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Veröffentlicht am 05.07.2020

Sehr klischeehaft, aber trotzdem gut für Zwischendurch

Truly
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Truly ist (soweit ich weiß) das erste Buch von Ava Reed im Genre New Adult und ich muss sagen, dass sie definitiv nichts falsch gemacht hat. Immerhin bedient sie sich reichlich an den Klischees des Genres ...

Truly ist (soweit ich weiß) das erste Buch von Ava Reed im Genre New Adult und ich muss sagen, dass sie definitiv nichts falsch gemacht hat. Immerhin bedient sie sich reichlich an den Klischees des Genres und verwendet eher weniger „eigene“ und originelle Ideen. Zumindest was die Grundidee der Story angeht.

Ich kenne ihren Schreib- und Erzählstil bereits und mochte ihn damals auch jetzt sehr gerne. Das Buch lässt sich schnell und flüssig, ich hab es so gut wie in einem Rutsch gelesen und bin unerwartet schnell am Ende angekommen, sodass ich mich tatsächlich gefragt hab, wie das passieren konnte, ohne, dass ich es überhaupt gemerkt habe. Die Kapitel haben eine sehr schöne und angenehme Länge, die das Buch nicht zu lange, aber auch nicht zu kurz haben wirken lassen. Die Aufmachung der einzelnen Kapitel ist auch sehr schön und gelungen.

Zu den Charakteren muss ich sagen, ich liebe sie ALLE. Und das kommt bei mir sehr, wirklich sehr selten vor. Sie waren alle individuell, nicht gleich und langweilig aufgebaut, jeder Charakter hat eine Hintergrundgeschichte, auf die bereits aufmerksam gemacht wurde und ich mich nur zu sehr freue, sie näher kennenzulernen. Die Charaktere sind alle so herzlich und liebevoll, haben ihre ganz eignen Eigenschaften, Stärken und Schwächen, Probleme und Sorgen und das find ich sehr schön, weil der Fokus nicht nur auf den Protagonisten, Andie und Cooper, lag. Sie wurden alle gut und sorgfältig ausgearbeitet. Das rechne ich der Autorin hoch an.

Andie wirkt anfangs sehr schüchtern und zurückhaltend, sie hat den einen oder anderen Tick, der sie erst zu Andie gemacht hat und eine so herzliche, freundliche und schöne Art, dass ich nicht anders konnte, als sie schon von Anfang an in mein Herz zu schließen. Was mich dann aber ein wenig stutzen lassen hat, war, dass sie am Ende Cooper gegenüber so fordernd und überhaupt nicht mehr zurückhaltend war. Ich war sehr überrascht, ob positiv oder negativ kann ich ehrlich gesagt gar nicht sagen, es war weder das eine noch das andere. Der Prozess der Weiterentwicklung war sehr leise und schleichend. Ich hab es bis zum Ende hin gar nicht wahrgenommen, aber offensichtlich hat sich da was bei ihr verändert, was eigentlich sehr positiv und schön ist. Das Einzige, das mir gefehlt hat, war ihre Liebe zu To-Do-Listen. Auf Instagram/Bookstagram wurde von allen Andie's große Liebe zu To-Do-Listen vermarktet und darauf aufmerksam gemacht, auch vom LYX Verlag selbst (soweit ich mich erinnern kann), das wurde auch innerhalb des Buches einmal erwähnt, aber leider hat sie keine einzige verfasst. Das fand ich sehr schade, weil ich To-Do-Listen auch so sehr Liebe und mich darauf gefreut hab. Das ist jetzt nichts Gravierendes oder Schlimmes, aber ganz schön wäre es trotzdem gewesen.

Cooper hinsichtlich der Zurückhaltung ähnlich wie Andie. In ihn hab ich mich mindestens genau so sehr verliebt wie in Andie, wenn nicht sogar noch mehr. Ihn prägt eine schwere und tragische Vergangenheit, die ihn nicht loslässt, gefangen hält und prägt, und die ihn unheimlich verletzlich macht. Er trägt einem so schweren, inneren Kampf mit sich, der mir fast das Herz gebrochen hat. Er hat mir unglaublich leidgetan und diese Leidenschaft, die er dadurch mit sich trägt, ist herzerwärmend. Er hat einen stark ausgeprägten Beschützerinstinkt, den sich wohl jede/-r Frau/Mann irgendwo in irgendeiner Form bei ihrem Partner wünscht. Seine Gefühle sind so ausgeprägt und generell fühlt er alles total intensiv, dass es nicht anders möglich ist, als dass es sich auf den Leser projiziert. Das Einzige, das ich mich noch gewünscht hätte, ist, dass er ein wenig mehr auf seine Familie eingegangen und mehr über die sie erzählt hätte.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden ist ordentlich kompliziert und ich kann verstehen, wenn einige Leser sie als kritisch ansehen. Die beiden reden über das gesamte Buch hinweg sehr wenig miteinander, gehen nirgends ins Detail oder auch nur auf eine wirklich persönliche Ebene und reden dann doch von Verliebtheit. Es war ein ewiges hin und her, selbst Andie gesteht sich ein, dass sich die beiden überhaupt nicht kennen, und doch ist die von solchen schwerwiegenden Gefühlen die Rede. Die beiden küssen sich mehrmals, aber ansonsten passiert auf körperlicher Ebene nicht mehr (zumindest nicht bis zum Schluss). Andie ging immer wieder auf ihn zu, er küsst sie, sorgt sich um sie und stößt sie dann wieder von sich weg. Ich hatte den Eindruck, dass gerade dieses Hin und Her die beiden dazu gebracht hat, sich ineinander zu verlieben, wenn das sinn macht? Ich hab die Chemie und das Knistern deutlich gespürt und irgendwie waren da nicht so viele Worte zwischen den beiden nötig. Das lag wahrscheinlich vor allem daran, dass wir Kapitel aus beiden Sichtweisen hatten und somit direkten Zugang zu den Gefühlen und Gedanken hatten. Deswegen kann ich es verstehen, wenn das einigen Lesern nicht gereicht hat und sie mehr erwartet haben, aber mich hat das (komischerweise) überhaupt nicht gestört, obwohl ich sonst auch immer auf die Kommunikation der Charaktere predige.

