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Veröffentlicht am 19.08.2018

Schöne Liebesgeschichte

Over the Moon
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Veronica Wilde ist jung und bildschön und genau diese Merkmale hat sie genutzt, denn sie ist Schauspielerin. Doch Veronica ist nicht irgendeine Schauspielerin, denn sie spielt ihre Rollen im Alltag, sei ...

Veronica Wilde ist jung und bildschön und genau diese Merkmale hat sie genutzt, denn sie ist Schauspielerin. Doch Veronica ist nicht irgendeine Schauspielerin, denn sie spielt ihre Rollen im Alltag, sei es, um die Freundin eifersüchtig zu machen oder einen Geschäftspartner als schöne Freundin zu beeindrucken. Doch dann trifft sie Baxter, ein junger Mann, der sich für andere einsetzt und jederzeit bereit ist, zu helfen. Baxter hat etwas erfunden, mit dem man Obdachlose ein wenig Schutz bieten könnte, doch niemand hat Interesse an seinem Produkt. Als er Veronica trifft, sind sie sich alles andere als sympathisch, aber diese beschließt dann doch, Baxters Auftrag anzunehmen und als seine Geschäftspartnerin aufzutreten und ihn in Unternehmerkreisen bekannt zu machen. Sie lernen sich immer näher und besser kennen und müssen sich eingestehen, dass keiner von ihnen so ist, wie es auf dem ersten Blick erscheint.
Meine Meinung
Als großer Fan von schönen Covern kann ich bei diesem hier sagen, dass es wirklich absolut hübsch ist und zwar in Natura noch ein wenig mehr als auf einem Foto. Aber auch der Inhalt hat mir sehr gut gefallen und brachte mir tolle, leichte Unterhaltung an einem gemütlichen Strandtag in der Sonne.
Was ich leider vor diesem Buch nicht wusste, ist, dass es sich hier scheinbar um eine Reihe handelt, denn wie ich herausgelesen habe, kannte man Veronica bereits aus dem ersten Buch der Autorin Samantha Joyce, nämlich Among the Stars. Allerdings spielt sie da wohl nur eine Nebenrolle und um dieses Buch zu verstehen, sind keinerlei Vorkenntnisse von Nöten.
Samantha Joyces Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, denn sie schreibt modern und jung, dabei gut verständlich und flüssig. Auch die emotionale Seite der Geschichte bringt sie mit viel Gefühl in ihrem Roman mit ein und somit sorgte sie für eine wirklich schöne Liebesgeschichte.
Zwar kann man bei Liebesromanen das Rad nicht neu erfinden und doch konnte mich dieses Buch einfach fesseln, was nicht zuletzt auch ein wenig an dem Protagonisten Bax gelegen hat, der mir hier vom ersten Augenblick an gefallen hat. Die Entwicklung der ganzen Geschichte mag ein wenig vorhersehbar sein, lässt sich aber trotzdem gut lesen und für einen Moment alles um einen herum vergessen. Eine Geschichte, in die man tief versinken kann, weil es einfach schön ist. Die Dialoge zwischen den Charakteren, allen voran zwischen den Protagonisten, sind spritzig und bringen zum Schmunzeln. Durch Baxters Art und Veronicas Vergangenheit bekommt die Geschichte dann noch den nötigen Tiefgang und das alles ohne viel Schmacht und Schnulz. Einziger Wehrmutstropfen war die etwas unglaubwürdige Entwicklung bezüglich Veronicas Vergangenheit, die mir einfach zu konstruiert wirkte, aber ansonsten war es einfach eine sehr nette und unterhaltsame Geschichte.
Aus abwechselnder Perspektive zwischen Baxter und Veronica, jeweils in der Ich-Form, lernen wir die Protagonisten der Geschichte kennen und dürfen auch an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben.
Toll ist hier, das die Autorin mal sozusagen die Rollen vertauscht, denn die beiden Protagonisten des Romans sind nicht die typischen Charaktere der Liebesgeschichten in diesem Genre. Veronica scheint auf den ersten Blick die eiskalte Geschäftsfrau zu sein, die es in erster Linie auf Erfolg und Geld abgesehen hat. Doch in ihr ist natürlich ein längst vergangenes Ereignis vergraben, dass sie so handeln lässt, wie sie es letzten Endes auch macht. Erst so nach und nach zeigt sie Baxter, wer sie wirklich ist, während der Leser durchaus immer mal wieder hinter ihre Fassade blicken kann. Baxter hingegen ist einfach ein durchweg sympathischer Mann, der ein wenig naiv und chaotisch wirkt, der aber ganz viel Herz hat und das für alle seine Mitmenschen. Er bewegt so einiges und das auch in Veronica. Ich mochte ihn vom ersten Moment an, während ich bei Veronica durchaus ein wenig Zeit benötigte, um mit ihr warm zu werden. Was aber hier auch absolut so gewollt zu sein scheint.
Neben den beiden Charakteren gibt es noch den ein oder anderen Nebencharakter, von denen aber die meisten eher blass bleiben und einfach nur auf die Beziehung der Protagonisten und den Handlungsverlauf einwirken.
Mein Fazit
Eine schöne Liebesgeschichte die für schöne und unterhaltsame Lesestunden sorgte und mir gut gefallen hat. Auch ohne den ersten Band Among the Stars zu kennen, lässt sich diese Geschichte locker und leicht lesen. Mit Humor und Herz erzählt die Autorin ihre Geschichte, die ein wenig zum Träumen einlädt. Leseempfehlung für alle, die es gerne romantisch humorvoll mögen.

