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Veröffentlicht am 18.10.2018

Überzeugender Reihenauftakt

Renegades - Gefährlicher Freund
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Bereits 10 Jahre ist es her, dass die damals erst sechsjährige Nova mit ansehen musste, wie ihre Familie von einem Mafiamitglied getötet wurde und das obwohl die Superhelden, die Renegades, versprochen ...

Bereits 10 Jahre ist es her, dass die damals erst sechsjährige Nova mit ansehen musste, wie ihre Familie von einem Mafiamitglied getötet wurde und das obwohl die Superhelden, die Renegades, versprochen hatten, auf die Familie aufzupassen. Ihr Onkel, Ace Anarcho, ein Anarchist, nahm sie damals bei sich auf und zog sie gemeinsam mit anderen Anarchisten groß. Heute wird die Stadt Gatlon von den Renegades, den Superhelden, überwacht und auch fast schon regiert, doch Nova gehört zur Gegenseite, denn als sie Hilfe brauchte, war kein Renegade in Sicht. Doch gemeinsam mit den anderen Anarchisten entwickelt Nova einen Plan und schleicht sich als Wunderkind bei den Renegades ein. Hier trifft sie auf Adrian, dem Sohn des Anführers Captain Chrom und seinem Partner und langsam kommen Nova Zweifel an ihrem Vorhaben.
Meine Meinung
Auch wenn das Cover nicht unbedingt meinen Geschmack trifft, machte es mich doch zumindest neugierig genug, den Klappentext in Augenschein zu nehmen und dieser versprach eine spannende Geschichte rund um Superhelden. Letzen Endes passt das Cover durchaus sehr gut zu dem Inhalt der Geschichte.
Der Einstieg fiel relativ leicht, denn der Prolog war schon gleich spannend und auch ein wenig schockierend, somit wurde man neugierig genug auf den weiteren Verlauf der Handlung, der zunächst einen großen Zeitsprung macht. Den Einstieg erleichterte auch das Personenverzeichnis zu Beginn ungemein, denn hier erfährt man die Namen, die Zugehörigkeit und die Eigenschaften der wichtigsten Charaktere, denn es sind durchaus schon einige Personen, die man hier kennenlernt.
Aber auch Marissa Meyers Schreibstil macht es dem Leser sehr leicht, sich in der Geschichte zurecht zu finden und regelrecht nach Gatlon City ziehen zu lassen. Sie schreibt insoweit bildlich, dass man sich gut vorstellen kann, was gerade passiert, ohne dabei ausschweifend zu werden und sich in Details zu verlieren. Die eigene Fantasie des Lesers wird mit angeregt und es macht Spaß und ist abwechslungsreich. Die 640 Seiten waren ganz schnell gelesen, denn das Buch wird zu einem wahren Pageturner. Sprachlich ist Marissa Meyer jung und modern, so dass die Geschichte auch perfekt für jüngere Leser geeignet ist.
Wie bereits erwähnt, ist schon der Prolog sehr spannend und auch wenn es danach einen Zeitsprung von zehn Jahren gibt, bleibt alles klar und verständlich. Die Handlung ist sehr abwechslungsreich, es gibt spannende Momente mit viel Action und Kampf, es gibt ruhigere Momente, in denen man mehr über die Protagonisten, aber auch über den ein oder anderen Nebencharakter erfährt und ganz nebenbei gibt es auch die ersten Anzeichen, dass sich hier eine Liebesgeschichte anbahnt. Es wird hier zu keiner Zeit langweilig und man möchte permanent wissen, wie es weitergeht oder was denn damals passiert ist. Hin und wieder bekommt man eine Auflösung, aber Marissa Meyer behält sich vor, noch genügend Fragen offen zu lassen, so dass man durchaus dem nächsten Band entgegen fiebert. Allein mit dem Ende hat sie mich absolut verblüfft, denn das habe