Das Einzige in dem Buch, das ich wirklich zu bemängeln hab, sind einige Dialoge. Gerade bei den ernsteren Themen haben sie ein wenig verkrampft und analytisch gewirkt, aber ansonsten war ich mit allem sehr zu frieden und fand es sehr schön.

Es ist ein solides Buch, das gut für Zwischendurch ist.

Fazit
"Truly" ist ein gelungener Auftakt einer Reihe, die ich sehr gerne weiterverfolgen und lesen werde. Es handelt sich im Endeffekt um eine schöne und klassische New Adult Geschichte, nur auf eigener und abgewandelter Art erzählt, die mich überhaupt nicht stört, aber wer die Nase voll von Klischees hat und etwas ganz neues Lesen will, wird hier nicht fündig. Ich liebe New Adult und fand das Buch und die Geschichte sehr schön erzählt. Die Charaktere und ihre sehr tief gehenden Gefühle gingen mir bis unter die Haut. Diese wunderschöne Geschichte konnte mich nicht kalt lassen. Ich liebe es.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2020

Repeat This Love mit weniger Liebe

Repeat This Love
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Ich habe mich wirklich sehr auf das Buch gefreut, gerade weil mir "Perfect Mistakes" von Kylie Scott so gefallen. Der Schreibstil und Erzählstil der Autorin ist wie sonst auch sehr locker und flockig, ...

Ich habe mich wirklich sehr auf das Buch gefreut, gerade weil mir "Perfect Mistakes" von Kylie Scott so gefallen. Der Schreibstil und Erzählstil der Autorin ist wie sonst auch sehr locker und flockig, ich bin über die Seiten geflogen und habe die Abschnitte der Leseprobe immer in einem Rutsch lesen können.

Am Anfang war ich schier begeistert, fand das Buch sehr toll und interessant. Es ist im Verlauf stets spannend, da es so viele Fragen gibt, die bis zum Ende offenbleiben. Generell ist dieses Buch ein etwas "anderes" New Adult Buch. Schon die Grundidee der Geschichte ist nicht das übliche College-Leben und der Fokus liegt auf keinem mysteriösen Badboy, sondern ist auch mal zur Abwechslung etwas ungewöhnlich. Deswegen kann ich schon an dieser Stelle sagen: Wer unbedingt New Adult lesen will, aber furchtbar genervt ist von den ganzen Klischees, sollte zu diesem Buch hiergreifen.
So spannend das Thema "Amnesie" auch ist, es bringt auch leider einige Nachteile mit sich. Ich bin wirklich zwiegespalten, was das Buch angeht und was ich davon halten soll.

Clementine ist eine sehr starke Protagonistin. Ich finde allerdings ein wenig zu stark. Sie geht mir mit dieser ganzen Amnesie-Sache zu leicht um. So wie es verschiedene Menschen gibt, gibt es natürlich auch verschiedene Reaktionen. Aber schließlich ist das ein Buch, da hat man natürlich die freie Wahl der Qual. Mir hätte es wenig mehr zugesagt, wenn Clem wenigstens ein bisschen emotional und im Inneren damit zu kämpfen hätte. Nach außen hin das Gleichgültige und nach innen hin etwas emotionaler. Aber dem war leider nicht so. Ich hatte fast den Eindruck, als wäre ihr total egal, dass sie ihr Gedächtnis verloren hat. Das war grundsätzlich das Problem. Clem kennt sich selbst nicht, verstehe ich, und wirkt sich selbst gegenüber etwas distanziert, was mir sogar mega gefallen hat, weil das die Amnesie so echt hat wirken lassen, aber es schien so, als hätte sie auch kein Interesse daran, sich mit ihrer Situation ordentlich auseinander zu setzen und sich klar zu machen, dass sie Jahre ihres Lebens quasi verloren hat. Diese Steifheit hat sich dann auf so gut wie alles ausgewirkt. Selbst ihre persönliche Entwicklung war dann zu steif. Der Fokus lag plötzlich auf der Beziehung (die meiner Meinung nach wenig Sinn ergeben hat) und auf Ed. Clem und ihre persönliche Weiterentwicklung wurden so gut wie vergessen und da ging einfach nichts mehr. Ich hatte das Gefühl, dass sie nur optisch nach außen hin stattgefunden hat, aber gerade so ein Thema bietet DIE Gelegenheit, um den Leser eine Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, beide leiden zu lassen, damit auch der Leser emotional mitgenommen wird und auch mal Tränen fließen und das Herz blutet. Wir kannten Clem vor dem Unfall zwar nicht, aber wir begleiten Clem von Anfang an. Ich habe eine Selbstfindungstour erwartet, wie sie an ihrer Situation wächst und stärker wird, stattdessen bekamen wir quasi nichts. Sie war mir zu lässig, naiv und gleichgültig. Das ist wirklich sehr schade. Clem hat mehr verdient als das.
Hier gab es leider überhaupt keine Verbindung, keine Gefühle und Emotionen, keine Tränen.
Einige ihrer Handlungen haben dann auch irgendwann einfach keinen Sinn ergeben.

