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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.06.2025

Keine Spannung und nervige Charaktere - konnte mich nicht überzeugen

Die Villa
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Ein Junggesellinnenabschied in Marbella soll das große Highlight vor Aoifes Hochzeit werden. Gemeinsam mit vier Freundinnen will sie es dort richtig krachen lassen. Doch die Reise endet für Aoife tödlich ...

Ein Junggesellinnenabschied in Marbella soll das große Highlight vor Aoifes Hochzeit werden. Gemeinsam mit vier Freundinnen will sie es dort richtig krachen lassen. Doch die Reise endet für Aoife tödlich und der Mord wird nie aufgeklärt. Drei Jahre später möchte Dani, die an dem Abend vor drei Jahren große Erinnerungslücken hat, mit den anderen drei Frauen dem Todestag von Aoife gedenken und überredet sie, mit ihr nach Marbella zu reisen. Sie erhofft sich, endlich Klarheit zu bekommen, was damals wirklich passiert ist. Schnell reißen jedoch alte Wunden auf und jede der vier versucht, ihre eigenen Geheimnisse zu schützen.

Mich haben das Cover und der Klappentext direkt angesprochen. Auch wenn das Setting mit den Protagonisten nicht neu ist, war ich trotzdem gespannt. Leider hat mich die Geschichte nicht überzeugt.
Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der vier Frauen erzählt, wobei Dani hier den meisten Anteil hat. Außerdem wird zwischen Gegenwart und Vergangenheit gesprungen, woran ich mich beim Lesen erstmal gewöhnen musste, da es verwirrend ist, der Handlung und den vielen Personen zu folgen. Die Protagonistinnen an sich sind mir allesamt unsympathisch und es auch leider geblieben. Irgendeine von ihnen ist immer genervt, Dani versucht, alle mitzureißen, die anderen wollen lieber nach Hause und sind am nörgeln. Es kommt weder ein richtiger Lesefluss noch Spannung auf, auch die viele wörtliche Rede trägt dazu bei. Die Figuren bleiben undurchsichtig und ohne Tiefe. Ich hatte auf ein großes Finale gehofft, wurde aber leider enttäuscht, die Auflösung tritt ebenso auf der Stelle wie der Rest. Ein anderer Kritikpunkt ist der Umgang mit Alkohol, der in großen Massen zu jeder Zeit fließt und die teilweise sehr obszönen Szenen.

Für mich leider eine Enttäuschung trotz toller Ausgangslage, die viel Potenzial bietet. Schade!

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2025

Spannendes und fesselndes Thriller-Debüt - schockierend und toll konstruiert

Sie hat angefangen
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Die Freundinnen Esther, Annabel, Chloe und Tanya kennen sich seit der Schulzeit und sind seitdem immer noch mehr oder weniger gut befreundet. Alle vier erhalten eine Einladung zum Junggesellinnenabschied ...

Die Freundinnen Esther, Annabel, Chloe und Tanya kennen sich seit der Schulzeit und sind seitdem immer noch mehr oder weniger gut befreundet. Alle vier erhalten eine Einladung zum Junggesellinnenabschied ihrer ehemaligen Mitschülerin Poppy. Sie wurde früher von den vieren gemobbt und umso überraschter sind die vier, dass sie von Poppy auf eine Privatinsel in der Karibik eingeladen werden, mit allem Drum und Dran. Als sie Poppy dann gegenüber stehen, können sie ihren Augen kaum trauen: aus dem schüchternen und unscheinbaren Mauerblümchen ist eine wunderschöne erwachsene Frau geworden. Als wäre nie etwas zwischen den fünf vorgefallen, freuen sich zunächst alle auf die gemeinsamen Tage. Doch die Stimmung heizt sich schnell auf, alte Wunden werden aufgerissen und auch Poppys Verhalten wird immer merkwürdiger...

