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Veröffentlicht am 11.11.2018

Eins meiner Hihglights dieses Jahr

Die Krone der Dunkelheit
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Prinzessin Freya lebt am Hofe ihres Vaters in Thobria, ein Reich, in dem es verboten ist, Magie zu wirken. Nun ist es bereits einige Jahre her, dass Freyas Zwillingsbruder Talon entführt wurde, doch sie ...

Prinzessin Freya lebt am Hofe ihres Vaters in Thobria, ein Reich, in dem es verboten ist, Magie zu wirken. Nun ist es bereits einige Jahre her, dass Freyas Zwillingsbruder Talon entführt wurde, doch sie hat nie aufgegeben, ihn zu finden. Dank Magie hat sie endlich eine Spur von ihm, doch er befindet sich ausgerechnet im Reich der Fae. Freya bleibt nur eine Möglichkeit, ihren Bruder zu finden. Sie muss den Wächter Larkin, der sich in einem Verlies ihres Vaters befindet, befreien, denn nur diesem unsterblichen Wächter kann es gelingen Talon zu finden.
Zur gleichen Zeit befindet sich die junge Ceylan auf ihrer persönlichsten Mission. Sie setzt alles daran, um bei den Wächtern, die die Grenzen zwischen den Menschen und den Fae schützen, beizutreten. Was niemand ahnt, ist, dass sie Rache an den Elva nehmen möchte, denn diese überfielen einst das Dorf, in dem sie und ihre Eltern lebten und Ceylan war die einzige, die überlebte.
Meine Meinung
Schon das wunderschön gestaltete Cover erweckte meine Aufmerksamkeit und machte mich neugierig auf die Geschichte. Doch nicht nur das Cover verschönert dieses Buch, denn man entdeckt auch in dessen Innerem tolle Illustartionen, die die diversen Charaktere zeigen. Die Zeichnungen wurden von Illustratorin Gabriella Bujdoso erstellt und sind wirklich traumhaft schön.
Der Einstieg in die Geschichte ist nicht ganz so leicht, denn wie so oft bei Fantasyromanen stürmen hier zunächst gefühlte unzählige Charaktere auf den Leser ein. Doch recht schnell weiß man, wer wohin gehört und wer welche Intentionen hat. Das liegt aber auch definitiv an Laura Kneidls wirklich flüssigen und einnehmenden Schreibstils. Sie beschreibt, ohne dabei auszuschweifen, von der fremden Welt und den darin lebenden Charakteren, so dass man schnell ein lebhaftes Bild vor Augen hat.
Das Worldbuilding hat mir gut gefallen, ist zwar ein recht typisches für Geschichten rund um Fae und Menschen, aber birgt auch ganz viele eigene Ideen, die Abwechslung und Spannung bringen. Eine Grenze zwischen der Welt der Menschen, Thobria und die der Fae, Melidrian, soll Kämpfe zwischen den unterschiedlichen Völkern verhindern. Was mir bei solchen Geschichten immer besonders gut gefällt, sind die Karten, die man auch hier in der Klappe des Covers vorfindet. Das macht gleich die gesamte Welt noch einmal mehr lebendig und man kann sich daran gut orientieren.
