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Veröffentlicht am 17.06.2025

Sag mir, wo meine Mutter liegt

Perlen
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Sag mir, wo meine Mutter liegt

Als ich das Buch begonnen habe, wusste ich noch nicht so richtig, wohin diese Reise gehen wird. Ich wusste auch nicht so richtig, ob ich es mit einem guten Gefühl lesen ...

Sag mir, wo meine Mutter liegt

Als ich das Buch begonnen habe, wusste ich noch nicht so richtig, wohin diese Reise gehen wird. Ich wusste auch nicht so richtig, ob ich es mit einem guten Gefühl lesen kann. Denn auch wenn ich mit meiner Mama aufgewachsen bin und auch heute noch ein gutes Gefühl habe, bin ich auch selbst Mutter und der Gedanke, dass mein Kind ohne mich aufwachsen könnte, ist immer voller verschiedenster Gefühle.

Aber es war eine wirklich schöne, aber dennoch emotionale Leseerfahrung.
Wir begleiten Marianne. Ihre Mutter ist verschwunden, als sie gerade einmal acht Jahre alt war. Zurück blieben sie, ihr Bruder und ihr Vater.

Das Buch hat mich bewegt und mich noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Schon zu Beginn merkt man, dass dieses Buch keine einfache Geschichte erzählt. Es ist eine Geschichte rund um Verlust, Erinnerung und die Suche nach Wahrheit.
Marianne lässt uns an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben. Ihre Erinnerungen an die Kindheit und an das Verschwinden der Mutter.

Der Schreibstil, die Atmosphäre, die das Buch schafft, sind etwas ganz besonderes. Es ist ein Buch, das einen dazu bringt, selbst über die eigene Kindheit und Vergangenheit nachzudenken. Was einen damals bewegt hat und was das mit einem heute macht

Wenn das Thema Verlust der Eltern keine negativen Emotionen auslöst, dem möchte ich das Buch sehr ans Herz legen. Es lässt einen Fragen stellen und über das Gelesene nachdenken.

ISBN: 978-3755800088
Umfang: 272 Seiten
Autorin: Sian Hughes
Verlag: Dumont
Erscheinungsdatum: 13.05.25

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Unsere Vergangenheit…

Before we were innocent
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Unsere Vergangenheit…

… sollte man ruhen lassen?

10 Jahre nach dem Vorkommnis in ihrer Jugend steht Joni vor Bess Tür. Sie braucht ein Alibi. Doch wofür? Und wie hä#ngt das mit der Vergangenheit zusammen?

Ein ...

Unsere Vergangenheit…

… sollte man ruhen lassen?

10 Jahre nach dem Vorkommnis in ihrer Jugend steht Joni vor Bess Tür. Sie braucht ein Alibi. Doch wofür? Und wie hä#ngt das mit der Vergangenheit zusammen?

Ein Buch über (toxische) Freundschaften, Fehler in der Jugend und was das alles mit uns macht.

Den Schreibstil fand ich wirklich gut und ich habe das Buch in knapp drei Tagen durchgelesen. Man wollte unbedingt wissen, was passiert ist und was noch passieren wird. Denn wir erleben die Geschichte auf zwei Zeitebenen. Einmal vor 10 Jahren in Griechenland und in der Gegenwart.

Die Protagonisten sind an sich ganz gut ausgearbeitet und glaubwürdig, wobei ich mich manchmal doch gefragt habe, wie Bess nach all den Jahren Joni gegenüber immer noch so unterwürfig sein kann.

Dennoch war es für mich eine tolle Mischung aus Krimi und einer Beschreibung einer Freundschaft, die besser nicht stattgefunden hätte.

ISBN: 978-3759600202
Umfang: 448 Seiten
Autorin: Ella Berman
Verlag: Pola
Erscheinungsdatum: 25.04.25

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Hexen stehen immer zwischen Birken

15 Sekunden
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Hexen stehen immer zwischen Birken

Ein Augenblick und dein Leben kann sich ändern. Eine Straße, ein Mann, ein Unfall.
So ergeht es Farah, als sie eigentlich nur nach Hause möchte. Mitten in der Nacht ...

Hexen stehen immer zwischen Birken

Ein Augenblick und dein Leben kann sich ändern. Eine Straße, ein Mann, ein Unfall.
So ergeht es Farah, als sie eigentlich nur nach Hause möchte. Mitten in der Nacht läuft auf einer Landstraße ein Mann vor Farahs Auto und sie erwischt ihn. Wie kam er da hin, wenn doch weit und breit nichts ist, wo er herkommen könnte? Wie geht es weiter?

Laut dem Klappentext laufen dann beide in den Wald und es wird unheimlich. Daher hatte ich hier tatsächlich auf ein Katz und Maus Spiel im dunklen Wald gedacht. Verstecken, jagen und hoffen. Aber es kam dann doch anders. Es war eine richtig gute Geschichte, aber eben anders als ich erwartet hatte. Da würde ich mir wünschen, den Klappentext etwas passender zu schreiben.

Ansonsten war der Einstieg für mich etwas schnell. Viele Namen und Gegebenheiten, die in der Vergangenheit passiert sind, sind so beschrieben, als hätte man ein Buch verpasst. Obwohl es der erste einer Reihe ist.

Aber als das gedanklich einsortiert war, gab es einen gut durchdachten und spannenden Krimi. Falsche Fährten, glaubwürdige Protagonisten und auch der Schreibstil war wirklich sehr detailreich.

Es gibt ein paar explizite Szenen und Blut. Aber alles in einem angemessenen Rahmen und ohne Aufmerksamkeit erhaschen zu wollen. Es passt zur Geschichte.

Zudem mochte ich die kleinen Anspielungen auf andere Werke. Wie zum Beispiel Walter Moers. Einer meiner Lieblingsautoren und wenn das dann aufgenommen wird, finde ich das sehr sympathisch und man hat das Gefühl, keine reine Fiktion zu lesen - denn immerhin lesen die Leute da auch Bücher, die es tatsächlich gibt.

Alles in allem also eine klare Empfehlung.

ISBN: 978-3328112754
Umfang: 448 Seiten
Autorin: Chris Warnat
Verlag: Penguin
Erscheinungsdatum: 14.05.25

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Frauen ohne Rechte

Die Anstalt für ungehorsame viktorianische Mädchen
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Frauen ohne Rechte

Es war mein erstes Buch aus dem Festa Verlag, aber mit Sicherheit nicht mein letztes. Der Inhalt ist ungeschönt und an manchen Stellen sicher nicht für jeden Leser gedacht. Man muss ...

Frauen ohne Rechte

Es war mein erstes Buch aus dem Festa Verlag, aber mit Sicherheit nicht mein letztes. Der Inhalt ist ungeschönt und an manchen Stellen sicher nicht für jeden Leser gedacht. Man muss sich bewusst sein, dass es hier um Missbrauch und (Selbst-)verletzungen geht.

Wir begleiten Emilie. Diese weist sich selbst ein, da sie sterben wollte und es noch will. Da wo sie nun glaubte Hilfe zu finden, findet sie alles andere - nur nicht diese. Denn abgeschoben in eine Zelle wartet sie. Bis eines Tages kleine Briefe von Emily mit y sie erreichen und aus einer Zeit erzählen, als Frauen keine Rechte hatten und man sie handeln konnte.

Emilie Autumn entführt uns in eine düstere und viktorianisch angehauchte Welt, die stark von ihren eigenen Erfahrungen mit psychischer Krankheit und gesellschaftlicher Ausgrenzung geprägt ist. Das macht es für mich tatsächlich noch einmal berührender. Denn wenn man daran denkt, dass es wohl wirklich so läuft, kann man nur hoffen, nie in solch eine Situation zu gelangen. Denn ich wurde hineingezogen in die albtraumhafte Realität einer psychiatrischen Anstalt, in der Frauen eingesperrt werden, weil sie nicht den Erwartungen der Gesellschaft entsprechen. Weil sie zu laut, zu kreativ oder einfach "zu viel" sind.

Was ich toll fand, war, dass wir abwechselnd von Emilie und Emily lesen konnten. Emily haben wir fast 10 Jahre über ihre Briefe begleitet. Zudem wurden zwischendurch Berichte, Songtexte und Zeichnungen gezeigt, die das Gelesene noch einmal optisch unterstützt haben.

Sie schreibt poetisch und schmerzhaft direkt. Das Buch ist eine klare Kritik an patriarchalen Strukturen, damals wie heute. Und obwohl es an vielen Stellen sehr düster ist, zeigt es einen tiefen Zusammenhalt der Mädchen und Frauen in der Anstalt.

Für mich war es ein faszinierendes Buch und ich kann es empfehlen, sofern man eben mit diesem speziellen Inhalt zurechtkommt.

ISBN: 978-3986760441
Umfang: 448 Seiten
Autor: Emilie Autumn
Verlag: Festa
Erscheinungsdatum: 23.02.23

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Veröffentlicht am 13.06.2025

Zu verworren

Holmes & Moriarty
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Zu verworren

Ich war von der Idee, ein Theaterstück mit immer den gleichen Zuschauern als Grundlage zu nehmen begeistert. immer anders verkleidet, doch warum? Dem geht Sherlock bzw. hier hauptsächlich ...

Zu verworren

Ich war von der Idee, ein Theaterstück mit immer den gleichen Zuschauern als Grundlage zu nehmen begeistert. immer anders verkleidet, doch warum? Dem geht Sherlock bzw. hier hauptsächlich Watson auf den Grund. Denn wir lesen hier die Perspektive von Watson und auch von Moriarty.

Doch das war es am Ende auch schon fast. Aus der Idee wurde - für mich - fast nichts gemacht und die Handlunge selbst war zu voll, verworren und auch irgendwie unlogisch. Es wurde versucht an den Schreibstil von Doyle anzuknüpfen, doch das ist nicht gelungen. Sherlocks Assoziationen und Auflösungen waren recht durchschaubar und mit etwas Krimiwissen vermutlich auch von den Lesern lösbar.

Von daher von mir leider keine Empfehlung für das Buch. Dann lieber die alten Bücher erneut lesen oder etwas, dass offensichtlich neu aufgelegt ist und nicht zu sehr versucht zu sein, wie das Original.

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