Veröffentlicht am 19.08.2018

Absolut atmosphärisch

Ins Dunkel
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Ermittler Aaron Falk von der australischen Polizei ist einem Unternehmen auf der Spur, das Geldwäsche betreibt. Als Informantin dient ihm die Mitarbeiterin des Unternehmens Alice Russel. Doch kurz bevor ...

Ermittler Aaron Falk von der australischen Polizei ist einem Unternehmen auf der Spur, das Geldwäsche betreibt. Als Informantin dient ihm die Mitarbeiterin des Unternehmens Alice Russel. Doch kurz bevor sie als Zeugin aussagen soll, nimmt sie noch an einer Wanderung durch den australischen Busch teil, der von der besagten Firma organisiert wird. Gemeinsam mit vier weiteren Kolleginnen sollen sie lediglich mit einer Karte und einem Kompass ausgerüstet ihren Weg finden. Allerdings verschwindet Alice spurlos und plötzlich steht Aaron Falk vor einem ganz anderen Fall, denn er muss Alice dringend finden, sonst verliert er seine Hauptzeugin. Allein im australischen Busch überleben ist gefährlich, doch scheinbar haben auch ihre Kolleginnen, mit denen sie unterwegs war, so manch ein Geheimnis.
Meine Meinung
Allein das düstere Cover weckte bereits meine Aufmerksamkeit und der Klappentext ist so spannend, dass die Neugier auf den Thriller stieg.
Schon der Einstieg mit dem Prolog ließ mich auf spannende Lesestunden hoffen, die ich dann auch durchaus erhalten habe. Jane Harper schreibt direkt, flüssig und sehr einnehmend und schnell befindet man sich mitten in der australischen Wildnis. Womit mich die Autorin aber wirklich fesseln konnte, ist dieser langsame, aber immer atmosphärischer wirkende Aufbau des Thrillers. Man fühlte sich hier direkt vor Ort versetzt und die beschriebene Umgebung sorgte zusätzlich für Gänsehaut.
Gelungen ist auch der Aufbau des Thrillers, denn hier wird abwechselnd erzählt, mal verfolgt man die Ermittlungen Aaron Falks in der Gegenwart, mal bekommt man in Rückblenden durch die vier zurückgekehrten Kolleginnen erzählt, was wirklich geschehen ist. Das sorgt dafür, dass man innerhalb des Thrillers seine eigenen Theorien aufbauen kann, die aber doch immer wieder in die Irre führen. Denn in diesem Thriller hat doch jede der Frauen Geheimnisse, welche sich erst so nach und nach auflösen. Was hier allerdings schnell klar wird, ist, dass die vermisste Alice nicht unbedingt eine Sympathieträgerin ist. Jede einzelne der Frauen hätte hier durchaus Gründe gehabt, Alice verschwinden zu lassen. All das ist sehr gut aufeinander aufgebaut, durchdacht und spannend mitzuverfolgen und absolut logisch.
Was mir hier besonders gut gefallen hat, sind die Rückblenden des Thrillers, die mir auch wesentlich spannender vorkamen, als die aktuellen Ermittlungen. Mit diesen Rückblenden schafft es die Autorin den Leser mitten ins Geschehen zu setzen. Ich war regelrecht live dabei und habe die Frauen begleitet und ich muss sagen, dass hier manches unheimlich wirkte. Die Autorin knüpft natürlich auch noch eine spannende Geschichte zum Busch mit ein, die noch obendrauf für ein wenig gruselige Atmosphäre sorgte.
Erzählt wird das ganze durch einen personellen Erzähler in dritter Person allerdings aus den unterschiedlichsten Perspektiven. Zum einen ist man bei den Ermittlungen Falks dabei, zum anderen begleitet man jede der vier übrigen Frauen bei dem Geschehen.
Aaron Falk ist ein sympathischer Ermittler, der allerdings noch an seiner eigenen Vergangenheit zu knabbern hat und immer wieder wird klar, dass auch er sein Päckchen zu tragen hat. Seine Kollegin, die hier noch eher eine Randfigur bleibt, scheint ihn aber durchaus zu durchschauen und ich bin hier auf die Entwicklung dieser Charaktere in weiteren Bänden sehr gespannt.
Die Damen der Firma, die an der Wanderung teilgenommen haben, waren alle lange Zeit undurchschaubar. Doch je mehr sie in Gedanken oder bei den Vernehmungen mit Falk von sich Preis gaben, desto klarer wurden die Bilder von ihnen. So richtig sympathisch wurde mir dabei keine, selbst oder gerade die verschwundene Alice nicht.
Mein Fazit
Wie bereits erwähnt, bin ich absolut begeistert von der Atmosphäre, die Jane Harper hier entwickelt. Mit wenigen, aber gekonnten Worten versetzt sie den Leser mitten in den australischen Busch und lässt dabei miträtseln, was nun wirklich geschehen ist. Ich hatte bis zum Schluss keine Ahnung, was denn nun wirklich passiert ist und war dadurch umso überraschter, als ich die Auflösung las. Ermittler Falk und seine Kollegin sind ein gelungenes Team, das neugierig auf weitere Fälle macht. Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 19.08.2018

