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Veröffentlicht am 04.09.2023

Ganz großes Kino

Die Schwarze Königin I
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Eigentlich war es Lens Großmutter, die die Reise nach Prag und anschließend ins Banat gewonnen hatte, doch als sie krank wird, beschließen sie, dass Len an der Reise teilnehmen wird. In Prag jedoch ereignen ...

Eigentlich war es Lens Großmutter, die die Reise nach Prag und anschließend ins Banat gewonnen hatte, doch als sie krank wird, beschließen sie, dass Len an der Reise teilnehmen wird. In Prag jedoch ereignen sich immer mehr merkwürdige Begebenheiten und Len weiß gar nicht, was das alles mit ihm zu tun haben soll. Kann es wirklich sein, dass er, wie seine Großmutter ihm erzählte, tatsächlich ein Draculesti ist?
600 Jahre zuvor lernt der junge Vlad die Königing von Ungarn und später des römischen Reiches, Barbara von Cilli kennen. Gemeinsam mit Vlads Verbündetem und Lehrmeister Sorin beschließen sie, den Stragoi, den in Siebenbürgen heimischen Vampiren,, auf den Leib zu rücken und schmieden einen Plan, um diese zu vernichten. Dabei kommt es ihnen zu Gute, dass Barbara in Alchemie bewandert ist, allerdings bleiben diese Kenntnisse nicht ohne Auswirkungen auf die sogenannte schwarze Königin.
Markus Heitz ist für mich ein absoluter Garant für spannende und absolut gut recherchierte Fantasy und dementsprechend neugierig war ich auch auf die schwarze Königin.
Schon der Einstieg gelingt durch einen sehr spannenden Prolog und man möchte unbedingt wissen, was es mit den Ereignissen hier auf sich hat. Danach beginnt die Geschichte in wechselnden Kapiteln zwischen der Gegenwart und Lens Pragreise und der Vergangenheit rund um die schwarze Königin und ihrem treuen Freund Vlad, der der Vater des späteren Pfählers war. Beide Perspektiven haben mir unheimlich gut gefallen, gemeinsam mit dem ahnungslosen Len erleben wir hier einige spannende Überraschungen und tauchen immer tiefer ein in eine Welt voller düsterer Gestalten aus der Anderswelt. Aber auch der historische Erzählstrang rund um Barbara und Vlad bietet enorm viel Spannung und viele erstaunliche Einblicke rund um die schwarze Königin. Man spürt hier regelrecht Heitz' Begeisterung zu dem Thema und das er hier absolut tief recherchiert hat.
Durch den wirklich fesselnden Schreibstil taucht man hier immer tiefer in eine Geschichte ein, bei der man sich später selbst ertappt, ins Dunkle zu lauern, ob nicht doch ein Blutsauger irgendwo draußen lauert.
Das Setting Prag in der Gegenwart ist gut gezeichnet und man sieht hier die gut besuchte Karlsbrücke direkt vor dem inneren Auge. Da ich die Stadt Prag selbst schon besucht habe, fiel es mir dadurch noch ein wenig leichter, das Geschehen im Kopf mizuverfolgen. Aber auch die Atmosphäre des Mittelalters ist absolut gelungen und man spürt hier die fremde Zeit mit all ihrer Finsterheit.
Auch mit den glaubhaft gezeichneten Charakteren konnte Heitz bei mir punkten. Len wird hier regelrecht ins Kalte Wasser geworfen,, dabei würde er eigentlich viel lieber in Ruhe mit seiner Freundin Klara und dessen Oma Mokka reisen. Doch spätestens als die seltsame Professorin Jolana auftaucht und Len einlädt, mehr über Prag und seine eigene Familiengeschichte zu erfahren, nimmt für Len das Schicksal seinen Lauf. Zu Beginn ist der junge Mann absolut naiv und überfordert, wer wäre das nicht, wenn man mitgeteilt bekäme, dass man der letzte männliche Nachfahre der Draculesti sei. Aber er beginnt sich zu entwickeln, bzw. er muss sich entwickeln, um seinem Schicksal ins Auge zu blicken.
Aber auch die schwarze Königin Barbara von Cilli hat mir unglaublich gut gefallen. Was für eine beeindruckende Frau und sie war ihrer Zeit absolut weit voraus. Ich habe sie hier bewundert für ihren Mut, aber auch für ihre Klugheit und wie sie alles in die Hand nimmt. Ich bin nahezu verführt worden, selbst mehr über diese Frau herausfinden zu wollen.
Doch nicht nur die Protagonisten wissen hier zu überzeugen, sondern auch deren Begleiter, die Professorin, die zunächst wie eine etwas schrullige, ältere Dame daherkommt, in der aber so unglaublich viel mehr steckt, ließ mich so manches Mal schmunzeln.
Während Vlad in der Vergangenheit durch und durch loyal und kämpferisch bleibt.
Mein Fazit: hier kann ich nur sagen: Chapeau, Herr Heitz, das war ganz großes Kino und ich bin begeistert von dieser unglaublich düsteren und doch faszinierenden Geschichte. Diese Geschichte ist noch viel mehr als "nur" eine Vampirgeschichte, denn Amospähre, Spannung, historische Momente und Charaktere machen hier ein Buch aus, das man nur schwer wieder weglegen kann und ich habe es an einem ruhigen Sonntag in einem weg inhaliert. Ganz klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 01.09.2023

