltigen Tieres mit einem Herz aus Papier befinden. Ein Herz, dessen Schlag aus dem Rascheln von Buchseiten bestand.“ S.29

Das Cover hat mir von Anfang an sehr gefallen. Es wirkt überaus geheimnisvoll und auch ein wenig düster. Es verspricht zudem eine spannende Abenteuergeschichte mit reichlich Mysterien und Gefahren. Und genau das erhält man beim Lesen. Auch finde ich es sehr schön, dass am Ende des Buches eine Verbindung zum Cover hergestellt wird und erklärt wird warum das Buch, das dort abgebildet ist, so aussieht wie es aussieht.

Vielen Dank an diesem Punkt an den Bastei-Lübbe Verlag und das Team der Lesejury, dass ich die Möglichkeit bekommen habe dieses Buch im Rahmen der Leserunde lesen zu dürfen! Es hat sehr viel Spaß gemacht sich mit den anderen Lesern auszutauschen und zu spekulieren!

Fazit:

Der Auftaktband der neuen Trilogie von Akram El-Bahay ist ein Muss für jeden Fantasy-Fan.
Man wird ab Seite eins in eine mystische Welt voller Abenteuer und Gefahren (und natürlich Bücher ) gezogen, die einen sehr lange nicht mehr loslässt. Auch wenn mir ein zwei Dinge nicht so gefallen haben, empfehle ich dieses Buch sehr gerne weiter und warte gespannt darauf, dass die beiden Folgebände erscheinen werden. Von mir erhält „Bücherstadt – Die Bibliothek der flüsternden Schatten 4 Sterne.

Veröffentlicht am 02.11.2017

Poetischer Wortzauber ohne roten Faden

Bird and Sword
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Vorab möchte ich mich herzlich beim LYX-Verlag und dem Team der Lesejury bedanken, dass ich an der Leserunde zu „Bird and Sword“ teilnehmen durfte. Ich habe es sehr genossen mich mit den anderen Lesern ...

Vorab möchte ich mich herzlich beim LYX-Verlag und dem Team der Lesejury bedanken, dass ich an der Leserunde zu „Bird and Sword“ teilnehmen durfte. Ich habe es sehr genossen mich mit den anderen Lesern auszutauschen.

Von der Autorin Amy Harmon hatte ich schon viel gehört, aber noch nie etwas gelesen. Umso gespannter war ich nun als ich den Auftaktband der neuen Reihe von ihr in den Händen hielt und konnte es nicht erwarten mit dem Lesen anzufangen.

„Ihm hatte man jedes Wort gegeben, das er brauchte, mir aber hatte man jedes Wort genommen. Ich wollte sie wiederhaben. Alle.“ S. 76

In diesem romantischen Fantasy Buch muss die Protagonistin Lark als kleines Mädchen mit ansehen, wie ihre Mutter vom König des Landes Jeru hingerichtet wird. Während ihres letzten Atemzugs verflucht sie den König und seinen Sohn und nimmt Lark ihre Stimme und somit auch die Macht der Worte, die in Lark wohnt.
Jahre später ist der Sohn des damaligen Königs an der Macht und kommt an den Hof von Lord Corvyn, Larks Vater, um ihn daran zu erinnern, dass er die Pflicht hat das Land und seinen König im Kampf gegen die Volgar, diese grausamen Kreaturen, zu unterstützen. Damit Lord Corvyn seine Pflicht auch wirklich erfüllt, nimmt König Tiras Lark als Pfand und Geisel mit auf sein Schloss, wo sie in einen Turm gesperrt wird. Lark ist seit dem Tod ihrer Mutter stumm und hat nie wieder ein Wort über die Lippen gebracht. Da sie jedoch auch nicht lesen und schreiben kann, kann sie sich nicht verständigen. Tiras ist gar nicht so kaltherzig wie er sich nach außen gibt und öffnet sich Lark Stück für Stück. Er bringt ihr das Lesen und Schreiben bei und bald wird klar, dass Lark mehr für Tiras ist, als eine bloße Gefangene.

