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Veröffentlicht am 24.08.2023

Schräg, spannend & genial

Der Botaniker
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Post vom sogenannten Botaniker beutet nichts Gutes: Es beginnt mit einem gepressten Blümchen als Beigabe zu einem makabren Gedicht und endet mit einem tödlichen Gift! Der Botaniker ist ein überaus raffinierter ...

Post vom sogenannten Botaniker beutet nichts Gutes: Es beginnt mit einem gepressten Blümchen als Beigabe zu einem makabren Gedicht und endet mit einem tödlichen Gift! Der Botaniker ist ein überaus raffinierter Serientäter, denn niemand kann ihn aufhalten – obwohl er seine Morde ankündigt, was zu Polizeischutz für die Bedrohten führt!

Für den unorthodoxen Ermittler Washington Poe kommt der kniffelige Fall zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Die berühmte forensische Pathologin Estelle Doyle, mit der er befreundet ist, ist die Hauptverdächtige in einem Mordfall. Er will ihr unbedingt helfen, da er von ihrer Unschuld überzeugt ist, doch weil er nicht zuständig ist, muss er es inoffiziell sowie nebenbei tun - zusätzlich zu den “Der Botaniker-Ermittlungen"

Zusammen mit seiner taffen Chefin Stephanie Flynn: "“Schluss damit, ihr zwei”, befahl Flynn. “Können wir wenigstens so tun, als wären wir normal?”"

und Tilly Bradshaw, einer genialen, jedoch himmelschreiend sozial inkompetenten Analystin: "“Igitt”, sagte Bradshaw. “Sie haben sehr schwitzige Hände... Bitte fassen Sie keinen von meinen Computern an.”"

untersucht der zynische DS Poe: "Leute, die in solchen Kellerlöchern krepieren, werden doch erst gefunden, wenn die Miete fällig wird oder die Katze damit fertig ist, sie aufzufressen.”

die beiden Fälle, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben.

“Der Botaniker” besticht durch eine spannende, ausgeklügelte Handlung, die immer wieder aufs Neue überrascht, skurrile und gleichzeitig realistische Charaktere sowie typisch englischem Humor.

Die unterhaltsam gestalteten Ermittlungen sind ereignis-, tempo- und wendungsreich - absolut fesselnd! Die kurzen Kapitel ließen mich nur so durch die Seiten fliegen und die kauzigen Ermittler/innen sind mir ans Herz gewachsen!

“Der Botaniker” ist ein ungemein packender, amüsanter Thriller, den man kaum aus der Hand legen kann, denn aufgrund der cleveren Dramaturgie steigt die Spannung von Kapitel zu Kapitel immer weiter an. Ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher aus der Reihe!

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Veröffentlicht am 18.08.2023

Toller Auftakt!

Das Böse dahinter
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Eine Joggerin entdeckt eine Leiche, halb versteckt unter einem Blätterhaufen. Die Tote hat Lippenstiftmarkierungen auf der Haut und als eine weitere Leiche mit denselben Zeichen auftaucht, ist klar, dass ...

Eine Joggerin entdeckt eine Leiche, halb versteckt unter einem Blätterhaufen. Die Tote hat Lippenstiftmarkierungen auf der Haut und als eine weitere Leiche mit denselben Zeichen auftaucht, ist klar, dass ein grausamer Serienmörder in Chicago umgeht.

Detective Harriet Foster ermittelt: Es ist ihr erster Fall nach einem Burn-Out, in einem neuen Team und sie verspürt natürlich “Erfolgsdruck”.

Harriet ist eine interessante, vielschichtige Figur, mit echten Schwächen sowie Fehlern, die ich absolut nachvollziehbar fand - ihr “Schicksal” hat mich sehr bewegt!

Als Ermittlerin ist sie scharfsinnig, feinfühlig und objektiv – sehr professionell eben. Ihr Kollege, Detective Jim Lonergan, ist leider das Gegenteil davon: Brüsk, nachlässig sowie subjektiv. Doch dann arbeitet sie mit Detective Vera Li weiter an dem Fall und die beiden passen richtig gut zusammen – beruflich und privat...

Die Handlung wird nicht nur aus der Perspektive der Ermittelnden erzählt, sondern auch aus der Sicht von zwei Geschwistern sowie einer Therapeutin - nach und nach bekommt man von allen einen guten Eindruck und die erschütternden Zusammenhänge erschließen sich langsam, aber sicher...

Die nervenaufreibend spannend gestalteten Ermittlungen und die komplexen Zusammenhänge machen “Das Böse dahinter” zu einem packenden Leseerlebnis!

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Veröffentlicht am 11.08.2023

Unterhaltsam & spannend!

Drei Freundinnen
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Los Angeles, Beverly Hills: Vier Frauen haben sich zu einem Buchclubtreffen versammelt. Sie trinken Wein und unterhalten sich über ein Selbsthilfebuch, in dem es um Selbstbestimmung geht. Die Frauen treiben ...

Los Angeles, Beverly Hills: Vier Frauen haben sich zu einem Buchclubtreffen versammelt. Sie trinken Wein und unterhalten sich über ein Selbsthilfebuch, in dem es um Selbstbestimmung geht. Die Frauen treiben das Thema auf die Spitze, als sie über ihre untreuen Männer herziehen und darüber sinnieren, wie man es ihnen heimzahlen könnte. Als am nächsten Tag der Ehemann einer der Frauen tot aufgefunden wird, werden ihnen die unbedacht geäußerten Rachefantasien zum Verhängnis...

“Drei Freundinnen” (der Titel ist meiner Meinung nach irreführend) ist so packend und unterhaltsam gestaltet, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin! Die drei Blickwinkel der Protagonistinnen sowie Protokolle von Gerichtsverhandlungen machen neugierig, denn die man erfährt erst spät, wer das Mordopfer ist. Bleiben noch die Fragen wer war es und warum, schließlich gibt es einige Verdächtige mit einem starken Motiv...

Eliza, Anne, Penny und Marguerite verstecken sich hinter einer Fassade, die ihnen hilft zu erreichen, was sie erreichen wollen: Eliza gibt die perfekt organsierte PR-Beraterin, Anne nutzt die Rolle der gestressten 4-fachen Mutter geschickt (die natürlich der Wahrheit entspricht), Penny macht auf Unschuld aus dem Mittleren Westen und Marguerite auf Öko-Verfechterin.

Die Auch die pflegen ein Image, das wenig mit der Wahrheit zu hat: Der aufrechte Polizist, der entrückte Künstler und der Fürsorgliche. Nur eine der Frauen hat einen guten schlechten Mann ergattert, der immerhin ehrenwerte Motive hat...

Die vielen offenen Fragen sowie Andeutungen von dunklen Geheimnissen erzeugen einen unwiderstehlichen Sog, weshalb ich das Buch innerhalb von zwei Abenden verschlungen habe!

“Drei Freundinnen” ist herrlich schwarzhumorig, ereignis- und temporeich gestaltet! Da die meisten Charaktere himmelschreiend unaufrichtig sind, kommen sie sich mit ihren (geheimen) Plänen gegenseitig in die Quere, was spektakulär nervenaufreibend ist. Und die kurvenreiche Handlung bietet Spannung bis zum letzten Kapitel!

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Veröffentlicht am 30.07.2023

Wahnsinnig unterhaltsam und raffiniert!

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss
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Die Pechvögel Arie, Maddie, Jack, Jan, Elin brauchen dringend eine zweite Chance im Leben und die bekommen sie unverhofft auf einem alten Hausboot: Arie, ein ehemaliger Polizist, hat es geerbt und gründet ...

Die Pechvögel Arie, Maddie, Jack, Jan, Elin brauchen dringend eine zweite Chance im Leben und die bekommen sie unverhofft auf einem alten Hausboot: Arie, ein ehemaliger Polizist, hat es geerbt und gründet die Hausbootdetektei.

Ihr erster Auftrag in der Gastronomie Szene ist schnell erledigt, dann kommt der Frühsommer und das Team macht es sich an Deck gemütlich: Sie bauen Tomaten an, geben sich der Grachtenidylle hin und futtern unentwegt. Doch es gibt eine neue Entwicklung in dem abgeschlossen geglaubten Auftrage und das Team muss erneut ran – dieses Mal ist es allerdings komplizierter sowie dramatischer...

Das liebenswert schräge Team, das hauptsächlich aus Amateur-Ermittlern besteht ist einfach unwiderstehlich! Auch ihre eigensinnigen Haustiere sind mir ans Herz gewachsen.

Die Spannung lässt meiner Meinung nach auf sich warten, für mich wurde es erst ab ca. dem letzten Drittel packend, aber das störte mich kein bisschen, denn unterhaltsam sowie bewegend ist die Handlung von Anfang an - mit viel niederländischem Flair!

Verschiedene Blickwinkel bzw. Handlungsstränge sorgen für Abwechslung und interessante Einblicke. Und die, kleine, aber feine, Metaebene ist ein nettes Extra. Außerdem wird es zum Ende hin richtig spannend und es gibt mehrere geniale Wendungen!

Amy Achterop beschreibt die Schauplätze, das Innenleben sowie Verhalten der Charaktere und die Dynamik zwischen ihnen sehr geistreich, mit Feingefühl sowie herrlich kauzigem Humor. Die Balance zwischen dem Privatleben der Figuren, den Begebenheiten in der Gastro Szene und den Ermittlungen ist meiner Ansicht nach perfekt ausgewogen für ein Cosy Crime Buch.

Ich freue mich schon auf Band 2 und 3!

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Veröffentlicht am 27.07.2023

Faszinierend!

If We Were Villains. Wenn aus Freunden Feinde werden
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Herbstsemester 1997: Oliver war Schauspielstudent im letzten Jahr am renommierten Dellecher College in Illinois. Er und sechs weitere Studierende, waren wie Brüder und Schwestern und sie waren alle besessen ...

Herbstsemester 1997: Oliver war Schauspielstudent im letzten Jahr am renommierten Dellecher College in Illinois. Er und sechs weitere Studierende, waren wie Brüder und Schwestern und sie waren alle besessen von der Schauspielerei sowie den Shakespeare Stücken, die sie aufführten. Die Rollen, die sie auf der Bühne verkörperten, waren kaum von denen im Leben zu unterscheiden: Der aggressive Herrscher, der mittelmäßige Mitläufer, die unwiderstehliche Venus, der schöne Held, der hedonistische Schurke, die liebenswerte Naive und die Wandelbare. Imitiert die Kunst das Leben oder das Leben die Kunst? Als sich eines Nachts gleich mehrere theaterwürdige Tragödien ereigneten, musste sich die Truppe dieser Frage stellen.

Das Geschehen wird aus Olivers Sicht erzählt, auf zwei Zeitebenen. Die Figuren bemühen regelmäßig Zitate aus Shakespeare Stücken - auch jenseits der Bühne und während der Proben bzw. Aufführungen gibt es viele Auszüge aus den entsprechenden Dramen. Ich habe den Eindruck, dass man sich mit den Werken von Shakespeare ein bisschen auskennen oder sich zumindest dafür interessiert sollte, um an diesem Buch Freude zu haben.

Oliver bekam immer nur Nebenrollen, er war trotzdem überglücklich, denn er lebte seinen Traum, in der abgeschiedenen Welt, die die altehrwürdige Kunstakademie bot. Doch kurz nach Beginn des letzten Studienjahres veränderte sich die Dynamik innerhalb der Truppe. Jemandes gekränkter Stolz entfesselte Missgunst, Eifersucht sowie unterdrückte Begierden...

Zehn Jahre später: Oliver befindet sich in einer Strafanstalt, er sitzt Detective Colborne gegenüber - dem Ermittler, der damals den Todesfall eines Schauspielstudenten untersuchte. Die beiden sprechen über Haftverschonung sowie die überfällige Enthüllung der Wahrheit über das, was damals wirklich geschah.

“If We Were Villains – wenn aus Freunden Feinde werden” ist ein faszinierender Spannungsroman, sprach- und bildgewaltig, anspruchsvoll sowie unterhaltsam. Diese geheimnisvolle Geschichte über Freundschaft, Leidenschaft und Verrat hat mich in jeder Hinsicht begeistert, denn sie ist tiefschürfend, wendungsreich sowie absolut fesselnd gestaltet. Und die moralisch grau handelnden Charaktere regen zum Nachdenken an.

Für Fans von “Die geheime Geschichte” (Donna Tartt) und “Tristan Mortalis” (Melissa C. Hill).

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