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Veröffentlicht am 09.03.2025

Schöner Einstieg in eine neue Romantasy Reihe

Das Herz der Greifin
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Viele Jahre ist es her, dass Malina von ihrer eigenen Familie verstoßen wurde. Doch als mythische Gestaltwandlerin ist es für sie eh schwer, eine sichere Bleibe zu finden. Ausgerechnet der König hat es ...

Viele Jahre ist es her, dass Malina von ihrer eigenen Familie verstoßen wurde. Doch als mythische Gestaltwandlerin ist es für sie eh schwer, eine sichere Bleibe zu finden. Ausgerechnet der König hat es auf die Greifin abgesehen, denn er würde alles darum geben, sie in seinem Besitz zu haben. Gerade die Jäger des Königs zwingen Malina immer wieder aufs Neue, zu fliehen. Gerade als es scheint, dass sie zur Ruhe kommt, taucht nicht nur ihr Bruder, sondern auch ihre ehemalige große Liebe Jahro auf. Die Soldaten des Königs haben ihre Mutter und auch die Schwester hat Probleme. Malina will ihre Mutter befreien und der Schwester dadurch helfen, doch kann sie den beiden Männern an ihrer Seite wirklich vertrauen?
Mich machte der Klappentext des Buches unglaublich neugierig, denn spontan fällt mir kein Buch ein, dessen Protagonistin eine Greifin ist. Isabell Bayer startet ihre Geschichte gleich mitten im Geschehen und wir lernen ihre Protagonistin kennen. Der Schreibstil ist leicht, emotional und gut lesbar, aber vor allem auch in den Dialogen fehlte mir ein wenig Leichtigkeit, die die Dynamik der Handlung höher gebracht hätte.
So beginnt die Geschichte auch recht ruhig und der Leser kann sich als erstes vor allem über die Protagonistin ein Bild machen. Man erfährt ein wenig über ihre Herkunft und wie sie die vielen Jahre, meist allein, verbracht hat.
Das Worldbuilding hat die Grundzüge eines High Fantasy Romans, eine mittelalterlich angehauchte Welt, in der auch Fabelwesen, vor allem Gestaltwandler leben. Ich würde mich freuen, in weiteren Teilen noch mehr über diese spannende Welt erfahren zu dürfen.
Das Tempo des Buches bleibt über weite Teile eher ruhig, wobei es im letzten Teil wesentlich spannender wird und wir hier auch einen fiesen Cliffhanger am Ende erhalten.
Erzählt wird die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven durch einen teils neutralen, teils auktiorialen Erzähler, der vor allem an den Gefühlen und Gedanken der Charaktere teilhaben lässt. Die Perspektiven wechseln von Malina zu Jahro und hin und wieder zu Malinas Mutter, deren Beweggründe in ihrer Perspektive deutlich werden.
Gelungen fand ich, dass wir hier mal wirklich erwachsene Charaktere hatten. Wobei mir Malina manchmal nicht ganz reif vorkam, genauso wie Jahro. Aber vor allem Malina ist in ihren Gefühlen gegenüber Jahro hin und hergerissen und lässt das auch immer wieder raus. Da ich persönlich kein allzu großer Fan von solch einem Hickhack bin, fand ich das ein wenig nervig. Jahro ist im Auftreten sehr selbstsicher und irgendwie möchte er auch Malina beschützen, doch was ihm fehlt, ist einfach die Ehrlichkeit, zu sagen, was wirklich damals geschehen ist.
Mein Fazit: Insgesamt ein schöner Einstieg in eine Romantasy Reihe, die bei mir vor allem mit der Idee rund um die ungewöhnlichen Gestaltwander und mit dem letzten Part, dem Showdown, punkten konnte. Der Cliffhanger am Ende macht dann auch neugierig auf eine Fortsetzung. Wer Romantasy mit ungewöhnlichen Figuren und erwachsenen Charakteren mag, sollte hier einmal reinlesen.

Veröffentlicht am 05.03.2025

Mit Höhen und Tiefen

Royal Scandal - A Crown to Kill for
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Als uneheliche Tochter des britischen Königs ist es Evangeline, genannt Evan, es eigentlich schon gewohnt, dass sie in der Presse als Skandal gilt. Nun ja, ihr passieren ja auch ständig irgendwelche peinliche ...

Als uneheliche Tochter des britischen Königs ist es Evangeline, genannt Evan, es eigentlich schon gewohnt, dass sie in der Presse als Skandal gilt. Nun ja, ihr passieren ja auch ständig irgendwelche peinliche Dinge, die dann natürlich von der Presse ausgeschlachtet werden. Doch nun scheint wirklich etwas schlimmes passiert zu sein, denn auf einmal erhalten Evan und ihre Familie Morddrohungen. Als diese Drohungen dann jedoch zu einem Mordanschlag eskalieren, ist sich Evan absolut sicher, dass sie weiß, wer dahintersteckt.
Mit Royal Scandal – A Crown to kill for erschien der zweite Band rund um Evan, die uneheliche Königstochter, die es geschafft hat, ein ganz beliebtes Ziel der britischen Presse zu werden.
Der Einstieg in diesen zweiten Band gelingt sehr mühelos, was auch mit an dem äußerst leichten und flüssigen Schreibstils der Autorin Aimee Carter liegt. Man taucht hier einfach ganz schnell ab in diese Geschichte und begleitet Evan durch ihren neuen Alltag.
Die Handlung schildert aber nicht nur den Alltag innerhalb der königlichen Familie, dieses Mal erleben wir auch deutlicher die Beziehung zwischen Evan und ihrer Mutter, aber auch immer wieder politische Momente und natürlich auch die Suche nach ihrem Mörder. Insgesamt verflogen die Seiten zwar sehr schnell, trotzdem habe ich vor allem den Mittelteil ein wenig zu ausführlich und lang empfunden. Abwechslung brachten die Darstellungen der Medien zu Anfang der Kapitel, die oftmals Situationen, die wir live mit Evan miterlebt haben, im reißerischen Licht darstellten. Gar nicht so leicht, ständig im Mittelpunkt zu stehen und ich bin mir absolut sicher, so eine Prinzessin hätte ich, trotz aller Privilegien, niemals sein wollen.
Die Suche nach dem Maulwurf wurde mir hier ein wenig zu ausschweifend, was leider auch die Handlung langatmig werden ließ. Zwar kam immer wieder Spannung auf, die aber durch weit ausschweifende Erzählungen schnell wieder ausgebremst wurde.
Absolut punkten kann bei mir Protagonistin und Ich-Erzählerin Evan, die mir schon schnell ans Herz gewachsen ist. Es ist nicht immer leicht für Evan ständig unter Beobachtung zu stehen und das lässt sie natürlich immer wieder in unerwartete Situationen rutschen.
Neben Evan begegnen wir mehreren, bereits aus Band 1 bekannten Charakteren, wobei mir in diesem Band besonders gut gefallen hat, dass die Beziehung zwischen Evan und ihrer Mutter nun deutlicher hervorkommt und an Tiefe gewinnt.
Mein Fazit: Die Geschichte weiß auf jeden Fall gut zu unterhalten und punktet mit einer unheimlich liebenswerten und sympathischen Protagonistin und einem locker leichten Schreibstil, der es leicht macht, der Handlung zu folgen. Leider gibt es vor allem im Mittelteil immer wieder Passagen, die einfach zu weit ausholten und die Geschichte unnötig in die Länge zogen. Der Cliffhanger zum Schluss, der zwar nicht so schlimm war, dass es die Geschichte rund um Evan nicht auch hier enden kann, lässt jedoch erwarten, dass wir uns auf einen dritten royalen Band freuen dürfen.

Veröffentlicht am 05.03.2025

Starke Grundidee leider mit Schwächen

Stadt der Sterne
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Seit vielen Jahrhunderten lastet ein Fluch auf der Familie Everly. Dabei weiß niemand mehr wirklich, warum und weshalb, lediglich, dass jede Generation der geheimnisvollen Penelope das talentierteste Kind ...

Seit vielen Jahrhunderten lastet ein Fluch auf der Familie Everly. Dabei weiß niemand mehr wirklich, warum und weshalb, lediglich, dass jede Generation der geheimnisvollen Penelope das talentierteste Kind geben muss. Doch Margaret Everly, Violets Mutter, verschwand spurlos, als Violet noch ein kleines Kind war. Nun hat Penelope ihr eine Frist gesetzt, in der sie ihre Mutter finden soll. Gelingt ihr das nicht, wird sie an Stelle ihrer Mutter treten und mit Penelope mitreisen. Violet versucht alles, dem Geheimnis und auch ihrer Mutter auf die Spur zu kommen und muss deshalb durch die halbe Welt reisen, genauso wie durch fremde Welten, in denen sie düstere Gestalten begegnet. Doch nicht nur diese trifft sie immer wieder, sondern auch Penelopes Gehilfen Aleksander. Die beiden scheinen sich zueinander hingezogen zu fühlen, doch kann man Aleksander wirklich vertrauen?
Wie wunderschön ist dieses Buch bitte?! In diese Optik war ich auf den ersten Blick verliebt. Doch leider fiel es mir gar nicht so leicht, in diese ungewöhnliche Geschichte hineinzufinden. Der Schreibstil, in der Gegenwart und dritte Person, ist teilweise ausschweifend und fast schon poetisch, macht es aber auf den ersten Seiten deutlich schwerer, der Handlung zu folgen.
Da ist dann auch schon mein größtes Problem, denn ich habe wirklich lange Zeit benötigt, um überhaupt zu verstehen, worum es hier wirklich geht. Gemeinsam mit Violet Everly muss der Leser das also erstmal herausfinden- Die einzelnen Figuren sind dabei alles andere als hilfreich, denn die Onkel, bei denen Violet aufwächst, geben nichts preis, obwohl Violet immer wieder merkwürdiges an ihnen entdeckt.
Auch das Worldbuilding konnte ich nur schwer greifen, es geht um Parallelwelten, wobei ein großer Teil in unserer Zeit und Welt spielt. Allerdings hätte es bedingt durch die schwere, auch düstere Atmosphäre auch in vergangenen Tagen sein können. In meinem Kopf war immer das Bild von Personen aus dem 19. Jahrhundert, was dann mit der Nutzung eines Handys natürlich nur wenig Sinn ergab.
Daneben gibt es die Stadt Fidelis in der Parallelwelt, in der mit dem Sternenmetall Reveurit z. B. magische Schlüssel hergestellt werden, mit denen man durch die Welten reisen kann.
Leider ist all das nicht klar erzählt und ich habe nach wie vor tausend Fragen im Kopf und bin mir nicht ganz sicher, wirklich alles verstanden zu haben. Es gab spannende Momente, wirre Momente, gruselige Augenblicke und eigentlich mochte ich die Geschichte, trotz all der Haken. Sie ist auf jeden Fall einfach anders als alles, was ich so kenne.
Protagonistin Violet fand ich sehr gut gelungen, wir lernen sie bereits als Kind kennen, sie ist verträumt und liebt Bücher. Doch aus einem unscheinbaren Ding wird nach und nach eine selbstsichere Frau. Die kleine Liebesgeschichte mit Penelopes undurchsichtigem Gehilfen Aleksander fand ich gut umgesetzt und sie blieb auch eher am Rande der eigentlichen Handlung.
Mein Fazit: Eine Geschichte, deren Grundidee einfach grandios war. Auch die düstere Atmosphäre und die Protagonistin fand ich wirklich toll umgesetzt. Nur die Handlung war nicht immer leicht zu verstehen und es bleiben für mich einfach viel zu viele Fragen im Kopf, die letzten Endes nicht ganz gelöst worden sind. Insgesamt keine leichte Lektüre für zwischendurch, die für mich sowohl positive als auch negative Aspekte beinhaltete.

Veröffentlicht am 02.03.2025

Geheimnisse, Intrigen und eine mysteriöse Loge

Knights & Heirs 1. Der Ruf der Schlange
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Gemeinsam mit ihrer Familie muss die siebzehnjährige Mags aus Dublin nach Deutschland ziehen. Hier nehmen sie eine ganz neue Identität an, doch die Gründe dafür, verrät ihr Vater nicht. Nur mühsam gelingt ...

