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Veröffentlicht am 09.09.2020

Ganz nett für Zwischendurch

Nothing Between Us
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Zu Anfang meiner Zeit auf Bookstagram bin ich auf dieses Buch gestoßen und seit dem stand es ewig auf meiner Wunschliste. Das Cover hat mich sofort angesprochen und ich hatte bereits so ein Gefühl, dass ...

Zu Anfang meiner Zeit auf Bookstagram bin ich auf dieses Buch gestoßen und seit dem stand es ewig auf meiner Wunschliste. Das Cover hat mich sofort angesprochen und ich hatte bereits so ein Gefühl, dass ich dieses Buch mögen werde. Viele wissen, dass ich an Glitzer und Schimmer einfach nicht vorbei gehen kann, also hätte ich es früher oder später sowieso gelesen. Schließlich beginnt Liebe immer mit einem ersten Blick - erst Recht wenn Glitzer mit im Spiel ist.

Der Einstieg in das Buch fiel mir ziemlich leicht, auch wenn der Schreibstil überhaupt nicht mein Fall war. Ich empfand ihn leider als sehr verkrampft und erzwungen. Die Sätze hatten einen teilweise sehr umständlichen Satzbau und auch manche Wörter waren fehl am Platz. Dann gab es wiederum Szenen, an denen der Schreibstil und die Wortwahl nicht hätte besser sein können. Da kam er mir sehr flüssig und leicht vor, schon fast poetisch. Das war eine sehr merkwürdige Sache. Der Schreibstil eines Autors ist meistens eh immer eine Sache für sich, aber bei diesem Buch war das besonders verwirrend. Normalerweise hätte mich das enorm gestört, aber hier wurde das durch die tollen Charaktere und die interessante Storyline wieder wett gemacht.

Ella hat mich unglaublich fasziniert. Ihre schwere Vergangenheit ohne Vater und einer Mutter, die sich weder um sie noch um ihre kleine Schwester sorgt, ist alles andere als einfach. Als sie dann auch noch mit 18 rausgeworfen wird und plötzlich auf eigenen Beinen stehen muss, hat sie endgültig mit ihr abgeschlossen. Nur ihre kleine Schwester hält sie davon, sich von ihrem alten Leben zu lösen. Die Art, wie sie sich um ihre kleine Schwester sorgt und für sie quasi durch die Hölle gehen würde, hat mein Herz erwärmt.
Generell hat Ellas Persönlich zwei unterschiedliche Seiten. Sie kann sehr freundlich und liebevoll sein und sich um ihre Mitmenschen sorgen und kümmern oder sie fährt ihre Krallen aus und wird zu der starken, unantastbaren und selbstbewussten Frau, die niemanden an sich ran lässt. Diese zwei Seiten sind wie Tag und Nacht - sie können nicht unterschiedlicher sein und dennoch harmonieren sie perfekt und ermöglichen ein friedliches Miteinander.
Gerade ihre bissige Seite konnte mich von sich überzeugen. Ihre Mutter lässt sich schnell auf miese Männer ein, beutet sie aus und sucht sich wieder einen neuen, um nichts alleine finanzieren zu müssen.
Ella hat es sich zum Ziel gemacht, nicht so zu sein wie ihre Mutter und eine unabhängige Frau zu sein, die keinen Mann in ihrem Leben braucht. Und das habe ich fühlen können. Das können wahrscheinlich alle Leser spüren. Als sie auf Lewi trifft, ist ihr innerer Kampf so real, das man tatsächlich beinahe nach ihm greifen könnte, versteht ihr was ich meine? Sie merkt selbst, dass sie ihm langsam verfällt, kämpft dagegen an und steht im Konflikt mit sich selbst. Insgesamt zog sich alles über ein ganzes Jahr hinweg, nichts war übereilt, jeder hat sich die Zeit genommen die er braucht. Das ist es, was das Buch so toll macht. Häufig finden wir folgendes: Unabhängige Frau trifft auf tollen Mann, sagt, sie verfällt ihm nicht und auf der nächsten Seite sind die beiden schon zusammen. Es fehlt dieser innerer Konflikt in der Protagonistin, den wir bei Ella so schön vorfinden.

