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Veröffentlicht am 17.11.2018

Es geht weiter in Crimson Lake

Redemption Point
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Eigentlich dachte Ted Conkaffey, dass er in Crimson Lake endlich zur Ruhe kommen könnte. Denn der Ex-Cop, der wegen der Entführung, Vergewaltung und versuchten Mordes an einer Dreizehnjährigen, verhaftet ...

Eigentlich dachte Ted Conkaffey, dass er in Crimson Lake endlich zur Ruhe kommen könnte. Denn der Ex-Cop, der wegen der Entführung, Vergewaltung und versuchten Mordes an einer Dreizehnjährigen, verhaftet wurde, ist unschuldig. Doch auch in Crimson Lake, wo er an der Seite der exzentrischen Amanda Pharrell als Detektiv arbeitet, holt ihn die Vergangenheit ein. Als Dale Bingley, der Vater des Mädchens, bei Ted zu Hause auftaucht und ihn in die Mangel nimmt, beschließt Ted nun doch dem wahren Täter auf die Spur zu kommen. Während Ted versucht, seine Unschuld zu beweisen, ermittelt Amanda an einem Doppelmord in einer Bar vor Ort. Gemeinsam mit der Polizistin Pep Sweeney beginnt sie zu ermitteln. Bald schon befinden sich sowohl Ted als auch Amanda in Gefahr.
Meine Meinung
Schon der erste Band der Thriller Trilogie rund um den unschuldig verhafteten Ted Conkaffey hat mir sehr spannende Lesestunden bereitet. Dementsprechend neugierig war ich auf die Fortsetzung und gleich vorab, enttäuscht wurde ich nicht.
Dank kurzer Einblendungen auf die Vergangenheit in Form von Conkaffeys Gedanken findet man sich schnell wieder zurecht. Auch Leser, die den ersten Band nicht kennen, dürfte es recht leicht fallen, in die Geschichte einzusteigen. Trotzdem macht es gerade bei einer Trilogie Sinn, die Reihenfolge einzuhalten, denn die persönlichen Entwicklungen der Charaktere sind durchaus gut ausgearbeitet.
Der Schreibstil der Autorin Candice Fox ist leicht, flüssig und mitreißend, so dass man schnell von den Ereignissen gefesselt wird und wissen möchte, wie es weitergeht. Ganz besonders gut gelingt es ihr die Umgebung rund um Conkaffeys neuer Heimat, Crimson Lake, darzustellen und sowohl Charaktere als auch Örtlichkeiten werden klar und lebendig.
Spannend ist die Geschichte rund um Conkaffey so oder so, denn man wird hier nicht nur mit spannenden Fällen konfrontiert, sondern auch mit der persönlichen Geschichte des Ermittlers. Es gibt hier einige Wendungen und die ein oder andere Überraschung, die die Spannung und den Lesefluss aufrecht halten. Zwar ist auch der aktuelle Fall, der in erster Linie von Amanda und Polizistin Sweeney bearbeitet wird, interessant und spannend, doch mich hat hier vor allem Teds Geschichte wieder mitten ins Geschehen gezogen.
Durch unterschiedliche Perspektiven ist der Leser hier nah an der Story. Aus der Ich-Perspektive erfährt man von Ted, wodurch man sich auch mit ihm verbunden fühlt. Amanda, Sweeney und eine dritte Perspektive in Form von Tagebucheinträgen sorgen für Abwechslung. Wobei mir persönlich Amanda dieses Mal ein wenig zu sehr auf die Nerven ging mit ihrer gewöhnungsbedürftigen Art.
Gerade mit Ted habe ich sehr mitgelitten, denn er wird auf Schritt und Tritt vorverurteilt und durch ein Interview, mit dem er eigentlich seine Unschuld klar stellen wollte, verstrickt er sich nur noch mehr. So manches Mal wird hier deutlich, wie ungerecht es zugeht und dadurch, dass man so nah an Ted ist, spürt man dieses absolut nach. Man wünscht sich förmlich, ihn mit verteidigen zu können und fiebert der Aufklärung des Falls regelrecht entgegen. Mir war Ted zuvor schon sympathisch und auch hier ist er derjenige, dessen Geschichte mich berühren konnte. Amanda hat mich dieses Mal doch häufiger dazu gebracht, die Augen zu verdrehen, gerade wenn sie in Reimen spricht, wurde es mir doch zu viel des Guten. Allerdings wird natürlich ihre exzentrische Ader dadurch noch einmal mehr deutlich und man muss sie einfach nehmen, wie sie ist. Auch Pip Sweeney fand ich eine interessante Person und genau wie Ted und auch Amanda hat auch diese eine Vergangenheit, die sie verarbeiten muss. Hier treffen also durchaus sehr auf individuelle Art kaputte Charaktere aufeinander.
Mein Fazit
Wer schon den ersten Band mochte, wird mit Sicherheit gespannt darauf sein, wie es mit Ted und Amanda weitergehen wird. Mir brachte das Buch spannende Lesestunden, ohne großartige Längen. Hin und wieder hatte ich mit Amanda so meine Schwierigkeiten, denn sie ist schon sehr ungewöhnlich in ihrer Art, doch Ted macht das dann doch wieder wett. Ein gelungener Mittelteil, der unterhalten kann und der mich gespannt auf Teil 3 zurücklässt.

