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Veröffentlicht am 17.04.2021

Persönliches Jahreshighlight!

The Story of a Love Song
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Darum geht’s in „The Story of a Love Song“:

Luca und Griffin waren schon Brieffreunde, als sie erst sieben Jahre alt waren. Ein gesamtes Jahrzehnt lang hielt die Brieffreundschaft von London nach New ...

Darum geht’s in „The Story of a Love Song“:

Luca und Griffin waren schon Brieffreunde, als sie erst sieben Jahre alt waren. Ein gesamtes Jahrzehnt lang hielt die Brieffreundschaft von London nach New York an. Sie sind quasi zusammen aufgewachsen und waren dabei nicht einmal auf dem selben Kontinent. Doch ein schreckliches Ereignis brachte Luca dazu, sich in Schweigen zu hüllen und sich von Griffin zu distanzieren. Jahre vergingen bis Griffin sich wieder dazu aufgerafft hat, Luca zu schreiben, um ihr zu sagen, dass sie "sch—e" sei. Der Macallan von 1926 half ihm dabei, seinen Frust loszuwerden. Womit er nicht gerechnet hat, war, dass Luca ihm antwortet. Die Brieffreundschaft blüht wieder auf, doch Luca und Griffin sind jetzt erwachsen. Und ihre Themen werden intimer - deswegen der Titel im Original „Dirty Letters“. Und irgendwann verdrängt Luca’s Neugier ihre Angst und sie sucht nach Griffin, der mittlerweile sogar im selben Land, aber leider am anderen Ende, in Kalifornien, wohnt. Was Luca nicht weiß: Griffin ist der Sänger einer der berühmtesten Bands der Welt. Wird sie damit klarkommen?


Meine Meinung:

Vi Keeland und Penelope Ward haben es wieder geschafft, mich sprachlos zu machen. Sie gehören nicht umsonst zu meinen absoluten Lieblingsautoren. <3

Über den Schreibstil brauche ich nicht viel zu sagen, denn er ist wie gewohnt wunderbar. Bildlich, locker, witzig, leicht und einfach wunderschön. Ich bin so schnell über die Seiten geflogen, dass ich gar nicht wusste, wie mir geschieht. Und plötzlich war ich auf der letzten Seite.
Ich liebe die Bücher der Autorinnen, weil sie Thematiken behandeln, über die man im Alltag nicht spricht und über die sich wenige selbst einfach so informieren würden. In diesem Falle sind es PTBS, inklusive der Panikattacken und Angstzustände, und die Schattenseiten des Berühmt-Seins. Beide Probleme wurden unfassbar gut und ausführlich dargestellt.

Griffin habe ich so schnell in mein Herz geschlossen, wie schon länger keinen Charakter mehr. Das erste, was wir kriegen, ist zwar sein nicht ganz so freundlicher Brief, aber ich fand ihn einfach witzig. Als dann noch ältere Briefe von ihm zum Vorschein kamen, war ich hin und weg. Schon in den wenigen ersten Kapiteln habe ich ein kleines Gefühlschaos durchlebt. Als Junge war er bezaubernd und als junger Erwachsener hat er sich auch sehr gut entwickelt. Und jetzt, Jahre später, als Rockstar…nun, da ist er genauso unwiderstehlich. Charmant, witzig, auf dem Boden geblieben und so unglaublich fürsorglich, was Luca betrifft. Ich könnte heulen vor Freunde. Nicht, dass ich nicht während des Buches ein paar Tränen verdrückt hätte, aber ich könnte es schon wieder tun. Man sollte meinen, als Rockstar habe man alles, aber eigentlich hat Griffin es sogar ziemlich schwer. Er weiß nie zu 100% wer seine wahren Freunde sind oder wer ihn nur ausnutzt, er hat seine Mutter schon jung verloren und sein Vater…man lernt ihn zwar nicht wirklich kennen, aber ich bin kein Fan. Gerade darum ist die Beziehung zu Luca nahezu heilig für ihn.

Luca war mir auch direkt sympathisch, weil sie nicht perfekt ist. Wegen ihrer Angstzustände geht sie tagsüber selten raus, außer mit ihrem Therapeuten „Doc“ und sie geht sogar mitten in der Nacht viele Kilometer weit von ihrem Zuhause entfernt einkaufen. Gleichzeitig musste sie mit mehreren Verlusten klarkommen und hat ihr Herz dennoch nicht verloren. Sie gibt der Kassiererin immer eine Kleinigkeit ihres Einkaufes für ihre Enkel und kümmert sich liebevoll um ihr Hausschwein Hortencia. Sie überkommt immer wieder ihre Ängste und versucht, auf Griffins Vorschläge einzugehen und sich ihren Problemen zu stellen. Alleine die Tatsache, dass sie sich freiwillig einen Therapeuten gesucht hat und sich ihre Probleme so offen eingesteht, zeugt von Stärke. Dass sie Humor hat, merkt man auch an ihren amüsanten Unterhaltungen und Briefen mit Griffin. Manche Situationen waren einfach zum totlachen. Ich fand es auch großartig, als sie sich einen Spaß daraus gemacht haben, ABBA-Lieder in ihre Briefe einzubauen. Ich finde Luca’s Entwicklung bis zum Ende des Buches beeindruckend.

Und Doc (eigentlich Chester), auch wenn er nur ein Nebencharakter ist, war einfach großartig. Luca und Doc haben kein typisches Patient-Therapeut-Verhältnis. Es hat schon fast etwas (groß-)väterliches, aber es ist dennoch eine sehr süße Freundschaft. Der Doc, der sich übrigens nichts lieber anguckt als Vögel, ist immer für Luca da - Tag und Nacht. Er ist sogar derjenige, der Luca überhaupt auf die Idee bringt, nach Kalifornien zu gehen und begleitet sie auf ihrer Reise. Ich bin auch dankbar, dass ich sogar selbst was aus seinen Weisheiten mitnehmen konnte.


Fazit:



Ein absolutes Must-Read im Jahr 2021. Ich habe es von vorne bis hinten geliebt! Mehr gibt es nicht zu sagen. <3


Lieblingszitate:



„Der Koitus. Du weißt schon, die Vereinigung der männlichen und weiblichen Genitalien. Es ist eine Weile her, dass du mit einem Mann zusammen warst.“ - Doc, Kapitel 3

„Geld und Gegenstände machen nicht glücklich - ein schönes Herz ist sehr viel wertvoller als alles, was man kaufen kann.“ - Luca, Kapitel 9

„Geld beeindruckt die faulen Mädchen. Kluge Mädchen sind reich, wenn sie etwas haben, das sie nicht kaufen können.“ - Sprichwort von Luca’s Mom, Kapitel 9

„Es geht immer um die Reise und nie um das endgültige Ziel.“ - Doc’s Philosophie, Kapitel 10

„Du bist meine Freundin, Luca. Und das wird dir auch schon sehr bald klar werden.“ - Griffin, Kapitel 16

„Mein Zuhause ist dort, wo immer du bist.“ „In uns allen wohnt Licht und Dunkelheit, Luca. Wir versuchen, die Dunkelheit vor anderen zu verstecken, weil wir Angst haben, dass sie die Menschen, die einem etwas bedeuten, vertreiben könnte. Aber deine Dunkelheit jagt mir keine Angst ein. Sie sorgt lediglich dafür, dass ich deine Hand halten und dein Licht sein will, bis du dein eigenes wiederfindest. Das machen Menschen, wenn sie verliebt sind. Ich werde nicht immer in der Lage sein, dir dein Licht zurückzugeben, weil du es manchmal selbst in dir finden musst. Aber ich werde an deiner Seite sein und deine Hand in der Dunkelheit halten, damit das alles nicht so beängstigend ist.“ - Griffin, Kapitel 25

„Was sagt man über einen fünfundzwanzigjährigen britischen Rockstar, der die Frau seiner Träume durch eine Brieffreundschaft in der zweiten Klasse kennenlernt und zu ihrem Haus fährt, nachdem sie ihm abserviert hat? […] Man sagt über ihn, dass er endlich zu Hause ist.“ - Griffin, Kapitel 32

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 18.02.2021

Truly und Noah – Eine schöne Friends-To-Lovers-Story

London Prince
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Darum geht’s:

Nach vier langen Jahren in New York kommt Noah zurück nach London. Er ist abenteuerlustig, lebensfroh, ein Frauenheld und sucht immer nach dem nächsten Kick. Truly hingegen ist sehr schüchtern, ...

Darum geht’s:

Nach vier langen Jahren in New York kommt Noah zurück nach London. Er ist abenteuerlustig, lebensfroh, ein Frauenheld und sucht immer nach dem nächsten Kick. Truly hingegen ist sehr schüchtern, distanziert, Dauersingle, liebt Zahlen und versucht, ja nicht aufzufallen. Sie leitet mit ihrer Schwester Abigail die gemeinnützige Stiftung, die deren Mutter gegründet hat. Abigail scheint das Gegenteil von Truly zu sein. Laut, aufgeschlossen, extrovertiert und verheiratet mit Rob. Aus diesem Grund ist Abi auch das Gesicht der Stiftung.
Bevor Noah nach New York ist, waren er und Truly beste Freunde. Danach haben sie sich aber aus den Augen verloren.
Als Truly plötzlich auch Abigail’s Aufgaben in der Firma übernehmen muss, weiß sie, dass sie eigentlich Hilfe braucht. Als erfahrener, erfolgreicher Geschäftsführer bietet Noah ihr gerade diese Hilfe an, aber sie lehnt vehement ab, da sie Distanz zu ihm wahren möchte. Noah lässt sich aber nicht so leicht abweisen, und hilft Truly einfach ungefragt. Mit der Zeit wird sie auch selbstbewusster, aber dadurch, dass sie so viel mit Noah arbeitet, kommen alte Gefühle wieder auf, die nie ganz verschwunden sind. Auch Noah, der normalerweise keine langfristigen Beziehungen eingeht, spürt diese Gefühle in sich selbst. Aber ist das denn genug?


Meine Meinung:

Dies war mein erstes Buch von Louise Bay, und ich muss sagen, dass mir ihr Schreibstil sehr gefallen hat. Er war nicht nur flüssig, sodass ich in sehr kurzer Zeit – ok, in einem Tag – mit dem Buch fertig war, sondern auch sehr bildlich. Wer schon einmal in London war, wird sich auch freuen, altbekannte Gebäude, Orte und Haltestellen wiederzuerkennen. Genauso wie das Wetter.
Truly mochte ich von Anfang an sehr, gerade weil sie so für die Stiftung brennt. Aber ihre Meinung von sich selbst hat mich traurig gestimmt. Ihr Selbstbewusstsein war quasi nicht existent zum Anfang des Buches, und sie hat ihre Schwester zu häufig als perfekt beschrieben. Dabei war ich tatsächlich von Abigail’s aufdringlicher, penetranter Natur eher genervt als beeindruckt. Es gab auch ehrlich gesagt nur vereinzelte Stellen, an denen sie mir sympathisch war. Rob hingegen war mir auch sehr sympathisch, unter anderem, weil er ohne zu murren nach den Wünschen seiner Schwägerin kocht.
Die Entwicklung, die Truly Bis zum Ende des Buches durchgemacht hat, hat mich jubeln lassen.
Mit Noah musste ich erst noch warm werden. Er war naürlich immer sehr charmant und hilfsbereit, das fand ich wirklich beeindruckend, aber dass er Truly während seiner Zeit in New York vergessen hat, war eine schwere Pille, die ich schlucken musste. Gott sei Dank ist das Buch sowohl aus Truly’s als auch aus Noah’s Perspektive geschrieben, sodass ich schon recht früh einen besseren Eindruck von ihm gewinnen konnte und auch seine Gründe für sein Playboy-Auftreten. Auch er entwickelt sich zum Besseren und sieht seine Fehler ein – was mich sehr glücklich gestimmt hat, denn man sieht jetzt auch seine liebevolle, verletzliche Seite.


Fazit:

Alles in allem war „London Prince“ eine schöne Friends-to-Lovers Geschichte, in der es nicht nur schöne, träumerische Momente und wunderbare Entwicklungen der Protagonisten gab, sondern auch Missverständnisse, unterdrückte Gefühle, und Momente, in denen man sich dachte: „Warum hast das das jetzt gesagt? Warum? Ich versteh’s nicht“. Einfach herrlich


Lieblingszitate:

"Es gibt keine Garantien. In keiner Beziehung. Es gibt keine Rechenformel, in die man die Variablen einträgt, und dann kommt ein fixes Ergebnis raus. So funktioniert das in der Liebe nicht."

"Vielleicht gehst du nur mit deiner üblichen Logik daran - du kennst dich damit nicht aus, also nimmst du an, dass du nicht gut darin sein wirst, und versuchst es gar nicht erst."

"Ich habe noch nie Zukunftspläne geschmiedet, weil ich weiß, dass sich im Leben im Handumdrehen alles ändern kann"

"Truly zu lieben war weder ein Ziel noch eine Herausforderung. Sondern ein Lebensweg. Sie war der Mittelpunkt des Ganzen und würde es für immer sein"

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Cover
Veröffentlicht am 28.12.2020

Manchmal muss man Böses tun, um Gutes zu bewirken - Zwischen Selbstjustiz und Gerechtigkeit

Die treue Freundin
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Inhalt:

Im Buch „Die treue Freundin“ von Lisa Unger geht es um die investigative Journalistin Rain Winter, die sich aber momentan in Elternzeit befindet.
Es fällt ihr nicht ganz leicht, ihren Job zu ...

Inhalt:

Im Buch „Die treue Freundin“ von Lisa Unger geht es um die investigative Journalistin Rain Winter, die sich aber momentan in Elternzeit befindet.
Es fällt ihr nicht ganz leicht, ihren Job zu vergessen und sich auf das Mutterdasein zu konzentrieren.
Als Kind entkam sie nur knapp einem Entführer, der dann aber nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis kaltblütig ermordet wurde. Als dann plötzlich ein ähnlicher Fall publik wird, macht sie sich, ganz die investigative Journalistin, selbst auf die Suche nach dem Mörder und begibt sich dabei immer wieder in Gefahr, denn das rote Kristallherz, das der Mörder am Tatort zurücklässt, kommt ihr allzu bekannt vor.
Ihrem Mann Greg, ebenfalls Journalist, passt das natürlich überhaupt nicht, auch wenn er nachvollziehen kann, dass Rain gerne mit ihrer Vergangenheit abschließen will.


Meine Meinung:

Vorab muss ich sagen, dass ich eher eine Anfängerin im Genre „Thriller“ bin und ich glaube, dass dieser Thriller ein guter Einstieg für Neulinge ist. Demnach habe ich aber auch keine großartigen Vergleichsmöglichkeiten.

Mir hat der Thriller sehr gut gefallen, auch wenn die Schreibart zuweilen ein bisschen anstrengend wurde. Die Perspektiven wechseln regelmäßig zwischen der des Mörders, den wir schon ab dem 8. Kapitel entlarven, und Rains. Dazu kommt noch, dass während des Kapitels immer wieder in die Kindheit der Protagonisten gewechselt wird. Sprich: Man kriegt peu à peu die Geschichten der Gegenwart und der Vergangenheit erzählt.

Trotzdem fand ich den Schreibstil insbesondere aus Perspektive des Mörders sehr spannend, da er/sie immer zu der „treuen Freundin“ gesprochen hat und ich mich wirklich angesprochen gefühlt habe. Man war dadurch ziemlich in die Geschichte integriert.

Gerade die Situation und Gedanken vieler Frauen nach der Geburt wurde aber sehr gut dargestellt. Durch die Veränderung des Körpers fühlen sich viele nicht besonders wohl oder schön und wissen nicht, wie sie sportliche Aktivitäten - um zu sich zurückzufinden -, Eheleben, Freundschaften und Kind miteinander vereinen können.

Der Spannungsbogen hat sich über einige der letzten Kapitel gezogen, demnach war der Rest ein Hin-und-Her aus Familienleben/-drama, Investigation und Rätseln.


Fazit:

Als Frischling in der Welt der Thriller - wie ich es bin - ist dieses Buch sicher ein guter Einstieg, aber als Thriller-Fan hat er vermutlich zu wenig Spannung. Fakt ist, mir hat er gut gefallen, auch wenn man sich in den Perspektivenwechsel erst reinfuchsen muss.

  • Cover
  • Spannung
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 10.12.2020

Wenn Instagram auf Dings trifft

Only One Song
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Darum geht’s:

In „Only One Song“ von Anne Goldberg geht es um Theo, die neben zwei Jobs auch noch freiwillig Tiere in Not rettet. Man merkt ganz klar, dass sie ein Herz für Tiere hat, nicht nur deswegen, ...

Darum geht’s:

In „Only One Song“ von Anne Goldberg geht es um Theo, die neben zwei Jobs auch noch freiwillig Tiere in Not rettet. Man merkt ganz klar, dass sie ein Herz für Tiere hat, nicht nur deswegen, sondern, weil sie auch in einer Tierklinik arbeitet. In Job Nr. 2, dem Club „Poolhouse“ lernt sie Winston, einen aufstrebenden Musiker der Band „Treehouse Promises“ kennen, den sie prompt für eine Aushilfe hält. Aufgrund seines Aussehens gibt sie ihm den Spitznamen „Instagram“ und er revanchiert sich, indem er sie „Dings“ nennt. Obwohl die Begegnung der beiden zufällig war, können sie das Knistern zwischen ihnen nicht leugnen.
Um sich selbst zu schützen und aus Angst vor Verlusten, hat Theo eine Mauer um ihr Herz gebaut und sich selbst Regeln auferlegt, die es ihr verbieten, Gefühle für Winston zu entwickeln.
Der lässt sich davon aber nicht abschrecken und verfolgt weiterhin seine eigenen Pläne, mit seiner Hündin Willow an seiner Seite.
Das Schicksal hat jedoch anderes im Sinne…


Meine Meinung:

Ich habe mit einem typischen Rockstar-New Adult gerechnet und etwas ganz Anderes bekommen. Natürlich wird das Rockstar-Dasein angeschnitten, aber es werden noch so viele andere Themen behandelt – gerade diese Abwechslungen fand ich so gut an dem Buch.
Auch die Hauptcharaktere wurden sehr gut ausgearbeitet. Ich hatte immer ein klares Bild von Theo und Winston vor Augen und konnte mir auch ihren Charakter gut vorstellen. Beide Protagonisten waren spannende Charaktere. Insbesondere die Liebe zu Tieren und ebenso die Probleme, die man zuweilen mit ihnen hat, waren meiner Meinung nach sehr gut dargestellt. An dem Kapitel „8 Tage“ habe ich mich komplett aufgehangen. Ich musste das Buch beiseitelegen und konnte es sage und schreibe 2 Tage lang nicht weiterlesen, obwohl ich ursprünglich in einem richtigen Flow war. Das lag aber nicht am Schreibstil oder der Autorin, aber die Handlung war für mich sehr hart zu verkraften. Die Augen sind bei mir definitiv nicht trocken geblieben. Mein T-Shirt war durchgeweicht von den Tränen und demnach konnte ich mich erstmal umziehen.

Die Autorin, Anne Goldberg, hätte einige Situationen sehr klischeehaft und einfach lösen können, aber ich bin sehr dankbar, dass sie das nicht hat – außer das Londoner Regenwetter, aber ehrlich…jeder, der schon dort war, kennt den Londoner Regen, oder? Außerdem fand ich den Aufbau der Kapitel einfach genial. Dieser Countdown und die Nachrichten an „Mom“ haben bis zum Höhepunkt des Buches – Kapitel „0 Tage“ – eine unfassbare Spannung aufgebaut. Tag 0 war dann der schicksalhafte Tag, an dem die meisten Autorinnen die Protagonisten wohl wie Helden dargestellt hätten – Anne Goldberg hingegen hat uns gezeigt, dass auch Charaktere aus Büchern zu Traumata neigen können und es manchmal auch sollten.

Was ich etwas schade fand, war, dass wir nie erfahren haben, warum es dieses „Ereignis“ an Tag 0 gab und wieso die Band „Treehouse Promises“ heißt. Gerade Letzteres hat mich aus irgendeinem Grund brennend interessiert. Vielleicht wird diese Frage ja im Laufe der Reihe aufgeklärt. Ich werde auf jeden Fall dranbleiben und freue mich auf den nächsten Teil.


Fazit:

Ganz klare Leseempfehlung für Fans von Liebesgeschichten, mit Rockstars, die nicht nur zum Anbeißen sind, sondern auch ein Herz für Tiere haben.


Lieblingszitate:

“Wenn es andauert, obwohl es Komplikationen gibt, kannst du sicher sein, dass es echt ist!“

“Ich wollte, dass er fuhr und alle Bühnen Europas bespielte. Ich wollte wirklich, dass er eine großartige Zeit verbrachte und sich seinen Traum erfüllte. Und ich wusste, dass er mich dafür hier zurücklassen musste. Ich wollte doch nur, dass es ihm schwerfiel.“


  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 20.11.2020

Ganz guter Auftakt zur Fantasy-Reihe

Midnight Shadows - Dunkle Gefährtin
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Cover und Schreibstil:

Das Cover von „Midnight Shadows – Dunkle Gefährtin“ hat mich direkt an meine Lieblings-Romantasy-Reihe von Nalini Singh erinnert, deswegen war ich super gespannt, auf das Buch der ...

Cover und Schreibstil:

Das Cover von „Midnight Shadows – Dunkle Gefährtin“ hat mich direkt an meine Lieblings-Romantasy-Reihe von Nalini Singh erinnert, deswegen war ich super gespannt, auf das Buch der deutschen Autorin Sara Hill. Die New Yorker Skyline ist so schön, wie sie auch in echt ist und nicht nur das „Shapeshifters of New York“ sondern auch der Mond weisen auf eine Gestaltwandlergeschichte hin.
An und für sich war der Schreibstil ganz gut, ziemlich flüssig und bildlich – man hatte New York während des Lesens immer vor Augen: Die schönen und die weniger schönen Seiten. Was mich aber ein bisschen gestört hat, war die Wortwahl der Protagonisten. Olivia nennt Aaron beispielsweise unfassbar oft „Mein Herr“ oder „Mister“… irgendwas hat mich daran gestört, genauso wie andere wörtliche Reden – es klang einfach etwas gestelzt (das kann aber auch einfach an meinen Präferenzen liegen).


Handlung und meine Meinung:

Die komplette Geschichte wurde aus Olivia’s Sicht erzählt – was auch gut so war, denn es gab einige Überraschungen, was Olivia’s Familie, Herkunft und Absichten der anderen betrifft.
Olivia ist eine starke, junge Frau, die unter dem Verlust ihrer Mutter leidet und herausfinden möchte, wer ihr Vater ist – denn sie findet einen Brief von ihm…von dem frustrierenderweise die Hälfte fehlt. Alles, was sie weiß, ist, dass ihr Körper sich verändert, sie sich deshalb - auf Rat ihres Vaters hin - keinem anvertrauen darf und prinzipiell mit ihren Problemen alleine ist. Deshalb macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater und fliegt von Deutschland nach New York – und dort direkt angegriffen zu werden. Gott sei Dank wird sie von dem überaus hilfsbereiten Aaron gerettet – auch deswegen ist er einem direkt sympathisch, gleichzeitig merkt man aber, dass auch er Geheimnisse hat.
Auch Olivia sieht das so und ist zunächst skeptisch, trotz, dass zwischen den beiden eine enorme Anziehungskraft zu sein scheint. Sie wirft sich nicht direkt in ein Abenteuer mit Aaron, sondern verfolgt weiterhin ihr Ziel, ihren Vater zu finden – mit Aaron als Fremdenführer. Aaron verhält sich Olivia gegenüber von Anfang an sehr beschützend und wird außerhalb der sicheren Wohnung ziemlich paranoid, was alle anderen Menschen betrifft. Mit Olivia jedoch geht er sehr liebevoll um, was mich häufig zum Lächeln gebracht hat.

Ungefähr ab der Mitte des Buches, gibt es sehr viele Wendungen, Intrigen, Lügen, Machtkämpfe, Verwirrung und einige Tote - und man kommt als Leser teilweise einfach nicht mehr mit. Alles passiert Schlag auf Schlag und Olivia hat keine Zeit mehr zum Durchatmen. Ehrlich gesagt, finde ich es schon fast zu viel. Außerdem hat mir die Loyalität der Clans und das Ehrgefühl der Gestaltwandler, das ich gewohnt bin, bei dieser Geschichte irgendwie gefehlt.


Fazit:

Auch wenn ich einige Kritikpunkte habe, würde ich das Buch an Fantasy-/Romanatsy-Liebhaber weiterempfehlen, denn einige Charaktere konnte ich sehr schnell in mein Herz schließen. Durch das offene Ende des Buches von Olivia und Aaron, und natürlich, weil ich wissen will, wie es weitergeht, werde ich mir auch auf jeden Fall den nächsten Teil der Reihe „Midnight Shadows – Gefährliches Verlangen“ vorbestellen – der kommt nämlich am 01.03.2021.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Fantasie