~ Werbung, weil Rezensionsexemplar. Alle Meinungen meine eigenen. Danke an KiWi für die Bereitstellung auf NetGalley.~
Dieses Buch ist die Wahl unseres Buchclubs für April 2026. Das Besondere: Wir sind diesmal nicht die einzigen, denn KiWi veranstaltet künftig 2x jährlich "Deutschland liest ein Buch" und "Real Americans" ist der erste Titel.
Dies ist ein 500-seitiges chinesisch-amerikanisches Familienepos:
~ Teil 1 erzählt 1999 von Lily, die versucht, mit einem unbezahlten Praktikum in New York zu überleben. Als sie Matthew kennenlernt, der keine Geldprobleme zu kennen scheint, verändert sich ihr Leben. Ihre Eltern kamen aus China und da sie so amerikanisch wie möglich sein wollten, hat sie keine Verbindung zu ihrem Erbe, kann nicht mal Chinesisch.
~ Teil 2 erzählt 2021 von Nick, ihrem Sohn, der während Corona versucht, sich für eine Uni zu entscheiden - als ein DNA-Test enthüllt, wer sein Vater ist. Er wurde von seiner Mutter auf einer Insel großgezogen, weg von allem. Er hat ein Sprachtalent und kann Chinesisch.
~ Teil 3 spielt dann 2030, als Nick auf seine Großmutter May trifft und alle Familiengeheimnisse enthüllt werden.
Leider hat mir der Schreibstil so gar nicht zugesagt. Kennt ihr die Folge Brooklyn99, als der Captain etwas korrigiert und sagt "Hier müssen Sie nochmal ran, ich habe es mit ULF für Unbeholfen markiert"? Genau das hatte ich als Dauerschleife im Kopf während des Lesens. Ein paar Beispiele?
"Zweiundeinhalb Stunden später" (Wer redet denn so?)
"Ich stand im Dunkin Donuts (...) und überlegte, ob ich einen Krapfen kaufen sollte" (Was ist aus Donut geworden?)
Bei "Die Liebe legt dich bloß wie einen gekochten Fisch" war ich dann raus und habe eine Lesepause eingelegt.
Dass die Großmutter mal Mai, May und Mey heißt, spielte dann nur noch eine marginale Rolle. Oder dass sie "auf die Hamptons" statt in sie fahren.
Es gibt eigentlich kaum Handlung, die Familie lebt ihr Leben und wie in jeder guten Familie gibt es Probleme und Geheimnisse. Tatsächlich habe ich den dritten Teil nur noch quergelesen. Aber: Lily und Matthew haben die Fähigkeit, Zeit anzuhalten oder zu manipulieren - genau wird das nicht erklärt und dieser super spannende Aspekt wird auch nur sporadisch nebenher erwähnt, aber überhaupt nicht ergründet?? Ist das jetzt Urban Fantasy? Magischer Realismus? Spinnereien normaler belletristischer Figuren? Keine Ahnung. Einzig May gibt am Rande eine Erklärung.
Im Prinzip ist es ein großer Backstein über Menschen, die einfach nur dazugehören wollen. Lily gehört nicht dazu, weil sie chinesisch aussieht, aber kein Chinesisch kann. Nick gehört nicht dazu, weil er Sino-Amerikaner ist, aber nur amerikanisch aussieht.
Fazit: Ich werde wohl erst wieder bei "Deutschland liest ein Buch" mitmachen, wenn es mich wirklich interessiert. Was bei KiWi, die eher keine Fantasy veröffentlichen, vermutlich nicht sobald sein wird.
Falls euch das Buch gefallen hat: Die Autorin ist im Mai & Juni auf Deutschlandtour!
"Sich zu verlieben schien mir keine Entscheidung zu sein. Es war ein Orientierungsverlust."
~ 10.03.2026