Veröffentlicht am 15.11.2018

Spektakuläres Abenteuer

Mortal Engines - Krieg der Städte
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In einer noch fernen Zukunft, nachdem ein Krieg große Teile der Welt regelrecht vernichtet hat, sind es gleich ganze Städte, die durch die Welt reisen. Angetrieben werden die Städte von riesigen Motoren ...

In einer noch fernen Zukunft, nachdem ein Krieg große Teile der Welt regelrecht vernichtet hat, sind es gleich ganze Städte, die durch die Welt reisen. Angetrieben werden die Städte von riesigen Motoren und eine von ihnen ist die Stadt London. Während sie sich fortbewegen, machen sie Jagd aufeinander und gerade das große London vernichtet viele kleine Städte. Auf London lebt der fünfzehnjährige Tom als Gehilfe in einem Museum. Als eines Tages ein Attentat auf Thaddeus Valentine, dem obersten Historiker der Stadt, verübt wird, ist es Tom, der dem Mann das Leben rettet. Valentine scheint die Attentäterin zu erkennen und entledigt sich dieser durch einen der ntsorgungsschächte, die in die Aussenlande führen. Doch als Tom es wagt, Fragen zu stellen, wird auch er kurzerhand entsorgt.
Meine Meinung
Nachdem mir dieses Buch in letzter Zeit immer häufiger begegnete, zumal dessen Verfilmung durch Peter Jackson demnächst in die Kinos kommt, war ich sehr neugierig. Reisende Städte? Das klang ungewöhnlich und spannend und im großen und ganzen ist es auch eine spannende, unterhaltsame Abenteuergeschichte in einer absolut ungewöhnlichen Welt. Das Buch ist übrigens eine Neuauflage beim Fischer Tor Verlag, das Original erschien bereits im Jahr 2001 und in Deutschland im Jahr 2003.
Das Cover des Buches finde ich richtig gut gelungen, denn allein schon die Farben und die Stadt sehen interessant aus.
Der Einstieg war noch recht ruhig und man konnte sich ein erstes Bild der reisende Städte machen, doch sobald der Protagonist Tom auf die Attentäterin Hester trifft, beginnt ein richtiges Abenteuer. Mit einer Mischung aus Fantasy, Science Fiction, Steampunk und Dystopie ist es Philip Reeve gelungen, eine Geschichte zu erzählen, die man so wirklich noch nicht kennt. Vom reinen Schreibstil, der sehr einfach gehalten ist, würde ich auch sagen, dass auch jugendliche Leser Freude an dieser Geschichte finden werden. Zumal auch die Protagonisten noch Jugendliche sind und mit denen man sich wunderbar identifizieren kann. Mir hat der recht leichte Schreibstil gut gefallen, denn all die außergewöhnlichen Ereignisse nahmen dadurch schnell Gestalt in meiner Vorstellung an.
Die Geschichte ist ein spektakuläres Abenteuer, man ist auf der Flucht, auf der Jagd und darf eine Welt erleben, die man noch nicht kannte. Ich hatte allerdings auch hier und da leichte Schwierigkeiten, mir diese riesigen, fahrenden Städte vorzustellen und wie diese gegeneinander kämpfen. Aber trotzdem war das Geschehen unterhaltsam und spannend.
Aus mehreren Perspektiven führt ein dritte Person Erzähler durch das Abenteuer. Wir erleben, wie es Tom und Hester in den Außenlanden geht, aber auch wie es in London aussieht. Dabei fühlte ich mich vor allem mit Tom und Hester verbunden und habe ordentlich mit ihnen mitgefiebert. Aber auch in London, wo sich das Geschehen hauptsächlich um Valentine und dessen Tochter Katherine dreht, geht es spannend zu.
Wie gerade erwähnt, mochte ich ganz besonders Tom und Hester, die auf den ersten Blick so unterschiedlich wirken und doch so vieles gemein haben. Man erlebt hier gemeinsam mit Tom, der bisher nur London kannte, die Welt kennen, wie sie wirklich ist und doch ist nicht immer alles so, wie es scheint. Alles in allem sind die Charaktere sehr gut gezeichnet und glaubwürdig in ihrem Handeln.
Mein Fazit
Unterhaltsamer Einstieg in eine Tetralogie, die durchweg unterhaltsam und vor allem aussergewöhnlich ist. Dank der leichten Sprache ist es inhaltlich gut verständlich, auch wenn es mir gerade zu Beginn etwas schwerer fiel, mir diese Städte beim “Fahren” vorzustellen. Man muss sich hier durchaus auf die Geschichte einlassen können, denn dann erlebt man ein wirklich fantastisches Abenteuer. Ein Buch, welches ich mir absolut als Film vorstellen kann und auf dessen Verfilmung ich nun wirklich sehr gespannt bin.

