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Veröffentlicht am 30.11.2025

Zum Dahinschmelzen

My Highland Heart
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Als Summer herausfindet, dass ihr, vor kurzem bei einem Verkehrsunfall verstorbener Bruder, einen Kleinen Sohn in Schottland hat, macht sie sich kurzerhand auf den Weg, nach ihrem Neffen zu suchen. Ihre ...

Als Summer herausfindet, dass ihr, vor kurzem bei einem Verkehrsunfall verstorbener Bruder, einen Kleinen Sohn in Schottland hat, macht sie sich kurzerhand auf den Weg, nach ihrem Neffen zu suchen. Ihre Reise führt sie auf die Isle of Skye und wie es der Zufall will, trifft sie dort auf die Familie des Neffen. Sie traut sich nicht, zuzugeben, wer sie ist, da man deutlich heraushören konnte, was Tristans Mutter Blair über ihren Bruder denkt, doch sie nimmt kurzerhand den ihr angebotenen Job als Tristans Nanny an. Blöd nur, dass auch Blairs Bruder, der ständig grummelige Duncan, dort wohnt und dieser ist zugegebenermaßen absolut heiß.
Dieses Buch aus der Feder von Nadine Kerger ist nicht nur inhaltlich wunderschön, sondern auch eine absolute Augenweide, die sofort Neugier weckt.
Auch der Einstieg in diese Romance fällt super leicht, denn die Autorin schreibt locker, leicht und fesselnd und so bildlich, dass man schnell mitten im Kopfkino steckt.
Die Story ist natürlich recht vorhersehbar, aber seien wir mal ehrlich, solche Bücher werden jetzt nicht unbedingt wegen des völlig verblüffenden Plots gelesen. Die Geschichte besticht einfach durch ganz viel Herz, Romantik und lustigen Wortwechseln zwischen den Protagonisten. Wer Grumpy meets Sunshine mag und dazu noch ein wundervolles Found Family Trope, sollte hier einfach unbedingt zugreifen.
Summer und Duncan erzählen die Geschichte jeweils in der Ich-Form aus ihrer Sicht. Dadurch kommt man beiden Charakteren näher.
Summer ist unentschlossen, steckte immer ein wenig im Schatten ihres großen Bruders und zerbricht an den Erwartungen ihrer Mutter und ihres Stiefvaters. Nach dem Tod ihres Bruders soll Summer nun in die Familienfirma einsteigen, doch das ist nicht das, was sie selber möchte. Im Laufe der Zeit wird sie selbstbewusster und schafft es, sich deutlich zu behaupten.
Duncan ist, trotz des grummeligen Highlanderauftretens, definitiv eine 10/10. Ich mochte ihn direkt und gerade auch die Kapitel aus seiner Sicht ließen mich schmunzeln.
Die Tension zwischen den beiden ist perfekt und das Kribbeln absolut spürbar, eher ein Slow Burn, was aber zur Geschichte einfach passt.
Auch die Nebencharaktere sind lebendig und sorgen für den nötigen, zwischenmenschlichen Schwung. Gerade auch Duncans Schwestern und Tristan sorgen für den Family Effekt.
Mein Fazit: Wer eine leichte und definitiv romantische Geschichte sucht, die einfach unheimlich viel Herz hat, sollte hier unbedingt reinlesen. Found Family, Slow burn und Grumpy meets Sunshine bringen Abwechslung und Duncan lässt einen dahinschmelzen. Definitiv ein Highlander, den man oder besser Frau, braucht.

Veröffentlicht am 27.11.2025

Hat mich leider nicht überzeugt

Das Lied der Tiefe
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Schon als Kind war Imogen Nel das Mündel, eigentlich aber eher die Gefangene, des brutalen Königs Nemea. Nun soll sie ausgerechnet des Königs Kommandanten heiraten und aus diesem Grund wurden Gäste aus ...

