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Veröffentlicht am 03.01.2026

Reiseabenteuer als Graphic Novel - einfach schön

Der salzige Fluss
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"Ich möchte lieber so leben, als wenn jeder Tag erst der Anfang ist...". Jan Bauer erzählt in seiner Graphic Novel von seiner 450km-langen Wanderung in Australien. Beim Wandern will er zu sich selbst finden ...

"Ich möchte lieber so leben, als wenn jeder Tag erst der Anfang ist...". Jan Bauer erzählt in seiner Graphic Novel von seiner 450km-langen Wanderung in Australien. Beim Wandern will er zu sich selbst finden und mit sich allein sein. Doch dann trifft er Morgane und alles verändert sich.

Jan Bauer hat es mit seinem Buch geschafft, trotz wenig Text alle Emotionen zu vermitteln, sei es mittels Bildern oder Gesichtsausdrücken. Alles ist in schwarz-weiß gehalten, was ich etwas schade finde. Die Landschaft ist sehr schön dargestellt und ich habe einige Bilder länger auf mich wirken lassen. Ich denke, mit Farbe wäre es großartiger gewesen. So stand eher die Beziehung zwischen Jan und Morgane im Mittelpunkt. Irgendwie ging mir das doch etwas zu schnell und ich konnte die Intensität der Gefühle nicht ganz nachvollziehen. Die Wanderung und die damit einhergehenden Herausforderungen waren eher nebensächlich. Nur zum Anfang wurden die ein oder anderen Probleme und kreativen Lösungen von Jan beschrieben.

Es gab wenig Text in der Graphic Novel, dafür war dieser sehr aussagekräftig und ich konnte alles gut mitverfolgen. Bei den französischen Sprechblasen hatte ich kurz gestockt, aber ich habe den Sinn dahinter verstanden, was wiederum sehr lustig war.

Beide Charktere, Jan und Morgane, fand ich sehr angenehm. Wobei Jan auf mich etwas weinerlich wirkte. Er hat einen kurzen Rückblick in seine Vergangenheit gegeben, was ich auch nochmal richtig gut fand. Da konnte ich ihn etwas besser verstehen. Morgane war für mich eine abgeklärte Frau, die viel Freiheit braucht und sich nicht festlegen will. Das wirkte irgendwie anstrengend.

Mir hat es super gefallen, dass es ein echtes Foto in die Graphic Novel geschafft hat. Das hat die Handlung nochmal viel realitätsnäher (was sie ja auch in wahrscheinlich vielen Zügen ist) dargestellt.

Das Ende war schön und einfach - das Leben geht weiter. Das fand ich eine sehr angenehme Botschaft.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Regency-Lovestory mit starkem Frauencharakter

Wer braucht schon einen Earl zum Glück?
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Mein erster Roman von Jenni Fletcher war ein Weihnachtsgeschenk. Der Text auf dem Buchrücken hat mir unwahrscheinlich gut gefallen und so habe ich das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen.

Essie ...

Mein erster Roman von Jenni Fletcher war ein Weihnachtsgeschenk. Der Text auf dem Buchrücken hat mir unwahrscheinlich gut gefallen und so habe ich das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen.

Essie Craven hat einen Verlobten, doch diesen konnte sie nicht frei wählen. Ihr Vater hat die Verlobung arrangiert als sie ein Kind war. Sie möchte aber viel lieber Schauspielerin werden, ein Leben frei und selbst bestimmt genießen. Ihr Ziel ist es, die Verlobung zu lösen, sie will alles dafür tun. Doch dann lernt sie ihren Zukünftigen Aidan, den Earl of Denholm, kennen. Will sie ihn vielleicht doch?

Das Buch beginnt mit einem Brief und jedes neue, größere Kapitel startet ebenfalls mit einem Brief. Das finde ich ganz schön, obwohl der Anfang etwas verwirrend ist. Erst am Ende wurde für mich deutlich, was der Anfang bedeutete. Die einzelnen Kapitel haben eine schöne Länge und sind durch viele Abschnitte gut unterteilt, sodass man das Buch auch zwischendurch gut weglegen kann.

Die Handlung erinnerte mich schon von Anfang an an Bridgerton, was für mich aber kein Nachteil ist. Essie wird als eine starke und selbstbewusste junge Frau beschrieben, die den gesellschaftlichen Konventionen entfliehen will. Das finde ich sehr erfrischend, allerdings hat mich am Ende ihr Hin und Her sowie das ewige Nicht-Eingestehen ihrer Gefühle etwas genervt. Das passte aber zu ihrem Alter. Ansonsten mochte ich den Charakter Essie sehr. Sie hatte viel Witz und war einfach unkonventionell. Aidan als männlicher Hauptcharakter hat mir sehr gut gefallen. Er wirkte sehr sympathisch und zugewandt. Schnell war mir klar, dass er Gefühle für Essie hatte. Diese kleinen Andeutungen und Annäherungsversuche haben mir gut gefallen.

Insgesamt war die Handlung witzig, romantisch und auch im Rahmen einer Regency-Lovestory spannend. Caro als Charakter mochte ich irgendwie nicht so sehr. Ihre Handlungen waren für mich komplett vorhersehbar. Dennoch las es sich gut. Gern hätte die Suche nach einer neuen Frau länger andauern können. Der Teil des Buches hat mir besonders gut gefallen.

Das Ende war unglaublich schnulzig. Das war etwas viel, aber noch ok. Da es als Jugendbuch ausgeschrieben ist, fand ich die Liebesszene doch recht unpassend - aber das ist meine persönliche Meinung.

Was mich richtig gestört hat war, dass Aidans Schwester unterschiedlich benannt wurde: Sophie oder Sophia. Da mich das unglaublich aufgeregt hat, habe ich dann auch noch den ein oder anderen Rechtschreibfehler gefunden.

Alles in allem ist es eine sehr schöne Liebeskomödie, die schnulzig und romantisch ist. Band 2 werde ich mir sicherlich auch noch holen.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

liebenswerter Rückblick auf das bisherige Leben

Das Fest
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Lucy Frickes Roman "Das Fest" lädt ein, Jakob an seinem 50. Geburtstag zu begleiten. Irgendwie hat er seinen Lebenssinn verloren, lässt sich gehen und hat keine Ideen für die Zukunft. Seine beste Freundin ...

Lucy Frickes Roman "Das Fest" lädt ein, Jakob an seinem 50. Geburtstag zu begleiten. Irgendwie hat er seinen Lebenssinn verloren, lässt sich gehen und hat keine Ideen für die Zukunft. Seine beste Freundin Ellen hat sich da etwas überlegt: Sie lässt ihn in Erinnerungen schwelgen und Menschen wiedersehen, die ihn in seinem Leben begleitet haben.

Dies ist mein erster Roman von der Autorin gewesen und es hat mir ganz gut gefallen. Mit gerade einmal 138 ist es ein kurzweiliges Buch für den Urlaub oder einfach mal Zwischendurch. Es ist super geschrieben, sodass es mir viel Spaß gemacht hat, dem Protagonisten in seine Erinnerungen zu folgen.

Die Kapitel sind recht lang, aber durch Absätze kann man gute Pausen einlegen. Es ist toll, dass jeder Bekannte ein Kapitel erhält. Die Übergänge sind sehr gut gelungen. Stück für Stück kommen Jakobs Lebensgeister wieder zurück. So eine Reflexion vom bisherigen Leben kann sehr positiv sein. Am Ende kann er sogar wieder in die Zukunft schauen und diese ist nicht mehr grau.

Als Liebesroman würde ich das Buch nicht unbedingt beschrieben. Das war für mich doch eher untergeordnet. Das Ende war auch etwas komisch. Es war ein leiser Abgang, aber genauso war das Buch: leise, lieb und ein Stück tiefgründig.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Psycho, aber weniger fesselnd

Der Augenjäger
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Im zweiten Band der Psychthriller-Reihe von Sebastian Fitzek ermitteln Alexander Zorbach und Alina Gregoriev weiter und versuchen den Augenjäger zu finden. Doch nicht nur dieser stellt eine Gefahr dar, ...

Im zweiten Band der Psychthriller-Reihe von Sebastian Fitzek ermitteln Alexander Zorbach und Alina Gregoriev weiter und versuchen den Augenjäger zu finden. Doch nicht nur dieser stellt eine Gefahr dar, auch ein weiterer Psychopath - ein Chirurg - findet schnell einen Weg in das Leben der beiden einzudringen. Besonders Alina ist in Gefahr.

Nach dem spannenden und brutalen ersten Teil habe ich mit freudiger Erwartung dieses Buch begonnen. Doch schon zu Beginn musste ich feststellen, dass mich dieser Thriller nicht ganz mitreißt. Das ist auch im weiteren Verlauf geblieben. Es war spannend und immer wieder kamen Wendungen dazu. Doch alles in allem war mir das Buch zu langatmig. Mir hat es auch nicht gefallen, dass Alina und Alexander so wenig gemeinsame Zeit/Auftritte hatten. Es waren zwei Geschichten nebeneinander, die sich doch etwas in die Länge zogen.

Allgemein war das Buch gut zu lesen. Ich fand es interessant, dass aus der Perspektive von Alexander in der "Ich"-Form und bei Alina aus der Erzählperspektive berichtet wurde. Dadurch wurde die Trennung besonders deutlich. Allerdings war der Handlungsstrang von Alina dadurch etwas weiter weg.

Die Charaktere haben mir dieses Mal nicht ganz so gut gefallen. Alexander getrieben von Rache und auch Sorge (was aber weniger im Fokus war) war für mich einfach zu viel und wurde Stück für Stück unsympathischer. Alina wurde weiterhin als starke Frau beschrieben, die sich diese Stärke aber auch immer wieder in den Kopf rufen musste. Das war super. Eine Entwicklung gab es für mich nur dahingehend, dass Alexander Zorbach "böse" wurde. Ansonsten ist für mich nicht viel passiert.

Das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen. Es war eine komplette 360-Drehung, die ich so nicht erwartet habe, allerdings war es viel zu langatmig. Ich habe mir die ganze Zeit die Frage gestellt: "Wieso sagt er das jetzt alles und wieso lässt er sein "Opfer" am Leben?".

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Veröffentlicht am 11.12.2025

Eintauchen in die Psyche einer ganzen Familie

Botanik des Wahnsinns
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Beim Stöbern bin ich auf das Buch von Leon Engler gestoßen - Profession hat hier Profession angezogen. Der Autor nimmt einen mit in den Rückblick einer ganzen Familiengeschichte an psychischen Erkrankungen ...

Beim Stöbern bin ich auf das Buch von Leon Engler gestoßen - Profession hat hier Profession angezogen. Der Autor nimmt einen mit in den Rückblick einer ganzen Familiengeschichte an psychischen Erkrankungen und psychiatrischen Aufenthalten. Ganz eindrücklich beschreibt er das Leben eines jungen Mannes, der Angst davor hat, wie seine Eltern und Großeltern zu werden und doch wird er als seltsam beschrieben. Er ist ruhe- und rastlos, kann schlecht Beziehungen eingehen, zieht "komische" Menschen an, schafft es als Psychologe Fuß zu fassen und versuchte Menschen zu verstehen, hinter die Diagnose zu schauen.

Das Buch ist schon recht "harte Kost". Einfach schnell lesen, funktioniert hier nicht. Ich habe Abschnitte teilweise mehrfach gelesen, um den Sinn zu verstehen, es auf mich einwirken zu lassen. Einige Aussagen haben in mir etwas bewegt und ich dachte "das stimmt". Ich fand es großartig, wie sehr der Mensch in den Mittelpunkt gerückt wurde. Dennoch war es für mich manchmal schwierig der Handlung zu folgen.

Die Handlung wurde in zwei Erzählsträngen dargestellt: Das Jetzt, in dem der Mann als Psychologe arbeitet und dem Früher, in dem er von seinen Eltern und Großeltern berichtet. So konnte ich ein umfassendes und tiefgreifendes Bild der Familie erhalten. Nur der Bruder war eher Nebensache. Es ist beeindruckend, wie der Protagonist Dinge hinterfragt oder ihm erst beim genaueren Betrachten klar geworden sind. Aber die Quintessenz bleibt: Man kann Menschen nicht ändern, sondern sie nur so akzeptieren wie sie sind.

Mit ist ehrlich nicht klar, ob die Handlung fiktiv oder biografisch ist. Aber genau das macht es auch spannend zu lesen. Auf jeden Fall regt das Buch zu Nachdenken an.

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