Gemeinsam mit ihrer Familie muss die siebzehnjährige Mags aus Dublin nach Deutschland ziehen. Hier nehmen sie eine ganz neue Identität an, doch die Gründe dafür, verrät ihr Vater nicht. Nur mühsam gelingt es Mags, in Deutschland Anschluss zu finden, in Stella scheint sie jedoch nun endlich eine Freundin gefunden zu haben. Als ein junger Austauschschüler aus London an ihre Schule kommt, wird alles irgendwie merkwürdig. Nicht nur, dass Caleb sie magisch anzuziehen scheint, auch sonst scheint irgendetwas mit ihm anders zu sein. Mags ahnt nicht, dass Caleb, der eigentlich Cyrus heißt, genau nach ihr sucht. Denn Cyrus gehört einer uralten Geheimloge an und Mags ahnt nicht, dass auch sie in einer Verbindung zu dieser stehen könnte.
Seit dem ersten Buch der Autorin Rena Fischer bin ich ein Fan von ihren Büchern und war ganz gespannt auf ihr neuestes Werk. Der Einstieg fiel, vor allem dank Renas unheimlich flüssigen und leichten Schreibstils, mit dem sie sofort Bilder vors innere Auge zaubert, sehr leicht. Doch gleichzeitig verpackt sie in ihre Geschichte noch ganz viele Rätsel und Geheimnisse, so dass man als Leser in einen wahren Sog gerät.
Die Handlung ist recht mysteriös, viele Fragen werden aufgeworfen und je mehr man erfährt, desto weniger wird klar, wer hier welche Intentionen hat. Als Leser hat man nicht die geringste Ahnung, ob oder wem man hier trauen kann. Man wird hier regelrecht dazu eingeladen, ordentlich mitzufiebern und seine eigenen Vermutungen anzustellen, was ich persönlich absolut liebe. Es gibt aber so nach und nach immer wieder kleinere Antworten, aber auch neue Rätsel, vor allem, was die mysteriöse Geheimloge betrifft.
Erzählt wird die Handlung aus zwei Perspektiven, Mags und Cyrus, in der Ich-Form. Hin und wieder schieben sich kurze Kapitel aus der Vergangenheit dazwischen, die einen kleinen Blick auf mehrere Mitglieder der Geheimloge zulassen. Natürlich sorgen auch diese Kapitel für weitere Rätsel.
Das Setting, zunächst in einem kleinen Ort in Deutschland, später an der Schule des Ordens, war interessant. Gerade Nathair Manor wirkte düster und hatte einen leichten Hauch von Dark Academia. Hier erhält man einen kleineren Einblick über die Loge und deren Mitglieder, vor allem über deren Ränge. Aber auch hier bleibt es in erster Linie undurchschaubar, denn einst ist sicher, auch in dieser Loge ist irgendwas nicht in Ordnung und niemand sagt Mags, was wirklich los ist.
Mags und Cyrus stehen im Mittelpunkt der Story, gerade was ihre Gefühle und Gedanken angeht, dürfen wir beide näher kennenlernen, wobei Mags hier zunächst, verständlicherweise, völlig überfordert zu sein scheint und Cyrus eher verschlossen. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht so viel verraten, denn in der gesamten Geschichte dreht sich alles um die Geheimnisse, die natürlich noch längst nicht alle gelöst sind.
Nebencharaktere lernen wir natürlich auch kennen und ja, auch diese bergen so einige Geheimnisse.
Mein Fazit: Mir hat der erste Band der Knights & Heirs Dilogie unheimlich gut gefallen, gemeinsam mit der Protagonistin Mags wird man hier in eine Welt voller Geheimnisse, Rätsel und Intrigen geworfen, bei denen man so einige Möglichkeiten hat, selbst Theorien aufzustellen. Spannend, geheimnisvoll, starke Charaktere und eine Handlung, die mit neuen Ideen absolut erfrischend anders wirkt. Natürlich gibt es auch noch einen fiesen Cliffhanger, der mich jetzt schon sehnsüchtig auf Band 2 warten lässt.

Veröffentlicht am 24.02.2025

Gelungener Jugendthriller

Seven Ways to Tell a Lie
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Ein Jahr ist vergangen, seitdem Enya, die Tochter des Bürgermeisters der kleinen Stadt Wane, entführt wurde. Seitdem fehlt jede Spur von dem Mädchen und auch ihre Clique von damals ist auseinandergebrochen. ...

Ein Jahr ist vergangen, seitdem Enya, die Tochter des Bürgermeisters der kleinen Stadt Wane, entführt wurde. Seitdem fehlt jede Spur von dem Mädchen und auch ihre Clique von damals ist auseinandergebrochen. Doch plötzlich taucht ein Video von einem Schulbus auf, der in eine Schlucht stürzt und in Flammen aufgeht. Keiner der Insassen überlebt, doch das kann nicht sein, denn einer auf dem Video zu sehenden Schüler ist Jonah, ein Freund der entführten Enya, gemeinsam mit der alten Clique. Ein Deepfake? Aber wer sollte das erstellt haben? Wer könnte ein Interesse daran haben, den ehemaligen Freunden zu schaden, indem ihre größten Geheimnisse veröffentlicht werden. Für Jonah gibt es nur eine Lösung, die Freunde müssen wieder zueinanderfinden und den Ersteller der Videos entlarven.
Ein interessantes Thema und ein spannender Klappentext machen sehr neugierig auf diesen Jugendthriller aus der Feder von Colin Hadler. Wir beginnen hier auch gleich mitten im Geschehen und der Einstieg fällt relativ leicht, auch wenn man erstmal die diversen Namen zuordnen muss.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig und passt auch perfekt für die Zielgruppe, wobei es auch mir als Erwachsener spannende Lesestunden brachte.
Das Thema, dass der Autor Colin Hadler hier einbringt, ist natürlich hoch aktuell. Deepfake Videos mit täuschend echter Bildgebung, ich muss da schon gestehen, dass es mittlerweile schon erschreckend ist, zu was KI bereits fähig ist.
Der Fall an sich ist sehr spannend angelegt, man erfährt durch die unterschiedlichen Videos auch die "schlimmsten" Geheimnisse der ehemaligen Freunde. Das ein oder andere Geheimnis hat es auch definitiv in sich und wusste zu überraschen. Wer letztendlich hinter all dem steckt, war weder offensichtlich, noch voraussehbar. Die Auflösung ist durchaus eine Überraschung, auch wenn ich ein bisschen zugeben muss, dass in meinem Kopf sogar noch eine andere Theorie entstanden ist. Auf jeden lädt das Buch dazu ein, mitzurätseln und immer mal wieder neue Theorien aufzubauen, vor allem auch, wie das alles mit der Entführung von Enya zu tun haben könnte.
WIr erleben die Geschichte aus der Sicht Jonahs, der nicht nur Mitglied der Clique ist, sondern auch eine engere Beziehung zu Enya hatte. Aus der Ich-Perspektive dürfen wir mehr über seine Gedanken und Gefühle und vor allem auch seine Angst erfahren. Denn Angst hat Jonah, denn er kann sich nicht vorstellen, welches Geheimnis der Ersteller der Deepfake Videos über ihn haben könnte. Insgesamt fand ich ihn als Protagonisten gut vorstellbar, auch wenn mir noch ein kleines bisschen gefehlt hat, um wirklich mit ihm mitzuzittern.
Der Rest der Freunde und auch die weiteren Nebencharaktere bleiben hinter Jonah deutlich zurück, bekommen aber alle eine soweit reichende Charakterisierung, dass man sie sich vorstellen kann. Jeder einzelne spricht durch seine Geheimnisse bestimmte Punkte an, die jeder für sich schon ein eigenes Buch wert wären.
Weitere Nebencharaktere bringen auch immer mal wieder kleinere Wendungen rein, doch das ganz große wtf blieb dann doch aus.
Mein Fazit: Ein im großen und ganzen sehr gelungener Jugendthriller, der mit einem hochaktuellen Thema daherkommt und dadurch noch einmal das Thema Deepfake und KI intensiviert. Ein gut gelungener Protagonist, ein fesselnder Schreibstil und kleinere und größere Wendungen sorgen dafür, dass man recht schnell durch das Buch fliegt. Das Ende habe ich nicht kommen sehen und bin mir auch noch immer nicht ganz so schlüssig, wie ich es interpretieren soll. Es lässt auf jeden Fall genug Raum, um noch einmal über das Gelesene nachzudenken. Gelungener Jugendthriller.