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Veröffentlicht am 20.01.2025

Die Zukunft gehört den Frauen

Niemannswelt – Als ich mich verlor, habe ich dich gefunden
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Alaska, 2196, nicht nur der dritte Weltkrieg, sondern auch ein verheerender Virus, der zunächst gegen die Fruchtbarkeit der Männer in dritte Welt Länder eingesetzt wurde, dann aber mutierte, ließ nicht ...

Alaska, 2196, nicht nur der dritte Weltkrieg, sondern auch ein verheerender Virus, der zunächst gegen die Fruchtbarkeit der Männer in dritte Welt Länder eingesetzt wurde, dann aber mutierte, ließ nicht nur die Weltbevölkerung auf ein Minimum schrumpfen, sondern ließen auch Männer nahezu aussterben. Die Exemplare, die heute noch existieren, werden als Forschungsobjekte in Laboren gehalten. Dr. Zoe J. Hayes hat an der Blackcreek Univerity zunächst männliche Psychologie studiert und unterrichtet nun in dieser. Dabei ist sie bisher noch nie einem lebenden Mann begegnet. Dieses ändert sich, als sie von einem Forschungslabor zur Hilfe gebeten wird. Denn Flynn weigert sich seit Jahren zu sprechen, dabei birgt gerade dieser Mann Geheimnisse, denn er war der letzte, den Frau in Freiheit festnahm. Neugierig und aufgeregt nimmt Zoe den Job an, doch dieser entpuppt sich als alles andere als leicht.
Was für eine rasante Grundidee, Dystopien finde ich persönlich immer sehr spannend und das klang noch einmal zusätzlich nach etwas ganz anderem, bei dem man sich bereits vor dem Lesen die Frage stellte, ob einer Welt nur aus Frauen bestehend wirklich besser ist?
Der Einstieg in diese Dystopie fällt sehr leicht, der Leser bekommt zunächst einen guten Einblick in die aktuellen Begebenheiten und Lebensumstände, unter anderem auch von Protagonistin Zoe. Alles scheint zunächst absolut harmonisch und durchdacht, doch das täuscht. Je mehr man hier über die Welt erfährt, desto stärker wird das Gefühl, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
Carina Bartsch hat mich wieder einmal mit ihrem leichten und bildlichen Schreibstil an ihr Buch fesseln können. Spannend fand ich, dass die Autorin unserer heutigen Gesellschaft hier regelrecht einen Spiegel vorhält, vieles, was wir anstreben, ist 2196 Gewohnheit. Viele Aspekte lassen lange grübeln, ist ein Leben ohne Männer wirklich erstrebenswert? Immerhin sind nicht alle so, wie man es den Frauen hier beibringt. Nach außen lebt es sich harmonisch, doch Individuen und Selbstbestimmung sind hier weit fort von dem, was wir kennen. Menschen, in diesem Fall Männern, die Freiheit zu verwehren, nur weil sie Männer sind, kann das gerecht sein? Natürlich nicht und indem Zoe Flynn kennenlernt, beginnen auch ihre Gedanken zu kreisen, immer mehr und häufiger ertappt sie sich dabei, wie sie selbst vieles in Frage stellt.
Mit diesem Buch ist gerade einmal der erste Band einer Reihe erschienen, von daher gibt es hier auch ganz viele Erklärungen und Einblicke in das Leben der Zukunft. Das war nicht immer sehr temporeich und doch empfand ich hier keinerlei Langeweile oder Langatmigkeit und ich mag beim Lesen durchaus ein hohes Tempo. Was hier einfach wirklich fasziniert, sind all die Kleinigkeiten, an die die Autorin gedacht hat. Für mich wirkte das Geschehen sehr authentisch und glaubhaft.
Ein weiterer Pluspunkt ist Ich-Erzählerin und Protagonistin Zoe, aus deren Blickwinkel der Leser das Geschehen verfolgt. Sie ist zunächst eine von vielen, doch aufgrund ihrer eigenen familiären Vergangenheit ist sie durchaus auch zugänglich für viele Gedanken, die sich der Leser hier selber stellt. Es fällt sehr leicht, sich mit ihr zu identifizieren. Auch Flynn fand ich durchweg gelungen und auch wenn es ihm hier noch nicht ganz gelungen ist, Zoe die Augen zu öffnen, ist deutlich spürbar, wie sehr er sie in ihrem Denken beeinflusst. Natürlich lässt auch er den Leser permanent grübeln über Recht und Gerechtigkeit und wie es wäre, für immer unter Beobachtung in einem Raum zu vegetieren. Ein furchtbarer Gedanke!
Es gibt noch ein paar Nebencharaktere, die aber überschaubar bleiben. Vor allem Zoes Frau, die natürlich auch immer wieder mit bestimmten Handlungen Einfluss auf Zoe nimmt und die ich tatsächlich eher weniger mochte. Dafür gefiel mir Mary-Jane, Zoes beste Freundin absolut gut und ihre Gespräche fand ich sehr aufschlussreich.
Mein Fazit: Ein wirklich sehr gelungener Einstieg in diese Dystopie, über die ich noch viele Seiten lang erzählen könnte, denn die Fragen, die beim Lesen entstehen, wirbeln noch immer wild durch meine Gedanken. Stark und bildlich erzählt, mit vielen hoch aktuellen Themen verknüpft, nimmt diese Geschichte mit in eine Zukunft, die nach absolutem Eitel-Sonnenschein klingt. Ob das wirklich so ist? Lest es unbedingt selber!