Wenn wir schon bei Lewi sind:
Umso mehr ich mich mit Ella verbunden gefühlt hab, umso weniger konnte ich mich in Lewi hineinversetzen.
Er scheint ein attraktiver Mann zu sein, der viel einstecken musste und trotzdem Spaß am Leben hat.
Das sein Freund starb tat mir wirklich sehr leid und umso mehr konnte ich nachvollziehen, wieso er einen solch gefährlichen Job hat und ihn für nichts auf der Welt eintauschen würde. Er lächelt viel, liest Bücher (was ihn noch attraktiver macht) und mag Ella. Das war’s so ziemlich. Zumindest ist bei mir nicht mehr hängen geblieben als das.
Ich verstehe wieso Ella ihm verfallen ist - aber mir fehlt noch die tiefe Verbindung.
Emotional konnte ich leider überhaupt nichts zu ihm aufbauen, was bei dieser Geschichte eigentlich hätte sein müssen.

Die Story hat mir dennoch sehr zugesagt.
Wie bereits gesagt ging es zwischen den beiden oft hin und her. Die Dates im Kaffee sind total romantisch und süß, die Übernachtung in Ellas altem Haus ging mir mitten ins Herz und Ellas ständige Angst um Lewi bescherte mir eine Gänsehaut. Das alles ist aber nichts im Vergleich zu Ellas Unfall. Ich habe kommen sehen, dass einer der beiden einen schweren Unfall haben wird. Ich dachte allerdings, dass Lewi sein würde, immerhin war das, das naheliegende wegen seinem Job. Als es dann allerdings Ella traf, war ich mehr als überrascht und getroffen. Es tat tatsächlich weh und bei Lewis Reaktion ist auch die eine oder andere Träne verloren gegangen.

Fazit
Im Nachhinein ist "Nothing Between Us" ein Buch, dass uns eine schöne und emotionale Liebesgeschichte erzählt und eine Protagonistin schenkt, die uns viel auf den Weg mitgeben kann und sich anfühlt wie eine Freundin, die wir lange nicht gesehen haben.
Der Schreibstil und Protagonist haben sich leider nicht sehr in die Story eingefügt, aber trotzdem war ein nettes Miteinander möglich.
Dadurch ist es natürlich nicht das beste Buch, dass ich je gelesen habe, aber trotzdem ist es ein wunderschönes Buch für zwischendurch, das ich jedem empfehlen würde und für das ich mich nochmal entscheiden würde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2020

Redwood Love #1, Kelly Moran

Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick
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Die Redwood-Trilogie gehört wohl zu dem Büchern, die vor einigen Jahren den Grundstein für New Adult gelegt haben und wodurch dieses Genre erst so richtig populär wurde. Ich bekam viele Empfehlungen zu ...

Die Redwood-Trilogie gehört wohl zu dem Büchern, die vor einigen Jahren den Grundstein für New Adult gelegt haben und wodurch dieses Genre erst so richtig populär wurde. Ich bekam viele Empfehlungen zu diesem Buch, hörte überwiegend Gutes über diese Bücher und kam einfach nicht mehr drum rum. Als ich die Reihe dann im Regal meiner lokalen Bibliothek sah, dachte ich, ich gebe dem ganzen eine Chance, auch wenn ich normalerweise von derart "gehypten" Büchern nicht viel halte. Und eins kann ich jetzt schon sagen: Ich bin froh, dass ich nur den ersten Band mitgenommen habe und nicht die ganze Reihe.

Vorweg möchte ich sagen, dass das Buch keines Wegs schlecht ist. Die Grundidee hinter dem Buch hat mir ehrlich gefallen. Die Message dahinter, der Tiefgang, der emotionale Umgang, das "versteckte" Thema - alles super und wirklich klasse. Einige Leser/-innen werden sich verstanden und geborgen fühlen. Werden sich vielleicht damit identifizieren können. Den einen oder anderen kann es vielleicht auch motivieren oder die Hoffnung auf die wahre Liebe wieder geben. Davon war ich wirklich sehr begeistert.

Avery, die Protagonistin, hat vieles durchgemacht, musste viel einstecken und war sehr lange sehr einsam. Daraus gebührt wohl ihre Stärke, weil sie eine sehr mutige, tapfere, selbstständige und einfach in jeder Hinsicht wundervolle Frau ist. Ich habe mich mit ihr auf Anhieb wohl gefühlt und habe ihre Geschichte sehr gerne mitverfolgt, bis dann die ersten Probleme auftauchten.

Achtung, jetzt folgen kleine Spoiler.
Sie war sehr lange von einem Mann abhängig und lebte in seinem Schatten. Nach der Scheidung schwor sie der Liebe ab und wollte alleine ohne einen Mann an ihrer Seite zurechtkommen. Sie wollte nie wieder an einen Mann geraten, der sie so grob, kalt und manipulativ und vernachlässigen würde wie ihr Ex. Macht Sinn, alles ok.
Anfangs fand ich Cade auch wirklich sehr toll. Er war sehr nett, höflich, sehr sympathisch, herzlich und süß, schien einfach ein wahrer Sonnenschein zu sein. Deswegen mochte ich ihn sehr lange auch. Bis er Avery "zwischen zusammengebissenen Zähnen" total angefahren hat, weil sie nun mal Angst hat, eine Beziehung zu einem Mann aufzubauen. Da war ich erstmal ein wenig schockiert - ich meine, wie bitte? Die Frau hat eine schreckliche Ehe hinter sich, will eigentlich nichts mehr mit Männern am Hut haben, lässt sich doch auf einen ein und dann kommt sowas. Und sie lässt sich das auch noch gefallen. Da habe ich die beiden dann abgeschrieben und war ehrlich deprimiert. Dass Cade sie dann auch noch gebeten hat, nicht mehr an ihren Ex zu denken, wenn die beiden zusammen sind, hat mir einfach den Rest gegeben. Mal ganz im Ernst, alles würde sie das freiwillig tun? Wo ist der Verständnisvolle Mann hin? Cade hatte zwar auch viele gute Momente, vor allem als er dabei geholfen hat, Averys Selbstwertgefühl wieder aufzubauen oder als er so toll mit ihrer Tochter umgegangen ist, aber er war mir einfach zu dominant und zu sehr der Ritter in goldener Rüstung. Das hatte Avery wirklich nicht nötig. Wobei mir seine Dominanz nicht attraktiv sondern eher herrisch vor kam. Nach der Ehe brauchte Avery meiner Meinung nach etwas ganz anderes.
Mini-Spoiler Ende.

Gefühlstechnisch war das Buch sehr Emotionsgeladen und romantisch, wenn man von diesen Kleinigkeiten absieht. Hin und wieder wurde es auch mal sehr traurig und herzzerreißend, aber zu Tränen rühren konnte es mich leider nicht. Bei mir ist das eigentlich kein Hexenwerk, weil ich gefühlt wegen jedem Buch weine.

Mein größtes Problem war allerdings der Schreibstil. Die Wortwahl hat mir überhaupt nicht gefallen, hin und wieder klang es sogar sehr merkwürdig und einfach unpassend. Ich weiß nicht, ob das aus dem Original oder aus der Übersetzung kommt. Die Erzählperspektive hat mir auch überhaupt nicht gepasst. Anfangs wusste ich teilweise nicht, aus welcher Sicht denn jetzt überhaupt erzählt wird und der Fokus lag aus der Er/Sie-Perspektive zu sehr auf beiden Charakteren. Das war dann leider zu viel für mich.

Das Ende konnte noch mehr oder weniger die Wogen glätten. Wie gesagt, die Storyline fand ich tatsächlich interessant und die Umsetzung ist auch einigermaßen gelungen, auch wenn es an ein paar gravierenden Stellen gehapert hat.

Das Buch ist ganz angenehm für Zwischendurch, aber die anderen Bände werde ich nicht lesen.

