Profilbild von Schnuppe

Schnuppe

Lesejury Star
offline

Schnuppe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Schnuppe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2026

Benny´s Opa hat Demenz

Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank
0

In diesem Buch wird Kindern das Thema Demenz auf einfache und einfühlsame Art nahegebracht. Ben besucht seinen Opa regelmäßig jeden Mittwoch. An diesem Tag unternehmen sie gemeinsam immer schöne Sachen, ...

In diesem Buch wird Kindern das Thema Demenz auf einfache und einfühlsame Art nahegebracht. Ben besucht seinen Opa regelmäßig jeden Mittwoch. An diesem Tag unternehmen sie gemeinsam immer schöne Sachen, an die sich Ben gerne erinnert. In der letzten Zeit ist Opa jedoch anders, er stellt Dinge an die falschen Orte, isst Benny alle Gummibärchen weg, ist vergesslich und hat Wortfindungsschwierigkeiten, oft nennt er Dinge auch anders oder verändert deren Namen. Benny versucht zu helfen, aber manchmal wird Opa dann ärgerlich. Er wird nicht gerne verbessert, die blöde Demenz macht ihn wütend. Benny findet trotzdem einen Zugang zu Opa und hat eine gute Zeit mit ihm.

Das Buch zeigt mit den genannten Themen die gängigen ersten Demenzanzeichen und erklärt sie den Kindern durch die alltagsnahen Situationen aber auch durch die tolle Illustration sehr gut. Gerne hätte ich noch ein wenig mehr Tiefe gehabt und auch andere Demenzanzeichen wie häufige gleiche Fragen in kurzer Zeit, das Weglaufen aus unliebsamen Situationen oder plötzliches ärgerlich werden im Buch gefunden, finde es aber auch verständlich, dass ein Buch für Kinder ab fünf sehr stark reduziert und beängstigende Situationen vermeidet.

Besonders gefällt mir, das Benny seinen Opa nach wie vor sehr lieb hat und ihm das auch zeigt. Während Benny an Selbständigkeit dazu gewinnt, verliert der Opa diese zunehmend. Benny verspricht dem Opa immer für ihn da zu sein. Das ist eine tolle Aussage, doch sollte man sie mit sensiblen Kindern gut besprechen. Meine Kindern neigen sehr zur Verantwortungsübernahme, aber das Thema wird für Kinder nicht alleine zu meistern sein.

Ein gutes Buch, um mit Kindern das Thema Demenz zu besprechen und ihnen Situationen zu erklären, die sie sonst nicht gut einordnen können. Die schönen Illustrationen passen hervorragend zu dem Text und ermöglichen auch ein freies Erzählen. Sie zeigen unterschiedliche Situationen genau auf und vor allem können die Emotionen klar an den Gesichtern abgelesen werden. Die Botschaft, das Opa trotz Demenz immer noch Opa ist und geliebt werden kann und es auch möchte, wird anschaulich herausgearbeitet. Das Buch erklärt Kindern krankheitstypische Veränderungen und nimmt ihnen damit die Angst vor Situationen, in denen sich ein geliebter Mensch ungewohnt verhält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2026

Großartig

Lebensbande
0


Mechthild Borrmann erzählt in diesem historischen Roman über eine tiefe Freundschaft zwischen drei Frauen, wobei sie den Bogen vom zweiten Weltkrieg bis in die Zeit der Wiedervereinigung spannt. Der Roman ...


Mechthild Borrmann erzählt in diesem historischen Roman über eine tiefe Freundschaft zwischen drei Frauen, wobei sie den Bogen vom zweiten Weltkrieg bis in die Zeit der Wiedervereinigung spannt. Der Roman basiert auf wahren Begebenheiten.
Lene, Nora und Lieselotte begegnen sich in den Kriegsjahren und werden zu guten Freundinnen, sie riskieren nicht wenig füreinander.

Lene darf ihre große Liebe nicht heiraten, weil die Eltern es verbieten. So gerät sie an einen anderen Mann, der ihr leider kein Glück bringt. Ihr erstgeborener Sohn Leo hat ein geringes Handicap, aber es genügt, um ihn zum Reichsauschusskind zu erklären und ihr das Sorgerecht zu entziehen. Ihre Freundin Nora rettet Leo im letzten Moment vor einer verhängnisvollen Verlegung, muss dann aber auch untertauchen. Sie gerät nach Danzig, wo sie Lieselotte kennenlernt. Die Beiden werden später nach Russland in einen Gulag verschleppt, von hier scheint es kein Entrinnen zu geben.

Die Autorin erzählt kurzweilig und spannend über die dramatischen Erlebnisse der Frauen. Dabei wechselt sie die Perspektive zwischen ihnen und auch zwischen den Zeiten, es gelingt es ihr viele brisante Themen anzuschneiden. Die historischen Fakten werden gut mit den fiktiven Aspekten verbunden, so dass ein authentisches interessantes Zeitbild entsteht. Die Figuren sind gut beschrieben und machen nachvollziehbare Entwicklungen durch. Der Mut, die Verzweiflung, die Armut und Angst werden deutlich transportiert. Über den Zeitstrang 1993 kommt nochmal eine andere Sichtweise auf die Kriegszeit dazu und es ist spannend zu sehen, was für Emotionen die Erinnerungen auslösen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2026

wenn die Vergangenheit anklopft

Dann ruhest auch du (Ein Fall für Maya Topelius 3)
0

In dem neuen Krimi rund um Maya Topelius gibt es wieder einen spannenden Kriminalfall, der eine Verbindung zu Maya und ihren Freundinnen hat. Die Verquickung von Krimi und dem Privatleben der Gruppe ist ...