Gerne mehr Suspense

One Second to Love (Breaking Waves 1)
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Avery lebt das Leben, von dem viele nur träumen, sie ist ein Rockstar und reist mit ihrer Band durch die Welt. Doch nun ist die Tournee beendet und sie, völlig ausgebrannt, kehrt zurück nach Harbour Bridge. ...

Avery lebt das Leben, von dem viele nur träumen, sie ist ein Rockstar und reist mit ihrer Band durch die Welt. Doch nun ist die Tournee beendet und sie, völlig ausgebrannt, kehrt zurück nach Harbour Bridge. Hier hat sie viele Jahre die Sommer verbracht und dabei ihre Freundinnen Odina, Isabella, Lee und Josie kennengelernt. Doch eines Sommers verschwand Josie ohne jegliche Spur zu hinterlassen. Seitdem sind zehn Jahre vergangen und der Fall wird ad acta gelegt. Gerade als auch Avery sich bemüht, zu vergessen, tauchen plötzlich Beweise auf. Avery ahnt, dass nur sie gemeinsam mit ihren Freundinnen das Rätsel lösen können. Wäre da nicht auch noch Jake, ihr Bandkollege, ehemals bester Freund und große Liebe, der sie zusätzlich verwirrt. Denn genau dann, wenn sie ihn endlich vergessen will, beginnt er um sie zu kämpfen.
Das wunderschöne Cover verführt den Leser geradezu, das Buch in die Hand nehmen zu wollen und es passt nebenbei noch perfekt zum Inhalt des Buches.
Der Einstieg fällt leicht, denn Autorin Kristina Moninger beginnt mit einem spannenden Rückblick und mit dem Tag als Josie verschwand. Doch danach hatte ich den Eindruck, dass die Geschichte ausgebremst wird. Zwar liest sich der Schreibstil sehr leicht und flüssig, fühlte sich für mich aber zu emotionslos an. Auch wenn die Geschichte aus Averys Sicht und in der Ich-Perspektive geschrieben wurde, hielt ich komplett Distanz zu ihr.
Ich bin ein großer Fan von Pretty Little Liars und der Klappentext erinnerte mich sofort an die Serie, allerdings kommt über weite Strecken der Geschichte nur wenig Spannung auf. Zwar ist der Beginn mit dem ersten Hinweis auf Josies Verschwinden noch interessant, doch dann verläuft das Ganze zu sehr im Sand und darunter leidet der Suspense Aspekt. Bliebe noch die Romanze zwischen Avery und Jake, die ich allerdings auch nicht so richtig nachvollziehen konnte, da ich mit Jake einfach nicht warm wurde.
Die Handlung des Buches spielt auf 2 Zeitebenen, einmal zur Zeit als die Mädchen sich kennenlernen bis hin zu Josies Verschwinden und einmal in der Gegenwart. Beide Male sind wir auf der kleinen Insel Harbour Bridge, die mir als Setting wirklich gut gefallen hat und die ich regelrecht vor mir sehen konnte. Die sommerliche Atmosphäre wie auch die Gegend sind lebendig und spürbar.
Auch Avery mochte ich sehr gerne, sie wurde intensiv und authentisch gezeichnet und punktete bei mir mit ihrer Art zwischen Schlagfertigkeit und Zurückhaltung. Das ausgebrannte Gefühl in ihr konnte ich regelrecht spüren. Ihr Verlangen nach Jake leider nicht. Auch wenn man in Rückblicken mehr über ihre gemeinsame Vergangenheit erfährt, blieb es für mich eher schwierig, Jake mit Josies Augen zu sehen. Insgesamt war er mir zu oberflächlich, zu sehr auf sich bezogen und zu rücksichtslos. Das ganze hin und her zwischen Avery und Jake nahm mir immer wieder zuviel Spannung, denn mich hat mehr die Geschichte der Freundinnen und das Verschwinden Josies interessiert. Gut, es soll ja Romantic Suspense sein, was beides mich aber leider nicht richtig packen konnte.
Neben Jake und Avery gibt es natürlich noch diverse Nebencharaktere, wie z.B. die Freundinnen, von denen jede aber auch noch eine eigene Geschichte bekommen wird.
Mein Fazit: die Grundidee der Geschichte hat mir sehr gut gefallen und auch das Setting mit der dazu passenden Atmosphäre konnten mich überzeugen. Leider hatte ich mehr Spannung erwartet und vielleicht auch mehr Momente zum Miträtseln und auch die Liebesgeschichte konnte ich nicht richtig fühlen. Was den nächsten Band angeht, bin ich hin- und hergerissen, weil ich die Grundidee durchaus mochte, deshalb denke ich, werde ich auch der Fortsetzung eine Chance geben und hoffe, dass mich andere im Vordergrund stehende Protagonisten mehr überzeugen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2023