Gut gelungen finde ich, dass Marissa Meyer dem Leser wechselnde Perspektiven zeigt. Zum einen erfahren wir vieles durch Adrian über die Renegades und deren vorgehensweise, doch durch Nova erleben wir, wie die Anarchisten leben und wie diese wirklich sind. Auf keiner der beiden Seiten ist alles gut oder böse, schwaz oder weiß, nein, es gibt viele Facetten und da auf beiden Seiten auch viele Charaktere stehen, auch völlig unterschiedliche Persönlichkeiten. Dieser Rundumblick gibt dem Leser genügend Gelegenheit, sich selbst ein Bild nicht nur von den Personen sondern auch von den Handlungen dieser zu machen. Wiedergegeben wird das Ganze von einem personellen Erzähler in der dritten Person.
Protagonisten der Geschichte sind Nova, Anarchistin und Adrian, Renegade, sozusagen zwei Seiten der Medaille. Nova mochte ich gleich von Beginn an, was auch damit zusammenhängt, dass man gleich zu Beginn ihre Vergangenheit live miterlebt und davon berührt wird. Sie wächst bei den Anarchisten auf und verachtet die Renegades, schon aus dem Grund, weil sie ihr, als sie Hilfe brauchte, nicht kamen, trotz eines vorher gegebenen Versprechens. Doch schnell merkt auch Nova, dass nciht alles nur der Schein ist und beginnt über ihre eigenen Ziele nachzudenken. Ihre Entwicklung hat mir gefallen und war logisch. Adrian kam mir ein wenig wie der niedliche, etwas verhätschelte Sohn des Chefs vor, auch wenn er durchaus sehr nett ist, war er mir einfach noch zu brav. Doch auch Adrian hat schon früh seine Mutter verloren und ist auf der Suche nach ihrem Mörder. Ich kann mir gut vorstellen, dass noch einiges in ihm steckt, was wir schon ansatzweise sehen durften, denn auf alle Fälle ist er loyal, mutig und einfallsreich.
Aber auch die Nebencharaktere können sich sehen lassen, denn auch diese sind gut ausgearbeitet und werden dem Leser intensiv vorgestellt, bleiben aber trotzdem Nebencharaktere. Marissa Meyer bringt es genau auf den Punkt, das wichtigste der einzelnen Persönlichkeiten hervorzuheben. Ganz besonders interessant fand ich den zehnjährigen Max, der ebenso wie Adrian, als Adoptivsohn des Captains und dessen Partner aufwächst. Max ist etwas ganz besonderes und ich denke auch, dass er hier ebenfalls noch für weitere Überraschungen sorgen wird.
Mein Fazit
Spannend, abwechslungsreich, toll geschrieben und facettenreiche Superhelden. EIn Buch, das mir sehr gute Unterhaltung brachte und trotz seines Umfangs schnell durchgelesen war, weil ich permanent wissen wollte, wie es weitergeht. Man kann selber mit Vermutungen aufstellen, aber auch mitfiebern und die gesamte Mischung lassen diese Geschichte eine sehr gelungene Superheldenstory werden. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 14.10.2018