Was auf den ersten Blick noch recht ruhig beginnt, wird schnell spannend. Abenteuer und Gefahren, Kämpfe und Action führen durch die Geschichte und immer wieder kommt es zu überraschenden Wendungen, die durchaus verblüffen können. Auch wenn sich hier die ein oder andere romantische Geschichte schon abzeichnet, bleibt dieses komplett im Hintergrund, was mir sehr gut gefallen hat. Der Schluss bietet einen spannungsgeladenen Showdown, der den Leser mit einem Cliffhanger und jeder Menge Fragen zurücklässt.
Aus unterschiedlichen Perspektiven erlebt man das Geschehen. Während man mit der Prinzessin und deren Wächter Larkin gemeinsam auf Reisen geht, erfährt man parallel dazu mehr über die Wächter an der Grenze und den ganz persönlichen Momente für die junge Wächteranwärterin Ceylan. Aber auch aus dem Land der Fae dürfen wir einiges beobachten. Dieses bietet dem Leser nicht nur viel Abwechslung, sondern auch einiges an Überblick und so manches Mal darf man natürlich auch miträtseln.
Die unterschiedlichen Charaktere wurden detailreich und glaubwürdig ausgearbeitet und besonders gut gefallen mir natürlich die beiden Heldinnen Freya und Ceylan. Zwar sind beide auf den ersten Blick ein wenig stereotyp, aber trotzdem fühlt man sich schnell mit ihnen verbunden und man darf ordentlich mit ihnen mitfiebern. Gerade Prinzessin Freya hat mir gut gefallen, denn sie scheut sich in keinster Weise, um alles zu geben, um ihren Bruder zu finden. Ceylan ist mir zwar ein wenig zu vorhersehbar, aber trotzdem sympathisch und sie bringt so einige spannende Momente mit in die Geschichte.
Neben diesen beiden weiblichen Heldinnen gibt es auch noch diverse Herren an ihrer Seite. Wächter Larkin, der Freya begleitet, ist mir schnell mit seiner ruhigen Art ans Herz gewachsen, aber auch Leigh bei den Wächtern oder der junge Unseelieprinz Kheeran konnten mich überzeugen. Alles in allem sind es abwechslungsreiche, detailreich ausgearbeitet Figuren, zu denen der Leser schnell Bezug findet.
Mein Fazit
Wer High Fantasy Geschichten rund um Fae und Menschen mag, ist mit dieser Geschichte absolut gut aufgehoben. Spannung, Action, ein gut ausgearbeitetes Worldbuilding und glaubwürdig gezeichnete Figuren führen durch eine magische Geschichte, bei der ich mich unheimlich auf den nächsten Band freue. Leseempfehlung für Fantasyfreunde.