Veröffentlicht am 15.01.2025

Absolutes Highlight

Der gefrorene Fluss
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Winter 1789 in Maine, als nach einem Dorffest in einer Scheune eine männliche Leiche unter dem Eis des Kennebec Rivers gefunden wird, wird Hebamme und Heilerin des Ortes Hallowell, Martha Ballard, hinzugezogen. ...

Winter 1789 in Maine, als nach einem Dorffest in einer Scheune eine männliche Leiche unter dem Eis des Kennebec Rivers gefunden wird, wird Hebamme und Heilerin des Ortes Hallowell, Martha Ballard, hinzugezogen. Der Tote ist ihr alles andere als Unbekannt, denn als Heilerin des Ortes weiß sie auch über manch ein Geheimnis ihrer Patienten Bescheid. Dieser Mann wurde nämlich erst kurze Zeit zuvor der Vergewaltigung an einer jungen Pfarrersfrau beschuldigt und nun ist er tot. Für Martha ist schnell klar, der Mann wurde ermordet. Während ein junger Arzt, der kurz zuvor nach Hallowell zog, anderer Meinung ist, beschließt Martha, den Fall auf eigene Faust aufzuklären und Tritt dabei so manch einem auf die Füße, unter anderem auch dem Richter des Ortes North. Doch Martha lässt sich nicht einschüchtern.
Als erstes fiel mir die absolut traumhaft schöne Gestaltung des Buches auf und irgendwie machte der Klappentext mich neugierig. Denn Autorin Ariel Lawhon hat für ihren historischen Roman eine reale Protagonistin gewählt, die damals wirklich als Hebamme tätig war. Allein diese Tatsache fand ich unglaublich spannend und auch wenn sich die Autorin hier einige schriftstellerische Freiheiten nimmt, fand ich die Geschichte hoch spannend und fesselnd.
Der Schreibstil ist absolut einnehmend, super leicht und trotz eines historischen Romans modern und flüssig. Ariel Lawhon hat die Bilder ihres Romans lebendig werden lassen und man konnte regelrecht den strengen Winter Maines spüren. Dazu kommt eine ganz besondere Art Emotionen zu transportieren und ich war hier regelrecht auf einer emotionalen Achterbahn.
Der kleine Ort Hallowell am Kennebec River wurde vorstellbar und lebendig, doch auch die unterschiedlichsten Charaktere waren glaubhaft gezeichnet.
Die Handlung konnte von der ersten Seite an fesseln, zum großen Teil spielt sie im Winter 1789 - 1790, aber hin und wieder erzählt Martha von ihrer eigenen Jugend, wie sie ihren Mann Ephraim kennenlernte, aber auch von ihren Kindern, ihren Werdegang und den persönlichen Verlusten. All das führt dem Leser noch einmal die gewaltigen Unterschiede zu unserer Zeit vors Auge.
Doch was mich am Allermeisten in diesem Buch beeindruckt hat, ist Protagonistin und Ich-Erzählerin Martha. Diese Frau ist absolut stark, stur und setzt sich mit allem was sie hat für die Menschen ein. Meistens sind es Frauen, die sie durch ihre Tätigkeit als Hebamme betreut und für die sie energisch eintritt. Egal was es ist, Martha lässt sich weder einschüchtern, noch schreckt sie zurück. Ein kleines bisschen erinnerte sie mich an Claire Fraser aus Outlander, wobei Martha auch in dieser Zeit geboren wurde.
Martha ist hier der absolute Mittelpunkt der Handlung, doch auch die Nebencharaktere werden lebendig und facettenreich gezeichnet. Ob es Marthas Ehemann Ephraim ist, ihre Familie oder die Bewohner des Dorfes, jeder gibt Impulse für die Fortsetzung der Handlung und weckt die unterschiedlichsten Gefühle im Leser.
Mein Fazit: Ein von der ersten bis zur letzten Seite spannender und fesselnder Roman, der mit seiner toughen Protagonistin zu überzeugen weiß. Bildlich und emotional ohne auszuschweifen oder langweilig zu wirken und eindringlich erzählt, macht dieser Roman Lust auf mehr. Ich persönlich lese nur ganz ganz selten mal einen historischen Roman, doch dieser hier hat mich durchweg begeistert. Ein Highlight, das ich sehr gerne weiterempfehle.

