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Veröffentlicht am 23.04.2025

Ein Wahnsinns-Thriller!

Bad Tourists
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Drei Frauen in ihren 40ern, haben vor über 20 Jahren aufgrund eines Massakers ein Trauma erlitten: Kate war vor Ort, sie hat als Einzige überlebt, Darcy und Camilla haben eine Person dabei verloren, die ...

Drei Frauen in ihren 40ern, haben vor über 20 Jahren aufgrund eines Massakers ein Trauma erlitten: Kate war vor Ort, sie hat als Einzige überlebt, Darcy und Camilla haben eine Person dabei verloren, die ihnen nahestand. Der Täter gestand zwar, es gab jedoch Ungereimtheiten.

Die Drei kennen sich schon seit der Gerichtsverhandlung vom Sehen, wirklich kennengelernt haben sie sich erst Jahre später, über eine Online-Trauma-Gruppe für Betroffene des brutalen Blutbads und seit einem persönlichen Treffen sind sie Freundinnen, obwohl sie kaum etwas gemeinsam haben.

Jetzt machen sie zusammen Urlaub, um Darcys Scheidung zu feiern, aber als eine Leiche auftaucht, müssen sie sich fragen, ob ihre Verbindung ausreicht, um einander zu vertrauen.

Die Handlung ist von Anfang an fesselnd und rätselhaft gestaltet. Der lebendige, bildstarke Schreibstil lässt das ereignisreiche Geschehen wie einen Film vor dem geisteigenen Auge ablaufen. Erzählt wird aus der Sicht der drei Protagonistinnen, eine junge Touristin, die sich den Frauen anfreundet, und andere Beteiligte, kommen auch sporadisch zu Wort. Trotz der vielen Perspektiven konnte ich den Überblick von Anfang an mühelos behalten, denn die Figuren sind total unterschiedlich bzw. sehr gut charakterisiert! Es gibt Einblicke in die Vergangenheit, sodass allmählich alle Puzzleteilchen an ihren Platz fallen und ein erschütterndes Bild ergeben!

“Bad Tourist” ist ein wirklich packender Thriller: die greifbar beklemmende Atmosphäre, die interessanten Figuren bzw. Figurendynamiken, die vielen mysteriösen Andeutungen dunkler Geheimnisse und die gelungenen Überraschungen haben mich restlos begeistert!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2025

Eine bittersüße emotionale Achterbahnfahrt

Das Hotel Nantucket
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Sommerbeginn auf der US-Atlantik-Insel Nantucket: die 39-jährige Lizbet braucht nach einer unschönen Trennung einen neuen Job, da sie mit ihrem Freund zusammengearbeitet hat. Sie findet auch schnell eine ...

Sommerbeginn auf der US-Atlantik-Insel Nantucket: die 39-jährige Lizbet braucht nach einer unschönen Trennung einen neuen Job, da sie mit ihrem Freund zusammengearbeitet hat. Sie findet auch schnell eine neue die Stelle, als Geschäftsführerin im neueröffneten, berühmt berüchtigten Hotel Nantucket. Der Neustart läuft jedoch chaotisch bis schlecht, kein Wunder, die Luxusunterkunft gilt schließlich als verflucht. Und da ist was dran, denn dort spukt es: der Geist der 19-jährige Grace (ein Zimmermädchen, das bei einem Brand in den 1920er Jahren ums Leben kam) mischt sich munter in die Angelegenheiten der Belegschaft und der Gäste ein.



Ich fand es sehr interessant sowie unterhaltsam die Charaktere bzw. ihr Zusammenspiel zu erleben: ein junger Mann betrachtet seinen Job im Hotel als Buße, eine egozentrische, berechnende Frau sieht ihn als Chance, eine andere als Lösung für ein peinliches Problem, und eine alleinerziehende Mutter mit zwei entzückenden Kindern, die wie kleine Erwachsene wirken, will schöne Ferien erleben. Die Rollen der toll gezeichneten Nebenfiguren vertiefen die Motive der Hauptfiguren und verleihen der Handlung Würze.



Dann sind da noch der mysteriöse Besitzer des Hotels, eine gefürchtete, bloggende Hotelkritikerin, die berühmt dafür ist, selbst kleinste Schwachstellen gnadenlos anzuprangern, und natürlich Lizbet sowie die herumspukende Grace.



Einige hier hüten Geheimnisse, lügen oder betrügen. Einige erleben Romantik und Liebe, Abenteuer, Freundschaft, Erlösung oder Ernüchterung ... Die Handlung ist voller faszinierend verstörender Enthüllungen, Skandale sowie Herausforderungen: während Lizbet versucht, das Hotel zu einem Erfolg zu machen, entfalten sich allerlei Intrigen, Rätsel und überraschende Wendungen.


Der lebendige, atmosphärische Schreibstil ist absolut mitreißend, die vielen Figuren (die sehr gut auseinanderzuhalten sind) sind interessant und die turbulente Handlung, mit ganz viel Urlaubsfeeling, macht richtig Spaß!



Die Erzählerin ist großartig, denn sie erweckt die Geschichte mit ihrer angenehmen Stimme zum Leben!

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Veröffentlicht am 18.04.2025

Atmosphärisch & unheimlich

Die Bucht
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Nancy zieht mit ihrem Freund Calder auf eine kleine schottische Insel: er ist dort aufgewachsen und hat das Haus seiner kürzlich verstorbenen Mutter geerbt. Doch nach einem Unfall bzw. der Wiederbelebung ...

Nancy zieht mit ihrem Freund Calder auf eine kleine schottische Insel: er ist dort aufgewachsen und hat das Haus seiner kürzlich verstorbenen Mutter geerbt. Doch nach einem Unfall bzw. der Wiederbelebung (er wäre fast ertrunken bzw. erfroren), verändert sich Calder in eine Richtung, die Nancy Angst macht. Dabei spielt auch Religion eine Rolle, denn die sektenartige Kirchengemeinde in dem kleinen Ort scheint bedeutend zu sein. Schuld, Strafe sowie Vergebung sind generell wiederkehrende Themen, weil die Charaktere beschämende Geheimnisse hüten und zersetzende Schuldgefühle mit sich herumtragen. Es geht zudem um die Schatten der Vergangenheit: Vor Jahren gab es üble Gerüchte über eine Familie, die mit der Rückkehr von Calder wieder hochkochen.

Der Rahmen, die raue Natur Schottlands und die dominante Kirchengemeinde, erzeugen eine herrlich unheimliche Stimmung! Nancys Enttäuschung kommt hautnah an, schließlich hat sie sich auf einen Neustart mit Calder gefreut, doch nach dem Unfall bzw. der Wiederbelebung behandelt er sie wie ein lästiges Haustier. Eine erschütternde Enthüllung führt zu einer Wendung, die alles verändert. Die neuen Erkenntnisse sind zwar hilfreich für Nancy, allerdings passen die Erzählungen von Calder sowie die anderer über neue und vergangene Tragödien nicht zu den Tatsachen (eine verschwundene Frau & ein (Selbst)Mordopfer). Allmählich kommen immer mehr tief vergrabene, entsetzliche Geheinisse an die Oberfläche. Aber wer lügt und wer sagt die Wahrheit? Nancy weiß nicht, wem sie vertrauen soll ...

Der Schreibstil ist sehr atmosphärisch, die düstere Stimmung ist greifbar, genau wie Nancys Gefühle und Gedanken. Ich empfand sie allerdings als eher unstimmig gezeichnet: manchmal ist sie mMn unfassbar naiv, dann doch knallhart realistisch. Die ereignisreiche, wendungsreiche Handlung war für mich nicht immer ganz glaubwürdig und teilweise fand ich sie etwas schleppend - insgesamt, würde ich “Die Bucht” jedoch als packenden Thriller bezeichnen.

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Veröffentlicht am 14.04.2025

Dunkel, dunkler, Female Revenge!

How To Kill a Guy in Ten Ways
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Millie hat den kostenlosen Ein-Frau-Schutzdienst “Message M.” ins Leben gerufen: sie befreit Frauen, die von Männern bedrängt werden, aus ihren brenzligen Situationen. Doch nach einer Rettungsaktion, die ...

Millie hat den kostenlosen Ein-Frau-Schutzdienst “Message M.” ins Leben gerufen: sie befreit Frauen, die von Männern bedrängt werden, aus ihren brenzligen Situationen. Doch nach einer Rettungsaktion, die aus dem Ruder gelaufen ist, erkennt sie, dass sie mehr tun kann: sie kann gewalttätige Männer und arglistige Narzissten beseitigen, der (Frauen)Welt einen Gefallen tun, ihre Wut kanalisieren.