Veröffentlicht am 15.11.2018

Temporeicher Einstieg

Outliers - Gefährliche Bestimmung. Die Suche
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Die sechzehnjährige Wiley leidet schon seit langem unter Angststörungen, doch seit dem Tod ihrer Mutter hat sich dieses noch einmal mehr verschlimmert. Selbst am Unterricht nimmt sie derzeit nicht teil, ...

Die sechzehnjährige Wiley leidet schon seit langem unter Angststörungen, doch seit dem Tod ihrer Mutter hat sich dieses noch einmal mehr verschlimmert. Selbst am Unterricht nimmt sie derzeit nicht teil, weil sie es nicht schafft, das Haus zu verlassen. Auch zu ihrer besten Freundin Cassie hat sie kaum mehr Kontakt, zumal diese nun neue Freundinnen und einen festen Freund hat. Aber dann verschwindet Cassie zunächst spurlos, bis Wiley eine mysteriöse Nachricht von ihr erhält. Gemeinsam mit Cassies Freund Jasper soll Wiley ihre Freundin retten. Vor wem und wo bleibt allerdings ein Rätsel, nur kurze Hinweise, die Wiley und Jasper immer weiter von zu Hause fortführen, erhalten sie keine weiteren Informationen. Erst als Wiley merkt, in welcher Gefahr sie wirklich schweben, scheint es fast schon zu spät.
Meine Meinung
Schon das Cover verlockte mich einmal mehr dazu, das Buch genauer zu betrachten und auch der Klappentext klang nach einer sehr spannenden und etwas anderen Idee. Genau so entwickelt sich das ganze dann auch, zu einer etwas völlig unerwarteten, spannenden Geschichte.
Es gelang mir hier recht schnell in die Geschichte zu finden, da ich mich gleich vom ersten Moment an recht gut in Wiley einfühlen konnte. Auch wenn der Beginn noch relativ ruhig blieb, fand ich es äußerst interessant, so viel über die Protagonistin bereits von Beginn an zu erfahren.
Der Schreibstil der Autorin ist, passend auch für ein Jugendbuch, sehr leicht zu lesen und flüssig. Dabei legt sie nicht das Hauptaugenmerk auf detailreiche Beschreibungen, sondern eher auf viel Tempo. Dadurch liest sich die Geschichte sehr schnell und entwickelt sich zu einem Pageturner.
Das liegt allerdings auch mit an dem Inhalt, denn dieser ist zwar zunächst noch sehr ruhig, nimmt aber immer mehr Fahrt auf und wird permanent actionreicher. Allerdings muss ich auch zugeben, dass mich hier weite Teile auch absolut verwirrt haben und es Momente voller Wirrungen gab, die mich regelrecht schwindelig machten und ich nicht mehr wusste, was nun wirklich los ist. Auch wenn hier doch im Nachhinein noch das ein oder andere geklärt wird, bleiben auch noch eine Menge offene Fragen zurück und ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung.
Die Idee hinter der Geschichte, die auch im Klappentext bereits beschrieben ist, bleibt in diesem Band noch recht weit im Hintergrund, bzw. noch recht geheimnisvoll. Was es damit genau auf sich hat und wer hier welche Absichten hegt, bleibt auch noch relativ wage. Auch da wird es wohl erst in den Folgebände genaueres zu erfahren geben.
Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive durch die Protagonistin Wiley. Diese lernt man zwar kennen, aber noch denke ich, dass es auch bei ihr einige Facetten gibt, die wir noch nicht erleben durften.
Zu Beginn ist Wiley ein verschüchtertes Mädchen, das sehr unter dem plötzlichen Tod der Mutter leidet. Wiley hat eine Angststörung und ist schon seit einer ganzen Weile in psychiatrischer Behandlung. Nun ist es schon so weit, dass Wiley das elterliche Haus nicht mehr verlassen möchte und sich sogar von ihrer besten Freundin immer mehr distanziert. Was allerdings nicht nur an Wiley liegt, denn auch Cassie hat sich sehr, auch durch Druck der Mutter, verändert. Ausserdem hat Cassie nun einen festen Freund, Jasper, den Wiley nicht mag. Doch als Cassie verschwindet, muss Wiley ausgerechnet mit Jasper zusammenhalten. Dabei springt Wiley nicht nur über den eigenen Schatten und verlässt das Elternhaus, sondern muss auch ihre Meinung über Jasper ändern, der gar nicht so der Bad Boy ist, den sie hinter ihm vermutet hatte. Insgesamt haben mir die Charaktere sehr gut gefallen, auch in Anbetracht, dass diese Geschichte ja auch für jüngere Leser geeignet ist. Man entdeckt durchaus immer wieder Neues an Wiley und Jasper und ich bin gespannt, wohin die Entwicklung der beiden noch führen wird.
Mein Fazit
Ein sehr spannend und unterhaltsam geschriebenes Jugendbuch, das zeitweise durchaus auch für Verwirrungen beim Leser sorgt. Doch allein um Klarheit zu bekommen, wird man förmlich durch die Seiten getrieben. Die Charaktere waren mir durchaus sympathisch und vor allem mit der jungen Protagonistin habe ich mitfiebern können. Letzten Endes behält die Autorin noch so viele Fragen offen, dass ich bereits jetzt gespannt bin, wie es weitergehen wird. Ein temporeiches Jugendbuch mit einer spannenden Grundidee.

Veröffentlicht am 13.11.2018

Interessante Idee

DOORS ? - Kolonie
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Wer bereits von der Doors Idee gehört hat, der weiß, dass der Beginn der drei Bücher der ersten Doors-Staffel identisch ist. Allerdings geht es nach etwas über 80 Seiten völlig unterschiedlich weiter.
Anna-Lena ...

Wer bereits von der Doors Idee gehört hat, der weiß, dass der Beginn der drei Bücher der ersten Doors-Staffel identisch ist. Allerdings geht es nach etwas über 80 Seiten völlig unterschiedlich weiter.
Anna-Lena van Dam, Tochter eines reichen Unternehmers, ist im Keller des alten Familiensitzes spurlos verschwunden, denn dieser Keller birgt Geheimnisse. Unterschiedliche Türen bringen die Personen in unterschiedliche Umgebungen. Unternehmer van Dam hat ein Team von sechs Personen angeheuert, Anna-Lena nach Hause zurück zu bringen. Die sechs wählen die Tür mit dem Fragezeichen und landen mitten in einer Silvesterfeier, allerdings im Jahr 1944. Doch auch hier ist nichts so, wie sie es aus Geschichtsbüchern kennen.
Meine Meinung
Was war ich neugierig darauf, wie sich die einzelnen Geschichten unterscheiden und ja, es ist Markus Heitz absolut gelungen, aus dem gleichen Beginn eine völlig neue Geschichte zu machen. Hier ist tatsächlich alles ganz anders als noch in Blutfeld, welches ich zuerst gelesen habe und ich bin von dieser Geschichte noch ein kleines bisschen mehr begeistert. Das liegt allerdings auch daran, dass ich es unheimlich spannend findet, welche Alternative Heitz hier für den Ausgang des zweiten Weltkrieges bereit hält. Ich möchte über den Inhalt auch gar nicht viel verraten, ausser dass ich die Idee absolut spannend fand. Ansonsten ist auch hier wieder der Schreibstil des Autors mitreißend. Mit wenigen Worten schafft er es, den Leser selbst durch die Türen reisen zu lassen. Allerdings gibt es hier auch kleinere Szenen, die nicht unbedingt geeignet sind für schwache Nerven. Kolonie ist von Beginn an sehr spannend und das Szenario, das Heitz hier entwickelt, durchaus eine denkbare Alternative zu unserer Realität. Insgesamt ist die Idee der Parallelwelten hier sehr gut umgesetzt und klingt gar nicht so abwegig.
Wie bereits in Blutfeld gibt es auch hier unterschiedliche Perspektiven. Zum einen begleiten wir das sechsköpfige Forscherteam und Anna-Lena Van Dam in der Zeit rund um das Jahr 1944, zum anderen beobachten wir Van Dam dabei, wie auch er versucht, hinter das Geheimnis der Türen zu kommen. Doch dieses Mal ist der Schwerpunkt deutlich in der Vergangenheit und hier gibt es einige Überraschungen.
Die Charaktere sind ja auf den ersten Blick genau die gleichen, wie die aus dem anderen Band der Staffel. Doch in diesem wartet jemand anderes mit Geheimnissen auf und sorgt für Spannung. Anna-Lena Van Dam nimmt hier mehr Einfluss auf die Handlung und ihr Charakter hat mir sehr gut gefallen. Sie ist eine zielstrebige Persönlichkeit, die nicht so schnell aufgibt.
Das Team ist von den Grundvoraussetzungen nicht anders, aber doch ist hier die Entwicklung ebenfalls ganz anders. Jeder einzelne machte auf mich einen völlig neuen Eindruck und war äußerst interessant.
Auch dieser Band endet mit einem Cliffhanger, der mich auf jeden Fall neugierig macht, wie es in diesem Band weitergehen wird.
Mein Fazit
Diese Idee, die der Autor mit seiner Doors Staffel hatte, kann mich bisher absolut begeistern. Genauso aber auch die unterschiedlichen Geschichten, die aus ein und dem selben Beginn gesponnen wurden. Für mich war Kolonie bisher eine sehr spannende Story, die mir allein auf Grund der Zeit rund um den zweiten Weltkrieg schon gefallen hat. Doch auch das Thema der Parallelwelten und der alternativen Geschichte ist wirklich gelungen umgesetzt. Dieser Teil ist vielleicht nicht unbedingt für schwache Nerven geeignet, aber mir persönlich brachte es sehr spannende Lesestunden. Der Cliffhanger zum Schluss lässt mich neugierig auf die Fortsetzung zurück.

Veröffentlicht am 11.11.2018

Wunderschöne Geschichte

Nebenan funkeln die Sterne
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Tolle Bilder, viele Follower und immer up to date, so sieht Emmas Leben aus, zumindest auf Instagram. Denn in Wahrheit ist Emmas Leben schon länger nicht mehr so strahlend, wie es auf ihren Fotos scheint. ...

Tolle Bilder, viele Follower und immer up to date, so sieht Emmas Leben aus, zumindest auf Instagram. Denn in Wahrheit ist Emmas Leben schon länger nicht mehr so strahlend, wie es auf ihren Fotos scheint. Nach einem tragischen Vorfall in ihrer Heimat Regensburg zog Emma in das kleine Appartement ihrer Tante in London. Dieses verlässt sie so gut wie nie und lediglich ihr Kater Troy leistet ihr Gesellschaft. Doch dann zieht Nathan in das Appartement neben ihr und plötzlich wird Emmas ruhiges, zurückgezogenes Leben völlig durcheinander gewirbelt.
Meine Meinung
Wieder einmal ein wirklich hübsch gestaltetes Cover, das gleich Interesse erweckt und mich seit längerem auch mal wieder zu einer Liebesgeschichte greifen ließ.
Der Einstieg fällt sehr leicht und nimmt den Leser rasch mit in die Geschichte rund um Emma. Lilly Adams schreibt mit sehr viel Gefühl, dabei angenehm leicht, modern und flüssig. Ich merkte beim Lesen gar nicht, wie schnell die Seiten an mir vorbei flogen.
Auch das Thema fand ich sehr gut gelungen, denn die Autorin zeigt, dass oftmals das schillernde Leben in den Social Media Kanälen gar nicht so viel gemein hat, mit dem wahren Leben. Was mir aber so richtig gut gefallen hat, ist, dass diese Geschichte ganz ohne Schmalz und Schmacht auskommt und tatsächlich eher Emma und deren Entwicklung, ihr Stück für Stück ins Leben zurückfinden, im Mittelpunkt stehen. Ich denke, dass Emmas Geschichte gar nicht so abwegig ist, denn seine eigenen vier Wände nicht mehr verlassen, fällt in der heutigen Zeit gar nicht mehr so schwer. Lebensmittel werden nach Hause geliefert, man kann von zu Hause arbeiten etc.
Schon das erste Zusammentreffen mit Nathan macht zwar durchaus deutlich, dass er es schaffen könnte, Emma aus ihrer sicheren Umgebung zu locken, aber bis dahin ist es ein langer Weg. Schön, dass die Autorin sich hier auch die nötige Zeit nimmt, damit dies glaubwürdig erscheint und sich auch die Freundschaft zwischen Emma und Nathan erst langsam entwickelt.
Ein personeller Erzähler in dritter Person erzählt die Geschichte von Emma und Nathan. Dabei werden aber trotz allem Gefühle, Ängste und Veränderungen der Protagonistin deutlich.
Natürlich sind des hier die Charaktere, die deutlich im Vordergrund stehen, allen voran Emma. Emma ist ein nachdenklicher Mensch und nach einem tragischen Unfall mit ihrem Exfreund Simon, gibt Emma sich die Schuld. All das führte zu ihrem kompletten Rückzug und Familie und Freunde sind aus Emmas Leben verbannt. Auch wenn es mir auf den ersten Blick schwer fiel, Emmas Reaktionen auf den Unfall so nachzuvollziehen, wird dies nach und nach deutlich. Ich fühlte mich schnell mit Emma wohl und mochte sie und ihre Art. Gerade im Zusammenspiel mit Nathan zeigt sich immer häufiger die wahre Emma hinter der Fassade. Aber auch Nathan, der zunächst rundum mit seinem Leben zufrieden zu sein scheint, hat etwas zu verbergen. Nathan ist übrigens ein richtiger Traummann und ich kann hier sehr gut Emmas Gefühle nachempfinden.
Neben den beiden Protagonisten gibt es nur wenige Charaktere, die auf die Geschichte Einfluss nehmen. Aber interessant ist es, dass gerade jemand aus dem Social Media Netzwerk noch einmal einen besonderen Schwung in die Geschichte bringt.
Mein Fazit
Nebenan funkeln die Sterne ist seit langem wieder ein Buch aus diesem Genre, das mir sehr gut gefallen und mich wunderbar unterhalten hat. Mit gefühlvollen Worten und sympathischen Charakteren erzählt Autorin Lilly Adams ihre Geschichte, die man sich in unserer Zeit durchaus auch vorstellen kann. Mag sein, dass man hier das ein oder andere Ereignis vorhersehen konnte, aber trotz allem hat mir diese Geschichte wunderbare, gemütliche Lesestunden bereitet. Perfekt für gemütliche Lesestunden.