eine Frau stellt sich ihren Dämonen - wenig nachvollziehbar
Dem Sturm entgegenGehypt von einem anderen Buch der Autorin habe ich das Hörbuch "Dem Sturm entgegen" von Cecelia Ahern gehört. Gelesen wurde es von Sandrine Mittelstädt, die eine sehr angenehme Stimme hat - passend zur ...
Gehypt von einem anderen Buch der Autorin habe ich das Hörbuch "Dem Sturm entgegen" von Cecelia Ahern gehört. Gelesen wurde es von Sandrine Mittelstädt, die eine sehr angenehme Stimme hat - passend zur Handlung.
Enyas Leben steht Kopf: Sie ist unglücklich in ihrer Ehe, hat als Ärztin viel zu tun, steht kurz vor ihrem 47. Geburtstag (älter ist ihre Mutter nicht geworden) und kommt dann mitten in der Nacht zu einem Unfall dazu. Gerade so kann sie das Leben eines Jungen retten, ein Klassenkamerad ihres Sohnes. Alles wird ihr zu viel und sie begibt sich als Landärztin aufs Land. Dort versucht sie alles zu verarbeiten, wird jedoch von Personen und Erinnerungen heimgesucht. Ist wirklich alles so harmlos, wie es zu Beginn scheint? Wer ist für den Unfall verantwortlich? Alle geraten ins Kreuzfeuer. Wen kann Enya beschützen?
Wie gewöhnlich für Cecelia Ahern, ist alles aus der Erzählperspektive geschrieben. Dadurch ist immer eine gewisse Distanz da. Die Gefühle und Emotionen werden beschrieben, sind für mich aber nicht ganz spürbar. Eine Abschnitte waren aus der Vergangenheiten, Situationen die Enya oder ihre Mutter erlebt haben. Das war
Enya als Charakter gefällt mir überhaupt nicht. Zu Beginn konnte ich noch Sympathie für sie aufbringen, aber besonders am Ende war ich perplex. Diese Verhaltensweisen hätte ich ihr so, wie sie vorher beschrieben war, nicht zugetraut. Für mich gab es hier auch einen Logikfehler in der Handlung. Enya wird als wenig selbstbewusst und fast schon krankhaft altruistisch dargestellt. Sie versucht zu helfen, ihren Sohn und andere zu schützen, bleibt dabei aber nicht konsequent. Sie wirkt klein, lässt sich beeinflussen und kann kaum für sich einstehen. Gegen Ende wird auch noch vermittelt, dass sie skrupellos und berechnend sei. Irgendwie ergibt das keinen Sinn.
Die Handlung war zu Beginn sehr spannend. Durch den Unfall und das stückweise Aufdecken der Geschehnisse hatte ich viel Spaß daran, zuzuhören. Auch Zwischendurch kam immer wieder Spannung auf, besonders durch verschiedene Nebenfiguren. Das konnte aber nicht durchgehend bestehen bleiben. Ich bin dann doch öfters abgeschweift.
Das Ende war überraschend, aber nicht positiv gemeint. Wie schon weiter oben beschrieben, wurde Enyas Charakter (meiner Meinung nach) einmal komplett über den Haufen geworfen. Es wirkte alles so kurz, überstürzt und planlos geschrieben. Erst dachte ich noch, dass Erinnerungen lange verdeckt wurden. Der Eindruck wurde dann aber wieder negiert und ich stehe mit vielen Fragezeichen über dem Kopf da.
Fazit: Für mich das schwächste Buch von Cecelia Ahern.