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Sonja2609

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Veröffentlicht am 19.10.2022

Eine bildgewaltige Reise in die Vergangenheit

Das verborgene Paradies
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Das Buch „Das verlorene Paradies“ von Luca di Fulvio ist im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Das Buch spielt in einem kleinen italienischen Dorf zur Zeit der Inquisition, 400 Jahre in der Vergangenheit. ...

Das Buch „Das verlorene Paradies“ von Luca di Fulvio ist im Bastei Lübbe Verlag erschienen. Das Buch spielt in einem kleinen italienischen Dorf zur Zeit der Inquisition, 400 Jahre in der Vergangenheit. In einer schicksalhaften Nacht kreuzen sich die Wege von Susanna und Daniele. Während die eine geboren wird, verliert der andere seine Mutter. Beide wachsen im Kloster auf und laufen sich im Laufe ihres Lebens immer wieder über den Weg.
Doch der klugen Susanna wird übel mitgespielt, denn sie wird der Hexerei und des Mordes an ihrem Ehemann bezichtigt. Der Scheiterhaufen droht. Kann Daniele sie davor bewahren?

Wie in vielen Büchern des Autors stehen wieder einmal Kinder im Mittelpunkt der Geschichte, die sich im Laufe der Zeit gegen die Widrigkeiten des Lebens durchsetzen und ihren steinigen Weg gehen müssen. Wieder einmal wird einem Mädchen übel mitgespielt, hier bleibt sich di Fulvio treu. Doch obwohl es oft ein männlicher Retter ist, wirken die Charaktere nicht stereotyp, sondern lebendig, mutig und stark, was den Leser mit den Protagonisten mitfiebern lässt.
Luca di Fulvios Schreibstil und seine bildhafte Sprache schaffen es, dass der Leser vollkommen in das Buch versinkt. Schnell entstehen die Landschaften, Spielorte und Charaktere vor dem inneren Auge. Das Buch ist eines der düstersten Bücher, die ich vom Autoren kenne und die präzisen Schilderungen lassen Schauer über den Rücken laufen.

Obwohl das Buch 400 Jahre in der Vergangenheit spielt, sind manche Themen aktuell wie nie. Noch immer werden Frauen unter dem Deckmantel der Religion unterdrückt. Noch immer dürfen Frauen in vielen Teilen der Welt keine Bildung genießen. Noch immer werden sie teilweise der Verführung bezichtigt und sein selbst schuld an Verbrechen ihnen gegenüber.

Luca di Fulvio gelingt mit der Erzählung, auch der heutigen Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten und daran zu erinnern, dass frau auch heute nicht gleichbehandelt wird – lange nachdem wir das Mittelalter hinter uns gelassen haben.

Auch „Das verlorene Paradies“ ist wieder ein bildgewaltiges Werk von Luca di Fulvio, welches Spaß macht zu lesen, auch wenn viel Unschönes passiert.

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  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 28.07.2022

Packender Roman auf einer Reise zu sich selbst

Wir sehen uns zu Hause
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Christiane Wünsches Buch "Wir sehen uns zu Hause" ist ein echter Roadtrip-Roman. Erschienen ist das Buch im S.Fischer Verlag.

Anne und ihr Mann Peter haben eigentlich den Urlaub ihres Lebens geplant. ...

Christiane Wünsches Buch "Wir sehen uns zu Hause" ist ein echter Roadtrip-Roman. Erschienen ist das Buch im S.Fischer Verlag.

Anne und ihr Mann Peter haben eigentlich den Urlaub ihres Lebens geplant. Ein Jahr lang mit ihrem Oldtimer-Camper Willi durch Skandinavien reisen. Doch alles kommt anders als geplant, Peter verstirbt überraschend und plötzlich ist Anne ganz allein auf sich gestellt. Sie entschließt sich dennoch, die Reise zu unternehmen und sich ohne Peter auf den Weg zu machen.
Doch die geplante Reiseroute wird recht schnell über den Haufen geworfen, denn Anne bricht nicht nach Skandinavien auf, sondern in die Vergangenheit ihres Mannes. Sie begibt sich auf eine Spurensuche in die Zeit der ehemaligen DDR. Denn obwohl sie mehr als 20 Jahre mit ihrem Mann verheiratet war, stellt sie fest, dass sie über sein Leben in der DDR im Grunde gar nichts weiß.