Schon als Kind war Imogen Nel das Mündel, eigentlich aber eher die Gefangene, des brutalen Königs Nemea. Nun soll sie ausgerechnet des Königs Kommandanten heiraten und aus diesem Grund wurden Gäste aus allen umliegenden Reichen geladen. Was niemand weiß, Imogen ist eine Sirene, die eigentlich vom Kommandanten gejagt und getötet werden. Als ausgerechnet während der ersten Verführung durch ihren Verlobten Imogens Geheimnis ans Tageslicht kommt, kann ihr nur noch die Flucht helfen. Zum Glück ist der größte Feind Nemeas, König Theodor, bereit, Imogen zu helfen, doch natürlich nicht, ohne auch selbst eine Forderung zu stellen.
Ich bin durch diese wunderschöne Gestaltung auf dieses Buch aufmerksam geworden und da ich noch nie etwas rund um Sirenen gelesen hatte, war ich gespannt.
Doch schon der Einstieg fiel mir sehr schwer, zwar lässt sich der Schreibstil recht leicht lesen, aber Zusammenhänge wollten sich für mich nicht einstellen.
Das zog sich dann leider durch die komplette Handlung, die zwar wirklich düster und teils brutal ist, und in der auch so einiges passiert, doch wirkten die Ereignisse für mich nicht wie eine fließende Geschichte, sondern viel mehr wie eine Aneinanderreihung der einzelnen Sequenzen.
Das Worldbuilding und auch das Magiesystem hatten so unglaublich großes Potential, doch das blieb hier eher im Hintergrund und es entstand beim Lesen kein Bild in meinem Kopf. Auch das Thema rund um Sirenen, die ja eigentlich lt. ihrem Mythos dafür bekannt sind, zu verführen und ihre Opfer ins Meer zu ziehen, blieben hier irgendwie fern. Mir fehlten da so einige Erklärungen und Aha-Momente, z. B. wozu eine Sirene im Wasser Flügel hat? All das wurde einfach nur Nebensache, so dass ich auch hier keinerlei Sog verspürte, das Buch unbedingt beenden zu wollen.
Erzählt wird die Story aus der Sicht der Protagonistin Imogen. Diese wirkte zunächst unglaublich naiv und verängstigt, was natürlich auch damit zusammenhing, dass sie ihr Geheimnis schützen und verbergen musste. Doch ihre Entwicklung schritt rasch voran und aus der jungen Frau wurde schnell jemand, der ihre Macht einsetzen konnte.
König Theodor wiederum bot zu Beginn viel Potential, wirkte er doch wie der düstere Held. Doch ich muss zugeben, dass mich seine Entwicklung irgendwie schwer enttäuscht hat, denn wirklich heldenhaft war er nicht.
Die Verbindung zwischen den beiden ist zunächst erzwungen, aber aufgrund eines Blutschwurs bindend. Ob das solche Auswirkungen hatte und wieso, blieb mir allerdings zu wenig erklärt. Auch die Liebesgeschichte oder eine gewisse Tension zwischen den Charakteren konnte ich nicht nachempfinden, was nochmal zusätzlich sehr schade war.
Mein Fazit: Das Lied der Tiefe ist eine Romantasy, deren Grundstory unheimlich viel zu bieten hat, was allerdings in der Umsetzung für meinen persönlichen Geschmack leider überhaupt nicht funktioniert hat. Mir fehlten Hintergründe, Zusammenhänge, eine gefühlvolle Lovestory und vieles mehr. Bis es für mich zumindest etwas klarer wurde, vergingen weit mehr als die Hälfte des Buches. Soweit mir bekannt ist, ist dieses Buch der erste Band einer neuen Reihe, das mich allerdings nicht überzeugen konnte und dessen Fortsetzung ich nicht lesen werde.

Veröffentlicht am 12.11.2025

Herzlich willkommen in Tremorglade

Bite Risk – Kein Entkommen
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Seit einigen Jahren herrscht das Virus Corpus Pilori über die Menschen. Einmal im Monat verwandeln sich die Erwachsenen in äußerst brutale Werwölfe, vor denen nichts und niemand sicher ist. Auch im kleinen ...

Seit einigen Jahren herrscht das Virus Corpus Pilori über die Menschen. Einmal im Monat verwandeln sich die Erwachsenen in äußerst brutale Werwölfe, vor denen nichts und niemand sicher ist. Auch im kleinen Städtchen Tremorglade, in dem Sel und seine Freunde leben, ist das Virus zum Alltag geworden. In den Nächten, in denen die Erwachsenen Bestien sind, liegt die Verantwortung bei den Kindern, doch diese sind gerne mal mit anderem beschäftigt. Nichtsdestotrotz sind sie ein eingespieltes Team, das weiß, worauf es ankommt. Doch dann passieren immer mehr ungewöhnliche Ereignisse, z. B. Angriffe durch Vögel und jeder ahnt, hier stimmt was nicht.
Mit Bite Risk erschien ein Jugendbuch ab zwölf Jahren, das auch mir als Erwachsene absolut gute Unterhaltung bot.
Der Schreibstil ist leicht und eingänglich und man kann sich auch dank der intensiven Einführung in die Story sowohl das Örtchen Tremorglade als auch die Einwohner vorstellen. Somit ist auch genügend auf das Worldbuilding eingegangen worden.
Was mich dann aber völlig überrascht hat, nach einem “relativ“ ruhigem Einstieg, war der plötzliche rasante Anstieg der Spannung. Es wurde hin und wieder blutiger, aber für ein Jugendbuch im Rahmen. Dafür sorgten einige Plottwists für viel Spannung, aber ohne zu gewollt rüberzukommen.
Spannend fand ich den Umgang der Kinder mit den Rippern, den biestigen Erwachsenen, denn sie wissen durchaus, dass sie hier ein großes Paket an Verantwortung tragen.
Diese Jugendlichen fand ich hier wirklich großartig charakterisiert, durch ihre Situation haben sie gelernt, was es heißt, Verantwortung zu tragen. Sie fühlen sich einfach ganz real und lebendig an und machen das Lesen zu einem großen Vergnügen.
Mein Fazit: Ein tolles Buch mit der packenden und hier auch perfekten Mischung aus Mystery, Grusel und trotz allem einer großen Portion Humor. Wer einmal Sel und seine Freunde in Tremorglade begleitet hat, kommt so schnell nicht von ihnen los. Der Start in diese Reihe bietet auf jeden Fall ganz viel Potential für mehr. Für Erwachsene seichte Kost für zwischendurch, die zu unterhalten weiß, für Kinder ab 12 Jahren absolut spannend und fesselnd.

Veröffentlicht am 12.11.2025

Perfekte Atmosphäre

Knochenkälte
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Viele Jahre habe ich sehnsüchtig auf einen neuen Band rund um David Hunter gewartet und habe mich riesig gefreut, diesen nun endlich lesen zu können.
Der Einstieg fiel mir leicht, denn Simon Beckett schreibt ...

Viele Jahre habe ich sehnsüchtig auf einen neuen Band rund um David Hunter gewartet und habe mich riesig gefreut, diesen nun endlich lesen zu können.
Der Einstieg fiel mir leicht, denn Simon Beckett schreibt einfach fesselnd und absolut bildlich. Ich saß hier gemeinsam mit David im Schneesturm fest.
Das Setting, dieses doch sehr kleine Dorf und seine teils verschrobenen Bewohner, ist nicht unbekannt, doch funktioniert es auch hier wieder hervorragend. Die durch die Abgeschiedenheit leicht beklemmende Atmosphäre in Verbindung mit dem dazu passenden Unwetter, verursacht durchaus hin und wieder Gänsehaut.
Auch der Fall, dieser Cold Case der weit in die Vergangenheit führt, liest sich sehr spannend und brachte so einige Überraschungen zu Tage. Doch trotz all dem empfand ich das Buch nur wenig temporeich. Ich habe mich nicht gelangweilt, aber insgesamt waren mir die Beschreibungen der äußeren Begebenheiten zu viel.
Wer David Hunter kennt, weiß worauf er sich hier einlässt. Ich finde, er hat sich im Laufe der Reihe vom verschrobenen Professor durchaus weiterentwickelt und auch hier ist er deutlich stärker in seinem Auftreten. Doch wie immer, gelingt es ihm mit Leichtigkeit, sich wieder selbst in Schwierigkeiten zu bringen.
Die weiteren Charaktere, die hier aus den Dorfbewohnern besteht, sind gut gelungen und jeder bietet einen ganz eigenen Charakter, den man mal mehr und mal weniger mochte.
Mein Fazit: Insgesamt hat mir auch der neue Simon Beckett wieder gut gefallen. Was mir ein wenig gefehlt hat, war der für mich sonst so typische Sog, den Becketts Thriller immer auf mich ausübt. Der Thriller trieft nicht vor lauter Blut und die eher ekligen Details werden hier nicht bis ins kleinste Detail beschrieben. Stattdessen bleibt das Buch klar auf einer eher ruhigen Linie und vertieft dafür die Atmosphäre umso mehr.

