Eine innere Reise mit viel Tiefe, aber teilweise zu verworren
Der Klang von Licht"Jedes Scheitern ist möglicherweise das Ende von etwas Falschem und der Anfang von etwas Richtigem."
Der Klang von Licht - vom Verschwinden und Sich-Finden ist ein Roman über die innere Reise und Sinnfindung. ...
"Jedes Scheitern ist möglicherweise das Ende von etwas Falschem und der Anfang von etwas Richtigem."
Der Klang von Licht - vom Verschwinden und Sich-Finden ist ein Roman über die innere Reise und Sinnfindung. Clara Maria Bagus bringt verschiedene fiktive Personen zusammen, die mehr oder weniger durch das Schicksal miteinander verbunden sind. Anfang lernt man zwei namenlose Frauen kennen, die tiefgreifende Entscheidungen treffen. Später lernt man Jean-Pierre und Juliette als für mich Hauptfiguren sowie weitere Nebenfiguren, u.a. Hermes und Elodie kennen. Alle haben ein mehr oder weniger trauriges Erlebnis erfahren und versuchen damit umzugehen und zu sich selbst zu finden. Vieles aus der Vergangenheit ist verdeckt und kommt im Laufe der Handlung Stück für Stück in den Vordergrund. Auch der Tod kommt als Protagonist vor und hat eine andere Sichtweise, er wird sogar teilweise als "Retter" dargestellt, was für mich ganz neu, aber nicht weniger schön war.
Ich muss ehrlich sagen, dass mich das Buch zu Beginn nicht gefesselt hat. Es war recht verwirrend durch die "namenlosen" Anfänge. Ich hatte Schwierigkeiten alles zu verstehen und in Zusammenhang zu bringen. Daher habe ich das Buch auch für einige Zeit beiseite gelegt. So fiel mir der Wiedereinstieg etwas schwerer. Auch die vielen Persönlichkeiten haben dazu beigetragen. Einmal wieder drin, habe ich dann recht zügig weitergelesen. Für mich wurde zunehmend alles verständlicher und auch die Personen wurden greifbarer.
Geschrieben wird aus der Erzählperspektive, wodurch eine gewisse Distanz entstand. Das finde ich aber recht passend zu der Handlung, da auch der Tod "übergeordnet" auf die Personen geschaut hat. Es war als würde man, wie der Tod, "nur" zuschauen und die Handlung verfolgen.
Allgemein war die Handlung sehr tiefgründig geschrieben mit sehr bedeutungsschweren Aussagen. Ich habe mir das ein oder andere Zitat mitgeschrieben. Das ganze Buch regt zum Nachdenken an.
Ich finde es erfrischend, dass mit dem Thema Suizid so offen umgegangen wird und sowohl die negativen, als auch die positiven Seiten beleuchtet werden. Vor allem, dass die Personen aus diesem Kreis wieder heraustreten konnten war sehr schön zu lesen. Allgemein wurde sehr offen mit negativen Lebensereignissen umgegangen, wie diese die Menschen kaputt gemacht haben und welche (positiven und negativen) Konsequenzen es gab.
Vor allem Jean-Pierre hat einen großen Teil der Handlung eingenommen. Über ihn habe ich am meisten erfahren und er hat für mich die größte Entwicklung gehabt: vom Macho-Arzt zum bodenständigen Mann, der weiß, was ihm wichtig ist und der für andere da ist, ohne sich zu profilieren. Seine Entwicklung war für mich auch nachvollziehbar, wobei ich das "tragische Ereignis" nicht ganz nachvollziehen konnte. Juliette, als für mich zweite Protagonistin, war für mich am Anfang sehr verworren und ich konnte sie ewig nicht in die Handlung einordnen. Sie wurde von der grauen Maus, deren Leben nur an ihr vorbeizieht, zu einer etwas selbstständigeren jungen Frau, die das Leben zu schätzen weiß. Dieser Wandel war für mich auch nicht ganz nachvollziehbar. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass mir ein Teil der Handlung fehlte (was aber nicht so war).
Besonders das Ende war für mich viel zu überstürzt und teilweise etwas zu kitschig. Die Verhaltensweisen haben für mich teilweise keinen Sinn ergeben. Am Ende hat sich aber alles zusammengefügt und es blieben keine Fragen offen (und ich hatte viele im Verlauf der Handlung).
Fazit: Das Buch regt zum Nachdenken an und ich empfehle die schönsten Zitate herauszuschreiben.