Veröffentlicht am 13.01.2025

Positiv überrascht

Love Me Like It's Yesterday
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Taro ist gelernter Psychiater, doch seitdem sein Youtube Kanal Make her yours erfolgreich ist, lebt er als Influencer. Als ein neuer Konkurrent auftaucht, lässt sich Taro zu einer Wette hinreißen, er soll ...

Taro ist gelernter Psychiater, doch seitdem sein Youtube Kanal Make her yours erfolgreich ist, lebt er als Influencer. Als ein neuer Konkurrent auftaucht, lässt sich Taro zu einer Wette hinreißen, er soll mit seiner Methode eine Frau verführen, aber nicht irgendeine, sondern eine von einem User ausgewählte. Die Wahl fällt auf Juno, doch Taro könnte nicht überraschter sein, als er von der Möbelrestauratorin erfährt, dass sie alles Digitale ablehnt und noch nicht mal ein Handy besitzt. Zunächst denkt Taro ans Aufgeben, doch dann müsste er seinen Kanal löschen. Also beschließt er, Juno mit herkömmlichen Methoden rumzukriegen. Doch je mehr er Juno kennenlernt, desto mehr muss er sich eingestehen, dass sie etwas besonderes ist.
Der Klappentext und das Thema Digital Detox machten mich neugierig und auch das Cover finde ich definitiv ansprechend. Wie sehr mich dieser Roman aber überzeugen konnte, hat mich dann doch völlig überrascht.
Autorin Juliane Käppler schreibt sehr leicht und locker und man fühlt sich innerhalb kürzester Zeit mitten in die Geschichte versetzt. Richtig gut fand ich die Kapitelüberschriften über Junos Kapitel, die immer mit einer Art Wörterbuch begannen, mit Junos ganz eigenen Wortkreationen. Man bekommt hier auf jeden Fall eine Menge zum Schmunzeln, aber auch einige Momente, die nachdenklich stimmten. Genau das hat mich auch sehr positiv bei diesem Buch überrascht, denn diese RomCom hat auch ganz viel Tiefgang.
Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven zwischen Juno und Taro in der Ich-Erzählform, was dem Leser tiefe Einblicke in die Gefühle und Gedanken der beiden Charaktere gibt.
Wir lernen zu Beginn erst Taro und seinen Youtube Kanal kennen, wissen also, mit welchen Gedanken er bei Juno auftaucht. Der Blick auf Juno zeigt schnell, dass sie ein ganz besonderer Charakter ist, die sich aus persönlichen Gründen fern von Social Media und der digitalen Welt hält, selbst Kassetten begegnen dem Leser hier, für die, die es nicht mehr kennen: damit konnte man Musik aufnehmen und mit einem Recorder abspielen. Mir gefiel dieser Einblick besonders gut, denn es zeigt durchaus Vor- aber auch Nachteile unserer Welt. Immer erreichbar sein, ist nicht immer gut, sich durch Medien beeinflussen lassen? Auch das ist nicht immer positiv. Dieses Thema lässt den Leser auf jeden Fall innehalten und darüber nachdenken, vor allem auch mal darüber, einfach selbst mal den ein oder anderen Tag das Smartphone einfach mal links liegen zu lassen. Dabei ist die Geschichte durchaus ausschweifend erzählt, aber keineswegs langweilig, denn irgendwie ist sie so intensiv, dass man jeden Moment genießt.
Die Liebesgeschichte zwischen den Beiden ist absolut Slow burn und alles andere hätte hier auch nicht gepasst, denn auf den ersten Blick sind Juno und Taro so unterschiedlich wie Tag und Nacht.
Juno bezeichnet Taro zu Beginn als Hipster, was wirklich perfekt zu ihm passt. Er ist erfolgreich und in allem so, wie man es von einem Hipster erwartet, klare Linien in seiner Wohnung, teures Auto und natürlich ständig online. Juno ist ein wenig „angestaubt“ und das im wahrsten Sinne des Wortes aufgrund ihres Berufs. Aber auch sonst ist sie einfach anders, allein dadurch, dass sie alles an Medien ablehnt. Die Beiden lernen sich kennen und jeder gibt dem anderen auf eine andere Art Input, der zu den jeweiligen Entwicklungen der beiden passt. Mir haben beide unheimlich gut gefallen, da ich sie für absolut authentisch hielt.
Nebencharaktere gibt es gar nicht so viele, besonders im Gedächtnis sind mir Junos Nachbarn geworden, die gelinde gesagt, sehr nervig waren, aber durchaus für einen ganz spannende Plottwist sorgten.
Mein Fazit: Ein sehr warmherziges Buch mit tollten, lebendigen Charakteren und ein Thema, das wohl so gut wie jeden von uns trifft, denn wie oft ertappt man sich bei allem dabei, wieder einmal das Smartphone in die Hand genommen zu haben. Auch wenn die Geschichte manchmal weit ausgeholt wird, ist sie durchweg gut erzählt und weiß zu fesseln. Zum Lächeln, zum Lachen, aber auch zum Nachdenken und dabei noch wirklich toll geschrieben.

