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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2023

Gute Fortsetzung

Blutspur
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Achtung, evtl inhaltliche Spoiler, da Teil 2 einer Reihe.
Vicky, die aufgrund ihrer Augenkrankheit nicht mehr als Polizistin arbeiten kann, ist nun Privatdetektivin. Bereits bei ihrem letzten Fall hat ...

Achtung, evtl inhaltliche Spoiler, da Teil 2 einer Reihe.
Vicky, die aufgrund ihrer Augenkrankheit nicht mehr als Polizistin arbeiten kann, ist nun Privatdetektivin. Bereits bei ihrem letzten Fall hat sie den charismatischen Vampir Henry kennengelernt. Sehr zum Verdruss ihres Expartners Mike, der nicht weiß, was Henry wirklich ist und alles daran setzt, um es herauszufinden. Währenddessen bittet Henry Vicky darum, seinen Freunden zu helfen. Doch diese Freunde sind Werwölfe und irgendjemand scheint ihnen auf die Schliche gekommen zu sein und hat bereits zwei von ihnen getötet.
Schon Band 1 fühlte sich wie eine Zeitreise an, denn die Geschichte an sich erschien bereits Anfang der neunziger Jahre. Man kommt hier also ohne moderne Dinge wie Smartphones etc aus und verfolgt die Ermittlungen wie sie halt vor dreißig Jahren waren.
Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und man begleitet in erster Linie Protagonistin Vicky, erlebt aber auch Momente aus Henrys und Mikes Sicht und hin und wieder aus Blickwinkeln der Nebencharaktere.
Das sorgt dafür, dass der Leser einen guten Rundumblick erhält, selbst Theorien aufstellen kann und erlebt, wie vor allem die Hauptcharaktere mit ihren Gefühlen und Gedanken umgehen. Der Inhalt liest sich spannend, aber auch humorvoll. Gerade diese Dreieckskiste zwischen Vicky, Henry und Mike bringt immer wieder etwas witzigere Momente und Dialoge zu Tage. Der Fall selber ist auch skurril, Werwölfe und Vampire sind hier so, wie man sie von früher her kannte, allerdings schon etwas kultivierter.
Vicky ist mir durchweg sympathisch und ich mag es, dass sie ihren eigenen Kopf hat. Aufgrund ihres Handicaps ist es für sie nicht leicht, sich selbst einzugestehen, wenn sie Hilfe benötigt und möchte erst recht nach außen hin als stark erscheinen. Henry ist kultiviert, man merkt ihm seine 450 Jahre durchaus an und er schafft es, Vicky zur Seite zu stehen. Mike hingegen platzt vor Eifersucht und als knallharter Cop möchte er Vicky unbedingt beschützen, was dieser gar nicht gefällt. Kein Wunder also, dass sie hier zwischen den beiden hin- und hergerissen ist.
Mein Fazit: auch der zweite Band bietet gute Unterhaltung und auch wenn man spürt, dass die Geschichte älter ist, ist sie keinesfalls langweilig. Mein Herz schlägt für Macho Mike, auch wenn ich Vicky durchaus verstehen kann, dass sie beide mag. Die Liebesgeschichte bleibt hier auch definitiv Nebensache und sowohl der Fall als auch die teils witzigen Begegnungen mit den Werwölfen sorgen für Abwechslung. Gute Fortsetzung!

Veröffentlicht am 16.09.2023

Tolle Idee

Dreizehnfurcht
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Moritz Bang, genannt Momme, leidet an einer Phobie gegen die Zahl dreizehn, die sogenannte Triskaidekaphobie. Ihm fällt es dadurch unheimlich schwer, seinen normalen Alltag zu meistern, denn sogar Termine ...