Unterwegs auf ihrer Reise begegnet Anne unheimlich liebevoll gezeichneten Fremden, ob auf dem Campingplatz, auf der Landstraße oder am Rastplatz. Die Autorin hat all diese Bekanntschaften so wunderbar beschrieben, dass sie vor meinem Auge lebendig wurden. Einige davon vielleicht auch mit zu viel Klischee belegt, aber dennoch raubeinig, herzlich, verrückt und liebevoll beschrieben. Ich konnte sie mir rege vorstellen, so lebendig waren sie geschildert.

Die zahlreichen Nebencharaktere und -schauplätze machen das Buch unheimlich lebendig und bringen Energie in die Geschichte. Die ganze Story wirkt sehr authentisch und echt.

Insgesamt gefällt mir der Schreibstil der Autorin super, ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. An den spannenden Stellen gibt es Brüche, so dass wir die Geschichte aus Annes Perspektive, aber auch von Alinas Seite, Annes Tochter, miterleben. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Ronny, dessen Rolle im Roman sich nach und nach erschließt. Alle diese Geschichtsstränge verbinden sich einer schönen, manchmal sehr traurig und nachdenklich machenden Geschichte. An vielen Stellen ist das Buch auch ein wenig vorhersehbar, aber das schadet der Story nicht und ändert auch nichts an der Spannung.

Ich fand es besonders toll, mit dem Buch auch wieder historisch dazu zu lernen. Denn von zahlreichen Aspekten aus der DDR-Geschichte hatte ich noch nie zuvor gehört und fand es faszinierend und gleichzeitig erschreckend, davon zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.07.2022

Ein wunderschöner Roman über Liebe, Familie und Tee

Der Duft der Kirschblüten
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Der Duft der Kirschblüten von Rosalie Schmidt ist im dtv Verlag erschienen und ist der erste Band der Kirschblüten-Reihe.
Die Geschichte spielt im Berlin des Jahres 1871. Im Teehaus der Familie Winterfeld ...

Der Duft der Kirschblüten von Rosalie Schmidt ist im dtv Verlag erschienen und ist der erste Band der Kirschblüten-Reihe.
Die Geschichte spielt im Berlin des Jahres 1871. Im Teehaus der Familie Winterfeld duftet es nach den herrlichsten Teesorten. Der Familienbetrieb vertreibt exotische Schwarztees, die die Gäste im mondänen Salon zu Gebäck und Torten verköstigen können. Die junge Clara führt gemeinsam mit ihren Eltern das Geschäft. Ihre Liebe für Tee könnte nicht größer sein und sie hoffe, eines Tages die Geschäfte ihrer Eltern zu übernehmen.
Doch ein Unglückfall führt dazu, dass das Geschäft in wirtschaftliche Schieflage gerät und Clara entschließt sich, ihren Jugendfreund Franz zu heiraten, um das Teehaus finanziell abzusichern. Doch die Ehe der beiden ist zum Scheitern verurteilt und das Schicksal nimmt seinen Lauf, als Clara den exotischen Handlungsreisenden Akeno aus Japan kennenlernt. Die junge Frau muss sich nun entscheiden: folgt sie dem Ruf ihres Herzens und bringt damit sowohl ihre Familie als auch das Teehaus in Gefahr oder bleibt sie bei Franz?

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, denn die Geschichte ist mitreißend und packend beschrieben. Nicht nur die Charaktere sind wunderbar beschrieben, so dass man sich in ihre Gedanken, Gefühle und Lage hineinversetzen kann, auch die Schauplätze entstanden schnell vor meinem inneren Auge. Gerade das Teehaus als wärmender, anheimelnder Ort gefällt mir gut, so dass ich mir beim Lesen oft vorgestellt habe, dort zu sitzen.
Die Geschichte wird aus Claras Perspektive beschrieben, so dass man besonders mit ihr mitfühlt. Sie ist mir auf Anhieb sympathisch, denn nicht nur teile ich ihre Liebe zum Tee, sondern kann ihre unkonventionellen Gedanken und ihren Wunsch nach Freiheit gut nachvollziehen. Clara ist eine starke Persönlichkeit, die ihrer Zeit weit voraus ist.

Da die Eltern der Autorin selbst ein Teehaus hatten, merkt man im Buch die zahlreichen Erfahrungen und ihre Liebe zum Tee in den Beschreibungen. Das Buch gibt interessante Einblicke in die 1870er Jahre und die, vor allem japanische, Teekultur. Auch ich als Teeliebhaberin habe noch einiges dazu gelernt und betrachte meinen Tee nun mit anderen Augen.

Ich kann das Buch „Der Duft der Kirschblüten“ wirklich empfehlen, denn ich hatte viel Spaß beim Lesen, es wurde nie langweilig, im Gegenteil, ich habe die ganze Zeit mitgefiebert. Ein schöner historischer Roman über eine geheime Liebe, der nicht übermäßig kitschig, sondern im Gegenteil sehr authentisch und informativ rüberkommt. Ich freue mich schon auf den zweiten Band, der im kommenden Jahr erscheinen wird.

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Veröffentlicht am 24.05.2022

Packender Roman über die deutsch-deutsche Geschichte

Das zweite Geheimnis
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Das Buch "Das zweite Geheimnis" von Titus Müller ist im Heyne Verlag erschienen und der zweite Band einer Trilogie über die deutsch-deutsche Geschichte. Ich kannte den ersten Band nicht.

Protagonistin ...

Das Buch "Das zweite Geheimnis" von Titus Müller ist im Heyne Verlag erschienen und der zweite Band einer Trilogie über die deutsch-deutsche Geschichte. Ich kannte den ersten Band nicht.

Protagonistin Ria lebt die letzten 12 Jahre seit dem Mauerbau in der DDR, hat einen Posten in einem wichtigen Ministerium und führt ein vermeintlich ruhiges Leben. Was sie zuvor gemacht hat, weiß man als Leser nur, wenn man den ersten Band gelesen hat.

Nach einem Urlaub in Bulgarien trifft sie ihre große Liebe Jens aus Westdeutschland wieder und ihr Leben gerät aus den Fugen. Sie gerät unter Beobachtung der Stasi, ganz besonders Agentin Marga.

Der Leser erlebt, wie perfide die Stasi ihre Mitbürger ausspioniert hat und beobachtet Ria beim Spionieren, Verschlüsseln und Verstecken. Die detaillierten Beschreibungen sind sehr packend und bringen den Leser tief in die Geschichte.

Ich fand das Buch sehr spannend erzählt und kam nach anfänglichen Schwiergkeiten gut in die Geschichte hinein. Es sind allerdings eine ganze Menge Handlungsstränge, die teilweise auf wahren Begebenheiten basieren. Das macht die Geschichte spannend, aber teilweise auch sehr verwirrend. Es ist alles aber sehr gut recherchiert und autentisch geschrieben.

Mir hat "Das zweite Geheimnis" sehr gut gefallen und ich werde sicherlich Band 1 und dann auch Band 3 noch lesen wollen.

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Veröffentlicht am 07.04.2022

Ein plüschiges Abenteuer für Kinder

Die Stoffis - Auf plüschigen Sohlen (Band 1)
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Die Stoffis - Auf plüschigen Sohlen ist der Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe über Stofftiere, die ausgesetzt wurden und in "freier Wildbahn" zunächst nach neuen Besitzern suchen und dann spannende Abenteuer ...

Die Stoffis - Auf plüschigen Sohlen ist der Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe über Stofftiere, die ausgesetzt wurden und in "freier Wildbahn" zunächst nach neuen Besitzern suchen und dann spannende Abenteuer erleben.
Die Charaktere des Buches sind ein Plüsch-Einhorn, ein Hund, ein Kater, eine Schildkröte, ein Bär und ein Seestern. Sie alle haben ihre Makel und sind aus den verschiedensten Gründen auf der Straße gelandet. Gemeinsam beginnen sie, einen neuen Besitzer zu finden, bei dem sie bleiben können. Dabei geraten sie in einige brenzlige Situationen, müssen der Müllabfuhr entkommen und sich gegen Gefahren wehren.
Das Buch ist wunderschön bebildert, es macht Spaß, die Geschichte zu lesen und die Bilder zu betrachten. Wir finden, dass Die Stoffis ein tolles Buch zum Vorlesen ist, vor allem auch für etwas größere Kinder. Wir haben es mit einer Vierjährigen gelesen und es war teilweise noch sehr spannend und schwer. Dennoch hatte sie viel Freude an den Charakteren und schnell ein Lieblingskuscheltier ausfindig gemacht.
Wir sind schon sehr gespannt auf die Folgebände und können das Buch sehr empfehlen.

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