Spannende Unterhaltung

Dinge, die mir gehören
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Kriminalhauptkommissar Simon und sein Kollege Lockhardt sind auf der Suche nach einem kleinen Jungen, der entführt wurde. Als sie über das Telefon eine anonyme Nachricht erhalten, wo sich der Junge befinden ...

Kriminalhauptkommissar Simon und sein Kollege Lockhardt sind auf der Suche nach einem kleinen Jungen, der entführt wurde. Als sie über das Telefon eine anonyme Nachricht erhalten, wo sich der Junge befinden würde, machen sie sich ohne Umschweife auf den Weg in ein abgelegenes Haus mitten im Wald. Doch als sie dort ankommen, finden sie sowohl den mutmaßlichen Entführer an den Füßen aufgehangen, mit durchtrennter Kehle als auch den kleinen Jungen vor. Aber wer hat den Entführer getötet? Kaum mit den Ermittlungen zu diesem Mord angefangen, kommt es auch schon zu einem weiteren Mord. Auch hier wurde das Opfer an den Füßen aufgehangen und ausgeblutet aufgefunden. Was allerdings Simon noch mehr erschreckt, er findet Dinge am Tatort vor, die aus seiner eigenen Wohnung stammen.
Meine Meinung
Ein schlichtes Cover, bei dem mich eher der Titel dazu verlockte das Buch in die Hand zu nehmen, versprach aber mit seinem Klappentext eine sehr spannende Story.
Der Autor Christian Kärger schreibt sehr detailreich, aber auch flüssig und direkt und man merkt ihm bei seinem Thrillerdebüt den Drehbuchautor durchaus an, denn er weiß, mit welchen Momente er den Leser mitnehmen kann. Es gibt hier durchaus den ein oder anderen Gänsehautmoment, vor allem oder gerade auch im ersten Kapitel, mit dem er den Leser umgehend neugierig macht. Durch teilweise genau beschriebene Tatorte oder auch Szenen der Morde würde ich allerdings sagen, dass es nicht unbedingt ein Thriller für zartbesaitete Leser ist. Wer aber keine Probleme mit manchmal etwas schockierenden Bildern hat, ist hier sehr gut aufgehoben.
Der Thriller liest sich spannend und bietet sehr gute Unterhaltung, temporeiche Szenen wechseln sich mit ruhigeren Momenten ab und so kommt der Leser immer mal wieder zu Phasen, in denen der Adrenalinspiegel sinkt. Auch einige Wendungen sorgten immer wieder für Überraschungen und auch einen Showdown gibt es hier. Manches davon scheint mir ein bisschen weit hergeholt und ist auch nicht immer absolut realistisch, aber es sorgt auf jeden Fall für spannende Lesestunden. Kärger verfügt auf jeden Fall über die Gabe, dem Leser ein lebhaftes Kopfkino zu bescheren, welches durch die Seiten treibt.
Mit wechselnden Perspektiven führt der Autor durch den Thriller, wobei der Ermittler Paul Simon hier im Mittelpunkt steht. Was den pychologischen Aspekt angeht, hätte ich mir gerne noch intensivere Gedanken des Täters gewünscht, man erfährt zwar durchaus mehr über die Hintergründe zu den Taten, aber hier kann es ruhig noch ein wenig mehr in die Tiefe gehen. Das meiste davon erfährt man hier erst zum Schluss, auch wenn man hier genügend Gelegenheit erhält, mitzurätseln und Theorien aufzustellen.
Mit Paul Simon hat der Autor einen sehr interessanten Charakter erschaffen, den man in diesem ersten Band einer vermutlichen Reihe recht gut kennenlernen kann. Er handelt durchaus schonmal aus dem Bauch heraus, was nicht immer von allen Seiten Zustimmung findet. Doch sein Partner Lockhardt steht zu ihm und die beiden ergeben ein wirklich gelungenes Team, von dem ich sehr gerne mehr lesen möchte. Während Simon der impulsivere der beiden Ermittler ist, schafft es Lockhardt eher ruhig zu bleiben. Dabei ist er Simon gegenüber absolut loyal und gemeinsam sind sie wirklich gute Partner.
Nebencharaktere gibt es hier durchaus einige, die allerdings nur den nötigen Einfluss auf die Handlung nehmen und nur wenig Tiefe erhalten. Was aber dem Thriller keinen Abbruch gibt, denn sie sorgen für das nötige Tempo.
Mein Fazit
Ein Thriller mit einem großen Unterhaltungswert, der sich wie ein Film liest, da der Autor hier für viel Kopfkino sorgt. Es ist nicht immer alles absolut logisch, aber durchaus gut konstruiert und der Verlauf der Handlung ist dabei so spannend, dass man gefesselt ist von der Handlung. Mit Simon und Lockhardt gibt es hier ein interessantes Duo, von dem ich persönlich sehr gerne mehr lesen möchte. Eine Empfehlung an Thrillerleser, die es auch gerne mal detailreich mögen.

Veröffentlicht am 03.08.2018

Blieb hinter meinen Erwartungen

A Stranger in the House
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Als Tom von der Arbeit nach Hause kehrt, ist auf dem ersten Blick alles wie immer, das Licht brennt, die Tür ist offen, doch seine Frau Karen scheint nicht da zu sein. Als er dann noch ihre Handtasche ...

Als Tom von der Arbeit nach Hause kehrt, ist auf dem ersten Blick alles wie immer, das Licht brennt, die Tür ist offen, doch seine Frau Karen scheint nicht da zu sein. Als er dann noch ihre Handtasche nebst Geldbörse und Handy findet, macht er sich sorgen und ruft bei der Polizei an. Das diese nur kurze Zeit später schon vor seiner Tür steht, hätte er nicht gedacht. Allerdings sind sie nicht da, um die Vermisstenmeldung aufzunehmen, sondern teilen ihm mit, dass Karen einen Unfall hatte. Ausgerechnet im gefährlichen Viertel der Stadt, ist sie viel zu schnell gefahren und hat die Kontrolle über den Wagen verloren. Irgendetwas stimmt hier nicht, was hatte Karen dort zu suchen? Doch als Karen wieder zu sich kommt, fehlt ihr jede Erinnerung an den Abend. Kurz darauf wird eine Leiche in der Nähe der Unfallstelle gefunden – gibt es einen Zusammenhang?
Meine Meinung
Das Cover finde ich richtig klasse und passt hervorragend zu einem Thriller, ich hätte dieses Buch in einem Laden auf jeden Fall umgehend in die Hand genommen. Auch der Klappentext überzeugt und da ich eh schon von dem ersten Buch der Autorin begeistert war, war ich auch hier gleich wieder neugierig.
Shari Lapena hat einen sehr eigenen Schreibstil, denn sie verliert nie allzu viele Worte und schreibt direkt und ohne Umschweife. Damit hatte sie es hier doch sehr schnell wieder geschafft, mich in ihre Story zu ziehen. Sie gibt mit Worten nur soviel Preis, wie sie muss, damit man neugierig wird und einfach wissen muss, was passiert ist. Das hat hier vor allem auch zu Beginn ganz hervorragend funktioniert, doch es blieb leider nicht konstant so spannend wie der Anfang. Irgendwann hatte ich einfach das Gefühl zu ahnen, in welche Richtung das ganze hier führt und somit wurde es mir zu vorhersehbar.
Der Einstieg war richtig spannend, der Prolog gibt einen kurzen Einblick auf das, was den Leser erwartet und schon befindet man sich umgehend mitten im Geschehen. Durch diesen minimalistischen Schreibstil und dann noch in der Gegenwart ist das Tempo sehr hoch gehalten. Allerdings kommt hier dieses Mal die Charakterisierung ein wenig flach, da ich hier einfach das Gefühl hatte, lediglich der Beobachter zu sein, ich war zwar neugierig, aber nicht mitgerissen und mitfiebern mit den Protagonisten blieb auch ein wenig fern. Wie ich schon erwähnte, war mir einiges zu vorhersehbar und somit flachte die Spannung dann auch etwas ab. Trotzdem war es leicht, hier beim Lesen am Ball zu bleiben, weil der Schreibstil doch genug gefangen nimmt.
Ein personeller Erzähler in der dritten Person berichtet aus wechselnden Perspektiven. Somit verfolgen wir die Handlungen unterschiedlicher Personen, zum einen das Ehepaar Karen und Tom, mal gemeinsam, mal einzeln, zum anderen den Ermittlern und der Nachbarin Brigid. Jeder von ihnen wird beobachtet und man kann ihren Handlungen zusehen, allerding nimmt man hier an deren Gefühlswelt nicht teil. Vielleicht hätte man hier den psychischen Aspekt tiefer aufgreifen können, denn dann hätte ich wahrscheinlich mehr mitgefiebert.
So bleiben mir die Charaktere dieses Thrillers leider zu flach, denn so richtig in sie hineinversetzen fiel mir schwer. Karen war mir hier noch die greifbarste Person, denn von ihr erfährt man schon einiges mehr und ja, ihre Vergangenheit ist schon sehr berührend. In sie konnte ich mich am meisten hineindenken und habe schon für sie mitgehofft. Tom war mir zu blass, weder sympathisch noch richtig unsympathisch, eher so ein nichtssagender Mann ohne Tiefe. Dann wäre da noch Brigid, zu ihr kann ich einfach nur sagen, dass sie eine sehr unsympathische Figur ist, auch wenn man hier durchaus eine Art Verständnis für sie aufbringen kann, zumindest, wenn man sich in ähnlichen Situationen befand, wie sie. Mit Detective Rasbach trifft man hier übrigens auf einen Bekannten aus dem Vorgänger. Er ist schon ein sehr cleverer Ermittler, allerdings erfährt man auch von ihm nicht allzu viel.
Mein Fazit:
Nachdem mir das Debüt der Autorin sehr gut gefallen hatte, war ich extrem gespannt auf diesen Thriller, der aber nicht ganz an den Vorgänger heranreichen kann. Dafür fehlten mir hier überraschende Ereignisse und der Tiefgang bei den Charakteren. Der Schreibstil ist ohne Frage etwas besonderes, denn die Autorin schafft es gerade durch diese Knappheit der Worte Spannung aufzubauen. Für Leser dieses Genres ist es zu vorhersehbar, da es aber ohne blutige Details auskommt, ist es durchaus geeignete Lektüre für Leser mit schwächeren Nerven.

Veröffentlicht am 03.08.2018

Tolles Kinderbuch mit Gruselspannung

Emily Bones
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Eigentlich befand sich die dreizehnjährige Emily auf dem Rückweg von einer Halloween Party, zumindest soweit sie sich erinnern kann. Doch als sie aufwacht, befindet sie sich in einer engen Kiste. Ein Sarg!? ...

Eigentlich befand sich die dreizehnjährige Emily auf dem Rückweg von einer Halloween Party, zumindest soweit sie sich erinnern kann. Doch als sie aufwacht, befindet sie sich in einer engen Kiste. Ein Sarg!? Aber das kann nicht sein, da hat sich doch bestimmt ihre beste Freundin an Emily für deren letzten Streich gerächt. Als Emily der engen Kiste entkommen kann, muss sie jedoch feststellen, dass es tatsächlich ein Sarg ist, in dem sie sich befand und sie in einem Grab auf dem Friedhof Père Lachaise als Geist aufgewacht ist. Damit will und kann sich Emily aber nicht abfinden, denn ihr Tod war kein natürlicher. Für Emily gibt es nur noch eins, ihren Mörder finden, doch dass das selbst für einen Geist gefährlich sein kann, damit hätte Emily niemals gerechnet.
Meine Meinung
Dieses Cover ist absolut bezaubernd und passt hervorragend zum Inhalt der Geschichte. Auch auf Kinder wirkt das Cover, denn meine Tochter, zehn Jahre alt und damit gleich die Zielgruppe. hatte sofort ein Auge auf dieses wirklich wunderschön gestaltete Buch geworfen.
Da ich mittlerweile mehrere Bücher der Autorin Gesa Schwartz gelesen habe, war ich sehr gespannt auf ihr neues Buch, das dieses Mal für Kinder ist. Auch hier schafft es Gesa Schwartz mit ihrem Schreibstil eine ganz eigene Atmosphäre zu schaffen, denn sie beschreibt mit Worten sehr gekonnt von Umgebungen und Charakteren. Das muss man allerdings mögen, denn es ist durchaus auch schonmal ausschweifend, was eventuell auf den ein oder anderen langatmig wirken könnte, vor allem bei der Zielgruppe ab zehn bin ich mir da nicht ganz sicher, denke, es ist da schon fast für anspruchsvollere Leser. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was meine Tochter dazu sagen wird. Mir hingegen gefällt das absolut, denn man hat die Bilder der Geschichte so klar vor Augen, dass man sich mitten im Geschehen befindet.
Die Geschichte beginnt gleich spannend, man möchte wissen, was Emily passiert ist, dass sie dort mitten auf dem Pariser Friedhof in einem Grab zu sich kommt und ich war sehr amüsiert über die Gedankengänge des Mädchens beim Erwachen. Es geht mit einer schönen Grusel-/Gänsehautatmosphäre weiter, vielleicht nicht unbedingt bei Erwachsenen, aber mit Sicherheit für die Zielgruppe. Es ist sehr spannend zu verfolgen, wie Emilys Zielstrebigkeit dazu führt, dass selbst die etwas grimmigeren Charaktere ihr ein wenig verfallen. Auch Wendungen und Überraschungen sorgten dafür, dass es hier nicht langweilig wurde. Lediglich im Mittelteil hatte ich den Eindruck, dass sich nicht so viel tut, aber dann war ich wieder gefesselt von Emily und ihrer Geschichte.
in der dritten Person aus der Sicht Emilys erfahren wir von ihrem “Leben” als Geist auf dem Pariser Friedhof. Dabei trifft sie natürlich auf jede Menge, teils absolut skurriler Figuren, die mich wunderbar unterhalten haben.
Genau diese Charaktere waren ebenfalls ein dicker Pluspunkt der Geschichte, denn sie sorgten hier für Abwechslung, Spannung und Leben.
Emily hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie ist alles andere als auf den Mund gefallen und sehr zielstrebig und auf alle Fälle hartnäckig. Mit viel Charme und Sturheit bringt sie andere dazu, ihr zu helfen, denn eins hat Emily ebenfalls, nämlich Herz und dies hängt an ihrer Familie, vor allem an ihrer Schwester. Sie bleibt, trotz ihrem neuen Dasein als Geist, sie selbst und aufgeben gehört nicht in Emilys Wortschatz.
Neben Emily gibt es eine ganze Menge Charaktere, die ich einfach nur toll fand. Allen voran der Vampir Balthasar, der so grummelig wirkt und doch Herz hat oder aber auch Cosimo, der Irrwicht, dem nicht immer alles geheuer ist. Jeder von ihnen ist liebevoll ausgearbeitet und gestaltet und sie haben alle Stärken und Schwächen.
Mein Fazit
Ein wunderbarer Lesespaß nicht nur für junge Leser, aber diese Atmosphäre dürfte gerade die Zielgruppe ganz besonders ansprechen. Eine tolle Protagonistin, die mit viel Herz für das kämpft, was ihr wichtig ist und nicht so schnell klein beigibt. Auch sonst konnte mich die schön schaurige Atmosphäre einfangen und die Charaktere sorgten für gute Unterhaltung. Lasst euch von Emily auf ein Gänsehautabenteuer mitnehmen.