Veröffentlicht am 10.11.2025

Tief berührend

The Knight and the Moth
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Im Lande Traum steht die Kathedrale Aisling, In dieser leben die Äbtissin und ihre sechs Weissagerinnen. Alle zehn Jahre verlassen diese den Orden und werden durch neue Findelkinder ersetzt. Eine von ihnen ...

Im Lande Traum steht die Kathedrale Aisling, In dieser leben die Äbtissin und ihre sechs Weissagerinnen. Alle zehn Jahre verlassen diese den Orden und werden durch neue Findelkinder ersetzt. Eine von ihnen ist Sechs, die sich an nichts mehr erinnern kann, was vor Aisling war, nur das sie einst Sybil Delling war, weiß sie noch. Als der junge neue König Benjamin Castor zur Weissagung kommt, ist sie es, die ihm prophezeit. Doch nicht der König ist es, der Sechs‘ Aufmerksamkeit weckt, sondern einer seiner Ritter, Rory Myndacious. Kurz nach der Weissagung verschwindet eine Weissagerin nach der anderen. Kurzerhand bittet sie den König und seine Ritter, ihn bei seiner Reise durchs Land begleiten zu dürfen, um ihre Freundinnen zu finden.
Dieses Buch ist ein absolutes Kunstwerk, das mit seiner gesamten Gestaltung sofort Aufmerksamkeit erweckt.
Der Einstieg fiel mir zunächst nicht ganz so leicht, denn der Schreibstil ist sehr außergewöhnlich, er klingt beinahe wie eine düstere Melodie, die die Geschichte mit ihrem Hauch von Gothic absolut einfängt.
Erzählt wird das Ganze dann von der Protagonistin Sechs/Sybil in der Ich-Perspektive. Diese hat nie Erfahrungen außerhalb von Aislings Mauern sammeln können und so begleiten wir sie durch die Welt und erleben sie, genau wie Sybil, zum ersten Mal. Sybils Unwissenheit ist unser Glück, denn der Weltenaufbau ist hier durchaus intensiv und man muss am Ball bleiben, um das Gesamte zu verstehen.
Die Geschichte ist sehr vielschichtig, es gibt viele lose Fäden, die so nach und nach das Gesamtbild eröffnen. Trotz des eher schweren Einstiegs war ich nach völlig gefesselt von der Story. Mal ist sie ruhig und besticht durch die sehr düstere, melancholische Atmosphäre, mal ist actionreich und voller Intrigen und Kämpfe. Mir hat das unglaublich gut gefallen.
Sybil hat mir zu Beginn Schwierigkeiten bereitet, ich mochte sie nicht unbedingt, weil sie so arrogant und unnahbar wirkte. Doch je mehr sie die Ritter Maude und Rory begleitet, desto menschlicher wirkt auch Sybil.
Rory, der von Beginn an eine sehr große Klappe hat und dadurch auffällt, dass er weder an die Götter Aislings noch an die Weissagungen glaubt, war mir sofort ans Herz gewachsen. Er ist einer der loyalsten Charaktere und macht durch seine Art schnell Herzklopfen.
Auch Maude mit ihrer mütterlichen Seite, die ein wenig die schützende Hand über die Gefährten hält und auch König Benji mochte ich sehr. Wobei Benji sich hier durchaus entwickelt.

Doch müsste ich einen Nebencharakter wählen, den ich so richtig liebgewonnen habe, dann ist es der Gargoyle, der mich mit seinen teils frechen Sprüchen und seinen oftmals verdrehten Worten zum Schmunzeln brachte. Aber dieser Gargoyle kann auch tiefsinnig sein, was hier oft zum Nachdenken anregt.

Mein Fazit: The Knight and the Moth hat mich trotz anfänglicher Schwierigkeiten irgendwann in seinen Bann gezogen. Die düstere, mittelalterlich angehauchte Welt, die tollen Charaktere, allen voran Gargoyle und Rory, aber auch die sehr traurige Geschichte rund um die Wahrsagerinnen hat mich berührt. Natürlich gibt es einen fiesen Cliffhanger, der mich jetzt schon auf den zweiten Band sehnsüchtig warten lässt.