Das Cover und der Klappentext haben mich direkt angesprochen. Auch der Titel ist interessant und deutet schon auf tieferliegende Probleme und Streit hin.
Bereits der Prolog lässt einen schaudernd zurück und macht Lust, mehr zu lesen. Die Kapitel sind aus den verschiedenen Perspektiven der vier Frauen geschrieben, außerdem gibt es Rückblenden, in den Poppy aus der Schulzeit anhand von Tagebucheinträgen vom Mobbing und den Ereignissen von damals erzählt. Das macht das Ganze unglaublich spannend und abwechslungsreich und hat mir sehr gut gefallen. Auch das Setting ist toll gewählt, verströmt es doch neben paradiesischem Urlaubsfeeling auch eine unterschwellig düstere Stimmung. Die Figuren sind alle toll und gut gezeichnet: die oberflächliche Influencerin ist genauso vertreten wie die reiche Hau- und Ehefrau ohne Job. Über Poppy erfährt man lange Zeit wenig, sie bleibt von allen am undurchsichtigsten - was der Spannung natürlich zugute kommt. Jede Protagonistin hat ihren eigenen Erzählstil und so fliegt man geradezu durch die Seiten.
Die Idee eines aus dem Ruder laufenden Junggesellinnenabschieds ist nicht neu, aber die Autorin versteht es, die Spannung immer weiter aufzubauen und mit einer fesselnden Geschichte zu punkten. Das Hauptthema des Buches ist Mobbing und die daraus folgende Rache, die hier unglaublich gut und realistisch dargestellt wird. Oft hat es mir beim Lesen fast das Herz zerrissen vom Mobbing zu lesen, das jede Grenze überschreitet und kein Spaß ist, wie die vier Freundinnen sich einzureden versuchen.
Die Geschichte an sich ist schon mehr als spannend, aber den Plot-Twist am Ende habe ich überhaupt nicht kommen sehen und hat das ganze Buch nochmal eine Stufe nach oben gehoben.

Thriller-Fans werden hier auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen, das Setting ist nicht neu, aber die Geschichte, die Figuren und die Spannung dafür umso fesselnder. Sian Gilbert hat einen großartigen Debütroman vorgelegt und ich bin auf weitere Werke der Autorin gespannt!

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Spannender und toll konstruierter Cosy Crime - typisch britisch und sehr zu empfehlen!

Marchfield Square
8

Der Marchfield Square ist ein vornehmer Wohnkomplex in London. Hier beobachtet Vermieterin und Bewohnerin Celeste van Duren das Treiben ihrer Mieter sehr genau. Als in der Wohnanlage ein Mord an einem ...

Der Marchfield Square ist ein vornehmer Wohnkomplex in London. Hier beobachtet Vermieterin und Bewohnerin Celeste van Duren das Treiben ihrer Mieter sehr genau. Als in der Wohnanlage ein Mord an einem Bewohner verübt wird, ist Celeste alarmiert und beunruhigt - das darf es im beschaulichen und idyllischen Marchfield Square nicht geben! Der Tote Richard Glead war alles andere als beliebt und niemand scheint so wirklich erschüttert über seinen Tod zu sein. Die Polizei ermittelt eher schleppend und deshalb beschließt Celeste, selbst Nachforschungen anzustellen. Celeste beauftragt zwei ihrer Mieter damit: ihre Reinigungskraft Audrey und den eigenbrötlerischen Schriftsteller Lewis. Beide sind zunächst wenig begeistert, zusammenzuarbeiten, aber da Celeste das Unterfangen großzügig entlohnt, stimmen sie doch noch zu. Die beiden decken einige Geheimnisse der Bewohner in Marchfield Square auf und je tiefer sie graben, desto gefährlicher werden ihre Ermittlungen...

Bereits das Cover und der Farbschnitt sind ein absoluter Hingucker. Es lohnt sich, das Cover genauer zu betrachten, finden sich doch bereits einige Hinweise auf die Handlung darin.
Die Kapitel sind übersichtlich lang und aus verschiedenen Perspektiven erzählt: es kommen Lewis', Audreys und Celestes Sichtweisen vor. Das bringt eine tolle Abwechslung und Dynamik in die Handlung und man lernt mehr über die Hauptfiguren. Den Anfang macht Celeste, die gemeinsam mit ihrem Angestellten Dixon in einer Wohnung im Marchfield Square lebt. Sie beobachtet gerne und oft das Treiben ihrer Mieter aus ihrer Wohnung heraus. Daher hat es mich nicht verwundert, als sie zu Beginn des Buches etwas Ungewöhnliches in der Wohnung der Gleads sieht. Sie wirkt beim Lesen resolut und einnehmend, man merkt ihren Einfluss auf ihre Umgebung und Mitmenschen.
Auch Audrey und Lewis werden toll gezeichnet: Audrey als Reinigungskraft, die Celeste bereits näher kennt und mit ihren Eigenheiten vertraut ist, steht Lewis gegenüber, der so gut wie nichts mit seinen Nachbarn zu tun hat. Er macht im Buch die wahrscheinlich größte Entwicklung durch: er hat sich nicht komplett verändert, aber in Audrey hat er jemanden gefunden, mit dem er befreundet sein kann und er lernt immer mehr, aus sich herauszugehen und auf Menschen zuzugehen.
Die Ermittlungen der beiden bilden natürlich den Rahmen der Geschichte und es ist stets spannend mitzuverfolgen, wen sie als verdächtig einstufen und vor allem, welche Geheimnisse sie aufdecken. Man merkt beim Lesen schnell, dass man niemandem so wirklich vertrauen kann und auch Audrey und Lewis tappen bis zuletzt im Dunkeln, wer der Täter ist. Mit Humor und Spannung zugleich ergänzen sie sich mit der Zeit immer besser und werden ein eingespieltes Team. Dabei legen sie Celeste als "Auftraggeberin" immer wieder Bericht ab, was sie herausgefunden haben. Celestes Motiv dahinter bleibt lange unklar, trotz allem wirkt sie sympathisch und bildet eine tolle Hauptfigur in der Handlung. Gerade das Ende wartet mit einem genialen Plot-Twist auf, der sich toll in die Geschichte einfügt.

Auf den ersten Blick und dem Klappentext nach wirkt das Buch wie typisch britischer Cosy Crime, jedoch ist es für mich eher Crime als Cosy und bildet daher die perfekte Balance. Mit liebevoll gezeichneten Charakteren und einer spannenden Handlung ist es ein kurzweiliges Lesevergnügen für alle Crime-Fans, die auch an typisch britischen Geschichten Gefallen finden. Beim Lesen haben mich die Rahmenhandlung und die Charaktere auch an die Serie "Only Murders in the Building" erinnert, die ich sehr gerne geschaut habe. Unbedingt lesen!

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Langatmige Handlung, hält nicht, was es verspricht

Die Frau des Serienkillers
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Beth und Tom Hardcastle wohnen mit ihrer kleinen Tochter Poppy in Lower Tew außerhalb von London. Für Poppy sind die beiden aufs Land gezogen und Beth hat sich den Traum eines eigenen Keramik-Cafés ermöglicht, ...

Beth und Tom Hardcastle wohnen mit ihrer kleinen Tochter Poppy in Lower Tew außerhalb von London. Für Poppy sind die beiden aufs Land gezogen und Beth hat sich den Traum eines eigenen Keramik-Cafés ermöglicht, während Tom weiter für seinen Job in einer Bank nach London pendelt. An einem gewöhnlichen Wochentag klopft die Polizei an die Tür der Hardcastles: Tom steht unter Mordverdacht. Tom ist noch nicht zu Hause und wird später in Untersuchungshaft genommen und die perfekte Familienidylle fällt in sich zusammen. Die Presse stürzt sich auf Beth und Poppy und auch die Schlinge um Toms Hals zieht sich immer weiter zu.

Ich war sehr gespannt auf das Buch, der Klappentext hat mich sehr angesprochen. Leider konnte die Geschichte an sich nicht mithalten.
Der Anfang ist noch recht spannend gestaltet, die Autorin erzählt aus verschiedenen Perspektiven, den Großteil nimmt dabei Beth ein. Als Leser ist man genauso fassungs- und ahnungslos wie Beth, denn lange wird das Bild einer perfekten Familie aufrecht erhalten. Nach den ersten Kapiteln zieht sich die Handlung dann leider, vieles dreht sich um Beths Gedankenkarussell, das zu detailliert und lang erzählt wird. Spannend sind die Kapitel aus Toms Sicht, denn schnell wird klar, dass er nicht so unschuldig ist, wie er sich nach außen gibt.
Der Erzählstil ist gut zu lesen, die Kapitel sind relativ kurz gehalten und durch die verschiedenen Perspektiven kommt Abwechslung beim Lesen ins Spiel. Auch die Nebenfiguren werden dank Beth detailliert gezeichnet: vor allem die Nachbarn und Kunden des Keramik-Cafés fügen sich gut in die Handlung ein. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte sich auflöst, der Plot-Twist am Ende ist gelungen, aber macht nicht die zähen Kapitel im Mittelteil wett.

Für mich ist das Buch eher ein Spannungsroman als ein Thriller, echte Thriller-Fans werden hier weniger auf ihre Kosten kommen. Die Ausgangslage bietet viel Potenzial, das für mich aber durch die langatmige Handlung nicht ausgeschöpft wurde.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Leise Geschichten über den Sinn und die Wendungen im Leben

Donnerstags im Café unter den Kirschbäumen
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Im Café Marble an einem Fluss in einem Vorort Tokios arbeitet der junge Wataru. Mit viel Liebe zum Detail und zu seinen Gästen bedient er sie Tag für Tag. Jeden Donnerstag kommt zudem eine junge Frau in ...

Im Café Marble an einem Fluss in einem Vorort Tokios arbeitet der junge Wataru. Mit viel Liebe zum Detail und zu seinen Gästen bedient er sie Tag für Tag. Jeden Donnerstag kommt zudem eine junge Frau in das Café und die immer einen heißen Kakao trinkt. Wataru würde gerne mehr über sie erfahren, denn sie liest stets Briefe, mal betrübt, mal fröhlich dabei, er traut sich jedoch nicht. Auch seine anderen Gäste bringen ihre eigenen Geschichten mit und brauchen meist, neben einem warmen Getränk, noch einen kleinen Schubs für eine Wendung in ihrem Leben.

Bereits das erste Buch der Autorin hat mich begeistert und ich war gespannt auf ihren neuen Roman. Das Café Marble bildet den Ausgangspunkt für die vielen kleinen Kurzgeschichten, die auf ihre Weise alle miteinander zusammen hängen. Die Autorin zeichnet die Figuren alle passend und detailliert, trotz der vielen Namen kommt man nicht durcheinander beim Lesen. Gerade Wataru wächst einem immer mehr ans Herz und man fühlt sich als Leser selbst wohl im Café als wäre man selbst dort Gast.
Das Buch besteht aus Kurzgeschichten, die alle ganz unterschiedliche Figuren, Ereignisse und Schauplätze beinhalten, aber trotzdem miteinander zu tun haben. Manchmal hat mir die Tiefe gefehlt bzw. hätten die Geschichten noch etwas ausgeschmückter oder tiefer sein können. Ich hätte beim Lesen gerne mehr über die Charaktere erfahren, aber vielleicht macht auch gerade das den Reiz der Geschichten aus. Die Vielfalt der unterschiedlichen Charaktere, die alle im Café einkehren, gefällt mir sehr gut: ob Karrierefrau, Erzieherin oder Beobachterin, jeder bringt seine Geschichte mit und lernt dabei, mit verschiedenen Situationen umzugehen.

Von mir gibt es eine Empfehlung für alle, die gerne leise und schöne Kurzgeschichten lesen, die typisch japanisch sind.

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