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Sophie_Jahn

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2019

Was empfindest du? Was sagt dir dein Gewissen?

TAKEN PRINCESS
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Als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich nicht an eine düstere Geschichte voller Gewalt oder Betrug am Rand der Gerechtigkeit. Einzig der Stacheldraht zwischen den farbenfrohen Blättern ...

Als ich das Cover zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich nicht an eine düstere Geschichte voller Gewalt oder Betrug am Rand der Gerechtigkeit. Einzig der Stacheldraht zwischen den farbenfrohen Blättern sowie der schwarze Hintergrund ließ mich auf den zweiten Blick hellhörig werden. Was steckt dahinter und was hat es mit einer Prinzessin zu tun??

So direkt wie der Name des Buches, "Taken Princess" (genommene Prinzessin), so direkt ist auch der Einstieg in die Geschichte. Man muss sogleich feststellen, dass es nicht nur "schwarz" und "weiß" gibt, sondern vor allem die Motive einer Handlung entscheidend sind.
Wres, der männliche Protagonist (auch Nolan genannt), will sich an all jenen rächen, die an seinem "Scheintod" profitiert haben und trifft dabei unerwartet auf Saige, eine Bordellbesitzerin. Während er durch Selbstjustiz versucht Gerechtigkeit einkehren zu lassen, scheint sie ohne jede Spur von Mitgefühl für andere zu handeln. Nichtsdestotrotz bringen beide es nicht über sich, den jeweils anderen zu töten, sodass Wres sich kurzerhand entschließt, Saige zu entführen, damit sie ihn nicht verraten kann. Bald schon ist klar, dass sie die Verbindung zueinander nicht ewig ignorieren können... Doch wie passt Saige in Wres' Plan? Können sie trotz aller Unterschiede eine Beziehung aufbauen?

Obwohl diese Reihe einen Charakter der "Catching Beauty"-Reihe näher beleuchtet, kann sie doch unabhängig gelesen werden. Auch ohne Vorwissen konnte ich alles problemlos verstehen, auch wenn ich nicht immer alle Hintergründe kannte. (:

Dafür hatte ich den Vorteil, beide Charaktere völlig neu kennenzulernen. Über Wres gesamte Vergangenheit wusste ich immer nur so viel, wie er sich selbst gegenüber oder auch vor Saige preisgab, sodass es zunehmend spannender wurde, desto besser man beide Figuren verstand.

Saige, welche mir am Anfang wie ein von Nebel umgebenes Mysterium erschien, hat mich sofort fasziniert. Anfangs habe ich mich gefragt, ob sie ein Gewissen hat, wie sie diesem Leben so schonungslos ehrlich gegenüber stehen kann, denn nur weil sie ihre Vergangenheit verdrängt, ist sie noch lange keine Lügnerin. Was ließ sie zu der werden, die sie heute ist? Und was muss ein Mensch tun, um ihr etwas zu bedeuten? Um ihr zu zeigen, wie man fühlt?

Könnte Wres dieser jemand sein? Alles, was ihn anzutreiben scheint, ist sein Durst nach Gerechtigkeit. Obwohl durch ihn der Nebel um Saige sich langsam zu lichten beginnt, bleibt doch die Frage, ob das, was er offenlegt, ihm auch gefällt. Seine starke Präsenz schüchtert zwar anfangs ein, doch egal wie hart die Schale sein mag, diese eine Schwachstelle, jenen weichen Kern... Hat diesen nicht jeder?

"Leben ist so zerbrechlich wie Wörter, die gesagt werden. Kaum sind sie ausgesprochen, sind sie schon wieder verklungen. Wenn man sie nicht aufschreibt, sind sie vergessen. Nichts … einfach gar nichts ist beständig."

Aber egal, wie philosophisch das nun geklungen hat, ist dies natürlich nur eine Seite der Geschichte. Neben den facettenreichen Charakteren und der spannenden Geschichte gibt es natürlich auch erotische Szenen sowie direkt beschriebene Gewaltszenen. Und auch, wenn dies im ersten Moment wie ein Widerspruch in sich klingen mag, gelang es der Autorin doch, mittels eines flüssigen, anschaulichen Schreibstils alles so miteinander zu verweben, dass es passte. Wres drang zu dominieren und Saige' Wunsch die Kontrolle einmal - vielleicht auf Basis von Vertrauen?- abzugeben, erscheint fast schon natürlich. Und wirken die Intimszenen nicht überdramatisiert oder künstlich, sondern sind gezielt, wirkungsvoll platziert und das im genau richtig Maß. (;

Bewerten kann ich diesen ersten Teil eine Dilogie nur mit 4,5 von 5 Sternen, da er absolut gelungen in die Geschichte der beiden einführt, Lust auf mehr macht und die Frage offen lässt, was eigentlich Gerechtigkeit ist. Das, was Wres als solche wahrnimmt? Oder aber Saige verschoben scheinende Empfindungen?

Was empfindest du ? Was sagt dir dein Gewissen?

Veröffentlicht am 23.10.2019

Wirklich nur eine Pilgerreise?

Die Macht der fünf Tugenden
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Mich haben ja die Symbole der Tugenden auf dem Cover sofort neugierig gemacht. So viele Ideale gibt es, die man am besten alle zugleich verkörpern sollte, sodass ich es total spannend fand, herauszufinden, ...

Mich haben ja die Symbole der Tugenden auf dem Cover sofort neugierig gemacht. So viele Ideale gibt es, die man am besten alle zugleich verkörpern sollte, sodass ich es total spannend fand, herauszufinden, welche Tugenden die Autorin hier ausgewählt hat und inwieweit die Auswahl jener auch im Buch begründet wird. Und eins kann ich nach dem Lesen sagen: enttäuscht wurden meine hohen Erwartungen nicht! (;

Doch zuerst zum Cover. Ich finde, dass durch die Symbole und die Umrandung gleich die Erwartung geweckt wird, dassman es hier mit einem Kult oder dergleichen zu tun haben wird. Blickt man dann noch auf die verschiedenen Gelbtöne, die Sandberge im Hintergund und die wüstenähnliche Landschaft, ist schnell klar, dass man sich hier nicht mehr innerhalb Europas befindet, sondern eher in Gegenden, die z.B. an den Orient oder auch die Savannen Afrikas erinnern.

Schon auf der ersten Seite des Buches ist darum eine sehr anschaulich illustrierte Karte zu finden, die dem Leser hilft, sich in der neuen Welt zurechtzufinden. Auch ist Myans Weg, den sie im Laufe der Geschichte gehen wird, eingezeichnet. Räumliche Orientierung ist also zu keiner Zeit ein Problem. (:

Zu Beginn des Buches steht Myan mit dem ihr zugeteilten Bruder Quint vor der Prüfung zum Adepten. Nie hätten beide geglaubt, dass diese so bald schon in den Hintergrund rücken würde, doch als sie ausgewählt werden, sich gemeinsam mit anderen Priesterpärchen auf eine Pilgerreise zur Stärkung des Schutzes ihrer Stadt zu begeben, zögern sie keine Sekunde. Myan, die seit des Eintritts in den Orden des Zorant schon mit der Einhaltung der Tugenden zu kämpfen hat, ist tief beeindruckt von Quints Gelassenheit und strebt danach, so mustergültig zu werdenwie er. Das Respekt und Annerkennung nicht das einzige ist, was sie für ihn empfindet, versucht sie dabei gekonnt auszublenden... Aber wie lange kann ein Mensch gegen sich selbst ankämpfen? Wird ihre Reise wirklich so verlaufen, wie geplant?

Natürlich ist dies nicht der Fall. (; Ich war immer wieder überrascht, wie spannend eine doch recht öde klingende Pilgerreise beschrieben werden kann. Nicht nur die einzelnen Herausforderungen, sondern auch die Reaktionen der anderen Reisenden, die Vereinbarkeit von Glauben und realer Umsetzbarkeit sowie das Verhalten untereinander gab so viel mehr über die Gesamtsituation preis, als ich je für möglich gehalten hätte.

Myan ist für mich hier nicht nur ein junges Mädchen, sondern ein innerlich zerissener Mensch. Sie möchte es immer allen recht machen und orientiert sich lieber an den Maßstäben anderer, als sich selbst zu verwirklichen. Ganz im Gegensatz dazu hat Quint längst solchen fremden Institutionen abgeschworen und will nichts, außer frei nach seinem Willen zu leben. Doch wie ehrlich sind beide sich selbst gegenüber? Sind sie wirklich so, wie sie es andere glauben lassen?

Gerade durch den Schreibstil der Autorin sind für mich all solche Gegensätze besonders gut zum Ausdruck gekommen. Das Handeln mancher Figuren war alles andere als tugendhaft und doch wurde es von anderen nicht angeprangert. Auch hinterfragt man so viel eher die Vorgehensweisen, das Verhalten und die Gedanken Myans aber auch des Ordens allgemein. Flüssig geschriebene, logische sowie gut verknüpfte Sätze sind dafür verantwortlich, dass ein Textgelecht entsteht, aus welchem man sich nicht so leicht wieder befreien kann. (; Die Seiten fliegen nur so dahin und selbst die Beschreibungen las ich persönlich überraschend gern.

Darum kann ich eigentlich gar nicht anders, als dieses Buch mit 4,5 von 5 Sternen zu bewerten. (: Lasst euch nicht von einer vermeindlich langweiligen Pilgerreise abschrecken, sondern lasst euch gerade deswegen auf diese spannende Geschichte ein, die vor allem zwischen den Zeilen so viel mehr zu offenbaren scheint, als ich je für möglich gehalten hätte...


Veröffentlicht am 07.10.2019

Auftakt einer Spannung versprechenden Reihe (;

Die letzte Kiya 1: Schattenerbe
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Blickt man auf das Cover, erkennt man direkt, dass man es hier mit einer weiblichen Protagonistin zu tun haben wird. Sie steht mit dem Rücken zu allem Vergangenen, doch während sie noch sehnsüchtig zurückblickt, ...

Blickt man auf das Cover, erkennt man direkt, dass man es hier mit einer weiblichen Protagonistin zu tun haben wird. Sie steht mit dem Rücken zu allem Vergangenen, doch während sie noch sehnsüchtig zurückblickt, erkennt sie auch, dass sie nicht umkehren kann. Ich würde vermuten, dass man hier die Protagonistin Lilya versucht abzubilden, die ohne es zu wissen, die Thronfolgerin der Vampirklasse der Kiya ist.

Als diese nichtsahnend über Weihnachten nach Hause fährt, fühlt sich alles wie immer an. Ihr Vater, die Tiere der Farm, jene Feriengäste und die Mittarbeiter... Doch dann taucht eines Abends ein Fremder auf und bittet um eine Schlafgelegenheit.. ...Dimitri hingegen ist verzweifelt. Seit nunmehr 15 Jahren ist er bereits auf der Suche nach dem angeblichen Kind der letzten Königin der Kiya und doch fand er bisher keinen Hinweis auf dessen tatsächliche Existenz. Als er dann aber zufällig ein Bild von Lya sieht, traut er seinen Augen nicht. Sie sieht aus, wie eine typische Kiya! Oder ist es nur ein aus Verzweiflung geborener Irrtum?

Wie man bereits durch die Inhaltszusammenfassung bemerkt, ist der Roman aus zwei Perspektiven verfasst worden. Während man einerseits Lya auf ihrem Weg begleiten kann, erfährt man auch immer Dimitris Gedanken, sodass man einen guten Überblick über die Gesamtsituation erhält. Schließlich verfügt man so über Dimirtis fundiertes Hintergrundwissen und hat dennoch den Kontakt zu Lyas Gedanken- und Gefühlswelt.

Während sich anfangs die Beziehung der beiden zueinander intensiviert, fand ich es unglaublich interessant, wie Dimitri damit umgegangen ist. Gerade weil er so viel mehr erlebt hat, wirkt es fast so, als gäbe es den "VampirDimitri" und den "MenschDimitri". Man erlebt die unterschiedlichen Moralvorstellungen, eine ganz andere Art zu denken und zu handeln und so bildet sich Stück für Stück ein Bild der hier dargestellten, teilweise mehr als nur grausamen Vampirrasse, die einfach jegliche Menschlichkeit verloren zu haben scheint.

Doch dann ist da plötzlich Lya. Die Königin aller, die nichts davon weiß, und durch ihre Werte und Normen einen neuen Wind aufkommen lässt. Es wirkt so, als würden ihre Gedanken, ihr Verhalten auf Dimitri abfärben, sodass dieser verlorene Kontakt zu seiner menschlichen Seite wieder hergestellt wird. Natürlich ist Lya aber nicht unfehlbar. Sie hat auch ihre ganz eigenen Fehler und Eigenarten, die sie einem umso sympathischer machen. (: Ich denke, dass vor allem ihr dargestelltes Leben, voller Hobbys und Interessen, sie umso glaubwürdiger werden ließ.


Ich hätte das Buch in drei Etappen geglieder, die ständig an Spannung zunahmen. Höhepunkt war das Ende jener 2. Etappe und lässt einen so voller Ungeduld auf den 2. Band zurück. (; Doch zum Schreibstil allgemein sei gesagt, dass es nicht nur Dialoge voller Humor und Schlagfertigkeit gab, sondern auch ernsthafte Szenen zu finden waren. Ein flüssiges Lesen war im Allgemeinen möglich und so konnte die Geschichte einen schnell die Seitenzahlen vergessen lassen. (; Am besten gefielen mir die Beschreibungen der Gefühle und Gedanken am Anfang und am Ende des Buches, da ich fand, dass im Mittelteil eher die Geschehnisse deren Platz einnahmen. Ich hätte mir da ein ausgewogeneres Verhältnis gewünscht, mit teilweise auch tiefgründigeren Lagebeschreibungen.

Nichtsdestotrotz kann ich diesen Roman aber nur mit sehr guten 4 von 5 Sternen bewerten, da die Charaktere in ihrer Entwicklung mich sehr beeindruckt haben. Auch wenn nicht immer alles positiv war, hat gerade dass mich von der Geschichte überzeugt. (:


Ein MUSS für jeden Vampirfan! (;

Veröffentlicht am 30.09.2019

Vorhersehbar, klischeehaft und unlogisch

Never Too Close
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Obwohl das Cover und die Leseprobe mich anfangs für das Buch begeisterten, verlor ich diese Begeisterung doch unterwegs. Je mehr Kapitel ich las, desto mehr sehnte ich das Ende herbei. Doch worum geht ...

Obwohl das Cover und die Leseprobe mich anfangs für das Buch begeisterten, verlor ich diese Begeisterung doch unterwegs. Je mehr Kapitel ich las, desto mehr sehnte ich das Ende herbei. Doch worum geht es überhaupt?

Violette lebt gemeinsam mit ihren BFFs in einer Wohnung. Das eine davon gar keine sie, sondern ein er ist, mag zwar etwas ungewöhnlich sein, aber warum eigentlich nicht? Eine platonische Freundschaft zwischen Mann und Frau sei unmöglich: hier ist der Beweis des Gegenteils. Als Vio aber dann feststellt, dass es ein Problem für ihren Freund ist, dass sie noch Jungfrau ist, wendet sie sich an Loan, ihren BFF, um dieses Hindernis aus der Welt zu schaffen. Eine einmalige Sache eben, kein Problem...oder?

Also zu Beginn sei einmal gesagt, dass Violette eine wirklich angenehm ungeniertes, natürliches Verhalten an den Tag legt. Sie sagt frei heraus, was sie denkt. Ist tollpatschig, ein redender Wasserfall und einfach nur liebenswert. Aufgrund ihrer Vergangenheit ist Ehrlichkeit für sie das höchste Gebot, das sie auch immer an erste Stelle stellt. Auch ihre Freunde kommen immer zuerst. (:

Genau so sympathisch ist auch Loan. Durch seine Tätigkeit als Feuerwehrmann, seine verständnisvolle Art und sein Bemühen darum, dass Vio alles Glück der Welt, das ihr zusteht, auch erlebt, machen ihn zum "Gutmensch" in Person, sodass man gar nicht anders kann, als ihn zu mögen.
Blickt man nun auf Clement, Vios Freund, stellt man fest, dass er nach seinen Szenen im ersten Kapitel kaum noch gute Seiten aufweist. Jede dann folgende Situation führt nur dazu, dass man ihn weniger mag und Vio eher an Loans Seite sehen möchte.

Seht ihr, wo das hinführt? Genau das störte mich so an diesem Buch. Der Leser wird vom Autor auf nicht sehr subtile Weise in eine Richtung gedrängt, die den Ausgang der Geschichte mehr als vorhersehbar werden lässt. Ein klassisches Dreieck baut sich auf und ich war einfach nur enttäuscht, dass man diese tolle Protagonistin durch diese dämliche Situation so unverständlich werden ließ. Ihre Handlungen wurden für mich immer unlogischer und so zog sich das Buch in die Länge.

Vor allem auch das Ende, welches natürlich von vielen dramatischen Offenbarungen und Missverständnissen begleitet wurde, war für mich zu viel des Guten. Ich konnte mich nicht in die Charaktere hineinversetzen, weswegen es mich auch emotional nicht wirklich mitreißen konnte.

Nur der flüssige, gut verständliche Schreibstil ließ mich das Buch überhaupt zu Ende lesen, auch wenn ich es kein zweites Mal tun würde. Gut geschriebene Dialoge täuschen nämlich leider nur kaum über die nicht nachvollziehbar beschriebenen Gedankenvorgänge der Figuren hinweg. Auch die polarisierend präsentierten Personen sind für mich ein starker Kritikpunkt. Es gab nur "gut" und "schlecht", aber nichts dazwischen außer es ging um Vio, da war plötzlich alles vollkommen rechtens...

Darum habe ich dieses Buch auch nur mit 2 von 5 Sternen bewertet, da es mich in keinem Punkt überzeugen konnte.
Solltest du allerdings klischeehafte Liebesgeschichten voller Drama lieben, ist dies genau das richtige Buch für dich! (:

Veröffentlicht am 25.09.2019

Ist man je wirklich frei?

Gnade der Schatten
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Schon der Blick auf das Cover vermittelt einen ersten Eindruck von der zu erwartenden Geschichte. Ein gut situiertes Mädchen möchte den Mauern ihres priveligierten Daseins entfliehen. Ihre Persönlichkeit, ...

Schon der Blick auf das Cover vermittelt einen ersten Eindruck von der zu erwartenden Geschichte. Ein gut situiertes Mädchen möchte den Mauern ihres priveligierten Daseins entfliehen. Ihre Persönlichkeit, stürmisch wie die See und voller unendlicher Weiten, fühlt sich nur in der Natur fernab jeglicher Zwänge wirklich Zuhause. Wer würde nicht gerne einfach das erst beste Schiff auf den unendlichen Ozean hinaus nehmen?

Genau so jemand ist für mich Rosanne, um die sich der Auftakt dieser Reihe dreht. Dieser Roman umfasst gerade mal 124 Seiten und ist somit recht kurz und dem entsprechend auch in seiner Darstellung sehr auf die Protagonistin fixiert. Auch lebt die Geschichte davon, dass man einzelne Handlungen und Wahrnehmungen dieser selbst hinterfragt, da so ein tieferes Verständnis für die Gesamtsituation entsteht und das Lesen gleich viel mehr Spaß macht. (:

Als Charakter ist Rosanne vom ersten Moment an eine sehr sympathische Figur. Natürlich hat sie ihre Eigenarten, wie vor allem ihr promiskuitives Verhalten, die man nicht gutheißen muss, aber zumindest akzeptieren sollte. Es wird deutlich, warum sie so unglücklich in ihrer derzeitigen Lage ist, sodass sich der Leser emotional in sie hineinversetzt und so ihre persönlichen Niederlagen mitfühlt. Besonders ihr Verhältnis zu Castiel wühlte mich sehr auf, aber ich denke, euch wird es dann nicht anders ergehen. (;

Natürlich stellt man sich viele Fragen, die erstmal auch unbeantwortet bleiben, wie z.B. über die Vorgeschichte der anderen Figuren. Doch ist es im realen Leben nicht oft genauso? Wann kennt man wirklich die Motive seines gegenübers, bevor man über ihn urteilt? Gerade diese Realitätsnähe an mancher Stelle halte ich dem Roman zu Gute, während an anderer Stelle Rosannes verklärte, weltfremde Sicht auf die Dinge einen starken Gegensatz dazu darstellt, sodass man gar nicht anders kann, als diesen Sachverhalt nochmal für sich selbst zu hinterfragen.

Spannend bis zur letzten Seite blieb es trotzdem, da vor allem der flüssige Schreibstil hier sehr angenehm zu lesen war. (: Die intimeren Szenen wirkten nicht aufgesetzt, die Gefühle wurden nicht überdramatisiert und so war es wirklich ein sehr angenehmes Lesen.

Nichtsdestotrotz bewerte ich den Roman "nur" mit 4 von 5 Sternen, da ich mir letztendlich doch ein wenig mehr Gesamtinformation gewünscht hätte, sodass auch die Zeitsprünge etwas abgerundet gewesen wären. Nichtsdestotrotz eine klare Leseempfehlung meinerseits!