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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2025

anders als erwartet

Stadt der Hunde
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Leon de Winter war mir namentlich bekannt, ich hatte bisher jedoch noch kein Buch von ihm gelesen. In „Stadt der Hunde“ begleiten wir den pensionierten Gehirnchirurgen Jaap Hollander nach Israel. Jedes ...

Leon de Winter war mir namentlich bekannt, ich hatte bisher jedoch noch kein Buch von ihm gelesen. In „Stadt der Hunde“ begleiten wir den pensionierten Gehirnchirurgen Jaap Hollander nach Israel. Jedes Jahr reist er an den Ort zurück, am dem vor mittlerweile zehn Jahren seine damals achtzehnjährige Tochter Lea in der Wüste Negev verschwand, in der Hoffnung, eine Spur zu finden. Dieses Mal bekommt er überraschend Besuch von einer Sonderbeauftragten des israelischen Ministerpräsidenten: Da Hollander als Koryphäe in seinem Fachgebiet gilt, soll er eine höchst riskante Operation an einer ranghohen Person durchführen. Gelingt ihm die Operation wider alle Wahrscheinlichkeit, eröffnet es ihm möglicherweise neue Optionen auf der Suche nach seiner Tochter…

Ich muss gestehen, dass ich mich mit diesem Buch nicht recht anfreunden konnte. Die Geschichte begann vielversprechend, doch je weiter ich las, desto weniger konnte sie mich überzeugen. Der Part rund um die saudi-arabische Herrscherfamilie, insbesondere um die zukünftige Rolle der Prinzessin, erschien mir angesichts der aktuellen Lage an den Haaren herbeigezogen und unglaubhaft. Hollander blieb mir als Person fremd, was möglicherweise auch daran lag, dass er mir höchst unsympathisch war. Interessant fand ich hingegen die Beschreibung Tel Avivs und der vielfältigen Lebensformen dort. Auch die Frage, wie elektrochemische Prozesse unsere Emotionen, Entscheidungen und Handlungen beeinflussen und welche Auswirkungen Schädel-Hirn-Verletzungen und Tumore hierauf haben, ist faszinierend.

Insgesamt hatte ich mir etwas anderes erwartet und ich beendete das Buch mit gemischten Gefühlen.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Humorvolles Buch über Regeln im Miteinander

Der Keinbock will doch!
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Vor kurzem habe ich „Widder Willi will aber“ entdeckt, in dem der kleine Keinbock bereits eine Rolle spielt, und habe die beiden kleinen Dickköpfe sofort ins Herz geschlossen. Nun bekommt der Keinbock ...

Vor kurzem habe ich „Widder Willi will aber“ entdeckt, in dem der kleine Keinbock bereits eine Rolle spielt, und habe die beiden kleinen Dickköpfe sofort ins Herz geschlossen. Nun bekommt der Keinbock sein eigenes Buch – klar, dass ich mir das als Mutter und Tante nicht entgehen lassen wollte.

Der keine Steinbock Hörnchen lebt im Gebirge und möchte einfach nur seine Freiheit genießen. Doch überall gibt es Regeln, Verbotsschilder und Vorschriften, die ihm im Weg stehen. Du sollst, du musst, du darfst nicht – darauf hat er überhaupt keinen Bock. Als er sich mal wieder über eine Regel hinwegsetzt, trifft er das ängstliche Mammut Allmut, den Esel Neele und den Frechdachs Freddi und freundet sich mit ihnen an. Als sie auf eine Gruppe sich zankender Schafe treffen, die sich wie richtige Streithammel benehmen, merkt auch Hörnchen, dass Regeln durchaus sinnvoll sein können. Aber wie sollten diese Regeln aussehen, die für alle gut sind? Gemeinsam malen sie neue Regeltafeln, die positiv formuliert sind und mit denen alle zufrieden sind.

Das Buch regt dazu an, sich zu Hause oder im Kindergarten gemeinsam über Regeln auszutauschen. Warum sind bestimmte Regeln sinnvoll, wie sollten diese formuliert sein, um verstanden und akzeptiert zu werden? Und warum sind gewisse Regeln für ein gutes Miteinander notwendig? Das Buch zeigt, dass die Kinder verstehen müssen, warum bestimmte Regeln gelten, um diese besser akzeptieren zu können. Ich stimme den Buch hier grundsätzlich zu, allerdings fehlt mir der Gedanke, dass manche Regeln unbedingt befolgt werden müssen, etwa das Schild „Nicht zu nah am Abgrund springen“. Hörnchen setzt sich darüber hinweg, stürzt und lernt hierdurch Allmut, Neele und Freddi kennen. Das halte ich für problematisch, da es suggeriert, dass der Regelverstoß für Hörnchen letzten Endes positive Folgen hat. Dabei kann im echten Leben ein Verstoß gegen diese Regel mit schweren oder tödlichen Verletzungen enden, und es ist eben nicht sinnvoll, sich über jede Regel einfach hinwegzusetzen, auch wenn einem diese nicht sofort einleuchtet oder zupass kommt. Die Sensibilisierung für Regeln, die vor Lebensgefahr schützen, fehlt mir im Buch. Auch bin ich mir nicht sicher, ob Kinder mit drei Jahren bereits die teils komplizierten Sätze verstehen, etwa „Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann mag ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll. Und dann kann ich auch, wenn ich muss.“ Als Erwachsene finde ich diese ganz toll, aber mein Sohn wäre damit mit drei Jahren noch überfordert gewesen.

Wie bereits „Widder Willi will aber“, ist auch dieses Buch sehr liebevoll gestaltet, mit einem hübschen Vorsatzpapier voller kleiner Keinböcke und tollen Illustrationen in kräftigen, aber nicht knalligen Farben. Die Zeichnungen passen ganz wunderbar zur Geschichte, sind lebendig und humorvoll und machen allein schon gute Laune.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

schöne Bilder, wenig Kreatives

Terrassen-Traum
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Da unsere Terrasse noch im Entstehen ist und ich auf der Suche nach Inspiration bin, wurde ich auf „Terrassen-Traum“ von Katharina Linthe aufmerksam. Vom idealen Standort über verschiedene Terrassenbeläge, ...

Da unsere Terrasse noch im Entstehen ist und ich auf der Suche nach Inspiration bin, wurde ich auf „Terrassen-Traum“ von Katharina Linthe aufmerksam. Vom idealen Standort über verschiedene Terrassenbeläge, Beschattungsmöglichkeiten, Sichtschutz, Sitzgelegenheiten, Deko, Beleuchtung und Begrünung behandelt dieses schön bebilderte Buch alle möglichen Themen rund um die Gestaltung der Terrasse. Ästhetisch orientiert sich das Buch hierbei klar an den modernen Terrassen, wie sie bei typischen kleinstädtischen und ländlichen Neubauten mit großzügigem Platzangebot zu finden sind: Klar, clean und reduziert – und damit leider auch austauschbar und etwas steril.

Wer eine naturnahe Terrasse anlegen möchte oder auf der Suche nach ausgefallenen kreativen Ideen ist abseits des Hochglanz-Geschmacks, wird hier eher nicht fündig. Auch Do-It-Yourself-Ideen suchte ich hier vergebens - bis auf selbst gebaute Pflanzkübel und eine Anleitung für die Verkleidung einer Aufbewahrungsbox findet sich hier nichts. Zudem vermisste ich preiswerte, aber pfiffige Ideen sowie Lösungen für schwierige Platzverhältnisse, etwa im innerstädtischen Bereich. Im Wesentlichen beschränkt sich die Autorin darauf, die Terrassen ihres eigenen Hauses vorzustellen. Das Buch richtet sich zudem an eine Klientel, für die der Preis eher Nebensache ist.

Fazit: Wer ausreichend Platz und Budget zur Verfügung hat und eine typische moderne Terrasse anlegen möchte, findet in diesem Buch sehr ansprechende Bilder zur Inspiration und grundlegende Tipps. DIY-Fans und Freunde ausgefallener Gestaltung werden eher nicht fündig.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Authentisch und sympathisch

Blumen, Kohl & Rock'n'Roll
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Ich kenne von Anja Klein bereits „Kleiner Garten – so viel drin“, und habe mich daher schon auf das neue Buch gefreut. Die Autorin wirkt sehr sympathisch und authentisch, und es macht einfach Spaß, in ...

Ich kenne von Anja Klein bereits „Kleiner Garten – so viel drin“, und habe mich daher schon auf das neue Buch gefreut. Die Autorin wirkt sehr sympathisch und authentisch, und es macht einfach Spaß, in ihren Büchern zu schmökern und sich Inspirationen zu holen, auch wenn ich meinen Garten etwas weniger „wild“ anlege als Anja Klein und nicht jede ihrer Umsetzungen meinen Geschmack trifft (etwa das Gewächshaus aus alten Fenstern). Abgerundet wird das Buch durch tolle Fotos.

Anja Klein und ihr Mann haben zwei nebeneinander liegende Parzellen einer Schrebergartenanlage gepachtet und sich dort ihr kleines Gartenparadies mit viel Gemüse und Blumen geschaffen. Als Hobbyimkerin hat sie zudem auch Bienenvölker in ihrem Garten und gibt einen kleinen Einblick in die Honiggewinnung und Verarbeitung von Bienenwachs zu Kerzen. Natürlich dürfen auch Tipps zur bienenfreundlichen Gestaltung eines Gartens nicht fehlen.

Sehr gut gefällt mir die naturnahe, unkomplizierte Philosophie von Anja Kling, bei der auch mal etwas schiefgehen kann. Ganz am Ende des Buches widmet sie sogar gescheiterten Versuchen ein eigenes Kapitel, das zeigt, dass auch bei leidenschaftlichen und erfahrenen Gärtnern und Gärtnerinnen mal etwas misslingt und somit Mut macht, nicht aufzugeben.

Man spürt in jeder Zeile Anja Kleins Begeisterung für ihren Garten, und hierbei geht manchmal ein bisschen unter, wie viel Arbeit mit einem Garten verbunden ist. Eine realistische Einschätzung, wie hoch der Aufwand für ihre einzelnen Projekte und Anregungen ist, fehlt mir im Buch ein bisschen.

Sehr praktisch finde ich die Tipps für unkomplizierte Rezepte, die auch unter behelfsmäßigen Bedingungen im Garten direkt aus erntefrischen Zutaten zubereitet werden können. Angeregt durch Anja Kleins Begeisterung, werde ich es dieses Jahr bei mir im Garten mal mit Zuckererbsen versuchen, und ich bin schon sehr gespannt.

Empfehlen würde ich dieses Buch allen Gartenfreunden, die schon ein bisschen Erfahrung gesammelt haben, da manche Tipps (etwa zum Pflanzenrückschnitt) etwas kurz geraten sind.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Lecker!

Die 28-Tage-Power-Nährstoffkur
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Ernährungsratgeber gibt es viele, und ich war zunächst skeptisch, ob mir „Die 28-Tage-Power-Nährstoffkur“ wirklich etwas Neues bieten würde. Der Ansatz von Matthias Riedl klingt jedoch vielversprechend ...

Ernährungsratgeber gibt es viele, und ich war zunächst skeptisch, ob mir „Die 28-Tage-Power-Nährstoffkur“ wirklich etwas Neues bieten würde. Der Ansatz von Matthias Riedl klingt jedoch vielversprechend und kommt meiner Vorstellung von gesunder Ernährung nahe, da er kein extremes Ernährungskonzept vertritt, sondern auf ausgewogene, pflanzenbasierte und frisch zubereitete Mahlzeiten setzt, ohne tierische Produkte komplett vom Speiseplan zu streichen.
Das Buch ist zudem sehr übersichtlich und gut strukturiert aufgebaut. Der Autor erklärt schlüssig und gut verständlich, welche Nährstoffe für den Körper essentiell sind, und worauf man besser verzichten sollte. Auch steht er der Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln sehr kritisch gegenüber und setzt auf eine natürliche Nährstoffversorgung durch sorgfältig zusammengesetzte Mahlzeiten.
Eine 28-Tage-Nährstoffkur anhand der im Buch vorgestellten jeweils drei Mahlzeiten pro Tag lässt sich in meinem Alltag nicht umsetzen, und es sind auch nicht alle Gerichte nach meinem Geschmack (ich mag zB generell kein Tofu). Ich habe jedoch in den letzten Wochen einige sehr vielversprechende Rezepte ausprobiert, die auch bei meiner Familie sehr gut angekommen sind, und die sowohl geschmacklich als auch hinsichtlich der Nährstoffe unseren Speiseplan bereichern. Sehr positiv ist, dass die meisten Gerichte unkompliziert nachzukochen sind und die Zutaten in jedem Supermarkt problemlos erhältlich.
Ich werde sicherlich noch weitere Gerichte ausprobieren bzw. unsere bestehenden Familiengerichte nach den Erkenntnissen aus Matthias Riedls Buch um die ein oder andere gesundheitsfördernde Zutat oder Beilage ergänzen.

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