Stark erzählte Familiengeschichte

Bei euch ist es immer so unheimlich still
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Wir schreiben das Jahr 1989, kurz vor der Wende in Berlin verlässt Silvia Borowski mit ihrer nur wenige Wochen alten Tochter Hannah Berlin in Richtung ihrer Heimat, ins schwäbische Dörfchen Ildingen. Viele ...

Wir schreiben das Jahr 1989, kurz vor der Wende in Berlin verlässt Silvia Borowski mit ihrer nur wenige Wochen alten Tochter Hannah Berlin in Richtung ihrer Heimat, ins schwäbische Dörfchen Ildingen. Viele Jahre ist es her, dass sie Hals über Kopf fortging und sie hat keine Ahnung, wie ihre Mutter Evelyn auf sie reagieren wird. Diese jedoch nimmt Silvia und Hannah einfach auf, ohne groß Fragen zu stellen. Denn seit dem Tod ihres Mannes Karl ist Evelyn einsam. Denn auch wenn sie seit den fünfziger Jahren hier lebt, gilt sie immer noch als Hinzugezogene.
Bei euch ist es immer so unheimlich still ist ein Familienroman, der aus wechselnden Perspektiven zwischen Mutter Evelyn und Tochter Silvia Borowski auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass diese Geschichte im Bezug zu Alena Schröders erstem Buch – Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid, steht. Allerdings kann man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen.
Der Einstieg in den Roman fällt leicht, denn Alena Schröder hat einen absolut flüssigen Schreibstil, dabei gelingt es ihr sehr gut Gefühle zu transportieren, ohne viel zu schreiben oder zu sagen. Der Titel des Buches ist hier nämlich Programm, denn den Charakteren fällt es so unheimlich schwer, miteinander über wichtige Themen zu sprechen. Oft hat man den Eindruck, sie leben stoisch nebeneinander her, dabei hätten sie sich unheimlich viel zu sagen.
Was mir besonders gut gefallen hat, sind die zwei Zeitebenen, denn die Vergangenheit lässt in der Gegenwart so manches verständlicher erscheinen. Evelyn stammt aus dem Osten und ist nach Baden-Württemberg gezogen und lernt hier Karl, den Bruder ihrer Freundin Betti kennen. Genauso wie Evelyn studiert er Medizin, doch als Tochter Silvia geboren wird, bleibt Evelyn zu Hause. Doch die Hausfrau und Mutterrolle fällt ihr schwer und die kleine Silvia kann es ihr nie rechtmachen und leider zeigt sie ihr das auch. Kein Wunder also, dass Silvia gleich die erste Gelegenheit ausnutzt, um fortzulaufen und den Kontakt über viele Jahre weitestgehend abzubrechen.
Doch auch wenn Evelyn auf den ersten Blick kalt und hartherzig wirkt, steckt auch hinter ihrer Geschichte mehr. Beide Frauen müssen lernen, aufeinander zuzugehen, sich gegenseitig Fehler einzugestehen und ein Gespräch zu suchen. Natürlich gestaltet sich das nicht immer als leicht und es dauert eine ganze Weile, bis sie sich annähern, aber die Autorin bringt all das so gut rüber, dass man wirklich die Handlungen ihrer Charaktere nachempfinden kann.
Die Geschichte lebt allerdings nicht nur von den Protagonistinnen, sondern auch von den Nebencharakteren, die ebenfalls nötigen Raum erhalten und klar vorstellbar werden. So hat man das Gefühl, Nachbarssohn Rüdiger mit seinem Walkman in der Werkstatt zu beobachten oder Monika im roten Minikleid auf der Tanzfläche stehen zu sehen. Man hat hier durchaus das Gefühl, dass man den kleinen Ort Ildingen mit all seinen Bewohnern direkt vor sich sieht. Spannend ist hier auch, die Darstellung rund um das Gerede im Ort, dem einen ist es egal, der andere versucht alles, um nach außen perfekt zu wirken. Ganz genau so ist es halt auch einfach im wahren Leben.
Was mir übrigens richtig gut gefallen hat, war nicht nur die Atmosphäre des Ortes, sondern auch die kleinen Anmerkungen der Autorin bezüglich Fernsehsendungen oder Musik aus der Zeit. Dadurch wurde das Geschehen einfach nochmal lebendiger.
Mein Fazit: bei diesem Buch ist der Titel einfach Programm, denn Alena Schröder gelingt es unheimlich gut, ihre Charaktere ins rechte Licht zu setzen. Man spürt die Probleme der einzelnen und kann sie einfach nachvollziehen. Sie trifft nicht nur den Zeitgeist der Geschichte, sondern schafft auch eine besondere Atmosphäre. Ein toller Familienroman, der absolut lesenswert ist.

Veröffentlicht am 28.08.2023

Intrigen und Spannung

Der achte Kreis (Ishikli-Caner-Serie 1)
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Schon seit längerer Zeit arbeitet die junge Türkin Ishikli Caner für die grauen Wölfe, doch am liebsten würde sie aussteigen und zwar sofort. Der Wunsch scheint zum Greifen nah, doch dann wird ihr Bruder ...

Schon seit längerer Zeit arbeitet die junge Türkin Ishikli Caner für die grauen Wölfe, doch am liebsten würde sie aussteigen und zwar sofort. Der Wunsch scheint zum Greifen nah, doch dann wird ihr Bruder entführt. Ausgerechnet der Vatikan scheint hinter der Entführung zu stecken und Caner wird nach Rom gelockt. Doch auch die deutschen Ermittler Roth und Freudensprung unter der Leitung von Thomas Kopetzky sind involviert.
Ein Buch dessen Klappentext mich neugierig machte: Intrigen, Mafia, Vatikan und alles miteinander verwickelt klang schon unheimlich spannend. Der Einstieg gestaltete sich allerdings als nicht ganz so leicht, da hier doch eine Menge Personen und Schauplätze auf den Leser einstürmen. Das legt sich dann aber im Laufe des Buches und nach und nach erhält man einen besseren Durch- und Überblick.
Der achte Kreis ist der erste Teil einer neuen Reihe rund um Ishikli Caner und man spürt, dass hier noch einiges mehr passieren wird, bzw. noch nicht verraten wurde. Der Schreibstil des Autors liest sich flüssig und fesselnd und Gravenbach versteht es sehr gut, seinen Worten so viel Leben einzuhauchen, dass man beim Lesen den Eindruck hat, einen Actionfilm zu schauen. Es geht hier um Mord, Intrigen, Lügen, all das verursacht durch den Vatikan und Beweise dafür befinden sich auf einem Datenträger. Kein Wunder also, dass hier von allen möglichen Seiten versucht wird, an den Datenträger heranzukommen.
Erzählt wird die Handlung durch einen neutralen Erzähler aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei stehen hauptsächlich die Ermittler Roth und Freudensprung, Caner und ein Kardinal im Vordergrund, aber auch weitere Perspektiven werden mit integriert. Insgesamt muss ich sagen, dass ich die Grundzüge der Handlung als glaubwürdig und vorstellbar halte.
Durch all diese unterschiedlichen Perspektiven fehlte mir insgesamt ein wenig Tiefgang bei den Charakteren. Natürlich gibt es ja noch genügend Raum in folgenden Bänden die Charaktere weiterzuentwickeln, so dass ich das in diesem Fall nicht als negativ bewerte, trotzdem gab es doch das ein oder andere bekannte Ermittlerklischee. Dem gegenüber steht dann Caner, die, bis auf das kleine Detail eine Auftragsmörderin zu sein, fast schon Superkräfte hat. Trotzdem fand ich die Charaktere interessant und konnte sie mir genügend vorstellen, um der Geschichte Leben einzuhauchen.
Mein Fazit: der achte Kreis ließ sich nach meinen Einstiegsschwierigkeiten leicht und flüssig lesen. Dabei erzeugt der Autor ein actionreiches Kopfkino das für spannende Unterhaltung sorgt. Zwar blieben mir die einzelnen Figuren noch fern, was sich aber bestimmt im Laufe der Reihe verbessern wird. Wer actionreiche Unterhaltung mit vielen Intrigen mag, ist hier genau richtig.

