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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2025

Verwirrende Handlung mit vielen Personen und Perspektiven - trotz toller Idee nicht ganz rund

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Fünf Jahre ist es her, seit Maria auf einem Festival spurlos verschwand. Gemeinsam mit vier Freunden wollte sie dort eine unbeschwerte Zeit verbringen - und kehrte nie wieder nach Hause zurück. Heute sind ...

Fünf Jahre ist es her, seit Maria auf einem Festival spurlos verschwand. Gemeinsam mit vier Freunden wollte sie dort eine unbeschwerte Zeit verbringen - und kehrte nie wieder nach Hause zurück. Heute sind die vier Freunde zerstritten, nur Jonathan und Lotta sind verheiratet und führen ein erfolgreiches Restaurant der gehobenen Klasse abgelegen mitten in der Natur. Dorthin lädt Lotta zum fünften Jahrestag die Freunde zu einem Krimi-Dinner ein. Die anderen folgen der Einladung eher widerwillig und es dauert nicht lange, bis nach und nach durchscheint, was damals wirklich passiert ist...

Ich hatte zuvor noch nichts von Emily Rudolf gelesen und war umso gespannter auf diesen Krimi. Das Cover finde ich sehr gut gestaltet und auch der Klappentext konnte mich sofort abholen. Die Idee eines Krimi-Dinners als Ausgangslage fand ich sehr spannend und voller Potenzial. Leider konnte mich die Geschichte dann nicht komplett überzeugen.
Im Umschlag des Buches sind die Personen mit Beschreibungen aufgeführt, was mir beim Lesen viel weitergeholfen hat. Zudem bekommt jeder, wie bei Krimi-Dinnern üblich, einen Namen und eine Rolle zugewiesen. Es gibt dann nicht mehr nur fünf Namen, sondern gleich noch vier Rollen, die man erstmal zuordnen muss. Das ist auch leider ein großer Kritikpunkt für mich, die Personen und Rollen sind schwer zuzuordnen und man kommt schnell durcheinander, wer denn nun wer ist.
Zudem wird kapitelweise abwechselnd aus einer anderen Perspektive erzählt. Dieser Schreibstil gefällt mir normalerweise immer sehr gut, hier jedoch hat es zu noch mehr Verwirrung geführt. Hinzu kommen noch die zwei Zeitebenen, die beleuchtet werden und irgendwann auch miteinander verschwimmen. Nachdem ich die Personen halbwegs zuordnen konnte, war ich von den Zeitebenen und Perspektivwechseln verwirrt.

Gut gefallen haben mir die vielen verschiedenen Fährten, die gelegt wurden und immer wenn ich dachte, ich habe die Handlung durchschaut und bin der Lösung nahe, lag ich wieder komplett falsch. Bis zur letzten Seite hält die Autorin die Spannung hoch und versteht es, den Leser in die Irre zu führen.

"Das Dinner" ist für mich leider hinter meinen Erwartungen zurück geblieben und mit weniger Personen, Rollen und Perspektivwechseln hätte das Buch mehr Sterne bekommen, denn die Ausgangslage und Idee sind nach wie vor toll gewählt.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Zu vorhersehbare und langatmige Handlung

The Catch – Sie sagt, er sei perfekt. Doch ich weiß, dass er lügt ...
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Als Ed den neuen Partner seiner Tochter Abbie kennenlernt, weiß er sofort: mit Ryan stimmt etwas nicht. Er scheint etwas zu verbergen, eine dunkle Seite zu haben. Außer ihm hat jedoch niemand diese Ahnung. ...

Als Ed den neuen Partner seiner Tochter Abbie kennenlernt, weiß er sofort: mit Ryan stimmt etwas nicht. Er scheint etwas zu verbergen, eine dunkle Seite zu haben. Außer ihm hat jedoch niemand diese Ahnung. Alle sind begeistert von Ryan und als Abbie und er dann auch noch eröffnen, so bald wie möglich heiraten zu wollen, freuen sich alle - nur Ed nicht. Er liebt Abbie über alles und so beginnt er, Nachforschungen über Ryan anzustellen. Er ahnt nicht, dass er sowohl sich als auch Abbie damit in große Gefahr bringt...

Ich hatte von T.M. Logan zuvor noch nichts gelesen und war umso gespannter auf diesen Thriller. Der Klappentext klingt vielversprechend, aber ich hätte mir mehr von der Geschichte erhofft.
Der Großteil der Geschichte wird aus Eds Sicht beschrieben. Das hat mir gut gefallen, weil man so vor allem bei seinen eigenmächtigen Ermittlungen live dabei ist. Auch wenn es vorrangig um Ed und Ryan geht, hat mir die Sicht von Ryan gefehlt, erst gegen Ende löst er Eds Perspektive ab.
Ebenso ein Großteil dreht sich um das Beschatten, Verfolgen und Ermitteln Eds, was an manchen Stellen einfach zu langatmig war. Gegen Ende gab es dann noch einen Plottwist, der zwar an der Stelle überraschend kam, den man aber schon zuvor hat kommen sehen. Generell hat mir leider die Spannung gefehlt, man fiebert die ganze Zeit auf die Hochzeit hin, aber die verstreicht relativ sang- und klanglos. Die Geschichte plätschert mehr vor sich hin als dass Spannung aufgebaut wird, das Rätsel um Ryan wird zu früh aufgelöst.

Für mich ein eher schwacher Thriller, der zu langatmig daherkommt und keine richtige Spannung aufbauen kann. Vielleicht werde ich mir noch ein weiteres Buch des Autors vornehmen zum Vergleich.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Wunderschön gestaltetes Kinderbuch über Menschen, die nachts arbeiten

Durch die ganze Nacht
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Ich war im Rahmen einer Weiterbildung als Grafikdesignerin auf der Suche nach Inspirationen für interessante Landschaften und Städtedarstellungen und bin bei diesem Buch hier fündig geworden.
Ein Mädchen ...

Ich war im Rahmen einer Weiterbildung als Grafikdesignerin auf der Suche nach Inspirationen für interessante Landschaften und Städtedarstellungen und bin bei diesem Buch hier fündig geworden.
Ein Mädchen macht sich abends fertig fürs Bett und winkt ihrer Mutter zu, die gerade zur Arbeit aufbricht. Ihre Mutter ist nämlich Busfahrerin, während der Vater zu Hause ist und Care-Arbeit leistet. Durch ihre Arbeit als Busfahrerin kennt sie alle, die ebenfalls nachts arbeiten: Ärzte, Bäcker, Polizisten, Taxifahrer, Reinigungskräfte, Gleisarbeiter und viele mehr. Die einzelnen Berufe werden auf jeweils einer Doppelseite kurz dargestellt.

Die Landschaften, Figuren und Details sind toll und vor allem bunt dargestellt. Gerade die Umgebung und Details sind schön und kindgerecht illustriert, es lohnt sich, sich länger damit zu beschäftigen, weil man immer etwas Neues entdeckt. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Menschen so unterschiedlich dargestellt wurden wie ihre Berufe selbst sind: Frauen sind Gleisarbeiterinnen, Polizistinnen tragen Hijab. Das Buch stellt diese Berufe zwar nur kurz dar, aber diese kurzen Geschichten geben einen guten Einblick in eine Welt, die für die meisten von uns und gerade für Kinder verborgen bleibt und es ist spannend und wichtig zu sehen, was alles passiert, wenn wir schlafen.

Von mir gibt es eine Empfehlung für dieses tolle Kinderbuch, dass sich mit wichtigen Berufen auseinandersetzt.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Toll illustriertes Kinderbuch über Einzigartigkeit und Anders-Sein

Seltsam
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Für eine Aufgabe innerhalb einer Weiterbildung als Grafikdesignerin brauchte ich Inspiration für die Illustration von Kinderbuchfiguren - und bin hier fündig geworden!
Das Buch zeigt großflächig die Geschichte ...

Für eine Aufgabe innerhalb einer Weiterbildung als Grafikdesignerin brauchte ich Inspiration für die Illustration von Kinderbuchfiguren - und bin hier fündig geworden!
Das Buch zeigt großflächig die Geschichte von Clemens, der als Einziger im Ort normal ist. Alle anderen Tiere haben z.B. einen großen Rüssel wie Rosa oder einen langen Hals wie Gustav. Als in der großen Villa neues Personal gesucht wird, ist sich Clemens sicher: er bekommt auf jeden Fall einen Job! Doch alle anderen Tiere werden sofort eingestellt, nur Clemens muss wieder nach Hause gehen. Er erkennt, dass alle eingestellt wurden, weil sie etwas Besonderes haben oder können - und dass das auch gut so ist.

Das Buch ist bunt und toll gestaltet, die Figuren sind allesamt kindgerecht illustriert und mit einfachen Formen gemalt. Die Themen Einzigartigkeit und Anders-Sein werden hier toll verarbeitet. Die Geschichte zeigt spielerisch, dass jeder etwas Besonderes ist und dass man das zeigen darf und sollte. Erst das macht uns und unser Miteinander lebendig.

"Seltsam" ist ein wunderbares Buch zum Träumen und Vorlesen, von mir gibt es eine große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Viel Potenzial mit wichtigen und aktuellen Themen, aber leider nicht umgesetzt wie erhofft

Swift River
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Worum es geht:
Die 16-jährige Diamond lebt im Jahr 1987 in Swift Rover, einer Kleinstadt in den USA. Sie ist die einzige Schwarze in der ganzen Stadt seitdem ihr Vater Pop vor sieben Jahren verschwand. ...

Worum es geht:
Die 16-jährige Diamond lebt im Jahr 1987 in Swift Rover, einer Kleinstadt in den USA. Sie ist die einzige Schwarze in der ganzen Stadt seitdem ihr Vater Pop vor sieben Jahren verschwand. Gemeinsam mit ihrer Mutter, die Weiß ist, lebt sie in einem heruntergekommenen Haus. Diamond ist stark übergewichtig und leidet unter alltäglichem Rassismus und Diskriminierung. Doch dann erhält sie ein Paket mit einem Brief einer Verwandten väterlicherseits und sie lernt nach und nach die Geschichte ihres Vaters und ihrer eigenen Familie kennen.

Meine Meinung:
Das Cover hat mich mit seinen kräftigen Farben angesprochen und auch der Klappentext verspricht eine emotionale und spannende Reise mit wichtigen und aktuellen Themen. Dieses Versprechen wurde für mich nur teilweise eingelöst. Die Leseprobe hat sich noch sehr spannend gelesen und ich wollte unbedingt erfahren, was es mit dem Brief von Auntie Lena auf sich hat. Welche Familiengeheimnisse wird Diamond aufdecken? Und was hat es mit Pops Verschwinden auf sich?
Leider wurde auf die groß angepriesene Suche vom Klappentext eher weniger im Verlauf der Handlung eingegangen. Viel mehr erzählt Diamond aus ihrer Sicht aus ihrem Alltag, der geprägt ist von Alltagsrassismus, ihrem Übergewicht und ihrem komplizierten Verhältnis zu ihrer Mutter. Man begleitet sie auf eine Reise, von der man als Leser gar nicht so wirklich weiß, wohin sie gehen soll oder was das Ziel ist. Diamond wächst auf jeden Fall über sich hinaus, wird selbstständiger und selbstbewusster und das hat mich als Leserin gefreut und weiter lesen lassen.
In Rückblenden erzählt sie aus ihrer Kindheit, in der sie noch mit beiden Elternteilen zusammen war. Auch hier zeigt sich die Zerrissenheit der kleinen Familie, es wird deutlich, dass Pop Probleme hatte und das Verhältnis zu Diamond zwiegespalten war. Auch das Verhältnis zu ihrer Mutter bleibt schwierig. Man merkt beim Lesen sofort, dass Annabel sich weder um sich selbst noch um Diamond wirklich kümmern kann. Stets hat man beim Lesen Mitleid mit Diamond und wünscht sich für sie, dass sie diesem toxischen Umfeld entkommen kann. Diamond war mir direkt zu Beginn sympathisch, mit den anderen Figuren konnte ich nicht wirklich warm werden, das ist von der Autorin wahrscheinlich auch so gewollt.
Sehr gut gefallen haben mir die abgedruckten Briefe von Lena, die sie Diamond schreibt und auch Briefe ab dem Jahr 1915 von einer noch älteren Verwandten. Auch wenn man der Familienkonstellation an vielen Stellen schlecht folgen konnte, zeigen gerade diese Briefe, dass der Alltagsrassismus und die Diskriminierung seit über hundert Jahren aktueller denn je sind. Es ist sehr spannend, von einer Familie zu lesen, die seit Generationen unterdrückt wurde und die trotzdem zusammengehalten hat.
Essie Chambers behandelt in ihrem Roman wichtige und aktuelle Themen wie Alltagsrassismus, Diskriminierung, Gewalt und Trauer. Mit Diamond gibt sie dem ganzen eine andere Note, nicht tragisch oder belehrend sondern vielmehr humorvoll nähert sie sich diesen Themen an und erzählt auf ganz eigene Weise, wie es sich als einzige Schwarze weit und breit anfühlt. An manchen Stellen wirkt Diamond fast abgestumpft und ich hatte oft einen Kloß im Hals beim Lesen, aber umso mehr hofft man, dass Diamond aus eigener Kraft den Absprung schafft. Die Sprache ist leicht und man folgt Diamond, die mit ihren ganz eigenen Gedanken und Erinnerungen auf die Dinge schaut.
Ein großer Kritikpunkt sind für mich die Längen, die das Buch hat. Oft habe ich mich beim Lesen auch gefragt, wo die Autorin mit ihrer Geschichte eigentlich hin möchte, die Handlung ist oft auf der Stelle getreten und auch die Suche nach ihrem Vater, die im Klappentext ein zentraler Punkt ist, hat mir gefehlt. Das Ende hat mich leider nicht voll überzeugt, es wurde auf einige Seiten herunter gebrochen, wovon ich mir mehr Tiefe und Details gewünscht hätte.

Mein Fazit:
Trotz einiger Schwächen hat Essie Chambers mit ihrem Debütroman eine tolle Geschichte verfasst mit wichtigen Themen. Von mir gibt es eine Empfehlung für alle, die sich mit Themen wie Rassismus und Diskriminierung auseinander setzen möchten und nebenbei auch noch etwas über die Schwarze Bevölkerung einer Kleinstadt in den USA lesen möchten.

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