Veröffentlicht am 09.11.2018

Düster und melancholisch, aber toll

Winterhof
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Schon als kleines Mädchen hatte Kora eine Vorliebe für Eis und Schnee, ja sogar eine regelrechte Faszination hat der Winter auf sie ausgeübt. Sie hatte sogar das Gefühl, dass selbst ihr krankes Herz bei ...

Schon als kleines Mädchen hatte Kora eine Vorliebe für Eis und Schnee, ja sogar eine regelrechte Faszination hat der Winter auf sie ausgeübt. Sie hatte sogar das Gefühl, dass selbst ihr krankes Herz bei eisigen Temperaturen leichter schlagen würde. Heute ist Kora erwachsen und hat selbst mit ihren Zwillingstöchtern und ihrem Mann eine eigene kleine Familie. Doch der Winter mit Eis, Schnee und Kälte ist immer seltener geworden. Aber im kleinen Ort Snjòrley, hoch im Norden, herrscht immer noch Winter. Es gibt sogar eine Legende, dass in dem kleinen Dorf die Schneekönigin lebt und zu deren Ehre es jedes Jahr einen Umzug gibt, welcher viele Touristen anzieht. Als Kind war Kora schon einmal in diesem Dorf, doch wie tief ihre Verbundenheit wirklich mit diesem Ort ist, stellt sich erst später heraus.
Meine Meinung
Gleich vorweg: ein riesen Kompliment an den Verlag für seine wunderschönen Cover, zu denen auch das Cover von Winterhof zählt. Auf den ersten Blick ahnt man das Märchen hinter dem Bild und es wirkt zwar kalt, aber auch unheimlich anziehend. Ein Cover, das mir absolut gefällt.
Schnell gelingt der Einstieg in die Geschichte, denn die Autorin hat einen sehr einfühlsamen und mitreißenden Schreibstil. Auch gelingt es ihr ganz hervorragend, mit ihren Worten eine zwar durchaus märchenhafte, aber auch kalte Atmosphäre, hervorzurufen.
Auch die Umsetzung der Geschichte hat mir gut gefallen, denn man erkennt schnell das Märchen dahinter, aber auch eine Verknüpfung mit der realen Welt, welche mir gut gefallen hat. Das kleine Dörfchen Snjòrley konnte ich direkt vor mir sehen und ich habe regelrecht mit gefroren und gezittert. Was allerdings nicht nur an den Beschreibungen der frostigen Umgebung lag, sondern auch an der Geschichte selber, die keinesfalls so romantisch ist, wie sie auf den ersten Blick scheint.
Die 160 Seiten flogen beim Lesen rasch vorbei und es ist die perfekte Geschichte für einen kalten und grauen Nachmittag auf dem Sofa. Ich hätte hier sogar noch viel mehr über das Dorf und dessen Geschichte, aber auch über die einzelnen Charaktere erfahren wollen, doch vieles davon überlässt die Autorin, gewollt, ihren Lesern.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Kora, die Protagonistin, aus deren Perspektive wir auch das Geschehen mitverfolgen. Die Gefühle für ihre Familie brachten sie mir näher und ihre innere Zerrissenheit konnte ich sehr gut nachempfinden. Neben Kora ist aber auch die Schneekönigin ein absolut interessanter Charakter. Sie wirkt kalt und distanziert und doch gibt sie dem Leser ein Gefühl, dass hinter ihrer kalten Erscheinung viel mehr steckt. Auch wenn z. B. Koras Familie eher blass bleibt, habe ich nichts bei den Charakteren vermisst, denn es werden unter anderem auch queere Charakter so natürlich in die Geschichte mit integriert, dass es genau seine gewünschte Wirkung zeigt.
Mein Fazit
Eine düstere und auf ihre Art eigene, aber magische Geschichte, die ich regelrecht verschlungen habe. Auf der einen Seite hätte ich noch gerne viel mehr über die einzelnen Charaktere und den Ort Snjòrley erfahren, auf der anderen Seite war hier alles genau richtig und stimmig. Wer einmal eine Märchenadaption der etwas anderen Art lesen möchte, sollte hier unbedingt einmal hineinlesen, denn es hat seine ganz eigene Faszination.

Veröffentlicht am 09.11.2018

Bin hin und hergerissen

Des Teufels Kopfgeldjäger
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Antonia Stark, genannt Toni, hat einen ungewöhnlichen Job, denn sie ist Kopfgeldjägerin. Allerdings keine gewöhnliche Kopfgeldjägerin, denn zu ihrem Job gehört es, Vertragsbrüchige des Teufels wieder zurück ...

Antonia Stark, genannt Toni, hat einen ungewöhnlichen Job, denn sie ist Kopfgeldjägerin. Allerdings keine gewöhnliche Kopfgeldjägerin, denn zu ihrem Job gehört es, Vertragsbrüchige des Teufels wieder zurück in die Hölle zu befördern. Doch nicht nur Vertragsbrüchige stehen auf ihrer Liste, sondern auch die Nephilim, Halbwesen, die zur Hälfte Engel, zur Hälfte Mensch sind. Bisher ist sie eine wahre Meisterin ihres Berufs, doch dann soll sie einen jungen Nephilim bannen, hat dabei aber nicht mit dessen persönlichem Schutzengel gerechnet. Plötzlich befindet sich Toni in einem Chaos und zwar in einem Gefühlschaos, denn der Schutzengel bringt sie immer wieder dazu, zu grübeln, ob sie auf der richtigen Seite steht.
Meine Meinung
Schon das Cover ist das erste Highlight und ich musste unbedingt wissen, was dahinter steckt, denn auch der Klappentext klingt ungewöhnlich und erfrischend.
Doch der Einstieg fiel mir zunächst nicht ganz so leicht, denn ich musste mich schon sehr an den ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin gewöhnen. Sie hat eine sehr trockene Art zu erzählen, doch mit ihren wirklich amüsanten Dialogen konnte sie mich dann doch wieder einfangen.
Die Geschichte an für sich liest sich auf jeden Fall leicht und gut verständlich, wenn man erst einmal durchgeblick hat, wer zu wem gehört und welche Ziele derjenige noch verfolgt. Actionreiche Momente wechseln sich ab, mit Momenten, in denen man durchaus auch die Charaktere kennenlernt. Hier und da gab es Momente, bei denen ich dachte, ich wüsste, wohin die Reise geht und es kam dann doch noch ganz anders. Also darf man sich auch noch auf die ein oder andere Überraschung in der Story freuen und auch der berühmte Showdown wartet hier auf den Leser. Neben der Action findet man dann auch noch eine Lovestory, die mir persönlich zwar zu vorhersehbar war, mich aber trotzdem ganz gut unterhalten hat.
Das Setting Flammach klingt nach einer ganz verruchten Verbrecherstadt, zumindest auf den ersten Blick und das dort ein Engel wie Alek zu Gange ist, fand ich eine lustige Vorstellung. Alles in allem konnte ich mir die Umgebung und die darin handelnden Personen gut vorstellen. Gerade dieses Gut und Böse, Engel und Teufel oder hier halt mehr Kopfgeldjäger sind gerade zu Beginn ein interessanter Gegensatz.
Die Perspektiven wechseln zwischen den unterschiedlichen Charakteren und werden von einem dritte Person Erzähler beschrieben. Das lässt dem Leser die Möglichkeit, sich von den einzelnen Personen ein Bild zu machen, allerdings bleibt man dabei auch mehr der reine Beobachter. Aus den Perspektiven von Alek, dem Engel, Tai, einem weiteren Kopfgeldjäger, Nikolaj, dem Nephilim und auch Protagonistin Toni verfolgt man das Geschehen.
Protagonistin Toni mochte ich, denn sie ist eine starke Persönlichkeit, die hier ins Schwanken gerät. Ihre sehr sarkastische Ader und ihre direkte Art haben mir gut gefallen. Dafür fand ich allerdings die Dreiecksgeschichte zwischen ihr, Tai und Alek leider zu klischeehaft, da hätte es für mich ruhig geradliniger bleiben können. Trotzdem fand ich die beiden Charaktere zumindest gut ausgearbeitet und vorstellbar. Mein persönlicher Liebling ist hier auch eher eine Nebenfigur der Geschichte, nämlich der schwule Vampir Lestat. Dieser ist alles andere als der grausamer Blutsauger und brachte für mich Schwung in die Geschichte und mich manches Mal zum Schmunzeln.
Mein Fazit
Eine Urban Fantasy Story mit einer tollen und interessanten Idee dahinter, die mich hin und her schwanken lässt. Den Humor der Geschichte fand ich gut gelungen, an den Schreibstil hingegen musste ich mich gewöhnen. Die Spannung und Action fand ich gut, die Dreiecksgeschichte hingegen wieder zu klischeehaft. Die Charaktere waren gut ausgearbeitet und vorstellbar und gerade die Interaktionen waren gelungen. Die Gegensätzlichkeiten (Engel – Teufel) waren wiederum spannend. Alles in allem konnte mich das Buch gut unterhalten und ich denke Urban Fantasy Fans, die auch Liebesgeschichten in ihrer Story mögen, sind hier gut aufgehoben.

Veröffentlicht am 04.11.2018

Geniale Fortsetzung

Die Opfer, die man bringt
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Achtung, Spoiler zu den vorangegangenen Bänden vorhanden, da Band 6 einer Reihe!

Nachdem Sebastian Bergman auf Grund seiner Handlungen nicht mehr im Team der Reichskriminalpolizei willkommen ist, befindet ...

Achtung, Spoiler zu den vorangegangenen Bänden vorhanden, da Band 6 einer Reihe!

Nachdem Sebastian Bergman auf Grund seiner Handlungen nicht mehr im Team der Reichskriminalpolizei willkommen ist, befindet er sich auf einer Lesereise. Seine Tochter Vanja will in keinster Weise zu ihm Kontakt und hat eine neue Stelle bei der Polizei in Uppsala angetreten. Doch in Uppsala gibt es einen Serienvergewaltiger und Chefin der Polizeibehörde Anne-Lie Ulander bittet Bergman um Hilfe. Das missfällt Vanja so sehr, dass sie bereitwillig zurück zur Reichskommission wechselt, doch es scheint für Vanja kein Entkommen gegenüber Bergman zu geben. Mittlerweile scheint es nämlich als seien zu den Vergewaltigungen auch noch ein Mord hinzugekommen und plötzlich sind die Polizei von Uppsala und die Reichskriminalpolizei miteinander verbunden und das alte Team unfreiwillig vereint.
Meine Meinung
Passend zu den bereits erschienenen Bänden der Reihe ist auch Band 6 in seinem üblichen Gewand zu finden, was natürlich dem Erkennungswert entgegen kommt.
Ich für meinen Teil habe mich riesig gefreut, als ich entdeckte, dass es endlich wieder einen neuen Fall für den wohl egoistischsten Ermittler aller Zeiten geben wird und konnte es kaum abwarten, mit dem Lesen zu beginnen.
Da es bereits eine ganze Weile her war, dass ich den vorangegangenen Band gelesen hatte, musste ich mir gerade zu Beginn doch immer wieder die einzelnen Personen ins Gedächtnis rufen. Doch das erleichtern die Autoren dem Leser ungemein, in dem sie immer wieder bei den einzelnen Charakteren kurze Einblicke in vergangene Ereignisse geben. So war ich dann doch nach kurzer Zeit wieder mitten in Schweden und bei der Reichskommission.
Der Schreibstil liest sich, wie gewohnt, leicht und locker. Schnell wird man von der leichten und klaren Sprache gefesselt und will einfach nur noch wissen, wie es bei den so unterschiedlichen Charakteren weitergeht. Allerdings würde ich sagen, dass es hier doch notwendig ist, die bereits erschienenen Bände zu kennen, denn mittlerweile gibt es doch zu beinahe jedem Charakter eine eigene Geschichte, die von Band zu Band intensiviert wird. Wenn man da nicht völlig im Walde stehen möchte, sollte man also wissen, was es mit den Personen so auf sich hat.
Bei diesem Band hatte ich den Eindruck, dass es hier vielmehr um die Entwicklung der handelnden Personen geht. Es gibt zwar, wie auch sonst immer, einen sehr spannenden Fall, den es zu lösen gilt, doch jeder der Ermittler hat hier seine Geschichte zu erzählen. All das wirkt zusammen sehr komplex und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
In kurzen Kapiteln wechseln die Perspektiven permanent und in einem Tempo, dass man der Handlung atemlos folgt. Bergman, Vanja, Billy, die Opfer und noch mehr Perspektiven kommen zum Zuge und halten den Lesefluss hoch. Man hat hier fast schon das Gefühl, dass in diesem Band bereits auf den nächsten hingearbeitet wird, denn natürlich bleibt man mit dem gewohnten Clffhanger zurück.
Sebastian Bergman, ich mag ihn nicht und doch fasziniert er mich immer wieder aufs Neue. Es ist schon erstaunlich, wie es den Autoren gelungen ist, solch eine Figur zu erschaffen, die man zwar nicht leiden kann, von der man aber trotzdem wissen will, wie es mit ihm weitergeht. Bergman hat mich bisher immer wieder mit seiner Intelligenz beeindrucken können und doch ist er einfach kein Sympathieträger. Seine Beziehung zu Tochter Vanja ist und bleibt schwierig, aber völlig nachvollziehbar. Kaum zu glauben, dass Vanja Bergmans Tochter ist, obwohl sie, was die Intelligenz angeht, wohl wenig in Bermans Schatten steht.
Doch neben Bergman steht dieses Mal der Kriminaltechniker Billy mit im Vordergrund. Bereits in Band 5 gab es eine Situation, die mich entsetzt zurückließ und diese gesamte Entwicklung weiterzuverfolgen, las sich mindestens so spannend, wie der eigentliche Fall.
Alles in allem konnten mich die Autoren Hjorth und Rosenfeldt mit ihren Charakteren wieder einmal völlig überzeugen und zeigten mir all die unterschiedlichen Facetten, die Personen in sich bereit halten.
Mein Fazit
Ein Buch, das mich von Beginn an fesseln und überzeugen konnte. Hier steht einmal nicht der eigentlich Kriminalfall im Vordergrund, sondern die Charaktere, die man schon aus den vorausgegangenen Bänden kennt. Wer diese nicht kennt, dem möchte ich raten, bei dem ersten Band der Reihe zu beginnen. Lesenswert ist jedes einzelne Buch. Mag sein, dass der Fall an sich abgeschlossen endet, doch die Entwicklungen der Personen bauen sich immer mehr auf und zeigen Abgründe, wo man sie nie vermuten möchte. Wer die Reihe mag, für den ist auch der sechste Band ein muss. Ich für mein Teil hoffe sehr, nicht wieder so lange auf eine Fortsetzung warten zu müssen. Komplette Leseempfehlung für die gesamte Reihe!

Veröffentlicht am 04.11.2018

Spannendes Jugendbuch

Jaguarkrieger
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Zwanzig Jahre ist der große Krieg her, seitdem sind weite Teile Deutschlands, auch auf Grund der Radioaktivität, unbewohnt oder auch einfach nicht mehr bewohnbar. Bis auf wenige Privilegierte, die im noblen ...

Zwanzig Jahre ist der große Krieg her, seitdem sind weite Teile Deutschlands, auch auf Grund der Radioaktivität, unbewohnt oder auch einfach nicht mehr bewohnbar. Bis auf wenige Privilegierte, die im noblen Sektor 1 wohnen, leben die Menschen an Randbezirken der noch bewohnbaren Städte. Für die Menschen im Sektor gibt es sogar ein Extra, denn sie können sich bei der Firma Optigenio Kinder genetisch verändern lassen und sozusagen nach ihren Wünschen gestalten. Einer von diesen Kindern ist Will, doch laut seinen Eltern war er trotz aller genetischen Veränderungen fehlerhaft und so wuchs er, mit anderen Kindern, sogenannten Rückläufern, in einem Waisenhaus auf. Nun ist er sechzehn und für sich selbst verantwortlich, gemeinsam mit Freunden hat er einen Clan, den Jaguarkriegern, mit dem er Computerspiele spielt und darin sehr erfolgreich ist. Bis er eines Tages von Optigenio gesucht wird. Will ist dies nicht geheuer und er flüchtet.
Meine Meinung
Dieses sehr schön gestaltete Cover machte mich unglaublich neugierig auf seinen Inhalt, denn von dem Buch hatte ich bis zum Entdecken des Covers noch gar nichts gehört. Was sehr schade ist, denn diese Geschichte bedarf einiges mehr an Aufmerksamkeit.
Der Einstieg war noch ein wenig undurchsichtig, da die Autorin ihren Leser gleich mitten ins Geschehen wirft. Doch schon schnell war man von den Begebenheiten gefesselt, denn Christine Ziegler schafft es geschickt, bereits vergangene Ereignisse mit in die aktuelle Handlung einzubauen. Sie erklärt, was vor zwanzig Jahren passiert ist und wie die Menschen heute leben und all das auch mit einem sehr fesselnden, leichten Schreibstil. Dieser lässt sich nicht nur von der Zielgruppe der jüngeren Leser gut lesen, sondern bietet auch dem Erwachsenen spannende Lesestunden. Wer Bücher mit dystopischen Hintergrund mag, der ist hier bestimmt gut aufgehoben.
Auch die Geschichte selber ist gleich von Beginn an spannend und diese Spannung kann sich auch im gesamten Verlauf des Buches halten. Man flieht, man kämpft und dabei bekommt man noch einen guten Eindruck darüber, wie es nun in Deutschland aussieht. Das Setting liest sich, als wäre man gemeinsam mit Urbexern bei einer Lost Places Besichtigung und erweckt Gänsehaut. Ich hatte ein sehr klares Bild vor Augen, wie unsere Welt aussehen würde, wenn es wirklich einmal so weit käme. Was mir hier auch sehr gut gefällt, ist die Tatsache, dass die Ereignisse innerhalb der Geschichte vorstellbar sind.
Erzählt wird die Geschichte zum größten Teil aus zwei unterschiedlichen Perspektiven durch einen dritte Person Erzähler. Abwechselnd aus der Sicht des Protagonisten Will und später aus der Sicht des Antagonisten Daniel verfolgt der Leser das Geschehen und bekommt dadurch einen sehr guten Einblick und Hintergrundinformationen. Hier und da gibt es noch kleinere Einblendungen aus anderer Perspektive, die mir zunächst noch etwas willkürlich vorkam, aber sehr schnell einen Sinn ergaben.
Protagonist Will ist, gerade auch von der Beschreibung her, ein sehr kämpferischer Held, der sich weder etwas vorschreiben lassen will noch schnell aufgibt. Als Jaguarkrieger spielt er Computersimulationen und ist dort als Spieler berühmt. Aber auch in der Realität ist er mutig, stark, loyal, also alles in allem eine Figur, mit der sich jugendliche Leser bestimmt sehr schnell identifizieren können. Doch auf Grund seiner Vorgeschichte wirkt er, gerade zu Beginn, auch ein wenig verbittert und vor allem misstrauisch. Auf seiner Flucht lernt er die gleichaltriger Mia kennen. Diese öffnet Will ein wenig Herz und Augen, da sie nach wie vor an das Gute im Menschen glaubt. Sie begleitet Will auf seinem Weg und so nach und nach beginnt sich auch der verschlossene Will immer mehr zu öffnen. Mia ist mir, auch auf Grund ihrer lockeren Art, sehr schnell ans Herz gewachsen. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und ist durchweg sympathisch, wenn auch sehr naiv.
Ihr Gegner ist Daniel, der von Optigenio den Auftrag erhält, Will zurückzubringen. Doch Daniel ist voller Vorurteile, vor allem genoptimierten Menschen gegenüber. Doch auch ihn umgibt ein Geheimnis, von dem er selbst nichts ahnt. Er ist knallhart, schonungslos und verbittert und spielt seine Rolle als Antagonist hervorragend.
Neben den beiden Protagonisten und dem Antagonisten gibt es nur eine handvoll Nebencharaktere, die noch Einfluss auf die Handlung nehmen. Besonders gut gefallen hat mir Hannibal, der Programmierer und Freund von Will. Auch wenn er gar nicht viel älter zu sein scheint, kommt er ein wenig wie der väterliche Freund rüber, der aber doch hin und wieder auch unbedarft handelt.
Mein Fazit
Ein tolles Jugendbuch mit dystopischen Hintergrund, der spannende Abwechslung und gute Unterhaltung bietet und das sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene. Durchdachte und facettenreiche Protagonisten lassen den Leser mitfiebern, dazu kommt dann noch eine interessante Hintergrundstory rundum Genmanipulation und Computerspielen, so dass hier keine Langeweile aufkommt. Lesetipp!