**SPOILER*
Dass sie irgendwann ihre Koffer packt, weil das Zusammenleben nicht klappt, habe ich erwartet und hat mich ehrlich gesagt gefreut. Im Taxi hält sie gerade einen Monolog über Unabhängigkeit, Schlussstrich und Neuanfang und in der nächsten Sekunde - das Taxi ist noch nicht mal losgefahren - da ist sie schon wieder bei ihm eingezogen. Besonders diese Szene hat mich besonders auf die Palme gebracht. Einfach weil diese Szene zeigt, dass sie doch nicht so stark ist und irgendwo von anderen abhängig ist.
*SPOILER ENDE**

Das hat sich dann auch auf Ed ausgewirkt. Er ist ihr Exfreund, sie hat ihn verletzt und verlassen, er kann nicht so tun, als wäre das alles nicht passiert, muss er auch nicht - ist alles verständlich und gelungen. Aber hierauf folgt auch schon das nächste Problem: Ed war zu kalt. Er hat sich Clem gegenüber sehr distanziert verhalten, nur knapp geantwortet, nicht mehr mit ihr gesprochen als unbedingt nötig. Kann ich alles nachvollziehen, aber dadurch wurde auch das Verhältnis zwischen den beiden so steif. Clem fühlt sich zu ihm hingezogen, da ist so ziemlicher einer der wenigen ihrer Gedanken, die bei mir hängen geblieben sind. Das ist ja auch nicht verboten, auf irgendwas muss sich ja ihre neue Beziehung aufbauen (die kommen musste, das wird schon beim Lesen des Klappentextes klar). Die beiden machen über mehr als 150 Seiten hinweg absolut keinen Fortschritt, bis sie in seinem Bett schlafen soll. Dann fangen die beiden an rumzuschmusen, und sich zu küssen und alles ist wieder gut. Hä? Die Beziehung zwischen den beiden definieren sie als "Ich-weiß-noch-nicht-was-genau-ich-für-dich-fühle". Verstehe ich, schließlich waren sie schon zusammen, blöd nur, dass sich Clem nicht daran erinnern kann. Aber am nächsten Morgen halten die beiden auch schon Händchen und sonst was und verhalten sich einfach so, als wären sie zusammen. Das ging mir dann aber doch ziemlich von 0 auf 100. Man könnte ja jetzt sagen, dass daran nichts schlimm ist, schließlich waren sie schon mal zusammen. Ja, ABER Clem kann sich daran nicht erinnern. Sie ist mit einem quasi völlig Fremden zusammen. Die beiden lernen sich nicht kennen. Da kann mir jeder erzählen, was er will, aber wir lernen Ed nicht wirklich auf einer persönlichen und emotionalen Ebene kennen. Das war alles mehr wie Small-Talk. Aber anhand dessen kommt ihr doch nicht mit einer Person zusammen, oder?
Von Ed bekam ich zumindest sehr wenig mit, ich konnte zu ihm überhaupt keine Verbindung aufbauen, ich bekam von seinen Emotionen und Gedanken sehr wenig mit, er war einfach zu verschlossen. Es wurde nur an der Oberfläche gekratzt, was sehr schade ist, weil das Buch dennoch so viel Potenzial hat. Die Autorin hätte aus 330 Seiten 430 machen sollen und nochmal 100 Seiten nutzen sollen, um ihre Beziehung etwas mehr auszubauen. Das Buch wurde nur aus Clems Sicht geschrieben, aber die Autorin hätte auch aus Eds Sicht schreiben sollen.. Dann wüssten wir wenigstens mit Sicherheit, was er denkt und fühlt. Meiner Meinung ist es nicht möglich gewesen irgendwas zwischen den Zeilen rauszulesen. Klar, wer bin ich, dass ich sowas sagen kann? Ich schreibe nur hin und wieder, und auch nur als Hobby, aber selbst als Leser kann man dem Autor auch mal einen Verbesserungsvorschlag dalassen. Letzten endlich fand ich ihre Beziehung zu überstürzt und dass die beiden nach wenigen Monaten auch noch geheiratet haben, kam mir sehr unrealistisch vor, schließlich kennt sie Ed so gut wie gar nicht.

Das hat irgendwo dazu geführt, dass ich die Nebencharaktere viel sympathischer und interessanter fand als die Protagonisten und in einem Buch sollte das eigentlich nicht wirklich so sein..

Das Ende hingegen hat mich sehr überrascht. Dass die Person, die Clem überfallen hat, noch frei rumläuft, war schon klar und weil es immer mehr Andeutungen gab, war klar, dass es eine Person aus ihrem Umfeld sein kann, wurde auch deutlich. Mit dieser Person habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und der Überraschungseffekt war definitiv da, aber ich hätte mir gewünscht, dass der/die Täter/-in eine größere Rolle gespielt hätte und das sie/er häufiger vorgekommen wäre.