Ihre Missionen sind kräftezehrend und in ihrem Freundinnenkreis ist auch viel los, weshalb sie ihren Job vernachlässigt. Dann lernt sie noch einen Mann kennen, der Fluch und Segen gleichzeitig zu sein scheint ...

“How to kill a guy in ten ways” ist ein tragisch komischer und raffinierter Female Revenge-Thriller.

Es geht um weibliche Waffen gegen die Männer machtlos sind: Schwächen, die als typisch weiblich gelten, werden zu Stärken gemacht, um Schwächen, die als typisch männlich gelten, gnadenlos auszuschlachten.

Die Handlung ist mMn düsterer sowie tiefschürfender als das Cover vermuten lässt! Sie ist allerdings auch etwas cartoonhaft bzw. skurril, denn ich empfand die Figuren teilweise als leicht überzeichnet und die Geschehnisse manchmal als ein bisschen konstruiert bzw. mit unwahrscheinlichen Zufällen garniert – all das ist aber plausibel, zum Flair passend, gestaltet!

Handlung wie Charaktere entwickeln sich mit fortschreitendem Verlauf in interessante Richtungen ...

Der Erzählstil ist großartig: Millie erklärt, warum sie tut, was sie tut, wie sie sich dabei fühlt und was sie über dies und das denkt – all das amüsant zynisch! Es gibt auch aufschlussreiche Einblicke in ihre Vergangenheit.

Millie hat einen ungeschönten, scharfsinnigen Blick auf die Welt hat und ist entsprechend konsequent. Stellenweise fand ich sie gefährlich leichtsinnig sowie voreingenommen bzw. unnötig hart urteilend, sie ist diesbezüglich aber immerhin selbstkritisch!

“How to kill a guy in ten ways” ist ein Wahnsinns-Thriller: von Anfang an unterhaltsam und ereignisreich, zudem spannend, mehrfach überraschend, dramatisch sowie mutig, weil unbequeme Wahrheiten über Beziehungen bzw. Elternschaft, das Rechtssystem und der Umgang mit hässlichen Wahrheiten mal schwarzhumorig, mal ernst, thematisiert werden.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Noch besser als Band 1, wie ich finde!

Der Donnerstagsmordclub und der Mann, der zweimal starb (Die Mordclub-Serie 2)
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“Der Donnerstagsmordclub und der Mann, der zweimal starb” ist der zweite Fall für die vier ebenso eigen- wie scharfsinnigen Mitglieder des Donnerstagsmordclubs.

Der Geheimagent Douglas hat Ärger mit ...

“Der Donnerstagsmordclub und der Mann, der zweimal starb” ist der zweite Fall für die vier ebenso eigen- wie scharfsinnigen Mitglieder des Donnerstagsmordclubs.

Der Geheimagent Douglas hat Ärger mit mächtig gefährlichen Leuten, weil er während eines MI5 Einsatzes etwas sehr Wertvolles entwendet hat. Er bittet er seine Ex-Frau und ehemalige Geheimdienstkollegin, die taffe Elizabeth, um Hilfe. Sie informiert die anderen drei Donnerstagsmordclub-Mitglieder (die einfühlsame, optimistische Joyce, den unverblümten, linken Ron & den stoischen, melancholischen Ibrahim) in der Seniorenresidenz, aber auch Bekannte vom MI5 - die Lage gerät dennoch außer Kontrolle und die Leichen häufen sich. Also arbeiten die Spürnasen zudem wieder mit Donna sowie Chris von der Polizei, der ebenso zwielichtige wie hilfreiche Bogdan ist auch wieder mit von der Partie.

Rätselhafte Hinweise und unerwartete Entdeckungen, die keinen Sinn zu ergeben scheinen, fordern alle heraus! Doch wem kann man trauen? Ziehen wirklich alle an einem Strang? Es geht schließlich um 20 Millionen Pfund!

Auch private Angelegenheiten spielen eine Rolle, sie fließen auf interessante Weise in die Haupthandlung ein. Es geht ungemein turbulent zu, sehr ereignisreich, skurril und verschachtelt! Band 2 ist, mMn im Gegensatz zu Band 1 von Anfang an packend, zudem insgesamt noch witziger, verschrobener, aufregender & wendungsreicher, wie ich finde!

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