Veröffentlicht am 05.01.2025

Wieder ein spannender Thriller

The Killer Profile
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Midnight Jones arbeitet als Profilerin bei Necto, einer großen Firma, die sich darauf spezialisiert hat anhand von KI, Personen und deren Charaktereigenschaften zu bewerten und ihnen damit den idealen ...

Midnight Jones arbeitet als Profilerin bei Necto, einer großen Firma, die sich darauf spezialisiert hat anhand von KI, Personen und deren Charaktereigenschaften zu bewerten und ihnen damit den idealen Studien- oder Arbeitsplatz zu beschaffen. Als sie aber bei einem Probanden das Profil K bei ihrer Auswertung erhält, ist sie fassungslos, denn Profil K zeichnet einen Killer aus, einen Psychopathen sondergleichen. Doch weder ihr Chef noch die Leiterin der Firma schenken Midnight Gehör, denn dieses Profil soll angeblich nur ein Scherz sein. Midnight hingegen kann es kaum glauben, denn kurze Zeit später werden in ihrer unmittelbaren Nähe bestialisch ermordet. Ist das der Bewerber mit Profil K oder geht ihre Fantasie mit ihr durch?

Bereits im letzten Jahr konnte mich Autorin Helen Field mit ihrem Thriller The Institution überzeugen und dementsprechend gespannt war ich nun auf ihre neuestes Buch. Der Einstieg beginnt mit einem wirklich erschreckenden Prolog, der den Leser in seinen Bann zieht. Helen Fields schreibt klar und direkt und keineswegs zimperlich und ich denke, dass der Inhalt nicht unbedingt für zartbesaitete Leser geeignet ist.

Aus wechselnden Perspektiven zwischen Protagonistin Midnight, dem Bewerber mit dem Profil K und mehreren Nebencharakteren beobachten wir das Geschehen. Dabei gibt es immer wieder Momente, die den Leser auf eine falsche Fährte führen und gleich mehrere Personen, die einem verdächtig erscheinen. Auch einige Rückblicke im Leben des Bewerbers lassen uns immer neue Aspekte über seinen Charakter erfahren.

Doch der Fall beinhaltet noch einiges mehr, als nur den Mörder und seine Opfer, denn die Verstrickungen sind wesentlich weiter reichend, als man auf den ersten Blick ahnt. Insgesamt hält Autorin Helen Fields hier ihre Spannungskurve aufrecht und lässt immer wieder kleinere Wendungen zu, so dass man bis zum Schluss nicht richtig weiß, wer nun wirklich dahinterstecken kann. Ganz geschickt verknüpft die Autorin hier ihre losen Fäden miteinander und lassen diesen Thriller erschreckend glaubwürdig erscheinen.

Protagonistin Midnight ist eine sehr starke Persönlichkeit, die so schnell nicht vor Schwierigkeiten zurückschreckt und notfalls alles selbst in die Hand nimmt. Das bringt sie allerdings auch immer wieder in Gefahr. Sie ist verantwortungsbewusst, denn sie kümmert sich, seitdem ihre Eltern sie einfach verlassen haben, liebevoll um ihre Zwillingsschwester, die eine geistige Behinderung hat. Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren und habe mit ihr mitgefiebert.

