Ein Buch rein aus Briefen, Artikeln und Erinnerungen
Melting PointEin Buch rein aus Briefen, Artikeln und Erinnerungen
Bücher mit ungewöhnlicher Erzählweise haben immer einen großen Platz bei mir. Wenn sie Inhalte anders aufbauen, als in reiner Schriftform und den Leser ...
Ein Buch rein aus Briefen, Artikeln und Erinnerungen
Bücher mit ungewöhnlicher Erzählweise haben immer einen großen Platz bei mir. Wenn sie Inhalte anders aufbauen, als in reiner Schriftform und den Leser durch Briefe, Zeitungsartikel und Ähnliches viel tiefer in eine Geschichte eintauchen lassen.
So ist es auch hier. Die Autorin erzählt diese Geschichte anhand von Briefen, Tagebüchern, Memoiren, Artikeln und Interviews und verfolgt die Beteiligten durch zwei Weltkriege und über mehrere Kontinente.
Am 7. Juni 1907 brach ein Schiff mit russisch-jüdischen Emigranten nach Texas auf. Organisiert von David Jochelmann, dem Urgroßvater der Autorin Rachel Cockerell. Diese Fahrt markierte den Beginn der weitgehend vergessenen Galveston-Bewegung, durch die rund 10.000 Juden vor dem Ersten Weltkrieg in Texas Zuflucht fanden.
Zu Beginn bekommen wir einen Stammbaum der Familie vorgelegt und dann geht es eigentlich auch schon direkt los.
Ich muss zugeben, ich habe etwas gebraucht, um das Buch zu lesen. Nicht weil es langweilig gewesen wäre, sondern weil es so voller Informationen und Geschichte war, dass ich diese Zeit gebraucht habe, um alles, auch für mich selbst, einordnen zu können.
Das Buch hat 47 Kapitel. Alle, eher kurz, was aber von Vorteil ist, so kann man das Gelesene direkt verarbeiten und muss keine ellenlange Texte lesen, um den Inhalt zu verstehen. Und diese sind wirklich komplett aus eben Briefen, Gesprächen und Zeitungsartikeln geschrieben. Die Autorin hat es geschafft, diese so gut und sinnvoll anzuordnen, dass eine wirklich spannende Nacherzählung dieser Geschichte gelungen ist.
ISBN: 978-3847720669
Autorin: Rachel Cockerell
Verlag: Andere Bibliothek
ET: 17.09.25
Umfang: 456 Seiten