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Sophie_Jahn

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.12.2018

Ein Stalker in der Nachbarschaft, doch wer ist es ?

Watching You – Er wird dich finden
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Der Beziehungsthriller "Watching You - Er wird dich finden" hält das, was er im Titel verspricht.
Jaci fand schon vor Jahren das erste Medaillon mit einer blutigen Haarlocke darin an ihrer Tür hängend ...

Der Beziehungsthriller "Watching You - Er wird dich finden" hält das, was er im Titel verspricht.
Jaci fand schon vor Jahren das erste Medaillon mit einer blutigen Haarlocke darin an ihrer Tür hängend vor, doch der damalige Sheriff, Ryan, tat es nur als einen Dumme-Jungen-Streich ab. Als jene dann für ihre Collagezeit wegzieht, hören diese seltsamen Funde auf, doch als jetzt nach einem Deichbruch schon fast verweste Leichen auftauchen, beginnt alles anscheinend von neuem, doch diesmal wird die Bedeutung dieser Botschaften sehr ernst genommen. Nicht zuletzt auch von Ryan, welcher zu Besuch in der Stadt ist und versucht, den neuen Sheriff, Mike, zu unterstützen und gleichzeitig auch auffällig stark um Jacis Wohlergehen besorgt zu sein scheint. Sind das nur die Schuldgefühle, ihre Angst vor Jahren einfach ignoriert zu haben oder sind da noch ganz andere Gefühle im Spiel?

Stück für Stück wird hier eine Spannung aufgebaut, die mich als Leser gar nicht mehr losließ. Vielzu schnell war das Buch dann auch beendet und ich hatte das Gefühl, dass sich alles fast zu rasant entwickelt hätte.
Während Jaci sich zu Beginn Ryan gegenüber recht distanziert und reserviert verhält, fängt dieser schon bald an, ihr erste Avancen zu machen, sodass ich schon bald den Eindruck hatte, dass beide sich wie in einer festen Beziehung verhielten.
Aber nicht nur deren aufkeimende Vertrautheit, sondern auch die Suche nach dem Mörder steht im Mittelpunkt der Handlung. Man bleibt vor allem durch die ständigen Sichtwechsel stets auf dem laufenden, da man so die Möglichkeit hat, alle Befragungen mitzuerleben und zu erfahren, welche Erkenntnisse gewonnen worden sind.

An unerwarteten Entwicklungen mangelte es hier ebenfalls nicht, da einige Bewohner dieser Kleinstadt die ein oder andere Leiche im Keller versteckt hatten. Auch sorgte der fesselnde Schreibstil dafür, dass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig geworden ist. Vielmehr entwickelte sich alles so rasant, dass die sich zuspitzenden Ereignisse dafür sorgten, dass man immer wieder neue Spekulationen über den Mörder anstellen wollte. (;

Darum habe ich dieses Buch mit 4,5 von 5 Sternen bewertet, die diese Geschichte nicht nur eine spannende Jagd nach dem Täter mit sich brachte, sondern auch eine schöne Liebesgeschichte thematisierte.

Ich würde dieses Buch darum jenen Lesern empfehlen, die gerne mal eine gelungene Kombination aus Thriller und Liebesroman lesen wollen würden.
Eine abwechslungsreiche Erzählung mit einem Täter, den ich nicht direkt im Verdacht hatte...

Veröffentlicht am 24.01.2019

"Liebe, die keinem Plan folgt."

Mein Jahr mit Dir
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"There's plenty of sense in nonsense sometimes, if you wish to look for it."- Cassandra Clare (The infernal devices)
An dieses Zitat musste ich während des Lesens der letzten Seiten immer wieder denken, ...

"There's plenty of sense in nonsense sometimes, if you wish to look for it."- Cassandra Clare (The infernal devices)
An dieses Zitat musste ich während des Lesens der letzten Seiten immer wieder denken, nicht etwas, weil mir das Geschriebene sinnlos oder unverständlich erschien, sondern eher, da jeder Satz so viel mehr zu bedeuten schien, als man auf den ersten Blick vielleicht erkannte.

Dieser Einzelband basiert auf einem Drehbuch von Allison Burnett und thematisiert Eleanor Durrans Jahr ihn Oxford, wo sie als Hauptfach "Englische Sprache und Literatur zwischen 1830 und 1914" gewählt hat, obwohl sie in ihrer Heimat, Amerika, den Focus eher auf Politik gelegt hatte. Darum unterstützt sie auch den Wahlkampf der neuen Präsidentschaftskandidatin, wo sie nur kann. Als sie dann auch noch Jamie begegnet, folgen eine Reihe unausweichlicher Ereignisse, die beide so nicht vorhergesehen haben.

Da die Protagonistin, Ella, eigentlich Amerikanerin ist, beschreibt sie Oxford bzw. ganz England wie eine Besucherin. Ihre herzliche Offenheit begegnet der reservierten Zurückhaltung mancher Briten, die für ihre Höflichkeit bekannt sind und es war mir eine Freude, diese Gegensätze so direkt miteinander vergleichen zu können.

Besonders gefallen haben mir auch die Zitate, die zu Beginn jedes Kapitels die derzeitige [emotionale] Lage widergespiegelt haben und manchmal auch eine Vorahnung auf das noch Kommende ermöglichten. Außerdem stammten jene aus Werken, die zwischen 1830 und 1914 veröffentlicht worden sind, sodass man auch gleichzeitig einen Eindruck davon bekam, welche Art von Literatur Ella eigentlich studiert.

Zum Schreibstil kann ich eigentlich nur sagen, dass er sich fantastisch las. Ich bemerkte gar nicht, wie viele Seiten ich bereits gelesen hatte und so tauchte ich einfach in der Geschichte ab. Dadurch, dass sich die Protagonistin manchmal direkt an den Leser wandte, wurde diese Wirkung nur noch verstärkt und die Distanz zur Geschichte schwand Stück für Stück. Absolut genial. (;
Auch erwähnte ich bereits, dass das Geschriebene nicht einfach nur leere Worte für mich waren. Es sind Ellas ungefilterte Gedanken über das Leben und dessen Wert gewesen, die mich nicht so schnell wieder loslassen werden!

Es scheint mir darum nur natürlich, diesen Roman mit 5 von 5 Sternen zu bewerten. Ich kann ihn jedem nur empfehlen. So viel habe ich in einem Buch schon länger nicht mehr markiert!

Absolute Leseempfehlung, wenn ihr auf der Suche nach einer Liebesgeschichte seid, die zwischen den Zeilen ebenso viel vermittelt, wie darin. (;

"Wenn man vom Leben nicht überrascht wird, was hat es dann für einen verdammten Sinn?"

Veröffentlicht am 24.03.2019

Basilisken in Basel? Wohl kaum! ..oder?

Herz aus Gold und Asche
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Elins Geschichte ist in der Fantasyliteratur keineswegs ein Einzelfall, dennoch schafft es die Autorin, meiner Meinung nach, durch den ungewöhlichen Ursprung der Geschichte und die gesellschaftskritischen ...

Elins Geschichte ist in der Fantasyliteratur keineswegs ein Einzelfall, dennoch schafft es die Autorin, meiner Meinung nach, durch den ungewöhlichen Ursprung der Geschichte und die gesellschaftskritischen Darstellungen einen einzigartigen, neuen Roman zu kreieren.
Als ganz nomaler Teenager sucht sie nach abgeschlossener Schulausbildung nach einem Studienplatz. Sie entscheidet sich aufgrund der schnellen Zusage für das große Pharmaunternehmen in dem auch ihre verstorbenen Eltern gearbeitet hatten. Doch während ihre Tante deren Unfall dem ursprünglichen Arbeitgeben gibt, ist Nico, Elins krebskranker Bruder, fest entschlossen, sie zu unterstützen was auch kommt.
Die Frage ist nur, was ist Elin bereit, für ihren Bruder zu opfern?

Dieser Einzelband stellt nicht nur die Frage nach dem Wert des Lebens, sondern kritisiert auch unsere Wahrnehmung, insbesondere die der Wahrheit. Wem kann man überhaupt noch glauben?

Außerdem wird hier keine völlig neue Welt erschaffen, denn die eine Sage aus Basel aufgegriffen und in die heutige Zeit übertragen. Ihr findet, solltet ihr mal in Basel sein, eine Inschrift auf dem Gerberbrunnen. Vielleicht habt ihr sie auch bereits entdeckt und würdet nun gerne mehr darüber herausfinden?

Katja Ammon haucht den Basilisken neuen Atem ein und erschafft einen sympathischen, loyalen, aber auch renitenten Protagonisten, Esra. Besonders dessen Bemühen um einen friedlichen Verlauf hat mich beeindruckt, da es nicht immer einfach ist, innerlich und äußerlich eine solche Ruhe zu verbreiten, dass jene auf andere abfärbt. Respekt.
Elin hingegen taucht neu in diese "Unterwelt" ab und durch ihre schnelle Auffassungsgabe gelingt es, dass auch der Leser sich schnell an diese neue Realität gewöhnt.

Und ebenso schnell nimmt auch die Handlung an Fahrt auf. Spannung ohne Ende lässt den Leser mit den Figuren mitfiebern und auch wenn nicht jede Wendung gänzlich unerwartet kam, offenbarte sich doch die ein oder andere Überraschung. (;

Für diese lockere Erzählung vergebe ich darum 4 von 5 Sternen, denn die rasante Beziehung zwischen Esra und Elin, die Welt der Basilisken und Elins Entscheidung garantieren einige schöne Lesestunden!

Ich kann euch diese Liebesgeschichte, die in einer realitätsverbundenen Fantasywelt spielt, darum nur empfehlen. (:

Veröffentlicht am 17.03.2019

Spieglein, Spieglein...

DIE EWIGEN. Spiegelwelten
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Mitte des 18. Jahrunderts lebt Thyri wie auch Simon in Augsburg. Während in der vorherigen Episode desses Erlebnisse in jener Zeit geschildert werden, ist nun Thyri der Mittelpunkt dieser Geschichte. ...

Mitte des 18. Jahrunderts lebt Thyri wie auch Simon in Augsburg. Während in der vorherigen Episode desses Erlebnisse in jener Zeit geschildert werden, ist nun Thyri der Mittelpunkt dieser Geschichte. Sie ist glücklich verheiratet mit einem Spiegelmacher. Doch während sie gesund und jung bleibt, wird dieser immer älter, weswegen sie ein Hausmädchen einstellen. Doch was sie dadruch einleiten, hätten beide nicht für möglich gehalten...

Dieser Band ist mit der 9. Episode direkt verwoben, was dazu führt, dass Simons und Thyris Schicksalsfäden sich endlich einander anzunähern scheinen. Doch deuten sie die Zeichen auch richtig oder haben sie sich durch all die Zeit bereits vergessen?

Der lockere, gut verständliche Schreibstil hat auch in dieser Episode zum Lesevergnügen beigetragen. Inbesonders Thyris sympathische Art gefiel mir sehr. Sie denkt stets positiv, ist gutmütig und zuversichtlich; ideale Vorraussetzungen, wenn man in einer nicht verlassbaren Parallelwelt festzusitzen scheint...

Eine interessante Erzählung, die mich neugierig macht, was die kommende Episode nun erzählen wird.

5 von 5 Sternen für diese faszinierende Kurzgeschichte, die vergangene Geschehnisse gelungen in diese einfließen lässt. (:

Veröffentlicht am 16.03.2019

Eine ungewöhnliche Protagonistin..

Die Verlobten des Winters
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Ophelia ist eine der wenigen Bewohner*innen Animas, die Spiegel wie Türen nutzen kann; auch erlauben ihre Fähigkeiten als Leserin es ihr, die Vergangenheit von Gegenständen erfahren zu können. ...

Ophelia ist eine der wenigen Bewohner*innen Animas, die Spiegel wie Türen nutzen kann; auch erlauben ihre Fähigkeiten als Leserin es ihr, die Vergangenheit von Gegenständen erfahren zu können. Sie verbringt ihre Tage als Museumsleitern, bis ihre Mutter verkündet, dass sie den Adligen Thorn heiraten wird. Jener lebt aber auf einem anderen Fragment, dem Pol. Ohne zu wissen, was sie auf dieser eiskalten Arche erwarten wird, macht sie sich gezwungenermaßen auf den Weg...

Wer sich eine impulsive, tatendurstige Protagonistin wünscht, der könnte von Ophelia enttäuscht werden. Denn während andere das Wort ergreifen, lieber aufbegehren und lautstark protestieren, ist diese eher die stumme Beobachterin, die ihre Strategien und Gedanken nur ungern preisgibt. Auch hadert sie zwar mit ihrem Schicksal, jedoch passt sie sich schnell an, sobald sie merkt, dass es sich nicht lohnt, diese Schlacht zu schlagen und plant ihren Widerstand im verborgenen.

"'Um durch Spiegel zu gehen', hatte der Großonkel zum Abschied gesagt, 'muss man sich selbst gegenübertreten.'"
Kurzum findet man in ihr eine ihren Idealen treue, fatalistische und starke Frau, die sich durch taktisches Geschick zu behaupten weiß.

Der vordergründige Handlungsort ist der Pol, d.h. ein kaltes, von Schnee bedecktes Fragment, auf welchem eine an das Mittelalter erinnernde hierarchische Ordnung herrscht. Jede Familie besitzt eine spezielle Magie und während auf Anima nur eine Familie lebte, konkurrieren auf dem Pol mehrere um die Gunst des Familiengeistes.

Man merkt: die kreierte Welt hat viele Seiten und Facetten, welche nicht nur der Leser, sondern auch Ophelia, da sie Anima zum ersten Mal verlässt, begreifen muss.

Am Schreibstil gefiel mir Ophelias rationale Sichtweise sehr gut. Sie nimmt die Handlungen der Personen wahr und weiß diese auch sogleich einzuordnen, weswegen deren verborgene Motive früher oder später ans Licht kommen. Dadurch wurden auch die Ortsbeschreibungen nicht ins unendliche ausgedehnt, sondern nur an relevanten Stellen hervorgehoben, wie beispielsweise ihr erster Eindruck des Pols zu beginn.

Ich vergebe darum 5 von 5 Sternen, da ich es sehr erfrischend fand, einmal eine Protagonistin erleben zu dürfen, die in jeder Lage einen kühlen Kopf zu bewahren weiß und gleichzeitig nicht immer sofort eine Offensive plant. Ihre Möglichkeiten, sich erfolgreich zu behaupten, sind begrenzt. Dadurch wurde sie nicht zu einer übernatürlichen Heldin, sondern zu einer menschlichen jungen Frau.

Ich kann dieses Buch jenen Lesern nur empfehlen, die mal von einer anderen Art von Rebellion gegen ein aufgezwungenes Schicksal lesen wollen!