Veröffentlicht am 28.08.2023

Spannend, romantisch, toll

Psyche und Eros
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Als einziges Kind der Herrscherfamilie von Mykene wächst Psyche auf. Ganz im Gegensatz zu gleichaltrigen Mädchen interessiert sie sich aber für kämpfen, denn ihr wurde prophezeit, dass sie die größte Heldin ...

Als einziges Kind der Herrscherfamilie von Mykene wächst Psyche auf. Ganz im Gegensatz zu gleichaltrigen Mädchen interessiert sie sich aber für kämpfen, denn ihr wurde prophezeit, dass sie die größte Heldin ihrer Zeit sein würde, indem sie eine schreckliche Bestie besiegen wird. Selbst die Götter, allen voran Aphrodite, werden auf Psyche aufmerksam und kurzerhand schickt sie Eros los, der mit seinem Pfeil auf Psyche schießen und sie damit in andere Gefilde lenken soll, denn auf dem Pfeil liegt ein Fluch. Doch es kommt anders und Eros trifft sich selbst und entbrennt in unsterbliche Liebe zu Psyche. Dieses traumhafte Cover weckte gleich meine Aufmerksamkeit und da ich Göttersagen liebe, war ich hier richtig gespannt. Der Einstieg fällt leicht, denn die Geschichte liest sich fesselnd und flüssig. Wobei es der Autorin unheimlich gut gelingt, die Sprache der Zeit, in der die Geschichte spielt, anzupassen und dabei Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Ich habe mich hier wirklich wie in einer Göttersage gefühlt. Wir begleiten Psyche beim Aufwachsen, erleben, wie sie eine starke Persönlichkeit wird und sich deutlich in ihren Handlungen von anderen Mädchen unterscheidet. Das macht sie gleich zu etwas besonderem und ich mochte sie nicht nur unheimlich gern, ich fühlte mich auch irgendwie mit ihr verbunden. Auf der anderen Seite steht Eros, der Gott des Verlangens, der sich irgendwie zu langweilen scheint und der zunächst sich noch recht wenig in das kurze Leben der Menschen einfühlen kann. Da beide Protagonisten, kapitelweise abwechselnd, das Geschehen aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive schildern, erlebt man das ganze hautnah. Die Geschichte ist eine gelungene Mischung aus historischer Göttersaga, Liebesgeschichte, zwischendurch Action und auch einer guten Prise Humor. Mit so manch einer Darstellung musste ich schmunzeln und ich habe bisher nichts vergleichbares gelesen. Die Charaktere haben mir gut gefallen und vor allem die Protagonisten sind vielschichtig und intensiv gezeichnet. Ich habe die Geschichte nicht ganz genau im Kopf, doch das, was die Autorin daraus gemacht hat, gefällt mir richtig gut. Natürlich trifft man hier auch auf viele bekannte Götter, aber auch auf Helden der griechischen Geschichte, wie z B. die schöne Helena. Gerade durch die vielen Charaktere verlangt das Buch beim Lesen Aufmerksamkeit und es ist durchaus von Vorteil, wenn man ein wenig die Götter kennt. Das wirkt hin und wieder etwas verwirrend, wer aber die Götter und ihre Geschichte mag, ist bestens aufgehoben. Mein Fazit: mir hat die Geschichte rund um Psyche und Eros sehr gut gefallen, gerade durch viel Abwechslung in der Handlung macht das Lesen Spaß. Ich finde allerdings, dass man beim Lesen aufmerksam bleiben sollte, denn schnell hat man etwas wichtiges verpasst. So ist es eine zwar hin und wieder etwas verwirrende Geschichte, die man eher in Ruhe und nicht schnell zwischendurch lesen sollte, doch einfach auch mal etwas komplett anderes bietet, was ich so noch nicht gelesen habe. Leseempfehlung, nicht nur für Freunde der griechischen Mythologie.