Da Lark stumm ist, nimmt sie ihre Umgebung und die Menschen auf eine ganz andere intensive und interessante Weise wahr. Sie hat eine empathische Verbindung zur Natur und den Tieren und ist eine sehr gutmütige Person, obwohl man ihr nicht immer wohlgesonnen ist.
Weil sie nicht auf die Weise kommunizieren kann wie andere Menschen hält man sie für einfältig und dumm, doch das genaue Gegenteil ist der Fall - Lark ist wissbegierig und willensstark.
Dadurch, dass die Geschichte in der Ich-Perspektive aus Sicht der stummen Lark geschildert ist, hatte ich viele innere Monologe erwartet, aber diese sind weitestgehend nicht vorhanden.
Auch, wenn Lark eine sehr angenehme Persönlichkeit ist, konnte ich mich die meiste Zeit leider nicht mit ihr identifizieren oder mit ihr mitfühlen und manche ihrer Handlungen auch nicht nachvollziehen. Obwohl sie eine starke Persönlichkeit hat, wirkt sie teilweise sehr passiv und macht einfach das, was ihr befohlen wird.

„Ich streifte mit den Fingerspitzen über die Raue Rinde eines Baumes und spürte, wie er mich grüßte, obwohl es mehr eine Empfindung als ein Wort war.“ S. 22

Ich habe lange gebraucht im mit König Tiras einigermaßen warm zu werden. Er ist zu Anfang sehr egozentrisch und kühl. Lark soll ihm du Diensten sein und zu gefallen haben, da er der König ist und das hat ihn mir sehr unsympathisch gemacht. Seine Handlungen zeigen immer wieder, dass er zwischen seiner anscheinenden Zuneigung zu Lark und seinen Pflichten als König hin und her schwankt. Man hat lange das Gefühl, dass er Lark nur für seine Zwecke und zu seinem Vorteil benutzt und sie ausnutzt.
Die Liebesgeschichte zwischen Lark und Tiras wird immer mal wieder angedeutet, doch ein richtiges Knistern konnte ich nicht spüren.

„Ich redete mir ein, dass Tiras mir nichts bedeutete, sein Leid mich nichts anging. Seltsamerweise war er jedoch inzwischen eine Art Retter für mich geworden, denn er eröffnete mir neue Welten, obwohl er mich einsperrte.“ S.133

Insgesamt spielt die Magie der Worte und was für eine Macht Worte haben können in diesem Buch auf verschiedenste Weisen eine Rolle. Amy Harmon spielt hier auf eine faszinierende Weise mit Worten und deren Bedeutung, was mir gut gefallen hat.
Der Schreibstil von Amy Harmon ist sehr bildhaft und poetisch - vieles wird in einfachen kleinen Sätzen erklärt. Und doch fehlten mir oft detaillierte Beschreibungen der Landschaften, Orte oder auch der Figuren und der dazugehörige nötige Tiefgang. Viele emotionale und meiner Meinung auch wichtige Szenen werden mit ein paar Sätzen abgetan, die eigentlich mehrerer Seiten bedurft hätten. Auch werden einige Male große Zeitspannen in einen Satz gepackt obwohl es sehr interessant und wahrscheinlich auch wichtig gewesen wäre, was in genau diesen Zeitspannen passiert. Konflikte spitzen sich kaum zu, weshalb sich über die gesamte Handlung kein richtiger Spannungsbogen aufbauen kann.

Es gibt viele Dinge, die mir einfach gefehlt haben: Hintergrundinformationen zum Land und der Geschichte von Jeru und der anderen Ländereien, Tiefgang in der Beziehung zwischen Tiras und Lark, die Authentizität der Protagonisten und Nebencharaktere und an vielen Stellen die Emotionalität, die bei vielen Szenen dazugehören sollte. Manche Dinge waren einfach zu vorhersehbar, was der Geschichte einen Abbruch tut.

Leider muss ich sagen, dass ich insgesamt enttäuscht von „Bird and Sword“ bin. Der Anfang des Buches war wirklich sehr gut und hat mich mitgerissen, doch ab ungefähr einem Drittel des Buches konnte ich keinen richtigen roten Faden mehr erkennen und es hat mich nicht weiter gepackt.
Die Idee von einer stummen Protagonistin mit magischen Fähigkeiten und der Macht der Worte, die sich ihren Weg erkämpfen muss, ist eine ganz wunderbare Idee, die viel Potenzial hat, meiner Meinung nach aber nicht richtig umgesetzt wurde.

Fazit:

Der Auftaktband „Bird and Sword“ von Amy Harmon hat mich zu Anfang sehr fasziniert, doch ab einem bestimmten Punkt konnte mich die Handlung nicht mehr fesseln. Mir fehlte teilweise der rote Faden und die Charaktere hatten meiner Meinung nach nicht genug Tiefgang. Die Idee einer stummen Protagonistin, die Macht über Worte und Magie hat finde ich absolut faszinierend, konnte meiner Meinung nach nicht richtig umgesetzt werden und hätte mehr ausgebaut werden müssen.
Ich habe den teilweise einfachen, aber sehr poetischen Schreibstils von Amy Harmon genossen, aber auch viele Kritikpunkte. Deshalb gebe ich an dieser Stelle nur 2 ½ Sterne.

Veröffentlicht am 24.11.2017

eine Reihe zum Verlieben!

Feel Again
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Die Bücher von Mona Kasten habe ich das allererste Mal auf einer Buchmesse wahrgenommen und dort wurden mir ihre Bücher auch von vielen anderen Besuchern empfohlen. Und so habe ich mich gleich an den ersten ...

Die Bücher von Mona Kasten habe ich das allererste Mal auf einer Buchmesse wahrgenommen und dort wurden mir ihre Bücher auch von vielen anderen Besuchern empfohlen. Und so habe ich mich gleich an den ersten Band der again-Reihe gemacht, der nur so dahinflog, genau wie der zweite auch. „feel again“ ist leider schon der Abschluss der Trilogie und ist so ganz anders als seine beiden Vorgänger und so unbeschreiblich einzigartig wunderbar.

Im letzten Band der Trilogie geht es um Sawyer und Issac, die wir schon kurz in „begin again“ und “trust again“ kennenlernen durften. Isaac Grant ist ein schüchterner Good-Guy, dem es an Selbstbewusstsein mangelt. Als Sawyer auf einer Party mitbekommt, dass ein paar Mädels sich über Issacs Unerfahrenheit lustig machen, hat sie Mitleid mit ihm und küsst ihn spontan um die Mädels damit zum Schweigen zu bringen. Dabei kommt ihr eine grandiose Idee: Sie würde Isaac im Umgang mit Frauen helfen und dafür dürfte sie alles für Ihr Abschlussprojekt für ihren Fotografie-Kurs dokumentieren. Und obwohl die Beiden unterschiedlicher nicht sein könnten, lässt sich Isaac ohne Vorurteile auf dieses Projekt, und damit auf das Bad-Girl Sawyer, ein. Doch bleibt es wirklich nur ein Projekt?

„Bevor ich Isaac kennengelernt hatte, war es mir so einfach gefallen, meine Gefühle zu verdrängen. Nichts zu fühlen. Doch seit einer Weile schien das nicht mehr zu funktionieren.“ S. 228

Ich muss ja zugeben, dass mir Sawyer in den ersten beiden Bänden überhaupt nicht sympathisch war. Im ersten schon mal gar nicht und im zweiten dann schon ein bisschen mehr und nun hat sich das Bild über sie, das ich hatte, komplett gewandelt, was bestimmt auch genau so von Mona beabsichtigt war.
Sawyer ist eine starke Person, gibt sich nach außen ziemlich kühl und unnahbar und hat Probleme damit Gefühle zuzulassen - sie hat sie regelrecht in sich begraben. Ich finde es enorm, welche Entwicklung sie währen der gesamten Handlung durchmacht. Besonders schön ist, dass sie sich nicht kontinuierlich positiv entwickelt, sondern immer wieder kleine und große Rückschläge hat, so wie es wahren Leben nun auch einmal ist. Nach und nach muss Sawyer lernen, dass es Personen in ihrem Leben gibt, denen etwas an ihr liegt und die ohne böse Hintergedanken etwas mit ihr zu tun haben wollen.

„Wie lächerlich, zu glauben, dass ich für jemanden mehr als eine schnelle Nummer für eine Nacht sein könnte.“ S. 200

Isaac ist mir richtig ans Herz gewachsen. Er ist ein total schüchterner und verunsicherter Typ, dem es am Anfang gewaltig an Selbstbewusstsein fehlt. Mit seinem morbidem Kleidungsstil und seiner Nerd-Brille ist er nicht gerade der Innbegriff von Coolness… Ich habe es richtig genossen seine Geschichte zu lesen und zu erfahren warum er so ist, wie er ist. Es ist richtig rührend, wie er sich um seine Familie und andere kümmert, doch wenn ich jetzt weiter schreibe, würde ich da auch zu viel verraten.

Dies ist keine typische Liebesgeschichte, wie man sie sonst kennt. Hier sprühen nicht von Anfang an die Funken und beide Protagonisten schleichen auch nicht umeinander herum, bis sie schließlich doch zueinander finden. Hier treffen zwei vollkommen unterschiedliche Charaktere aufeinander. Alles fängt eher mit einer Freundschaft an und die beiden nähern sich einander ganz langsam an. Zwischendurch kommt es immer wieder zu Turbulenzen und auch sehr großen Problemen, die es zu lösen und zu umschiffen gilt. Es war richtig schön zu sehen, wie Issac und Sawyer sich gemeinsam auf so unterschiedliche Weise entwickelt haben.
Natürlich kommen wir in Sachen „heiße Szenen“ auch wieder auf unsere Kosten, denn Mona versteht es diese mit ihrem illustrativen und angenehmen Schreibstil perfekt in die Handlung einzubauen, sodass man sich vieles genau vorstellen kann. Wie gewohnt wird die Geschichte auch dieses Mal wieder aus der Ich-Perspektive der Hauptprotagonistin, also Sawyer, erzählt.

„Ich war machtlos gegen das, was in mir auslöste. Gegen die Art, wie er mit mir sprach. Jedes Wort, das seine Lippen verließ, war ehrlich und unerträglich zärtlich.“ S. 298

Ein Thema, das in diesem Buch ganz groß geschrieben wird, ist auch in meinen Augen sehr wichtig und ich finde es total gut, wie schön Mona dieses Thema in „feel again“ eingearbeitet hat. Es ist wirklich so, dass wir Menschen oft schon ganz zu Anfang in eine Schublade stecken und sie dort auch nicht mehr herauskommen lassen. Das habe ich zu Anfang leider auch mit Sawyer getan und das tut mir leid. Denn wenn man die Geschichte einer Person nicht kennt hat man eigentlich auch kein Recht über sie zu urteilen. Denn auch darum geht es in diesem Buch - darum, dass jeder Mensch so ist, wie er ist, weil er bestimmte Dinge erlebt hat und darum, dass man nicht mit Vorurteilen durch die Welt gehen sollte. Jeder ist anders und gut so, wie er ist. Das regt zum Nachdenken darüber an, ob man nicht vielleicht sein eigene Denkweise und sein eigenes Verhalten überdenken und ändern sollte.
Besonders in diesem Zusammenhang hat mir ein Satz der Widmung am Anfang des Buches gefallen. Sie ging mir mitten ins Herz:

„Für alle, die nicht das sind, was man über sie sagt.“

„feel again“ hat mich wieder ab dem ersten Buchstaben total gefesselt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Die Geschichte um Isaac und Sawyer ist so unendlich schön und ergreifend und hat mir das ein um andere Mal Tränen in die Augen und Gänsehaut auf die Arme getrieben und ich bin unendlich traurig, dass die Reihe mit diesem Buch ihr Ende gefunden hat. Das Cover ist, wie bei den letzten Bänden auch, wieder ein Traum und sieht in meinem Regal ganz wunderbar aus!

Fazit:

„feel again“ flog nur so dahin und ich konnte es kaum aus den Händen legen. Es ist zwar nicht mein Lieblingsteil, das ist und bleibt „trust again“, aber die Geschichte von Isaac und Sawyer ist so herzzerreißend schön und so komplett anders, als andere Liebensgeschichten. Und das ist genau das, was mir so wahnsinnig gut gefallen hat! Das Buch fesselte mich, hat mein Herz höher Hüpfen lassen, mir Tränen in die Augen getrieben und zum Nachdenken angeregt. Ich habe mein Herz an die „again-Reihe“ verloren und empfehle jedem diese Reihe auch zu lesen. Ich garantiere euch – ihr werdet euch verlieben! Aus diesem Grund kann ich auch nichts anderes vergeben als 5 Sterne.

Veröffentlicht am 18.11.2017

netter Auftakt, aber viel zu kurz

Diamond Men - Versuchung pur! Mr. Monday
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Tess Canyon hat ein Vorstellungsgespräch bei Daimond Enterprises. Um das Unternehmen von innen heraus zu zerschlagen, möchte Tess unbedingt die freie Stelle zur Assistenz der Geschäftsführung haben, auf ...

Tess Canyon hat ein Vorstellungsgespräch bei Daimond Enterprises. Um das Unternehmen von innen heraus zu zerschlagen, möchte Tess unbedingt die freie Stelle zur Assistenz der Geschäftsführung haben, auf die sie sich beworben hat. Seit Jahren bereitet sie Ihre Rache schon vor und hat deswegen ihre gut bezahlte Stelle als Bibliothekarin aufgegeben. Ihrem Vater, der früher bei Daimond Enterprises angestellt gewesen ist, wurde dort übel mitgespielt und nun hat Tess endlich eine reelle Chance sich deswegen zu rächen.
Doch das Bewerbungsgespräch läuft so ganz anders ab, als gedacht und Tess soll sich an sieben Tagen sieben verschiedenen Prüfungen unterziehen. Wäre das nicht schon schlimm genug, kommt noch hinzu, dass ein äußert attraktiver Unbekannter sie bei dem Bewerbungsgespräch begleitet und mehr ein einmal deutlich ablenkt.

Es ist nicht gerade einfach ein Buch zu bewerten, das gerade einmal knapp 50 Seiten hat – wenn das überhaupt als Buch bezeichnet werden darf. „Mr Monday“ ist der Auftakt einer Serie von sieben Bänden und dieser hier gibt nur einen knappen Einblick in die Welt von Tess.
Man erfährt ein wenig über die Motive ihrer Rache und warum sie ihr ganzes Leben danach ausgerichtet ihren Vater zu rächen. Wobei es mich ein wenig gestört hat, dass so oft auf diesen paar Seiten erwähnt wird, warum Tess all das macht und warum sie so wütend ist. Ein bisschen weniger hätte es vielleicht auch getan.
Wir erleben den ersten Tag des „Bewerbungsgespräches“ mit. Dabei ist die ganze Zeit „Mr. Umwerfend“- der überaus attraktive, sexy Unbekannte – wie Tess ihn getauft hat. Sie fühlt sich sehr zu ihm hingezogen und viele unanständige Gedanken kreisen um ihn, aber es passiert noch rein gar nichts in diesem Band. Manche mag das enttäuschen, doch die Handlung muss sich meiner Meinung nach erst langsam aufbauen, was bei 50 Seiten einfach nicht möglich ist. In „Mr Tuesday“ wird es vielleicht schon etwas heißer zugehen.

