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Veröffentlicht am 13.12.2019

Die Welt in 100 Jahren

Neon Birds
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Wir schreiben das Jahr 2101. Vor vielen Jahren haben die Menschen eine Technik entwickelt, die den Menschen in seinen Fähigkeiten verbessern sollte. Doch dies geriet ausser Kontrolle und es entwickelte ...

Wir schreiben das Jahr 2101. Vor vielen Jahren haben die Menschen eine Technik entwickelt, die den Menschen in seinen Fähigkeiten verbessern sollte. Doch dies geriet ausser Kontrolle und es entwickelte sich ein Virus, der Menschen in regelrechte Cyberzombies verwandelte. Technisch hoch versiert, beinahe unverletztlich und doch nicht in der Lage, zu kommunizieren. Dabei entwickelt sich genau dieser Virus immer weiter und über alldem steht Kami, die künstliche Intelligenz. Während speziell ausgebildete Elitesoldaten die sogenannten Moja in den Sperrzonen bekämpfen und dafür wie Filmstars gefeiert werden, brodelt es im Hintergrund und der Untergang der Zivilisation scheint unausweichlich.
Meine Meinung
Schon beim ersten Blick auf dieses Cover und dann noch dieser spannende Klappentext wusste ich, das Neon Birds genau mein Beuteschema sein würde.
Marie Grasshoff hat hier eine Geschichte geschrieben, die mich vom ersten Moment abgeholt und mitgenommen hat. Mit einem sehr gut verständlichen und flüssigen Schreibstil, der absolut fesselt, hat sie mich tief in dieses Zukunftsszenario gezogen. Dabei gibt es hier durchaus diverse technische Begebenheiten und Ideen, die zwar vor allem zu Beginn noch Fragen aufwerfen, aber im Laufe des ersten Bandes zum großen Teil gelöst werden.
Marie Grasshoff beginnt hier mitten in der Handlung und als Leser hat man zunächst kaum Ahnung, was da alles auf einen zukommt. Man braucht zu Beginn etwas Aufmerksamkeit, doch wie bereits erwähnt, erfährt man so nach und nach immer mehr über das Ausmaß der technischen Entwicklung. Die sogenannten Mojas, die auf mich wirkten wie Zombies, nur halt technologische Zombies, leben in Sperrgebieten und der Virus, den sie in sich tragen, ist hochgradig ansteckend. Die Gefahr, in der sich die Menschen befinden, ist extrem und da sich die Mojas permanent weiterentwickeln, weiß niemand, ob man der Lage noch her werden kann. Zu allem anderen lauert auch im Hintergrund noch eine weitere Gefahr, die niemand so richtig auf dem Schirm hat.
In diesem ersten Band der Trilogie erhält man nicht nur spannende und actionreiche Kampfszenen, sondern bekommt auch einen Einblick in die Welt der Zukunft, die technologische Entwicklung und auch in das Leben der Protagonisten. Regelrecht beeindruckt bin ich, wie weit das gesamte Worldbuilding durchdacht ist und ja, es handelt sich auch in dieser Sci-Fi-Dystopie um eine wirklich denkbare Zukunft. Auch hier hat der Mensch es geschafft, große Teile der Erde zu zerstören, da der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten war. Das dabei die gesamte Technik extreme Fortschritte macht, klingt hier logisch. Überraschungen und auch unvorhersehbare Momente findet man immer wieder und natürlich behält sich Autorin Marie Grasshoff noch einiges für die Folgebände zurück, so dass ich wirklich gespannt auf die Fortsetzung bin.
In dieser Geschichte stehen gleich mehrere junge Menschen im Vordergrund, bei denen mich zu Beginn überrascht hat, welche hohe Positionen und welch starke Aufgaben sie bekleiden und ausführen. Aber auch dafür gibt es eine logische Erklärung. Die Perspektive wechselt zwischen diesen unterschiedlichen Protagonisten, die man auch so nach und nach näher kennenlernt.
Da wäre Okijen, der Colonel ist und ein wahrer Held im Kampf gegen die Mojas. Er wird vom Volk gefeiert wie ein Superstar und doch hat er mich mit seinem großen Herzen und seiner unglaublichen Art tief berührt. Er ist definitiv mein Liebling bisher in der Geschichte. Aber auch Luke und Flover, Studenten, aber auch Soldaten, wurden mir nach und nach immer sympathischer. Vor allem Luke wirkte zu Beginn noch recht unnahbar, doch auch ihn durfte man besser kennenlernen. Zu guter letzt ist noch Andra eine der Protagonistinnen, aufgewachsen in der Mongolei bei ihrer Familie bietet sie schon fast das Gegenteil zu den anderen, bringt dadurch aber auch immer wieder Momente, die nachdenklich stimmen. Selbstverstndlich sind es nicht nur diese vier Protagonisten, die dem ganzen Leben verleihen, sondern auch noch viele weitere, facettenreiche Charaktere, von geschickten Propagandisen bis hin zu Computernerds, hier erhält man wirklich viele, unterschiedlichster Ansichten und Momente.
Mein Fazit
Wer Dystopien mag, wird auch um Neon Birds nicht drum herum kommen. Die hoch technologisch entwickelte Welt und all deren Gefahren bieten wieder einmal ein erschreckendes und beängstigendes Zukunftsszenario, das durchaus auch vorstellbar ist. Spannende Momente, aber auch tieferes Kennenlernen der Protagonisten wechseln sich hier ab, so dass das Buch spannende Unterhaltung bietet. Klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Geschichte
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2019

Etwas Extraordinary bitte

Vicious - Das Böse in uns
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An der Universität von Lockwood studieren die beiden jungen Männer Victor und Eli Medizin. Bei einem Experiment für die Universität möchten die beiden etwas ausprobieren, denn sie möchten aufzeigen, wie ...

An der Universität von Lockwood studieren die beiden jungen Männer Victor und Eli Medizin. Bei einem Experiment für die Universität möchten die beiden etwas ausprobieren, denn sie möchten aufzeigen, wie aus einem normalen Menschen ein sogenannter EO wird, ein ExtraOrdinärer. EOs sind Menschen mit besonderen Fähigkeiten, ähnlich einem Superhelden. Eli vertritt die Ansicht, dass jeder EO einst eine Nahtoderfahrung hatte und so zu einem EO wurde und deshalb beschließt er gemeinsam mit Victor, sich selbst zu töten und wieder zurückzuholen, um genau diese Theorie zu unterstützen. Tatsächlich gelingt das Experiment und während Eli erstaunliche Selbstheilungskräft entwickelt bis hin zur Unsterblichkeit, kann Victor sich selbst und anderen Schmerzen nehmen und zufügen, rein durch seine Gedankenkraft. Doch werden sie dadurch wirklich Superhelden?
Meine Meinung
Seit ihrer Weltenwanderer Trilogie bin ich ein großer Fan der Autorin V.E. Schwab und ich habe absolut ungeduldig auf ihr neues Buch Vicious gewartet, bei dem ich schon gleich wieder vom Klappentext magisch angezogen wurde. Gleich vorweg: ich wurde nicht enttäuscht, doch den Einstieg in das Buch hat mir die Autorin nicht so leicht gemacht. Aber keine Sorge, nach den ersten 60 Seiten hatte ich dann den Durchblick und kam fiel besser zurecht. Aber beginnen wir mal von Anfang an: V.E. Schwab hat einen wirklich fesselnden Schreibstil und sie macht mit nur wenigen Worten das Geschehen lebendig. In ihrem neuen Buch geht es um eine fiktive Welt, in der es Menschen mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten gibt, sogenannte EOs, ExtraOrdinäre. Was ihre Geschichte dann aber eher ungewöhnlich macht, ist die Art des Aufbaus, denn hier gibt es keine klare Linie, sondern immer wieder Zeitsprünge und Perspektivwechsel. Genau dieses hin und her machte es mir zu Beginn noch recht schwer, denn man bekommt neben der Gegenwart noch die Studienzeit Victors vor zehn Jahren und eine Handlung der letzten zwei Wochen präsentiert. Dadurch wirkt die Geschichte wie ein Puzzle, dessen Gesicht sich wirklich nur sehr langsam aufbaut. Doch dabei ist es unheimlich spannend zu verfolgen, was da geschieht, es wird düster und bedrohlich und die Protagonisten sind keine Heiligen.
Ein personeller Erzähler führt durch die Geschichte, dabei erfährt man vieles aus der Sicht Victors, aber auch aus der Sicht seines ehemals besten Freundes Eli. Auch die Schwestern Serena und Sidney und Mitch, ein Zellengenosse Victors, spielen eine wichtige Rolle.
Die Welt rund um Victor und Eli ist die unsere in der Gegenwart, wobei es hier halt die etwas anderen Superhelden, die EOs gibt. Diese sind gar nicht so bekannt in der Öffentlichkeit und die Fähigkeiten, die sie haben, sind auch nicht immer so positiv. Also eine Superheldengeschichte ohne wirkliche Superhelden, dadurch aber einfach mal etwas ganz anderes und neues.
Wirklich spannend wird die Geschichte durch seine Charaktere. Allen voran Victor, der eine aussergewöhnliche Erscheinung ist, nicht nur optisch. Im Grunde ist Victor Vale kein großer Sympath und doch ist er mir unheimlich ans Herz gewachsen. Dabei wirkt er wirklich unnahbar, düster und seine Handlungen sind so manches mal einfach nur unangehm bis hin zu grausam. Doch trotz all dem konnte ich ihn verstehen, denn all seine Handlungen beruhen auf etwas ganz bestimmten und ja, dadurch mochte ich Victor irgendwie.
Sein Gegenspieler ist sein ehemals bester Freund Eli, der von einem erfolgreichen Studenten zu einem Mann wird, der vor Selbstüberschätzung nur so strotzt. Bei ihm war es eher umgekehrt, denn ich wusste durch die Zeitsprünge schon mehr über ihn, so dass er mir gar nicht erst sympathisch wurde. Viel mehr mag ich über Victor und Eli aber gar nicht erzählen, denn man muss sie einfach in Aktion sehen.
Dann gibt es noch Serena und Sidney, zwei Schwestern, die ebenfalls durch eine Nahtoderfahrung zu EO’s wurden. Auch diese beiden sind absolut wichtig für die Handlung und während Sidney in mir den Beschützerinstinkt wachrief, weckte Serena genau das Gegenteil in mir.
Zu guter Letzt ist da noch Mitch, der an Victors Seite steht und der mir ebenfalls wie Victor auf seine Art sympathisch war. Alles in allem mag ich gar nicht so sehr noch auf die Charaktere eingehen, sie bleiben absolut überschaubar und doch strotzen sie voller Ideen- und Facettenreichtum.
Mein Fazit
Mit Vicious – Das Böse in uns hat sich V.E. Schwab noch einmal etwas tiefer in mein Leserherz gegraben und brachte mir spannende und ungewöhnliche Unterhaltung mit ihrer besonderen Art zu erzählen. Ich würde gerne so viel über diese besondere Geschichte loswerden, doch ich sag mal so: lest es unbedingt selber, denn es ist einfach mal wieder was völlig anderes. Wer düstere Geschichten rund um Superhelden und Antihelden mag, sollte hier mal reinlesen und wenn der Beginn schwer fallen sollte, unbedingt durchhalten, denn Vicious ist absolut ungewöhnlich und lesenswert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2019

Konnte mich nicht ganz überzeugen

Rivergold
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Gemeinsam mit ihrer großen Liebe Call arbeitet Romy auf einem der Baggerschiffe, mit denen sie durch die Flüsse fahren, um Gold zu bergen. Doch dann geschieht das Unfassbare und das Schiff wird von Piraten ...

Gemeinsam mit ihrer großen Liebe Call arbeitet Romy auf einem der Baggerschiffe, mit denen sie durch die Flüsse fahren, um Gold zu bergen. Doch dann geschieht das Unfassbare und das Schiff wird von Piraten überfallen und Call getötet. Seitdem sind zwei Jahre vergangen und Romy hat nur noch eins im Kopf: Rache! Nun ist sie mit gerade einmal siebzehn Jahren selbst Kapitänin eines der Baggerschiffe. Während ihrer Fahrt bemerkt Romy, dass auf ihrem Schiff etwas nicht stimmen kann. Kann es sein, dass sie ein Mitglied in der Crew hat, dass sie hintergeht? Wem kann sie vertrauen? Kann sie sich selbst auch genug vertrauen?
Meine Meinung
Mit diesem absolut großartigem Cover wurde meine Aufmerksamkeit sofort erweckt. Es ist wirklich ein absoluter Hingucker, den man sofort zur Hand nimmt. Auch der Klappentext klingt vielversprechend, dystopisches Setting, Piraten. Ich konnte dem nicht widerstehen.
Der Einstieg gelang mir auch noch recht leicht, Allie Condie beginnt ohne Umschweife mit der Handlung auf dem Schiff und dem Überfall, bei dem Call ums Leben kommt. Danach gibt es einen Zeitsprung in die Gegenwart, bei der nun Romy, die Protagonistin das Kommando auf einem der Schiffe übernimmt. Zwar machte es mir die Autorin mit ihrem angehmen Schreibstil leicht, die Geschichte zu lesen, doch leider fehlten mir hier auch so einige Grundzüge.
Ich beginne mal mit der Spannung, denn diese war zu Beginn noch vorhanden, ließ aber leider für mich im Laufe der Geschichte zu sehr nach. Denn hier stehen über weite Teile Romys Gedanken im Vordergrund und man bekommt von dem Geschehen rund um sie herum leider viel zu wenig mit. Das gibt dem Buch einfach zu wenig Handlung, dafür aber eine sehr bedrückende Stimmung.
Was mir allerdings am meisten fehlte, war das Worldbuilding. Irgendwie bekam ich einfach viel zu wenig davon mit, was es mit dieser Welt auf sich hatte. Es gibt nur wenig Hintergrundinfos, was hier überhaupt passiert ist, ich hätte gerne gewusst, was es mit den Außenposten auf sich hat, was mit den Baggerschiffen etc. All das blieb mir zu sehr im Dunkeln und ich konnte mir nur bedingt das Geschehen vorstellen.
Protagonistin Romy ist hier die Person, die auch die Handlung in der Ich-Perspektive wiedergibt. Dadurch erfährt man schon sehr viel über ihre Gedankenwelt, die sich in vielen Punkten um die Rache an den Piraten dreht und um ihre große Liebe und Sehnsucht nach Call. Die beiden sind zusammen in einem Kinderheim aufgewachsen und blickten voller Hoffnung in die Zukunft, die für sie als Paar nur leider niemals stattgefunden hat. Dass dadurch die Geschichte einen sehr melancholisch Touch erhält, ist da nicht verwunderlich.
Leider bleiben mir die weiteren Charaktere und deren Einstellungen und Entwicklungen dann ganz deutlich hinter Romy zurück. Auch über einzelne Personen und deren Beweggründe hätte ich gerne mehr erfahren.
Mein Fazit
Der Klappentext des Buches hat in mir sehr hohe Erwartungen geweckt, die für die Geschichte, die ich dann gelesen habe, leider zu hoch waren. Zwar fand ich den Einstieg noch gelungen und auch die Darstellung der Protagonistin glaubwürdig, doch das gesamte Worldbuilding, das mir auch bestimmte Handlungen hätte näher bringen können und auch die weiteren Charaktere des Buches blieben mir zu blass und wirkten gerade einmal nur angerissen. Letzten Endes blieb die Geschichte hinter meinen Erwartungen.

Veröffentlicht am 08.12.2019

Absolute Überraschung

Das Schicksal weiß schon, was es tut
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Einst gehörte Rob zu den beliebtsten Schülern an seiner Highschool. Im Lacrosse Team war er beliebt und gemeinsam mit seinem besten Freund Connor war er stets im Vordergrund. Doch dann wendete sich etwas ...

Einst gehörte Rob zu den beliebtsten Schülern an seiner Highschool. Im Lacrosse Team war er beliebt und gemeinsam mit seinem besten Freund Connor war er stets im Vordergrund. Doch dann wendete sich etwas in seinem Leben, an dem er eigentlich keinerlei Schuld trägt, denn sein Vater brachte die Familie in Verruf. Nun verbringt er seine Pausen alleine und auch beim Schulprojekt will niemand mit ihm zusammenarbeiten. Niemand bis auf Maegan, denn auch Maegan hat die Schüler mit einem Faux Pas gegen sich aufgebracht und nur ihre beste Freundin Rachel hält noch zu ihr. Gemeinsam beginnen Rob und Maegan am Matheprojekt, doch weiß das Schicksal, was es da tut?
Meine Meinung
Es gibt so Bücher, die man zunächst so gar nicht auf dem Schirm hat und dann beginnt man zu lesen und merkt, man hält eine Perle in der Hand. Genauso ging es mir mit Das Schicksal weiß schon, was es tut, denn ich hatte noch nicht viel zu der Geschichte gehört und auch kaum Erwartugen. Aber alle Achtung, Brigid Kemmerer hat sich direkt in mein Herz geschrieben. Sie schreibt nicht nur flüssig und modern, sondern auch absolut emotional. Sie findet für alle Situationen die richtigen Worte und stellt ihre Charaktere mit sehr viel Gefühl vor schwierigen Entscheidungen. Sie regt mit ihren Worten zum Nachdenken an und entführt den Leser ganz tief in die Geschichte.
Das Buch beginnt ohne Umschweife und man erfährt aus wechselnden Perspektiven zwischen Maegan und Rob nach und nach, was in den Leben der beiden Schülern passiert ist. Man verfolgt das Geschehen aus Maegans und Robs Sich jeweils in der Ich-Perspektive und bekommt damit ein ganz besonderes Band zu den beiden. Klar, man denkt hier von Beginn an, dass sich da auch eine Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten entwickeln wird, doch tatsächlich bleibt diese hier völlig im Hintergrund. Viel mehr legt die Autorin hier ganz großen Wert darauf, wie Fehler auf zwischenmenschliche Beziehungen Auswirkungen haben und das, obwohl man noch nicht einmal Einfluss darauf nehmen kann. Sie beschreibt das Leben von priveligierten Schülern und deren Vorurteilen, von denen, mit denen das Schicksal nicht so gut gemeint hat und auch von denen, die aus der klassischen Mittelschicht stammen. Jeder von ihnen hat seine eigenen Sorgen und Probleme und auch Geheimnisse.
Die Charaktere sind mir unheimlich schnell ans Herz gewachsen. Rob, der einen regelrechten Aufschlag auf den Boden erleben musste, ist durch dieses Schicksal nachdenklich geworden. Er beginnt zu beobachten und muss feststellen, dass es Menschen gibt, die ihm auch zweite Chancen einräumen. Er handelt gerne mal aus dem Bauch heraus und trifft nicht immer die richtigen Entscheidungen. Dadurch wirkt er vom ersten Augenblick an unheimlich authentisch. Aber auch Maegan ist ein ganz besonderer Charakter. Auch sie hat einen Fehler begangen, den zunächst niemand wirklich nachvollziehen kann. Doch auch bei ihr gibt es sehr gute Gründe für ihr handeln und auch sie erfährt hier eine äußerst spannende Entwicklung.
Was aber dem ganzen noch einmal mehr Leben gibt, sind auch die Charaktere rund um die beiden Protagonisten herum. Auch da hat jeder eine Geschichte zu erzählen, hat Probleme und Sorgen und es ist nicht alles schwarz oder weiß. Für mich hat Brigid Kemmerer ein unglaubliches Händchen für das Erschaffen von Charakteren und ich bin hier durch das Buch mit jeder Menge Emotionen geflogen.
Mein Fazit
Auch wenn ich Das Schicksal weiß schon, was es tut zuerst gar nicht so auf dem Schirm hatte, bin ich absolut glücklich, diese Buchperle entdeckt zu haben. Brigid Kemmerer schreibt absolut gefühlvoll und fesselt mit ihren facettenreichen Charakteren an die Geschichte. Dabei lässt sie den Leser immer wieder innehalten, um darüber nachzudenken, wie man selbst in bestimmten Situationen handeln würde. Wunderbar, einfühlsam und emotional. Ein Highlight unter den Jugendbüchern!

Veröffentlicht am 02.12.2019

Die Welt in 100 Jahren

Neon Birds
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Wir schreiben das Jahr 2101. Vor vielen Jahren haben die Menschen eine Technik entwickelt, die den Menschen in seinen Fähigkeiten verbessern sollte. Doch dies geriet ausser Kontrolle und es entwickelte ...

Wir schreiben das Jahr 2101. Vor vielen Jahren haben die Menschen eine Technik entwickelt, die den Menschen in seinen Fähigkeiten verbessern sollte. Doch dies geriet ausser Kontrolle und es entwickelte sich ein Virus, der Menschen in regelrechte Cyberzombies verwandelte. Technisch hoch versiert, beinahe unverletztlich und doch nicht in der Lage, zu kommunizieren. Dabei entwickelt sich genau dieser Virus immer weiter und über alldem steht Kami, die künstliche Intelligenz. Während speziell ausgebildete Elitesoldaten die sogenannten Moja in den Sperrzonen bekämpfen und dafür wie Filmstars gefeiert werden, brodelt es im Hintergrund und der Untergang der Zivilisation scheint unausweichlich.
Meine Meinung
Schon beim ersten Blick auf dieses Cover und dann noch dieser spannende Klappentext wusste ich, das Neon Birds genau mein Beuteschema sein würde.
Marie Grasshoff hat hier eine Geschichte geschrieben, die mich vom ersten Moment abgeholt und mitgenommen hat. Mit einem sehr gut verständlichen und flüssigen Schreibstil, der absolut fesselt, hat sie mich tief in dieses Zukunftsszenario gezogen. Dabei gibt es hier durchaus diverse technische Begebenheiten und Ideen, die zwar vor allem zu Beginn noch Fragen aufwerfen, aber im Laufe des ersten Bandes zum großen Teil gelöst werden.
Marie Grasshoff beginnt hier mitten in der Handlung und als Leser hat man zunächst kaum Ahnung, was da alles auf einen zukommt. Man braucht zu Beginn etwas Aufmerksamkeit, doch wie bereits erwähnt, erfährt man so nach und nach immer mehr über das Ausmaß der technischen Entwicklung. Die sogenannten Mojas, die auf mich wirkten wie Zombies, nur halt technologische Zombies, leben in Sperrgebieten und der Virus, den sie in sich tragen, ist hochgradig ansteckend. Die Gefahr, in der sich die Menschen befinden, ist extrem und da sich die Mojas permanent weiterentwickeln, weiß niemand, ob man der Lage noch her werden kann. Zu allem anderen lauert auch im Hintergrund noch eine weitere Gefahr, die niemand so richtig auf dem Schirm hat.
In diesem ersten Band der Trilogie erhält man nicht nur spannende und actionreiche Kampfszenen, sondern bekommt auch einen Einblick in die Welt der Zukunft, die technologische Entwicklung und auch in das Leben der Protagonisten. Regelrecht beeindruckt bin ich, wie weit das gesamte Worldbuilding durchdacht ist und ja, es handelt sich auch in dieser Sci-Fi-Dystopie um eine wirklich denkbare Zukunft. Auch hier hat der Mensch es geschafft, große Teile der Erde zu zerstören, da der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten war. Das dabei die gesamte Technik extreme Fortschritte macht, klingt hier logisch. Überraschungen und auch unvorhersehbare Momente findet man immer wieder und natürlich behält sich Autorin Marie Grasshoff noch einiges für die Folgebände zurück, so dass ich wirklich gespannt auf die Fortsetzung bin.
In dieser Geschichte stehen gleich mehrere junge Menschen im Vordergrund, bei denen mich zu Beginn überrascht hat, welche hohe Positionen und welch starke Aufgaben sie bekleiden und ausführen. Aber auch dafür gibt es eine logische Erklärung. Die Perspektive wechselt zwischen diesen unterschiedlichen Protagonisten, die man auch so nach und nach näher kennenlernt.
Da wäre Okijen, der Colonel ist und ein wahrer Held im Kampf gegen die Mojas. Er wird vom Volk gefeiert wie ein Superstar und doch hat er mich mit seinem großen Herzen und seiner unglaublichen Art tief berührt. Er ist definitiv mein Liebling bisher in der Geschichte. Aber auch Luke und Flover, Studenten, aber auch Soldaten, wurden mir nach und nach immer sympathischer. Vor allem Luke wirkte zu Beginn noch recht unnahbar, doch auch ihn durfte man besser kennenlernen. Zu guter letzt ist noch Andra eine der Protagonistinnen, aufgewachsen in der Mongolei bei ihrer Familie bietet sie schon fast das Gegenteil zu den anderen, bringt dadurch aber auch immer wieder Momente, die nachdenklich stimmen. Selbstverstndlich sind es nicht nur diese vier Protagonisten, die dem ganzen Leben verleihen, sondern auch noch viele weitere, facettenreiche Charaktere, von geschickten Propagandisen bis hin zu Computernerds, hier erhält man wirklich viele, unterschiedlichster Ansichten und Momente.
Mein Fazit
Wer Dystopien mag, wird auch um Neon Birds nicht drum herum kommen. Die hoch technologisch entwickelte Welt und all deren Gefahren bieten wieder einmal ein erschreckendes und beängstigendes Zukunftsszenario, das durchaus auch vorstellbar ist. Spannende Momente, aber auch tieferes Kennenlernen der Protagonisten wechseln sich hier ab, so dass das Buch spannende Unterhaltung bietet. Klare Leseempfehlung!