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Veröffentlicht am 25.07.2025

Die Macht der Liebe ist grenzenlos

Bis ans Meer
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Frieda und Karl sind ein glückliches Paar. Verheiratet mit zwei Kindern überstehen sie die Kriegstage in Schlesien bis fast zum Kriegsende. Doch dann wird Karl doch einberufen, Frieda flieht mit den Kindern ...

Frieda und Karl sind ein glückliches Paar. Verheiratet mit zwei Kindern überstehen sie die Kriegstage in Schlesien bis fast zum Kriegsende. Doch dann wird Karl doch einberufen, Frieda flieht mit den Kindern und dem absolut nötigsten zur Verwandtschaft in den Süden. Doch sie können nicht ewig bleiben. Ein anderes Ziel, als wieder zurückzukehren, gibt es für Frieda nicht, denn wie solle Karl sie sonst finden. Doch die alte Heimat ist nicht mehr dieselbe, sie sind genauso Flüchtlinge wie andere. Und Frida wartet vergeblich auf Karls Rückkehr, ebenso die Kinder. In Halle bauen sie sich ein neues Leben auf und nach langer Zeit kommt ein Lebenszeichen von Karl.
Und heute fragt sich ihre Enkelin, warum sie es nicht schafft, eine feste Bindung einzugehen….

Die Geschichte Friedas wird ausführlich erzählt, so dass man die tiefe Liebe beim lesen spüren kann. Aber auch das Elend, die schwere Zeit, die Hoffnung. An manchen Stellen springt die Geschichte in Heute und zur Enkelin. Die Frage, ob ein Trauma über Generationen weitergegeben werden kann, stellt sich beim Lesen. Wobei dies für mich nicht in den Vordergrund rückte. Vielmehr nahm das Thema Flucht und Vertreibung, Hoffnung und Neuanfang einen Raum ein. Ich möchte nicht vorgreifen, daher ist es schwer Worte zu finden für das Trauma ohne zu viel zu verraten. Der tiefe Einschnitt hat mich mitgenommen. Ich habe mitgefühlt. Ein tolles Buch über ein bewegendes Schicksal.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Geschichten eines Dorfes

Hinter verschlossenen Türen
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Le Case ist ein typisches Dorf mitten in einem italienischen Nationalpark. Und wie jedes Dorf gibt es auch hier Geheimnisse, die unter der Oberfläche lauern. Samuele ist hier aufgewachsen und kehrt wieder ...

Le Case ist ein typisches Dorf mitten in einem italienischen Nationalpark. Und wie jedes Dorf gibt es auch hier Geheimnisse, die unter der Oberfläche lauern. Samuele ist hier aufgewachsen und kehrt wieder zurück und damit kochen die verborgenen Geschichten wieder hoch.
Erzählt aus den verschiedensten Perspektiven der Dorfbewohner ergibt sich so ein Bild, über das man nur staunen kann. Was sich hier in der einen oder anderen Hütte abspielt, ist teilweise haarsträubend, unerwartet und überraschend – und vor allem interessant zu lesen.
Ich habe mich anfangs etwas schwergetan, den vielen Perspektiven zu folgen. Dank der Karte zu Beginn des Buches hilft es aber, die Bewohner zu verorten und sich das Dorf vorzustellen. Somit kam ich nach und nach in die Geschichten rein. Einige Erzählungen konnte ich leichter folgen, bei manchen fiel es mir schwerer. Teilweise erschien es dadurch an einzelnen Stellen lang. Insgesamt aber mal etwas anderes, ein gutes Buch, welches mich zwar nicht begeistern konnte, aber dennoch sehr gut unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Toller Roman über die Macht von Freundschaft

Himmel ohne Ende
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Es ist die Geschichte von Charlie, eines 15 jährigen Mädchens, das geprägt ist von Selbstzweifeln. Charlie vermisst ihren Vater, der die Familie verlassen hat und kämpft mit dem Erwachsenwerden. Sie fühlt ...

