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Veröffentlicht am 29.09.2021

Eine Liebesgeschichte mit einem sozialkritischen Ton und einer sehr realistischen dargestellten Bedrohung

The promises we made. Als wir uns wieder trafen
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Endlich Nachschub von Simona Ahrnstedt: Diesmal hat sie zwei sehr starke Protagonisten geschaffen, die mich von der ersten Seite an begeistert haben.

Dessie und Sam waren als Teenager ein Paar. Doch ihre ...

Endlich Nachschub von Simona Ahrnstedt: Diesmal hat sie zwei sehr starke Protagonisten geschaffen, die mich von der ersten Seite an begeistert haben.

Dessie und Sam waren als Teenager ein Paar. Doch ihre Liebe wurde durch Ereignisse der Vergangenheit überschattet und zerbrach. 15 Jahre später benötigt Sam Personenschutz. Denn er hat sich als Flüchtlingskind zum Hoteltycoon hochgearbeitet und Neider bedrohen nun sein Leben und sein Lebenswerk. Als er eine Security Firma aufgrund der Empfehlung von David Hammar beauftragt, trifft er Dessie wieder. Sie ist inzwischen eine der führenden Security Experten der Branche und soll seinen Schutz übernehmen.

Kann Dessie trotz der Vergangenheit die nötige Distanz für den Schutz von Sam garantieren und warum findet sie Sam immer noch so anziehend?

Simona Ahrnstedts Schreibstil hat es mir schon seit einer ganzen Weile angetan. Ich habe die Autorin bereits in Berlin kennenlernen dürfen und dort erfahren, dass diese Psychologin und Verhaltenstherapeutin ist. Dieses Wissen setzt sie in ihren Büchern gekonnt ein. Zwischenmenschliche Beziehungen aber auch sozialkritische Elemente werden geschickt in eine gefühlvolle und spannende Handlung eingefügt. Auch die erotischen Liebesszenen sind stilvoll und gleichberichtigt.

Durch Sams persischen Ursprung gibt es romantische Besonderheiten in den vertrauten Szenen mit Dessie, die mir sehr gut gefallen haben.

Der Leser erfährt nach und nach, was die beiden 19jährigen damals vor 15 Jahren auseinandertrieb und welche seelischen und körperlichen Narben die beiden Protagonisten prägen. Können die beiden Erwachsenen dies überwinden? Und was ist mit der rechtsextremistischen Gefahr? Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Eine Liebesgeschichte mit einem sozialkritischen Ton und einer sehr realistischen dargestellten Bedrohung.
Wem der Name David Hammar bekannt vorkommt, liegt richtig, Sams Bekannter spielt im Buch „Die Erbin“ eine wesentliche Rolle. Man muss dieses Buch allerdings nicht kennen. Es ist halt nur das gleiche Setting.

Das Buch fällt unter das Genre Second Chance, denn Ihr müsst mit diesen zwei Protagonisten mitfiebern, ob sie Misstrauen, Stolz und Erinnerungen und die Bedrohung überwinden können, um an ihr neues (?) Glück zu gelangen. Ich vergebe volle Punktzahl.

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Veröffentlicht am 27.09.2021

Ein Aufruf zur Selbstliebe, zum Verzeihen und zur Akzeptanz von Mängeln

It's okay not to be okay
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Ein jeder möchte seine psychische Gesundheit erhalten und pflegen. Doch geredet wird darüber nur selten. Besonders wenn es „Probleme“ gibt oder nicht alles so läuft wie es die Gesellschaft vorgibt. In ...

Ein jeder möchte seine psychische Gesundheit erhalten und pflegen. Doch geredet wird darüber nur selten. Besonders wenn es „Probleme“ gibt oder nicht alles so läuft wie es die Gesellschaft vorgibt. In dieser Anthologie berichten 30 Menschen ihre persönliche Geschichte.

Es ist ein Aufruf zur Selbstliebe, zum Verzeihen und zur Akzeptanz von Mängeln. Habt Geduld…mit Euch und auch mit anderen. Sei dein bester Freund bzw. deine beste Freundin. Zeit und Geduld spielen eine maßgebliche Rolle; aber auch das Umfeld. Schließlich gibt die Gesellschaft vor, wie man zu funktionieren hat. Die psychische Gesundheit kann da schon einmal verrücktspielen, wenn man überreizt oder überlastet ist. Aber was bedeutet überhaupt verrückt oder depressiv?

Dieses Buch schult die Aufmerksamkeit und die Empathie für sich und auch andere. Warnt aber auch vor möglichen Triggern. Es will nicht retraumatisieren. Es will für Verständnis werben und Unterstützung geben.
Obwohl es kein Lehrbuch ist, zeigt das Buch mit den jeweiligen Geschichten auf, wie unterschiedlich und komplex das Thema ist. Dadurch das kein Fachjargon verwendet wird, fühlt man sich in jedem Abschnitt angesprochen und gerät ins Grübeln. Man kann die einzelnen Beiträge auch gut einzeln lesen und die Lektüre des Buches aufteilen.

Leider sagten mir nicht alle Autorennamen etwas, da es wohl eher englische Autoren/Prominente waren. Dennoch gefielen mir diese sehr gut und waren sehr vielseitig. Der Anhang mit der Liste an Hilfstelefonnummern und -webseiten wurde auf den deutschen Markt angepasst.

Ich vergebe 4,5 von 5 Punkten.

Außerhalb der Wertung muss ich anführen, dass Linien für die Erstellung einer eigenen „Es ist okay Liste“ in einem ebook meines Erachtens überflüssig sind. Aber es hat für einen Lacher gesorgt.

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Es wird gelacht, gefetzt, geweint und geliebt

Desires of a Rebel Girl (Baileys-Serie 6)
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Auf wen von den Baileys würde die Beschreibung „Rebel Girl“ wohl am besten passen? Genau: Phoenix Bailey. Hat sie bereits im ersten Band dafür gesorgt, das ihr Bruder Austin fast graue Haare bekam, macht ...

Auf wen von den Baileys würde die Beschreibung „Rebel Girl“ wohl am besten passen? Genau: Phoenix Bailey. Hat sie bereits im ersten Band dafür gesorgt, das ihr Bruder Austin fast graue Haare bekam, macht sie nun den Musikproduzenten Griffin ganz nervös. Denn Phoenix will mit allen Mitteln Sängerin werden und da Griffin nach Lake Starlight zieht und für seinen Sohn Maverick eine Nanny braucht, greift Phoenix mit Hilfe ihrer Grandma in die Trickkiste.

Aufgrund der zahlreichen Baileys, der Vorgeschichte dieser Familie und den Besonderheiten der idyllischen Stadt Lake Starlight mitten in der wunderschön geschilderten Natur von Alaska empfehle ich unbedingt die Reihenfolge einzuhalten. Euch geht sonst bei dieser wundervollen Geschichte aus dem Genre small town wirklich allerhand verloren. Eigentlich ist es ja eine einzige große Geschichte über die Baileys, die in jedem Band eine Person hervorhebt.

Ich liebe den Schreibstil der Autorinnen, die hinter Piper Rayne stecken. Es wird gelacht, gefetzt, geweint und geliebt. Ab und an knistert es und auch diese Szenen sind sehr gelungen….

Griffin ist der Aussteiger aus der Musikindustrie. Er will Presse und den Kampf um Künstler hinter sich lassen. Sein kleiner Sohn Maverick ist bereits ein Abbild dieser Industrie aus Schein und Sein. Er soll wieder Kind sein und sich nicht mit dem Handy als kleiner Erwachsener geben. Als beide auf die impulsive Phoenix treffen, hat diese beide eigentlich schon in der Tasche. Schließlich war sie selbst ein Problemkind und weiß genau, wie der Hase läuft.

Denver Bailey, der Freund von Griffin, ist natürlich nicht begeistert von diesem Arrangement. Er sieht bereits Probleme aufziehen und damit hat er nicht ganz Unrecht. Denn Griffin und Phoenix können die Anziehungskraft nicht leugnen und bereits Grandma Dori und Juno Bailey, die Kupplerin, haben Lunte gerochen.

Die Entwicklung von Phoenix, Griffin und auch Maverick haben mir gut gefallen. Maverick zeigt in der Idylle Alaska wieder kindlichen Charme und taut auf. Anfänglich frech und fast großkotzig, genießt er Phoenix Unterstützung und bekommt mit Grandma Dori eine „Leihoma“ dazu. Phoenix stellt ihren Wunsch Sängerin zu werden etwas zurück, als sie vom Ausstieg von Griffin erfährt. Sie ist eindeutig Team Maverick, als er sie braucht.
Griffin? Dem kribbelt es unter den Fingern: Phoenix zieht ihn an, obwohl er seinem Freund Denver versprochen hat, sich zu benehmen und als sie auch noch singt, geht die Leidenschaft für Musik und diese junge Frau mit ihm durch.

Ob eine Rückkehr ins Haifischbecken Los Angeles und damit eine Fernbeziehung für diese Drei in Betracht kommt und warum bei den anderen Baileyfrauen die Hormone aus dem Lot geraten sind, müsst ihr unbedingt lesen.

Am Ende erwartet uns noch ein tränenreicher Cliffhanger um Juno und die Aussicht auf weitere Baileys. Ich bin gespannt, ob der Verlag auch die angekündigte Bonusgeschichte „Operation Babies“ veröffentlich oder rein bei den Büchern der Baileymitglieder bleibt. Immerhin scheint der Clan und damit auch die Chance auf weitere Bücher zu wachsen. Ich liebe diese Reihe und vergebe volle Punktzahl.

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Veröffentlicht am 20.09.2021

Karmesinrot, aquamarinblau und weizengelb

Das Leben ist ein Fest
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Frida Kahlo….wer war diese Frau eigentlich, die uns so zahlreich von Bildern, Tassen und allerhand Dekoartikeln mit ihren Bändern und Blumen im Haar anblickt? Sicherlich sind mir durch den Kunstunterricht ...

Frida Kahlo….wer war diese Frau eigentlich, die uns so zahlreich von Bildern, Tassen und allerhand Dekoartikeln mit ihren Bändern und Blumen im Haar anblickt? Sicherlich sind mir durch den Kunstunterricht in der Schule ein paar Dinge über diese Künstlerin bekannt gewesen, aber als ich über dieses Hörbuch stolperte, dachte ich mir, dies ist die Gelegenheit mehr über diese Frau herauszufinden.

Die Hörbuchsprecherin Anne Ratte-Polle hat eine einprägsame Stimme, die den interessant rasanten Schreibstil der Autorin Claire Berest energiegeladen herüberbringt. Die Sätze sind manchmal kurz und knapp, schockieren und provozierend und könnten dem ungefilterten Gedanken von Frida Kahlo selbst entsprungen sein. Anfänglich war ich davon irritiert. Die derbe und fast laute Art war etwas gewöhnungsbedürftig.

Doch die hier dargestellte Frida ist ein durch körperliche Einschränkungen geprägter Mensch. Ihr ganzer Körper ist gezeichnet und zeigt ihr lediglich durch Schmerzen und Erkrankungen, dass sie noch am Leben ist. Das so ein Mensch nicht leise durch das Leben geht, ist nach vollziehbar. Frida ist auch nicht bereit, auf noch mehr zu verzichten und nimmt sich durch ihre provozierende Art, was sie will. Dazu gehört auch der bekannte Maler Diego Rivera. Obwohl dieser hässlich und für seine Weiberei, wie sie es selbst bezeichnet, bekannt ist, werden die beiden ein Ehepaar. Fortan ist die Beziehung toxisch. Keiner kann ohne den anderen sein ohne den anderen zu verletzen oder künstlerische Höchstleistungen zu erbringen.

Gemeinsam erfahren wir von den Reisen und den ebenfalls berühmten Wegbegleitern ihrer Zeit.
Die Kapitel des Buches sind durch die Bezeichnung der vollen Farbpalette gekennzeichnet. Es ist nicht einfach rot, blau oder gelb. Es handelt sich zum Beispiel um karmesinrot, aquamarinblau und weizengelb und stellt die Stimmung im jeweiligen Kapitel dar.

Die Bilder und Werke der beiden Künstler werden passend zur Handlung und zum biografischen Ablauf beschrieben. Dies konnte ich mir tatsächlich sehr gut vorstellen. Dennoch habe ich an diesen Stellen teilweise gegoogelt um das „Originalwerk“ zu sehen.

Frida Kahlo und ihr Werk, aber auch ihr Leiden und ihre Liebe Diego Rivera sind mir durch dieses Hörbuch eindrucksvoll nähergebracht worden. Ich vergebe 4 von 5 Punkten.

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Veröffentlicht am 19.09.2021

Ihr läuft die Zeit davon

Die Karte
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Sport ist Mord! Ich sag es ja immer wieder. Andreas Winkelmann spricht mir mit diesem Buch aus der Seele….mit seinem mitreißenden Schreibstil wird hier nun der Fitness-Tracker zum Werkzeug des Serienmörders. ...

Sport ist Mord! Ich sag es ja immer wieder. Andreas Winkelmann spricht mir mit diesem Buch aus der Seele….mit seinem mitreißenden Schreibstil wird hier nun der Fitness-Tracker zum Werkzeug des Serienmörders. Mit Hilfe dieses digitalen Mediums, weiß der Täter, wo er den jungen Frauen auflauern kann und zeichnet etwas Besonders auf die Karte von Hamburg ins Netz.

Jens Kerner und sein Team stehen vor einer neuen Herausforderung.

An dieser Stelle möchte ich eindrücklich darauf hinweisen, dass die Reihenfolge unbedingt einzuhalten ist. Denn nicht nur die Beziehung zwischen Jens und Rebecca geht auf die nächste Ebene, auch gibt es notgedrungen personelle Veränderungen und ein geändertes Verhalten der Vorgesetzen. Eine Entwicklung, die mir teilweise gut gefallen, aber auch geschockt zurückgelassen hat. (Mehr verrate ich diesbezüglich nicht.)

Bereits im Vorband kam der digitale Forensiker Tony Hillmann dazu, der hier natürlich in seinem Element ist. Er kann zeigen, was er kann und findet sich gut ein. Auch der Polizist Walter Knüfken kommt als Verstärkung dazu. Er kitzelt den Ehrgeiz von Jens, ist aber ein guter Polizist. (Ob er bleibt, ist fraglich, aber ich vermute es.)

Zwischen Jens und Rebecca knistert es nun gewaltig, die Dialoge der beiden werden neckischer und die beiden sind inzwischen auf mehr als einer Ebene ein Dreamteam. Auch die Chefin Frau Baumgärtner hat die Besonderheiten ihres Teams erkannt und grätscht nur noch in extremen Situationen dazwischen, wenn es von ihr als Chefin quasi erwartet wird.

„Die Karte“ ist tatsächlich mein erstes Buch, in dem Corona am Rande erwähnt wird. Die Pandemie findet Erwähnung, um die besondere Belastung der Polizei und die aggressive Stimmung mancher Gruppen gegenüber polizeilichen Anordnungen darzustellen. Ich fand dies gelungen, es hätte aber auch nicht mehr sein dürfen.

Wie von Andreas Winkelmann gewohnt, ergeben sich viele Fährten, die nicht nur auf der Karte in verschiedene Richtungen führen. Durch Rückblicke und Einschübe ist der Leser einen Tick mehr im Bilde als die Ermittler, kann aber nur den Täter, den Hass und das Motiv erahnen. Ich vergebe volle Punktzahl für diesen spannenden Thriller.

Obwohl ich ja das Ende nun kenne, freue ich mich dennoch auf die Lesung mit dem Autor in Hannover. Die Apostelkirche ist hierfür die richtige Kulisse…..

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