Die gesamte Handlung wird aus der Sicht von Tess in der Ich-Perspektive erzählt, was mir gut gefallen hat, da man so immer einen direkten Einblick in die Gefühlswelt der Protagonistin erhält. Dennoch hat mir irgendetwas gefehlt und der Funke ist nicht ganz übergesprungen.


Fazit:

Insgesamt war „Mr Monday“ ganz unterhaltsam, aber es liest sich eher wie ein Kapitel zur Einführung in die Geschichte und war mir persönlich viel zu kurz.
Dennoch reizt es mich weiter zu lesen und ich bin gespannt wie Tess ihre Rache durchführen wird und ob sie sich dabei zu sehr ablenken lässt, denn die Geschichte hat durchaus Potenzial. Deshalb gibt es erst einmal nur 3 Sterne von mir. Mal gucken ob mich die Folgebände mehr überzeugen können.

Veröffentlicht am 13.11.2017

wichtige Thematik – authentisch umgesetzt

Immer diese Herzscheiße
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„Immer diese Herzscheiße“ ist mein erstes Buch von Nana Rademacher. Als ich es das erste Mal in den Händen hielt, fand ich den Klappentext sehr ansprechend und ich dachte:“ Das solltest du vielleicht mal ...

„Immer diese Herzscheiße“ ist mein erstes Buch von Nana Rademacher. Als ich es das erste Mal in den Händen hielt, fand ich den Klappentext sehr ansprechend und ich dachte:“ Das solltest du vielleicht mal lesen, ist mal was anderes.“ Und außerdem trägt die Protagonistin den gleich Namen wie ich, das konnte nur etwas Gutes bedeuten!

Beim Verfassen der Rezension habe ich mich etwas schwer getan, weil „Immer diese Herzscheiße“ doch so anders ist, als die Bücher, die ich sonst so lese. Meistens haben diese nicht so einen ernsten Hintergrund und Klang und verarbeiten auch nicht ein so wichtiges Thema, über das in unserer Gesellschaft viel zu oft hinweggesehen wird.
Kinder sind unsere Zukunft, doch da, wo Sarah herkommt hat niemand eine richtige Zukunft.
Sarah ist 15 und lebt bei ihren Großeltern in Stuttgart Hallschlag, einem der miesesten Wohnviertel überhaupt. Dort, wo niemand sein will, aber auch niemand je weg kommt. Sarah träumt von einer Karriere als Hartz IV Empfänger und Schwarzarbeiter, wenn sie die Schule abgebrochen hat. Was auch kein Wunder ist, wenn man sich ihr näheres Umfeld ansieht. Beeinflusst von einem kriminellen Freundeskreis und einigen Arbeits- und Obdachlosen lebt Sarah ein Leben ohne Ausflucht und Perspektive.

„… jeder kann ja eigentlich alles sein. Nur bei uns im Viertel eben nicht.“ S. 89

Doch dann wird sie von ihrem Deutschlehrer beim dealen erwischt. Von ihm erhält sie die Option bei einem Theaterprojekt mitzumachen oder sie wird der Schule verwiesen. Sarah bleibt nichts anderes übrig, als sich zu fügen, denn das möchte sie ihren Großeltern doch nicht antun. Und so begibt sie sich in eine ihr unbekannte Welt. Dort lernt sie Paul kennen und Sarah merkt, dass es vielleicht doch ein paar Dinge gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt.

Allein, wenn man sich das Cover schon anschaut, weiß man, was einen erwartet. Ein trotziges Teenager-Mädchen vor einer Graffiti-Wand - das kann nur Ärger und Probleme bedeuten.
Und genau so ist Sarah auch. Die Welt ist ihr total egal, denn sie hat ihr nichts zu bieten und ihren Freunden auch nicht. Der Tag besteht aus Schule schwänzen, klauen, trinken und Party machen.

Ich habe es noch nie erlebt, dass ein/e Autor/in sich so gut in die Gemütslage eines Teenagers hinein versetzten kann. Doch Nana Rademacher hat hier eine überaus authentische Hauptprotagonistin erschaffen, die den Leser aus der Ich-Perspektive ihre Sicht der Dinge auf die Welt sehen lässt. Die Autorin hat sich sehr gut in die Denkweise einer rebellierenden 15 –jährigen hinein versetzt, sodass ich Sarah teilweise sogar verstehen konnte. Ich bin schon lange aus dem Teenager-Alter raus und doch habe ich vieles gelesen, was mir in diesem Alter durch den Kopf gegangen ist.
Die meisten Romane und Erzählungen zu diesem Thema werden meist aus einer kalten Erzähler-Perspektive geschildert und die Problemkinder als schlecht und verloren dargestellt. Ich finde es schön, dass das in diesem Roman nicht der Fall ist und man eine andere Sicht auf die Dinge erhält.

„Das echte Leben ist eine einzige große Herzscheiße mit ein paar Eimern voller Glück.
Nur dass ich noch nie in einen reingestolpert war, sondern immer dran vorbeilief.“
S. 176

Was am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig war, ist, dass Sarahs Art zu sprechen sich im gesamten Text widerfindet. Wer mit Umgangssprache und dem Ghetto-Slang so seine Probleme hat, wird es schwer haben sich durch dieses Buch zu arbeiten.
Um das Gesamtpaket noch authentischer zumachen, wurde auf Rechtschreibfehler nicht verzichtet. Beim ersten Fehler, dachte ich noch, dass es sich um einen Flüchtigkeitsfehler seitens der Autorin oder des Lektorats handelt. Erst später habe ich festgestellt, dass das Absicht ist. Es sind absichtlich Rechtschreibfehler bei „Fremdwörtern“ oder Wörtern, die nicht Gegenstand des alltäglichen Sprachegebrauchs sind, in den Text eingebaut und „nach Gehör“ geschrieben worden. Das irritiert mich noch immer und ich empfand es als sehr störend. Auch weiß ich nicht, ob es so gut ist Rechtschreibfehler in einem Buch zu haben, welches eigentlich die Zielgruppe „junge Leser“ ansprechen soll. Gerade dann hätte ich im Grunde fehlerfreies Deutsch erwartet.

„Aus dem Gebüsch zog ich das Stück Wellblech und die beiden Stüroporstücke, die ich im Winter immer benutzte.“ S. 99

Und dennoch viel es mir nicht schwer in das Buch rein zu kommen. Ich kam mit dem ungewöhnlichen Schreibstil gut zurecht und konnte Kapitel für Kapitel schnell weg lesen. Das wird bestimmt nicht jeder so empfinden, aber man sollte sich deswegen nicht davon abschrecken lassen dieses Buch in die Hand zu nehmen. Ich fand „Immer diese Herzscheiße“ sehr unterhaltsam, an einigen Stellen humorvoll, aber es wird auch immer wieder ein ernster Ton angeschnitten um den Ernst der Lage zu verdeutlichen, in der sich die Hauptprotagonistin befindet.
Sarah ist mir schnell ans Herz gewachsen, denn man merkt ziemlich früh, dass sich hinter ihrer harten und gleichgültigen Fassade mehr verbirgt und sie im Grunde ein gutes Herz hat. Natürlich ist schwierig mal etwas anderes zu machen und aus seinen gewohnten Mustern auszubrechen, wenn man bei der kleinsten Veränderung von seinem Freundeskreis dafür kritisiert und heruntergemacht wird. Ich denke, viele werden sich hier wiedererkennen und mit Sarah identifizieren können.

Fazit:

Nana Rademacher hat es geschafft in „Immer diese Herzscheiße“ eine überaus authentische Protagonistin zu schaffen, die ihre Sicht der Dinge auf ihre nicht perfekte Welt schildert. Das Buch behandelt ein überaus wichtiges und ernstes Thema und regt zum Nachdenken an. Auch, wenn der Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig ist, kann ich jedem dieses Buch wärmstens empfehlen. Deshalb vergebe ich an dieser Stelle 4 ½ Sterne.