Aber auch die Perspektive aus der Sicht des Täters, hier der Bewerber genannt, lassen den Leser spekulieren und einige Rückschlüsse ziehen. Das war auf jeden Fall gut durchdacht und äußerst spannend.

Neben diesen gibt es noch einige Nebencharaktere, die für einen reibungslosen Ablauf der Handlung sorgen und den Leser auch hin und wieder in die Irre führen.

Mein Fazit: Auch mit The Killer Profile konnte Helen Fields mir wieder spannende Lesestunden bescheren und ich habe so einige Male mitgerätselt, was hier dahintersteckt und wer der Mann mit Profil K ist. Gerade auch die psychologischen Aspekte, die die Autorin mit einbindet, bieten eine spannende Abwechslung. Für Leser, die es nicht so grausam mögen, ist es allerdings nichts, da es hier und da doch wirklich übel wird. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für diesen spannenden Pageturner.

Veröffentlicht am 05.01.2025

Solider Abschluss der Dilogie

Seven Faceless Saints - Ruf des Chaos
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Eigentlich dachten Roz und Damian, dass sie es geschafft haben mit ihrer Rebellion die Stadt Ombrazia von den Ungerechtigkeiten der Herrschenden zu befreien. Doch es gibt immer noch einige Bewohner, die ...

Eigentlich dachten Roz und Damian, dass sie es geschafft haben mit ihrer Rebellion die Stadt Ombrazia von den Ungerechtigkeiten der Herrschenden zu befreien. Doch es gibt immer noch einige Bewohner, die an ihren alten Gewohnheiten festhalten. Als Freunde der beiden an die Front verschleppt werden, versuchen sie alles, um ihre Freunde zu befreien. Doch dabei stoßen sie auf neue Probleme, denn Chaos scheint seine Fänge immer mehr nach ihnen auszustrecken und selbst der eher ruhige Damian versinkt immer mehr in seiner Düsternis.
Ich hatte mich schon beim ersten Band in das wundervolle Cover verliebt und mit diesem neuen Cover greift man schon ein wenig voraus, was sich im ersten Teil zugetragen hat. Optisch sind die Bücher auf jeden Fall ein Highlight.
Schon Band eins war zwar gut, aber hatte für mich noch sehr viel Potential nach oben, was ich hoffte, hier zu finden. Die Ereignisse knüpfen an den Geschehnissen aus Band eins an und ich rate, die Bücher definitiv in passender Reihenfolge zu lesen, da man sonst Verständnisprobleme erhält.
Der Schreibstil der Autorin M. K. Lobb ist sehr leicht und flüssig, auch bildlich genug, um sich die Ereignisse vorstellen zu können. Was mir allerdings gefehlt hat, ist das intensive Erlebnis der eigentlich fremden Welt. es gab zwar ein paar Grundlagen, aber den richtigen Aufbau gab es einfach nicht. Somit gab es eine gute Grundlage, die allerdings nicht weiter ausgeführt wurde.
Was mich zu einem weiteren Punkt bringt, der zwar eigentlich gut hätte werden können, aber auch leider eher im Sande verlief: nämlich die Spannung der Geschichte. Gerade dieses Düstere, was durch Chaos entsteht hätte ganz viel Spannung bringen können, aber gerade auch der Einstieg war sehr langatmig und wurde dadurch zäh. Zwar steigerte sich das Ganze noch ein wenig, aber auch hier blieb das Potential nicht ganz ausgeschöpft. Die Liebesgeschichte blieb in diesem zweiten Band soweit greifbar, aber stand auch nicht im Vordergrund.
Aus wechselnder Perspektive zwischen den Protagonisten Roz und Damian erleben wir die Ereignisse.
Sowohl bei Roz als auch bei Dmian gab es eine spannende Entwicklung vom ersten Band bis zum Ende. Gerade Damians Veränderungen fand ich intensiv und gelungen und sorgte auch für mehr Spannung. Auch Roz fand ich in dieser Hinsicht gut gelungen und dadurch, dass man die Charaktere bereits kannte, wusste man auch mehr über ihre Beweggründe.
Genau so sieht es auch bei den Nebencharakteren aus, die man bereits zum Teil kannte.
Mein Fazit: Insgesamt war es ein solider Abschluss, aber mir fehlte einfach mehr über die Welt, über die Beweggründe über die Liebesgeschichte. Leider blieb alles eher noch zu oberflächlich, während gerade zu Beginn des Buches vieles zu ausschweifend erzählt wurde. Sehr schade, denn hinter der Idee steck wirklich so einiges an Potential, was wirklich ein erstklassiges Fantasybuch hätte werden können. Solide, aber mit Schwächen.