Geniale Fortsetzung - Highlight!

Gemina. Die Illuminae Akten_02
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Auf der Sprungstation Heimdall sind Festaktivitäten zum Terratag in vollem Gange, als die Bewohner der Raumstation von einer feindlichen Einheit angegriffen werden. Hanna, die Tochter des Kommandanten, ...

Auf der Sprungstation Heimdall sind Festaktivitäten zum Terratag in vollem Gange, als die Bewohner der Raumstation von einer feindlichen Einheit angegriffen werden. Hanna, die Tochter des Kommandanten, kam zu spät zur Veranstaltung, so dass sie nun allein durch die Station irrt, auf der Flucht vor der feindlichen Kampfeinheit. Doch Hanna ist nicht alleine, denn auch der Nik, Sohn eines Verbrechers, und Ella, seine Cousine, sind ebenfalls noch nicht gefangen worden. Doch nicht nur das bedroht Heimdall, denn gleichzeitig droht ein Wurmloch nicht nur die Station sondern das gesamte Raum-/Zeitkontinuum zu zerstören. Während all diesen Ereignissen befindet sich auch noch die Hypatia auf dem Anflug und an Bord hat sie die Flüchtlinge des kürzlich überfallenen Planeten Kerenza.
Meine Meinung

Endlich gehen die Illuminae Akten weiter und ich habe mich auf diese Fortsetzung unheimlich gefreut, da Band 1 mit all seiner Andersartigkeit ein absolutes Highlight für mich war. Auch Band 2 ist genauso genial gestaltet wie schon der erste Band und als zusätzliches Highlight gibt es noch wunderschöne Illustrationen von keiner geringeren als Autorin Marie Lu, die scheinbar ein Allroundtalent zu sein scheint.
Dadurch, dass ich die Gestaltung bereits aus dem ersten Band kannte, war diese nun keine Überraschung mehr, doch sie konnte mich wieder genauso in ihren Bann ziehen, wie schon Band 1. Dieses Mal bekommt man auch die ein oder andere Antwort geliefert, was auf Kerenza vorgefallen ist und was man hier zu vertuschen versucht hat.
Dadurch das der gesamte Roman wieder in einer Art Aktenform aufgebaut ist, hat man wieder das Gefühl, reale Ereignisse nachzulesen. Das konnte mich wieder richtig packen und mitnehmen. Dadurch kann ich jetzt zum Schreibstil selber nur wenig sagen, allerdings sind die Berichte, z. B. Kameraauswertung, sehr deutlich und klar geschrieben, so dass man als Leser durchaus miterleben kann, was sich auf Heimdall ereignet hat. Neben diesen Kameraauswertungen gibt es wieder Chatverläufe, Emailverkehr, Auszüge aus einem Tagebuch und noch einiges mehr, was zur Aufklärung der Ereignisse im All beitragen soll. Ich fand es zu keiner Zeit langweilig, denn vor allem die Chatverläufe zwischen Ella, Nic und Hanna brachten mich trotz aller Spannung und Ernstes der Lage immer wieder zum Schmunzeln.
Durch diverse Karten und auch Fotos bzw. Illustrationen hat man beim Lesen der Akten das Gefühl, regelrecht mitzuverfolgen, was da geschieht und die Personen zu kennen. Die Ereignisse überschlagen sich regelrecht und es passieren so viele Dinge auf einmal, mit denen gerade auch die Hauptcharaktere nicht gerechnet haben, dass man das Buch kaum auf Seite legen kann und ich hatte wieder einmal eine lange Lesenacht.
Im Gegensatz zu Band 1 haben wir dieses Mal neue Protagonisten, denn wir verlassen die Raumschiffe. Auf Heimdall lebt Hanna, die Tochter des Kommandanten. Reich, verwöhnt, vielleicht auch ein wenig arrogant, so kommt sie beim Lesen des Beginns dem Leser noch vor. Doch in Hanna steckt eine absolute Kämpfernatur und man merkt, dass ihr Vater ihr eins auf jeden Fall beigebracht hat: zu kämpfen, um zu überleben. Neben ihr stehen Nic, Sohn eines Mafiosos, der sich illegal auf Heimdall aufhält und dort mit dem Verkauf von Drogen sein Geld verdient und dessen Cousine Ella. Ella ist gerade einmal fünfzehn Jahre alt, aber ein absolutes Genie am Computer, die mit ihren Hackerfähigkeiten für manch Überraschung sorgt. Aber nicht nur damit, denn as man Näheres zu ihr erfährt, konnte mich das absolut überraschen.
Mein Fazit

Band 2 steht Band 1 in Nichts nach, sei es Kreativität, Aufbau, Gestaltung, Einfallsreichtum und Überraschungen in den Ereignissen. Es war absolut spannend wieder mitzuverfolgen, was sich im All abgespielt hat und dieses Mal gibt es auch den ein oder anderen Moment, der Klarheiten zu bereits vergangenen Ereignissen aus Band 1 liefert. Trotzdem halten die Autoren sich natürlich alles Optionen offen, genauso wie das Ende. Ich würde am allerliebsten gleich weiterlesen, aber es heißt wohl wieder Geduld haben. Wer Band 1 mochte, wird Band 2 lieben, allen anderen möchte ich sagen: unbedingt reinschnuppern, denn diese Reihe ist verblüffend in jeder Hinsicht.

Veröffentlicht am 14.10.2018

Atemberaubendes Finale

AMANI - Heldin des Morgenrots
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Achtung, Band 3 – inhaltliche Spoiler vorhanden!

Alles scheint, als wäre der Kampf gegen den tyrannischen Sultan Mirajis verloren, die Rebellen sind entweder geflohen oder gefangen genommen, genauso wie ...

Achtung, Band 3 – inhaltliche Spoiler vorhanden!

Alles scheint, als wäre der Kampf gegen den tyrannischen Sultan Mirajis verloren, die Rebellen sind entweder geflohen oder gefangen genommen, genauso wie auch Rebellenprinz Ahmed. Shazad ist spurlos verschwunden und Amani bleiben nur noch wenige Verbündete bei ihrer Mission. Nun heißt es einen Plan zu erstellen oder aufzugeben, doch aufgeben war noch nie eine Option für Amani. Es gibt noch eine Möglichkeit, doch dieses Unterfangen stellt sich als äußerst schwierig heraus, dank Tamids Hilfe haben sie die Stadt Eremot auf den Karten gefunden und hier gibt es einen, der ihnen helfen könnte, Ahmed und die Rebellen zu befreien. Kurzerhand ziehen Amani und ihre Gefährten los, denn auch wenn die Chance noch so klein erscheint, es ist ihre letzte und einzige.
Meine Meinung

Ich habe mich riesig auf diesen letzten Band der Amani Trilogie gefreut, denn bereits die beiden Vorgänger waren absolute Highlights für mich. Auch Band drei hat mich hier in keinster Weise enttäsucht, aber ich beginne mal von vorne.
Das Cover passt auch dieses Mal wieder perfekt zu den Vorgängern und nebeneinander sehen diese Bücher wirklich toll aus. Also rein optisch schonmal wieder ein Highlight.
Dank einer wirklich tollen Übersicht der bisher handelnden Personen zu Beginn des Buches, fand ich dieses mal auch recht schnell wieder in die Geschichte, da ich nun doch gleich wieder wusste, wer was gemacht hat und wer wer war. Auch sonst war ich schnell wieder bei Amani und ihren restlichen Verbündeten und habe ordentlich mit ihnen mitgehofft, mitgebangt und gezittert.
Alwyn Hamilton konnte mich mit ihrem flüssigen und einnehmden Schreibstil begeistern und fesseln. Dabei ist der Grundton in dieser Geschichte eher dunkler, fast schon aussichtsloser gehalten, denn es gibt wirklich kaum noch eine Chance für Amani und ihre Rebellen, diesen Kampf zu gewinnen.
Ganz besonders gut hat mir die Spannung des Buches gefallen, es wird hier niemals langweilig und es passiert so vieles, bei dem man förmlich mit Amani mitleidet. Es gibt wieder ganz viel Abwechslung von Spannung und Abenteuern, aber auch viel Fantasy durch Magie, Freundschaft und auch ein bisschen was fürs Herz. Wobei sich gerade dieser letzte Teil sehr zurückhält und im genau passenden Maße mit eingeflochten wird. Die gesamte Umsetzung dieses finalen Bandes konnte mich restlos begeistern und ich war an nur einem Nachmittag schon wieder zurück aus Miraji. Man spürt bei diesem finalen Band einfach, dass die Situation ernst ist und alles davon abhängt, wie Amanis Handlungen verlaufen werden und der Showdown am Ende hat dann auch wirklich so einiges zu bieten und brachte mich so manches Mal dazu mit den Tränen zu kämpfen.
Wie auch schon in den beiden ersten Bänden bin ich wieder vom Worldbuilding ganz angetan, diese Mischung aus orientalischen Märchen und moderner Fantasy, wie z. B. Leylas Erfindungen, wirken beim Lesen so natürlich, als gäbe es sie wirklich. Genauso sollte es in einem Fantasybuch auch sein und Alwyn Hamilton hat hier wirklich an alles gedacht.
Wie auch schon in den ersten beiden Bänden wird die Geschicht in Ich-Form aus der Sicht Amanis erzählt, in diesem Band gibt es auch immer wieder kleinere “Geschichten”, eher Legenden, die von Amani und ihren Freunden später erzählt werden.
Die Charaktere der Geschichte haben es mir ganz besonders angetan, allen voran Amani. War sie in Band 1 noch ein freches, impulsives Mädchen das häufig aus dem Bauch heraus entschieden hat, ist sie nun wesentlich reifer geworden. Oftmals verfolgt man ihre innere Zerrissenheit, wenn sie nicht weiß, ob sie wirklich richtig handelt. Sie ist nachdenklicher geworden, weiß, dass sie nur noch diese eine Chance hat, um vielleicht noch alles zum Guten zu bewegen. Genau diese Entwicklung hat mich aber auch richtig überzeugt, aus dem rebellischen Kind ist eine junge Frau geworden.
Besonders gut gefallen hat mir ihre Beziehung zu Jin, die hier aber nicht in den Vordergrund gestellt wird, was mir persönlich wirklich richtig gut gefallen hat. Jin ist bereit alles für Amani zu geben und wenn sie zweifelt, gibt er ihr Halt. Aber auch alle anderen Nebenfiguren sind mittlerweile wie gute Freunde geworden, sei es der Rebellenprinz Ahmed mit seiner großherzigen Art, die immer entschlossene Shazad oder die Zwillinge. Ganz besonders gefallen hat mir in diesem Band Sam, der mit seinen vielen Sprüchen oftmals die Situationen auflockerte.
Mein Fazit

Freunde der ersten beiden Bände werden nicht umhin kommen, auch Band 3 zu lesen, der für mich sogar der beste Band der Reihe war. Die Entwicklungen der Handlung, aber auch der Personen, hat mich völlig überzeugt und war spannend und abwechslungsreich. Worldbuilding und Charaktere haben mich tief in ihren Bann gezogen und ließen mich erst aus der Welt Amanis wieder auftauchen, als ich die letzte Seite gelesen habe. Eine wirklich tolle Reihe, die ich Fantasyfans gerne ans Herz legen möchte.

Veröffentlicht am 11.10.2018

Nora einmal anders

Schattenmond
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Traditionell wie jedes Jahr feiern die MacLeod Brüder gemeinsam mit ihrer Familie das neue Jahr in ihrer alten Heimat in Schottland. Bei einer Jagd erlegt Ross MacLeod einen Fasan und verletzt sich an ...

Traditionell wie jedes Jahr feiern die MacLeod Brüder gemeinsam mit ihrer Familie das neue Jahr in ihrer alten Heimat in Schottland. Bei einer Jagd erlegt Ross MacLeod einen Fasan und verletzt sich an einem Knochen beim Köpfen des Tieres. Niemand denkt sich etwas dabei, doch schon am Abend fühlt er sich nicht mehr wohl und die Heimreise in die Staaten übersteht er nur so gerade noch. Zu Hause nimmt das Schicksal seinen Lauf und während Ross sich hinlegt, beginnt auch seine Frau sich unwohl zu fühlen. Ein Virus, Forscher sagen eine mutierte Vogelgrippe, doch Vögel erkranken nicht, breitet sich rasend schnell aus und in kürzester Zeit sterben große Teile der Weltbevölkerung. Aber es gibt auch Immune und einige von ihnen haben übernatürliche Fähigkeiten, so wie die Köchin Lana und deren Lebensgefährte Max, ein Schriftsteller. Die beiden fliehen aus New York und gründen eine Gemeinschaft: New Hope.
Meine Meinung
Ich bin ein großer Fan von Endzeitromanen, wobei ich bei diesem Cover hier sagen muss, dass ich solch einen nicht dahinter vermutet hätte. Es sieht nach einer eher romantischen Geschichte aus, wie man sie von Nora Roberts kennt. Genauso auch Cover und Klappentext, die zwar die LeserInnen der Autorin eher anlocken würden, aber auch ein wenig in die Irre führen. Genau das fände ich aber schade, denn Nora Roberts hat hier eine Geschichte geschrieben, mit der sie mich regelrecht verblüfft hat. Hier ist defintiv nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen und Roberts hat durchaus auch den Mut, einschneidende Momente bei wichtigen Personen mit einzubringen. Damit konnte sie mich durchaus immer wieder schockieren.
Schon der Beginn hat mir sehr gut gefallen und zog mich in seinen Bann, denn es gibt hier immer wieder die Andeutungen, dass bald etwas Unvorstellbares passieren wird, dazu noch eine Prophezeiung und ich war gefesselt. Der Schreibstil ist auf der einen Seite durchaus typisch für die Autorin, auf der anderen Seite jedoch ist sie hier sprachlich wesentlich härter, als man es aus ihren Liebesromanen kennt. Wer jedoch auch Bücher von “J.D. Robb” liest, weiß, was ich meine. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel und wie vielseitig die Autorin schreibt. Hier ist es auf jeden Fall sehr mitreißend und bildhaft erzählt und man hat schnell eine Vorstellung, welche Ausmaße die Katastrophe genommen hat.
Der Beginn ist sehr spannend und auch sonst schafft es die Autorin mich bei der Stange zu halten, zwar gibt es immer mal wieder Momente, in denen die Spannung etwas abflacht, doch insgesamt konnte ich mich gut in das Geschehen versetzen und miterleben, was passierte. Zugegeben, mit der Idee, dass ein Virus ausbricht und die Menschheit dahinrafft, wird das Rad nicht neu erfunden und doch baut Nora Roberts hier Elemente ein, mit denen man so auch nicht unbedingt rechnet. So gibt es Überlebende, die plötzlich magische Fähigkeiten entwickeln, bzw. schon vorher eine Art sechsten Sinn hatten. Es kommt zu Konflikten zwischen den “normalen” Immunen und denen mit magischen Fähigkeiten. Die Regierung, soweit es überhaupt noch eine gibt, verliert völlig die Kontrolle und immer mehr Menschen sterben, Überlebende flehen etc. Die Umsetzung des Gesamten hat mir gut gefallen und mich sehr gut unterhalten und ja, auch wenn es vom Ton her anders klingt, musste ich doch auch irgendwo an The Stand von Stephen King denken.
Ein personeller Erzähler in dritter Person gibt durch viele wechselnde Perspektiven Einblicke in die Entwicklung der einzelnen Charaktere. Dabei kann man aber nicht nur zusehen, sondern erfährt auch mehr über die Gefühle und Gedanken der Personen. Man bekommt einen sehr guten Überblick und ich hatte keine Schwierigkeiten, den einzelnen Handlungssträngen zu folgen.
Die Charaktere sind trotz schwindender Menschheit doch recht vielzählig, doch ich muss sagen, dass ich es sehr gut mitverfolgen konnte und auch das Unterscheiden der Hauptcharaktere mir keinerlei Probleme bereitete. Zumal sich die Personen in den einzelnen Handlungssträngen auch von ihrer Art völlig voneinander unterscheiden. Da sind z. B. Lana und Max, die, wie andere Überlebende auch, aus der Stadt New York fliehen. Beide haben übernatürliche Fähgikeiten und sind etwas besonderes. Doch nicht nur diese beiden sind wichtig für die Entwicklung der Geschichte, sondern auch eine ganze Menge mehr Personen. Alle sind gut und vorstellbar ausgearbeitet und facettenreich dargestellt.
Mein Fazit
Nora Roberts einmal völlig anders, aber mir hat es sehr gut gefallen und brachte mir wirklich spannende Lesestunden. Wer hier einen Liebesroman erwartet, ist allerdings auf dem Holzweg, denn es geht hier, wie man es bei einer Endzeitgeschichte auch erwartet, durchaus auch härter zu. Wer Endzeitromane mit einer Portion Fantasy mag, der ist hier gut aufgehoben. Ich bin durchaus neugierig, wie sich das alles weiterentwickeln wird und freue mich auf den nächsten Band.

Veröffentlicht am 11.10.2018

Schöne, winterliche Geschichte

Sternstunde
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Die beinahe achtjährige Kim liebt die Sterne, allen voran den Weihnachtsstern. Kein Wunder, denn Kim ist am Heilig Abend geboren. Mit zweitem Namen heißt sie Stella, was nichts anderes bedeutet als Stern, ...

Die beinahe achtjährige Kim liebt die Sterne, allen voran den Weihnachtsstern. Kein Wunder, denn Kim ist am Heilig Abend geboren. Mit zweitem Namen heißt sie Stella, was nichts anderes bedeutet als Stern, so wird sie auch von ihrer Mutter genannt. Doch dann hört die Kleine bei einer wissenschaftlichen Sendung im Radio, dass ausgerechnet ihr wundervoller Weihnachtsstern ein Komet war und aus Staub und Gas bestehen sollte. Als sie durch den Besitzers eines Bastelladens, bei dem ihre Mutter immer einkauft, den Astrophysiker Sanftleben kennenlernt. Dieser zeigt Kim die Sterne und erklärt ihr alles.
Meine Meinung
Dieses bezaubernde Büchlein ist nicht nur äußerlich wunderhübsch, sondern besticht auch durch seine wirklich süße Geschichte, die schon die erste kleinere Weihnachtsstimmung beim Lesen hervorruft. Autorin Karin Kalisa erzählt die Geschichte der kleinen Kim mit sehr viel Gefühl und mit ganz besonderen Worten, die gleich auch eine winterliche Atmosphäre gibt. Dabei erzählt sie von Dingen, an die man selbst gerne zurückdenkt, wie Schneeballschlachten mit Freunden und noch viel mehr. Neben dieser wundervollen Erzählung dürfen wir sogar noch ein wenig über Sterne lernen und lauschen gemeinsam mit der kleinen Kim dem Herrn Sanftleben. Allein dieser Name passt so gut zu dem Mann und bei der ersten Beschreibung, die die Autorin von ihm gab, musste ich sogar an den Weihnachtsmann denken. Eine Geschichte über eine bezaubernde Familie mit zwei tollen Kindern, über Freundschaft und darüber, dass man auf dem ersten Blick doch nicht gleich jeden richtig einschätzen kann und sollte.
Mein Fazit
Wer einen ersten stimmungsvollen Blick auf die Winter- und Weihnachtszeit werfen möchte, sollte sich einmal in diese schöne und vor allem toll erzählte Geschichte hineinlesen, Mich hat die Geschichte zum Lächeln gebracht und ließ mich mit einem schönen, warmen Gefühl im Bauch zurück.