Gleichzeitig fand ich das Buch trotzdem einigermaßen interessant und man kann es natürlich auch lesen, es ist hält sich noch einigermaßen in Grenzen, aber für mich ist das dann einfach kein Herzensbuch oder Highlight. Für zwischendurch ist das Buch eigentlich ganz gut und bietet eine schöne Abwechslung zu den meisten anderen New-Adult Geschichten.

Fazit:
"Repeat This Love" ist ein Buch mit viel Potenzial, das leider ein wenig schlecht umgesetzt wurde, aber trotzdem schön für zwischendurch ist, weil es eine willkommene Abwechslung im Genre bietet. Auch wenn die Liebesgeschichte etwas überzogen wurde und die Charaktere zu steif und sehr distanziert wirken, ist die "Thematik" abwechslungsreicher, vielleicht nichts Neues, aber definitiv nicht so häufig in diesem Genre vertreten. Für einen Liebesroman gab es für mich zu wenig Gedanken, Gefühle, Emotionen und Liebe, die mich als Leser überhaupt nicht erreichen und rühren könnten. Die Umsetzung ist nicht ganz gelungen, aber trotzdem ist es ein solides Buch, das ich gerne weiterempfehlen kann, wenn man die Nase von den üblichen Klischees voll hat.

  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 14.06.2020

Zwischen Spannung und Liebe

Verity
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Colleen Hoover ist eine Autorin wie aus dem Himmel geschickt.
Ich habe schon viele ihrer Bücher gelesen, aber "Verity" ist definitiv mein Favorit. Ich habe das Buch schon letztes Jahr auf Englisch gelesen ...

Colleen Hoover ist eine Autorin wie aus dem Himmel geschickt.
Ich habe schon viele ihrer Bücher gelesen, aber "Verity" ist definitiv mein Favorit. Ich habe das Buch schon letztes Jahr auf Englisch gelesen und wieder hat es mich umgehauen. Es hat sich angefühlt, als hätte ich es zum ersten Mal gelesen. Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll.


Lowen Ashleigh hat mir von der ersten Seite an total gefallen. Ich mochte ihre Schüchternheit und die zurückgezogene Art. Sie ist so ein herzlicher Charakter, mit dem ich mich sofort verbunden gefühlt habe. Es ist eine große Chance als Jungautorin die Reihe von einer Legende fortzuführen, aber, dass es so viel nach sich ziehen würde, habe ich nicht erwartet.


Als sie Jeremy auf der Straße das erste Mal begegnet ist, habe ich nicht erwartet, dass er der Auftraggeber für die Fortsetzung besagter Reihe sein würde. Er kam mir anfangs so verschlossen und distanziert vor, dass ich mich gefragt habe, wohin das führen soll.
Natürlich hat mich die Autorin überrascht, da ich Lowen nie zugetraut hätte, dass sie sich ernsthaft in einen verheirateten Mann verlieben würde. Aber das ist so ziemlich das kleinste Übel.


Ich habe schon geahnt, dass es mit Jeremys Frau, Verity, etwas nicht ganz richtig ist. Als er anfangs gesagt hat, sie wäre zu verletzt nach einem Autounfall und Lowen müsste eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, war klar, dass etwas im Busch ist. Dann kam erst der Schock: Sie ist zwar bei Bewusstsein, aber gelähmt und reagiert auf nichts aus ihrer Umgebung. Ich habe mich mit dem Gedanken angefreundet und es dann in den Hintergrund geschoben.
Verständlich, weil ich zu sehr mit Lowens Entdeckung beschäftigt war.
Jeremy hat nicht viel über seine Frau gesprochen, deswegen war uns Verity unbekannt und wenn man dann anfängt, ihr Tagebuch zu lesen, glaubt man doch sofort, was da steht, oder?
Als Lowen ihr Tagebuch findet und darin liest, verändert sich das Buch schlagartig. Naja, eigentlich war es eine Autorenbiografie, aber es hatte die Züge eines Tagebuchs.
Aus dem New Adult Roman wird plötzlich ein Thriller.


In dem Tagebuch stehen viele persönliche Informationen und erzählen von den großen Tagen in Veritys Leben. Wie sie Jeremy kennengelernt hat. Die Geburt ihrer Töchter. Der Todestag ihrer Töchter.
Aber nichts ist so, wie man es erwartet. Sie erzählt davon, wie sehr sie es hasst, schwanger zu sein, weil Jeremy mehr an den Kindern liegt als an ihr. Wie sehr sie die beiden Kinder hasst. Wie sie versucht sie abzutreiben und selbst nach der Geburt umzubringen. Es war einfach grausam. Mir kam zwischen drin die Galle hoch und das eine oder andere Mal habe ich Tränen in den Augen gehabt.
Jeremy war nach dem Tod seiner beiden Töchter so unglaublich fertig und verletzt, dass ich es kaum glauben konnte, dass seine Frau das getan haben soll.
Mir hat es von den Kapiteln mit den Tagebucheinträgen gegraut. Am liebsten hätte ich sie übersprungen, so sehr hat mir das Herz zerrissen, aber anderer seits war es so unglaublich spannend, dass ich nicht aufhören konnte. Ich habe das Buch tatsächlich in einem Rutsch an einem Tag durchgelesen.


Ich bin Thriller gewohnt und lese sie hin und wieder auch gerne, aber in diesem Buch waren mehr Thriller Elemente, als in manchen Büchern aus dem Thriller Genre. Colleen Hoover könnte es fast mit Sebastian Fitzek aufnehmen. Ich dachte, es könnte nicht noch spannender werden, aber Colleen Hoover hielt auch hier eine Überraschung parat. Als Lowen dann auch noch angefangen hat, Verity in Fluren und Fenster zu sehen, Geräusche zu hören, sich von ihr beobachtet zu fühlen und Andeutungen von Jeremys Sohn zu hören, war es um mich geschehen. Da wusste ich, dass dieses Buch eines meiner Highlights für dieses Jahr wird. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich erschaudert bin oder eine Gänsehaut bekommen habe.


Ich war unglaublich erleichtert, als Lowen Jeremy das Tagebuch überreicht hat, und dachte, dieser Horror hat endlich ein Ende. Aber natürlich wurde es noch krasser. Jeremys Ausraster konnte ich sehr nachvollziehen, aber dass er Verity dann auch noch getötet hat, war doch ein wenig überraschend.


Wer dachte, dass das hier das Ende ist, hat sich genau so geirrt wie ich.
Lowen findet einen Brief von Verity, den sie zurückgelassen hat, weil sie ursprünglich geplant hatte, mit dem Sohn zu verschwinden.
Der Brief hat mich schockiert. Das war dann wohl der eigentliche Plottwist. Das war gar nicht ihre Biografie/Tagebuch, sondern eine Art Schreibübung zur Entwicklung ihres Psychopathen, in dem es in ihren Büchern ging. Sie wandelte diese schönen Erinnerungen in die Gedanken eines Psychopathen um. Das entsprach also alles gar nicht der Realität. Sie ist umsonst gestorben, Sie war vollkommen unschuldig. Sie hat ihre Krankheit/Verletzung nur inszeniert, weil Jeremy dieses Tagebuch schon mal gefunden hat und Veritys Unfall, wie sie ihn am Ende ihrer Tagebuchs/Biografie beschrieben, vorzutäuschen und sie umzubringen. Weil er schon mal dachte, dass das die Wahrheit ist. Dass Jeremy an dem Unfall schuld ist, hat mich getroffen wie ein Schlag mitten ins Gesicht.


Anstatt Jeremy den Brief zu überreichen zerreißt sie ihn und schmeißt ihn weg. Kann ich irgendwie nachvollziehen. Aber verdient er nicht die Wahrheit? Sollte Lowen nicht Angst vor ihm haben, nach dem er einmal versucht hat, seine Frau zu töten, und sie anschließend tatsächlich ermordet hat? Ich jedenfalls hätte es. Das Buch ist einfach heftig.


Ansonsten fand ich die entstehende Beziehung zwischen Lowen und Jeremy sehr authentisch. Es war ein langsames Herantasten, nichts war übereilt, die Liebesgeschichte entwickelte sich vor den Augen des Lesers. Sehr gut fand ich, dass die New Adult Elemente deutlich zu spüren waren und nicht von den Thriller-Anteilen überlagert und unterdrückt wurden. Umgekehrt gilt dasselbe. Wirklich sehr gut geschrieben

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.06.2020

Zwischen Spannung und Liebe

Verity
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Colleen Hoover ist eine Autorin wie aus dem Himmel geschickt.
Ich habe schon viele ihrer Bücher gelesen, aber "Verity" ist definitiv mein Favorit. Ich habe das Buch schon letztes Jahr auf Englisch gelesen ...

Colleen Hoover ist eine Autorin wie aus dem Himmel geschickt.
Ich habe schon viele ihrer Bücher gelesen, aber "Verity" ist definitiv mein Favorit. Ich habe das Buch schon letztes Jahr auf Englisch gelesen und wieder hat es mich umgehauen. Es hat sich angefühlt, als hätte ich es zum ersten Mal gelesen. Ich weiß gar nicht, wo ich beginnen soll.


Lowen Ashleigh hat mir von der ersten Seite an total gefallen. Ich mochte ihre Schüchternheit und die zurückgezogene Art. Sie ist so ein herzlicher Charakter, mit dem ich mich sofort verbunden gefühlt habe. Es ist eine große Chance als Jungautorin die Reihe von einer Legende fortzuführen, aber, dass es so viel nach sich ziehen würde, habe ich nicht erwartet.


Als sie Jeremy auf der Straße das erste Mal begegnet ist, habe ich nicht erwartet, dass er der Auftraggeber für die Fortsetzung besagter Reihe sein würde. Er kam mir anfangs so verschlossen und distanziert vor, dass ich mich gefragt habe, wohin das führen soll.
Natürlich hat mich die Autorin überrascht, da ich Lowen nie zugetraut hätte, dass sie sich ernsthaft in einen verheirateten Mann verlieben würde. Aber das ist so ziemlich das kleinste Übel.


Ich habe schon geahnt, dass es mit Jeremys Frau, Verity, etwas nicht ganz richtig ist. Als er anfangs gesagt hat, sie wäre zu verletzt nach einem Autounfall und Lowen müsste eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben, war klar, dass etwas im Busch ist. Dann kam erst der Schock: Sie ist zwar bei Bewusstsein, aber gelähmt und reagiert auf nichts aus ihrer Umgebung. Ich habe mich mit dem Gedanken angefreundet und es dann in den Hintergrund geschoben.
Verständlich, weil ich zu sehr mit Lowens Entdeckung beschäftigt war.
Jeremy hat nicht viel über seine Frau gesprochen, deswegen war uns Verity unbekannt und wenn man dann anfängt, ihr Tagebuch zu lesen, glaubt man doch sofort, was da steht, oder?
Als Lowen ihr Tagebuch findet und darin liest, verändert sich das Buch schlagartig. Naja, eigentlich war es eine Autorenbiografie, aber es hatte die Züge eines Tagebuchs.
Aus dem New Adult Roman wird plötzlich ein Thriller.


In dem Tagebuch stehen viele persönliche Informationen und erzählen von den großen Tagen in Veritys Leben. Wie sie Jeremy kennengelernt hat. Die Geburt ihrer Töchter. Der Todestag ihrer Töchter.
Aber nichts ist so, wie man es erwartet. Sie erzählt davon, wie sehr sie es hasst, schwanger zu sein, weil Jeremy mehr an den Kindern liegt als an ihr. Wie sehr sie die beiden Kinder hasst. Wie sie versucht sie abzutreiben und selbst nach der Geburt umzubringen. Es war einfach grausam. Mir kam zwischen drin die Galle hoch und das eine oder andere Mal habe ich Tränen in den Augen gehabt.
Jeremy war nach dem Tod seiner beiden Töchter so unglaublich fertig und verletzt, dass ich es kaum glauben konnte, dass seine Frau das getan haben soll.
Mir hat es von den Kapiteln mit den Tagebucheinträgen gegraut. Am liebsten hätte ich sie übersprungen, so sehr hat mir das Herz zerrissen, aber anderer seits war es so unglaublich spannend, dass ich nicht aufhören konnte. Ich habe das Buch tatsächlich in einem Rutsch an einem Tag durchgelesen.


Ich bin Thriller gewohnt und lese sie hin und wieder auch gerne, aber in diesem Buch waren mehr Thriller Elemente, als in manchen Büchern aus dem Thriller Genre. Colleen Hoover könnte es fast mit Sebastian Fitzek aufnehmen. Ich dachte, es könnte nicht noch spannender werden, aber Colleen Hoover hielt auch hier eine Überraschung parat. Als Lowen dann auch noch angefangen hat, Verity in Fluren und Fenster zu sehen, Geräusche zu hören, sich von ihr beobachtet zu fühlen und Andeutungen von Jeremys Sohn zu hören, war es um mich geschehen. Da wusste ich, dass dieses Buch eines meiner Highlights für dieses Jahr wird. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich erschaudert bin oder eine Gänsehaut bekommen habe.


Ich war unglaublich erleichtert, als Lowen Jeremy das Tagebuch überreicht hat, und dachte, dieser Horror hat endlich ein Ende. Aber natürlich wurde es noch krasser. Jeremys Ausraster konnte ich sehr nachvollziehen, aber dass er Verity dann auch noch getötet hat, war doch ein wenig überraschend.


Wer dachte, dass das hier das Ende ist, hat sich genau so geirrt wie ich.
Lowen findet einen Brief von Verity, den sie zurückgelassen hat, weil sie ursprünglich geplant hatte, mit dem Sohn zu verschwinden.
Der Brief hat mich schockiert. Das war dann wohl der eigentliche Plottwist. Das war gar nicht ihre Biografie/Tagebuch, sondern eine Art Schreibübung zur Entwicklung ihres Psychopathen, in dem es in ihren Büchern ging. Sie wandelte diese schönen Erinnerungen in die Gedanken eines Psychopathen um. Das entsprach also alles gar nicht der Realität. Sie ist umsonst gestorben, Sie war vollkommen unschuldig. Sie hat ihre Krankheit/Verletzung nur inszeniert, weil Jeremy dieses Tagebuch schon mal gefunden hat und Veritys Unfall, wie sie ihn am Ende ihrer Tagebuchs/Biografie beschrieben, vorzutäuschen und sie umzubringen. Weil er schon mal dachte, dass das die Wahrheit ist. Dass Jeremy an dem Unfall schuld ist, hat mich getroffen wie ein Schlag mitten ins Gesicht.


Anstatt Jeremy den Brief zu überreichen zerreißt sie ihn und schmeißt ihn weg. Kann ich irgendwie nachvollziehen. Aber verdient er nicht die Wahrheit? Sollte Lowen nicht Angst vor ihm haben, nach dem er einmal versucht hat, seine Frau zu töten, und sie anschließend tatsächlich ermordet hat? Ich jedenfalls hätte es. Das Buch ist einfach heftig.


Ansonsten fand ich die entstehende Beziehung zwischen Lowen und Jeremy sehr authentisch. Es war ein langsames Herantasten, nichts war übereilt, die Liebesgeschichte entwickelte sich vor den Augen des Lesers. Sehr gut fand ich, dass die New Adult Elemente deutlich zu spüren waren und nicht von den Thriller-Anteilen überlagert und unterdrückt wurden. Umgekehrt gilt dasselbe. Wirklich sehr gut geschrieben!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.05.2020

Zum Verbrennen

Wir sind das Feuer
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Die Aufmachung des Buches hat mich sofort angesprochen. Es ist schön pink, hat ein Marmormuster und glitzert auch noch ganz schön. Das schreit doch geradezu nach einer wunderschönen Liebesgeschichte. Manchmal ...

Die Aufmachung des Buches hat mich sofort angesprochen. Es ist schön pink, hat ein Marmormuster und glitzert auch noch ganz schön. Das schreit doch geradezu nach einer wunderschönen Liebesgeschichte. Manchmal ist das Cover trügerisch und an diesen Tagen verfluche ich mein inneres Cover-Opfer.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte aufgeteilt und jeweils mit einem Stichwort versehen. Diese Stichwörter spielen in dem jeweiligen Abschnitt eine kleine Rolle, denn Louisa, die Protagonistin des Buches, hat eine Vorliebe für außergewöhnliche Wörter und schreibt diese in dem jeweiligen Abschnitt in ihr kleines Notizheft. Die Wörter sind tatsächlich teilweise sehr ausgefallen und hören sich ziemlich schön an. Diese Zwischenüberschriften waren so ziemlich mein Highlight in dem Buch.

Louisa hat eine schwere Vergangenheit hinter sich. Sie muss dabei zu sehen, wie ihr Vater vor ihren Augen wegen eines Autounfalls ums Leben kommt. Ihre Mutter nimmt dieser Schicksalsschlag schwer mit. Sie hat mit Suchtproblemen zu kämpfen und die junge Louisa muss auf einen Schlag erwachsen werden, um für ihre Mutter da zu sein. Ihre große Schwester ist bereits verheiratet, hat ein Kind und lässt sie mit ihrer Mutter alleine. Louisa wird in dieser schweren Zeit stark geprägt. Sie zieht sich in sich zurück, lässt keinen an sich ran und ist innerlich gebrochen. Sie flüchtet ans Redstone College und erhofft sich, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Ihre Vergangenheit ist ganz klar nicht leicht und nicht sehr schön, aber die Art, wie er ein Teil von Louisas Charakter gespielt war, hat mir überhaupt nicht gefallen. Sie hat einen unglaublichen Hehl daraus gemacht, absolut niemanden an sich rangelassen, weil sie sich viel zu kaputt und verkorkst hält. Ich habe nicht das gleiche durchmachen müssen wir Louisa und kann daher nicht wissen, wie sich das auf einen Menschen auswirkt, aber für mich hat sie eher den Eindruck gemacht, als hätte sie jemanden umgebracht oder anderweitig schlimme Dinge in ihrem Leben gemacht. Als wäre sie verkorkst, nicht verletzt und traurig. Sie verhält sich sehr schüchtern, ist eher zurückhaltend, aber als es dann zum Sex mit Paul kam, war sie alles andere als schüchtern. Das hat mir in dem Moment auch nicht zugesagt, weil es einfach nicht zu ihrem Charakter gepasst hat. Ja, sie kann wild sein, feiert auf Partys, lässt auch mal die Sau raus und betrinkt sich, aber auf eine andere Art als in der Nacht mit Paul. Gerade weil sie in der Waldhütte ein wenig zurückhaltender gewirkt hat, obwohl es auch fast zum Sex kam.

Paul ist mir ein Rätsel. Wobei, viel mehr ist mir ein Rätsel, wieso alle so auf ihn abfahren. Paul ist der klassische Badboy. Er wickelt jede Frau um den Finger, begnügt sich, so oft er kann, und ist tief im Inneren tiefgründig und trägt ein düsteres Geheimnis mit sich. Auch hier wirds schwierig. Er hat auf mich einen sehr oberflächlichen Eindruck gemacht. Offensichtlich ist er ein Badboy, das will ich absolut nicht abstreiten, aber für mich machte eher den Eindruck, als wäre da mehr Schein als Sein. Ich konnte keine Verbindungen zu ihm aufbauen, weil er sich so idiotisch benommen hat. Sein Verhalten war teilweise sogar ekelhaft. Er genießt Louisas eifersüchtigen Blicke, während am Lagerfeuer die Hand eines anderen Mädchens auf seinem Oberschenkel liegt, obwohl es Louisa offensichtlich verletzt und er ihr auf keinen Fall wehtun will. Merkste was? Kaum bestand dann wenige Augenblicke später die Möglichkeit, dass sie mit einem anderen Typen verschwunden ist, dreht er halb durch und macht sich sofort auf die Suche nach ihr. Große Klasse, ehrlich. Nur um kurz mit ihr rum zu knutschen, sie im nächsten Moment von sich zu stoßen und mit dem Mädchen vom Lagerfeuer abzuhauen. Seine „unwiderstehliche“ Art kam mir zu arrogant vor. Das war mein größtes Problem mit dem Buch: Ich kam mit den Protagonisten einfach nicht zurecht. Wobei mir Pauls verrückte und wilde Seite echt zugesagt hat. Zumindest fand ich ihn kurzzeitig auch mal ein bisschen toll.

Dennoch waren da noch andere Faktoren, die mich sehr gestört haben. Die Beziehung der beiden war mir auch nicht sehr geheuer. Louisa begegnet Paul bereits am ersten oder zweiten Tag am College Paul im Firefly, einem kleinen lokal, in dem sie bereits arbeitet. Beide fühlten sich natürlich sofort voneinander angezogen und begegneten sich danach ständig immer wieder. Louisa war wenigstens so schlau und hat versucht ihn zu meiden. Das geht spätestens auf ihrer ersten Party flöten, als sie ihn zum ersten Mal küsst. Ohne zu wissen, dass das Paul ist, vor dem sie gewarnt wurde. In den ersten zwei Wochen erfolgten so viele Ereignisse, dass ich irgendwann komplett den Überblick verloren habe und mich gefragt hab, aber sag mal Louisa, du kennst diesen Typen doch überhaupt nicht? Diese „Sache“ zwischen den beiden hat sich sehr schnell entwickelt, was mich eher an die On-Off-Beziehung von Selena Gomez und Justin Bieber erinnert hat, als an Zuneigung. Sei es drum, die beiden haben trotzdem zu einander gefunden.

Irgendwann konnte ich den Inhalt des Buches nicht mehr in mich aufnehmen, weil mich die Wortwiederholungen der Autorin beinahe provoziert haben. Ich hatte irgendwann das Gefühl, dass die beiden nichts anderes getan haben, als sich mit den Augen zu taxieren, die nebenbei nur am Leuchten, und funkeln, und glitzern waren. Edward Cullen? Hast du dich verlaufen? Der Titel ist, wie oben bereits erwähnt, „Wir sind das Feuer“. FEUER. Das hat die Autorin wohl etwas zu ernst genommen. Am Ende war das Buch voller Anspielungen auf Feuer, was mich so sehr gestört hat, dass ich das Buch am liebsten selbst in Brand gesteckt hätte. Louisas Haare sind orange. Wie Feuer. Sie ist so gefährlich wie Feuer. Er ist so gefährlich wie Feuer. In ihren Augen lodert das Feuer (wenn darin nicht gerade ein Sturm tobt). Sie ist sein Feuermädchen. Spätestens da hats bei mir dann aufgehört. Alleine im Klappentext mit weniger als zehn Sätzen gibt es bereits zwei Anspielungen auf Feuer. Innerhalb des Buches reihen sich diese Wortspiele aneinander wie Dominos. Einmal zu viel und alles fällt. Feuermädchen hört sich für mich persönlich ein wenig zu kindisch an, als dass es ein erwachsener Mann sagen würde, aber jedem seins. Ganz nebenbei hat sich auch keinen Sinn für Metaphern. Zumindest kam es mir so vor, als wären sie an den falschen Stellen platziert worden. Da frage ich mich schon ein wenig wozu es sowas wie ein Lektorat gibt.

Ihr Erzählstil hat mir auch ein wenig zu schaffen gemacht. Meiner Meinung nach hat die Autorin mehrere Szenen angefangen, aber nicht wirklich zu Ende gebracht, sondern beim guten Teil abgebrochen. So war das zum Beispiel, als Paul den Ausflug mit seinem kleinen Bruder gemacht hat. Man hätte noch so viel mehr aus dieser Szene rausholen können und mehr über die beiden erzählen können. Tiefgründig werden. Oder, als Paul Joggen war. Das hat mich dann leider geärgert.

Außerdem hat mich dieser ständige Perspektiven-Wechsel furchtbar gestört. In einem Kapitel mit knapp 12 Seiten gab es bestimmt fünfmal einen Perspektiven-Wechsel. Ich persönlich mag es, wenn jedes Kapitell aus einer Sicht erzählt wird. MAXIMAL zwei. So kann man sich immerhin an die Protagonisten gewöhnen. Ich konnte mich in diesem Buch einfach nicht an die Protagonisten gewöhnen und mich in sie hineinversetzen, weil ständig aus allen Perspektiven erzählt wird.

Ich muss aber gestehen, dass Redstone eine der schönsten Locations ist, die ich je in einem Buch miterleben durfte. Die Aussicht auf die Berge, die Wälder… es hört sich einfach unheimlich schön und romantisch an. Sollte ich jemals in die Staaten reisen, wird das einer meiner Zielorte sein.

So richtig umgehauen hat mich aber das Ende. Das habe ich überhaupt nicht kommen sehen. Der Überraschungseffekt hat mich sehr mitgenommen. Es gab bereits Hinweise darauf, dass Paul jemanden umgebracht hat. Am ehesten habe ich da schon an einen Autounfall gedacht. Das beide einen Autounfall hatten, kam mir schon ein wenig suspekt und zufällig vor. Trotzdem war ich dann sehr überrascht, als sich Paul an seinen Autounfall erinnert und plötzlich merkt, dass er in Louisas und Louisas Vater ihren Wagen gefahren sind und er somit ihren Vater getötet hat. Damit endet auch schon das Buch und auch wenn mir der Rest nicht sehr gefallen hat, lässt es viel Spielraum für den zweiten Band und ich bin furchtbar gespannt und neugierig wie es zwischen den beiden weitergeht oder ob er es ihr überhaupt erzählt. Ich weiß nicht, ob ich mir den zweien Band kaufen und ihn lesen werde, weil die Gefahr einer Enttäuschung sehr groß ist und ich die Autorin nicht unnötig kritisieren möchte, wenn ich schon weiß, dass ich mit dem ersten Buch Probleme hatte.

Fazit:
Eine klassische Badboy-Romance College Geschichte für zwischendurch, das vielen sicher gefallen wird, aber mit dem ich leider meine Schwierigkeiten hatte. Die Charaktere schienen nicht greifbar und oberflächlich und auch die Tiefe der Beziehung war nicht greifbar. Ein schönes Setting, ein unglaublicher Schluss und eine tolle Aufmachung, aber leider nicht genug für ein tolles Buch. Manche Bücher sind für einen nicht geschaffen und wir beide werden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr. Nichtsdestotrotz steckt viel spürbare Mühe dahinter, die es den Versuch wert macht.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere