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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2025

Atmosphärisch, spannend und ein bisschen morally grey

The Wren in the Holly Library – Der Kuss des Zaunkönigs
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Seitdem die Monster über die Menschen herfielen und die Macht übernommen haben, kämpfen die Menschen immer wieder ums Überleben. Zwar gibt es einen Vertrag zwischen ihnen, doch daran wird sich nicht immer ...

Seitdem die Monster über die Menschen herfielen und die Macht übernommen haben, kämpfen die Menschen immer wieder ums Überleben. Zwar gibt es einen Vertrag zwischen ihnen, doch daran wird sich nicht immer gehalten. Kierse ist eine junge Frau, die sich mit Diebstählen über Wasser hält. Als sie eines Nachts bei einem reichen Mann einen Ring stehlen soll, wird sie von diesem erwischt. Graves, so heißt der Mann, erkennt in Kierse eine ganz besondere Fähigkeit und macht ihr ein Angebot: sie soll für ihn arbeiten, dafür erhält sie seinen Schutz und eine ganze Menge Geld. Wie kann Kierse dazu schon nein sagen, zumal Graves zwar ein Monster ist, aber ein ganz schön gutaussehendes.
Das Buch ist optisch einfach wieder mal wunderschön und der Klappentext klingt einfach nur besonders. Ganz genau das ist dieses Buch auch, etwas Besonderes.
Gleich zu Beginn wird der Leser mitten in die Handlung geworfen. Durch die Gedanken der Protagonistin, die wir bei ihrem Diebstahl begleiten, erfahren wir aber kleinere Details, was so in der Welt los ist.
Was mir ganz besonders gut gefallen hat, ist das Worldbuilding. Es handelt sich zwar um Urban Fantasy und wir befinden uns in New York, allerdings in einem eher dystopischen New York. Neben dem Times Square erleben wir auch Orte aus der Welt der Monster, wie den Third Floor. Das war mal einfach erfrischend anders.
Die Atmosphäre ist ein bisschen düster, die Charaktere morally grey und das passt hier einfach perfekt. Allein durch die bedrohlichen Monster sind die Menschen zu manch einer brutalen Handlung gezwungen und ja, die Monster sind halt Monster.
Die Handlung ist spannungsgeladen und actionreich und es gibt immer wieder Plottwists, die man nicht erahnen konnte. Auch die Tension zwischen Graves und Kierse sind vom ersten Moment an spürbar, auch wenn die Beziehung sich zunächst wirklich auf das Geschäftliche bezieht. Also keine große Liebe vom ersten Moment an, kein ständiges Geschmachte und ein wirklich gelungenes Enemies to Lovers Trope.
Kierse, aus deren Sicht wir die Geschichte verfolgen, war mir ganz schnell mega sympathisch. Sie ist großherzig, trägt ihr Herz auf der Zunge und lässt sich von keinem einschüchtern, auch nicht von dem sehr düsteren Graves. Dieser war lange Zeit für mich ein Buch mit sieben Siegeln, was mir unheimlich gut gefallen hat.
Nebencharaktere gibt es hier so einige, die mir teilweise sehr ans Herz gewachsen sind, wie Kiereses Freunde oder Graves‘ Köchin. Insgesamt fand ich sie gut ausgearbeitet und absolut passend.
Mein Fazit: Für mich war dieser erste Band ein fesselndes, spannungsgeladenes Highlight, dass ich trotz fast 600 Seiten an zwei Abenden verschlungen habe. Für mich passte hier alles richtig gut zusammen: Tempo, Action, Charaktere, Lovestory – alles zusammen ergab ein gelungenes Gesamtbild. Für Romantasy Fans absolut ein Must Read!

Veröffentlicht am 03.08.2025

Starker Auftakt

Wings and Claws
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Im Reich Brysalias liegt die Insel Eclaria, die einst durch einen Fluch in Wüste und Berge gespalten wurde. Während in der Wüste die Jäger leben, befinden sich in den Bergen die Drachenreiter. Jadina ist ...

Im Reich Brysalias liegt die Insel Eclaria, die einst durch einen Fluch in Wüste und Berge gespalten wurde. Während in der Wüste die Jäger leben, befinden sich in den Bergen die Drachenreiter. Jadina ist eine Jägerin, die schon seit langer Zeit allein in der Wüste ums Überleben kämpft. Als sie von einem Sandsturm überrascht wird und dadurch ihr Lager nicht finden kann, wird sie von Drachenreitern gefangen genommen und in den Palast gebracht. Gemeinsam mit drei anderen Anwärterinnen soll sie an den Prüfungen zur Drachenreiterin teilnehmen. Die Anwärterin, die es schafft, zu überleben, soll Königin werden. Gemeinsam mit Kayden, dem Anführer der Drachenreiter beginnt sie zu trainieren, doch dass er immer mehr in ihr Gefühle hervorruft war so nicht gedacht.
Ach, Drachen, ich kann einfach nicht dran vorbei und dieses traumhafte Cover hat mich dann noch zusätzlich verlockt.
Für mich war es das erste Buch der Autorin Karen A. Moon und ich mochte ihren Schreibstil gleich von Anfang an. Er ist so bildlich, dass man die Handlung direkt vor sich sieht, dabei aber so flüssig, dass man schnell durch die Seiten fliegt.
Die Welt in der Wings & Claws spielt, ist gut durchdacht und vor allem absolut vorstellbar. Die Ideen sind vielleicht nicht neu, aber Karen A. Moon erzählt hier wirklich spannend.
Die Liebesgeschichte ist eine spannende Enemies to Lovers, die absolut Spaß macht und was für mich immer wichtig ist, der Spice hielt sich in Grenzen. Die Tension und die Schlagabtäusche zwischen den Protagonisten sind definitiv gelungen.
Die Handlung ist eine Mischung aus Intrigen, Politik und tödlichen Kämpfen und wird spannend erzählt. Die Drachen bleiben noch ein wenig im Hintergrund, denn hier geht es viel mehr um die Prophezeiung und die Kämpfe zur Anwärterin. Doch es ist auch erst Band 1 und es kann ja noch so einiges passieren.
Jadina ist eine toughe Protagonistin, die es gewohnt ist um ihr Überleben zu kämpfen. Dreizehn Jahre lang hat sie sich allein durchgeschlagen, nachdem ihre Eltern nicht mehr von der Jagd heimkehrten. Ihre Entwicklung innerhalb der Story hat mir sehr gut gefallen. Sie gibt nicht schnell auf und beweist Mut.
Auch Kayden (oder besser vor allem Kayden) wissen zu überzeugen. Er ist einfach hot und hat definitiv Potential für den Bookboyfriend Award.
Mein Fazit: Spannung, Intrigen, Machtkämpfe, Liebe und Drachen - dieses Buch hat einfach alles, was das Herz begehrt. Für mich war dieser Auftakt absolut gelungen und ich konnte mit der Protagonistin durchaus mitfiebern. Wer gerne Romantasy mit Enemies to Lovers Vibes hat, ist hier absolut richtig.

Veröffentlicht am 03.08.2025

Sehr bewegend und wichtig

Frag nach Andrea
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Meghan, Brecia und Skye sind drei völlig unterschiedliche Frauen, doch eins haben sie alle gemein: den gleichen Mörder. Zwei von ihnen lernten den gutaussehenden, charmanten Mann auf einer Datingplattform ...

Meghan, Brecia und Skye sind drei völlig unterschiedliche Frauen, doch eins haben sie alle gemein: den gleichen Mörder. Zwei von ihnen lernten den gutaussehenden, charmanten Mann auf einer Datingplattform kennen, die dritte traf ihn während des Jobs im Café. Alle drei wurden von ihm erwürgt und einfach liegen gelassen, doch sie blieben als Geister zurück.
Ich hatte bereits im Vorfeld einige gute Meinungen über das Buch gehört und wurde auch nicht enttäuscht.
Der Einstieg in diesen Thriller mit übernatürlichen Elementen gelingt absolut leicht. Sprachlich flüssig, fesselnd und mitreißend, aber vor allem auch durch die Perspektive der drei toten Frauen extrem anders und spannend.
Wir sind bei allen dreien dabei, wie sie ihren Mörder kennenlernen, wie sie ihm vertrauen und auf ihn hereinfallen. So oft wurde über solche Themen berichtet und doch geschieht es immer wieder. Er war doch so nett beim Date. Traurige und doch so absolut glaubwürdige Schicksale, die mich beim Lesen sehr berührt haben.
Doch natürlich wird es spannend, denn alle drei Perspektiven bieten neue Blickwinkel. Während Brecia ihn regelrecht verfolgt und auch sein komplettes Privatleben hautnah erlebt, erfahren wir durch Meghan, dass es auch nach dem Tod weitergeht, wenn man denn loslassen kann. Skye ist die jüngste der drei Frauen und sie begleitet eine Weile ihre Eltern, zunächst noch bei der Suche.
Vorm Lesen habe ich mich gefragt: Wirkt ein Thriller aus der Perspektive von Geistern?! Und oh ja, das tut er und das geht wirklich tief.
Natürlich war es auch absolut spannend, nicht nur zu sehen, wie so ein Serientäter lebt, sondern auch, ob er gefasst wird. Der Mut und die Stärke der drei Protagonistinnen fand ich wirklich wunderbar umgesetzt.
Ich fand die Story überraschend emotional, denn wir erfahren wirklich viel über die drei Frauen, über ihre Familien, ihre Träume und Wünsche. Wir beobachten aber auch den Mörder und seine Familie, was mich ebenfalls sehr berührt hat. Die Frage: wieso hat es keiner geahnt, wird durch diesen Blickwinkel durchaus beantwortet.
Der Titel „Frag nach Andrea“ ist übrigens das Pendant zu dem Deutschen „Ist Louisa hier?“ Mit diesem Satz können Frauen in Not anderen signalisieren, dass sie Hilfe benötigen und Schwierigkeiten haben, sich z. B. von ihrem Date zu lösen.
Mein Fazit: Ich möchte gar nicht so viel über das Buch erzählen, denn es ist wirklich absolut lesenswert. Es hat mich auf der ersten Seite abgeholt und bis zum Schluss nicht losgelassen. Es ist nicht nur ein spannender Thriller, sondern zeigt deutlich, dass immer noch zu viele Frauen mit eigentlich fremden Männern mitgehen, die sie mit ihrem Charme einwickeln. Es zeigt aber auch, dass der Teufel hinter jedem stecken kann. Also passt auf euch auf!

Veröffentlicht am 03.08.2025

Eher kein Thriller und doch fesselnd

Not Quite Dead Yet
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Margaret Mason, Jet, ist die Tochter des Immobilienmoguls aus Woodstock in Vermont. Seit ihre Schwester vor siebzehn Jahren ums Leben kam, versucht sie ihren eigenen Weg zu finden, doch vieles verschiebt ...

Margaret Mason, Jet, ist die Tochter des Immobilienmoguls aus Woodstock in Vermont. Seit ihre Schwester vor siebzehn Jahren ums Leben kam, versucht sie ihren eigenen Weg zu finden, doch vieles verschiebt sie gerne auf Morgen. Nach dem Halloween Fest, das jedes Jahr von ihren Eltern veranstaltet wird, fährt sie allein nach Hause und wird gleich an der Haustür von jemanden überrascht, der sie mit einem Hammer niederschlägt. Als sie im Krankenhaus zu sich kommt, erhält sie zwei Nachrichten: die Gute: sie lebt, die Schlechte: Nicht mehr lange. Durch die Schläge auf den Kopf ist ein winziger Knochensplitter in eine Ader gedrungen, diesen zu entfernten birgt aufgrund einer Krankheit so ein großes Risiko, dass Jet diese Entscheidung fällen soll. Sie entscheidet sich für eine Woche, die ihr noch bleibt, bis ein Aneurysma zu ihrem Tod führen wird. Gemeinsam mit ihrem besten Freund aus Kindertagen, Billy, begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Mörder.
Seit AGGGTM bin ich wirklich ein Fan von Holly Jackson, die es auch hier wieder sehr schnell schaffte, mich an ihr Buch zu fesseln. Sie schreibt flüssig, fesselnd, bildlich und trotz der Spannung auch noch mit einem gewissen Humor.
Das Setting, die Kleinstadt Woodstock, ist hier perfekt gewählt. Jeder kennt jeden, es gibt Vorurteile und Misstrauen. Doch wer ausgerechnet etwas gegen Jet gehabt haben könnte, bleibt ein Rätsel.
Der Fall ist spannend zu verfolgen, insgesamt rollen wir hier Jets Leben auf, beleuchten Familie und Freunde und finden dabei immer mehr über alle Zusammenhänge heraus.
Wer Jets Mörder letztlich war, habe ich mir ab einem Punkt denken können, was ich aber nicht weiter schlimm empfunden habe, da mich die ganze Geschichte drumherum fesseln konnte.
Die Story wird durch einen personellen Erzähler aus Jets Perspektive erzählt. Diese ist zu Beginn gar nicht so wirklich sympathisch, sie scheint mit nichts richtig zufrieden und stößt Menschen, die sie offensichtlich lieben, gerne mal vor den Kopf. Doch während sie mit Billy an ihrer Seite nach ihrem Mörder sucht, wandelt sie sich nach und nach, findet dabei mehr über sich selbst heraus und auch über ihre Familie. Letzten Endes wusste ich ja, wie es für Jet zu Ende geht, aber trotzdem liest man mit einem kleinen Körnchen Hoffnung.
Billy ist so eine Greenflag, so ein unglaublich netter, sympathischer Mann. Ich hätte Jet hier gerne manches Mal geschüttelt, doch sie merkt dann doch irgendwann, was sie da an ihrer Seite hat.
Ansonsten treffen wir auf einige interessante Nebencharaktere, die für die ein oder andere Wendung sorgen.
Mein Fazit: Auch wenn es in meinen Augen wieder eher ein Familiendrama denn ein Thriller war, so hat mich Jets Geschichte doch fesseln und berühren können. Gerade die Entwicklung der Protagonistin und auch deren eigene Erkenntnisse gingen nah. Das Buch war mitreißend erzählt und ich empfehle es gerne weiter.

Veröffentlicht am 30.07.2025

Spannender Jugendthriller

Friends and Liars
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Um die Sommerferien vor ihrem Abschlussjahr gebührend ausklingen zu lassen, bittet Jake seine Freundin Jessica, sie zur Fete bei Tegan zu begleiten. Jessica hat eigentlich gar keine Lust, denn Tegan ist ...

Um die Sommerferien vor ihrem Abschlussjahr gebührend ausklingen zu lassen, bittet Jake seine Freundin Jessica, sie zur Fete bei Tegan zu begleiten. Jessica hat eigentlich gar keine Lust, denn Tegan ist Jakes Exfreundin und ihre ehemals beste Freunden, doch Jake zuliebe geht sie mit. Doch die Party läuft anders als erwartet, Jake betrinkt sich und begleitet Tegan auf ihr Zimmer. Tegan setzt alles daran Jake zu verführen, was Jake nicht weiß, er wird dabei gefilmt und dieses wird live ins Wohnzimmer übertragen, wo nicht nur alle Partygäste, sondern auch Jessica zuschauen. Doch schon am nächsten Tag fehlt von Tegan jede Spur und Jake kann sich an nichts mehr erinnern.
Der Klappentext hat mich hier unheimlich neugierig gemacht, klang der Inhalt des Buches doch so ein kleines bisschen nach Pretty Little Liars und ja, im Grunde passt das hier auch wirklich super.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig und passt auch perfekt zur Zielgruppe der jüngeren Leser um die 16. Jahre. Als Erwachsene habe ich mich hier aber keinesfalls gelangweilt, denn all die Lügen und Intrigen, die die Jugendlichen hier gegeneinander spinnen, haben mir wirklich gut gefallen.
Das Setting, die kleine Stadt Crystal Cove direkt am Meer bietet das perfekte Setting, die Wärme des Sommers ist spürbar und die Atmosphäre, dass hier einfach etwas nicht stimmt, macht das Buch zu einem spannenden Jugendthriller.
Das Tempo ist zunächst noch recht ruhig, mehr ein Teenie Drama mit dem ein oder anderen Ereignis der Vergangenheit, doch nach und nach spitzt sich die Situation zu, jeder verbirgt scheinbar etwas und so richtig trauen kann man hier auch niemanden. Das macht die Geschichte recht unvorhersehbar und spannend.
Erzählt wird das Ganze aus drei unterschiedlichen Perspektiven, jeweils in der Ich-Form. In der Gegenwart, ab dem Vorfall auf der Party bis jetzt, erzählen Jake und Jessica, in Rückblicken erleben wir Tegan.
Wir lernen die Teenager dadurch aber trotzdem nur recht oberflächlich kennen, denn sie kämpfen durchweg mit ihren Gedanken und unterschiedlichen Problemen.
Bei Tegan ahnt man, dass sie nicht das oberflächliche Püppchen ist, allein die Dinge, die ihre eigene Mutter ihr an den Kopf war, ließen mein Herz bluten. Also hinter Tegans Fassade geschieht einiges und in ihrem Umfeld gibt es auch mehrere Personen, die durchaus auch Gründe hätten, Tegan verschwinden zu lassen.
Einer der Jugendlichen wird zum Hauptverdächtigen und für ihn spitzt sich die Situation immer mehr zu, dass war absolut gelungen gezeichnet und man hat selbst immer wieder gerätselt.
Mein Fazit: Ein kurzweiliges und spannendes Jugendbuch, bzw. ein Jugendthriller, der den Leser miträtseln und mitfiebern lässt, wer sagt die Wahrheit, wer lügt? Ich habe lange gegrübelt, wer und was dahintersteckt und einen Hauptverdächtigen gehabt. Ob es dann so war verrate ich nicht. Ein lesenswerter Jugendthriller mit Pretty Little Liars Vibes.