Moritz Bang, genannt Momme, leidet an einer Phobie gegen die Zahl dreizehn, die sogenannte Triskaidekaphobie. Ihm fällt es dadurch unheimlich schwer, seinen normalen Alltag zu meistern, denn sogar Termine an einem Dreizehnten kann er nicht wahrnehmen. Als er eine Zeitungsannonce findet, in der ein Hauswart für eine alte Villa außerhalb Berlins gesucht wird, bewirbt er sich kurzerhand. Sowohl Hausverwalter Veil Wallasch als auch Haus Wrota muten an, wie aus einer anderen Zeit. Momme glaubt, hier der Dreizehn entgehen zu können. Doch dann erscheint eines Nachts eine weiße Frau und eine Tür mit der Nummer dreizehn, die es gar nicht geben dürfte und hinter Tür liegt eine Parallelwelt, die für Momme nahezu unvorstellbar ist, würde er sie nicht mit eigenen Augen sehen.
Dieser Titel und das recht auffällige Cover weckten meine Neugier auf die Geschichte. Wieland Freunds Schreibstil mutet beinahe schon ein wenig märchenhaft an, auch wenn diese Geschichte sich eher an den erwachsenen Leser richtet. Der Einstieg in die Handlung zog sich ein wenig, es dauert eine Weile bis man sich in Dreizehneichen, den dreizehnten und auch verborgenen Distrikt Berlins einfindet. Auch die gesamte Welt Dreizehneichens erschließt sich nur mit und mit und war manches Mal ein wenig verwirrend. Man braucht hier auf jeden Fall Aufmerksamkeit beim Lesen, damit keine wichtige Details oder Zusammenhänge verpasst werden. Während Momme Bang im gegenwärtigen Berlin lebt, mutet Dreizehneichen wie eine längst vergangene Zeit an. Alles fortschrittliche wird abgelehnt, ist zum großen Teil sogar verboten. Technik wird verpönt, Medizin wie z. B. Antibiotika gibt es nicht und auch Frauen leben hier wie vor hundert Jahren. Um aber all das herauszufinden benötigt man als Leser eine Weile und leider liest sich das Ganze zäh, denn auch wenn hier unheimlich viel in die Geschichte einfließt, bleibt der Spannungsbogen sehr flach. Unterteilt ist das Buch in mehreren Abschnitte und die Perspektiven wechseln immer wieder, begleitet man zunächst noch Momme Bang, erlebt man weitere Handlungen durch einen Ermittler aus Dreizehneichen, einem Dichter aus Dreizehneichen und einer Frau, die im gegenwärtigen Berlin lebt. Sprachlich passt sich der Autor an den jeweiligen Charakter an, Momme wirkt fast ängstlich, der Dichter poetisch, der Ermittler skeptisch und die Frau einsam und verloren und doch kämpferisch. Insgesamt blieb ich hier aber mehr der Beobachter als jemand, der mitfiebern oder mitfühlen konnte.
Mein Fazit: mit  der Grundidee der geheimen Parallelwelt im dreizehnten Berliner Bezirk, konnte mich Wieland Freund durchaus begeistern. Auch sein Schreibstil, der nicht gewöhnlich ist, hat mir sehr gut gefallen. Was mir ein wenig gefehlt hat, war ein Charakter zum Identifizieren und eine Handlung die mehr fesseln konnte. So blieb ich über weite Teile eher neutraler Beobachter. 3,5 Sterne

Veröffentlicht am 15.09.2023

Back to the roots

Blutzoll
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Victoria, Vicky, Nelson musste vor acht Monaten ihren Job als Polizistin aufgeben, da sie unter einer Augenkrankheit leidet, bei der sie langsam erblinden wird. Derzeit macht sich diese hauptsächlich Nachts ...

Victoria, Vicky, Nelson musste vor acht Monaten ihren Job als Polizistin aufgeben, da sie unter einer Augenkrankheit leidet, bei der sie langsam erblinden wird. Derzeit macht sich diese hauptsächlich Nachts bemerkbar und deshalb beginnt sie einen Job als Detektivin. Als innerhalb kürzester Zeit 3 Menschen brutal ermordet werden und bei den Autopsien festgestellt wurde, dass sie komplett blutleer waren, ahnt sie, was oder wer hinter den Morden steckt. Gemeinsam mit ihrem Ex-Partner, in mehreren Hinsichten, beginnt sie zu ermitteln. Und dann taucht auch noch Henry Fitzroy auf, der ebenfalls ein Interesse an der Aufklärung der Morde hat. Denn Henry ist ein Vampir und alles andere als begeistert über den Mörder, denn dieser lenkt zu viel Aufmerksamkeit auf Vampire.

Während des Lesens der Geschichte wurde ich an typische RomComs der neunziger Jahre erinnert, so ganz á la Janet Evanovich und nach dem Googeln rund um die Geschichte, fand ich heraus, dass dieses Buch bereits 1991 geschrieben und veröffentlicht wurde. Bei Blutzoll handelt es sich ebenfalls um den ersten Band einer ganzen Reihe.

Nichtsdestotrotz liest sich die Geschichte rund um Detektivin Vicky, Detective Celluci und Vampire Henry leicht und flüssig und man fühlt sich ein wenig wie bei einer Zeitreise, so mit Telefonzellen und Schreibmaschine. Der Schreibstil liest sich angenehm und mit einer Mischung aus Spannung und Humor, gerade die Schlagabtäusche zwischen Vicky und Mike fand ich gelungen.

Insgesamt kann man hier sagen, dass Blutzoll noch ein spannender Krimi ist, denn die Ermittlungen stehen im Vordergrund, fantastisches bleibt noch eher Nebensache, bis natürlich die Tatsache, dass Henry ein Vampir ist. Ich mochte die Story auf jeden Fall und fand sie auch recht spannend.

Vicky ist ein toller Charakter, mit Ecken, Kanten und Fehlern, aber genauso auch tough, mutig, loyal. Mike der typische etwas knurrige, aber irgendwie sexy Cop und Henry kein muskulöser Glitzervampir, sondern rein optisch eher normal, dafür stärker, nur Nachts unterwegs und Bluttrinker. Das Vicky so ein wenig hin- und hergerissen ist, konnte ich ganz gut nachvollziehen.

Mein Fazit: mir hat die Zeitreise richtig gut gefallen und ich fühlte mich ein bisschen wie bei einer RomCom der 90er, was es ja auch so ein bisschen war. Charaktere und Handlung sorgen für Abwechslung und bieten gute Unterhaltung.

Veröffentlicht am 14.09.2023

Die Vergangenheit holt dich immer ein

Nur eine Lüge – Zwei Familien, eine tödliche Verbindung
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Es sollte die Traumhochzeit werden zwischen Emily und William. Das Schloss zur Feier und die komplette Familie und Freunde sind erschienen. Doch Emily macht sich Sorgen, dass ein Ereignis von vor acht ...

Es sollte die Traumhochzeit werden zwischen Emily und William. Das Schloss zur Feier und die komplette Familie und Freunde sind erschienen. Doch Emily macht sich Sorgen, dass ein Ereignis von vor acht Jahren die Märchenidylle überschatten könnte. Tatsächlich gibt es im Hintergrund immer wieder Reibereien, die im direkten Zusammenhang mit den damaligen Ereignissen stehen und kurz darauf gibt es sogar einen Toten.
Mich machte der Klappentext unheimlich neugierig auf die Geschichte, gerade auch, weil Bücher aus Skandinavien immer etwas geheimnisvolles und düsteres an sich haben.
Schon nach kurzer Zeit wird hier klar, hier gibt es ein dunkles Geheimnis, dass das Leben der beiden im Mittelpunkt stehenden Familien überschattet. Wir wechseln hier in der Geschichte zwischen 4 Personen, die Familie Brandt, und zwischen der Gegenwart und den Ereignissen vor acht Jahren. Da auch die Kapitel sehr kurz gehalten sind, war das zunächst noch ein wenig durcheinander, doch nach einer kurzen Zeit hatte man doch einen sehr guten Überblick.
Autorin Malin Stehn schreibt sehr leicht und flüssig, dabei bringt sie, gerade auch durch die Perspektivwechsel, immer wieder Wendungen und Cliffhanger mit ein, die die Geschichte umso spannender werden lassen. Durch die Wechsel der Ansichten erhält der Leser häppchenweise Einblicke und dadurch natürlich auch Gelegenheiten zu grübeln. Wer war der Tote vom Beginn des Buches? Was hat das mit der Vergangenheit zu tun? Wer ist woran schuld? Das ein oder andere erfährt man im Laufe des Buches, bis sich zum Ende ein Komplettbild ergibt.
Die vier im Mittelpunkt stehenden Charaktere lernt man teilweise recht gut kennen. Annika ist eine Helikoptermum, allerdings hauptsächlich Erik gegenüber, wodurch Emily sich vernachlässigt fühlt. Auch sonst ist sie eine schwierige Persönlichkeit, die ich als Mutter aber doch irgendwie verstehen kann. Erik ist ein Eigenbrötler geworden, was ebenfalls mit der Vergangenheit zusammenhängt. Emily bleibt relativ blass und Vater Mats fand ich noch am umgänglichsten. Nebencharaktere gibt es hier so einige und alle zusammen sorgen für ein glaubwürdiges Gesamtbild.
Mein Fazit: nur eine Lüge ist ein spannender Roman mit vielen Wendungen der sich leicht und flüssig lesen lässt. Vergangene Ereignisse, die verschwiegen wurden, sorgen dafür, dass Freundschaften, aber auch Familien zerbrechen. Die Auflösung kommt nach und nach und erst am Ende erkennt man alle Zusammenhänge. Eine spannende und lesenswerte Story, Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 12.09.2023

Unterhaltsam

Heartbreak
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Schon länger ist Marie psychisch nicht auf der Höhe und sie leidet unter starken Selbstzweifeln und Depressionen. Als ihr Freund Emil dann von einem Tag auf den anderen einfach den Kontakt abbricht, kommt ...

Schon länger ist Marie psychisch nicht auf der Höhe und sie leidet unter starken Selbstzweifeln und Depressionen. Als ihr Freund Emil dann von einem Tag auf den anderen einfach den Kontakt abbricht, kommt Marie gar nicht mehr zurecht. Um zur Ruhe zu kommen, möchte sie ihn zur Rede stellen, doch Emil ist einfach ausgezogen. Zufällig findet sie heraus, dass er sich in Italien aufhält und reist ihm kurzentschlossen hinterher. Für Sänger Tom schien es hingegen, als wäre er auf dem Höhepunkt seiner Karriere, denn nicht nur musikalisch läuft alles super, sondern auch schauspielerisch, denn er hat die Rollen an der Seite von Superstar Bello, dem Hund, ergattern konnte. Dumm nur, dass ihm ein Unglück genau mit diesem Hund widerfährt. Von heute auf morgen hat sich Toms Karriere damit erledigt und er taucht unter, in Italien.
Ein sehr ansprechendes Cover und auch der Klappentext machen neugierig auf das Buch. Wobei der Einstieg mir ein kleines bisschen schwerer fiel, da Autor Tarkan Bagci einen sehr eigenen Schreibstil hat. Die Sätze wirken minimalistisch, dadurch aber auch eher eindringlich und intensiv, allerdings halt auch ein wenig gewöhnungsbedürftig.
Die Erzählperspektive in der dritten Person wechselt zwischen den beiden Protagonisten Marie und Tom. Über einen längeren Zeitraum begleiten wir die beiden, zunächst noch alleine. Man erlebt sie in ihrem persönlichen Alltag, mit all ihren Eigenheiten und Gewohnheiten. Der Autor beschreibt dabei viele Dinge, die vielen von uns bekannt vorkommen werden. Seien es Maries Selbstzweifel, die teilweise auch auf die recht herrische Mutter zurückzuführen sind oder den typischen Umgang der Medien mit dem Star Tom, dabei beschreibt er all das nicht nur sehr anschaulich, sondern auch mit einer großen Portion Sarkasmus und ich habe mich häufig dabei ertappt, zu nicken und zu denken, ja, genau so stell ich mir das auch in Realität vor. Dabei sind die verschiedenen Ereignisse doch recht skurril und doch auch witzig.
Beide Protagonisten wirken absolut authentisch und glaubwürdig. Mit Marie konnte ich sofort mitfühlen, egal was sie macht, es scheint nie gut genug und sie trifft nie die Erwartungen der anderen. Dabei muss sie einfach lernen, auch einmal für sich einzustehen. Ihre Entwicklung hat mir auf jeden Fall gut gefallen. Tom scheint das Gegenteil von Marie zu sein, doch auch er erlebt am eigenen Leib, wie schwer es sein kann, wenn man angeblich etwas getan hat, womit die breite Öffentlichkeit nicht konform geht.
Mein Fazit: Die Geschichte ist etwas anders und trotzdem scheint sie wie aus dem Leben gegriffen. Mir fiel auf gut der ersten Hälfte doch schwer, in die Geschichte zu finden, da mich der distanzierte Schreibstil insgesamt auf Abstand hielt. Der Klappentext greift, trotz seiner Kürze, recht viel der Handlung auf, wobei ich selbst nicht wüsste, wie ich mich hätte kürzer fassen können. Die zweite Hälfte des Buches hat mir dann sehr gut gefallen und insgesamt war die Geschichte sehr unterhaltsam.