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Veröffentlicht am 03.12.2025

Ein Finale voller Geheimnisse

Academy of Lies (Band 2) - Autopsie einer Intrige
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Inhalt: Als Medizinstudentin Quinn mit einem völligen Filmriss erwacht, spürt sie instinktiv, dass sie etwas Entscheidendes vergessen hat. Und sie ist sicher: Es hat mit dem geheimen Zirkel zu tun, dessen ...

Inhalt: Als Medizinstudentin Quinn mit einem völligen Filmriss erwacht, spürt sie instinktiv, dass sie etwas Entscheidendes vergessen hat. Und sie ist sicher: Es hat mit dem geheimen Zirkel zu tun, dessen Machenschaften und mysteriöses Medikament sie zuletzt aufgedeckt hat. Ausgerechnet jetzt will der Geheimbund sie in seine Reihen aufnehmen. Trotz aller Zweifel stimmt Quinn den Aufnahmeprüfungen zu – denn sie braucht Antworten. Und so beginnt für sie ein gefährliches Spiel, in dem jede Entscheidung über Leben, Loyalität und Wahrheit entscheidet.

Meinung: Auch der zweite und abschließende Band der Reihe überzeugt erneut auf ganzer Linie. Die Geschichte setzt unmittelbar am Ende des ersten Bandes an und nimmt die Leser*innen sofort wieder mit hinein in Quinns Suche nach Beweisen, um den von ihrem Großvater gegründeten Zirkel endlich zu stoppen. Dabei stößt sie auf gleich mehrere Geheimnisse, von denen eines schockierender ist als das andere.
Mit der Entscheidung, an den Prüfungen des Geheimbunds teilzunehmen, bringt Quinn nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen, die ihr inzwischen wichtig geworden sind, in große Gefahr. Dabei zeigt sie sich in diesem Band offener als zuvor: Zwar bleibt sie ihrem zynischen, manchmal abweisenden Wesen treu, doch Leonas’ Vertrauen und Unterstützung lassen nach und nach ihre Mauern bröckeln. Auch Mitbewohnerin Mira und Kommilitone Ben sind ihr längst ans Herz gewachsen.
Unermüdlich verfolgt Quinn ihr Ziel, die Wahrheit über den Zirkel und sein geheimnisvolles Heilmittel aufzudecken – und, wenn möglich, an die Öffentlichkeit zu bringen. Die Handlung ist spannend, voller Wendungen und hält die Spannung bis zum Schluss. Wer den ersten Band mochte, sollte sich diesen finalen Teil auf keinen Fall entgehen lassen.

Fazit: Ein packender und rundum gelungener Abschluss der Reihe.

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Veröffentlicht am 19.11.2025

Werde selbst zum Ermittler

Finde den Mörder
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Inhalt: Als in einem luxuriösen Wellnesshotel ein mysteriöser Mord geschieht, ist der Leser selbst als Ermittler gefragt. In der Rolle des leitenden Detective Chief Inspector gilt es, Hinweisen nachzugehen, ...

Inhalt: Als in einem luxuriösen Wellnesshotel ein mysteriöser Mord geschieht, ist der Leser selbst als Ermittler gefragt. In der Rolle des leitenden Detective Chief Inspector gilt es, Hinweisen nachzugehen, Zeugen zu befragen und Spuren zu verfolgen. Jeder könnte der Täter sein – und genau das macht dieses interaktive Krimibuch so spannend und fesselnd.

Meine Meinung: Dies ist das erste interaktive Buch, das ich gelesen habe – und es konnte mich auf ganzer Linie überzeugen.
Man hat wirklich das Gefühl, mitten in der Geschichte zu stecken und aktiv am Geschehen teilzunehmen. Zwar steuert man nicht die Dialoge selbst, doch man entscheidet, welche Spuren verfolgt werden und welchen Hinweisen man nachgeht. Besonders gelungen finde ich den eingebauten Zeitdruck: Man kann nicht alle potenziellen Zeugen am selben Tag vernehmen und muss Prioritäten setzen. Auch ein spannender Code, der entschlüsselt werden will, sorgt für zusätzliche Herausforderung.
Unterstützt wird man von interessanten Figuren: der neuen Kollegin Sergeant McAdam, die mit ihrer resoluten Art gleich aneckt – insbesondere bei der Gerichtsmedizinerin –, und dem ehrgeizigen Constable Fwale, der nicht nur mit großem Eifer ermittelt, sondern auch mit einer Verdächtigen zu flirten beginnt.
Die Charaktere sind lebendig gezeichnet, die Rätsel clever aufgebaut und der Mordfall angenehm mysteriös.
Wer schon immer einmal selbst in die Rolle eines Ermittlers schlüpfen wollte, findet hier die perfekte Gelegenheit dazu. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt und kann dieses interaktive Krimierlebnis uneingeschränkt empfehlen.

Fazit: Ein fesselndes, klug gemachtes interaktives Krimibuch – absolut empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 18.11.2025

Violette Augen und dunkle Geheimnisse

The Spirit Bares Its Teeth
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Inhalt: London, 1883: In der Welt des 16-jährigen Silas Bell herrschen die Männer der Royal Speaker Society mit harter Hand. Violettäugige Frauen gelten einzig als Gebärende zukünftiger Speaker – jener ...

Inhalt: London, 1883: In der Welt des 16-jährigen Silas Bell herrschen die Männer der Royal Speaker Society mit harter Hand. Violettäugige Frauen gelten einzig als Gebärende zukünftiger Speaker – jener Auserwählten, die mit Geistern kommunizieren können. Doch Silas ist trans, und niemand will den Jungen sehen, der in einer künftigen Speaker-Ehefrau gefangen ist.
Als sein Versuch scheitert, einer arrangierten Ehe zu entkommen, erhält er die Diagnose Schleierkrankheit – eine angebliche Störung, die violettäugige Frauen in den Wahnsinn treiben soll. Daraufhin wird Silas in das Braxton-Sanatorium eingewiesen, wo strenge Regeln und fragwürdige Behandlungen den Alltag bestimmen.
Schon bald bitten ihn die Geister verschwundener Schülerinnen um Hilfe. Silas beginnt zu ermitteln – und ahnt nicht, dass seine Nachforschungen ihn selbst in tödliche Gefahr bringen könnten.

Meinung: „The Spirit Bares Its Teeth: Der Tod besiegt alles“ von Andrew Joseph White ist ein atmosphärisch dichtes, unheimliches und oft erschreckendes Werk, das von der ersten Seite an fesselt. Im Mittelpunkt steht der 16-jährige Silas Bell, der davon träumt, Chirurg zu werden und über einen scharfen, analytischen Verstand verfügt. Doch gefangen im Körper eines Mädchens scheint ihm jeder Weg zu seinen Träumen verschlossen. Die Erwartungen seiner Eltern und die gesellschaftlichen Zwänge lasten schwer auf ihm – und selbst sein geliebter Bruder George, zu dem er immer aufgeblickt hat, scheint ihn nach seiner Heirat im Stich zu lassen.
Silas ist ein zutiefst ängstlicher, zugleich aber vorsichtiger und kluger Junge, der sein umfangreiches medizinisches Wissen stets nutzt, um rational zu handeln und anderen freundlich zu begegnen.
Im Braxton-Sanatorium trifft er auf den brutalen Direktor Captain Erneste Forrester und dessen fügsame Ehefrau, die zugleich als Lehrerin auftritt. Dort begegnet Silas einer Vielzahl unterschiedlicher Mädchen, die – alle mit violetten Augen – zu gehorsamen zukünftigen Ehefrauen geformt werden sollen. Die ruhige Isabelle, mit der er schnell Freundschaft schließt, oder die zickige Mary, die ihm das Leben schwer macht, verleihen der Geschichte zusätzliche Dynamik.
Besonders hervorstechend ist jedoch Daphne: klug, warmherzig, mitfühlend – und der einzige Mensch, bei dem Silas vollkommen er selbst sein kann. Die Beziehung zwischen den beiden ist berührend und gehört für mich zu den schönsten Aspekten des Buches.
Die Handlung ist spannend, emotionale Härten und unheimliche Momente sind zahlreich. Einige Szenen sind brutal oder blutig, was die Grausamkeit des Systems und den Horror der Situation beklemmend greifbar macht. Umso erleichterter war ich, dass die moralischen Vorstellungen der Speaker in unserer heutigen Kultur keine Entsprechung mehr haben.
Insgesamt hat mich das Buch hervorragend unterhalten. Es ist düster, packend und durchzogen von wichtigen Themen wie Identität, Unterdrückung und Selbstbestimmung.

Fazit: Dieses Buch ist ein beklemmender, zugleich bewegender Horrorroman, der historische Atmosphäre mit queerer Thematik und gesellschaftlicher Kritik verbindet. Ein intensives Leseerlebnis für Fans düsterer Geschichten – jedoch nichts für Zartbesaitete.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Ein wahres Highlight

To Cage a Wild Bird
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Inhalt: In Dividium herrscht strenge Disziplin, und jeder Gesetzesverstoß – ob gering oder schwer – führt unweigerlich in die gefürchtete Haftanstalt Endlock. Wer einmal dort landet, kehrt niemals zurück. ...

Inhalt: In Dividium herrscht strenge Disziplin, und jeder Gesetzesverstoß – ob gering oder schwer – führt unweigerlich in die gefürchtete Haftanstalt Endlock. Wer einmal dort landet, kehrt niemals zurück. Denn die privilegierten Bürger haben das Recht, Jagd auf die Gefangenen zu machen.
Als ausgerechnet Ravens Bruder verhaftet wird, fasst die toughe Kopfgeldjägerin einen verzweifelten Plan: Sie lässt sich nach Endlock einschleusen, um ihn zu retten. Doch zwischen den Anfeindungen der Insassen, brutalen Wärtern und tödlichen Jagden geraten nicht nur Ravens Leben, sondern auch ihr Herz in Gefahr.
Meinung: Dieses Buch ist für mich ein echtes Highlight, bei dem einfach alles zusammenpasst. Die Welt ist dystopisch, gefährlich und in drei Sektoren unterteilt. Im unteren Sektor herrschen Armut und Hunger. Hier lebt auch die 23-jährige Raven, die zur Kopfgeldjägerin wurde, um ihren kleinen Bruder zu schützen und zu versorgen. Raven ist tough, verschlossen, sarkastisch und bringt sich mit ihrer großen Klappe immer wieder in Schwierigkeiten. Außer ihrem Bruder Jed, den sie über alles liebt, lässt sie niemanden an sich heran. In Endlock findet sie jedoch zum ersten Mal richtige Freunde – und beginnt sogar, starke Gefühle für jemanden zu entwickeln.
Jed ist 18 Jahre alt und damit strafmündig. Er ist gutmütig, großherzig und ein wahrer Sonnenschein.
Vale, ein respektierter Wachmann in Endlock, ist mysteriös und attraktiv. Seine Art, mit anderen – vor allem aber mit Raven – umzugehen, hat mir sehr gefallen. Ebenso seine Geheimnisse, die nach und nach aufgedeckt werden, und die stetig wachsende Anziehung zwischen ihm und Raven.
August ist aufgrund seines hohen Rangs im Gefängnis ein begehrtes Ziel, denn er hat schon mehrere Jagden unbeschadet überstanden. Seine ruhige Art und sein beschützendes Verhalten haben mich beeindruckt – besonders gegenüber dem jungen Momo, einem Kind, das nach drei Vergehen ebenfalls eingeliefert wurde.
Mein absoluter Lieblingscharakter war jedoch Perri. Sie wirkt zunächst abweisend und misstrauisch, doch ihre lockere Art und ihr unverwechselbares Styling haben mich schnell in ihren Bann gezogen.
Die Geschichte ist spannend und abwechslungsreich. Es lauern ständig Gefahren, und besonders in Endlock herrscht ein geradezu lebensverachtendes Klima. Wer Dystopien liebt, sollte sich dieses Buch auf keinen Fall entgehen lassen. Es erinnert ein wenig an eine Mischung aus Prison Healer und Death Race.

Fazit: Ein großartiges Buch, das mich auf ganzer Linie überzeugen konnte.

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Veröffentlicht am 14.11.2025

Gelungene Dystopie

Evermind. Sie kennt dich
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Inhalt: Livia lebt in einer Welt, in der die allgegenwärtige KI MAM jede Entscheidung trifft und das Leben der Menschen bis ins kleinste Detail überwacht. Für die 16-Jährige ist es selbstverständlich, ...

Inhalt: Livia lebt in einer Welt, in der die allgegenwärtige KI MAM jede Entscheidung trifft und das Leben der Menschen bis ins kleinste Detail überwacht. Für die 16-Jährige ist es selbstverständlich, MAMs Vorgaben zu folgen und permanent mit ihr verbunden zu sein. Doch als die KI bestimmt, dass Livia die ideale Krankenschwester sei, regt sich zum ersten Mal Zweifel in ihr. Und als ihre beste Freundin Anouk sie plötzlich nicht mehr erkennt, beginnt Livia, das zu hinterfragen, was sie bisher nie infrage gestellt hat: MAM selbst. Doch MAM sieht alles.

Meinung: „Evermind – Sie kennt dich“ ist eine packende Dystopie mit einer sympathischen Protagonistin, die im Verlauf der Geschichte spürbar an Stärke und Selbstbewusstsein gewinnt. Zu Beginn ist Livia schüchtern, zurückhaltend und vertraut MAM bedingungslos. Die KI, die die Menschheit vor 200 Jahren vor dem Aussterben bewahrte, hat sie nie angezweifelt – bis die ersten Risse im perfekten System sichtbar werden.
Mit jedem neuen Zweifel entwickelt sich Livia weiter. Sie wagt es, nachzuforschen, Fragen zu stellen und für sich selbst einzustehen. Dabei kommt sie auch dem geheimnisvollen Cassian näher, der ihr anfangs kühl und distanziert erscheint, und findet Menschen, die zu echten Freunden werden.
Die Geschichte ist spannend, abwechslungsreich und atmosphärisch dicht. Die Welt ist glaubhaft konstruiert – von den streng getrennten Leveln, die die Lebensqualität bestimmen, bis hin zu den realitätsnahen Sims, in denen die Menschen ihre Freizeit verbringen. Besonders beeindruckend ist die Darstellung von MAM, einer KI, die jeden Moment präsent ist, Vitalwerte errechnet, Nahrung zuteilt und das gesamte Leben steuert.
Die Hintergrundgeschichte, wonach die Menschheit nur knapp dem Untergang entkam und unter der Erde eine neue Heimat aufbaute, fügt sich stimmig in die dystopische Atmosphäre ein.
Ich fühlte mich durchweg gut unterhalten und empfehle das Buch allen, die gern in dystopische Welten abtauchen.

Fazit: Eine gelungene, spannende Dystopie mit einer überzeugenden Heldin und einer beunruhigend glaubwürdigen KI-Welt.

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