Es ist die Geschichte von Charlie, eines 15 jährigen Mädchens, das geprägt ist von Selbstzweifeln. Charlie vermisst ihren Vater, der die Familie verlassen hat und kämpft mit dem Erwachsenwerden. Sie fühlt sich fehl am Platz, falsch wahrgenommen und wird in der Klasse eher gemieden. Als ihre Mutter ihr dann einen neuen Partner vorstellt, ist Charlies Unglück perfekt. Und dann kommt Pommes in die Klasse und wird ihr Sitznachbar. Er hat eine andere Sicht aufs Leben und doch genau die gleichen Fragen, wie Charlie. Er tut ihr gut und es entwickelt sich eine tolle Freundschaft.
Ich fand es besonders, Charlie auf ihrer Reise zu begleiten. Zart und einfühlsam greift Julia Engelmann die Stimmung einer Heranwachsenden auf und lässt dies zu einer emotionalen und bewegenden Reise werden. Ein tolles Buch, welches ich nicht aus der Hand legen konnte, weil es mich richtig in den Bann gezogen hat.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Spannende Familiendynamik

Brackwasser - Stille Wasser sind tief. Und manche sogar tödlich …
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Svea hat vor Jahren ihre Heimat verlassen und wollte nie zurück. Der Grund lag damals in dem Verschwinden ihrer besten Freundin nach einem gemeinsamen Fest. Nun jedoch wird die Leiche der Freundin nach ...

Svea hat vor Jahren ihre Heimat verlassen und wollte nie zurück. Der Grund lag damals in dem Verschwinden ihrer besten Freundin nach einem gemeinsamen Fest. Nun jedoch wird die Leiche der Freundin nach über 20 Jahren gefunden und Svea erbt von ihrem Onkel sein altes Haus. Nicht überall stößt Sveas Rückkehr auf Freude. Zumal das Verbrechen von damals noch immer nicht aufgeklärt ist. Steckt ihr Schwager dahinter, der seit jeher zur Gewalt neigte und inzwischen mit Sveas Schwester abgeschieden im Wald lebt?
Jana Stieler zeichnet hier eine Welt, die mir völlig fremd ist. Ihre Schwester, die mit ihrem Schwager, als eine Art Kommune oder Einsiedler lebt, führt ein völlig anderes Leben als Svea bisher. Die Autorin schafft es aber, dass im Kopf sehr genaue Bilder entstehen und ich mich sehr gut in die Welt und die Beziehungsgeflechte reindenken konnte. Spannung, Überraschung, bewegende Momente und Familie bringt dieser Thriller mit sich. Eine tolle Leseerfahrung, die teilweise auch an den Nerven gezerrt hat.

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Veröffentlicht am 22.07.2025

Eine Geschichte mit viel Gefühl

Wenn die Tage länger werden
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In diesem Jahr verbringt Lisa, die Mutter des 6-jährigen Paul 3 Wochen Sommerferien allein. Das erste Mal ohne Kind, denn Paul verreist mit seinem Vater. In dieser Zeit fällt ihr ihre alte Geige in die ...

In diesem Jahr verbringt Lisa, die Mutter des 6-jährigen Paul 3 Wochen Sommerferien allein. Das erste Mal ohne Kind, denn Paul verreist mit seinem Vater. In dieser Zeit fällt ihr ihre alte Geige in die Hände, die jedoch kleinerer Reparaturen bedarf. So trifft sie auf den alten Geigenbauer mit seiner Tochter Ute. Die Geige birgt ein altes Geheimnis, dem Lisa nun näher auf den Grund gehen möchte. Somit verbringt sie unerwartet viel Zeit bei ihrer Mutter und auch bei Ute und blickt zurück auf ihr Leben, ihre Rolle und ihre Vergangenheit.

Die Geschichte erinnert an zarte, leicht melancholische Sommertage. Lisas Gedanken zur Rolle von Mutter und Vater haben mir sehr gefallen, wenngleich ich denke, dass sich da momentan einiges wandelt ☺️ zudem kommen Themen wie Mutter-Tochter-Beziehung, aber auch die Schuld, die sich aus den Taten im Nationalsozialsmus ergeben haben. Dabei wirkt es keinesfalls überladen, sondern die Themen greifen ineinander sind geschickt verwoben. Dabei ist es richtig toll geschrieben, einfühlsam, sanft, nachdenklich. Leise Töne und ein Hauch. In Einsamkeit durchziehen das Buch, gleichzeitig aber auch Kraft und Stärke.
Ein Buch, dass ich gern weiter empfehle.

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