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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2023

Ging unter die Haut

Mutterliebe
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Sylvia Bentz, Millionärsfrau, führt ein Leben, von dem manch einer nur träumen kann. Eine große Luxusvilla, einen Pool, teure Kleidung, einen tollen Mann und zwei bezaubernde Kinder. Doch eines Tages fährt ...

Sylvia Bentz, Millionärsfrau, führt ein Leben, von dem manch einer nur träumen kann. Eine große Luxusvilla, einen Pool, teure Kleidung, einen tollen Mann und zwei bezaubernde Kinder. Doch eines Tages fährt Sylvia mit ihren Kindern in den Wald und versucht sie zu töten, ihre Tochter überlebt, doch der dreijährige Linus stirbt. Nun steht sie vor Gericht und Reporterin Kiki Holland wohnt der Verhandlung bei, denn auch sie kann es nicht fassen, warum Sylvia das getan hat. Während der Verhandlungen wird Kiki stutzig, denn das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmen kann, lässt sie einfach nicht los.
Mir hat der Justizkrimi aus der Feder des Autorenduos sehr gut gefallen. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und macht immer wieder neugierig auf mehr.
Die Handlung, gerade zu Beginn, als geschildert wird, wie Sylvia Bentz ihre Tat begannen hat, ging mir ganz tief unter die Haut und weckte in mir den gleichen Wunsch wie in der Protagonistin Kiki: herausfinden, wie es soweit kommen konnte. Kiki beginnt nachzufragen und begibt sich dadurch in große Schwierigkeiten. Mir tat es in der Seele weh, zu beobachten, wie Sylvia mit den Kindern losfährt und ja, die ganze Atmosphäre drum herum war nicht nur bedrückend, sondern ging, wie erwähnt, ganz tief.
Immer wieder kommt es in der Handlung zu Rückblicken, die mit Zeitangaben versehen sind. Meistens beobachtet man hier die Kindsmörderin und erlebt hautnah, wie es ihr ging, denn das sie große psychische Probleme hatte, wird schnell klar.
Das Thema rund um die Gerichtsverhandlung kommt mir etwas zu kurz, aber nichtsdestotrotz ist die Handlung rund um Kikis Nachforschungen spannend geschildert und ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen.
Protagonistin Kiki ist mir absolut sympathisch und ich mag ihre Art, nie aufzugeben und ihren Instinkten nachzugehen. Auch sonst ist sie offen, clever und lässt sich nicht einschüchtern, auch wenn es brenzlig wird. Auch die Nebencharaktere Torte und Tom mag ich unheimlich gerne und sind mir beide sehr sympathisch. Ich würde mich über ein Wiedersehen mit den dreien sehr freuen.
Weitere Charaktere der Story sind aufs notwendige ausgearbeitet, vor allem Sylvia Bentz wird aufgrund der Rückblenden hervorgehoben und man wünschte, man hätte ihr helfen können, damit es nie so weit gekommen wäre.
Mein Fazit: mit Mutterliebe ist dem Autorenduo ein spannender Krimi gelungen, den ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mit dem Beginn haben sie in mir ganz viel Emotionen wach gerufen, die mich gemeinsam mit der Protagonistin durchs Buch trieben, um herauszufinden, was geschehen war. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 26.04.2023

Rasanter Pageturner

Das Spiel - Desert Rogue
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Als der IT Spezialist Tim die Nachricht erhält, dass sein Freund und Mitbewohner Navid Nazari als angeblicher Terrorist in Kabul ums Leben gekommen ist, kann er es kaum fassen. Niemals hätte er auch nur ...

Als der IT Spezialist Tim die Nachricht erhält, dass sein Freund und Mitbewohner Navid Nazari als angeblicher Terrorist in Kabul ums Leben gekommen ist, kann er es kaum fassen. Niemals hätte er auch nur ansatzweise an so etwas geglaubt. Doch dann fällt ihm ein, dass Navid ihm kurz vor seinem Tod eine Email geschrieben hat. Über Umwegen gelangt er an die Daten, Spielerprofile aus dem Game Desert Rogue, dessen Entwickler ausgerechnet die Firma ist, bei der er angestellt ist. Doch was soll das bedeuten? Als kurz darauf seine Wohnung durch das BKA durchsucht wird und eine Frau namens Bahar Rawath sich bei ihm meldet, wird es noch komplizierter. Bahar möchte sich mit Tim treffen und was er dabei erfährt, macht ihn fassungslos. Eine Verfolgungsjagd beginnt.
Autorin Julia Hense hat mit Das Spiel Desert Rogue ihr Thrillerdebüt veröffentlicht und ich bin absolut begeistert. Die Autorin schreibt nicht nur flüssig und absolut mitreißend, sondern auch so bildhaft und lebendig, dass man den Eindruck hat, man sieht einen Actionfilm vor dem inneren Auge. Ein bisschen musste ich hier an den Film „Der Staatsfeind Nr. 1“ mit Will Smith denken, das Tempo fühlte sich genau so an. Chapeau, Frau Hense!
Die Storyline ist spannend und fesselnd und der Thriller ein wahrer Pageturner. Was das Geschehen hier betrifft, muss ich sagen, dass man sich so etwas durchaus vorstellen kann, auch wenn es mehr als erschreckend ist. Ich möchte aber auch nicht zu viel verraten, lest dieses Buch einfach.
Erzählt wird das ganze durch einen neutralen Erzähler aus unterschiedlichen Perspektiven. Man erlebt hier nicht nur Tim und was er auf seiner Flucht erleben muss, sondern auch wie die unterschiedlichen Geheimdienste arbeiten und wie clever und geschickt jeder einzelne vorgeht.
Die Charaktere sind soweit gut ausgearbeitet, denn man kann sie sich gut vorstellen. Hier liegt aber deutlich der Fokus auf Spannung und Action und nicht auf der Charakterentwicklung. Trotzdem fand ich Tim und Bahar sympathisch, hab mit ihnen mitgefiebert und bin regelrecht mit ihnen durch Berlin gerannt.
Auch die Nebencharaktere sind soweit gut gezeichnet und sowohl glaubhaft als auch vorstellbar.
Mein Fazit: ein temporeicher Pageturner, den man einmal begonnen, nicht wieder aus der Hand legen kann. Abolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 23.04.2023

Zufälle und Geheimnisse

One of the Girls
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Gemeinsam mit ihren 5 Freundinnen will Lexi ihren Junggesellinnenabschied mit einem fünftägigen Kurzurlaub auf einer griechischen Insel verbringen. Während Bella, ihre beste Freundin aus Jugendtagen, sich ...

Gemeinsam mit ihren 5 Freundinnen will Lexi ihren Junggesellinnenabschied mit einem fünftägigen Kurzurlaub auf einer griechischen Insel verbringen. Während Bella, ihre beste Freundin aus Jugendtagen, sich auf feiern und Alkohol freut, scheinen andere eher die Ruhe genießen zu wollen. Die 6 Frauen sind so unterschiedlich und es gibt immer wieder Missverständnisse und Reibereien, denn eines haben alle gemeinsam, jede hütet ein Geheimnis.
Ich habe schon einige Romane der Autorin Lucy Clarke gelesen, denn in der Regel bieten sie viel Spannung rund um alte Geheimnisse. So war es auch hier, doch diesmal fand ich, gab es einige Längen in der Story und manches wirkte zur Auflösung hin zu konstruiert.
Nichtsdestotrotz überzeugt Clarke auch hier mit ihrem leichten, flüssigen Schreibstil, durch den es leicht fällt, die Geschichte zu verfolgen.
Der Einstieg ist ruhig und durch die wechselnden Perspektiven zwischen den 6 Frauen, die man dadurch nach und nach kennenlernt, für meinen Geschmack zu langatmig. Hin und wieder erfährt man zwar, dass die meisten etwas vor den anderen verbergen, doch insgesamt dauert es, bis was passiert.
Die Story selber ist mehr auf die Charaktere bezogen, jede Frau scheint mit etwas an ihr selber oder mit ihrem Leben zu bemängeln zu haben. Schlecht war es nicht, aber das ein oder andere durchaus vorhersehbar.
Im Mittelpunkt stehen die 6 Frauen und weitere Charaktere kommen höchstens zum Schluss oder in den Erinnerungen der einzelnen vor. Dabei fand ich keine der sechs Damen durchweg sympathisch. Lexi grübelt über die Zukunft und ob ihre Entscheidungen alle richtig sein könnten. Robyn möchte es jedem recht machen und verliert sich selbst dabei. Eleanor leidet unter dem Verlust ihres Verlobten und hat wenig Selbstvertrauen. Bella möchte im Mittelpunkt stehen und verletzt dadurch ständig andere. Fen grübelt immer noch über ein Ereignis in ihrer Vergangenheit und Ana scheint in erster Linie etwas zu verbergen. Erst als so nach und nach alles klar wurde, kamen mir die einzelnen Figuren etwas näher.
Insgesamt ist es eine solide Geschichte, bei der mir vor allem zum Schluss hin vieles zu konstruiert erschien. Für mich punktet hier in erster Linie der gewohnt gute Schreibstil. Wer es lieber ruhig mag, wird hier trotzdem gute Unterhaltung finden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.04.2023

Willkommen im Killerkaff

Diabolisch
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Februar 1995, im kleinen Dorf Holzhausen steigt die große Fastnacht Party, während ein Dorf weiter die achtjährige Lotte und ihr kleiner Bruder Alex darauf warten, dass ihr Papa sie vom Turnen abholt - ...

Februar 1995, im kleinen Dorf Holzhausen steigt die große Fastnacht Party, während ein Dorf weiter die achtjährige Lotte und ihr kleiner Bruder Alex darauf warten, dass ihr Papa sie vom Turnen abholt - vergeblich. Die beiden gehen zu Fuß nach Hause, doch nur Lotte kommt dort an.
Juni 2022 und wieder Holzhausen, dieses Mal steht der kleine Ort im Mittelpunkt grausamer Verbrechen. Ein Bewohner nach dem anderen stirbt auf brutalste Weise. Oberkommissarin Flaucher beginnt zu ermitteln, doch der Mörder scheint immer einen Schritt voraus und die Zusammenhänge scheinen undurchschaubar.
Das düstere Cover weckte meine Aufmerksamkeit und schon die Leseprobe zog mich in ihren Bann. Autor Jonas Wagner schreibt mitreißend und fesselnd und macht das Geschehen vor Ort sehr lebendig. Dabei wechselt er immer wieder die Perspektiven, mal richtet er seinen Blick auf die Opfer, mal auf die Ermittler und immer wieder gibt es Rückblicke auf die Vergangenheit. Dadurch schafft Wagner es, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und den Leser zu animieren, mitzurätseln. Irgendwann hatte ich durchaus eine Ahnung wer und warum in Holzhausen sterben musste.
Die meisten Charaktere werden nur angerissen, aber trotzdem bekommt man auf jeden einen Blick und man kann sich ein gutes Bild zu den Personen machen. Je mehr die Geschichte voranschreitet, desto mehr hat man den Eindruck, dass das Dorf Holzhausen zwar optisch absolut aufgeräumt und idyllisch wirkt, doch im Hintergrund das Grauen lauert, schöne Fassade, doch fauliges Innenleben schoss durch meine Gedanken. Dieses Grauen ist mehr die Ignoranz und der Egoismus jedes einzelnen und so manches machte mich wirklich fassungslos. Vor allem bei dem Geschehen im Jahre 1995 war ich mehr als entsetzt, wie die Erwachsenen hier handeln. Gerade als Mutter eines Kindes in dem Alter fühlte ich mich hier richtig betroffen von dem Schicksal des kleinen Alex. Tatsächlich entwickelte ich hier fast schon Verständnis für den Täter.
Oberkommissarin Flaucher und ihre Kollegen tappen lange im Dunkeln. Während den Ermittlungen lernt man die Kommissarin zwar kennen, aber der Blick liegt in erster Linie auf den vielen Fällen im Ort.
Zwischen aktuellem Geschehen und Rückblicken sorgen Tagebucheinträge der kleinen Lotte noch obendrein dazu, dass man mit ihr mitfühlen kann. Unter welchen Bedingungen die Kleine aufwachsen muss, vor allem nachdem Alex nicht mehr nach Hause kam, tat mir regelrecht im Herzen weh.
Mit seinem Thriller Diabolisch schafft es Autor Jonas Wagner zu fesseln und zu begeistern und dabei gibt es auch noch einen sehr kritischen Blick hinter die Fassaden der Gesellschaft. Die Fälle sind teilweise detaillierter beschrieben, doch das wirkliche Grauen liegt im Blick auf die Ignoran und den Egoismus der Menschen. Nicht jede schöne Fassade hält was sie verspricht. Willkommen im Killerkaff Mordhausen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2023

Bad Ass Prinzessinnen

Die Prinzessinnen: Fünf gegen die Finsternis
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Nachdem Prinzessin Narvila entführt wurde, wird sie von vier Söldnerinnen befreit, die sich "die Prinzessinnen" nennen. Sie sind tough, mutig, knallhart und lassen sich nichts gefallen, ausserdem kämpft ...

Nachdem Prinzessin Narvila entführt wurde, wird sie von vier Söldnerinnen befreit, die sich "die Prinzessinnen" nennen. Sie sind tough, mutig, knallhart und lassen sich nichts gefallen, ausserdem kämpft jede einzelne besser als irgendein anderer. Narvila hat die Nase voll davon, entführt zu werden oder irgendwann einen Trottel heiraten zu müssen, um ihrem Reich zu dienen. Kurzerhand beschließt sie, den Prinzessinnen zu folgen, doch was zunächst wie ein Abenteuer für sie erscheint, stellt sich als die Herausforderung ihres Lebens heraus.
Ich muss gestehen, dass ich ein kleines bisschen Zeit brauchte, um in die Geschichte zu finden, denn sowohl die Story als auch der Schreibstil sind aussergewöhnlich. Endes schreibt in der Gegenwart und dabei benutzt er kein Wort zuviel. Doch schon nach kurzer Zeit war ich völlig von dieser Geschichte gefesselt.
Die Storyline ist geradlinig und man rauscht von einem Kampf zum nächsten und ein Abenteuer scheint heftiger als das nächste. Man muss bedenken, dass es Grimdark Fantasy ist und dementsprechend ist die Sprache derb und das Geschehen blutig. Alle grausigen Fantasygestalten, die man kennt, aber auch neue Gestalten tauchen hier auf. Es werden Köpfe rollen und weitere Körperteile fliegen, also eher nichts für zartbesaitete Leser, doch mir hat das absolut Spaß gemacht.
Zwischen den Kapiteln in der Gegenwart gibt es Kapitel als Rückblenden, in denen man mehr über die Leben der einzelnen Prinzessinnen erfährt, warum sie Söldnerinnen wurden und letztlich auch, wie sie zusammenfinden.
Gerade diese Rückblenden geben der actionreichen Story auch noch einen gewissen Tiefgang.
Was soll ich sagen?! Ich liebe die Prinzessinnen und zwar jede einzelne, denn so unterschiedlich wie sie kämpfen und welche Waffen sie tragen, so unterschiedlich sind ihre Charaktere.
In der Gegenwart steht Prinzessin Narvila im Vordergrund und man erfährt hautnah, wie schwer es wirklich ist, alles aufzugeben und hinter sich zu lassen. Ihre Entwicklung war absolut stark und vor allem glaubwürdig. Sie lernt, meist langsamer als ihr lieb ist und hat auch mit sich selbst und ihrer Entscheidung, das heimatliche Schloss zu verlassen, ordentlich zu kämpfen. Doch sie ist stärker als sie selbst glaubt.
Auch die anderen vier Ladys sind klasse, unterschiedlicher geht kaum und doch halten sie zusammen und stehen füreinander ein.
Neben diesen Prinzessinnen gibt es viele weitere Charaktere, die in erster Linie für die Storyline und deren voranschreiten wichtig sind, aber zum größten Teil Nebensache bleiben, was hier aber absolut passt.
Das Worldbuilding ist eine mittelalterlich angehauchte Welt voller düsterer Gestalten und die Monster gibt es in jeder Form, auch menschliche Monster haben ihren Raum.
Wer Spannung und Action mag und auch vor derber Sprache, die hier absolut sein muss, nicht zurückschreckt, kommt hier zu vollem Genuss. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.