In dem neuen Krimi rund um Maya Topelius gibt es wieder einen spannenden Kriminalfall, der eine Verbindung zu Maya und ihren Freundinnen hat. Die Verquickung von Krimi und dem Privatleben der Gruppe ist wieder gut gelungen.
Maya macht Urlaub bei ihren Eltern, auch um diesen ihren neuen Freund vorzustellen. Ein Mordfall stört das Kennenlernen und ihr Kollege Pär rückt zur Unterstützung an, der Urlaub ist gestrichen. Nebenbei versucht Maya auch einer Freundin zu helfen, die glaubt eine vermisste Freundin aus der Kindheit getroffen zu haben. Das Verschwinden dieses Mädchens hat die anderen immer belastet.
Die Ermittlungsarbeiten sind interessant beschrieben und die privaten Verstrickungen nehmen immer mehr zu. Der Autorin ist es gut gelungen, die verschiedenen Stränge zu einer glaubhaften Geschichte zu verbinden, die bis ins rechtsradikale Milieu reicht.
Ein weiterer spannender Fall, den ich gerne weiterempfehle. Allerdings sollten die Vorgängerbände bekannt sein, damit man gut folgen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2026

Klassiker im neuen Gewand

Gespensterjäger auf eisiger Spur (Band 1) - Mit 8 neu illustrierten Farbseiten
0

Cornelia Funkes Gespensterjäger sind nach wie vor klasse und können begeistern. Der Loewe Verlag hat die Reihe neu aufgelegt, hier war Franziska Blinde für die stimmungsvolle Illustration verantwortlich, ...

Cornelia Funkes Gespensterjäger sind nach wie vor klasse und können begeistern. Der Loewe Verlag hat die Reihe neu aufgelegt, hier war Franziska Blinde für die stimmungsvolle Illustration verantwortlich, die die Geschichte gekonnt untermalen.
Tom soll Saft aus dem Keller holen, das macht er gar nicht gerne, weil er sich dort immer gruselt. Als er dort von einem Gespenst erschreckt wird, glaubt ihm zunächst keiner. Als er sich seiner Oma anvertraut, weiß dieser aber Rat. Sie rät ihm, sich an Hedwig Kümmelsaft zu wenden, diese Gespensterjägerin kann sicher helfen.
Tom faßt sich ein Herz und nimmt den Kampf auf. Schließlich gewinnt er mit Hedwig und dem Gespenst Hugo tolle Freunde und findet sogar eine neue Aufgabe, er wird auch Gespensterjäger. Das unterschiedliche Trio sorgt für gruselige Momente, die gut zu der empfohlenen Altersgruppe passen, aber auch für lustige Situationen, über die man schön lachen kann.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.01.2026

Das Patenkind des Todes

Das Dreizehnte Kind
0

Hazel wird als dreizehntes Kind geboren. Ihre Eltern haben eigentlich kein Geld ein weiteres Kind durchzufüttern und so sind sie gerne bereit, sie dem Gott des Todes als Patenkind zu geben. Dieser erscheint ...

Hazel wird als dreizehntes Kind geboren. Ihre Eltern haben eigentlich kein Geld ein weiteres Kind durchzufüttern und so sind sie gerne bereit, sie dem Gott des Todes als Patenkind zu geben. Dieser erscheint dann jahrelang nicht auf der Bildfläche, die Familie vernachlässigt Hazel, weil sie sich nicht in der Pflicht sehen, für sie zu sorgen.
Als der Gott des Todes sie schließlich zu sich abholt, beginnt ihre Ausbildung zur Heilerin. Sie erhält die Gabe das Schicksal der Menschen zu erkennen, zu sehen, was ihnen Heilung bringt oder ob sie sterben werden. Als der König erkrankt, rettet ihn Hazel, obwohl ihm dies nicht bestimmt ist. Das führt zu einem Bruch mit ihrem Paten. Sie wird die persönliche Heilerin des Königs und von da an wird die Geschichte leider sehr vorhersehbar.
Die Intrigen und Geheimnisse am Hof hätten sich weder Hazel noch der Leser zumuten müssen. Hazel erscheint oft naiv und dumm im zwischenmenschlichen Bereich und entwickelt sich darin auch nicht weiter. Merrick, der Gott des Todes, ist ein missverstandenes Wesen, ebenfalls sozial inkompetent. Prinz Leo macht als einziger eine richtige Entwicklung durch, jedoch bleibt auch diese Figur in weiten Teilen blass.
Eine schöne Grundidee, aus dem man mehr hätte machen können.
Das fast 16 Stunden lange Hörbuch ist gut von Rebecca Veil eingelesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere