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Veröffentlicht am 02.02.2025

auf was es im Leben ankommt - in Büchern findet sich die ganze Welt

Der Buchspazierer
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"Der Buchspazierer" ist der erster Roman von Carsten Henn, den ich gelesen habe. Carl Kollhoff bringt seinen Kunden die Buchbestellungen abends nach Hause - auf einer festgelegten Route und immer die richtigen ...

"Der Buchspazierer" ist der erster Roman von Carsten Henn, den ich gelesen habe. Carl Kollhoff bringt seinen Kunden die Buchbestellungen abends nach Hause - auf einer festgelegten Route und immer die richtigen Bücher im Gepäck. Jedem Kunden hat er einen passenden literarischen Namen gegeben, so kommt er u.a. bei Mr. Darcy, Effi Briest und Frau Langstrumpf vorbei. Eines Tages steht die neunjährige Schascha mitten auf dem Münsterplatz und möchte Carl begleiten. Er, zu Beginn wenig erfreut, schließt das kleine Mädchen schnell ins Herz. Auch seine Kunden können sich einen Besuch ohne sie bald nicht mehr vorstellen - bis sie eines Tages nicht mehr mitkommt und Carl seine Stellung verliert.

Ich habe das Buch aufgrund des Film gekauft und gelesen, da ich gern vorab die Bücher lese. Schon der Einleitungstext von Carsten Henn hat mich in den Bann gezogen. Es war so schön geschrieben, dass ich mich gleich in das Buch gestürzt habe. Aus auktorialer Perspektive wird die Geschichte rund um den Buchhändler Carl Kollhoff beschrieben. Ich kann es gar nicht anders ausdrücken, aber ich finde den Schreibstil sehr bildhaft und liebevoll. Eine andere Rezension (von der Zeitschrift Brigitte) beinhaltete: "Ein Buch zum Einkuscheln, ein Buch das wärmt und Zuversicht spendet." Dieser Satz ist unfassbar treffend. Genau diese Gefühle hat das Lesen in mir ausgelöst.

Es war toll zu erfahren, welchen Einfluss die kleine Schascha auf den alten Carl hatte. Sie hat seinem Leben neuen Schwung gegeben, ihm gezeigt, was es heißt, glücklich zu sein. Er hat ihr Freunde, Freude und Zugehörigkeit gegeben - also eine Win-Win-Situation. Immer habe ich mitgefiebert, wie es ausgehen wird. Wird Carl weiterhin als Buchspazierer arbeiten dürfen? Darf Schascha weiterhin dabei sein?

Die Handlung zum Ende hin war für mich teilweise etwas plötzlich. Doch das hat der Geschichte nochmal etwas Spannung verliehen (obwohl es gar nicht unbedingt notwendig gewesen wäre). Der schnelle Stimmungs- und Meinungswechsel von Carl war für mich dabei der Punkt, über den ich etwas gestolpert bin.

Fazit: Der Buchspazierer ist ein sehr tiefsinniges Buch, das berührt und einen gleichzeitig zum Lächeln bringt. Ich kann es jedem nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Drama und Spannung pur auf der Hen Party

One of the Girls
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One of the Girls ist das erste Buch, dass ich von Lucy Clarke lese. Lexi, Bella, Ana, Eleanor, Robyn und Fen reisen nach Griechenland um eine unvergessliche Hen Party zu feiern. Alles läuft wie geplant, ...

One of the Girls ist das erste Buch, dass ich von Lucy Clarke lese. Lexi, Bella, Ana, Eleanor, Robyn und Fen reisen nach Griechenland um eine unvergessliche Hen Party zu feiern. Alles läuft wie geplant, bis Geheimnisse aufgedeckt werden. Trügt die ausgelassene Stimmung nur? Eins ist klar, nicht alle werden Griechenland verlassen.

Die Handlung wird fortlaufend aus den Sichtweisen der sechs Frauen erzählt. Dabei wird in der Erzählperspektive berichtet, was ich aber sehr gut fand, da ich es sonst viel zu verwirrend gefunden hätte. Anfangs war es für mich auch schwer alle vier Personen einzuordnen. Da die Sichtweisen aber oft wechseln, ging das nach kurzer Zeit sehr gut.

Die Figuren sind mir sehr viel Tiefe beschrieben. Ich finde es großartig, dass nicht nur die aktuelle Situation beleuchtet wird, sondern alle sechs Frauen auch in der Vergangenheit gezeigt wurden. Dadurch konnte ich die Verhaltensweisen und Gedanken viel besser nachvollziehen. Lexi, als Braut im Mittelpunkt der Handlung, ist die hübsche, talentierte Yogalehrerin, die sich ein geerdetes Leben wünscht. Bella, ihre Trauzeugin, liebt Alkohol und Partys - lässt sich gern gehen und will vergessen. Robyn ist die scheinbar unglückliche, graue Maus, die aktuell in einer Lebenskrise zu stecken scheint. Ana, eine neue Freundin von Lexi, macht sich Sorgen um ihren Sohn - viel mehr weiß man nicht über sie, bis ihre lang gehüteten Geheimnisse aufgedeckt werden. Eleanor, Lexis Schwägerin in spe, trauert um ihren verstorbenen Verlobten und ist eher in sich gekehrt und wirkt labil. Fen, Bellas Partnerin, ist "nur" dabei, weil ihrer Tante die Villa in Griechenland gehört. Sechs ganz unterschiedliche Frauen, die sich doch irgendwie ergänzen.

Von Anfang bis Ende fand ich das Buch sehr spannend. Immer wieder sind neue Geheimnisse aufgekommen und im Verlauf der Handlung auch aufgedeckt worden. Dabei stand immer eine andere Frau im Vordergrund, sodass die Gewichtung auch sehr gleichverteilt war. Das war sehr gut.

Da schon von Beginn klargestellt wurde, dass es eine Leiche geben wird, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wer sterben wird. Nach 350 Seiten habe ich alle Frauen so ins Herz geschlossen, dass ich nicht wollte, dass überhaupt eine stirbt. Der Twist am Ende (mit der Leiche) war für mich wirklich überraschend. Es war sehr gut geschrieben und lenkt ein wenig in die Irre.

Ich finde es toll, wie Lucy Clarke es hinbekommen hat das Urlaubsfeeling und die Landschaften wunderbar beschrieben, sodass ich mir sehr gut vorstellen konnte, dort zu sein. Gepaart mit der immer wieder auftretenden Spannung hat es viel Spaß gemacht der Hen Party zu folgen. Ich bin sehr begeistert.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Romantasy mit Dreiecksbeziehung - erfrischend und spannend

Covet
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Im Band 3 der Katmere-Academy-Reihe von Tracy Wolff muss sich Grace vielen Problemen und Herausforderungen gegenübersehen. So lies Hudson die Bombe ganz am Anfang platzen: Sie sind miteinander verbunden. ...

Im Band 3 der Katmere-Academy-Reihe von Tracy Wolff muss sich Grace vielen Problemen und Herausforderungen gegenübersehen. So lies Hudson die Bombe ganz am Anfang platzen: Sie sind miteinander verbunden. Grace weiß nicht, was sie davon halten soll. Was ist mit Jackson? Dann ist da noch Hudsons und Jacksons Vater, dem Grace ein Dorn im Auge ist. Sie muss sich beweisen, entscheiden und vieles aushalten. Wird Grace dem gewachsen sein und für welchen der Vega-Brüder entscheidet sie sich?

Ich habe das Hörbuch gehört. Wie schon in Band 2 haben Diana Gantner und Matthias Hoff gelesen. Wie gewohnt wurde der Hauptteil der Geschichte aus Graces Perspektive beschrieben. Diana Gantner hat eine sehr angenehme Stimme und es macht Spaß ihr zuzuhören. Der letzte Teil, dieses Mal ein größerer als in den vorherigen beiden Büchern, wurde aus der Sicht von Hudson geschrieben. Matthias Hoff hat ebenfalls eine angenehme Stimme, wirkt auf mich aber etwas zu alt für die Figur.

Genauso spannend wie Band 2 endete, startete das dritte Buch der Reihe. Ein großer Fokus wird auf die Dreiecksbeziehung zwischen Grace, Jackson und Hudson gelegt. Das finde ich sehr erfrischend. Vor allem die Dialoge zwischen Grace und Hudson sind geprägt von Witz, Romantik und gegenseitigem Necken.

Es passierte so viel, dass ich mich jetzt beim Schreiben der Rezension frage, ob das alles wirklich in einem Buch stattgefunden hat. Mir ist definitiv nicht langweilig geworden und es blieb bis zum Ende spannend. Zwei neue Charaktere wurden eingeführt, die ebenfalls einen neuen Schwung in die Handlung gebracht haben.

Bei einigen Handlungssträngen hätte ich mehr Dramatik schön gefunden, z.B. als die Entscheidung rund um Jackson im Raum stand. Aufgelöst wurde diese, für mich, dann doch wenig anspruchsvoll (kommt auf die Sichtweise an!). Es kommt immer wieder zu einem Hin und Her, für welchen Vega-Bruder sich Grace entscheiden soll/will. Am Ende fand ich es etwas anstrengend, dass sie sich entschieden hat und die Entscheidung dann doch wieder widerrufen will (und das mehrfach).

Das Ende war für mich nicht ganz so spektakulär, wie in den ersten beiden Büchern, obwohl es unerwartet kam. Vielleicht lag es daran: Ich habe diese Wendung nicht erwartet und so auch nicht verstanden, was der Sinn davon ist. Ich gehe davon aus, dass es in Band 4 eine Auflösung gibt.

Fazit: Das (Hör-)Buch ist spannend, witzig und romantisch. Wer auf teils kitschige Romantasy-Bücher steht wird hier nicht enttäuscht.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Dreimal Horror in einem Buch - zum Mitfiebern!

Böse Mädchen sterben nicht
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Christina Henry führt in ihrem Roman "Böse Mädchen sterben nicht" in verschiedene Horroszenarien. Celia ist in einer Kleinstadt und lebt ein Leben, dass ihr nicht bekannt vorkommt. Allie ist mit ihren ...

Christina Henry führt in ihrem Roman "Böse Mädchen sterben nicht" in verschiedene Horroszenarien. Celia ist in einer Kleinstadt und lebt ein Leben, dass ihr nicht bekannt vorkommt. Allie ist mit ihren Freunden in einer Waldhütte, wo ein großer Unbekannter die Jagd auf sie eröffnet und Maggie muss in einem Überlebensspiel kämpfen. Alle drei verbindet, dass sie nicht freiwillig da sind. Können sie dem Horror entkommen? Wer ist verantwortlich für ihre einzelnen Horrorszenarien?

Eine erste kurze Randbemerkung: Auf Englisch heißt das Buch "Good girls don't die" und ich finde es nicht passend, dass der deutsche Titel in "Böse Mädchen sterben nicht" übersetzt wurde.

Nachdem ich alle anderen Bücher von der Autorin gelesen habe, bin ich mit gemischten Gefühlen an das Buch herangegangen. Ich muss aber sagen, dass ich die Story sehr gelungen finde. Die drei Geschichten sind für sich sehr gut, vor allem die Erzählungen rund um Celia und Allie fand ich großartig. Es war spannend, brutal, blutig und, wie bei der Autorin gewohnt, gruselig. Die ganze Zeit habe ich mit gefiebert, ob alle drei aus den Szenarien ausbrechen können und wie die Auflösung ist. Ich fand es toll, dass die drei Hauptfiguren am Ende zusammengekommen sind und gemeinsam einen Weg herausgefunden haben.

Celia als erste Hauptfigur ist nicht recht greifbar, da sie sich an ihr früheres Leben nicht erinnern kann. Ab und an kommen Erinnerungsfetzen an die Oberfläche, quittiert mit Kopfschmerzen und Stück für Stück stellt sie ihr Leben in Frage. Allie lässt sich von ihren Freundinnen überreden gemeinsam mit deren Partnern einen Wochenendausflug zu einer Hütte im Wald zu machen. Schnell wird Allie klar, dass hier nichts normal ist und sie und ihre Freunde in großer Gefahr sind. Maggie ist nur darauf aus das Spiel zu überleben, um ihre Tochter wiederzusehen. Dabei muss sie gemeinsam mit 8 anderen Frauen verschiedene Aufgaben bewältigen, alle mit dem Ziel zu töten. Die drei Hauptfiguren haben einiges gemeinsam: Sie sind starke und schlaue Persönlichkeiten, die alles hinterfragen, gut kombinieren können und menschlich denken. Über die Handlung hinweg gab es auch mehrere Momente, in denen die Protagonisten ihre Verhaltensweisen hinterfragt haben (z.B. Ist es ok, wenn ich so reagiere, obwohl ich nie gedacht hätte, dass ich so etwas tun würde?). Das war durch die Außenperspektive sehr interessant und in mir kam dann dieselbe Frage auf - würde ich mich so verhalten?

Zu Beginn jedes Kapitel gibt es ein paar Chatnachrichten. Am Anfang fand ich das etwas komisch, aber recht schnell wurde mir bewusst, welchen Sinn diese Nachrichten haben - dies wird am Ende auch teilweise aufgelöst.
Der Erzählstil war wie gewohnt spannend und fesselnd. Es wird aus der Erzählperspektive geschrieben, wobei kursivgeschriebene Abschnitte die Innenansichten der einzelnen Protagonisten enthielt. Das war neu, die Umstellung war teilweise etwas schwierig, aber alles in allem konnte ich die Figuren so besser verstehen.

Bei diesem Buch von Christina Henry ist mir aufgefallen, dass viele Handlungsstränge offen bleiben und jedem selbst die Möglichkeit gibt, sich diese auszumalen. Auch das Ende ist sehr offen. Das Ende war gut, aber die Dramatik und Spannung hatte für mich auf den letzten Seiten nachgelassen. Die Begründung, warum die Frauen aus ihren Leben gerissen und in die Szenarien gesetzt wurden, war für mich ok (und ich kann mir vorstellen, dass es so etwas auch in der Realität geben könnte), aber irgendwie unspektakulär.

Fazit: Der Roman von Christina Henry ist sehr spannend und gruselig. Ich kann es nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 05.01.2025

Verruchter 6. Band der Bridgerton Reihe mit viel Erotik

Bridgerton – Ein hinreißend verruchter Gentleman
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Julia Quinn’s sechster Band der Bridgerton-Reihe umfasst das Liebesleben von Francesca. Ihr erster Ehemann ist nach zwei Jahren Ehe plötzlich verstorben. Francesca fällt in ein Loch, ihr bester Freund ...

Julia Quinn’s sechster Band der Bridgerton-Reihe umfasst das Liebesleben von Francesca. Ihr erster Ehemann ist nach zwei Jahren Ehe plötzlich verstorben. Francesca fällt in ein Loch, ihr bester Freund Michael steht ihr nicht bei - er kann nicht, denn er liebt sie seit dem Tag ihrer Hochzeit, mit seinem Vetter. Alles fühlt sich falsch an. Als sie sich Jahre später wiedersehen, sehen sich beide nicht mehr nur als Freunde. Können sich ihre Gefühle gegenüber dem schlechten Gewissen behaupten?

Francesca war in den bisherigen Büchern eher selten vertreten. Daher war sie für mich ein recht neuer Charakter. Lediglich aus der Netflix-Serie ist sie mir bekannt und in beiden Varianten ist sie die sehr überlegte, zurückhaltende junge Frau, die genau weiß, was sie will. Diese bleibt sie im Buch auch im Großen und Ganzen. In bestimmten Situationen verliert sie etwas von diesem überlegten Verhalten, vor allem wenn es um Michael geht.

Irgendwie bin ich mit Francesca als Charakter nicht warm geworden. Ich finde es toll, dass sie anders als die bisherigen Bridgerton-Kinder ist, allerdings ist für mich der Wandel in Bezug auf Michael nicht so recht glaubwürdig. Dieses Bedürfnis sich bei Michael einfach fallen zu lassen, gepaart mit der Bestimmtheit bei leidenschaftlichen Szenen passt für mich nicht ganz. Michael als Charakter fand ich richtig großartig. Gleich von den ersten Beschreibungen fand ich ihn toll. Er wurde mich viel Tiefe beschrieben und ich konnte all seine Verhaltensweisen und Handlungen nachvollziehen.

Ich war ehrlich überrascht, dass es in diesem Buch mehr erotische Beschreibungen gibt als in allen anderen. Irgendwann war es mir doch zu viel.

Die Handlung war durchgehen schön und auf eine eigene Art auch spannend. Klar war ja, dass sie sich kriegen, aber das wie war noch die Frage. Auch das Hin und Her der Gefühle war schön zu lesen.

Dieses Mal fand ich auch den zweiten (neuen) Dialog sehr gelungen. Endlich mal ein Epilog bei dem die Protagonisten im Vordergrund sind. Etwas gespoilert wurde in Bezug auf den Namen von Gregory’s Frau, aber das ist ok.

Fazit: eine schöne Geschichte von Francesca und Michael, aber der Funke ist nicht ganz übergesprungen.

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