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Veröffentlicht am 19.09.2021

Fahrten in den Tod

Der Fahrer
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Kerner und Oswald ermitteln wieder. Dieses Buch liegt schon eine Weile bei mir, aber kurz nach Erscheinen, wurde so viel darüber gepostet, dass ich Angst hatte, mir den Lesegenuss durch versehentlich Aufgeschnapptes ...

Kerner und Oswald ermitteln wieder. Dieses Buch liegt schon eine Weile bei mir, aber kurz nach Erscheinen, wurde so viel darüber gepostet, dass ich Angst hatte, mir den Lesegenuss durch versehentlich Aufgeschnapptes kaputt gemacht zu haben. Da Andreas Winkelmann so spannend schreibt, wollte ich erst gedanklich „Gras über die Sache wachsen lassen“. Da nun ja auch schon Band 4 erschienen ist, habe ich beide Teile nun in einem Rutsch gelesen.

Jens Kerner flieht von seiner Überraschungsgeburtstagsfeier und gerät mitten hinein in einen neuen Fall: In Hamburg verschwinden Frauen, die nachts den Fahrdienst MyDriver genutzt haben. Der Täter? Er nutzt Social Media und spielt mit der Polizei ein Katz und Maus Spiel. Er will ein Exempel statuieren, in dem er die Leichen spektakulär platziert und scheint selbst traumatisiert zu sein.

Häppchenweise füttert der Autor seinen Thrillerleser an. Warnung: Man kann leider ab einem gewissen Punkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Welt und auch Hamburg sind klein. Es gibt unzählige Verknüpfungen und Dreh- und Angelpunkte und man fiebert Seite um Seite mit.

Mittendrin Jens Kerner mit seiner geliebten Red Lady. Ein amerikanischer Spritschlucker, der ausgerechnet jetzt seinen Geist aufgibt. Doch Jens lässt sich nicht aus der Ruhe bringen – zu mindestens anfänglich – denn aufgrund der rasanten Entwicklungen steht er kurz vor dem Explodieren. Einzig und allein seine Kollegin Rebecca Oswald kann ihn erden und wäre gern mehr für ihn. Doch bleibt dafür Zeit?

An dieser Stelle möchte ich empfehlen, die Reihenfolge der Bücher einzuhalten, denn Jens und Rebeccas Beziehung entwickelt sich immer weiter. Auch in dem Ermittlerteam ist eine personelle Dynamik drin und ihr wollt ja bestimmt nichts verpassen wie….ich vergebe volle Punktzahl und muss nun immer wenn ich den Fahrdienst Moia in Hannover sehe an dieses Buch denken….na Bravo!

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Veröffentlicht am 16.09.2021

Parallelen zu bekannten betagten Ermittlern sind natürlich nur rein zufällig

Miss Merkel: Mord in der Uckermark
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Angela Merkel und die TV Berichte bringen Euch derzeit eher zum Weinen und Fluchen als zum Lachen? Es geht auch anders: David Safier zeichnet mit diesem (natürlich fiktiven) Roman ein ganz anderes Bild ...

Angela Merkel und die TV Berichte bringen Euch derzeit eher zum Weinen und Fluchen als zum Lachen? Es geht auch anders: David Safier zeichnet mit diesem (natürlich fiktiven) Roman ein ganz anderes Bild unserer Kanzlerin.
Wir schreiben das Jahr 2022, ganz Deutschland…ach halt…das ging anders….naja jedenfalls ist Angela inzwischen in Rente und mit ihrem Mann Joachim, dem Personenschützer Mike und einem Mops namens Putin (!) in die Uckermark gezogen. Hier ist alles so schön und friedlich und Angela kann endlich backen und muss sich um nichts kümmern.

Doch auch in der Uckermark gibt es Probleme und als eines Abends Freiherr Phillip von Baugenwitz in seinem verschlossenen Burgverlies vergiftet aufgefunden wird, erwacht Angelas Gerechtigkeitssinn und macht sich zum Leidwesen von Mike auf, den Täter zu ermitteln.

Parallelen zu bekannten betagten Ermittlern sind natürlich nur rein zufällig, aber wer Miss Marple, Columbo oder Sherlock Holmes und Watson mag, wird hier genau richtig sein. Zum Leidwesen von Joachim, Spitzname Puffel, hat er aber hier lediglich die unterstützende Funktion. Die beiden sind jedoch ein niedliches Duo und angesichts der Tatsache, dass der „echte Kanzlergatte“ Joachim ja mit der Kanzlerin in Amt und Würden durch Hoch und Tief gegangen ist, sehr glaubwürdig dargestellt.

Die Verdächtigen sind ein Blumenstrauß der Gesellschaft und es ist spannend, Angela bei ihren Ermittlungen zu begleiten.

Die Charaktere des Buches sind vielfältig und mir war Angela tatsächlich durch die menschlichen Wünsche und die lustigen Dialoge von Anfang an sympathisch. Ihre Gedanken und auch ihre Äußerungen beinhalten durch geschicktes Vorgehen des Autors unterschwellige Kritik an politischen Situationen, Themen und Oberhäuptern anderer Länder.

Ihre Anekdoten mit den „Ministern“ oder anderen bekannten Persönlichkeiten lassen einen laut auflachen und manchmal habe ich mich gefragt, ob es im Kabinett nicht manchmal wirklich wie im Kindergarten zugeht.

Das Finale hat mich ein bisschen an Cluedo erinnert: alle kommen zusammen und der Ermittler bzw. die Ermittlerin berichtet ganz beiläufig von seinen/ihren Erkenntnissen. Warum es dann doch noch gefährlich wird und wer der eigentliche Held der Geschichte ist, müsst ihr unbedingt lesen! Ich gebe ausgesprochen gerne volle Punktzahl und hoffe, dass David Safier sich zu einer Fortsetzung überreden lässt und dafür noch ausreichend Ideen hat!

Außerhalb der Wertung möchte ich aber zusätzlich das gelungene Cover von Oliver Kurth lobend hervorheben.

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Veröffentlicht am 14.09.2021

Unter jedem Dach ein Ach

Der Wind singt unser Lied
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Nun ist Tonis Geschichte dran: Die Weltenbummlerin aus „Über dem Meer tanzt das Licht“ kehrt nach einem Anruf ihres Vaters Heim nach St. Peter-Ording. Dort wird mehr als eine helfende Hand benötigt, denn ...

Nun ist Tonis Geschichte dran: Die Weltenbummlerin aus „Über dem Meer tanzt das Licht“ kehrt nach einem Anruf ihres Vaters Heim nach St. Peter-Ording. Dort wird mehr als eine helfende Hand benötigt, denn auf dem Ferienhof geht es drunter und drüber. Ihre Mutter wird auch immer merkwürdiger und wohnt nicht mehr daheim. Was ist hier bloß los?

Das Toni für ihre Flucht zu den schönsten Flecken dieser Erde ihre Gründe hat, ahnte man schon anhand der kurzen Hinweise in dem Vorgängerbuch. Wer dieses Buch nicht kennt, kann jedoch unbesorgt zu greifen. Denn die Bücher sind unabhängig voneinander.

Was hat es mit Tonis Tattoo „Broken“ auf sich? Nach und nach erfahren wir von ihrem psychischen Ballast und erkennen mit ihr zusammen, wo sie zu Hause ist und welche Richtung ihr Leben zukünftig bekommen sollte.
Ein wichtiger Bestandteil ist hier ihre Familie: Ihr Vater, ihre Mutter und ihre Schwester Caro mit ihrem Mann Christian und dem Sohn Mads. Nicht zu vergessen, ein kleiner Hund, der mal ganz groß werden will. Und was darf natürlich auch nicht fehlen? Die Liebe! Den Christians Bruder Florian hilft bereits mit auf dem Hof, hat jedoch selbst eine eigene Geschichte zu verarbeiten.

Aber hat nicht jeder sein Päckchen zu tragen? Unter jedem Dach ein Ach. Wichtig ist dabei, der familiäre Zusammenhalt und die Ehrlichkeit und so fügt sich nach und nach ein Puzzleteil nach dem anderen an die richtige Stelle.

Gern hätte ich mit Toni zusammen auf dem Deich gestanden und die Meerluft eingeatmet.
Ein schönes Buch, das von mir allerdings einen kleinen Abzug bekommt, denn die Beweggründe der Mutter werden mir hier zum Ende hin zu positiv und zu optimistisch dargestellt. Das mag vielleicht in so ein Buch passen, aber aus eigener Erfahrung muss ich leider sagen, dass es so nicht weitergehen wird/kann. Vielleicht überschatten da meine eigenen Erlebnisse die Handlung: 4,5 von 5 Punkten.

Übrigens findet sich diesmal als besondere Zugabe am Ende des Buches neben einem Rezept auch eine Strickanleitung.

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Veröffentlicht am 14.09.2021

War das schon alles für Maria?

Über dem Meer tanzt das Licht
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Maria war bereits auf der ganzen Welt zu Hause. Obwohl sie selbst bereits junge Mutter ist, fand sie nie die Ruhe, um sesshaft werden. Doch inzwischen ist sie zu Ihrer kleinen Tochter Morlen und ihrer ...

Maria war bereits auf der ganzen Welt zu Hause. Obwohl sie selbst bereits junge Mutter ist, fand sie nie die Ruhe, um sesshaft werden. Doch inzwischen ist sie zu Ihrer kleinen Tochter Morlen und ihrer Mutter nach Norderney gezogen, als diese schwer krank wurde.

Mittlerweile ist sie Besitzerin eines kleinen Strandcafés mit dem schönen Namen Strandmuschel und hat mit ihrem neuen Freund, dem Surflehrer Simon, noch eine Tochter namens Hannah bekommen. Doch war das schon alles? Zweifel kommen in Maria auf, als Simon sich und seiner Tochter Hannah eine Auszeit verordnet und sich an die Atlantikküste zum Surfen absetzt. Steckt in ihr noch die abenteuerlustige Frau von einst?

Der Schreibstil von Meike Werkmeister hat mir bereits in ihrem ersten Buch „Sterne sieht man nur im Dunkeln“ sehr gut gefallen. Die Beschreibungen der Umgebung und die sympathischen Protagonisten werden durch die großartigen Texte von Julia Kautz und tollen Rezepten (z.B. Dünenrosenzucker) im Anhang garniert. Die Bücher sind grundsätzlich eigenständige Bücher. Allerdings haben nun tatsächlich einige Protagonisten ihr eigenes Buch bekommen und tauchen in den anderen Büchern am Rande wieder auf. (Dies erfuhr ich durch ein tolles Instagraminterview, das Karla Paul mit Meike Werkmeister zum Erscheinen von „Der Wind singt unser Lied“ geführt hat. Daher habe ich dieses Buch, das ohne hin bei mir noch lag, vorgezogen.)

Maria ist nämlich bereits im Buch „Sterne sieht man nur im Dunkeln“ aufgetaucht und bekommt Besuch von Toni, um die es im Buch „Der Wind singt unser Lied“ gehen wird. Alles klar? Gut. Toni mischt nämlich Marias Selbstzweifel ein bisschen auf. Sie ist immer noch die Abenteurerin von einst und hält Maria den Spiegel vor. Ist eine Familie und eine Selbständigkeit noch vereinbar mit der Freiheit von einst? Hat die Verantwortung die Spontanität erdrückt? Was macht glücklicher? Wieviel Freiheit sollte man dem Partner geben?

Schwere Fragen, denen sich Maria stellen muss, während sie gleichzeitig mit dem Tod der Mutter fertig werden muss. Beim Ausräumen des alten Hauses ihrer Mutter findet sie Tagebücher, aus denen sich Hinweise über ihren bis dato unbekannten Vater geben könnten…..und während Simon sich rarmacht, muss Maria noch mit Morlens Vater, dem smarten Georg und einer kleinen Finanzkrise der Strandmuschel fertig werden. Verwicklungen, die zeigen, dass es auf einer Nordseeinsel wie Norderney durchaus stürmisch zu gehen kann.

Die Schilderungen über die Insel haben mich unglaublich in Urlaubsstimmung versetzt, da ich bereits seit Jahrzehnten auf diese Insel fahre und diese Insel sehr liebe.

Ich vergebe volle Punktzahl und kann Euch an dieser Stelle bereits das Buch von Toni ans Herz legen, denn ihr wollt natürlich sofort wissen, warum Toni so ist, wie sie ist. Geheimnisvoll genug? Lest!

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Veröffentlicht am 06.09.2021

Ein überraschendes Wiedersehen

Wildblütenzauber
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Endlich ist es da: das Buch „Wildblütenzauber“. Das Cover hierzu ist schon seit einer ganzen Weile online zu finden, jedoch wurde das Veröffentlichungsdatum immer wieder verschoben und darum geht es:

Sarah ...

Endlich ist es da: das Buch „Wildblütenzauber“. Das Cover hierzu ist schon seit einer ganzen Weile online zu finden, jedoch wurde das Veröffentlichungsdatum immer wieder verschoben und darum geht es:

Sarah hat gerade unerwartet ihre Mutter verloren. Sie findet bei ihrer besten Freundin Doreen in einem kleinen Ort in der Vorpommerschen Boddenlandschaft Unterschlupf und Trost.

Vorpommersche Boddenlandschaft? Genau. „Das Brombeerzimmer“ von Anne Töpfer alias Andrea Russo/Anne Barns spielt auch in diesem kleinen Örtchen und ein paar bekannte Protagonisten kommen auch darin vor. Wer allerdings „Das Brombeerzimmer“ noch nicht kennt, kann dennoch unbesorgt zugreifen. Die Handlung baut nicht aufeinander auf. (Allerdings könnte es passieren, dass ihr das Buch auch lesen wollt.)

Landschaftlich und zwischenmenschlich findet Sarah alles, was sie nach dem Tod der Mutter braucht. Sie fühlt sich verloren und als sie im Nachlass ein Herbarium findet, dass einer ihr bis dato unbekannten Großtante namens Rosa gehörte, überschlagen sich die Ereignisse. Es geht auf zur Spurensuche nach Nürnberg und ändert alles.

Über den großartigen Schreibstil von Anne Töpfer alias Andrea Russo/Anne Barns braucht man eigentlich nicht mehr viel Schreiben. Man ist stets auf der ersten Seite drin im Geschehen, hat aufgrund kulinarischer Schilderungen stets Hunger und fiebert mit der Protagonistin mit. Ein Geheimnis, dass ich ein großer Fan der ersten Inselromane und der nachfolgenden Bücher bin, ist es inzwischen auch nicht mehr.

Sarahs Situation und der bunte Haufen, der sich in dem kleinen Ort in der Vorpommerschen Boddenlandschaft zusammenfindet, haben mich sehr gefesselt und auch amüsiert. Vom grummeligen Nachbarn, einem aufmüpfigen schwarzen Kater, einem Welpen, einer neuen Freundin und einer oder zwei möglichen neuen Lieben mit und ohne Kind ist alles mit dabei. So vergehen auch die Seiten bis zur eigentlichen für Sarah existentiellen Spurensuche wie im Fluge. Die Fahrt nach Nürnberg und die Ereignisse dort vor Ort mit der anschließenden Lösung waren mir dann im letzten Viertel doch ein bisschen zu kurz geraten. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht. Denn die hier angesprochene Thematik – die ich nicht spoilern werde – hätte durchaus ein paar Seiten mehr verdient.

Ich vergebe daher 4,5 von 5 Punkten, würde das Buch aber dennoch bedenkenlos jedem ans Herz legen. Übrigens bleibt es nicht nur bei den kulinarischen Schilderungen, dass ein oder andere Rezept findet sich im Anhang.

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