Fazit
Leider hatte ich mit dieser New Adult Geschichte meine Differenzen und Probleme. Mal abgesehen vom Schreibstil und einigen Handlungen, ist es ein sehr gefühlvolles und solides Buch für Zwischendurch.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2020

Trust, Kylie Scott

Trust
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"Trust" von Kylie Scott ist nicht mein erstes Buch dieser Autorin. Nach "Repeat This Love", was mir nicht ganz so gut gefallen hat, hatte ehrlich gesagt nicht zu viele Erwartungen und bin eher neutral ...

"Trust" von Kylie Scott ist nicht mein erstes Buch dieser Autorin. Nach "Repeat This Love", was mir nicht ganz so gut gefallen hat, hatte ehrlich gesagt nicht zu viele Erwartungen und bin eher neutral rangegangen. Tatsächlich wurde ich einerseits enttäuscht, aber andererseits war ich auch sehr überrascht.

Der Schreibstil der Autorin hat mir schon damals gefallen. Er ist schön locker und flüssig, lebendig und nicht abgehakt. Überrascht hat mich, dass mir zum ersten Mal tatsächlich ein Hörbuch gefallen hat. Und lag primär daran, dass sich Sprecherin und Schreibstil der Autorin gut miteinander vertragen haben. Es hat sich wirklich sehr angenehm und flüssig angehört, sodass ich ständig mehrere Stunden am Stück durchgehört habe. Normalerweise breche ich Hörbücher noch vor den ersten drei Kapiteln ab, aber jetzt habe ich Lust auf mehr.

Das Buch an sich hatte seine positiven und seine negativen Aspekte.
Das beste an dem Buch war, meiner Meinung nach, die ganze Storyline. Es keiner dieser Romane bzw. Liebesgeschichten, bei dem es um eine Literaturstudentin oder um einen Badboy mit mysteriösen Geheimnissen und dunkler Vergangenheit geht. Versteht mich nicht falsch, ich liebe diese Art von Geschichten. Sehr sogar. Aber "Trust" war eine sehr willkommene Abwechslung.
Ich möchte nicht zu viel verraten, aber es ist ein schöner Mix aus Spannung, Entspannung und ein wenig Romantik.
Irgendwo gibt es sicher ein ähnliches Buch mit einer ähnlichen Storyline, immerhin kann man das Rad nicht neu erfinden, aber bisher ist mir die Story so noch nie unter die Nase gekommen und ist etwas außergewöhnlicher als die anderen Geschichten.

Ein weniger guter Punkt sind die Charaktere. Die haben mir nämlich recht wenig gefallen. So ging es mir vor allem mit Edie. Ich empfand sie als naiv und nicht sehr reif. Gut, es geht um Highschool-Schüler, aber bei dieser Storyline hätte ich mir einfach ein wenig mehr Seriosität anstatt der "Ich-scheiß-auf-alles"-Einstellung vorgestellt.
Mir kam alles ein wenig zu oberflächlich vor. Es haben sich viele Stellen geboten, in denen die Autorin richtig in die Tiefe graben konnte, aber es ging mir einfach nicht tief genug. Es gab hin und wieder offene, verletzliche und tiefgründige Gespräche und Informationen im Zusammenhang mit den Charakteren, aber das alles wurde dann von unmittelbar banalen Sachen untergraben und vergessen.

Mit John war die Sache noch komplizierter. Dadurch, dass er sehr verschlossen ist, erfahren wir anfangs eher wenig über ihn und da es keine Kapitel aus seiner Sicht gibt, bekommen wir noch später einen Einblick in seine Gefühle und Gedanken, was ich sehr schade finde, weil er mir als Charakter um einiges interessanter vorkam als Edie. Bei ihm könnte ich mir eine traurige und vielversprechende Hintergrundgeschichte vorstellen, von der wir leider so gut wie nichts erfahren haben. Auf seine Gefühle wurde weniger eingegangen, sodass die Geschichte zu einseitig gewirkt hat und bei John konnte ich so gut wie keinen Tiefgang feststellen.

Alles in einem lässt sich hier nur sagen, dass es mir nicht möglich war, eine Verbindung zu den Charakteren aufzustellen. Es konnte sich wenig Empathie und Mitgefühl entwickeln, ich hab' nicht wirklich mitfiebern können und von Schwärmerei war erst gar nicht die Rede. Das emotionalste waren wahrscheinlich die prickelnden erotischen Szenen. Aber da das kein Erotik oder Dark Romance Roman ist, sollte das nicht zwingend so sein.

Auf die Nebencharaktere wurde ebenso wenig eingegangen. Parallel hätten sich noch einige Interessante Geschichten spinnen können, aber leider waren die Nebencharaktere teilweise mehr ein Lückenfüller, als wirklich Teil der Geschichte. Ein wenig mehr zusätzliches Drama und Informationen bzw. Geschichten zu den weiteren Charakteren, hätten echt nicht geschadet. Mir war das Buch einfach zu sehr auf einen Charakter festgesessen.

Fazit
"Trust" ist ein spannendes Buch mit einer eher ungewöhnlichen Geschichte, die man so nicht jeden Tag liest. Auch wenn es zu einseitig schien, wenige Emotionen bereit hielt und alles in einem zu oberflächlich war, hat es sich angenehm und spannend lesen lassen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.09.2020

Viel Luft nach Oben

Very First Time
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Erst vor kurzem habe ich eine kleine Liebe für Young Adult Geschichten entwickelt und habe mich umso mehr gefreut, als ich gesehen habe, dass unter anderem „Very First Time“ von Cameron Lund erscheinen ...

Erst vor kurzem habe ich eine kleine Liebe für Young Adult Geschichten entwickelt und habe mich umso mehr gefreut, als ich gesehen habe, dass unter anderem „Very First Time“ von Cameron Lund erscheinen wird. Die Vorfreude war groß und wuchs stetig weiter. Vielleicht war das mein Problem: meine Erwartungen waren zu groß.

Schon in der Leseprobe habe ich festgestellt, dass mir der Schreibstil der Autorin sehr gut gefällt. Er ist sehr locker und flüssig, aber die Wortwahl hat auch etwas „Kindliches“. Das hat mir nichts ausgemacht, immerhin ist das ein Jugendbuch und wir befinden uns im Kopf eines Teenagers.

Hierauf folgte schnell der erste Kritikpunkt. Ich verstehe, dass es sich um ein Buch für Jugendliche handelt. Passt also in meine Altersklasse. Da die Protagonisten allerdings schon 18 und somit älter sind als ich, kam ich mir an einigen Stellen doch ein wenig, Entschuldigung, verarscht vor. Die Gedankengänge, die Verhaltensweise und die Dialoge wurden teilweise so überspitzt dargestellt, dass ich mir schon als Jugendliche denke, verhalten wir uns wirklich SO kindisch? Die Charaktere waren sehr naiv, viele waren unglaublich zickig und hochnäsig, dass es mich dann immer mehr gestört hat. Letzten endlich gab es nur einen oder zwei Charaktere, die mehr oder weniger normal und erträglich waren. Diese überspitzte Verhaltensweise hätte mich noch lange nicht so sehr gestört, wenn das darin behandelte Thema nicht so wichtig wäre. Aber dazu komme ich später.

Keely wirkte anfangs sehr nett und symphytisch. Sie hält sich an die Regeln, tat nichts Unüberlegtes und war die halbwegs vernünftige unter dem Haufen Teenagern. Mit dem Verlauf des Buches wurde aber immer mehr deutlich, dass sie sehr naiv ist, sich schnell beeinflussen lässt, total unsicher ist und sich teilweise auch kindisch verhält. Hätte mir wirklich sehr gewünscht, dass sie mit 18 ein wenig reifer wäre.

Dean hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen. Er hat mich sehr an Dean aus der Serie „Gilmore Girls“ erinnert, also war ich sofort im Fangirl Modus. Er war sehr süß, rücksichtsvoll, lieb, witzig und einfach charmant. Schnell wurde klar, dass er ein potenzieller Boyfriend ist und für die Geschichte noch wichtig sein wird. Ich von Seite zu Seite immer mehr von seiner liebevollen Seite geschwärmt, bis er es eben nicht mehr war. Und das hat mich schon echt hart getroffen. Da hat die Autorin einen wunden Punkt getroffen. Diese Wendung kam doch überraschend, das muss man ihr lassen. Auch wenn es mehr oder weniger ein Verlust war, bin ich von diesem Twist bis heute immer noch begeistert. Dean hat sich einige Dinge geleistet, das geht einfach gar nicht. Ein absolutes No Go - in der Hinsicht.

Bei Andrew sah das ganze wieder ein wenig anders aus. Er war eben dieser symphytische Beste Freund der Protagonisten. Mehr dann auch wieder nicht und genau das fand ich sehr schade. Aus dem Klappentext konnten wir bereits entnehmen, dass er und Keely zueinander finden würden. Ich habe mich sehr lange gefragt, wie soll das gehen? Andrew war immer da, aber irgendwie auch nicht. Er war eben diese klassische (nur männliche) Beste Freundin der Protagonistin, die für einen da ist. Er wurde mir viel zu nebensächlich behandelt. Er hätte tiefer mit eingebunden werden sollen und ein paar Kapitel aus seiner Sicht hätten nicht geschadet um zu verstehen, was er denkt und fühlt. Der Fokus lag mir zu sehr auf Keely, sodass die Geschichte gefühlstechnisch sehr einseitig wirkt.

Außerdem hat mir der gesamte Aufbau nicht ganz zu gesagt. Anfangs lag der Fokus nur auf Keely, es gab nebenbei kaum weitere Handlungen bzw. die Nebencharaktere hatten nebenbei keine großartig eigene Storyline. Aber am Ende des Buches ist dann alles explodiert und zu vieles ist gleichzeitig passiert. Hier hätte der Fokus auf Keely und Andrew liegen sollen, aber einige andere Handlungen haben das meiner Meinung nach in den Hintergrund gedrückt.

Jetzt kommt der eigentliche Grund, wieso mir das Buch nicht sehr gefallen hat. Ich muss jetzt eine Spoiler Warnung rausgeben, aber bitte, wenn ihr sehr jung seid, dann lest es euch trotzdem durch. Es ist meiner Meinung nach sehr wichtig.

In dem Buch spielt das Thema Jungfräulichkeit eine sehr große Rolle. Die Autorin hätte daraus etwas Tolles und Belehrendes machen können, aber diese Chance hat sie leider nicht genutzt. Der Umgang mit der Jungfräulichkeit wurde hier sehr überspitzt, kindisch und unreif dargestellt. Es hätte mir nichts ausgemacht, wenn die Autorin es ordentlich aufgelöst hätte. Leider wird hier bis zum Ende eingetrichtert, dass Jungfräulichkeit etwas Negatives ist und man sich dafür schämen sollte. Das hat der Protagonistin und einigen anderen Charakteren sehr viel Druck gemacht und alles in einem einen sehr schlechten Umgang damit dargelegt. Da das Buch für Jugendliche geschrieben wurde, finde ich, dass es hätte eine Triggerwarnung oder ein gutes Vorwort geben sollen, das davor warnt, dass dieses Thema so behandelt wird und keineswegs der Realität entspricht. Viele wissen vielleicht gar nicht, dass sie sich von sowas beeinflussen lassen oder sensibel darauf reagieren. Deswegen muss ich hier sowohl Autorin und Lektorat ganz stark kritisieren. In einem Jugendbuch für Jugendliche, die eben vielleicht auch noch Jungfrau sind (sehr wahrscheinlich sogar), hätte es einen belehrenden Ausgang geben müssen.

Spoiler-Ende

Generell kam mir die Botschaft am Ende des Buches doch sehr weit hergeholt. Es hat nicht wirklich zum Buch gepasst, da habe ich mir was Anderes vorgestellt. Generell gab es so gut wie keinen Tiefgang, keine wirklich emotionalen Stellen oder sonstiges.
Für ein Jugendbuch ist die Storyline an sich ganz interessant und schön, aber der Umgang mit diesem Thema ist für diese Altersgruppe nicht gerecht.

Fazit

Das Buch ist wie für ein Jugendbuch zu erwarten kitschig und kindisch. Die Balance zwischen Nebenhandlungen und eigentlichem Plot war sehr Ungleichmäßig. Die Charaktere waren oberflächlich aufgebaut und generell wurde der Fokus falsch gesetzt. Der Umgang mit einem sensiblen Thema, ohne Triggerwarnung oder Vorwort, wurde dieser Altersgruppe nach völlig falsch behandelt. Ganz abgesehen davon gab es sehr wenig Tiefgang und Emotionen. Es ist kein literarisches Meisterwerk, aber es lässt sich trotzdem mit Spaß lesen. Nicht für Jugendliche mit Problemen gegenüber dem Thema Jungfräulichkeit und Sex geeignet.

  • Cover
  • Gefühl
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung
Veröffentlicht am 29.07.2020

Zwischen Liebe, Freundschaft & Herzschmerz

Dreams of Yesterday
6

Ich kenne die Autorin nicht. Das war mein Erstes ihrer Bücher. Ich hasse sie. Und ich liebe sie. Unglaublich sehr. Ich hoffe, das war nicht mein Letztes ihrer Werke. Ich kann gar nicht beschreiben, wie ...

Ich kenne die Autorin nicht. Das war mein Erstes ihrer Bücher. Ich hasse sie. Und ich liebe sie. Unglaublich sehr. Ich hoffe, das war nicht mein Letztes ihrer Werke. Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich dieses Buch hasse. Und es doch liebe. Ich verfluche die Autorin dieses tollen Buches aus ganzem Herzen und wünsche ihr alles Gute dieser Welt. Ich hab' es geahnt. Bereits nach der ersten Seite wusste ich, dass mir das Buch das Herz brechen würde. Ich hatte die Vorahnung und doch hat es mich nur noch mehr angestachelt, dieses Buch zu lesen. Zu sagen die Autorin hat mir das Herz gebrochen, ist eine Untertreibung. Sie hat mir ins Gesicht gelächelt, mich verlieben lassen, mein Herz höherschlagen lassen und es dann durch den Fleischwolf gejagt. So fühlt es sich zumindest an.

Die Charaktere sind einfach unglaublich. Sie gehören nicht in diese düstere und kalte Gegend, aus der sie kommen. Die Charaktere sind herzlich, gütig, so liebevoll und doch kaputt durch das harte Leben. Wirklich jeder Charakter in diesem Buch ist was ganz Besonderes. Damit meine ich auch wirklich jeden. Die Charaktere sind von Grund auf verschieden und ganz individuell. Keiner gleicht dem anderen, in wirklich keinerlei Hinsicht. Sie tragen alle eigene, besondere Eigenschaften und Merkmale, die man bei sonst keinem innerhalb dieses Buches findet und das zeigt von großer Mühe und Arbeit. Die Autorin hat wirklich alles getan, um uns die größte Vielfalt an Charakteren zu bieten und damit sich wirklich jeder in mindestens einen Charakter verliebt. Blöd nur, dass ich jeden in mein Herz geschlossen habe. Ich konnte doch nicht ahnen, dass die Autorin so unglaublich boshaft sein kann. Evelyn und Dylan sind der warme Sonnenschein früh am Morgen. Sie sind die strahlenden Sterne in der grausamen Gegend Dublins, so dunkel und kalt wie die Nacht.

Evelyn hat mir sofort leidgetan. Sie ist viel zu fröhlich, freundlich, nett, humorvoll, gütig, liebevoll und warmherzig für diese Gegend. Ihre positive Ausstrahlung macht sie so sympathisch und färbt total auf einen ab. Sie ist eine der liebevollsten Protagonistinnen, die ich je auf der Reise begleiten durfte. Ich bin wirklich froh, sie "kennengelernt" zu haben. Leider befindet sie sich im falschen Buch. Ich hatte eine solche Angst, dass diese brutale Gegend ihr den Spaß und die Freude am Leben nehmen würde. Sie ist wahrhaftig die Verkörperung von Hoffnung und Zuversicht. Sie hat bereits einiges in ihrem jungen Leben durchstehen müssen und doch war sie so positiv. Sie ist ein unfassbar starkes Mädchen, aber vor dem Leben ist niemand sicher.

Dylan hingegen war bereits ein wenig abgehärtet. Auch er hat einiges durchmachen müssen und doch hat er den Glauben an eine strahlende Zukunft und lässt sich nicht unterkriegen. Er hingegen sieht alles um einiges pessimistischer. Umso überraschter war ich, als ich gesehen hab', wie gut die beiden miteinander harmonieren. Auf den ersten Blick macht er den Eindruck eines Kriminellen oder Gang-Mitglieds, aber in ihm steckt um einiges mehr, als man erwartet. Es lohnt sich, dran zu bleiben und ihn und seinen Charakter zu erforschen. Von Seite zu Seite wird immer deutlicher, wie faszinierend und vielseitig er eigentlich ist. In ihm steckt so viel Gutes, das wir auch alle zu sehen bekommen. Und in das ich mich auch Hals über Kopf verliebt hab'. Das war wohl auch die Intention der Autorin.

Mein Favorit war allerdings trotzdem Sam. Er hat eine so besondere und einzigartige und lustige Art an sich. Ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll. Ihn kann man nicht beschreiben. Man muss ihn erlebt haben müssen.

Die Autorin hat wirklich sehr viel mit Emotionen und Gedanken gespielt. Die Palette ist da sehr groß. Ich hab' die Chemie zwischen den beiden gespürt und es baut sich von Seite zu Seite immer weiter auf. Evelyn verliebt sich Stück für Stück in Dylan und dasselbe kann man auch von ihm behaupten, auch wenn es keine Kapitel aus seiner Sicht gibt. Es kommt wirklich sehr selten vor, dass ich alleine durch die Sicht eines Charakters alle Emotionen richtig in mich aufnehme.

Allerdings ging es mir von dort an ein wenig zu schnell. Kaum hat sie sich in ihn verliebt, musste sie sich selbst eingestehen, dass sie ihn liebt. Sie hat diesen Sprung von Verliebtsein zu Lieben innerhalb sehr kurzer Zeit gemacht, dabei hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte zwischen den beiden erst mal noch mehr Fahrt annimmt. Sie hat es ihm zwar nicht gesagt, aber sie hat es gedacht/gefühlt. Das ist jetzt wirklich nichts Tragisches oder so, aber mir wäre es lieber gewesen, wenn zuerst der Mittelteil des Buches und dann die Gedanken über Liebe kämen. An der Stelle muss ich auch anmerken, dass mir der Mittelteil ein wenig zu langatmig war. Es war nicht langweilig oder so, aber in ein, zwei Kapitel hatte ich das Gefühl, auf der Stelle zu stehen und nicht mehr voranzukommen.

Das Ende hingegen war alles andere als langweilig. Ich hab mit Stress und Problemen gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß. Das Ende hat mir einfach das Herz gebrochen. Ich glaube, das muss ich nicht näher ausführen. Am Anfang der Rezension wird bereits deutlich, wie und was ich gefühlt hab'. Ich bereue absolut nichts und würde dieses Buch auch mit dem Wissen, dass es mich so fertigmachen wird, nochmal lesen. Ich musste die eine oder andere Träne verdrücken, aber Himmel, ich liebe Bücher, die mich emotional fertigmachen.

Das Buch ist meiner Meinung nach wirklich sehr toll. Kein Jahres-, aber Monatshighlight. Ich werde mir den zweiten Teil ohne Frage ebenfalls kaufen. Und hoffentlich ebenfalls lieben. Es hat relativ wenige Seiten, weswegen es doch sehr kurz ist, aber trotzdem bin ich erstaunt gewesen, wie schnell sich Emotionen darin aufbauen konnten. Ich bin immer noch sehr sprachlos. Hiermit beweist der Verlag Mal wieder, dass ich mich nicht irre, wenn ich sage, dass das mein Lieblingsverlag ist. Er wird meinen Erwartungen gerecht.

Fazit:
Eine weitere, gelungene Übersetzung aus dem LYX Verlag, die den Leser emotional aus den Socken haut und sicher den einen oder anderen zum Weinen bringt. Mit den individuellen und einzigartigen Charakteren wird die romatische, tragische und traurige Geschichte noch emotionaler. Die Gefühle und Empfindungen, die dieses Buch auslöst, lassen sich nicht in Worte fassen. Man muss es erleben.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl